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Essays VIII. Ad hoc

Buch (gebunden)
Der achte und letzte Band der »Essay«-Abteilung innerhalb der Werkausgabe versammelt zumeist kürzere Arbeiten Ernst Jüngers, die stets einem konkreten Anlass verpflichtet waren. Doch gehorchen die Reflexionen etwa über Alfred... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Essays VIII. Ad hoc
Autor/en: Ernst Jünger

ISBN: 3608934847
EAN: 9783608934847
Klett-Cotta Verlag

Januar 1978 - gebunden - 396 Seiten

Beschreibung

Der achte und letzte Band der »Essay«-Abteilung innerhalb der Werkausgabe versammelt zumeist kürzere Arbeiten Ernst Jüngers, die stets einem konkreten Anlass verpflichtet waren. Doch gehorchen die Reflexionen etwa über Alfred Kubin oder André Gide keinesfalls einem wie auch immer gearteten Zwang; vielmehr zeigen sie zum einen die Vernetzung Jüngers, zum anderen ermöglichen sie Aufschlüsse über ihn selbst, denn auch im Blickwinkel auf den Anderen wird seine Sichtweise erkennbar.
Dies gilt insbesondere für die beiden Geburtstagsgrüße an seinen Bruder und die »Familiäre Notiz«, aber auch die Preisreden und Nachrufe, die letzlich zeigen, dass der »Jahrhundertmensch« Jünger mit seinen beinahe 103 Jahren viele seiner Weggenossen überlebte.

Inhaltsverzeichnis

Zweite Abteilung Essays VIII:
Caspar Rene Gregory - Alfred Kubins Werk: Nachwort zum Briefwechsel, Die Staubdämonen - Nachruf auf Andre Gide - Geburtstagsbrief an William Matheson - Karl O. Paetel zum 50. Geburtstag - An Friedrich Georg zum 65. Geburtstag - An Friedrich Georg zum 70. Geburtstag - Brief nach Rehburg - Nelsons Aspekt - Erinnerungen an Henry Furst - Zwei Besuche. In memoriam Jean Schlumberger - Ausgehend vom Brümmerhof - Post nach Princeton - Alonso de Contreras - Kriegsstücke von drüben - Vorwort zu "Blätter und Steine" - Geleitwort zu Hans Speidels "Invasion 1944" - "Antaios". Ein Programm - Dankansprachen bei der Verleihung des Rudolf-Alexander-Schröder-Preises, des Immermann-Preises, des Straßburg-Preises, der Freiherr-vom-Stein-Medaille, des Schiller-Preises des Landes Baden-Württemberg - Durchbruch - Paul Toinet - Rivarol - Paul Leautaud. "In Memoriam".

Portrait

Ernst Jünger, geb. in Heidelberg am 29. 3. 1895, war Soldat in der Fremdenlegion, dann in der Reichswehr und der Wehrmacht. Er ist der Bruder von Friedrich G. Jünger. Seine Schriften 'In Stahlgewittern' (Tageb., 1920), 'Der Kampf als inneres Erlebnis' (Essay, 1922) und 'Feuer und Blut' (En., 1925) gelten als Verherrlichung von Soldatentum und Krieg. Später Schriften gegen Gewalt und Macht. Jüngers Teilzeitideologien sind bis heute ebenso umstritten wie seine literarischen Werke.

Leseprobe

Zur Verleihung des Schiller-Preises des Landes Baden-Württemberg (Auszug)

[...] Seit einem Vierteljahrhundert hause ich in Oberschwaben, im Schatten des Stauffenbergschen Schlosses im Dorfe Wilflingen. Nie zuvor habe ich so lange am gleichen Orte geweilt. Ich wohne gern auf dem Lande; hier wie in manch anderer Hinsicht denke ich nicht quantitativ. In einer Großstadt kennt man das Image. auf dem Dorfe das Gesicht. Man lebt unter Nachbarn; und ich darf es vielleicht nicht ganz als Zeichen von Rückständigkeit betrachten, daß ich es zum Ehrenbürger zweier Dörfer gebracht habe.
Ich kann mich also als eingemeindet betrachten und sogar als Landeskind, da ich in Heidelberg am Neckar geboren bin. Im weiteren Sinne, innerhalb der Geschlechterfolge. bin ich Rückwanderer. Es muß noch vor Goethes Tode gewesen sein, als der Urgroßvater. Johann Christian Jünger. 1810 zu Neckargartach geboren, sein Felleisen schnürte. um auf Wanderschaft zu gehen. Sie führte ihn bis nach Osnabrück in Westfalen, wo er in die Schuhmacherinnung aufgenommen wurde und die Tochter des Meisters heiratete. Wie jeder Handwerker damals wird er seinen Schiller und seinen Uhland gekannt haben und darüber hinaus auch bibelfest gewesen sein.
Solche Wanderschaft hat zu einem beträchtlichen Austausch zwischen den Stämmen beigetragen. wie später die Eisenbahn zwischen den Nationen und heute das Flugzeug zwischen den Weltbürgern, in meinem Falle hat der Ahn durch seine Heirat westfälische Gene in den Stammbaum eingebracht. Ich will Sie mit meiner Familiengeschichte nicht langweilen. doch daraus eine Anekdote Zitieren. die das Westfälische zum Ausdruck bringt:
Es muß ungefähr um 1825 gewesen sein. als die Urgroßmutter. Anna Determann. damals ein Kind von zwölf Jahren, vor die Haustür trat und einen Trauerzug sah. Voran ging ihr Vater mit den Schulkindern. dann folgte ein Kindersarg mit kleinem Geleit. Der Zug ging nicht durch das große Tor des Friedhofes. durch das alle Leichen getragen wurden
, sondern durch eine Pforte für die Kirchgänger, Das Mädchen erschrak, denn es wußte, daß der Vater in der Wohnstube war. Es rief ihn heraus und erzählte ihm das Gesehene. Er wollte es ihm ausreden: Du kannst das schon deshalb nicht gesehen haben. weil durch diesen Eingang nie ein Toter getragen wird, Einige Tage später starb das Kind eines Heuermanns; in der Nacht vor der Beerdigung stürzte das Tor ein, und der Sarg mußte durch die Pforte getragen werden - genau so. wie es gesehen worden war.
Eine Begegnung, wie sie in Westfalen und Niedersachsen, auch in Schottland und der Bretagne nicht ungewöhnliche ist. Die Droste hat sich in ihren Bildern aus Westfalen ausführlich damit befaßt. und sie verdankt dem Zweiten Gesicht einen starken Anteil ihrer dichterischen Kraft.
Zu diesem Komplex zählt auch der Vorbrand; das ist die quälende Vision zukünftiger Kriege, Katastrophen und Großbrände. Der Betroffene begreift erst nachträglich, was er gesehen hat; er wird darüber durch die Ereignisse belehrt, wie es mir mit den Marmorklippen geschah.
Wenn ich sage, daß ich mit Schiller aufgewachsen bin, so ist das selbstverständlich für meine Generation und für die drei, die ihr vorausgingen. Sein Werk genoß die stets gleiche Achtung. wenn auch die Grade verschieden waren. in denen die Annäherung gelang. Wahrscheinlich kam jener Handwerker ihm näher als etwa die Romantiker. die sich gelegentlich über ihn mokiert haben. Mein Vater las und zitierte ihn gern. Ich selbst wurde durch die Gedichte nie stärker getroffen denn als Zwölf jähriger: ich las sie wie manches andere in den Nächten und war dann in der Schule nicht ansprechbar.
Bei diesen nächtlichen Ausflügen leuchteten die Blumen schöner und aus eigener Kraft. Meine Präsenz am Tage freilich wurde blasser; ich war nicht bei den Dingen. weil ich zu stark bei der Sache war. Doch mochte zuweilen. vielleicht auf osmotische oder telepathische Weise, etwas durchsickern. Das brachte mich einige Male in die paradoxe Lage
. zugleich der schlechteste und der Lieblingsschüler zu sein. Ähnlich beim Heere: ein guter Krieger, ein schlechter Soldat. Offenbar fand ich mich im Elementaren besser zurecht. Der Zustand ist jedem Heranwachsenden bekannt. Die Namen und die Dinge stimmen nicht überein. Damit rücken die Gefahren der Exzesse, des Rausches. der Entgleisung nahe heran. Sie waren Schiller nicht fremd. Sein Vorwort zu den Räubern von 1781 dürfen wir als präzise und aktuelle Durchleuchtung der moralischen Katastrophe auffassen. Im Glücksfall finden wir Chefs und Lehrer. die eine Art von Komplizenrolle übernehmen und dem Ordinären - oder, wie Martin Heidegger es nennt: dem Gestell - gegenüber mit uns durchstecken, wie Schiller ihn in Professor Abel fand. [...]


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