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Erinnerungen - 1990 bis 1994

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»Als wir uns auf den Weg zur Einheit machten, war es wie vor der Durchquerung eines Hochmoors: Wir standen knietief im Wasser, Nebel behinderte die Sicht, und wir wussten nur, dass es irgendwo einen festen Pfad geben musste. Schritt für Sch... weiterlesen
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Erinnerungen - 1990 bis 1994 als Buch
Produktdetails
Titel: Erinnerungen - 1990 bis 1994
Autor/en: Helmut Kohl

ISBN: 3426274086
EAN: 9783426274088
Droemer Knaur

14. November 2007 - gebunden - 784 Seiten

Beschreibung

»Als wir uns auf den Weg zur Einheit machten, war es wie vor der Durchquerung eines Hochmoors: Wir standen knietief im Wasser, Nebel behinderte die Sicht, und wir wussten nur, dass es irgendwo einen festen Pfad geben musste. Schritt für Schritt tasteten wir uns vor und kamen schließlich wohlbehalten auf der anderen Seite an. Ohne Gottes Hilfe hätten wir es wohl nicht geschafft.« Helmut Kohl

Es war eine Zeitenwende, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte: Mit dem Fall der Mauer brach zugleich die Nachkriegsordnung zusammen, und etwas Neues trat hervor. Aber wie dieses Neue gestalten, wenn die Koordinaten der nationalen wie der internationalen Politik fortwährend neu bestimmt werden mussten?

Zeitweise gewannen die Ereignisse eine solche Dynamik, dass sie kaum zu steuern waren: Immer deutlicher zeichnete sich die desolate wirtschaftliche Lage der DDR ab; jeden Tag machten sich Tausende auf den Weg nach Westen, in die Bundesrepublik. Starke Beharrungskräfte widersetzten sich in der Sowjetunion Gorbatschows Reformpolitik; wie gefährdet seine Position war, erwies sich in dem Putschversuch vom August 1991, als die Welt für einige Tage den Atem anhielt. Mit den ethnischen Konflikten im auseinanderbrechenden Jugoslawien kehrte nach über fünfundvierzig Jahren der Krieg nach Europa zurück - auf einen Kontinent, den die Erfahrung zweier Weltkriege so sehr gezeichnet hat, dass Deutschlands unmittelbare Nachbarn in Ost und West, Polen und Frankreich, einem erstarkenden wiedervereinigten Deutschland mit nur schwer auszuräumendem Misstrauen begegneten.

Aber nicht nur international gab es zum Teil massive Vorbehalte, mitunter setzten sogar deutsche Politiker alles daran, den Weg zur Einheit zu blockieren. Heftig umstritten war insbesondere die Einbindung Gesamtdeutschlands in die Nato, mit der die Einheit abgesichert werden sollte.

In den Jahren nach 1990 kam es darauf an, die innere Einheit Deutschlands voranzutreiben. Im Mittelpunkt standen dabei das Finanzierungsprogramm Aufbau Ost und der Solidarpakt. Zugleich ging es darum, die Europäische Einigung zu vertiefen. Dazu gehörten die Vollendung des Europäischen Binnenmarktes und die Vorbereitung der Wirtschafts- und Währungsunion, die im Vertrag von Maastricht beschlossen wurde.

In den Erinnerungen 1990 - 1994 über das Herzstück seiner Regierungszeit, erzählt Helmut Kohl von den Jahren des Umbruchs, in denen sich das Schicksal Deutschlands und Europas entschied. Gerade in den Erschütterungen dieser Zeit erweist es sich, welche Bedeutung der Persönlichkeit in der Politik zukommt: Nur dank eigener Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit, dank des in vielen Jahren erworbenen Vertrauens und intensiv gepflegter Kontakte war es ihm immer wieder möglich, kritische Situationen zu meistern und das Projekt der deutschen Einheit sicher zu vollenden.

Portrait

Helmut Kohl war von 1969 bis 1976 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, von 1973 bis 1998 Parteivorsitzender der CDU, von 1982 bis 1998 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Nach der friedlichen Revolution der DDR 1989 setzte er sich mit seiner ganzen politischen Kraft für die Wiedervereinigung Deutschlands ein, die am 3. Oktober 1990 vollzogen wurde. Das besondere Interesse des "Ehrenbürgers Europas" galt dem Ausbau der Europäischen Gemeinschaft zu einer politischen Union mit gemeinsamer Währung. Bis zur Bundestagswahl 2002 hat er seinen Wahlkreis als Abgeordneter im Deutschen Bundestag vertreten.

Pressestimmen

Ein dicker Wälzer vom Pfälzer und einer, dessen Lektüre sich lohnt.
Nicht die kleinen Details und Rechtfertigungen, da kann man schnell mal ein paar Seiten links liegen lassen. Nein, es sind die Szenen, Besprechungen, Verbrüderungen und Anfeindungen die sich im Umkreis der Wiedervereinigung abgespielt haben. Die keiner so erlebt und mitgestaltet hat, wie Helmut Kohl. Vom Treffen mit Gorbatschow im Kaukasus, von (geheimen) Protokollen, die belegen, wie die SPD-Spitze Gorbatschow "Bedenken" gegen Kohls Wiedervereinigungskurs serviert und von der nicht gerade britischen Art der eisernen Lady, die Einheit zu hintertreiben. Auch ein Buch über die Macht, Geschichte zu machen.

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