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Die Geschichte eines neuen Namens

Band 2 der Neapolitanischen Saga (Jugendjahre). Originalt…
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Produktdetails

Titel: Die Geschichte eines neuen Namens
Autor/en: Elena Ferrante

ISBN: 3518425749
EAN: 9783518425749
Band 2 der Neapolitanischen Saga (Jugendjahre).
Originaltitel: Storia del nuovo cognome.
Übersetzt von Karin Krieger
Suhrkamp Verlag AG

Januar 2017 - gebunden - 623 Seiten

Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht - er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen. Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt. Trotz all dieser Widrigkeiten beharren Lila und Elena immer weiter darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen, auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran die beiden jungen Frauen sich festhalten, ist ihre Freundschaft. Aber können sie einander wirklich vertrauen? Elena Ferrante hat einen Weltbestseller geschrieben. Ein Gipfelwerk der zeitgenössischen Literatur. Und einen Roman, den man erschüttert und begeistert liest!
Elena Ferrante hat sich mit dem Erscheinen ihres Debütromans im Jahr 1992 für die Anonymität entschieden. Ihre vierbändige Neapolitanische Saga - bestehend aus Meine geniale Freundin, Die Geschichte eines neuen Namens, Die Geschichte der getrennten Wege und Die Geschichte des verlorenen Kindes - ist ein weltweiter Bestseller. Ab 2018 erscheinen im Suhrkamp Verlag auch Ferrantes jüngster Band Frantumaglia sowie ihre früheren Romane Lästige Liebe, Tage des Verlassenwerdens und Frau im Dunkeln in neuer Übersetzung.


"Ein grandioses Zeitpanorama!" Franz Haas, Neue Zürcher Zeitung Online 01.04.2016

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Bewertungen unserer Kunden
Soghaft, beeindruckend, fesselnd - "im Kampf gegen den Rest der Welt"
von StefanieFreigericht - 11.01.2017
( S. 360) befinden sich Elena "Lenù" und Raffaella "Lila" auch im zweiten Band der vierbändigen Saga nach "Meine geniale Freundin". Dder Hype des "[*]FerranteFever" trägt. Ich habe den ersten Band gerne gelesen, erst mit diesem zweiten jedoch bin ich dem Fieber erlegen, aus verschiedenen Gründen. Ich hatte den ersten Band noch mit dem zur gleichen Zeit angelegten deutschen "Das verborgene Wort" von Ulla Hahn verglichen, da es beiden um Mädchen aus der Arbeiterklasse geht, die mit ihrem Interesse für Bildung sowohl unter den Beschränkungen gegenüber ihrer Herkunft als auch gegenüber ihrem Geschlecht zu kämpfen haben: wo Bildung kostspielig ist, wo Bücher, Brillen, Schulgeld, selbst ein einziger Koffer für den Umzug an die Universität weit über den üblichen Ausgaben liegen, wo Umgangsformen schlicht andere sind, blieb sie vielen verwehrt. Was ist neu? Vieles. Elena Ferrante gelingt es darzustellen, inwieweit selbst Geld, Ehrgeiz und Intelligenz allein nicht einen sozialen Aufstieg ermöglichen können. Es lässt tief blicken, als Elena einen Vortrag besucht - so ungewohnt für sie ist das, dass ihr die Situation wie eine Unterrichtsstunde für Erwachsene erscheint. Auch zum Wettkampf zwischen Elena und Lila, der mir im ersten Band meist seltsam erschien, gibt es hier auch die andere Seite der Medaille zu sehen - während "Meine geniale Freundin" nur mit den seltsamen Minderwertigkeitskomplexen von Lenù aufwartete, kann man im zweiten Band auch die Sicht von Lila erfahren, darf begreifen, wo ihre Motivation liegt, so Lila zu ihren Aktivitäten: "Vor allem war es eine Möglichkeit..., dir zu beweisen, dass ich etwas gut konnte, auch wenn ich nicht mehr zur Schule ging." S. 186 Die Darstellung der Freundinnen wirkt ausgewogener. War mir zuletzt Elena mit ihrem Neid fast unsympathisch, überwiegt jetzt die Wirkung, dass sie von der Autorin nur völlig distanzlos geschildert wird, ohne das Bedürfnis, gefallen zu wollen, sondern als realistische Person. "Die Geschichte eines neuen Namens" beschreibt zudem ernüchternd das für die Zeit gängige Rollenverständnis eindringlich: "Wir waren mit der Vorstellung aufgewachsen, dass kein Fremder uns anrühren durfte, dass aber unser Vater, unser Verlobter, unser Ehemann uns ohrfeigen durfte, wann immer er wollte, aus Liebe, um uns zu erziehen und uns zu bessern." S. 64 Prügel, Vergewaltigung, die Unterwerfung unter den Willen des Ehemannes erscheinen als völlig normal - wer sich "anständig" benimmt, habe ja nichts zu befürchten. Die Mädchen, besonders Elena, sind ganz eindeutig Kinder ihrer Zeit, so dass sogar Elena genau diese Art von Ehe bei ihrer Freundin Lila beneidet: "Sie [Lila] wollte mich tatsächlich auf die Rolle von einer, die ständig über Büchern hockt, festlegen, während sie dagegen Geld hatte, schöne Kleider, eine Wohnung, einen Fernseher, ein Auto, sich alles nahm, sich alles leistete". S. 119 Elena begreift den Unterschied zwischen ihr und Lila: "Ich blieb zurück, wartend. Sie dagegen nahm sich die Dinge, wollte sie wirklich haben¿" S. 379 - erst gegen Ende des Buches wird hier für beide junge Frauen eine Entwicklung deutlich. Gespannt warte ich auf den nächsten Band der Saga, vor allem dank der von Ferrrante ausgelegten Spuren zu zukünftigen Entwicklungen, Lila wolle das "auslöschen", was ihr an ihr nicht gefällt, an dem Ich, in das andere sie hinein nötigten. Und, ernsthaft - was kann ein Leser mehr wollen als Neuigkeiten über eine Figur wie Lila, von der geschrieben wird, sie "¿versenkte sich bis tief in die Nacht in Romane, Zeitschriften und Zeitungen. Diese Sucht hatte sie erneut gepackt, als interessiere das wahre Leben sie nicht mehr." S. 450
Die Neapolitanische Saga geht weiter!
von Inge Weis - 29.01.2017
Unbedingt weiterlesen! Elena Ferrante knüpft an das Vorgängerbuch an und die Neapel-Saga um zwei Frauen geht weiter. Sie ließ Meine geniale Freundin mit offenem Ausgang, an einem dramatischen Wendepunkt enden. Dort fährt die italienische Schriftstellerin Elena Ferrante im zweiten Band ihrer Neapel-Tetralogie fort. Für mich ist es das beste Porträt einer Frauenfreundschaft. Die beiden haben es mir angetan, da Ferrante es vermag, diese starken und außergewöhnlichen Frauen in all ihren Facetten zu beschreiben, ohne dabei in die Klischeefalle zu tappen. In Die Geschichte eines neuen Namens werden Lila und Lenù älter, während sie die gegenseitige Rivalität, die ständige Sorge um Geld und die Machenschaften der Camorra-Mafia mal zueinander, mal auseinander treiben. Geschrieben aus Sicht der schüchternen aber klugen Elena Greco, genannt Lenù, schildert Ferrante auf mehr als 600 Seiten die Jugendjahre der zwei so unterschiedlichen Freundinnen aus einem ärmlichen Stadtteil in Neapel, die sich aller Zerwürfnisse zum Trotz über sechs Jahrzehnte lang nicht komplett aus den Augen verlieren sollen. Doch der Roman erzählt nicht die Geschichte einer harmonischen Freundschaft. Viel mehr geht es um die Gleichzeitigkeit von Zuneigung und Häme, Aufrichtigkeit und Lüge, Gönnen und Neid. Abgründe tun sich in Ferrantes Welt überall in den Straßen des Rione auf - begonnen am Ladentisch, zwischen Nachbarn, den besten Freundinnen und innerhalb Familien und Ehen. Der titelgebende neue Name birgt für Elena Ferrantes Romanheldin Lila Ungemach. Über Lila bricht das Unglück herein, als sie den Wurstwarenhändler Stefano Carraci heiratet. Gerade als sie ihren Namen Cerullo abgibt und - den im Titel besagten - neuen zu tragen beginnt, macht sie die bittere Beobachtung, dass ihr Mann gemeinsame Sache mit dem Camorra-Clan Solara macht. Und auch sonst sind Ehe, ihr neuer Reichtum, die Wohnung nicht das, was Lila und Lenù sich als spielende Mädchen im ersten Band der Saga ausmalten. Lila wird von Stefano misshandelt, wehrt sich vehement gegen eine Schwangerschaft, versucht, der Herrschaft und Brutalität des Mannes zu entkommen. Währendessen mausert sich Lenù zur Musterschülerin, sie liest und büffelt, verschafft sich durch Anerkennung der Lehrer Selbstvertrauen und kann zeitweise die Konkurrenz zu Lila, die längst nicht mehr die Schulbank drückt, vergessen. Doch das zwiespältige Verhältnis zu ihrer Freundin wirft sie immer wieder aus der Bahn. Die Gefühle für die Männer machen es nicht einfacher. Da ist Antonio, der ihr Freund wird, den sie aber nicht liebt, und der Interlektuelle Nino Sarratore, den sie anhimmelt, der aber unerreichbar zu sein scheint. Doch das Erleben von Elena Greco ist untrennbar mit Lilas verbunden. Ferrante räumt dem Leben der Ich-Erzählerin fernab der Freundschaft wenig Platz in dem Buch ein. Es sind einige wenige Kapitel, in denen es ausschließlich um Lenùs Schulzeit und ihr Studium in Pisa geht. Egal, ob es Momente sind, die die beiden Freundinnen teilen oder solche, die sie getrennt voneinander erleben. Lenù weiß sie alle zu schildern. Sie liest geheime Aufzeichnungen von Lila, erfährt Geschehenes von Bekannten. So gelingt es Ferrante, die erdrückenden Gefühle der Ich-Erzählerin trotz der Distanz zum Grund dafür, Lila, zu schildern. Der Roman ist leicht geschrieben und erzählt mit einem Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Herausragende Schilderungen des Lebens in einem prekären Viertel Neapels, und eine schonungslos ehrliche Analyse dieser Mädchenfreundschaft, eine schöne Sprache, ein schier unerschöpfliches Repertoire an vielschichtigen, außergewöhnlichen Charakteren, eine besondere Atmosphäre und nicht zuletzt natürlich eine gute Story. Ein faszinierendes Portrait einer lange dauernden Freundschaft. Ein Gipfelwerk der zeitgenössischen Literatur. Und einen Roman, den man erschüttert und begeistert liest! Ein Lesegenuss!
Interessante Fortsetzung
von Anonym - 30.01.2017
Im zweiten Teil der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante geht die Geschichte von Lila und Elena weiter. Nachdem mir der erste Teil dieser Tetralogie gut gefallen, wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Nachdem der erste Band so spektakulär endete, hatte ich große Erwartungen an den zweiten Teil. Ich hatte im ersten Band große Probleme mit den vielen Namen und war deshalb froh, dass auch in diesem Buch ein Namensregister zu finden ist. In ¿meine geniale Freundin¿ sind Elena und Lila noch Kinder, daher war die Geschichte aus ihrer Perspektive fantasievoll aber manchmal auch anstrengend. Als Leserin konnte ich mich nicht immer mit den Figuren identifizieren, was bei diesem Buch anders war. Ich finde das Alter, in dem sich die Freundinnen nun befinden, interessanter und ihre Probleme werden sehr anschaulich beschrieben. Ferrantes Schreibstil ist nichts Besonderes, dennoch bleibt die ein oder andere Formulierung im Gedächtnis. Die Beschreibungen der inneren Zerissenheit Elenas und Lilas Kampf um Gleichberechtigung haben mich sehr beeindruckt. Ich finde den Schauplatz Neapel zudem noch immer sehr interessant und war immer wieder schockiert darüber, wie wenig Möglichkeiten der Selbstbestimmung diesen Frauen bleibt, in deren Alltag Gewalt durch Männer selbstverständlich ist. Dennoch sind sowohl Lila als Elena starke Charaktere, die dem Leser die Hoffnung geben, sich doch noch im Leben durchzusetzen.
Gefühlvoll, ruhig, melancholisch
von marpije - 03.01.2017
Die erste Teil von die neapolitanischen Saga hat mir gefallen, aber die zweite ist noch besser, Elena Ferrante sammelt hier die ganze Aufmerksamkeit auf die zwei Freundinnen , Lila und Elena. Die Gefühle und die Entwicklung von die beiden steht hier im Mittelpunkt , die Freunde und Verwandter in diesen teil bleiben im Hintergrund. Lila hat geheiratet , Elena lernt weiter und wie im ersten Teil habe ich das ganze Zeit das Gefühl, dass Elena verdankte fast alles was sie war Lila, dann hier die Rolle haben sich umgedreht - dank Elena kehrt Lila zu den Büchern zurück und dank Elena sie begeht ein Ehebruch. Lila ist weiter die dominante Person, welche nimmt kein Rücksicht auf die anderen Menschen, sie ist egoistisch und egozentrisch, sie kann sich nicht in die Situation anpassen, sie muss immer haben was sie will, trotz dass ihre Taten die andere verletzten. Lila tut mir Leid, sie ist unglücklich verheiratet, ihre Mann prügelt und vergewaltigt sie , aber ich habe auch das Gefühl , sie ist selber Schuld, sie provoziert immer und immer hat andere Meinung, sie ist ein Opfer von damaligen Zeiten, wo die frühere Heirat war eine Probe den Armut zu entkommen. Die bittere Zitat - Von klein auf hatten wir gesehen , wie unsere Väter unsere Mutter schlugen. Wir waren mit der Vorstellung aufgewachsen, dass ein Fremder uns keinesfalls anrühren durfte, dass aber unsere Vater, unsere Verlobte, unsere Ehemann uns ohrfeigen durfte, wann immer er wollte, aus Liebe, um uns zu erziehen und uns zu bessern - sagt alles, die Frauen damals hätten nichts zu sagen und mit das war Lila nicht einverstanden, sie war schon über ihre Zeiten gewachsen . Ich mag sie, aber Elena ist mir viel näher mit ihre Bescheidenheit und ihre Stille. Der Schreibstil ist flüssig, ruhig , melancholisch, aber auch angenehm zu lesen , die Autorin schreibt sehr plastisch, die Stimmung ist ganze Zeit sehr drückend, trotz die kleinen fröhlichen Momenten in Elenas leben, die Wildheit von Lila nimmt immer der Oberhand und dunkelt die Atmosphäre. Die Geschichte zeigt, dass der Freundschaft ist keine einfache Sache, dass die Freundschaft manchmal mit Hass verbunden ist.
Ferrante zweiter Teil
von simi159 - 24.01.2017
Das ist der zweite Teil der italienischen Familiensaga um die beiden Frauen, Lila und Elena. Beide sind bisher in einem armen Viertel aufgewachsen. Während Elena dem vorgezeichneten Weg durch Bildung, sie besucht das Gymnasium und studiert, zu entfliehen will. Hat ihre Freundin Lila, diese flucht schon durch Heirat geschafft. Dass sie durch ihre Eheschließung ihre eigenen Ideale verraten und verkauft hat, merkte sie bereits an ihrem Hochzeitstag. Das war auch der Cliffhanger mit dem der erste Band, von Elena Ferrante, endetet und genau an dieser Stelle steigt man in den zweiten Teil ein. Beide Frauen sind 16 Jahre alt und während Lila nur mit dem Finger zu schnippen, oder ein kurzes Telefonat zu führen braucht, um ihre materiellen Wünsche erfüllt zu bekommen. Muss ihre Freundin hart für die Schule/Universität arbeiten, und kommt doch gefüllt nicht voran. Bildung ebenso wie Frauen in den 60er Jahren nicht viel Wert. Und vor allem Lila bekommt von ihrem Mann, durch körperliche Gewalt gezeigt, wer das Sagen hat. Auch der gewünschte/geforderte Nachwuchs stellt sich bei ihr nicht ein¿. Fazit: Fand ich den ersten Teil noch unterhaltsam, mit kleinen Längen im Mittelteil, so war dieser zweite Teil für mich langatmig und langweilig. Denn so leicht mir der Einstieg in die Geschichte fiel, in die Welt von Elena und Lila, so langsam schreitet die Geschichte voran. Immer wieder gibt es Einschübe, Ausschweifungen, wird dies und das erklärt, beschrieben. Es dauert und dauert, bis die Geschichte voran geht, ohne dass wirklich etwas passiert. Da hätte man locker 100-150 Seiten streichen können. Die Charaktere eine gut beschrieben, wenn auch für mich etwas klischeehaft. Überraschte Lila im ersten Teil noch durch ihre Intelligenz, ihre Energie sich in die Schuhmacherei ihres Vaters einzubringen. Ist sie hier nur die eingeschüchterte Ehefrau, die sich in ihr Schicksal fügt. Auch Elena ist mir zu typisch 60er Jahre, eine junge Frau, die sich ihrem vorgezeichneten Weg, durch Bildung entfliehen möchte. Und doch so langsam begreift, dass dies wahrscheinlich nicht klappen wird. Beim Lesen hatte ich die meiste Zeit das Gefühl in einer Dauerwiederholung festzuhängen, da die Geschichte sich nicht wirklich entwickelt und das Erzählte gefühlt immer und immer wieder, wiederholt. Schade¿ich kann diesen Hype um die Buchreihe und die, mittlerweile nicht mehr unbekannte Autorin Elena Ferrante, nicht nachvollziehen. Von mit gibt es 2,5 aufgerundet 3 STERNE.
Gelungener zweiter Teil
von Bücherschmaus - 13.01.2017
Im Sommer letzten Jahres brach es aus, oder wurde vielmehr allerorten beschworen - das Ferrante-Fieber! Ich stand diesem Phänomen etwas ratlos gegenüber. Das Buch konnte durchaus unterhalten, zeichnete zumindest ansatzweise interessante Figuren und eine gut entwickelte Geschichte. Zudem wurde die Spannung gehalten und mit einem ungeheuren Cliffhanger geendet. Trotzdem konnte von einem Fieber bei mir keine Rede sein. Nun also, "Die Geschichte eines neuen Namens". Zunächst gleicht sie der genialen Freundin sehr. Wer den ersten Band gelesen hat (und das sollte man unbedingt vorher tun), erinnert sich, dass dieser abrupt an Lilas Hochzeitstag endete, und zwar mit einem Eklat. Lila entdeckte, dass ihr Mann heimlich gemeinsame Sache mit den ihr zutiefst verhassten Camorra-Brüdern Solara machte. Der Anfang der Ehe, in die sich Lila mit 16 Jahren stürzte, um aus den äußerst bedrückenden Verhältnissen ihres Elternhauses in einem der heruntergekommenen Viertel ("rione") Neapels zu fliehen, barg zugleich ihr Scheitern. Zwar kann der erfolgreiche Lebensmittelhändler Stefano ihr nun ein Leben in relativem Wohlstand bieten, aber ein wirkliches Entkommen aus den Verhältnissen, wie ihn sich die beiden Mädchen erträumten, bietet sich Lila dadurch nicht. Stefano zeigt als Ehemann das vertraute Verhaltensmuster aller Männer aus dem "rione": Despotie, Machismo, Verachtung und Missbrauch der Frauen, Gewalt. Nicht nur Lila, sondern auch fast alle ihre Freundinnen geraten in viel zu frühen Jahren in eine solche Ehehölle. In dieser Geschichte wird so ziemlich alles demontiert, Liebe, Ehe, Familie, Freundschaft. Auf alle diese (glücksverheißenden) Institutionen wird mit einem äußerst scharfen Blick geschaut. Noch deutlich mehr als im ersten Buch geht es hier auch um die Stellung der Frau, ihre Missachtung in der Gesellschaft, ihre Befreiungsversuche. Dabei kommen aber die Frauen selbst genauso schlecht weg wie die Männer. Das System ist es, wo der Wurm drin steckt. Und hier hat mich das Buch zunehmend gepackt. Endlich kommen auch zeitpolitische und soziale Aspekte zum Tragen: Die Frauenfrage, soziale Umstände, Bildungspolitik. Denn da gibt es natürlich neben Lila noch die Ich-Erzählerin, die mit ihr in Freundschaft, aber auch in ständiger Rivalität und Missgunst verbunden ist. Gerade das macht einen großen Reiz der Bücher Elena Ferrantes aus: Wie ungeschönt, schonungslos und offen diese Lenu selbst über ihre übelsten Gefühle und Gedanken schreibt. Lenu nun geht, obwohl eigentlich weniger begabt als Lila, durch ein wenig Glück, aber vor allem durch großen persönlichen Ehrgeiz befördert, einen anderen Weg. Sie bleibt bis zum Abitur auf der Schule, studiert danach sogar in Pisa und kann sich schließlich den großen Traum erfüllen: ein Roman von ihr wird veröffentlicht. Auch dieser zweite Band der Tetralogie endet mit einem Cliffhanger. Unmöglich sich der Spannung zu entziehen, wie es weiter geht. Zumal nach anfänglichem Zögern mich die Figuren nun tatsächlich gepackt haben.Dabei sind die Bücher äußerst kunstlos geschrieben. Sie sind gut lesbar, bieten aber keine sprachlichen Höhepunkte. Dabei ist der Roman gut konstruiert und Elena Ferrante kann enorm gut mit Spannung umgehen. Deshalb wird das Ferrante-Fieber wohl diesmal mindestens bis Mai dieses Jahres anhalten. Da soll der dritte Teil erscheinen. Und ich habe läuten hören: Der soll noch besser sein.
Suche nach Anerkennung
von leseratte1310 - 09.01.2017
Lila und Elena sind nun fast erwachsen. Lila hat sich Hals über Kopf in die Ehe gestürzt und prompt folgt die Ernüchterung. Schon am Hochzeitstag erfährt sie, dass Stefano, der Sohn von Don Achille, Geschäfte macht mit den Solara-Brüdern. Das kann sie ihrem Mann nicht nachsehen. Nun ist sie zwar dem Rione-Viertel entkommen, dafür muss sie andere Widrigkeiten in Kauf nehmen. Ihr Mann bestraft ihr Aufbegehren mit Gewalt. Elena neidet der Freundin den Wohlstand. Sie ist noch auf der Suche nach ihrem Weg und lässt den Einsatz in der Schule missen. Obwohl die Freundinnen nicht über ihre wirklichen Probleme reden, ist es Lila, die dafür sorgt, dass Elena sich wieder dem Lernen widmet. Auch dieses Buch liest sich angenehm flüssig. Es schließt nahtlos an den Band "Meine geniale Freundin" an. Man merkt am ganzen Verhalten, dass die beiden Frauen noch sehr jung sind. Ihr Handeln wirkt zeitweise doch sehr pubertär. Ihre Auseinandersetzungen gehen weiter, auch wenn sich die Dinge, über die man streitet, ändern. In Rione war Gewalt immer schon da, nun erlebt Lila sie auch bei ihrem Mann. Aber man kann diese Gewalt nicht nur Stefano ankreiden, oft fordert Lila sie geradezu heraus. Elena will ihren Weg aus dem Armenviertel finden, aber es wird ihr nicht einfach gemacht. Doch sie kämpft sich durch und erhält ein Stipendium. Durch ihren Einsatz und ihre Beharrlichkeit kann sie ihr Studium mit Auszeichnung beenden. Obwohl Lila und Elena befreundet bleiben, bleibt auch immer ein Konkurrenzdenken. Aber sie sind Frauen, die in einer männerbestimmten Welt ihren Weg gehen wollen. Auch in diesem Band ist die Spannung nicht besonders hoch. Obwohl ich den Hype immer noch nicht nachvollziehen kann, möchte ich natürlich wissen, wie es weitergeht.
Zwei Freundinnen und ihre Sehnsucht nach Anerkennung
von Arietta - 06.01.2017
Ganz Ehrlich der 1. Band der Neapolitanischen-Saga war schon gut, aber der 2. Teil gefiel mir noch viel besser. Er steckte mich erst so richtig mit dem Elena Ferrante " Fieber" an, ich kann es kaum erwarten bis der 3. und 4. Teil erscheint. Auch dieser Band endet wieder mit einem Cliffhanger, und lässt uns ungewiss zurück wie es ausgeht. Die Autorin wusste mich beim Lesen zu begeistern, sie schildert diese beiden Freundinnen , deren Verletzlichkeit und das Leben in den 60er Jahren in Neapel, dem Armenviertel Rione sehr Bildhaft und lebendig. Man litt mit den beiden mit. Sie zeigt so richtig das Leben der Frauen unter dem Macho Gehabe ihrer Ehemänner wieder, die Frau hatte sich zu ducken und dem Manne untertan zu sein. Der Schreibstil ist klar, Kraftvoll, Facettenreich und mitreißend. Die einzelnen Protagonisten sind sehr real, und auch ihre einzelnen Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Der Handlungsaufbau, fand ich sehr stimmig und gut, hier steckt viel Mühe und Arbeit drin. Lila fand ich noch sehr jung, gerade mal 16 als sie Stefano heiratet, eine Ehe die unter keinem guten Stern steht, das reinste Desaster empfand ich. Zu spät erkennt sie, das es ein Fehler war, der Preis ist sehr hoch, denn sie dafür zahlte, um ein besseres Leben zuführen. Elena dagegen, ist weiterhin die fleißige Schülerin und schafftr es in Pisa zu Studieren. Auch sie macht so ihre Erfahrungen mit den Männern, nur das sie nicht an gewaltige Männer gerät, ihre sind gebildet und Studieren. Aber sie scheint mir auf dem richtigen Weg zu sein. Elena fehlt das, was Lila zufiel hat, sie ist schüchtern und kämpft um Anerkennung, sie hat Angst vor ihren eigenen Courage und den Mut über den eigenen Schatten zu springen. Lila dagegen ist das genaue Gegenteil , sie ist raffiniert, weiß sich in Szene zu setzen und nutzt die Menschen zu ihren Gunsten aus, hatte ich das Gefühl. Man kann sehr gut nachvollziehen, das Lila und Elena alles tun um dem Armenviertel zu entfliehen, das sie nach Freiheit und Anerkennung streben. Beides verbindet eines, ihre innere Zerrissenheit, und ihren Gefühlen den Männern gegenüber. Ihre Freundschaft zueinander ist schon ungewöhnlich, Stark in jeder Beziehung, auch wenn eine die andere manches mal auszubooten scheint, sind sie in der Not immer für einander da. Der Schluss blieb auch diesmal Geheimnisvoll wie es ausgeht, findet Elena in Pieterrio ihr Glück und was wird aus Lila ? Ein Tipp : man sollte mal über Rione googeln und sich das Viertel ansehen, umso besser versteht man warum die Mädchen daraus wollten und zu jedem Opfer bereit waren. Auch wenn der Preis hoch war. Fazit: Elena schloss ich gleich ins Herz, wegen ihrer Ehrlichkeit und Sanftmut. Lila, dagegen empfinde ich als Frau die Unglücklich ist und sich deswegen so raffiniert gibt und die Menschen um sich herum ausnutzt. Eine Art Hilfeschrei. Ein sehr schöner Roman über die Verletzlichkeit der Frauen und die nicht an den vielfältigen Männerregeln zu verst0ßen haben.
mich hat das "FerranteFever" nicht gepackt
von katze102 - 09.01.2017
Bei "Die Geschichte eines neuen Namens" handelt es sich um die Fortsetzung "Meine geniale Freundin" und den zweiten Band der vierteiligen neapolitanischen Saga. Die beiden Freundinnen Lila und Elena versuchen der Armut zu entkommen, wobei ihnen im Neapel der 60er Jahre zwei Möglichkeiten bleiben: Heirat und Versorgtsein oder Bildung, Leistung und Selbstverantwortlichkeit. Lila wählt den Weg, sich mit 16 Jahren reich zu verheiraten, erlebt Gewalt, Demütigungen und Mißachtung in ihrer Ehe, provoziert ihren Mann, tritt zuweilen rücksichtslos und egoistisch auf. Manchmal lebt sie ihre Macht aus, hilft Elena, auch durch finanzielle Unterstützung, den anderen Weg aus der Armut zu verfolgen. Elena setzt auf Bildung, studiert und schreibt ein Buch. Die Freundschaft der Beiden erlebt Höhen und Tiefen, in denen sich auch Neid und Konkurrenzdenken wiederfinden. Ich hatte den ersten Teil dieser Saga nicht gelesen, wohl aber den Hype darum mitbekommen. Um in die Geschichte einzusteigen, war dieses auch nicht unbedingt von Nöten, denn vorne im Buch werden alle Beteiligten vorgestellt sowie die Handlungen des ersten Bandes kurz zusammengefaßt. Schon bei anderen Serien habe ich mit einer späteren Folge begonnen und, weil sie mir so gut gefiel, die Serie dann von Anfang an gelesen; bei dieser Saga verhält es sich jedoch leider nicht so. Der Klappentext hatte mich sehr neugierig gemacht; die Durchleuchtung der Frauenrolle in den Sechziger Jahren fand ich sehr ansprechend. Auch in Deutschland gehörten die beiden im Roman vorgestellten Alternativen ja durchaus zum Üblichen; bis 1977 mußte sich eine Ehefrau, die berufstätig sein wollte, dieses von ihrem Ehemann genehmigen lassen, der den Arbeitsvertrag seiner Frau jedoch jederzeit kündigen konnte. Auch Gewalt in der Ehe wird zu Zeiten, in denen man diese noch nicht als Straftat anzeigen konnte, häufiger vorgekommen sein. Die Heirat mit 16 Jahren allerdings fand ich nicht ganz so überzeugend, würde ich eher im tiefen Mittelalter vermuten, als in einer Zeit, in der die Volljährigkeit mit 21 Jahren begann. Insgesamt fand ich die Darstellung der Frauenrolle zu dieser Zeit schon interessant, stellenweise jedoch nicht so ganz überzeugend. Der Roman läßt mich etwas zwiegespalten zurück, denn obwohl er sich durchaus flüssig lesen läßt, finde ich viele der langatmig erzählten Details eher überflüssig und trivial, hatte doch etwas mehr erwartet. Der Roman hat mich nicht wirklich überzeugen können und den Hype darum kann ich nicht nachvollziehen. Nein, mich hat das "FerranteFever" nicht gepackt und ich werde keine weiteren Folgen dieser Saga lesen.
Jugendjahre in einer bewegten Zeit
von solveig - 03.02.2017
Ein neuer Name und seine Konsequenzen: in Band zwei der "Neapolitanischen Saga" erlebt die 16jährige Lila Cerullo - nun Signora Carracci - die Auswirkungen ihrer früh eingegangenen Ehe. Sie und ihre Freundin Lenú, die sich bereits als kleine Mädchen fest vorgenommen haben, dem Elend des Armenviertels Rione zu entfliehen, gehen unterschiedliche Wege, um ihr Ziel zu erreichen. Lila erhofft sich eine bessere Zukunft, indem sie (ganz traditionell) den aufstrebenden jungen Lebensmittelhändler Stefano heiratet. Die weniger selbstbewusste Lenú will sich durch Fleiß und gute Noten in Schule und Studium hoch arbeiten; durchaus nicht selbstverständlich für ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen. Die unterschiedlichen Lebenswege der ehemals besten Freundinnen im Neapel Mitte des letzten Jahrhunderts laufen eine Weile parallel nebeneinander her, trennen sich, treffen aber immer wieder zusammen. Welches der Mädchen kann mit seiner Entscheidung den erhofften Ausbruch aus der Armut erreichen? In schlichter, einprägsamer Sprache, aber sehr eindrucksvoll in farbig, teils drastisch beschriebenen Episoden lässt Ferrante in der Fantasie des Lesers eine Zeit wiedererstehen, in der das Leben von Mädchen und Frauen noch sehr eingeschränkt und vom Willen der Väter und Ehemänner dominiert war, ihre Rolle festgelegt auf die der zukünftigen Ehefrau und Mutter, dem (Ehe-)Mann untergeben. Die Autorin erschafft lebendige, authentische Charaktere, in die sich der Leser leicht einfühlen kann, und erzählt packend von den Schwierigkeiten, mit denen sich Lila und auch Lenú auseinandersetzen müssen, weil sich beide auf ihre Weise über gesellschaftliche Tabus hinwegsetzen. Eindrücklich und ohne zu beschönigen schildert sie eine Zeit wirtschaftlicher und sozialer Probleme, mafiöse Gesellschaftsstrukturen und den Aufstieg der Camorra, mit denen die Schicksale der Freundinnen verflochten sind. Um den Einstieg zu erleichtern, gibt Ferrante zu Beginn des Buches einen Überblick in der Art "Was bisher geschah", eine Personen- und Handlungsbeschreibung der wichtigsten Charaktere ihres Romans, wie man es von Fernsehserien her kennt. Schaffen es die beiden Mädchen, jede auf ihre eigene Weise, das Leben zu führen, das sie sich als Kinder erträumt haben?
Einfach großartig!
von Nepomurks - 25.01.2017
Mit "Die Geschichte eines neuen Namens" erscheint nun endlich die Fortsetzung zu Elena Ferrante`s grandiosem Bestseller "Meine geniale Freundin", der großen neapolitanischen Familiensaga. Das 2. Buch der 4-teiligen Roman-Reihe erzählt uns die weitere Geschichte von Elena und Lila, den beiden eng verbundenen und doch seltsam zueinanderstehenden Freundinnen. Während Lila heiratet und zu einem gewissen Ruhm gelangt, steht Elena vor den wertlos scheinenden Fragmenten ihres noch jungen Lebens. Glück oder Unglück, Zuneigung oder Abneigung - die Grenzen verschwimmen immer wieder. Und doch verbindet die beiden jungen Frauen in jeglicher Hinsicht ein festes Band der Freundschaft. Elena Ferrante schafft es mit diesem Fortsetzungsroman erneut, ein atmosphärisch dichtes Stimmungsbild der Zeit und Spiegelbild der 60er zu erzeugen und lässt den Leser wieder tief in die Figuren ihrer Erzählung eintauchen. Auf mich wirkte der Schreibstil wie schon im ersten Band absolut fesselnd, die Charaktere vielschichtig und der Verlauf der Geschichte unglaublich mitreißend. Die Paradigmen, das Rollenverständnis, wie auch die allgemein autoritär gebieterische Männerwelt werden beinahe greifbar und scheinen manches mal gar erdrückend und schockierend. Ferrante`s verspielter und "wattiger" Erzählstil, die vielen subtilen Metaphern und psychosozialen Feinheiten des Romans wirken dabei auf mich immer wieder magisch. Ich liebe die Art, wie die Dinge in beiden Büchern dargestellt oder auch umschrieben werden. Es liest sich heiter, obwohl es tragisch ist. Und an anderer Stelle schmunzelt man, ob der frechen Dreistigkeit. Ferrante zeigt ihre Figuren verletzlich und doch stark, schwach und doch kämpferisch. Das Ganze vor einer wunderbaren Kulisse Italiens. Man spürt die Zeit, durchlebt die Nöte, Kämpfe und Niederlagen und sieht die Welt durch die Augen dieser beiden unbedarften und doch wissenden Freundinnen. Für mich ist dieser 2. Band wieder ein ganz großes Lesevergnügen gewesen und ich freue mich ungemein auf die beiden noch ausstehenden Bücher! Großes Lese-Kino und beeindruckendes literarisches Werk zugleich, deswegen ganz klar 5 Sterne!
Auf und Ab einer Freundschaft
von queenbee_1611 - 05.01.2017
Wir folgen im zweiten Teil der neapolitanischen Saga erneut den Freundinnen Elena und Lila durch das Neapel der 60er Jahre. Wiederum erhalten wir Einblicke in die Lebensumstände im Rione, dem Wohnviertel der beiden Frauen, allerdings ist der Anteil der Umgebungsbeschreibungen bzw. der Alltagsbeschreibungen geringer als im ersten Teil, was ich ausgesprochen schade fand. Lila ist nunmehr verheiratet und erfährt eine Behandlung durch ihren Mann, wie sie für so viele Frauen zu der Zeit normal gewesen sein muss. Ihr Mann begegnet ihr mit Gewalt und versucht so das störrische Wesen Lilas zu brechen, was ihm teilweise gelingt. Sogar sein Wunsch nach einem Kind scheint sich zu erfüllen. Es zeigt sich jedoch auch, dass Lila für ihn in geschäftlichen Belangen unentbehrlich ist, da sie ein Händchen für Innovationen und die Kunden hat. Somit ist er gezwungen Kompromisse einzugehen und seiner Frau entgegen zu kommen. Noch immer gibt Lila Geld mit vollen Händen aus und genießt ihren Lebensstil. Eine Reise nach Ischia stellt ihr Leben jedoch völlig auf den Kopf und es folgt ein Umdenken und auch Besinnen auf die Dinge, die wichtiger sein können als nur Geld zu haben. Elena durchläuft ihre letzten Schuljahre und hat mal mehr, mal weniger Ehrgeiz zu lernen. Gelegentlich verliert sie den Antrieb, diese Phasen sind jedoch nicht von Dauer und sie ist nach wie vor eine hervorragende Schülerin. In der Liebe hat sie weniger Glück, es wird aber auch deutlich, dass dieser Aspekt des Lebens letztendlich noch keine wirklich große Bedeutung für sie hat und es sich bei ihren Romanzen nicht um wirkliche Liebe handelt, sondern eher Liebeleien. Ein junger Mann gewinnt in ihrem Leben jedoch immer mehr an Relevanz, da kommt ihr jedoch Lila in die Quere. Mehr als bei der Lektüre des ersten Bandes habe ich mich gefragt, was das nur für eine Art Freundschaft ist, die die beiden jungen Frauen miteinander verbindet. Wie auch im ersten Band erleben die beiden einiges miteinander, vertrauen sich Dinge an, sind aber auch immer wieder Konkurrentinnen oder haben streckenweise gar nichts miteinander zu tun. Während Elena im ersten Band immer wieder die Nähe zu Lila gesucht hat, weil sie ohne sie nicht sein konnte oder wollte, so flieht sie nun zuweilen regelrecht vor ihr und sucht Abstand. Ständig bleibt sie dennoch über Lilas Leben informiert und nimmt Anteil. So ist es auch die Lebensgeschichte Lilas, die das Buch trägt. Erst zum Schluss gewinnt Elenas Geschichte an Fahrt und bildet den Cliffhanger für den dritten Band. Dies ist auch der Grund, weshalb mir der zweite Band nicht so gut gefallen konnte, wie der erste. So sehr der erste Band von dem Bestreben zweier junger Frauen dem traurigen Elend zu entfliehen geprägt war, so sehr ist dieser Band von Lilas Kampf als verzweifelter Ehefrau geprägt. Hier fand ich einzelne Charaktere teilweise überzeichnet, Handlungen waren für mich nicht schlüssig (ein Ehemann hat eine Geliebte und schlägt seine Ehefrau, deswegen muss ein anderer das auch tun) und die ständigen Wiederholungen bei den Beschreibungen des Urlaubs auf Ischia unnötig. Den ersten Band fand ich hervorragend, vom zweiten kann ich nicht sagen, dass ich enttäuscht bin - lediglich hätte ich gehofft, dass Elenas Leben ereignisreicher verlaufen wäre und einen größeren Anteil am Buch bekommen hätte. Dem Buch ist übrigens ein Personenregister vorgestellt, mit Informationen aus dem ersten Band zu den einzelnen Figuren. Dies ist sehr hilfreich, da ich bei der Vielzahl der Personen doch schon einiges vergessen hatte.
Das Leben der Fauen im Italien der sechziger Jahre
von Nicole Groß - 01.01.2017
Das Cover des Buches vermittelt mir eine große Einsamkeit.Eine Braut (wahrscheinlich Lila) steht einsam im Wind an einer Brüstung mit Blick auf das Meer und die Berge in der Ferne.Ihr Schleier weht im Wind und von ihrem blutroten Brautstrauß haben sich Blütenblätter gelöst,die vom Wind über das Meer getragen werden... Interessant finde ich,daß es der gleiche Ausblick ist wie zuvor schon auf dem Cover des ersten Bandes und wenn die dem Buch beiliegende Postkarte das Cover des nächsten Bandes zeigt,dann bleiben Brüstung Meer und Berge wieder gleich,jedoch wieder in einer anderen Farbe. Es ist das Neapel der Sechziger.Lila und Elena wollen der Armut und der sowohl geistigen und auch räumlichen Beengtheit ihres Viertels, dem Rione, entfliehen. Jede versucht dies auf ihre eigene Art. Lila heiratet mit gerade mal 16 Jahren den Kaufmann Stefano Carracci. Sie erkennt mit großem Entsetzen jedoch bereits am Tage ihrer Hochzeit,daß dies ein großer Fehler war. Schlagartig wird ihr klar,daß ihr Ehemann keineswegs der nette Kerl ist,den er während ihrer Verlobungszeit gespielt hat. Er macht Geschäfte mit den von Lila so verhassten Solara Brüdern,die der Camorra angehören. Außerdem verlangt Stefano die vollkommene Unterwerfung seiner Ehefrau,die mit der Vergewaltigung Lilas in der Hochzeitsnacht beginnt.... Fortan ist Lila gefangen im goldenen Käfig,aus dem sie verzweifelt versucht zu entfliehen. Elena wählt einen ganz anderen Weg. Sie stürzt sich in ein Leben des Lernens und der Bildung und trotz aller wiedriger Umstände gelingt es ihr,das Abitur zu machen und ein Stipendium für ein Studium in Pisa zu bekommen. Trotz ihrer Armut und auch der sprachlichen Barrieren entwickelt sie sich mit viel Biss und Durchhaltevermögen zu einer hervorragenden Studentin und schließt ihr Studium mit Bestnoten und Auszeichnung ab. Nebenbei schreibt sie auch noch einen Roman,der wie durch ein Wunder das Interesse eines Verlages weckt und verlegt wird. Leider hat auch sie kein Glück in der Liebe.Obwohl sie zweimal verlobt ist liebt sie keinen ihrer Freunde,weil sie jahrelang heimlich ihrer großen Liebe Nino hinterherrennt. Nino jedoch scheint nur mit ihr zu spielen und lässt sie quasi am langen Arm verhungern. Schließlich muß Elena sogar noch dabei zuschauen,wie er während eines Urlaubs ,den sie mit Lila,ihrer Schwägerin Pinuccia und Lilas Schwiegermutter auf Ischia verbringt,ein Verhältnis mit Lila beginnt. Dieses Werk von Elena Ferrante ist viel mehr als eine neapolitanische Saga und auch viel mehr als die Lebensgeschichte von Lila und Elena und deren Freundschaft. Der Leser wird in das Italien der sechziger Jahre hineinkatapultiert und erfährt viel über das Leben und die Stellung der Frauen in dieser Zeit. Damals war es üblich jung zu heiraten,schnell viele Kinder zu bekommen und sich um Haushalt, Familie und die Bedürfnisse des Ehemannes zu kümmern.Eigene Bedürfnisse,Wünsche und Träume waren den Frauen bis dato nicht erlaubt. Lila tut mir furchtbar leid. Sie ist jung,schön,stolz und intelligent und tappt trotzdem in die Ehefalle.Ihr Mann ist brutal.Er schlägt und vergewaltigt sie und möchte eine Schwangerschaft erzwingen,um nach Außen sein Gesicht zu wahren. Lila versucht auf ihre Art und Weise aus diesem Gefängnis auszubrechen und verschlechert damit zusehends ihre Situation.Sie lebt stets an der Grenze dessen,was sie ertragen kann und es ist mir ein Rätsel woher sie die Kraft nimmt um nicht vollständig zu zerbrechen. Als sie sich Nino zum Liebhaber nimmt,von ihm schwanger wird und ihren Mann verlässt bricht sie damit ein Tabu. Es kommt sogar noch schlimmer.Nino wird das wiederspenstige und sprunghafte Wesen Lilas bald zuviel.Er verlässt sie und Lila kehrt zu ihrem Mann und in die Ehehölle zurück. Die Freundschaft zu Elena ist für mich mehr eine Hassliebe. Die beiden können nicht miteinander,aber auch nicht ohne einander.Stets ist eine der Beiden eifersüchtig auf die Andere,was zu Streit und Phasen der Trennungen führt. Beide finden jedoch immer wieder eine Ebene,auf der sie weiterhin ihre Freundschaft fortsetzen können. Für Elena hege ich große Bewunderung,denn sie schafft ess mit viel Disziplin dem Rione aus eigener Kraft zu entkommen und entwickelt sich von einem stets durch Lila eingeschüchterten Kind zu einer jungen erfolgreichen Frau. Für mich steht Elena für das neue emanzipierte Frauenbild,das sich in dieser Zeit zu entwickeln beginnt.Elena ist für mich eine Gallionsfigur der Emanzipation der italienischen Frau. Ich muß zugeben,daß auch mich das Ferrante- Fieber gepackt hat und ich es kaum erwarten kann,wieder in das Leben Lilas und Elenas einzutauchen.
Endlich geht es weiter
von LinaLiestHalt - 22.01.2017
Endlich hat das Warten ein Ende und es geht auch auf Deutsch weiter mit Lila und Elena. Die beiden werden nun langsam erwachsen. Lila muss nach ihrer frühen Heirat erkennen, dass ihr Mann sie hintergeht, indem er Geschäfte mit der verhassten Camorra macht. Elena hingegegen versucht weiter, ihrem Milieu durch Bildung zu entkommen und wir eine Vorzeigeschülerin. Leider muss auch sie erkennen, wie wenig das in ihrer alten Welt bedeutet und wie schwer es ist, dafür Anerkennung zu bekommen und einen eigenen Weg zu gehen. Während man in Meine geniale Freundin die Kindheit der beiden Freundinnen verfolgen darf, gehte s hier nun um das Erwachsenwerden und darum, wie eine Freundschaft erhalten bleiben kann, wenn de Jahre ins Land gehen, sich Missgunst und Eifersucht einschleichen. Wieder ist es Elena Ferrante gelungen, ein lebendiges Abbild der Zeit, in der die beiden leben, zu erschaffen. Vor den Augen wrd das Neapel der 60er Jahre lebedig, vor allem das Handwerkerviertel und überall spürt man den Aufbruchswillen dieser Zeit. Auch wenn diese Geschichte über weite Teile nicht sehr spektakulär daherkommt, so verzaubert aber doch das Ensemble der vielen verschiedenen Figuren und ihrer Lebenswege. Ein weiteres, spannendes Kapitel dieser besonderen Frauenfreundschaft! Die Sprache von Elena Ferrante ist wieder sehr zurückhaltend, wenn es um die Emotionen geht, was dem Leser eine Betrachtung mit genügend Abstand zur Handlung ermöglicht. Es ist ein bisschen so, als würde man auf eine Miniaturlandschaft blicken, die von den Figuren bevölkert wird und ihrer Wege mitverfolgen. Die Covergestaltung finde ich wieder sehr ansprechend und passend zur gesamten Saga. Eine gelungene Fortsetztung, die Lust darauf macht, auch endlich die letzten beiden Teile in Händen zu halten.
4,5 Sterne für eine würdige Fortsetzung
von Isaopera - 12.01.2017
Meine geniale Freundin habe ich erst vor kurzer Zeit gelesen und hatte daher alle Figuren noch sehr präsent. Mir hat der nahtlose Übergang der beiden Bücher sehr gut gefallen und ich war schnell wieder in der Geschichte. Anders als der Klappentext vielleicht erwarten lässt, kommen gar nicht so viele Figuren dazu, sondern es bleibt eigentlich erstmal bei den gewohnten Personen. Ich muss sagen, dass mir das Buch wieder sehr gut gefallen hat, tatsächlich etwas besser als der erste Band! Der Stil war einen Tick flüssiger würde ich sagen. Während es im ersten Band immer wieder Stellen gab, die für mich schwierig zu lesen waren, ist es mir bei diesem Band anders ergangen. Die Handlung an sich ist spannend und gewohnt detailliert, ohne allerdings zu langweilen. Lila ist erneut ein Charakter, der die Leserschaft wahrscheinlich spalten wird. Sie ist ungebremst, leidenschaftlich, oft rücksichtslos...dennoch bewegt mich ihre Geschichte irgendwie sehr. Elena strampelt sich zunehmend frei, wird aber immer noch von Selbstzweifeln geplagt. In diesen hat sie mich teilweise ein wenig genervt, aber nur so weit, wie eine Romanfigur das durchaus mal tun darf ;) Ansonsten finde ich ihren Weg sehr beachtens- und bewundernswert. Das Ende ist offen - natürlich! Muss es ja sein, denn wir warten ja nun alle auf den 3. Band. Allerdings ist es genau richtig offen, ohne nichtssagend zu sein. Für mich ein sehr gelungener zweiter Band, den ich gerne weiter empfehle! Ich freue mich auf Band 3!!
Von Neid zerfressen
von Fredhel - 17.01.2017
Die vierteilige Neapolitanische Saga von Elena Ferrante hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Die Autorin verfolgt den Lebensweg und die Freundschaft zweier intelligenter Mädchen, die in das quirlige, doch leider sehr arme Stadtviertel Rione in Neapel hineingeboren werden. Auch wenn ich das Buch mit großem Interesse gelesen habe, muss ich sagen, dass mir vieles nicht gefallen hat: - leider habe ich den ersten Band nicht gelesen, und so hatte ich sehr oft das Gefühl, dass mir Details aus den früheren Jahren fehlen, denn es wird oft Bezug auf Vergangenes genommen. - für mich waren es einfach viel zu viele Personen, die zu allem Überfluss auch oft noch in irgendeiner Form familiär oder beziehungsmäßig miteinander verbandelt sind. Erschwerend kommt hinzu, dass die gleiche Person oft sehr unterschiedlich genannt wird, mal mit richtigem Namen, dann mit Spitznamen, dann nur der Familienname. Ich mag es einfach nicht, wenn ich die Personen nur schwer zuordnen kann. Es stört meinen Lesefluß. - vielleicht bin ich mit einer falschen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen. Ich hatte mich auf eine große Portion italienischer Lebensart und -lust gefreut. Auf soviel Missgunst und Neid war ich nicht vorbereitet. Und ich frage mich ernsthaft, wie man die Beziehung zwischen Lila und Lenù als Freundschaft titulieren kann, wo doch eher der Konkurrenzkampf und Egoismus zwischen den beiden dominiert. Auch die anderen Charaktere sind mir zutiefst unsympathisch. Es gibt keinen Zusammenhalt. Lügen und Tricksereien sind an der Tagesordnung. Mir fehlt einfach ein Sympathieträger, mit dem ich mitfiebern und mitleiden kann. Natürlich hat der Roman auch positive Aspekte. Das Buch ist sehr wertig verarbeitet, und hat sogar ein Lesebändchen, was ich immer sehr praktisch finde. Auch das Cover gefällt mir außerordentlich gut, sowohl vom Motiv als auch von der einheitlichen Farbgestaltung in den verschiedenen Fliedertönen. Den Schreibstil von Elena Ferrante muss man einfach als eindringlich und mitreißend bezeichnen. Dadurch konnte ich das Buch doch nicht aus der Hand legen, obwohl es mir so gar nicht gefiel. Auch das Grundmotiv, diese beiden Mädchen mit ihrem Streben nach Wissen, Geld und Anerkennung gegenüber zu stellen und ihre Träume, ihr Scheitern und ihre Erfolge eindringlich zu schildern, empfinde ich als absolut lesenswert. Dennoch halten mich die negativen Stimmungen des Inhalts und die immer wieder auftretende Langatmigkeit der Geschichte davon ab, weiter Bände der Neapolitanische Saga lesen zu wollen.
Das Spiel des einvernehmlichen Erfindens
von jenvo82 - 12.01.2017
"Aber vor allem wollte ich, dass sie sich neben mich setzte, wollte ich zu ihr sagen: "Siehst du, wie gut wir aufeinander eingespielt waren, eine in beiden, beide in einer." Inhalt Für Elena und Lila beginnen die Jugendjahre ganz verschieden, die eine fügt sich in ihre Rolle als Ehefrau und später Mutter und bemüht sich ein halbwegs erträgliches Leben in ihrem Armenviertel zu führen, die andere versucht ihrer Herkunft zu entfliehen, indem sie studiert, Bildung erwirbt und sich bald schon endgültig aus der gemeinsamen Heimat verabschiedet. Doch gerade diejenige, die das vermeintlich schwerer Schicksal zu tragen hat, bleibt aufrecht, setzt sich Ziele, nimmt sich was sie möchte, während die andere vor Bewunderung staunt und sich im Glanz ihrer Freundin nur zu gern zurückzieht. Das Leben trennt die zwei Freundinnen, die bald schon ein und denselben Mann lieben und lässt eine unüberbrückbare Differenz zurück, die jedoch nicht von Bestand ist. Denn so groß der Neid untereinander auch sein mag, ihre Fürsprache füreinander ist noch größer. Meinung Bereits der erste Band der Neapolitanischen Saga aus der Feder von Elena Ferrante hat mich in seinen Bann gezogen und weckte mein Interesse am Verlauf der Geschichte rund um die ungleichen Freundinnen Elena und Lila. Band 2 legt noch eins obendrauf und überzeugt mit vielschichtigen Charakteren, intensiven gesellschaftlichen Porträts und einer nach wie vor faszinierenden Mädchenfreundschaft, die man zwar so nicht kennt, aber in allen Punkten glaubhaft nachvollziehen kann. Bemerkenswert finde ich in gewisser Weise die Struktur der Geschichte, die sich sehr gut hintereinander lesen lässt, die einen überschaubaren Zeitrahmen hat und dennoch ganz verschiedene Emotionen auslöst. Wie im eigenen Leben auch gibt es Phasen die viel zu schnell vergehen, denen man nachtrauert oder an die man sich gern erinnert und dann scheint die Zeit wieder stillzustehen, kaum ein Ereignis bringt Fortschritt und die Müßigkeit der Gegenwart hinterlässt Spuren im Leben und Falten im Gesicht. Darüber hinaus entwirft die Autorin zwei in sich konstante Hauptprotagonistinnen, die sie so korrekt und genau wie nur möglich beschreibt. Deshalb sehe ich die Figuren vor mir, wie sie leiden, wie sie kämpfen, resignieren und den Neuanfang wagen. Während Elena die Erzählerin ist und ihre persönlichen Gefühle geschickt in den Fortgang der Handlung einbaut, wirkt Lila wie der strahlende Mittelpunkt dieser Saga, obwohl sie nichts weiter tut, als ihr Leben zu leben. Im vorliegenden Band sind mir die beiden ans Herz gewachsen und auch die zahlreichen Nebenfiguren der Erzählung bekommen einen Platz zugewiesen und erfüllen nicht nur ihre Rolle, sondern auch einen ganz bestimmten Zweck. Vielleicht entwickelt sich dieses fast epochale Werk erst in seiner Gesamtheit, denn ich möchte definitiv die nächsten Jahre im Leben von Elena und Lila kennenlernen und freue mich bereits jetzt schon auf den dritten Band, der bereits im Frühjahr 2017 erscheinen wird. Fazit Dieses Charakterstudium einer ungleichen Frauenfreundschaft bekommt von mir sehr gute 4 Lesesterne und natürlich eine Leseempfehlung für die begeisterten Romanleser, die nicht nur Liebe und Leid in Texten suchen, sondern gerne auch die Handlungen reflektieren und sich über die Geschehnisse eines Lebens unter Berücksichtigung der äußeren Umstände ein Bild machen möchten. Es ist von Vorteil diese Reihe in chronologischer Reihenfolge zu lesen, da sich die Entwicklung der Figuren und ihre zahlreichen Abhängigkeiten untereinander dadurch besser erschließen. Ich glaube, so langsam bin ich auch im versprochenem [*]FerranteFever.
Teil 2 der Ferrante Saga:Erfolgreiche Fortsetzung
von büchernarr - 06.01.2017
Nach dem großen Erfolg des ersten Buches der Ferrante Saga nun die Nachfolge, geschrieben in der selben Atmosphäre und mit dem ausgesprochenen Talent der Schriftstellerin, die es auch diesmal geschafft hat, dass ich das Buch nicht aus den Händen lassen konnte. Und wenn der Anfang des ersten Bandes mich etwas skeptisch gelassen hat und ich erst nach einigen Seiten so in der Geschichte drin war, hat der zweite Teil mich von Anfang an mitgerissen, da die Geschichte sofort dort weitermacht wo der erste Teil endet. Wir verfolgen die zwei jungen Mädchen in ihrem jungen Erwachsenenwerden im Neapel. Lila, jung verheiratet ist nicht immer glücklich mit ihrer Wahl und versucht sich mit einigen Situationen abzufinden was für ihren rebellischen Charakter schwierig ist, während Elena weiterhin ihr Studium nachgeht und noch auf den Traummann wartet. Ihre Freundschaft ist wieder der Kern der Geschichte, verbunden mit der Konkurrenz die sie oftmals beherrscht, gepaart mit dem Bild der damaligen Gesellschaft in den Armenvierteln Neapels. Schade, dass man nicht alle vier Teile auf einmal lesen kann, den die Spannung steigt zum Ende und bis zum nächsten Band sind es noch Monate. Ich kann hierzu wieder nur die höchste Punktzahl vergeben und hoffe, dass die gesamte Saga mich genauso mitreißen wird.
Zwei Freundinnen, aber auch Konkurrentinnen
von adel69 - 21.02.2017
Die Handlung: Die Handlung dieses Romans spielt im Neapel (Italien) der 1960er-Jahre. Elena ist die Ich-Erzählerin in diesem Buch. Befreundet ist sie mit Lila, die im Alter von 16 Jahren Stefano geheiratet hat. Ihr Wunsch war es, von der Mittelmäßigkeit in die höhere Gesellschaft einzuheiraten. Das ist ihr auch gelungen - Stefano hat Geld, er kann sich viel leisten. Allerdings betrügt er Lila. Ihr ist außerdem langweilig, sie möchte sich gerne in die Gesellschaft einbringen. Vielleicht würde es ihr gelingen, wenn sie in der Schuhmacherei des Bruders Rino mitarbeiten könnte. Aber das ist nicht geplant. Während Elena weiterhin eine Schule besuchen kann und ihre Noten - je nach Gefühlszustand - einmal besser und einmal schlechter sind -, ist Lila mit ihrem Leben nicht zufrieden und immer wieder neidisch auf Elena. Es gelingt ihr nicht, von Stefano schwanger zu werden. Stattdessen verliebt sie sich in Nino und betrügt damit ihren Mann Stefano. Meine Meinung zu dem Buch: Ich habe das Buch gelesen, ohne vorher den ersten Band dieser "Neapolitanischen Saga" gelesen zu haben. Interessanterweise kam ich schnell in das Buch, denn die darin vorkommenden Charaktere werden vor der Romanhandlung auf einigen Seiten beschrieben. Es ist auch immer wieder hilfreich, während der Lektüre auf diese Personenbeschreibungen zurückzublättern, wenn neue Personen in dem Roman auftauchen. Das aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheit geschriebene Werk ist gut geschrieben. Immer wieder gibt es wörtliche Rede, aber auch viel indirekte Rede. Elena ist mir sympathisch - ich verstehe ihre Handlungsweise. Sie steht allerdings oft im Schatten von Lila, die einfach die Schönere und Begabtere der beiden Frauen zu sein scheint. Allerdings kann Lila nach der Heirat mit Stefano eventuelle Wünsche einer Weiterbildung nicht mehr realisieren. Sie ist abhängig von ihrem Mann Stefano, der ihr zwar ein Leben mit einem gewissen Luxus bieten kann. Aber Bildung ist zweitrangig. Er hätte gerne ein Kind von Lila. In ihrer Unzufriedenheit ist Lila oft eifersüchtig auf Elena. Sie versucht, Elena in Beschlag zu nehmen. Das ist spürbar während eines Sommers am Meer. Elena nimmt sich die Launen ihrer besten Freundin sehr zu Herzen - so sehr, dass ihre schulischen Leistungen immer wieder darunter zu leiden haben. Diese Konkurrenz zwischen Elena und Lila zieht sich fast durch das ganze Buch. Sie ist interessant zu lesen, macht das Buch aber nicht unbedingt spannend. Es gab für mich Phasen beim Lesen der 624 Seiten, die einfach mühsam waren. Da ich aber interessiert war, wie sich Elena und Lila weiterentwickeln, habe ich das Buch zu Ende gelesen. Und das hat sich auch gelohnt, weil sich gegen Ende einige Ereignisse überschlagen. Und dann wird das Buch wirklich spannend, mitreißend und interessant. Die Ereignisse zum Schluss haben dazu geführt, dass ich das Buch mit vier Sternen bewerte. Eine Weiterempfehlung gibt es ebenfalls.
Ein wunderbarer Roman
von MrsAmy - 20.01.2017
Lila und Elena haben ihre Kindheit hinter sich gelassen und stehen in der Blüte ihrer Jugend. Lila hat geheiratet - Stefano, den Sohn von Don Achille und Betreiber der Salumeria. Mit dieser Verbindung ist sie auf einen Schlag wohlhabend geworden und den dunklen Gassen des Rione entkommen. Gemeinsam mit ihrem Mann wohnt sie in einer eigenen Wohnung, von wo aus sie einen trostlosen Blick auf die Bahngleise hat. Ihre Genialität und Widerborstigkeit werden im Keim erstickt. Noch während ihrer Hochzeit musste Lila erfahren, dass Stefano Geschäfte mit den verhassten Solara-Brüdern macht. Mit dieser Erkenntnis ist ihr ihr angetrauter Ehemann auf einen Schlag verhasst und die Ehe gescheitert. Doch der Bund fürs Leben ist bindend, und so bestraft Stefano Lilas Aufbegehren mit Schlägen und macht sie sich gewaltsam gefügig. Brechen jedoch kann er sie nicht. Elena dagegen ist auf der Suche nach ihrem Platz im Leben. Neidisch schaut sie auf den Wohlstand der Freundin, in der Schule werden ihre Leistungen schlechter und eine Zeit lang geht sie gar nicht erst hin. Es ist Lila, die sie schließlich dazu zwingt, wieder zu lernen und an sich selbst zu glauben. Wohin wird der Weg der beiden Freundinnen führen? "Die Geschichte eines neuen Namens" von Elena Ferrante ist der zweite Band der Neapolitanischen Saga um die beiden Freundinnen Lila und Elena. Die Handlung setzt nahezu nahtlos dort ein, wo der erste Band endete. Bereits nach wenigen Seiten ist man erneut mitten im Rione und begegnet den Charakteren, die sich einen ins Gedächtnis gebrannt haben wieder. An der Genialität des Schreibstils der Autorin hat sich nichts geändert und aufs Neue bahnt sich die Handlung ruhig aber stetig ihren Weg. Ferrantes Bücher sind geprägt von einer unterschwelligen Spannung, die einen nicht rastlos macht, sondern das Lesen zu einem wahren Genuss. Seite um Seite taucht man immer tiefer ein, in die düstere Welt auf den Straßen des Rione. Es ist nicht nur ein Einblick in das Leben zweier starker Frauen, sondern auch ein Einblick in eine uns fremde Kultur im Italien der 50er und 60er Jahre. Die Gewalt ist nicht mehr so präsent wie noch im ersten Band, aber unterschwellig stets vorhanden. Da sind die Schläge Stefanos gegen seine Ehefrau Lila, da ist Elenas Angst, ihr Freund Antonio könne sie umbringen, weil sie bei den Solaras für ihn um einen Gefallen bittet. Während Lila noch immer eine starke Persönlichkeit ist, die sich nicht brechen lässt oder wirklich unterordnet, ist Elena auf der Suche nach sich selbst. Scheinbar orientierungslos treibt sie durch das Leben, mal hat sie den großen Traum, mittels ihrer Schuldbildung den engen Gassen des Rione zu entkommen, mal sieht sie sich als Frau eines Tankwarts, deren Leben im immer gleichen versinkt. Doch immer mehr zeichnet sich ab, dass Lila und Elena ihren Weg gehen werden, egal, wie steinig er auch sein mag. Sie werden sich ihre Selbstbestimmtheit nicht nehmen lassen und so begleitet sie der Leser - gespannt, wo das Leben der beiden und die eigenwillige Freundschaft, die von nicht wenigen Höhen und Tiefen geprägt ist, hinführen wird. Ein großartiger Roman, scheinbar gegriffen aus dem wahren Leben, der einen nicht mehr loslässt und bereits jetzt auf die weiteren Bände der Saga warten lässt.
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