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Jeanne D' Arc

Jungfrau und Tochter Gottes. Mit Abbildungen und Ktn. -Skizzen.
Buch (gebunden)
Kaum eine Persönlichkeit des Mittelalters stößt bis heute auf derart großes Interesse wie Jeanne d'Arc: Johanna von Orléans (1411-1431), das Bauernmädchen aus Domrémy, fühlte sich angesichts der drohenden Nie... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Jeanne D' Arc
Autor/en: Heinz Thomas

ISBN: 3828600654
EAN: 9783828600652
Jungfrau und Tochter Gottes.
Mit Abbildungen und Ktn. -Skizzen.
Fest, Alexander Verlag

16. Dezember 2002 - gebunden - 624 Seiten

Beschreibung

Kaum eine Persönlichkeit des Mittelalters stößt bis heute auf derart großes Interesse wie Jeanne d'Arc: Johanna von Orléans (1411-1431), das Bauernmädchen aus Domrémy, fühlte sich angesichts der drohenden Niederlage der Franzosen im Hundertjährigen Kreig zum Kampf gegen die Engländer berufen. Sie begleitete das französiche Heer und trug wesentlich zur Befreiung des belagerten Orléans bei. Nach dem Sieg von Patay, die die Krönung Karls VII. ermöglichte, geriet sie in englische Gefangenschaft und wurde 1431 der Zauberei angeklagt und als ketzerische Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Jeanne war, wie Heinz Thomas zeigt, entgegen nachträglicher Stilisierungen kein religiöses Maskottchen, sondern im Gefecht den militärischen Strategen durchaus gleichgestellt. Ihre Geschichte, voll des Verrats und raffinierter Intrigen, lässt viele Fragen offen: etwa das rätselhafte Zögern Karls VII., seine Heldin durch einen englischen Kriegsgefangenen auszutauschen. Der Autor bringt Licht in diese dunklen Episoden, indem er auf bislang unzureichend ausgewertetes Quellenmaterial zurückgreift. Er rekonstruiert die Biographie einer kämpferischen Frau, die schon mit zwölf Jahren ihr Leben in die eigene Hand nahm, ein von ihren Eltern für sie gegebenes Ehegelöbnis auflösen ließ und bald darauf begann, sich als Tochter Gottes und Schwester Jesu Christi zu sehen. Als sie starb, war sie nicht mehr als zwanzig Jahre alt, und doch kennt ihr kurzes Leben an Unbedingtheit, Kampf, Glanz und Dramatik kaum seinesgleichen.

Portrait

1947 in Bombay geboren, studierte in Cambridge Geschichte. Mit seinem Roman "Mitternachtskinder" (1983) wurde er weltberühmt. Seine Bücher erhielten renommierte internationale Auszeichnungen und sind in über zwei dutzend Sprachen übersetzt worden. Zuletzt wurde ihm 1996 der Aristeion-Literaturpreis der EU für sein Gesamtwerk zuerkannt.

Pressestimmen

Hungrige Heilige Gleich am Anfang seines Buchs entschuldigt sich der Autor bei den Lesern. Eigentlich habe er ein Werk über Frankreich im frühen 15. Jahrhundert verfassen wollen, aber leider, leider sei wieder eine Lebensbeschreibung der französischen Nationalheiligen dabei herausgekommen ° "noch ein Buch über Jeanne d'Arc", kommentiert Heinz Thomas zerknirscht die kaum originelle Wahl seines Themas. Aber, so verteidigt sich der Bonner Geschichtsprofessor, er habe da wissenschaftliche Fündlein gemacht, aus denen sich neue Thesen über die Kämpferin im Hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England ergäben, und so musste es einfach diese Biografie werden. Geschenkt, dem Autor sei verziehen. Er liefert in der Tat reichlich Stoff für lustvolle Laienlektüre und genüsslichen Gelehrtentratsch. Spannendste und solide untermauerte Vermutung: Johanna von Orléans (gestorben 1431) habe an Anorexia nervosa gelitten, der berüchtigten Pubertätsmagersucht. Inneres Launengewoge, äußere Ruhelosigkeit, fehlende Monatsblutungen, von diesen typischen Symptomen wissen die Quellen allerdings manches zu berichten. Jeannes Page etwa gab zu Protokoll, die Möchtegern-Heilige habe an manchen Tagen nur ein Stück Brot gegessen. Im Kerker bekam sie einmal einen Karpfen, und der wiederum bekam ihr gar nicht: die Holde spie die halbe Nacht, zu fett das Vieh für ihren askesegewohnten Magen. Die Stimmen und Visionen, von denen die jungfräuliche Femme fatale heimgesucht wurde und über die ganze Wissenschaftler-Legionen rätselten, könnten von der Magersucht zumindest mit ausgelöst worden sein: Möglicherweise waren es Hungerhalluzinationen. Neben solch psychiatrischer Ferndiagnose präsentiert Thomas noch einige andere Neuigkeiten. So zieht er gegen jene Biografen zu Felde, die behaupten, die wehrhafte Maid sei eher ein religiöses Maskottchen gewesen und habe gar nicht in die Kriegsführung eingegriffen. Thomas liefert ausreichende Belege für Jeannes ausgeprägte und ausgelebte Kampfeslust. Manchmal also lohnt es sich, wenn ein Professor vor Entdeckerfreude sein Thema verfehlt. (C) DER SPIEGEL - Vervielfältigung nur mit Genehmigung des SPIEGEL-Verlags

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