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Preussens Luise

Vom Entstehen und Vergehen einer Legende. Mit Abbildungen.
Buch (gebunden)
Königin Luise von Preußen ist längst Legende: In Bildern, Büsten und zahllosen Büchern wurde sie verewigt. Günter de Bruyn führt auf das Unterhaltsamste vor, wie die preußische Königin Luise für das... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Preussens Luise
Autor/en: Günter de Bruyn

ISBN: 3886807185
EAN: 9783886807185
Vom Entstehen und Vergehen einer Legende.
Mit Abbildungen.
Siedler Verlag

5. Dezember 2000 - gebunden - 144 Seiten

Beschreibung

Königin Luise von Preußen ist längst Legende: In Bildern, Büsten und zahllosen Büchern wurde sie verewigt. Günter de Bruyn führt auf das Unterhaltsamste vor, wie die preußische Königin Luise für das Deutsche Reich von 1871 zu einer Art Ursprungsmythos wurde. Er beschreibt die Herkunft dieser Legende und die Kraft, die sie über zwei Jahrhunderte für Preußens Kultur hatte.


Portrait

Günter de Bruyn, 1926 in Berlin geboren, lebt heute als freier Schriftsteller in einem märkischen Dorf. Seine beiden autobiografischen Bücher "Zwischenbilanz" und "Vierzig Jahre" machten Furore. "Preußens Luise" wurde 2002 mit dem Deutschen Literaturpreis ausgezeichnet. Zu Günter de Bruyns zahlreichen Auszeichnungen zählen der Heinrich-Mann-Preis, der Thomas- Mann-Preis, der Große Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Künste, der Jean-Paul-Preis und, 2002 verliehen, der Deutsche Nationalpreis.

Leseprobe

Verflechtungen


Um die außergewöhnliche Verehrung der Königin Luise von Preußen entstehen, andauern und sich über ganz Deutschland ausbreiten zu lassen, mußten verschiedene Ereignisse und Umstände zusammenkommen. Schönheit und Anmut mußten selten gewesen sein auf preußischen Thronen; bürgerliche Tugenden mußten öffentliche Wertschätzung genießen; ein früher Tod mußte die Königin in der Erinnerung jung erhalten, Preußen die schlimmste Niederlage seiner Geschichte erleiden, und die Periode seiner Demütigungen mußte siegreich zu Ende gehen.
Daß aber Luise, die siebente von insgesamt elf preußischen Königinnen, für das Deutsche Reich von 1871 mit dem Hohenzollernkaiser an der Spitze zu einer Art Ursprungsmythos werden konnte, hing sowohl mit dem zu ihren Lebzeiten erstarkenden deutschen Nationalbewußtsein und der besonderen Rolle Preußens in den Befreiungskriegen zusammen als auch - und das in erster Linie - mit ihrem Sohn Wilhelm, der sechzig Jahre nach ihrem Tode deutscher Kaiser wurde.
Passend dazu war die Verflechtung ihres Lebens mit außerpreußischen deutschen Ländern. Sie war eine mecklenburgische Prinzessin, wurde aber in Hannover geboren und hatte ihre Jugend südlich des Mains verbracht. Sie sprach Hochdeutsch mit hessischen Dialektanklängen und war schon als junges Mädchen mit der Mutter des in ganz Deutschland verehrten Goethe bekannt und vertraut gewesen. In ihr verbanden sich, wie man später in völkischer Tonart sagte, die schlichte Treue und das Pflichtbewußtsein der schweren norddeutschen Stämme mit der Herzenswärme und Heiterkeit süddeutschen Blutes. Und da sie zu den blonden und blauäugigen Schönheiten gehörte, eignete sie sich auch vom Äußeren her für eine Lichtgestalt deutscher Art.


Die schönen Schwestern


In Hannover war die Mecklenburgerin geboren worden, weil ihr Vater, bevor er regierender Großherzog von Mecklenburg-Strelitz wurde, als Gouverneur der Stadt in englischen Diensten gestanden hatte, und
ins Hessische war sie mit sechs Jahren geraten, als ihre Mutter, eine geborene Prinzessin von Hessen-Darmstadt, gestorben war. Bei der Großmutter war sie im Darmstädter Alten Palais aufgewachsen und mit siebzehn Jahren in Frankfurt am Main gezielt mit dem preußischen Kronprinzen zusammengebracht worden. Und da die beiden sich ineinander verliebten und der König diese Verbindung wünschte, waren sie wenige Wochen später verlobt.
Am 10. März 1776 war Luise zur Welt gekommen, am 22. Dezember 1793 kam sie als Braut nach Berlin. Den Triumphzug der Einholung durch Bürger und Soldaten erlebte die Siebzehnjährige an der Seite ihrer jüngeren Schwester Friederike, die die Braut des jüngeren Bruders des Kronprinzen war. Schadow war so entzückt von den beiden, daß er ihren hessischen Dialekt als die angenehmste aller deutschen Mundarten bezeichnete. Er spricht von einem Zauber, der sich durch den Liebreiz der Schwestern über der Residenz ausbreitete und die Berliner durch die Frage entzweite, welche die Schönere von beiden sei. Er selbst entzog sich dieser Entscheidung, indem er beide in seinem heute berühmten Marmorstandbild, der sogenannten Prinzessinnengruppe, vereinte und so Luise, noch bevor sie Königin wurde, als Gebilde der Kunst in die Unsterblichkeit hob.
Für die Ausformung der Luisen-Legende hatte die Prinzessinnengruppe allerdings kaum eine Bedeutung, sieht man von einer indirekten, über die Literatur vermittelten Wirkung ab. Schuld daran war Luises Gatte, Friedrich Wilhelm III., der noch Kronprinz war, als der König das Kunstwerk in Auftrag gegeben hatte, bald nach dessen Fertigstellung aber selbst König wurde und es, wie vieles, das sein Vater getan oder veranlaßt hatte, verwarf.
Johann Gottfried Schadow, 1764 in Berlin geboren, Schüler des Hofbildhauers Tassaert, seit 1788 dessen Amtsnachfolger, hatte schon Meisterwerke wie die Quadriga des Brandenburger Tores und das Zieten-Denkmal für den Wilhelmplatz in Berlin geschaffen, so daß der Minister von Heyn
itz, als er Friedrich Wilhelm II. vorschlug, die Schönheit der Schwestern von Schadow verewigen zu lassen, ihn mit Recht als einen Künstler bezeichnen konnte, der jetzt unter allen Bildhauern Europas den ersten Platz beanspruchen könne. Und der König, selbst vom Reiz seiner Schwiegertöchter beeindruckt, stimmte dem zu.
Getraut wurde Luise, als habe man mit ihrem späteren Heiligenschein schon gerechnet, am Heiligen Abend 1793, ihre Schwester am zweiten Weihnachtstag. Danach wohnten die jungen Paare benachbart, Friedrich Wilhelm und Luise im Kronprinzenpalais Unter den Linden, Prinz Ludwig und Friederike in dem durch einen Torbogen verbundenen Nachbargebäude, das später, da Luises Töchter hier bis zu ihrer Verheiratung lebten, den Namen Prinzessinnenpalais erhielt. Schadow wurde ein Arbeitszimmer im Seitenflügel des Kronprinzenpalais angewiesen, und täglich um die Mittagsstunde kam Friederike, die jetzt Prinzessin Ludwig oder Louis genannte wurde, herüber, um ihm zu sitzen, mit ihm zu plaudern und die Reize ihrer knapp siebzehn Jahre auszuspielen, die manchen Männern des Hofes gefährlich wurden. Ihr Mann aber, der sie nur aus Gehorsam geheiratet hatte und sein Junggesellenleben auch in erotischer Hinsicht weiterführte, machte sich wenig aus ihr.
Die Arbeit mit der Kronprinzessin dagegen war weniger intim und gemütlich. Sie kam immer in Begleitung ihres steifen, mit Zeit und Worten geizenden Gatten, saß dem Künstler auch nicht in seinem Arbeitszimmer, sondern ließ sich von ihm während der Audienzen des Kronprinzenpaares studieren, so daß Schadow von seiner Saalecke her meist nur die offizielle Luise sah.
Zuerst entstanden die Büsten der Schwestern, von denen die Friederikes lebendiger wirkt. Vielleicht ist das auch ein wenig auf die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen zurückzuführen, bestimmt aber entspricht es den von Schadow erkannten unterschiedlichen Charakteren der Schwestern. Luise, die ältere, hat trotz ihres jugendlich-vollen Gesichts etwas Feierli
ches und Hoheitsvolles, der geradeaus gerichtete Blick macht das schöne Gesicht unlebendig. Die pflichtbewußte Königin, zu der sich das lebensfrohe, oft ausgelassene und tanzwütige Mädchen entwickeln sollte, ist hier von Schadow vorweggenommen. Auch das tiefe Dekolleté, das übrigens nach Einspruch des Gatten in einer späteren Fassung verändert wurde, vermittelt keinen sinnlichen Reiz.
Friederike dagegen, vielseitig begabt, aber leichtlebiger und koketter als ihre Schwester, ist bei Schadow, fern von antiken Schönheitsidealen, fern auch von Repräsentation und Etikette, nichts als ein reizendes junges Mädchen, dessen geschlossene Lippen die Andeutung eines Lächelns ziert und dessen seitlich geneigter Kopf Ungezwungenheit zeigt. Sie ist mehr Ika, wie sie in der Familie gerufen wurde, als Frau des preußischen Prinzen. Der Zauber, den sie auf den Künstler ausübte, liegt auch in ihren träumerisch nach unten gerichteten Blicken. Sie ist natürlich, lebendig und ganz gegenwärtig. Hier ist nichts vorweggenommen, nicht die unglückliche Ehe mit Ludwig, nicht die Witwenschaft mit achtzehn Jahren, nicht die Liebschaften, nicht die unstandesgemäße zweite Heirat, die ihre Entfernung vom Hofe bedeutet, und auch nicht die dritte Ehe, durch die sie schließlich Königin von Hannover wird. Ein wenig vom sinnlichen Reiz der Prinzessinnengruppe ist in Friederikes Büste bereits zu sehen.
An dem Doppelstandbild begannen die Arbeiten wenig später, und Schadow fand dabei die bereitwillige Unterstützung der Schwestern. Er durfte aus ihrer Garderobe die seinen Absichten entsprechenden Kleider auswählen, und er hatte das Glück, daß die damalige antikisierende Mode der weiten, hochgegürteten Gewänder ihm die Verbindung von Anmut, Würde und sinnlichem Reiz erlaubte. Sogar maßnehmen durfte er bei Luise und ihrer zierlichen Schwester nach der Natur.
In der Akademie-Ausstellung von 1795, die im September eröffnet wurde, waren die Prinzessinnen gleich in zwei Kunstwerken vertreten: Am Einga
ng prangte Weitschs großes Gemälde, auf dem die weißgekleideten Schwestern als Dank für den im April geschlossenen Frieden von Basel eine Büste Friedrich Wilhelms II. bekränzen, und im Mittelpunkt des Saales war das Gipsmodell der Prinzessinnengruppe zu sehen. Der Beifall für dieses einzigartige Werk war groß und einhellig, was Schadow bescheiden mit den vielen schwachen Kunsterzeugnissen, welche umherstanden erklärte. Er konnte hoffen, daß die Marmorausführung, die er zwei Jahre später in der Ausstellung zeigte, noch größeres Lob ernten würde. Aber er wurde bitter enttäuscht.
Nicht die Kunstkritik, die kaum stattfand, war es, die den Mißerfolg bewirkte und Schadow verbitterte, sondern der Wechsel an der Spitze der Monarchie. Friedrich Wilhelm II. starb wenige Wochen nach dem Ende der Ausstellung, und der neue König, nüchterner und sparsamer als sein Vater, verachtete alles, was mit dessen Sinnenfreuden, seiner Mätressenwirtschaft und der Verschwendung von Staatsgeldern zusammenhing. Er wollte Preußen wieder preußischer und moralischer machen, ließ gleich nach seiner Thronbesteigung die Gräfin Lichtenau, die lebenslange Nebenfrau seines Vaters, angeblicher Unterschlagungen wegen, die sich später als nicht zutreffend herausstellten, verhaften; und zu Schadows anrührendem Grabmal des Grafen von der Mark und zur marmornen Prinzessinnengruppe soll er in seiner wortkargen Art gesagt haben: Mir fatal!
Fatal am Grabmal war ihm, daß das tote Kind, das damit so aufwendig geehrt wurde, einer nichtehelichen Liebschaft seines Vaters entstammte; und das Standbild der Schwestern, deren liebliche Körperformen man unter den lose fallenden Gewändern erahnen konnte, war ihm wohl zu intim. Ihm mißfiel der besondere Vorzug der Darstellung, ihre Natürlichkeit und Lebendigkeit, die nicht ausdrückten, welch hohe Stellung die Schwestern einnahmen. Möglich ist aber auch, daß seine Ablehnung nur der inzwischen wegen unstandesgemäßer Heirat vom Hofe entfernten Friederike galt.
Der
königliche Auftrag für das Marmorstandbild hatte keine Bestimmung über dessen Aufstellungsort enthalten. Schadow ließ es von der Akademie wieder in seine Werkstatt befördern und machte dem jungen König immer wieder Vorschläge für seine Aufstellung, doch wich der König, wie es auch in wichtigeren Fragen seine Art war, lange einer Entscheidung aus. Drei Jahre standen die marmornen Schwestern in einer Holzkiste, in der die Mäuse sich Nester bauten, dann ließ der König, um hochgestellte Besucher zu ehren, sie in eines der Gästezimmer des Schlosses bringen, wo sie, selbst der Hofgesellschaft weitgehend unzugänglich, etwa neunzig Jahre lang standen und so gut wie vergessen wurden. Auch als sie 1893 in der Bildergalerie des Stadtschlosses und 1918 in dessen Parolesaal aufgestellt wurden, nahmen nur Kenner und Liebhaber von ihnen Notiz. Fontane hat sie in seiner Lobpreisung des alten Schadow, im Spreeland, keiner Erwähnung für wert gefunden. Obwohl die Königliche Porzellanmanufaktur Verkleinerungen in Biskuitporzellan von ihnen hergestellt und vertrieben hatte, wurden die jugendlichen Schwestern nie so populär wie Rauchs idealisierte Königin im Mausoleum. Für den Luisen-Kult hatte Schadows Lebensechtheit kaum eine Bedeutung. Aber auch in unseren Tagen pilgert man eher zu Rauchs toter Königin im Charlottenburger Schloßpark als zur ewig lebendigen Kronprinzessin, die heute, immer noch Arm in Arm mit ihrer kleinen Schwester, als Gipsmodell in Schinkels Friedrichwerderscher Kirche und marmorn auf der Museumsinsel in der Nationalgalerie steht.


Glaube und Liebe


Obwohl die Hochzeit Luises im Weißen Saal des Berliner Stadtschlosses am 24. Dezember 1793 nach dem alten, noch aus barocken Zeiten stammenden Zeremoniell, mit dem Fackeltanz der Minister und Generäle, dem frivolen Zerschneiden des Strumpfbandes der Braut und dessen Verteilung an die Zeugen, gefeiert wurde, machte diese Liebesheirat doch deutlich, daß in Preußen manches anders geworden war. Nic
ht nur Adlige und höhere Beamte, sondern auch viele Bürger Berlins waren als Zuschauer zugelassen. Die Anwesenheit der Witwe Friedrichs des Großen, die immer von ihrem Mann getrennt und wie im verborgenen gelebt hatte, erinnerte an die sechsundvierzig Jahre, in denen Preußen praktisch keine Königin gehabt hatte. Der gegenwärtige König, Friedrich Wilhelm II., hatte mit seinen wechselnden Frauenaffären die moralisch nachtschwarze Kulisse geschaffen, vor der das treue und tugendhafte Kronprinzenpaar leuchten konnte; und das alles klang, obwohl unausgesprochen, in der Traurede mit.
Gehalten wurde diese vom Hofprediger Sack, der den Bräutigam schon konfirmiert hatte, und sie war ganz auf dessen moralische Lebensführung und Luises Rolle dabei abgestellt. Dieses Herz, sagte er an Luise gewandt, das Ihnen jetzt seine Liebe und Treue am Altar der Religion weiht, dieses Herz verehrt Gott, und es liebt redlich Gerechtigkeit und Tugend. Sie sind von der Vorsehung auserwählt, es zu beglücken, und Ihr schöner Beruf ist es, in demselben die sanfte Flamme zärtlicher Empfindungen zu unterhalten, die das Furchtbare der Heldentugenden mildert, und die, da sie selbst Liebe ist, auch Liebe erzeugt. Von Ew. Königlichen Hoheit erwartet der Prinz, für den Sie zu leben angeloben, was Würde und Macht ihm nicht geben können: das heilige Glück der Freundschaft - und ein neues leuchtendes Vorbild erwartet von Ihnen der Hof und das Vaterland.
Zu den Vorzügen der Legendengestalt Luise zählte neben ihrer Anmut und Schönheit auch das, was man ihre Natürlichkeit nannte, dem Hofzeremoniell entgegensetzte und als Ausdruck von Güte und Menschlichkeit sah. In keinem der vielen Bücher, die über sie geschrieben wurden, fehlen die Szenen, in denen sie die vorgeschriebenen Normen mißachtet, weil sie ihren edlen Gefühlen gehorcht. Obwohl es nicht schicklich ist, küßt und umarmt sie das weißgekleidete Bürgermädchen, das sie bei ihrer Ankunft als Braut vor der Ehrenpforte Unter den Linden mit einem Ged
icht bewillkommnet, so daß die Oberhofmeisterin ausrufen muß: Mein Himmel! Das ist ja gegen alle Etikette. Zum Entsetzen von Friedrichs Witwe grüßt sie, statt sich grüßen zu lassen, die ankommenden Hochzeitsgäste. Die Konventionen mißachtend, modernisiert sie den Hof durch zeitgemäßes Walzertanzen, und leicht ist sie, auch in der Öffentlichkeit, zu Tränen gerührt. Immer steht ihre Menschlichkeit gegen die Starrheit der überkommenen Formen, in die sie sich aber auch, soweit es ihre hohe Aufgabe erfordert, heroisch fügt. Die treue Oberhofmeisterin, Gräfin Voß, ihre Lehrmeisterin im Königin-Werden, wird dadurch zum notwendigen Bestandteil der Legende. Sie verkörpert streng und gerecht, aber mit gutem Herzen das alte Preußen, dessen Zucht Luise erzieht und verwandelt und das durch sie verwandelt wird.
Die Ehe, die das Kronprinzenpaar führte, war mustergültig im bürgerlichen Sinne. Man liebte nicht nur einander, sondern sagte auch du zueinander, was allen bisherigen Gepflogenheiten widersprach. Durch regelmäßige Niederkünfte erfüllte Luise ihre Mutterpflichten, und die Kinder wuchsen in ständiger Nähe der Eltern auf. Da Friedrich Wilhelm III. die Öffentlichkeit scheute, gern häuslich zurückgezogen lebte, so daß er das kleine Kronprinzenpalais auch noch als König dem großen Stadtschloß vorzog und im Sommer gern im bescheidenen Herrenhaus von Paretz lebte, wo er nichts als ein Gutsherr sein wollte, konnte den an Luise gerühmten Eigenschaften auch die der Genügsamkeit hinzugefügt werden, die seit den Zeiten des Soldatenkönigs in Preußen viel galt.
Als Luise im November 1797 Königin wurde, waren also einige der Bestandteile der Legende, die im 19. Jahrhundert ihr Andenken bestimmen sollten, im öffentlichen Bewußtsein schon vorhanden, und Maler und Dichter waren dabei, sie zu festigen und auszuschmücken, in dieser frühen Zeit besonders Novalis, wie sich Friedrich von Hardenberg als Dichter nannte, der zum Ruhme der Königin und ihres Mannes einen schwärmerisch-dunklen
Beitrag lieferte, der dem König allerdings nicht gefiel.




Pressestimmen

"De Bruyn zeichnet ein schillerndes Bild der Verehrung Luises, das er von der napoleonischen Zeit bis in die Kostümfilme der fünfziger Jahre verfolgt."

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