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Ausgewählte Werke. Moby Dick oder Der Wal

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"Moby-Dick", einer der größten Romane der Weltliteratur, in einer Neuübersetzung, die Maßstäbe setzt: Die Geschichte des weißen Wals und seines von Haß getriebenen Jägers Kapitän Ahab wird in ihrer une... weiterlesen
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Ausgewählte Werke. Moby Dick oder Der Wal als Buch
Produktdetails
Titel: Ausgewählte Werke. Moby Dick oder Der Wal
Autor/en: Herman Melville

ISBN: 3446200797
EAN: 9783446200791
Herausgegeben von Daniel Göske
Übersetzt von Matthias Jendis
Hanser, Carl GmbH + Co.

September 2001 - gebunden - 1048 Seiten

Beschreibung

"Moby-Dick", einer der größten Romane der Weltliteratur, in einer Neuübersetzung, die Maßstäbe setzt: Die Geschichte des weißen Wals und seines von Haß getriebenen Jägers Kapitän Ahab wird in ihrer unendlichen Vielstimmigkeit, in ihrem Pathos und ihrer Präzision erzählt. Mit einem Anhang, der zu immer neuen Entdeckungen in diesem aus den tiefsten Quellen von Mythos und Philosophie schöpfenden Meisterwerk einlädt.

Portrait

Herman Melville (1819-91) stammte aus einer verarmten New Yorker Familie. Er ging früh zur See und verdingte sich als Matrose, unter anderem auch auf Walfängern. Seine Reisen führten ihn bis in die Südsee. 1844 kehrte er in die USA zurück, lebte als freier Schriftsteller und war von 1866-85 als Zollinspektor in New York tätig. Der Romancier und Autor von Kurzgeschichten und Lyrik gilt als einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller. Sein Meisterwerk 'Moby Dick' zählt zu den Klassikern der Weltliteratur.

Leseprobe

Nennt mich Ismael. Ein paar Jahre ist's her - unwichtig, wie lang genau -, da hatte ich wenig bis gar kein Geld im Beutel, und an Land reizte mich nichts Besonderes, und so dacht ich mir, ich wollt ein wenig herumsegeln und mir den wässerigen Teil der Welt besehen. Das ist so meine Art, mir die Milzsucht zu vertreiben und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Immer wenn ich merke, daß ich um den Mund herum grimmig werde; immer wenn in meiner Seele nasser, niesliger November herrscht; immer wenn ich merke, daß ich vor Sarglagern stehenbleibe und jedem Leichenzug hinterhertrotte, der mir begegnet; und besonders immer dann, wenn meine schwarze Galle so sehr überhandnimmt, daß nur starke moralische Grundsätze mich davon abhalten können, mit Vorsatz auf die Straße zu treten und den Leuten mit Bedacht die Hüte vom Kopf zu hauen - dann ist es höchste Zeit für mich, so bald ich kann auf See zu kommen. Das ist mein Ersatz für Pistole und Kugel. Mit einer stoischen Sentenz stürzt Cato sich in sein Schwert; ich gehe still an Bord. Daran ist nichts Überraschendes. Von Zeit zu Zeit hegen fast alle Menschen, ob sie's wissen oder nicht, in etwa dieselben Gefühle für das Weltmeer wie ich.
Dort liegt nun eure Inselstadt der Manhattos, umgürtet mit Kais wie die Inseln im Indischen Meere mit Korallenriffen - der Handel umgibt sie mit seiner Brandung. Nach rechts und nach links führen euch die Straßen zum Wasser. Ihr südlichster Zipfel ist die Battery, jene stolze Mole, die von Wogen umspült und von Brisen gekühlt wird, welche nur wenige Stunden zuvor kein Land vor sich sahen. Schaut euch die Scharen der Wassergaffer dort an.
Durchwandert die Stadt an einem verträumten Sabbatnachmittag. Geht von Corlears Hook nach Coenties Slip und von dort über Whitehall nach Norden. Was seht ihr? - Stummen Schildwachen gleich, stehen überall in der Stadt Tausende
und Abertausende von Sterblichen, gefangen in ozeanischen Träumereien. Manche lehnen gegen die Duckdalben, manche sitzen auf den Molenköpfen, manche schauen über das Schanzkleid von Schiffen aus China, manche hocken hoch oben im Rigg, als wollten sie einen noch besseren Blick auf die See erhaschen. Freilich sind dies alles Landratten, an Wochentagen zwischen Mauern aus Holz und Stein gepfercht - an Ladentische gefesselt, an Werkbänke genagelt, an Pulte geklemmt. Wie kann das angehen? Sind denn die grünen Gefilde dahin? Was tun sie hier?
Doch seht! Hier kommen noch mehr Scharen, die geradewegs dem Wasser zustreben und offenbar kopfüber hineinspringen wollen. Sonderbar! Das äußerste Ende des Landes muß es sein; im schattigen Lee der Lagerhäuser dort drüben herumzulungern reicht ihnen nicht. Nein: Sie müssen dem Wasser gerade so nah kommen, wie sie nur können, ohne hineinzufallen. Und da stehen sie - eine, ja viele Meilen weit. Allesamt Binnenländler, strömen sie aus Wegen und Gassen, aus Straßen und Alleen herbei - aus Norden, Osten, Süden und Westen. Und doch, hier vereinen sie sich alle. Sagt mir, ist es vielleicht die magnetische Kraft der Kompaßnadeln all jener Schiffe, die sie dorthin zieht?
Noch einmal. Sagen wir, ihr seid auf dem Lande, hoch oben zwischen Hügeln und Seen. Nehmt beinah jeden beliebigen Weg, und zehn zu eins, daß er euch in ein Tal hinabgeleitet und dort absetzt, wo sich der Bach zum Weiher weitet. Da ist Magie im Spiel. Laßt den zerstreutesten Menschen in tiefste Träumereien verfallen - stellt diesen Menschen auf seine Füße, setzt ihn in Gang, und er wird euch unfehlbar ans Wasser führen, sofern es in der ganzen Gegend überhaupt Wasser gibt. Solltet ihr in der großen amerikanischen Wüste jemals Durst leiden, so versucht es mit diesem Experiment, falls eure Karawane zufällig mit einem P
rofessor der Metaphysik dienen kann. Ja, das weiß jeder: Auf ewig vereint sind Wasser und Tiefsinn.
Doch hier haben wir einen Künstler. Es verlangt ihn danach, das träumerischste, schattigste, ruhigste, zauberhafteste Fleckchen romantischer Landschaft im ganzen Tale des Saco zu malen. Was ist das wichtigste Bildelement, das er verwendet? Dort stehen seine Bäume, jeder innen hohl, so als berge er einen Eremiten und ein Kruzifix; hier schläft seine Weide und dort sein Vieh, und aus dem Bauernhause da drüben steigt verschlafen der Rauch auf. Tief in ferne Waldungen hinein windet sich ein verschlungener Pfad, bis hinauf zu den überlappenden Hängen der Berge, die im Blau ihrer Flanken baden. Doch obgleich das Bild derart entrückt daliegt, und obgleich diese Kiefer ihre Seufzer wie Blätter auf den Kopf jenes Schäfers herabsäuseln läßt, so wäre doch alles vergebens, hinge nicht des Schäfers Auge am zauberischen Bächlein vor ihm. Geht im Juni auf die Prärien, wo ihr dann auf Dutzende und Aberdutzende von Meilen knietief durch Tigerlilien watet - was fehlt da noch zu eurem Glück? - Wasser! Es gibt dort nicht einen Tropfen Wasser! Wäre der Niagara nur ein Katarakt aus Sand, würdet ihr eure tausend Meilen reisen, ihn zu sehen? Warum erwog der arme Dichter von Tennessee, als er unverhofft zwei Handvoll Silber erhalten, ob er sich einen Mantel, den er arg nötig hatte, kaufen oder sein Geld in eine Wanderreise zum Strand von Rockaway stecken sollte? Warum ist beinah jeder kraftvolle, gesunde Junge, in dem eine kraftvolle, gesunde Seele steckt, irgendwann einmal darauf versessen, zur See zu gehen? Warum habt ihr bei eurer ersten Seereise als Passagier eine solch mystische Schwingung verspürt, sobald man euch mitteilte, nun sei das Land außer Sicht? Warum hielten die alten Perser das Meer heilig? Warum gaben die Griechen der See einen gesonderten Gott und
machten ihn zu Zeus' eigenem Bruder? Gewiß ist dies alles nicht ohne Bedeutung. Und tiefer noch liegt die Bedeutung jener Geschichte von Narzissus, der, weil er das quälende, liebliche Abbild, das er im Quell erblickte, nicht greifen konnte, hineinsprang und ertrank. Doch nämliches Bild sehen wir selbst in allen Strömen und Meeren. Es ist das Bild des unbegreiflichen Phantoms des Lebens, und darin liegt der Schlüssel zu allem.



Pressestimmen

"Es hat lange gedauert, bis die Welt bemerkt hat, was für ein Buch ihr da geschrieben worden ist." Joachim Kalka, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.01 Dieses Werk mit all seinem Geheimnis, es rollt dahin; es steigt an und fällt ab wie das Gebirge, wie der Sturzbach und das Meer. Er reißt uns fort und schlägt über uns zusammen." Jean Giono "Melville hat vier Jahre seiner Jugend auf Walfangbooten und Kriegsschiffen verbracht und hatte mit Taifunen und Windstillen höllische und arkadische Abenteuer zu bestehen. Hier sammelte er den Stoff, den er später in seine Werke einschmolz." Cesare Pavese "Was für ein Buch hat Melville da geschrieben! Ich finde darin eine viel größere Kraft als in allen seinen Büchern davor." Nathaniel Hawthorne

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