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Vom Sakralen zum Heiligen

Fünf neue Talmud-Lesungen.
Buch (gebunden)
In seinen Talmud-Lektüren versucht Emmanuel Levinas den Talmud für modern denkende Menschen neu zu lesen. Die Vorträge dieses Bandes wurden zwischen 1969 und 1975, einer Zeit besonderer Brisanz, gehalten. Es ist die Zeit nach den Ereig... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Vom Sakralen zum Heiligen
Autor/en: Emmanuel Levinas

ISBN: 3801503216
EAN: 9783801503215
Fünf neue Talmud-Lesungen.
Übersetzt von Frank Miething
Neue Kritik, Verlag

Mai 1998 - gebunden - 189 Seiten

Beschreibung

In seinen Talmud-Lektüren versucht Emmanuel Levinas den Talmud für modern denkende Menschen neu zu lesen. Die Vorträge dieses Bandes wurden zwischen 1969 und 1975, einer Zeit besonderer Brisanz, gehalten. Es ist die Zeit nach den Ereignissen des Pariser Mai '68 bis nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973.

Mit dem Revolutionsbegriff setzt sich Levinas in der ersten, mit dem Wesen des Krieges in der letzten der hier vorliegenden »Lektionen« auseinander. Als Kommentar der Mai-Ereignisse begrüßt er die hohe ethische Motivation der französischen Demonstranten, die skandierten: »Wir sind alle deutsche Juden«, und ruft den universalen emanzipatorischen Ansatz des frühen Marx gegen jede Verengung des Revolutionsbegriffs auf das Proletariat in Erinnerung. Der Krieg hingegen veranlasst ihn zu einer philosophischen Reflexion über die Verantwortlichkeit im Falle einer Katastrophe, deren Schuld nicht eindeutig zugeordnet werden kann. Eine solche Situation, meint Levinas, verschärft die Verantwortlichkeit, anstatt sie abzuschwächen.

Auch in den übrigen Vorträgen zu den Themen »Israels Jugend«, »Und Gott schuf die Frau« und »Desakralisation und Entzauberung« arbeitet Levinas konsequent diejenige Dimension des Menschlichen heraus, die prinzipiell keine Grenze kennt und die Verantwortung heißt. Dabei verfolgt er hier besonders deutlich sein Projekt einer rationalen Metaphysik, die durch Ent-Mythologisierung des Religiösen den Götzendienst, und damit den Irrationalismus, zu bekämpfen sucht.

Mit dem Revolutionsbegriff setzt sich Levinas in der ersten, mit dem Wesen des Krieges in der letzten der hier vorliegenden »Lektionen« auseinander. Als Kommentar der Mai-Ereignisse begrüßt er die hohe ethische Motivation der französischen Demonstranten, die skandierten: »Wir sind alle deutsche Juden«, und ruft den universalen emanzipatorischen Ansatz des frühen Marx gegen jede Verengung des Revolutionsbegriffs auf das Proletariat in Erinnerung. Der Krieg hingegen veranlasst ihn zu einer philosophischen Reflexion über die Verantwortlichkeit im Falle einer Katastrophe, deren Schuld nicht eindeutig zugeordnet werden kann. Eine solche Situation, meint Levinas, verschärft die Verantwortlichkeit, anstatt sie abzuschwächen.

Auch in den übrigen Vorträgen zu den Themen »Israels Jugend«, »Und Gott schuf die Frau« und »Desakralisation und Entzauberung« arbeitet Levinas konsequent diejenige Dimension des Menschlichen heraus, die prinzipiell keine Grenze kennt und die Verantwortung heißt. Dabei verfolgt er hier besonders deutlich sein Projekt einer rationalen Metaphysik, die durch Ent-Mythologisierung des Religiösen den Götzendienst, und damit den Irrationalismus, zu bekämpfen sucht.
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