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Venedig - Spätes Feuerwerk

Glanz und Untergang der Republik - 1700-1797. Farbtaf.
Buch (gebunden)
Ekkehard Eickhoff läßt die Venezianer und ihr europäisches Publikum noch einmal auf ihrer »großen Bühne von Marmor und Wasser, schattigen Gassen und lichten Plätzen« tanzen.
Unbeeinflußt von den poli... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Venedig - Spätes Feuerwerk
Autor/en: Ekkehard Eickhoff

ISBN: 3608941452
EAN: 9783608941456
Glanz und Untergang der Republik - 1700-1797.
Farbtaf.
Klett-Cotta Verlag

August 2006 - gebunden - 440 Seiten

Beschreibung

Ekkehard Eickhoff läßt die Venezianer und ihr europäisches Publikum noch einmal auf ihrer »großen Bühne von Marmor und Wasser, schattigen Gassen und lichten Plätzen« tanzen.
Unbeeinflußt von den politischen Wirren einer kriegerischen Zeit vergnügen sich im Venedig des 18. Jahrhunderts die schillernd sten Persönlichkeiten Europas. Vivaldi, Goethe, Casanova und Montesquieu geben sich auf dem venezianischen Karneval, bei prunkvollen Regatten und in den Salons der schönsten Damen Italiens ein Stelldichein.
In diesem späten »Feuerwerk« bewundert das Europa der Aufklärung den Glanz eines unvergleichlichen kulturellen und gesellschaftlichen Lebens. Abwechslungsreich spielt es sich in den unzähligen Theatern und Opernhäusern, Konzerten, Konservatorien und Kaffeehäusern ab. Da wird in kleinem, elegantem Kreise das Gespräch mit Dichtern und Literaten gepflegt und in den Casinos leichtfertig über Schicksale entschieden. Und wenn den deutschen Prinzen und englischen Gentlemen das Geld nicht ausgeht, nehmen sie die Stadt mit nach Hause: in Gemälden gefeierter Künstler, dem neuesten Stück eines berüchtigten Autors oder den kostbaren Produktionen venezianischer Verlagsdruckereien. Das scheinbar immerwährende Fest findet erst 1797 durch den großen General Bonaparte sein jähes Ende.

Inhaltsverzeichnis

Zum Thema: Venedigs spätes Feuerwerk - ein europäisches Finale
I. EIN FESTSPIELPLATZ EUROPAS
II. VENEDIGS LETZTER TÜRKENKRIEG (1714 - 1718)
III. ADELSHERRSCHAFT
IV. FESTE UND GÄSTE
V. WIRKUNGSLINIEN, KREUZUNGSPUNKTE
VI. WANDELSTERNE
VII. POLITIK, MUSIK UND ABENTEUER.
ROUSSEAU UND BERNIS IN VENEDIG
VIII. GIUSTINIANA WYNNE UND IHRE FREUNDE (1737 - 1761)
IX. ZAHLENDE GÄSTE (1728 - 1786)
X. DIE JAGD NACH LIEBE
XI. KRIEG DER KOMÖDIEN
XII. DIE SIPPE GOZZI
XIII. BEHARREN UND WANDEL
XIV. DER SEEMANN ANGELO EMO (1752 - 1772)
XV. GRAZIE, GEIST UND AMBITIONEN
XVI. MARKT DER TEXTE UND IDEEN
XVII. KAISER JOSEPH II. (1769 - 1775)
XVIII. VENEDIG UND KATHARINA DIE GROSSE (1770 - 1782, PETERSBURG 1790)
XIX. PALAZZO LOREDAN
XX. FREIMUT UND SICHERHEIT
XXI. AMERIKA ENTDECKT VENEDIG (1776 - 1785)
XXII. GIUSTINIANAS FEDER (1780 - 1790)
XXIII. GASTINSZENIERUNG (1782, 1784)
XXIV. GOETHE IN VENEDIG (1786, 1790)
XXV. LETZTER LORBEER. ANGELO EMO VOR TUNIS (1781 - 1792)
XXVI. DAS FEST KLINGT AUS
XXVII. DAS ENDE DER REPUBLIK (1796 - 1797)
ANHANG

Portrait

Ekkehard Eickhoff, geboren 1927 in Berlin, habilitierte sich 1973 für mittelalterliche und neuere Geschichte an der Universität Stuttgart. Seit 1953 gehörte er dem Auswärtigen Dienst an, arbeitete an den Botschaften in Kairo, Bern und Ankara sowie in der Ostabteilung des Auswärtigen Amtes. Er war Botschafter in Südafrika, Irland und in der Türkei und leitete die KSZE-Delegation der Bundesrepublik Deutschland in Wien.
In seinen Büchern und Aufsätzen behandelt er Themen der mittelmeerischen und südosteuropäischen Geschichte und deren Bedeutung für die Geschichte Deutschlands und Mitteleuropas.


Leseprobe

VENEDIGS SPÄTES FEUERWERK - EIN EUROPÄISCHES FINALE
Das Jahrhundert der Aufklärung und des aufgeklärten Absolutismus ist angebrochen. Während die Heere der Großmächte Deutschland und Flandern, Spanien und Norditalien durchziehen, während der Nordische Krieg den ganzen Osten und Norden des Kontinents aufschreckt, wird Venedig zum Festplatz Europas. Es ist auch das Jahrhundert einer verfeinerten Lebenskunst. Sie blüht in Venedig. Das große Finale der Republik, an dessen Bildern, Feiern, Musik und Komödien das kultivierte Europa teilnimmt, hat zu strahlen begonnen.
In der langen Saison des Karnevals spielen viele tausend Venezianer auf dieser Bühne; einzelne Spitzenrollen sind von Primadonnen, Kastraten und Virtuosen aus Süditalien besetzt - das Publikum ist europäisch. Wer immer es sich leisten kann: Fürsten und Bischöfe, englische Gentlemen, Intellektuelle aus Frankreich, deutsche Prinzen, Großbürger oder schlichtere Idealisten, die dafür gespart haben, finden sich zum Karneval ein, lauschen den Konzerten der vier Konservatorien, bevölkern die Opernhäuser (es sind ihrer vier bis sechs), die Kaffeehäuser, die Casinos. Man vergnügt sich an der Commedia dell?arte, bestaunt auf dem Großen Kanal eine Prunkregatta phantastisch geschmückter Barken, oder im Frühlingswind auf der Lagune die grandiose Vermählung der Republik mit dem Meer. Wer Geld und Geschmack hat, läßt sich von Rosalba Carriera porträtieren, kauft einen Canaletto, erwirbt Musik aus der Feder Antonio Vivaldis, wählt im Buchladen aus der üppigen Produktion venezianischer Verlagsdruckereien in vielen Sprachen. Vor allem tummelt man sich auf der Piazza, wo alle Standesschranken und mancherlei Hemmungen unter Kostüm und Maske verschwinden. Und man jagt im großen Spielcasino, dem Ridotto, nach dem schnellen Glück. -
Kann dieser altertümliche Staat in der kalten Luft absolutistischer Machtpolitik bestehen? Kann die Stadt des Vergnügens vom Wohlwollen mächtiger Nachbarn zehren, um das sie mit üppiger Gas
tfreundschaft wirbt? Mitten im Karneval wird die Republik vom Angriff des gewaltigen Osmanischen Reichs überrascht. Sie verliert ihr Königreich auf der Peloponnes und ihren ägäischen Inselbesitz. Aber ihr Feldmarschall von der Schulenburg hält die Insel Korfu gegen erdrückende Übermacht. Nicht die antiquierte Galeerenflotte, sondern Venedigs moderne Linienschiffe ver wehren der türkischen Reichsflotte in verlustreichen Seeschlachten neuen Typs den Durchbruch nach Westen.
Kann man von ausländischen Touristen leben, nachdem die einst märchenhaften Gewinne aus dem orientalischen Fernhandel längst geschrumpft sind? Sicher nicht; aber eine moderne Bewirtschaftung großer Landgüter nährt den Reichtum der Mächtigen. Gegen Umsturz von innen hat sich die Adelsrepublik durch eine gewachsene, raffinierte Verfassung geschützt. Und auf das bunte Getümmel der Feiernden fällt der all gegenwärtige Schatten der Staatsinquisition. Ein Heer geschäftiger Spitzel macht sie allwissend. Nur der Patrizier hat sie zu fürchten - kaum das Volk und nicht der fremde, zahlende Gast - ein reizvolles Gruseln darf er empfinden. Daß diese Verfassung erstarrt ist, führt zu verbalen Revolten und langen Debatten im Großen Rat, ficht aber das Volk kaum an. Staat und Kirche stellen sich in prachtvollen Zeremonien dar. Auch wenn man nicht Karneval feiert, führt eine dichte Folge christlicher Volksfeste die einfachen Venezianer, die Popolani, Bürger, Adel und Gäste im Gottesdienst und unter freiem Himmel zusammen.
Gestalten mit scharfem Profi l werden von diesem Schauplatz angezogen: So promeniert Montesquieu mit dem Marquis Bonneval, dem militärischen Abenteurer zwischen den Fronten Frankreichs, Österreichs und des Osmanischen Reichs. Der junge Jean-Jacques Rousseau versucht sich als französischer Legationssekretär, als Volksmusikforscher und Komponist. Goethe nimmt unauslöschliche Bilder auf und gibt sie mit prägender Wirkung an Generationen von Italienwallfahrern weiter.
Seit der Jahrhundertm
itte gewinnt die Stadt auf ihren weltbedeutenden Brettern eine neue Ausstrahlung auf Europa. Sie geht von der volksnahen, realistischen Sprechbühne Carlo Goldonis aus, von Carlo Gozzis romantischer Märchendichtung, vom pointenreichen Krieg der Komödien, den die beiden mit ihren Anhängern gegeneinander führen. Zudem setzt der temperament volle Journalismus von Gasparo Gozzi und der jungen, furchtlosen Elisabetta Caminer diesen Debatten einen kritischen Maßstab. Und es gibt ganz neue Anziehungspunkte: Die Salons emanzipierter, belesener, schlagfertiger Damen - etwa die von Caterina Dolfin Tron, von Contarina Barbarigo, Cecilia Zen Tron oder Giustiniana Wynne Rosenberg. Diese sind gefeierte Schönheiten, umworben von ehrgeizigen Kavalieren, zitiert in einer Flut von Sonetten unterschiedlicher Qualität. Am ehesten wird den prickelnden Atem der fünfziger bis siebziger Jahre spüren können, wer Giustiniana Wynne in ihrer dramatischen Liebesgeschichte begleitet, oder die Leidenschaften, Höhenflüge und Prüfungen von Caterina Dolfin. Ihre Geschicke führen mitten ins musische und politische Leben der Republik.
Venedig im Settecento ist eine Stadt der Abenteuer. Man trifft auf Blender und Kenner, Abenteurer des Glückspiels, der Liebe, auch Abenteurer des Geistes. Hier ist die Staatsuniversität Padua eng mit der Szene verbunden. Der gelehrte Diskurs und Salongespräche öffnen sich der französischen Aufklärung und den Weltdeutungen von Newton und Leibniz. Der intellektuelle Tausendsassa Algarotti macht sie für schlichtere Leser verständlich, entwirft Reformen der zeitgenössischen Opernbühne, bereichert die Sammlung von Dresden mit italienischer, nicht zuletzt venezianischer Malerei, wird zum echten Freund, Briefpartner, langjährigen Tischgenossen Friedrichs des Großen in Sanssouci. Den Dichter Lorenzo Da Ponte führt sein rastloses Temperament aus der nahen Provinz nach Venedig, nach Dresden und Wien, wo er die Libretti zu Mozarts herrlichsten Opern schreibt. Nach dem Ende der S
erenissi ma macht er in New York die Neue Welt mit der venezianischen Komödie und der neuen italienischen Literatur bekannt.
Zum Jahrhundertende werden andere Salons zum literarisch-politischen Brennpunkt. Das größte und eleganteste Opernhaus, nach dem Freimaurersymbol Phönix, La Fenice, getauft, schießt in kürzester Zeit aus dem Boden. Aber im Frühling 1797 läßt die politisch erlahmte Adelsklasse sich vom jungen Napoleon Bonaparte und seiner Armée d?Italie widerstandslos über rollen. Eine unblutige Revolution mit Freiheitsbaum und jakobinischer Demokratie besetzt für ein halbes Jahr die Bühne. Im Urteil der Zeitgenossen war der Karneval unmittelbar davor von allen der turbulenteste. Für die Nachgeborenen gewann die späte musische Blüte der Republik mit dem Absturz in Ohnmacht und Armut einen nostalgischen Schimmer. Sie zählt seitdem zu Italiens liebsten, immer von neuem wachgerufenen Erinnerungen.
[...]

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