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Die Geschichte der getrennten Wege

Band 3 der Neapolitanischen Saga (Erwachsenenjahre). Originaltitel: Storia di chi fugge e di chi resta.
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Es sind die turbulenten siebziger Jahre und die beiden inzwischen erwachsene Frauen. Lila ist Mutter geworden und hat sich befreit und alles hingeworfen - den Wohlstand, ihre Ehe, ihren neuen Namen - und arbeitet unter entwürdigenden Bedingungen... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Die Geschichte der getrennten Wege
Autor/en: Elena Ferrante

ISBN: 3518425757
EAN: 9783518425756
Band 3 der Neapolitanischen Saga (Erwachsenenjahre).
Originaltitel: Storia di chi fugge e di chi resta.
Übersetzt von Karin Krieger
Suhrkamp Verlag AG

August 2017 - gebunden - 540 Seiten

Beschreibung

Es sind die turbulenten siebziger Jahre und die beiden inzwischen erwachsene Frauen. Lila ist Mutter geworden und hat sich befreit und alles hingeworfen - den Wohlstand, ihre Ehe, ihren neuen Namen - und arbeitet unter entwürdigenden Bedingungen in einer Fabrik. Elena hat ihr altes neapolitanisches Viertel hinter sich gelassen, das Studium beendet und ihren ersten Roman veröffentlicht. Als sie in eine angesehene norditalienische Familie einheiratet und ihrerseits ein Kind bekommt, hält sie ihren gesellschaftlichen Aufstieg für vollendet. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie ständig an Grenzen gerät. Ganze Welten trennen die Freundinnen, doch gerade in diesen schwierigen Jahren sind sie füreinander da, die Nähe, die sie verbindet, scheint unverbrüchlich. Würde da nur nicht die langjährige Konkurrenz um einen bestimmten Mann immer deutlicher zutage treten.

Portrait

Elena Ferrante hat sich mit dem Erscheinen ihres Debütromans im Jahr 1992 für die Anonymität entschieden. Ihre vierbändige Neapolitanische Saga - bestehend aus Meine geniale Freundin, Die Geschichte eines neuen Namens, Die Geschichte der getrennten Wege und Die Geschichte des verlorenen Kindes - ist ein weltweiter Bestseller. Ab 2018 erscheinen im Suhrkamp Verlag auch Ferrantes jüngster Band Frantumaglia sowie ihre früheren Romane Lästige Liebe, Tage des Verlassenwerdens und Frau im Dunkeln in neuer Übersetzung.


Leseprobe

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Pressestimmen

"Es herrscht das Ferrante-Fever!" Bettina Weber, Tages-Anzeiger 31.03.2016

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Bewertungen unserer Kunden
Eine Jugendfreundschaft auf Distanz
von jenvo82 - 07.09.2017
"Er war, so kam es mir vor, zu einer Gestalt des Bedauerns geworden, zur Synthese dessen, was ich nun wohl nie werden würde, obwohl ich die Chance dazu gehabt hatte. Inhalt Diesmal gehen Elena und Lila getrennte Wege. Die eine heiratet in eine angesehene Professorenfamilie ein und genießt den Ruhm ihres ersten erfolgreichen Romans und die Freuden einer jungen Ehe, die andere plagt sich schwer in einer Wurstfabrik ab und kämpft für die Stärkung der Rechte aller Arbeitnehmer. Eine gemeinsame Herkunft und eine Freundschaft, die ebenso stark wie zermürbend wirkt, eint die beiden jungen Frauen, doch ihre Entwicklung könnte nicht differenzierter verlaufen. Endlich ist es Elena gelungen, aus dem Schatten ihrer um ihre Schönheit und Klugheit beneideten Freundin herauszutreten. Doch das erhoffte Hochgefühl stellt sich nicht ein, denn schon bald muss auch Elena einsehen, dass ihr Leben zwischen zwei kleinen Töchtern und der aufgedrängten Haushaltführung rein gar nichts mit ihren Vorstellungen von Freiheit und Akzeptanz zu tun hat und ihre ehelichen Pflichten bereiten ihr große Sorgen. Aus einer gut gewählten Partie, wird schließlich eine lieblose Beziehung und dann tritt plötzlich ihr Jugendschwarm Nino in ihr wohlgeordnetes Leben. Elena ahnt, dass sie sich positionieren muss und erneut an einer Wendeschleife des Lebens steht. Meinung Mittlerweile zähle ich mich tatsächlich zu den Ferrante Fans, die der Verlag und das Marketing bereits im Vorfeld verkündet haben. Zunächst bin ich eher skeptisch an die neapolitanische Saga rund um die beiden Frauen Elena und Lila herangegangen, weil der erste Band noch nicht dieses Hochgefühl erzeugen konnte, wie es nun der zweite aber noch mehr der dritte Band vermögen. Tatsächlich lebt diese Geschichte von zwei gegensätzlichen Charakteren und deren Handlungen sowie von dem geschaffenen Zeitpanorama, den politischen Entwicklungen und Verfehlungen eines Landes. Gerade in diesem dritten Teil spielt auch der Klassenkampf eine wichtige Rolle, nicht nur die Ablösung zweier Frauen aus ihren Jugendjahren hinein in ein verantwortungsvolles Erwachsenenleben steht im Zentrum der Erzählung, sondern auch die brutalen Kämpfe der Arbeiter, die sich in Gewerkschaften formieren und auf Biegen und Brechen ihre Rechte einfordern. Die Autorin vermag es geradezu vortrefflich ein persönliches Schicksal mit den Rahmenbedingungen der Politik zu verweben, so dass tatsächlich eine Einheit entsteht, die keinerlei Widerspruch erzeugt. Ihr ist es gelungen über die Anzahl der vorherigen Bücher, die beiden Hauptprotagonistinnen so treffend und intensiv zu beleuchten, dass der Leser ihre Aktionen, ihren Willen und die publizierten Wünsche direkt greifen kann. So dass es weder Sympathie noch Ablehnung bedarf, um genau das auszudrücken, was die Geschichte ausmacht. Nach wie vor ambivalent bleibt dabei die Mädchenfreundschaft, die sich im Wesentlichen auf Zuneigung, Bewunderung aber auch Neid und Konkurrenzkampf beruft. Man kann spüren, dass Elena und Lila viel verbindet, obwohl sie noch mehr trennt und da sich dieses Wissen nun noch auf einen gemeinsamen Liebhaber konzentriert, steigt die Spannung bis zum großen Finale in Band 4. Fazit Ich vergebe 5 Lesesterne für diesen mitreißenden, sehr euphorischen Text, der viel Temperament und Charakterstärke besitzt und sich über Grenzen hinwegsetzen kann. Es empfiehlt sich hier unbedingt die Lesereihenfolge einzuhalten, da diese Tiefenwirkung des Romans wohl erst entstehen kann, wenn der Leser auch Teil der Vorgeschichte geworden ist. Ein unverwechselbarer Schreibstil und eine weitgreifende Geschichte nehmen hier den Verlauf des Lebens und die wichtigen Ereignisse im Kleinen wie im Großen auf und vermitteln zwar keine tieferen Erkenntnisse aber eine wunderschön erzählte, fast gelebte Geschichte, die zu Recht den Namen ROMAN trägt. Ich erwarte mit großer Spannung den vierten Band im Februar 2018 und freue mich jetzt schon auf einen würdigen Abschluss.
Band 3 der Neapolitanischen Saga
von forti - 11.09.2017
Weiter geht es mit der Neapolitanischen Saga! Endlich liegt der dritte von vier Bänden in deutscher Übersetzung vor. Ich empfehle dringend, die Reihe von Anfang an zu lesen und mit Meine geniale Freundin zu beginnen! Die Geschichte der getrennten Wege ist allerdings wohl auch ohne Vorkenntnisse zu verstehen. Auf den ersten Seiten gibt es wieder eine Zusammenfassung der wichtigsten bisherigen Ereignisse und der handelnden Personen. Das reichhaltigen Personal mit (sich manchmal ähnelnden) Namen und Spitznamen erfordert eine gewisse Konzentration des Lesers, macht für mich aber auch mit den Reiz der Reihe aus. Italien, Ende der 1960er Jahre. Die Ich-Erzählerin Elena und ihre Freundin Lila sind Mitte zwanzig, Elena hat ihr Studium beendet und Lila ist Mutter und Arbeiterin in einer Wurstfabrik. So unterschiedlich beider Leben bisher verlaufen sind, so zeigen sich doch auch immer wieder Gemeinsamkeiten. Beide engagieren sich politisch links und für die Gewerkschaft, obwohl sie beide eher zufällig in diese Strömung hineingerutscht zu sein scheinen. Wie schon im vorangegangenen Band fragt man sich, warum beide an der Freundschaft festhalten, wo doch die Konflikte, Neid und Missgunst die innigen, freundschaftlichen Momente oftmals überdecken. Aber das macht wohl eine Freundschaft fürs Leben aus. Die Neapolitanische Saga ist nicht nur die Geschichte einer Freundschaft, sondern auch italienische Geschichte. Anhand der Leben von Elena, Lila und der anderen Bewohner des Rione in Neapel wird das Leben im Italien der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit vielen Facetten beschrieben. Im vorliegenden Band sind das die 1960er und 1970er Jahre, geprägt von politischen Kämpfen zwischen links und rechts. Die Geschichte wird von Elena Ferrante im gewohnt ruhigen Ton erzählt, der sehr angenehm zu lesen ist.
Ferrante-Fever!
von Koriander - 28.08.2017
Elena Ferrantes Buch "Die Geschichte der getrennten Wege" ist der dritte Band in dieser Reihe. Der Einband passt natürlich perfekt zu den Vorgängerbänden und gefällt mir gut. Elena erzählt von ihren Erwachsenenjahren - ihrem Leben in Zeiten politischer Unruhen und Aufständen der Arbeiter, getrennt von ihrer Freundin Lila. Die strebsame Elena hat ihr Studium abgeschlossen und ein Buch geschrieben, dessen Erfolg sie zunächst völlig verunsichert und in Selbstzweifel stürzt. Es ruft nicht nur positive Resonanz hervor, aber mit Hilfe ihrer Familie überwindet sie die teils harsche Kritik und nachdem ihr Verlobter auch noch eine Professorenstelle angeboten bekommt, scheint ihr Glück vollkommen. Sie heiraten und ziehen nach Florenz. Ganz anders ist die Situation bei Lila in Neapel. Sie hat Unterschlupf bei Enzo gefunden, der sich zwar rührend um sie und ihren kleinen Sohn Gennaro kümmert, aber keinen Zugang zu ihrem Herzen findet. Als Arbeiterin in der Wurstfabrik hat sie nur mit Mühe ihr Auskommen und gerät unversehens in die Querelen und Aufstände der Arbeiter und der Studentenbewegung. Not und die zeitweiligen Übergriffe einiger Kollegen sind ihre täglichen Begleiter. Die Liebe zu ihrem Sohn macht sie nicht glücklich, sondern stürzt sie immer wieder in Selbstzweifel. Die beiden Freundinnen leben ihr eigenes Leben: Elena bekommt zwei Töchter, ist in ihrer Ehe aber nicht recht glücklich - Lila, die mit Enzo abends gemeinsam "studiert" hat, kämpft sich dagegen beruflich nach oben. Der Kontakt zwischen den Freundinnen gerät dabei irgendwie auf die schiefe Bahn. Elena hat Lila gegenüber ein schlechtes Gewissen und denkt viel an sie, während Lila auf Elena herabschaut und sie ausnützt. Ich habe mich mit diesem Band etwas schwer getan und es hat eine Weile gedauert, bis ich mich durch die politischen Entwicklungen gekämpft habe, obwohl das Buch, vereinfacht durch die kurze Rückblende, problemlos an den zweiten Band anschließt. Geholfen hat auch der kleine Einleger mit den Personen und deren Bezug. Man wundert sich eigentlich immer wieder, was die beiden Frauen letztendlich doch verbindet und warum die Freundschaft nicht längst zerbrochen ist. Aber das macht die Geschichte ja auch spannend und lässt auf den vierten Teil hoffen!
tolles Buch
von Rico - 26.08.2017
Ja, da ist er nun, der dritte Teil aus Elena Ferrantes Italien Epos. Die Geschichte der getrennten Wege ist die Fortsetzung von Kindheit und Jugend der Erzählerin. Inzwischen ist aus Elena eine erwachsene Frau geworden. Sie hat ein Buch veröffentlicht, dass aufgrund seines Wahrheitsbezuges nicht von allen Menschen gemocht wird, die ihr nahe stehen und irgendwie zweifelt die Protagonistin auch an sich selbst, was in ihrem nicht ganz untypischen Fall direkt in eine Ehe mündet, die ihr zudem die Selbstständigkeit raubt. Ihre Freundin Lila dagegen-in unglücklichen Beziehungen durchaus bewandert- verschwendet ihr Dasein in Wurstfabriken und sonstigen Zwistigkeiten, die immer noch mit ihrer Jugend zu tun haben. Die Bindungen unter den Vesuv sind stets spürbar. Diese Gegend aus der die beiden Protagonistinnen stammen hat wahrlich Wunden geschlagen. Hier kommen die Frauen her und irgendein Teil der Seele scheint sich auch immer noch dort zu befinden. Während Elena mit ihrer Unabhängigkeit ringt hat sich Lila in ihr verloren. Sie weiß immer alles besser und macht es für sich selbst immer schlimmer. Was halte ich von dem Buch? Ich muss gestehen selten ein Buch schneller gelesen zu haben, was sicherlich an der sehr flüssigen Schreibweise und meiner Neugierde auf das Geschehen geschuldet ist. Dabei hat es eine fast schmerzende Tiefe und Wahrhaftigkeit, die einen in den Bann schlagen kann. Die Beziehung der Geschlechter, diesen intellektuellen Hochmut von Männern, die sich wirklich niemals hinterfragen mussten und die Verletzlichkeit und Stärke von Frauen kommen sehr gut rüber. Die Charakterzeichnungen finde ich durchweg interessant erzählt. Immer wird da noch etwas offen gelegt, was tief unten in der Seele jahrelang geschlummert hat. Allerdings hätte ich mir bisweilen den geschichtlichen Hintergrund, das Buch spielt in den siebziger Jahren, des vorigen Jahrhunderts- etwas stärker ausgebaut gewünscht. Da geht ein bisschen Potential verloren. Alles in allem aber ein sehr gelungenes Buch. Ich freue misch schon darauf, den letzten Teil lesen zu dürfen.
Nicht so toll wie der erste Band
von CvE - 14.09.2017
Lange haben wir alle auf dieses Buch gewartet! Wie enttäuscht war ich, als der Erscheinungstermin von Mai auf August verlegt wurde. Mich hatten die ersten beiden Bände der Neapel-Saga so beeindruckt und begeistert, dass ich es kaum erwarten konnte, den dritten (und natürlich den vierten) Band zu lesen. Ich werde die Handlung der Geschichte jetzt nicht weiter aufbereiten, wir alle kennen Lila und Elena und wer sie nicht kennt, kann sich sicherlich in vielen anderen Rezensionen über sie informieren. Mir waren die beiden im ersten Band direkt ans Herz gewachsen, Lila mit ihrer Intelligenz und ihrer Kraft und ihrem Eigensinn, Elena mit ihrem Fleiß und ihrer Willensstärke. Auch im zweiten Teil gefielen mir die Figuren noch größtenteils, obwohl ich sie teilweise schon etwas anstrengend fand. Nun im dritten Band stehe ich ihnen mit zunehmend durchwachsenen Gefühlen gegenüber. Interessante Figuren sind sie, keine Frage. Doch oft kann ich ihnen nicht mehr folgen, kann ihre Handlungen und Gefühle nicht mehr richtig nachvollziehen. Lilas störrische Weigerung, ihre Intelligenz zu nutzen und stattdessen in einer Wurstfabrik sich kaputtzuarbeiten. Elenas permanente Verunsicherung trotz ihres Erfolges. Dass sie Pietro heiratet, obwohl sie ihn anscheinend nicht wirklich liebt. Dass sie es beide kaum noch schaffen, ihre alte Vertrautheit wiederherzustellen und stattdessen ständig Spielchen spielen. Doch dann gibt es auch wieder Phasen, in denen ich sie gut verstehen und auch leiden kann. Als Elena nach Neapel zurückkehrt und sich hingebungsvoll um Lila kümmert, obwohl sie jahrelang kaum Kontakt hatten. Elenas Besessenheit von Nino finde ich wiederum nervig, das ist doch ein totaler Idiot! Warum ist sie so verrückt nach ihm? Auch finde ich persönlich die Abschnitte, in denen es um die Politik, Versammlungen, Gewerkschaften, etc. geht immer etwas langatmig. Aber das liegt sicherlich daran, dass es einfach nicht so wirklich mein Interessengebiet ist. Ich bin aber dennoch immer wieder beeindruckt von dem Wissen und der Bildung, die die Autorin haben muss, um so zu schreiben! Alles in allem gefällt mir der dritte Band zwar nicht ganz so gut wie der erste, doch ich habe ihn trotzdem mit Interesse gelesen und streckenweise hat er mich auch genauso mitgerissen wie letztes Jahr der erste. Ich bin gespannt auf den vierten Teil und darauf wie sich da der Bogen zum Beginn des ersten Bandes schließen wird.
Die Geschichte der getrennten Wege
von Miss.mesmerized - 26.08.2017
Italien, 1970er Jahre. Elena Grecos Buch wird ein großer Erfolg in Italien, selbst im Rione hat man es gelesen und die Leute schwanken zwischen Bewunderung und Ablehnung ob der für ihr Empfinden expliziten Szenen. Nur Lila will der Freundin keine Anerkennung zollen. Sie ist jedoch auch zu sehr mit dem eigenen Überleben beschäftigt, nachdem sie sich von ihrem Mann getrennt hat und in einer Wurstfabrik schuftet. Die Strömungen der Zeit machen auch vor Neapel nicht Halt und die Gewerkschaften werden zunehmend stärker. Lila liefert ihnen Futter und bringt sich damit in höchste Gefahr. Auch Elena lässt sich von der Kampfeslust anstecken und schreibt erfolgreich über die Ausbeutung und schlechte Behandlung der Arbeiter, doch schon kurz nach ihrer Hochzeit mit Pietro ändert sich ihr Leben vollends: ungewollt schwanger wird sie mehr und mehr in das Leben einer Hausfrau und Mutter gedrängt, das an ihren Nerven zerrt und sie vom Schreiben abhält. Während ihrerseits Lila nun ihre Karriere als Programmiererin vorantreibt, geht Elenas Stern langsam unter. Der Rione versinkt im Chaos von Gewalt und Korruption, keine Familie kann sich dem Supf entziehen, nur Elena bleibt fernab der Heimat Zaungast. Und plötzlich tut sich die Chance zum Ausbruch aus dem inzwischen verhassten Leben auf. Elena Ferrantes Saga um die beiden Kindheitsfreundinnen geht mit Band drei weiter. Aus den beiden Mädchen sind erwachsene Frauen und Mütter geworden. Das Leben schenkt keiner von ihnen etwas. Beide haben unterschiedliche Kämpfe auszutragen und es scheint fast, als sei ihr Schicksal aneinandergeknüpft: geht es bei der einen bergauf, geht es mit der anderen bergab, bis das Rad der Zeit sich weiterdreht und die Verhältnisse wieder umkehrt. Immer noch besteht zwischen ihnen eine Art Hass-Liebe: sie unterstützen sich und sie bekämpfen sich. Keine kann sich von der anderen lösen, argwöhnisch beäugen sie sich gegenseitig und geradezu gehässig schlagen sie immer wieder zu und verletzten sich gegenseitig. Es ist vor allem die Faszination der Erzählerin für ihre Freundin, die einen gewissen Reiz ausmacht und man versteht, weshalb diese nun erwachsene Frau, die immer noch so bösartig und hinterhältig sein kann, wie man sie als Kind bereits erlebt hat, sie nicht loslässt. Auch andere Figuren spüren das Unbegreifliche an Lila, "das zugleich verführte und beunruhigte, die Kraft einer Sirene." (S. 169). Alle verfallen ihrem Charme eher oder später und bezahlen für die Zuneigung, die sie ihr entgegenbringen. Auch Pietro ist nicht gefeit davor, versucht sich jedoch durch seine distanzierte Analyse davor zu schützen, was auch ihm nur mäßig gelingt. In diesem Band fand ich neben der geradezu bizarren Freundschaft der beiden vor allem Elenas Loslösung von der Familie interessant. Sie heiratete in eine andere Welt, lebt fernab von Neapel und bekommt von den Alltagssorgen nichts mit. Sie eilt jedoch immer wieder nach Hause, wenn erforderlich, nur um dort auf Ablehnung zu stoßen: sie gehört nicht mehr dazu, sie versteht ihre eigene Familie nicht mehr und kann vor allem nicht nachvollziehen, wie sich die Strukturen wandeln. Hier greift die Autorin geschickt die politischen Entwicklungen und vor allem das Erstarken der Mafia auf, das immer nur am Rande thematisiert wird. So wie man vor Ort niemals darüber sprechen kann, wird dies auch im Buch nicht offen thematisiert. Elena erfährt immer nur am Telefon von den Morden und den möglichen Verdächtigen, nie ist sie präsent, die Taten bleiben an der Peripherie. Der Schreibstil Elena Ferrantes ist unverkennbar und knüpft nahtlos an den Vorgängerband an. Die Seiten fliegen einmal mehr nur so dahin und wie gewohnt bleibt auch am Ende ein großes Fragezeichen bezüglich der Zukunft der Figuren. Man darf auf den Abschluss der Reihe gespannt sein.
gute Unterhaltung
von Anonym - 11.09.2017
Eigentlich wollte ich aufgrund des Umfanges der vorherigen Bücher dieses Buch auslassen, aber da ich die 2 Vorgänger schon gelesen hatte war ich neugierig und musste wissen wie es weitergeht. Wie erwartet war auch hier der Umfang und die Masse des Buches erstmal erschreckend... Deswegen hatte ich auch ein paar Probleme in die Geschichte zu finden, da mich solche Wälzer immer ein wenig erschrecken und vom Lesen abhalten... Nach ein paar Kapiteln war ich dann aber wieder im Geschehen... Den Schreibstil muss man mögen... für mich ist er schon sehr speziell... aber er gefällt mir. Er ist verständlich und gut zu lesen ... Man sollte beachten, dass es sich hier um einen dritten Teil handelt und es wäre sinnvoll die Vorgänger zu kennen! Zu diesem dritten Teil muss ich auch sagen, dass mir die politischen Abschnitte ein wenig zu viel wurden... aber ansonsten gute Unterhaltung.
Mehr erwartet
von MrsAmy - 23.08.2017
Lila und Elena, die zwei Freundinnen aus dem Rione, sind zurück. Während Lila unter entwürdigenden Bedingungen in einer Wurstfabrik arbeitet, sich um ihren kleinen Sohn kümmert und mit Enzo ein bescheidenes Dasein führt, hat nun Elena das scheinbar große Los gezogen. Sie heiratet in die Gelehrtenfamilie der Airotas ein und zieht gemeinsam mit ihrem Mann Pietro, einem Professor an der Universität, nach Florenz. Ganze Welten trennen Lila und Elena, doch immer wieder suchen die beiden den Kontakt der jeweils anderen und während die Gesellschaft sich immer mehr im Wandel befindet, halten die beiden an ihrer Freundschaft über alle Differenzen hinweg fest. "Die Geschichte der getrennten Wege" ist der dritte Teil der neapolitanischen Sage von Elena Ferrante. Der Titel ist inhaltsgebend, wie bereits an dem obigen, kurzen Inhaltsabriss deutlich wird. Elena und Lila entfernen sich immer mehr voneinander und bald kommt zur räumlichen Distanz auch die soziale. Elena veröffentlicht ihren kleinen Roman, wird mit einem Schlag berühmt, verdient Geld und fiebert der anstehenden Hochzeit entgegen. Lila hat währenddessen alles verloren. Gemeinsam mit Enzo und ihrem Sohn lebt sie in einer heruntergekommenen Wohnung, schuftet den ganzen Tag in der Fabrik und abends lernt sie die Lektionen eines Fernstudiums. Doch mit der Zeit dreht sich das Verhältnis. Elena kommt nicht dazu, einen weiteren Roman zu schreiben. Sie wird schwanger und versinkt in der Bedeutungslosigkeit ihres neuen Daseins. Massiv gestört hat mich an dieser Entwicklung, dass in Ferrantes Saga anscheinend kein Mann etwas taugt und diese immer verantwortlich gemacht werden für das Scheitern sowie Irren und Wirren der Frau. Pietro unterdrückt Elena in ihrer Intelligenz, er vergräbt sich in seinem Fachbereich, lässt sie allein, redet wenig mit ihr und der Sex ist wenig fantasievoll, lässt Elena unbefriedigt zurück. Gewalt allerdings, wendet er - im Gegensatz zu den Männern aus dem Rione - nicht an. Allein Enzo scheint eine Ausnahme dieser schrecklichen Männergattung zu sein. Er liebt Lila aufrichtig und gemeinsam arbeiten sie sich aus ihrem Elend heraus, kehren schließlich in den Rione zurück und wieder wird, was Lila anfasst, zu Gold. Generell erfährt man nur wenig von Lila, auch wenn sie in Elenas Gedanken oft präsent ist. Zahlreich sind die Telefongespräche, extrem selten die Treffen. Lila wurde mir in diesem Buch extrem unsympathisch. Sie ist sicherlich ein etwas extremer Charakter, doch wie sie mit Elena umgeht und redet, hat nach meiner Ansicht fast nichts mehr mit Freundschaft zu tun und ist eher eine Form der Entwürdigung. Elena aber klammert an Lila, akzeptiert ihre Art und zieht aus dieser Freundschaft eine Energie, die mir völlig unerklärlich ist. Auch in diesem Band taucht wieder Nino auf. Ich war genervt. Nino, der sich scheinbar durch die ganze Universität vögelt und dabei ab und an Kinder hinterlässt. Elena ist noch immer schwer verliebt, noch immer bereit, für ihn alles stehen und liegen zu lassen. Auch das eine Entwürdigung von ihr, eine die sie sich allerdings selbst zufügt, da sie sich nicht aus der emotionalen Abhängigkeit von Nino befreien kann. Durchsetzt ist die Handlung immer wieder von den Unruhen und Turbulenzen der späten 60er und 70er Jahre. Dabei kann es sicherlich nicht schaden, sich das ein oder andere Hintergrundwissen zur Politik Italiens anzulesen, um die in Ferrantes Roman geschilderten Ereignisse besser einordnen zu können. Der Schreibstil natürlich wieder großartig, die Handlung aber lässt mich unzufrieden zurück. Ich kann nicht verhehlen, dass ich mehr erwartet hätte, vor allem in Bezug auf die Vorhersehbarkeit.
Getrennte Wege
von leseratte1310 - 03.09.2017
Lila und Elena sind in den siebziger Jahren erwachsene Frauen. Elena ist ihren Weg gegangen und hat das Leben im ärmlichen Rione hinter sich gelassen. Sie hat ihr Studium beendet und inzwischen ein Buch veröffentlicht. Sie heiratet in eine angesehene norditalienische Familie ein und wird Mutter. Nun hat sie das, wovon sie eigentlich immer geträumt hat, aber dennoch ist sie nicht zufrieden. Ihr Mann war ihr eigentlich fremd, als sie geheiratet haben und nun nehmen die häuslichen Verpflichtungen sie so in Anspruch, dass ihr keine Zeit und Kraft mehr zum Schreiben bleibt. Lila muss nach der Trennung von ihrem wohlhabenden Mann wieder zurück in ein hartes Leben. Die Arbeit in einer Fleischfabrik ist schwierig und greift die Gesundheit an. Doch sie will etwas verändern und engagiert sich in der Gewerkschaft. Sie hat sich auch selbst nicht aufgegeben und nutzt die Chancen, die sich ihr bieten. Die Freundschaft der beiden besteht weiter, obwohl sie so unterschiedlich sind. Aber es hat immer auch Auseinandersetzungen gegeben und nun gibt es auch noch Missgunst und Konkurrenzdenken. Das zeigt sich besonders, als Nino, der Schwarm von früher, wieder auftaucht. Beide Frauen haben ihn nie vergessen. Es ist einer außergewöhnliche Beziehung zwischen den beiden Frauen. Für mich gibt es mehr Trennendes als Verbindendes, dennoch haben sie ihre Freundschaft immer aufrecht erhalten. Sie haben sich geholfen und sie haben sich bekämpft. Aber ihre Herkunft hat Spuren in ihrem Leben hinterlassen, dass sie wohl zusammengehalten hat. Doch dann trennen ich ihre Wege. Die Geschichte ist wieder sehr angenehm zu lesen. Alle Charaktere sind sehr gut und authentisch dargestellt. Inzwischen kennt man sie sehr gut und will unbedingt wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Gut gefallen hat mir auch die Beschreibung der politischen Situation in Italien und das Kämpfen der Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen. Aber ich bin immer noch ziemlich zwiespältig mit dieser Buchserie. Die Geschichte verläuft etwas langatmig und dadurch hält sich die Spannung in Grenzen. Allerdings möchte man, sobald man eines der Bücher gelesen hat, unbedingt wissen, wie es weitergeht und warum Lila verschwand.
Unsichtbare Bande
von Arietta - 27.08.2017
Meine Meinung zum Inhalt: Das ersehnte Jahrhundert Epos, von Elena geht mit ihrem 3. Band endlich weiter. Wir tauchen ab in die 60 - und 70er Jahre der beiden Freundinnen Elena und Lila. Es ist viel geschehen im Laufe der Jahre, auch in Politischer Sache geht es turbulent zu. Elena hat sich mit viel Kraft und Elan hochgearbeitet, ist dem Rione und Neapel entflohen. Lebt mit ihrem Ehemann Professor Pietro Airota in Florenz, hat zwei bezaubernde Töchter und ist eine berühmte Schriftstellerin geworden. Ihre Bücher wurden ins Deutsche, Spanische und französische übersetzt, sie schreibt Zeitungsartikel über brisante Themen, es fing mit dem Artikel über die Fischfabrik von Bruno Soccavo an, wo sie die Missstände und unwürdige Arbeitsbedingten anprangerte. Ihre Freundin Lila, ist eine der betroffenen, sie ist kaputt und krank. Lila scheint keine Energie und Kraft mehr zu haben, ihr Lichtblick ist ihr kleiner Sohn und Enzo Scanno, bei dem sie lebt seit sie sich von ihrem Mann Stefano getrennt hat. Im Gegensatz zu Elena hat sie es nicht geschafft, dem Leben in Neapel zu entfliehen. Elena, verkehrt in höheren Kreisen, ihre Schwiegermutter Adele, hat einen langen Arm und viele Beziehungen, sie ist ein Beispiel und Vorbild für sie. Die Wege der beiden Freundinnen Triften immer weiter auseinander, ihre Wege scheinen sich zu trennen. Aber, wenn die Not am größten ist, scheinen sie für einander da zusein, auch wenn man das Gefühl hat, Lila hast Elena, verbindet sie doch immer wieder dieses unsichtbare Band der Freundschaft. Eine Überraschende Wendung tritt in Elenas Leben ein zu tut einen Schritt den ich ihr nie zugetraut hätte. Sie wird selbstbewusster, Nabelt sich ab und geht ihren eigenen Weg. Ihre Ehe und die Welt in der sie lebt scheint aus den Fugen zugeraten... Ich bin gespannt wie es im letzten und 4. Teil weitergeht. Zur Autorin: Auch der 3. Teil war wieder sehr turbulent, mit tiefen Einblicken in das Leben der Protagonisten. Man konnte sie von ihrer wahren Seite kennen lernen und hinter ihre Masken blicken. So mancher entpuppte sich ganz anders als man ihn sah. Ihr Schreibstil ist flüssig und mitreißend. Der Plot war sehr schlüssig aufgebaut und ließ alle Fäden am Ende zusammenlaufen, mit überraschenden Wendungen. Die Geschichte war durch gehend fesselnd, besser fand ich wie Band 2 . Ihre Figuren waren sehr real und glaubhaft dargestellt, auch die einzelnen Charaktere sind gut herausgearbeitet. Dem Politischen Zeitgeschehen, de Faschisten und Kommunisten, Italien im Umbruch hätte ruhig mehr Raum gegeben werden können. Sonst war die ganze Historische Authentizität sehr gut dargestellt, das Leben in Neapel und in Florenz war sehr Authentisch. Ein sehr lebendiger Roman, mit vielen überraschenden Wendungen, über eine Freundschaft zwei sehr unterschiedlicher Frauen, die eins gemeinsam haben, Pech mit ihren Männern...
Fesselnd
von marosch - 26.08.2017
Bevor die eigentliche Geschichte beginnt, erhält der Leser eine Übersicht über die handelnden Personen und die Geschehnisse der vorgehenden zwei Bände. Das erleichtert den Einstieg, insbesondere, wenn die Lektüre von Band 1 und 2 schon etwas zurück liegt. Jetzt erfährt der Leser auch den Grund, warum Elena Greco die gemeinsame Vergangenheit zu Papier bringt: seit fünf Jahren ist Lina spurlos verschwunden. Bei ihrer letzten Begegnung hatte Lina Elena gewarnt, über sie zu schreiben: Schreib, wenn Du unbedingt willst, ... Aber nicht über mich, ... Ich komme und durchforste deinen Computer, ich lese deine Dateien und lösche sie. Indem Elena ihre Geschichte aufschreibt, sieht sie die einzige Möglichkeit, dass Lina wieder auftaucht, und so beginnt sie fieberhaft zu schreiben. Dieses fieberhafte und atemlose spürt man der Geschichte jederzeit an. Auch der Leser will natürlich erfahren, ob es Elena gelingt, die verschwundene Lina wieder aufzuspüren. Und so wartet man ungeduldig und gespannt, während die Geschichte in die Vergangenheit springt und die so unterschiedlichen Lebenswege von Elena und Lina beschreibt. Gleichzeitig erfährt der Leser wieder viel über die politische und gesellschaftliche Situation in Italien zu der Zeit. Mich hat der 3. Band der Neapolitanischen Saga ebenso gefesselt wie die zwei vorhergehenden Bände und ich freue mich schon jetzt auf das Erscheinen von Band 4.
Fesselnd
von marosch - 26.08.2017
Bevor die eigentliche Geschichte beginnt, erhält der Leser eine Übersicht über die handelnden Personen und die Geschehnisse der vorgehenden zwei Bände. Das erleichtert den Einstieg, insbesondere, wenn die Lektüre von Band 1 und 2 schon etwas zurück liegt. Jetzt erfährt der Leser auch den Grund, warum Elena Greco die gemeinsame Vergangenheit zu Papier bringt: seit fünf Jahren ist Lina spurlos verschwunden. Bei ihrer letzten Begegnung hatte Lina Elena gewarnt, über sie zu schreiben: Schreib, wenn Du unbedingt willst, ... Aber nicht über mich, ... Ich komme und durchforste deinen Computer, ich lese deine Dateien und lösche sie. Indem Elena ihre Geschichte aufschreibt, sieht sie die einzige Möglichkeit, dass Lina wieder auftaucht, und so beginnt sie fieberhaft zu schreiben. Dieses fieberhafte und atemlose spürt man der Geschichte jederzeit an. Auch der Leser will natürlich erfahren, ob es Elena gelingt, die verschwundene Lina wieder aufzuspüren. Und so wartet man ungeduldig und gespannt, während die Geschichte in die Vergangenheit springt und die so unterschiedlichen Lebenswege von Elena und Lina beschreibt. Gleichzeitig erfährt der Leser wieder viel über die politische und gesellschaftliche Situation in Italien zu der Zeit. Mich hat der 3. Band der Neapolitanischen Saga ebenso gefesselt wie die zwei vorhergehenden Bände und ich freue mich schon jetzt auf das Erscheinen von Band 4.
Das Ferrante-Fieber ist wieder da!
von skaramel - 28.08.2017
Nach Meine geniale Freundin und Die Geschichte eines neuen Namens haben sich die Namen der Freundinnen Lila und Elena in unseren Köpfen fest verankert. Wir alle haben Band für Band, Seite um Seite der Geschichte einer Freundschaft gelauscht und uns von Elena Ferrante durch Neapel der 50er und 60er Jahre führen lassen. Wir haben die Schul- und Jugendjahre miterlebt und die ersten Rückschläge mitgefühlt und jetzt geht es endlich weiter. Die Die Geschichte der getrennten Wege beginnt mit einer Erinnerung mit der Ferrante uns alle wieder in den Sog holt und schnell anknüpfen lässt. Schon zwischen den ersten beiden Werken konnte das Gefühl, dass Elena Ferrante keinerlei Probleme hatte, den Leser wieder in die Geschichte zu integrieren, dominieren. Das Gleiche gilt für Die Geschichte der getrennten Wege . Selten wurde die Naht zwischen verschiedenen Bänden so gut geknüpft, dass ein Einstieg unkompliziert und schnell möglich war. Keine paar Sätze und wir sind schon wieder mitten drin. Wir verfolgen Elenas Wege durch das Erwachsensein. Ein abgeschlossenes Studium, ein veröffentlichtes Buch, scheinbares Glück in der Liebe, zwei Kinder. Lila sitzt zeitgleich in Neapel, das Glück keineswegs auf ihrer Seite. Gefangen zwischen Lernen, harter Arbeiten und der Suche nach dem Glück. Doch während die eine sich nach oben arbeitet, scheint die andere, die schon oben ist, mehr und mehr Zweifel an ihrer Situation zu haben und dabei gerät die Freundschaft der beiden wahrlich ins Taumeln. Trotz viel Politik und teilweise langen Passagen über die Verstrickungen in Neapel, überrascht es keineswegs, dass auch der dritte Teil der neapolitanischen Saga vollkommen überzeugen konnte. Über das Können Ferrantes muss nicht mehr viel gesagt werden. Wer die beiden anderen Romane gelesen hat, der weiß: Die Frau kann schreiben und das auf einem wahrlich hochwertigem literarischen Niveau. Die Seiten fliegen einfach nur so vorbei, während man vollkommen mitfühlt. Jede Gefühlsregung, jedes Wort wird durch Ferrante gewaltig, beladen und bedeutend. Das Buch ist wahnsinnig gut geschrieben verliert aber zeitgleich nicht eine Sekunde die Balance zwischen spannend, interessant und niveauvoll. Trotzdem ist eine Bewertung keineswegs einfach zu begründen. Aus dem Zusammenhang ist Die Geschichte der getrennten Wege ein verdammt gutes Buch, doch ohne die anderen Romane und die, die noch kommen werden, ist es keineswegs so imposant. Reihen kennen wir zu genüge von Thrillern und Jugendbüchern. Doch über mehrere Bücher hinweg, literarisch so angesprochen zu werden, ist selten. Eine Begründung nur für dieses Buch ist daher schwer, wenn sie auch gleich so oder so fünf Sterne lauten wird. Doch nach Beendigung des Werks musste das Gelesene, Erlebte etwas sacken. Denn eigentlich war das Buch schon in der Nacht nach Erhalt des Buches durchgelesen, doch noch nicht verarbeitet. Eine kleine Beklemmung und ein betrübtes Gefühl schlich sich ein, das erst nach ein paar Tagen sich zu dem formte, was es ist: Sehnsucht. Die Geschichte der getrennten Wege war atemberaubend und deswegen ist die Sehnsucht jetzt schon groß. Man will dieses Besondere gar nicht so schnell abgeschlossen haben. Wieder ein Stückchen mehr Geschichte, in so kurzer Zeit und damit beginnt wieder der ungemütliche Teil: Warten auf den nächsten Band.
Ein tolles Buch
von mistellor - 05.09.2017
Den Lebensweg zweier Frauen zu verfolgen, und das in vier Bänden, das ist schon eine gewaltige Aufgabe. Elena Ferrante ist das bis zu diesem Band, es ist der dritte Band der Tetralogie, wunderbar gelungen. In diesem Band liegt der Hauptschwerpunkt auf der unterschiedlichen Entwicklung der beiden Frauen, Lenù und Lila. Und dem Umgang mit den daraus entstehenden Gefühlen. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die politische Entwicklung Italiens in den 70er bis 90er Jahren, die Zeit der Umwälzungen, der Studentenunruhen und des Aufblühen des Kommunismus. Sorgsam beschreibt Ferrante die Hoffnungen, den Glauben und die festen Überzeugungen einer ganzen Generation. Den Glauben daran, etwas verändern zu können, die Hoffnung eine bessere, gerechtere Welt erschaffen zu können, den unbedingten Willen, alles dafür zu tun, zu opfern und wenn nötig Leib und Leben zu riskieren. Ich glaube, das war die letzte Generation, die wirklich überzeugt davon war, etwas in dieser Welt verändern zu können und zwar nicht nur in Italien sondern in der ganzen Welt. Wie zynisch, ungläubig und unflexibel sind doch die nachfolgenden Generationen geworden. Zurück zu den zwei beeindruckenden Frauengestalten. Aus einem schüchternen Mädchen wird einerseits durch die Heirat und andererseits durch ihren schriftstellerischen Erfolg eine selbstsichere junge Frau. Aus einer selbstbewussten, lebenslustigen Frau wird eine unzufriedene, unglückliche, schwer arbeitende Frau, die zur Liebe kaum noch fähig ist. Selbst ihr kleiner Sohn kann ihre Liebe nicht im nötigen Umfang bekommen. Beide Frauen haben immer noch unregelmäßig Kontakt miteinander, dabei werden die gesellschaftlichen Unterschiede immer deutlicher. Ein Beispiel findet man auf Seite 236 .Lila sagt zu Lenù: Du siehst aus, als wärst du einem dieser Gemälde entsprungen, du bist die feine Dame, und ich bin das Dienstmädchen. Elena Ferrante schreibt ihre Geschichten aus feministischer Sicht. Lenù, die Ich-Erzählerin, seziert die Situation der Frauen, unabhängig davon, welcher Generation sie angehören. Aber sie handelt nicht. Alle Entscheidungen, die sie trifft, und die die Außenwirkung einer feministischen Entscheidung zeigen, sind in Wirklichkeit persönliche spontane, meist unüberlegte Entscheidungen. Lila dagegen ist sich der persönlichen Entwicklung bewusst, geht weiter laut und unbeeindruckt ihren Weg, lebt ihre Enttäuschungen fast immer ungefiltert aus, aber sie bleibt sich treu. Und wieder ist es ein Mann, der die beiden Freundinnen vermutlich auseinander bringen wird. Wie in den beiden vorherigen Romanen habe ich die genaue Sprache der Autorin sehr genossen. War begeistert von ihren Wortbildern, habe die fast cineastische Umsetzung ihrer Wortbilder geliebt. Ich freue mich sehr auf den vierten Band.
Sehr gut geschrieben, aber von der Handlung mehr erwartet
von MrsAmy - 28.08.2017
Lila und Elena, die zwei Freundinnen aus dem Rione, sind zurück. Während Lila unter entwürdigenden Bedingungen in einer Wurstfabrik arbeitet, sich um ihren kleinen Sohn kümmert und mit Enzo ein bescheidenes Dasein führt, hat nun Elena das scheinbar große Los gezogen. Sie heiratet in die Gelehrtenfamilie der Airotas ein und zieht gemeinsam mit ihrem Mann Pietro, einem Professor an der Universität, nach Florenz. Ganze Welten trennen Lila und Elena, doch immer wieder suchen die beiden den Kontakt der jeweils anderen und während die Gesellschaft sich immer mehr im Wandel befindet, halten die beiden an ihrer Freundschaft über alle Differenzen hinweg fest. "Die Geschichte der getrennten Wege" ist der dritte Teil der neapolitanischen Sage von Elena Ferrante. Der Titel ist inhaltsgebend, wie bereits an dem obigen, kurzen Inhaltsabriss deutlich wird. Elena und Lila entfernen sich immer mehr voneinander und bald kommt zur räumlichen Distanz auch die soziale. Elena veröffentlicht ihren kleinen Roman, wird mit einem Schlag berühmt, verdient Geld und fiebert der anstehenden Hochzeit entgegen. Lila hat währenddessen alles verloren. Gemeinsam mit Enzo und ihrem Sohn lebt sie in einer heruntergekommenen Wohnung, schuftet den ganzen Tag in der Fabrik und abends lernt sie die Lektionen eines Fernstudiums. Doch mit der Zeit dreht sich das Verhältnis. Elena kommt nicht dazu, einen weiteren Roman zu schreiben. Sie wird schwanger und versinkt in der Bedeutungslosigkeit ihres neuen Daseins. Massiv gestört hat mich an dieser Entwicklung, dass in Ferrantes Saga anscheinend kein Mann etwas taugt und diese immer verantwortlich gemacht werden für das Scheitern sowie Irren und Wirren der Frau. Pietro unterdrückt Elena in ihrer Intelligenz, er vergräbt sich in seinem Fachbereich, lässt sie allein, redet wenig mit ihr und der Sex ist wenig fantasievoll, lässt Elena unbefriedigt zurück. Gewalt allerdings, wendet er - im Gegensatz zu den Männern aus dem Rione - nicht an. Allein Enzo scheint eine Ausnahme dieser schrecklichen Männergattung zu sein. Er liebt Lila aufrichtig und gemeinsam arbeiten sie sich aus ihrem Elend heraus, kehren schließlich in den Rione zurück und wieder wird, was Lila anfasst, zu Gold. Generell erfährt man nur wenig von Lila, auch wenn sie in Elenas Gedanken oft präsent ist. Zahlreich sind die Telefongespräche, extrem selten die Treffen. Lila wurde mir in diesem Buch extrem unsympathisch. Sie ist sicherlich ein etwas extremer Charakter, doch wie sie mit Elena umgeht und redet, hat nach meiner Ansicht fast nichts mehr mit Freundschaft zu tun und ist eher eine Form der Entwürdigung. Elena aber klammert an Lila, akzeptiert ihre Art und zieht aus dieser Freundschaft eine Energie, die mir völlig unerklärlich ist. Auch in diesem Band taucht wieder Nino auf. Ich war genervt. Nino, der sich scheinbar durch die ganze Universität vögelt und dabei ab und an Kinder hinterlässt. Elena ist noch immer schwer verliebt, noch immer bereit, für ihn alles stehen und liegen zu lassen. Auch das eine Entwürdigung von ihr, eine die sie sich allerdings selbst zufügt, da sie sich nicht aus der emotionalen Abhängigkeit von Nino befreien kann. Durchsetzt ist die Handlung immer wieder von den Unruhen und Turbulenzen der späten 60er und 70er Jahre. Dabei kann es sicherlich nicht schaden, sich das ein oder andere Hintergrundwissen zur Politik Italiens anzulesen, um die in Ferrantes Roman geschilderten Ereignisse besser einordnen zu können. Der Schreibstil natürlich wieder großartig, die Handlung aber lässt mich unzufrieden zurück. Ich kann nicht verhehlen, dass ich mehr erwartet hätte, vor allem in Bezug auf die Vorhersehbarkeit.
Die Geschichte einer langen besonderen Freundschaft!
von bärin - 29.08.2017
Der dritte Teil der großen neapolitanischen Saga um Elena und Lila spielt in den wilden 70er Jahren. Die beiden Freundinnen sind erwachsen. Lila hat sich nach ihrer allzu frühen Heirat von ihrem reichen Mann getrennt und wohnt nun mit Enzo und ihrem Sohn Gennaro zusammen in der Nähe von Neapel. Sie arbeitet unter schwierigen Bedingungen in der Fleischfabrik von Bruno und ruiniert sich damit ihre Gesundheit. Sie engagiert sich in der Gewerkschaft für bessere Lebensumstände und reibt sich bis zur totalen Erschöpfung auf. Elenas weiteres Leben ist dagegen weitaus besser verlaufen. Nach ihrem Studium und der Veröffentlichung ihres Buches hat sie eine gewisse Berühmtheit erlangt. Sie heiratet den Sohn einer angesehenen Familie, der Professor an der Universität ist. Sie lebt in Florenz und bekommt zwei Töchter, die ihre ganze Aufmerksamkeit brauchen. Dennoch ist sie mit ihrem Leben nicht zufrieden. Sie erkennt, dass sie ihren Mann vor der Hochzeit so gut wie nicht gekannt hat. Die Familie kostet sie viel Zeit und ihre ganze Kraft und sie kommt nicht mehr zum Schreiben. Da taucht plötzlich Nino Sarratore, der Schwarm ihrer Jugendtage und Lilas früherer Geliebter, in Florenz auf. Sie konnte ihn nie ganz vergessen, wahrscheinlich ebensowenig wie Lila. Nino hat auch eine Familie und wohnt wieder in Neapel, kommt aber häufig nach Florenz und freundet sich mit Elenas Mann Pietro an. Er bringt Elena dazu, endlich wieder zu schreiben. Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf ... Die beiden Freundinnen haben nur noch wenig gemeinsam und oft verschiedene Meinungen. Sie streiten sich, aber Elena steht Lila bei, als es ihr so schlecht geht und schleppt sie zu verschiedenen Ärzten. Auch kümmert sie sich eine Zeitlang um Gennaro, als Lila sie darum bittet. Ihre Freundschaft bleibt trotz der Entfernung und der unterschiedlichen Lebensumstände weiter bestehen. Was mir manchmal etwas zu viel wurde, waren die vielen politischen Diskussionen und Versammlungen. Sicher spielt die politische Lage in Italien in dieser Zeit eine große Rolle, auch der Kampf der Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen, aber das nahm oftmals zu viel Raum ein. Ansonsten hat mir auch der dritte Teil wieder sehr gut gefallen. Die Protagonisten und ihre Umgebung in dieser schwierigen Zeit, die von Unruhen geprägt war, werden sehr gut beschrieben. Nun freue ich mich auf den vierten und letzten Teil, der im Februar 2018 erscheinen soll und in dem das Rätsel um das Verschwinden von Lila aufgeklärt wird.
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