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Nymphodora Ivanovna

Eine Erzählung aus St. Petersburg im Jahre 1836.
Buch (kartoniert)
Diese wohl allererste Prosaarbeit Ivan Goncarovs ist eine Entdeckung f³r alle Kenner und Bewunderer des Oblomov - und nicht nur f³r diese. Nymphodora Ivanovna, eine sch÷ne junge Frau, kommt aufs Polizeirevier und erklõrt stammelnd... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Nymphodora Ivanovna
Autor/en: Iwan A. Gontscharow

ISBN: 3932109171
EAN: 9783932109171
Eine Erzählung aus St. Petersburg im Jahre 1836.
Herausgegeben von Peter Urban
Friedenauer Presse

Oktober 2000 - kartoniert - 102 Seiten

Beschreibung

Diese wohl allererste Prosaarbeit Ivan Goncarovs ist eine Entdeckung f³r alle Kenner und Bewunderer des Oblomov - und nicht nur f³r diese. Nymphodora Ivanovna, eine sch÷ne junge Frau, kommt aufs Polizeirevier und erklõrt stammelnd, err÷tend und einer Ohnmacht nahe, sie habe etwas verloren - ihr hei¯ geliebter Ehemann sei vor vier Tagen zur Arbeit gegangen und seitdem verschwunden. Da¯ Ehemõnner sich bisweilen aus dem Staube machen, wissen die abgebr³hten Beamten und spotten. Ein paar Tage spõter jedoch wird Nymphodora aufs Revier gerufen: Man hat die Leiche eines Mannes gefunden, aber eine Leiche ohne Gesicht. Der M÷rder hat sein Opfer so grausam zugerichtet, da¯ eine Identifizierung kaum m÷glich scheint. Doch da ist die Brieftasche, die der M÷rder hat stecken lassen, und an der linken Hand steckt noch der Trauring mit dem eingravierten Namen - die Indizien scheinen eindeutig: Nymphodora ist Witwe, ihr kleiner Sohn ist vaterlos. Nun folgt ein Schicksalsschlag auf den anderen: der alte Vater stirbt, das Haus, das Nymphodora bewohnt, brennt ab, ein junger Nachbar rettet sie und das Kind im letzten Augenblick aus den Flammen... Kurz: es ist der Stoff, aus dem romantische Schauergeschichten gewebt sind. Doch Ivan Goncarov - noch ganz unter dem Eindruck der Erzõhlungen Aleksandr PuÜkins und der ein Jahr zuvor erschienenen Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen von Gogol - ist mit diesem Stoff als Satiriker und Parodist umgegangen. Er erzõhlt die dramatische Geschichte Nymphodoras, an der Grenze zwischen romantischer Gespenstergeschichte und Kriminalroman, augenzwinkernd teils als Moritat, teils realistisch mit Gogolschem Witz, PuÜkinschem Charme und bitterb÷ser Ironie in seinen philosophisch-moralischen Abschweifungen, die zugleich von ³berwõltigender Komik sind. Nymphodora Ivanovna erschien 1836 in St. Petersburg im handgeschriebenen, jeweils nur in einem Exemplar erscheinenden Almanach des literarischen Salons der Familie Majkov, Podsne×nik (Das Schneegl÷ckchen), und zwar anonym, selbst ohne die von Goncarov sonst verwendeten Initialen (LG. oder I.A.). Erst 1960 wurde sie, aufgrund zahlreicher Analogien bis hin zum Oblomov, mit Sicherheit dem Gesamtwerk Goncarovs zugeordnet; danach erschien die Erzõhlung erst 1993, nun unter Goncarovs Namen, in der Zeitschrift Moskva. Sie liegt hier zum ersten Mal in deutscher _bersetzung vor.

Portrait

Iwan Aleksandrowitsch Gontscharow wurde am 18. 6. 1812 in Simbirsk als Sohn eines Kaufmanns geboren. Nach dem Studium der Literatur war er einige Jahre im Staatsdienst tätig. Seine Karriere als gefeierter Romancier des russischen Realismus begann 1847 mit dem ersten Roman 'Eine alltägliche Geschichte' und erreichte ihren Höhepunkt mit 'Oblomow' (1859). Gontscharow starb am 27. 9. 1891 in St. Petersburg.

Pressestimmen

Neue Zürcher Zeitung
Leichen und Schlangen

Eine Petersburger Erzählung von Iwan Gontscharow Es ist ein erstaunlich lebendig gebliebenes Kabinettstück, das sich dank der geschliffen präzisen Übersetzung von Peter Urban auch auf Deutsch höchst kurzweilig und amüsant liest.
Zu Beginn der Erzählung gibt es eine Leiche, am Ende sind es drei. Das klingt nach Krimi und ist es auch, allerdings ein nicht ganz ernst gemeinter. Die alles andere als realistische Parodie auf die Spukgeschichten und Schauermärchen der Romantik wartet mit wüsten Übertreibungen auf, mit Mord und Feuersbrunst, wahrer Tugend und echtem Bösewicht. Aber wenn es nicht gerade brennt oder nicht gerade gemordet wird, kommt die Handlung kaum vom Fleck, und an ihre Stelle treten: eine kunstvolle Verzögerungstaktik, witzig deplacierte Erzählerkommentare, seitenlange Dialoge, die wie die Dialoge Oblomovs mit seinem Diener leerlaufartig zu kleinen Komödienszenen ausufern, sowie andere weiträumige Ablenkungsmanöver.
Statt in einen ereignisreichen Plot hineingezogen zu werden, wird der Leser immer wieder desillusioniert und mit der Nase darauf gestossen, dass er es nicht mit der Wirklichkeit, sondern mit Literatur zu tun hat. Die russischen Formalisten der zwanziger Jahre, spezialisiert auf Stilisierung und Parodie als Mittel, literarische Kompositionsverfahren offenzulegen, hätten sicher ihre helle Freude gehabt an diesem Text à la Laurence Sterne und Nikolai Gogol. - Und wo bleibt da der Krimi? Den löst bekanntlich nicht der Erzähler, sondern ein Deus ex Machina namens Polizei. Letztlich bleibt von der Krimi-Illusion nur das Skelett übrig: Leiche und Täter, Anfang und Schluss der Erzählung.
Da nimmt Gontscharow seinen Erzähler denn auch an die Kandare und beschleunigt rasant das Erzähltempo, bis die Ereignisse endlich gattungsgerecht in einen blutigen Krimi-Showdown münden.
Birgit Veit

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