Hugendubel.de - Das Lesen ist schön

Warenkorb

€ 0,00 0 Buch dabei,
portofrei

Leere Herzen

von Juli Zeh
Roman.
Buch (gebunden)
Kundenbewertung: review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.2
Sie sind desillusioniert und pragmatisch. Sie haben den Zynismus der Politik genauso durchschaut wie den modernen Selbstoptimierungswahn oder das kleinbürgerliche Gutmenschentum. Sie haben sich in der Welt erfolgreich eingerichtet - und sie haben k... weiterlesen
Buch

20,00*

inkl. MwSt.
Portofrei
Sofort lieferbar
Leere Herzen als Buch
Produktdetails
Titel: Leere Herzen
Autor/en: Juli Zeh

ISBN: 3630875238
EAN: 9783630875231
Roman.
Luchterhand Literaturvlg.

13. November 2017 - gebunden - 350 Seiten

Beschreibung

Sie sind desillusioniert und pragmatisch. Sie haben den Zynismus der Politik genauso durchschaut wie den modernen Selbstoptimierungswahn oder das kleinbürgerliche Gutmenschentum. Sie haben sich in der Welt erfolgreich eingerichtet - und sie haben keine Lust, deswegen Schuldgefühle zu haben.
Zusammen mit dem Informatikgenie Babak Hamwi hat Britta Söldner eine kleine Firma aufgezogen, die beide reich gemacht hat. Was genau hinter der Firma steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod.
Als ihre Firma unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald ist nicht nur Brittas Firma, sondern auch ihr Leben in Gefahr...
"Leere Herzen" ist ein provokanter, packender und brandaktueller Politthriller aus einem Deutschland der nahen Zukunft. Und es ist zugleich ein verstörender Psychothriller über eine Generation, die im Herzen leer und ohne Glauben und Überzeugungen ist.

Der neue Roman von Juli Zeh
Ein provokanter und atemberaubender Politthriller und ein beklemmender Psychothriller zugleich.
Von Juli Zehs Roman "Unterleuten" wurden über 300.000 Exemplare verkauft; das Buch steht seit über 47 Wochen auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste
Eine brisante Zukunftsvision, die ein erhellendes Licht auf unsere Gegenwart wirft
Vom Verlust des Gemeinsinns in den Zeiten des Eigensinns

Portrait

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Ihr Roman "Adler und Engel" (2001) wurde zu einem Welterfolg und ist mittlerweile in 24 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem "Deutschen Bücherpreis" (2002), dem "Rauriser Literaturpreis" (2002), dem "Hölderlin-Förderpreis" (2003), dem "Ernst-Toller-Preis" (2003), dem "Carl-Amery-Literaturpreis" (2009) und dem Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (2009). 2013 wurde sie mit dem"Thomas Mann Preis" für ihr "vielfälgiges Prosawerk" geehrt, 2014 mit dem "Hoffmann-von-Fallersleben-Preis" für zeitkritische Literatur. Juli Zeh lebt in Leipzig.

Leseprobe

Jetzt reinlesen: Leseprobe(pdf)

Pressestimmen

"Juli Zeh ist mit 'Corpus Delicti' der weibliche George Orwell der Gegenwart geworden."
Deutschlandradio Kultur
Bewertungen unserer Kunden
Wenn der Terrordienstleister Suizidität evaluiert
von cosmea - 26.11.2017
Mit "Leere Herzen" , ihrem neuesten Roman, führt Juli Zeh den Leser in eine nicht allzu ferne Zukunft. Angela Merkel ist abgesetzt. Es regiert in der zweiten Legislaturperiode die rechtsnationale islamfeindliche BBB unter Regula Freyer. Die früheren Anhänger der Traditionsparteien gehen nicht einmal mehr zur Wahl. Die Menschen haben keine Prinzipien und Überzeugungen mehr. Sie haben sich vollständig ins Private zurückgezogen und glauben nicht mehr an die Möglichkeit, die Welt zu verändern oder gar zu retten. In diesem gesellschaftlichen Klima hat Britta Söldner zusammen mit ihrem Geschäftspartner Babak Hamwi eine Firma gegründet, die sich die Brücke nennt und sich nach außen hin als psychotherapeutische Praxis tarnt. Nicht einmal Brittas Mann Richard weiß, womit Britta und Babak so viel Geld verdienen. Besonders glücklich ist Britta bei all dem aber nicht. Sie hat erhebliche gesundheitliche Probleme und ist völlig überarbeitet. Die Lage spitzt sich zu, als ein stümperhaft durchgeführtes Attentat in Leipzig zeigt, dass die Brücke Konkurrenz bekommen hat und man sie aus der Reserve locken will. Britta und Babak versuchen herauszufinden, wer dahintersteckt und geraten in Gefahr. Zehs düstere Zukunftsvision bietet viel Stoff zum Nachdenken, zumal sie Tendenzen der Gegenwart aufgreift und fortschreibt. Der Brexit ist vollzogen, weitere Staaten sind aus der EU ausgetreten und haben das Konzept vom vereinten Europa zum Scheitern gebracht. Können wir die Entwicklung noch aufhalten, verhindern, dass wir und unsere Kinder perspektivlos mit leeren Herzen leben? Überlassen wir die Welt gefährlichen Autokraten? Der spannende, auch sprachlich überzeugende Roman fordert uns auf, wieder Ziele - und zwar nicht nur materieller Art - im Leben zu haben und dafür zu kämpfen. Ein sehr empfehlenswertes Buch.
Wir führen keinen Krieg, wir führen einen Feldzug
von jenvo82 - 23.11.2017
"Die Brücke ist Teil eines natürlichen Kreislaufs aus Krieg und Befriedung und erneutem Krieg. Für Britta reicht das, um zu wissen, dass ihre Arbeit Sinn ergibt. Es geht immer um ein Gleichgewicht der Kräfte, um ein Ausbalancieren von Chaos und Ordnung, Sauberkeit und Schmutz." Inhalt Britta Söldner lebt mit ihrem Mann und der Tochter in Braunschweig und führt mit ihrem Freund Babak eine florierende Firma, die offiziell unter der Rubrik Heilpraxis läuft. Doch eigentlich konzentriert sich ihre Arbeit auf das Geschäft mit dem Tod, natürlich ganz legal und unter strenger Beachtung aller Gesetze. Britta gelingt es, aus einer Idee ein funktionales System zu schaffen und Babak steuert das nötige Know-How auf Seiten der Computertechnik bei. Alles könnte so gut laufen, wenn nicht plötzlich die Konkurrenz in Brittas Leben stürmen würde. Eine heikle öffentliche Situation, wird zum Stolperstein für "Die Brücke", ihre einmalige Firma, die es so noch nirgendwo zu finden gibt. Dadurch sieht sich die Jungunternehmerin gezwungen, ihren Feinden nachzuspüren. Doch so einfach wie erhofft, lässt sich das Problem nicht aus der Welt schaffen. Zu verworren sind die Machenschaften ihrer Gegner und zu speziell ihr eigenes Metier. Die einzige Möglichkeit, die Britta bleibt ist ein Untertauchen in der Hoffnung, ihr eigenes Leben und das ihrer geliebten Familie nicht aufs Spiel zu setzen ¿ Meinung Gespannt habe ich auf den neuen Roman der deutschen Autorin Juli Zeh gewartet, die bereits mit zahlreichen Buchpreisen ausgezeichnet wurde und von der ich gesellschaftskritische Gegenwartsliteratur mit Unterhaltungsfaktor erwarte. Auch dieses Buch erfüllt wie erhofft alle Ansprüche und wartet mit einer besonders innovativen Idee auf, die sehr geschickt und erst Stück für Stück im Text erkennbar wird. Dadurch, dass der Leser mit Hilfe ganz normaler Menschen, die vielleicht etwas politikverdrossen sind aber ansonsten durchaus dem gängigen Gesellschaftsmodell folgen, geschickt getäuscht wird, ergibt sich das Ausmaß des Unternehmensinhalts erst ab Mitte des Buches. Vollkommen angetan von dieser Idee, die mir tatsächlich nicht weltfremd und sogar realistisch erscheint, konnte ich die aktuellen Ereignisse, die eine moderne, taffe Hauptprotagonistin schneller einholen als gewünscht, voller Begeisterung verfolgen. In diesem Zusammenhang finde ich auch die Datierung der Handlung, die sich auf eine Zeit vielleicht 10 bis 15 Jahre in der Zukunft festlegt, geradezu vortrefflich. Dadurch wirkt die Handlung äußerst präsent, liegt aber auch noch im Rahmen des Vorstellbaren, denn aus heutiger Sicht sind die Ansätze ebenjener Machenschaften absolut realistisch, erscheinen aber einfach noch nicht ausgereift. Sehr positiv zu bewerten ist auch die Entwicklung der Protagonistin, der man mit jeder Faser anmerkt, dass ihre anfängliche Euphorie und ihr mittlerweile etabliertes Unternehmen eigentlich nur eine Farce sind. Abgesehen von nächtlichen Meetings, spontanen Unternehmensausflügen und einem dicken Bankkonto, bleibt der Mensch Britta Söldner ziemlich auf der Strecke. Sie belächelt ihre Freunde, schüttelt den Kopf über die Angepasstheit ihrer Mitbürger und empfindet ihre Sicht, auch wenn sie diese nicht äußern möchte, als die einzig wahre. Erst nachdem sie wirkliche Probleme bekommt und auf elementare Bedürfnisse zurückgeworfen wird, gelingt es ihr, mit ihrem Organisationstalent aber auch einer gewissen Weitsicht wieder Land zu gewinnen. Fast erscheint es so, als würde die Autorin Juli Zeh ihre Protagonistin als Mittel zum Zweck einsetzten. Britta ist nicht nur die erfolgreiche Geschäftsfrau von Morgen, sie ist auch das Sinnbild für Menschen, die ihren Auftrag möglicherweise vollkommen falsch verstanden haben. Fazit Ich vergebe 4,5 Lesesterne für diesen aktuellen, einfallsreichen Unterhaltungsroman mit einer guten Portion Gesellschaftskritik und einer Tendenz zum politischen Thriller. Ein interessantes Konzept, gut gezeichnete Charaktere und eine spannende Handlung machen das Buch zum Pageturner. Es bleibt auch noch genügend Spielraum für eigene Spekulationen, weiterführende Gedanken und generell für die unabhängige Urteilsfindung des Lesers. Zum Lieblingsbuch fehlt nicht viel, vielleicht eine höhere menschliche Komponente, mehr Empathie mit den Menschen hinter der Geschichte, obwohl ich fürchte, diese Grenze zwischen, so könnte es sein und so sollte es besser nicht werden, ist sehr bewusst gewählt und sollte für die Bewertung des Buches nicht relevant sein. Ein empfehlenswerter zeitgenössischer Text, der mich einmal mehr für die Autorin und ihre gut beobachteten Sachverhalte einnehmen konnte.
Das lukrative Geschäft mit dem Tod
von MaggiKa - 14.11.2017
Deutschland im Jahr 2025. Die Besorgte Bürger Bewegung (BBB) ist an der Regierung und schafft nach und nach sämtliche demokratischen Errungenschaften ab. Die gebildete Schicht, die noch vor wenigen Jahren voller Tatendrang war, ist desillusioniert und lebt ein pragmatisches Leben ohne wirklichen Sinn und Ziel. Mitten in dieser Umwelt haben Britta und ihr Geschäftspartner Babak ein gut laufendes Geschäft, die "Brücke", die unter dem Decknamen "Praxis für Psychotherapie" läuft. Dahinter jedoch verbirgt sich etwas anderes, eine Marktlücke, ein ausgeklügeltes System in den Grauzonen der Legalität - im wahrsten Sinne des Wortes ein lukratives Geschäft mit dem Tod. Doch plötzlich geschieht etwas, womit keiner gerechnet hat: Die Brücke bekommt Konkurrenz, und für Britta und Babak steht mehr als nur die berufliche Existenz auf dem Spiel. Eine abenteuerliche Flucht beginnt, in welcher beide an ihre psychischen Grenzen kommen und ihre Vorstellungen von Moral, Werten und Sinn des Lebens auf die Probe gestellt werden. Das Buch hat mich von Anfang an fasziniert durch die leider allzu realistische Beschreibung, wie unsere nahe Zukunft aussehen könnte. Und trotzdem ist es ganz anders, als der Eindruck, den ich in der Leseprobe gewonnen hatte. Es geht nicht um Krieg, oder um eine Verfolgungsjagd mit Waffen, es geht vielmehr um einen psychischen Kampf um Werte und Moralvorstellungen. Es geht um die schrittweise Abschaffung der Demokratie, um die Desillusionierung eines ganzen Volkes, um leere Herzen. Der Tod ist nur ein Mittel zum Zweck - aber heiligt der Zweck wirklich die Mittel? Die Frage, ob mit die Hauptcharaktere sympathisch sind, stellt sich für mich nicht bei diesem Buch. Sie dürfen nicht sympathisch sein, weil sonst irgendwie der Denkanstoß verloren geht. Sie müssen ein Schreckensszenario zeichnen, das einen die Demokratie wertschätzen lässt, und das verhindert, dass es tatsächlich jemals so weit kommt, wie in dem Buch beschrieben. Und das haben sie (zumindest bei mir) geschafft. Deshalb meine volle Punktzahl für einen beeindruckenden Politthriller!
Dystopisches Deutschland
von Readaholic - 18.11.2017
Britta Söldner (nomen est omen) betreibt mit ihrem Geschäftspartner Babak eine psychologische Beratungspraxis, "die Brücke", zumindest soll es nach außen diesen Anschein haben. Lange weiß der Leser nicht, womit die beiden eigentlich ihr Geld verdienen, selbst Brittas Ehemann weiß nicht Bescheid und er scheint sich auch nicht sonderlich für Brittas Geschäfte zu interessieren, solange die Finanzen stimmen. Im ersten Kapitel wird im Leipziger Hauptbahnhof ein Anschlag verübt, was Britta und Babak extrem beunruhigt. Was haben die beiden damit zu tun? Sie wüssten gerne Details zu dem Anschlag, warum recherchieren sie die Hintergründe nicht im Internet? Es wird klar, dass im Deutschland des Jahres 2025 jede digitale Bewegung aufgezeichnet wird, der gläserne Mensch ist längst Realität. An der Regierung ist die politisch rechte BBB, die Besorgte Bürger Bewegung. Grundrechte wurden beschnitten, der Import von ausländischem Bier soll verboten werden (Germany first?), doch, man höre und staune, in Deutschland gibt es das bedingungslose Grundeinkommen. Die Menschen sind politikverdrossen und mit ihrem Leben unzufrieden, die Selbstmordrate ist extrem hoch. Und genau hier kommt die Brücke ins Spiel. Wenn sich Leute umbringen wollen, warum nicht Profit daraus schlagen? Das Geschäftsmodell ist erfolgreich und andere wollen auch ihren Teil des Kuchens abbekommen. Britta und Babak geraten in Gefahr und müssen fliehen... Ich hatte mich sehr auf das neue Buch von Juli Zeh gefreut. "Unterleuten" war für mich eines der Buch-Highlights des vergangenen Jahres gewesen. So hatte ich gehofft, dass mich das neue Buch ähnlich begeistert, aber dies ist leider nicht der Fall. Ich nehme an, Juli Zeh will mit diesem Buch aufrütteln, "Seht her, was geschieht, wenn ihr nicht wählen geht!" Da das Buch gerade einmal 8 Jahre in der Zukunft spielt, ist die nächste Botschaft "Und macht euch bewusst, wie schnell das alles passieren kann". Mir war das alles ein bisschen zu viel Moral und erhobener Zeigefinger. Vor die Wahl gestellt, ob die Leute lieber das Wahlrecht oder eine Waschmaschine möchten, entscheidet sich laut Buch die große Mehrheit für die Waschmaschine. Was ist das überhaupt für eine lächerliche Alternative? Genauso gut könnte man fragen "wollt ihr lieber essen oder wählen gehen?", da wäre die Antwort doch auch von vornherein klar. Der Anfang des Buchs hat mir gut gefallen. Die beiden Familien, die zusammen essen, zunächst wirkt alles sehr idyllisch, wenn da nicht die beiden kleinen Mädchen wären, die ein Computerspiel spielen und hin und wieder "Kollateralschaden" juchzen. Brittas Reinlichkeitswahn ist auch befremdlich. Unterschwellig merkt man schon, dass die Idylle trügt. Britta wirkt kühl, arrogant und berechnend. Sie schaut auf ihre angeblich beste Freundin Janina herab, deren großer Traum es ist, mit ihrer Familie in einem Häuschen auf dem Land zu leben. Dabei ist Janina noch die sympathischste Person im ganzen Buch, während mir Britta immer unsympathischer wurde. Das Ende ist unerwartet, lässt aber viele Fragen offen. Ich habe dieses als "Politthriller" beworbene Buch trotz mancher Längen zu Ende gelesen, fand es aber nicht sonderlich spannend. Sprachlich gut, von der Idee her auch, aber es konnte mich nicht fesseln.
Ein Aufschrei gegen die Politikverdrossenheit
von TanyBee - 07.11.2017
"Leere Herzen" spielt in den 2020er Jahren. Britta hat sich gut eingerichtet in ihrem Leben, mit ihrem Mann Richard und ihrer Tochter Vera. Doch in Deutschland läuft so einiges falsch: Die Partei der Besorgten Bürger ist an der Macht und es sieht fast so aus, als wollten sie die Demokratie abschaffen um Deutschland noch effizienter zu machen. Britta findet das nicht gut, aber sie protestiert nicht öffentlich, sondern auf ihre Weise: mit ihrer gut laufenden Firma "Die Brücke". Doch eines Tages bekommen sie und ihr Geschäftspartner Babak Konkurrenz, die vor nichts zurückschreckt. "Leere Herzen" soll ein Anschlag sein auf die Politikverdrossenheit der Bevölkerung. Ein Aufschrei gegen die Aussage: "Meine Stimme kann doch sowie nichts verändern". Das Buch will uns zeigen, wo wir in wenigen Jahren stehen können, wenn wir so weitermachen, wenn wir nicht wählen gehen, wenn uns die Politik nicht interessiert. In Juli Zehs letztem Buch, "Unterleuten", war die Gesellschaftskritik gut verpackt, in einer spannenden Story. "Leere Herzen" ist provozierender, krawalliger. Ich persönlich hatte beim Lesen meine Probleme mit der Hauptfigur Britta und ihrem Geschäftsmodell. Man kann nicht gerade sagen, dass sie mir sehr sympathisch war. Ich will hier keinesfalls zu viel verraten, denn was "Die Brücke" macht soll jeder Leser selbst herausfinden. Aber ehrlich gesagt, fand ich das Szenario eher unrealistisch, es ist ein emotionales Thema, das zu verkopft angegangen wurde. Vielleicht ging es der Autorin aber auch nicht unbedingt darum, eine realistische Geschichte zu erzählen, sondern eine, die Leser findet und die aufrüttelt. So steht im Buch auch an der Stelle, an der sonst eine Widmung steht der Satz: "Da. So seid ihr." Trotz meiner Kritik ist "Leere Herzen" ein gutes Buch. Es liest sich sehr leicht und spannend, wie man es von der Autorin gewohnt ist. Es wird bestimmt kontrovers diskutiert werden, aber so war es wahrscheinlich auch beabsichtigt. Ich gebe 4 Sterne.
Faszinierend und entlarvend
von bücherbelle - 13.11.2017
"Du denkst, du kannst die Leere in dir auskotzen. Aber Leere kann man nicht auskotzen. Man muss sie füllen." (S. 289) Zusammenfassung. Was braucht die Gesellschaft noch, was brauchen die Menschen noch in der nahen Zukunft, in der alles ausgehöhlt und leer ist? Die Antwort versucht jeder der Protagonisten zu finden und wir begleiten die Mutter und Geschäftsfrau Britta auf ihrem Weg in einer absurden Welt, die vordergründig immer fortschrittlicher wird und doch mit ihrer Rückschrittlichkeit zu kämpfen hat. Erster Satz. Knut und Janina kamen um fünf. Cover. Ich mag das Gefühl des geriffelten Einbands sehr, sehr gern und auch die Optik gefällt mir: Irgendwie gelingt es, den Titel "Leere Herzen" greifbar zu machen durch die Leere des Buchcovers. Ob man die schwarzen Tupfen nun als anachronistische Tintenflecke interpretiert oder als versprengte Bluttropfen, ich hätte im Laden nicht lange gezögert. Inhalt. Juli Zeh zeichnet das Bild einer Gesellschaft, in der ich nicht leben möchte und die trotzdem leider nicht allzu unrealistisch ist. Zugleich finden wir jedoch nicht, wie ich im Vorfeld befürchtet hatte, einen dystopischen Politthriller mit panischem Unterton vor, sondern vielmehr eine Charakterstudie vor politischem Hintergrund. Was bleibt übrig von uns, wenn die Gesellschaft ausgehöhlt wird? Wie wird man glücklich in dieser Welt? Und gibt es vielleicht unter all dem, was unabänderlich scheint, doch noch die Möglichkeit, etwas zu tun? Dieses Buch hat es geschafft, mich zu überraschen. Es gefällt mir, wie es aufgebaut ist, wie lange man (auf jeden Fall ich) rätseln musste, wie genau Britta nun ihre Praxis aufgezogen hat und was dahintersteckt, und wie logisch am Ende trotzdem alles erscheint. Was mir außerdem gut gefällt: Wie selbstverständlich die Dinge eingeführt und erwähnt werden, die für Britta und ihre Mitmenschen normal, für uns jedoch beinahe schockierend, mindestens jedoch irritierend sind. Die Welt wird nicht erklärt, sondern sie fließt als Selbstverständlichkeit, als gegebene Umgebung in den Roman mit ein. Das machte mir persönlich das Lesen angenehmer als ein Buch, in dem zuerst über Seiten hinweg erklärt wird, wie die Welt aussieht. Personen. Die Protagonisten in Juli Zehs Roman haben alle ihre eigenen Kämpfe auszufechten, besonders gut können wir dabei Britta beobachten. Ihre Entwicklung ist in meinen Augen ziemlich gut gelungen - ihre Erkenntnisse in Bezug auf die Welt um sie herum laufen in gewisser Weise parallel zu ihrer körperlichen Entwicklung und das findet Erwähnung, drängt sich aber dabei nicht auf. Fazit. Insgesamt muss ich feststellen, dass es mir schwerer fällt als gedacht, meine Begeisterung in Worte zu fassen. Dieser faszinierende Roman ist spannend, zugleich auf die offensichtliche, handlungsbezogene Weise wie auch in einem irgendwie unterschwelligen Sinne. Weder der Begriff des Polit-, noch der des Psychothrillers wird ihm gerecht, vielmehr ist es ein entlarvend ehrliches Bild einer möglichen Zukunft und der Menschen - und damit uns - in dieser zukünftigen Welt, das uns die Augen öffnen kann und sollte.
Nahe Zukunft?
von sabrina.reads - 13.11.2017
Wow, was für eine Geschichte! Es war mein erstes Buch von Juli Zeh und ich hatte bisher viel Positives über ihre Bücher gehört, mich aber irgendwie nicht herangetraut. Nun war es mit Leere Herzen also soweit und ich habe es nicht bereut! Juli Zeh hat einen wundervollen Schreibstil, der komplizierte Dinge in eine ganz normale Geschichte verpackt ohne die Heftigkeit und Brisanz zu nehmen oder sogar abzuschwächen. Das Gegenteil ist hier der Fall! Je normaler die Geschichte wird, umso mehr nimmt sie mit und polarisiert. Leere Herzen regt sehr zum Nachdenken an, ist politisch motiviert und will provozieren. Es hinterfragt und lässt einen teils fassungslos zurück. Die Protagonisten sind sehr gut gezeichnet, mir ist nicht einmal eingefallen einen davon zu hinterfragen. Ich bin von diesem Buch begeistert und ich werde ganz sicher ziemlich bald mein Juli Zeh-Defizit nachholen!
"Da. So seid ihr."
von Steffi Kohl - 20.11.2017
"Da. So seid ihr." Wie hin geklatscht - keine Widmung, eher ein wütender Faustschlag als Buchanfang. Juli Zeh ist ja mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet worden und auch ihr gesellschaftlich-politisches Engagement ist bekannt. Zehs Schreiben dreht sich um den Kampf zwischen Chaos und Ordnung; sie fragt, ob und wie sich Sinn und Moral neu aufbauen lassen, wenn althergebrachte Werte bedeutungslos geworden sind. Wiederkehrende Motive sind die Fragen des Verlorengehens, des Zusammenhalts und der tragenden Normen und die Lebenswelt in einer Gesellschaft der Individualisierung und Globalisierung, in der keine gemeinsame Verantwortung für die Zukunft einer Weltgemeinschaft mehr erkennbar wird. Diese Anforderungen an sich selbst und die Gesellschaft in einem Roman umzusetzen, ist sehr schwierig und kontroverse Diskussionen sind vorprogrammiert. Der Autorin gelingt es aber auf der Basis des , wenn auch etwas unwirklich anmutenden Plots, eine gut durchdachte und treffende Gesellschaftskritik zu entwickeln, die - egal was man davon auch hält- in jedem Fall zum Nachsenden und zur Diskussion provoziert. Im Jahr der Handlung -2025- hat eine sogenannte Besorgte-Bürger-Bewegung die Regierung abgelöst und es gibt für alle ein bedingungsloses Grundeinkommen. Klingt das wirklich so unrealistisch? Sind wir wirklich so weit davon entfernt? Die Figuren des Romans und deren Beziehungen zueinander sind gut recherchiert und die Autorin verlangt von uns nicht, dass wir ihre Protagonisten lieben. Sprachlich überzeugt Juli Zeh auf jeden Fall - da gibt es nichts zu diskutieren. Da sind sachliche Sätze, die man zweimal lesen muss, will man sie ganz verstehen; wie : "Demokratieverdrossene Nicht-Wähler gewinnen Wahlen, während engagierte Demokraten mit dem Wählen aufhören." Da sind fast poetische Teile , die man zweimal lesen muss, weil sie so schön sind ; wie : "Solange die Sonne Energie schickt , wird geflattert, gerannt und gekrochen, begattet, gebrütet, gejagt und gekämpft." Juli Zeh hat ein gutes und wichtiges großartiges Buch geschrieben!
Demokratie und Werte
von Anonym - 13.11.2017
Britta und Babak führen seit einigen Jahren ein Unternehmen, dass sich die Brücke nennt. Offiziell arbeiten sie mit Menschen mit Selbstmordgedanken um sie wieder zurück ins Leben zu führen. Der eigentliche Zweck ist jedoch, die Kandidaten mittels eines ausgeklügelten Systems zu finden, die in jedem Fall den Tod suchen. Ihr Tod soll nicht vergebens sein, eine Botschaft beinhalten. Die Handlung spielt in der nahen Zukunft, Rechtsradikale sind mittels regulärer Wahlen an der Macht, Europa ist zerstritten, auf den Brexit folgten der Frexit, Spexit und Schwexit, Katalonien gehört nicht mehr zu Spanien. Das Internet ist Meinungsgeber geworden und immer mehr Menschen ziehen sich aus dem politischen Geschehen und der Gesellschaft zurück. Durch das bedingungslose Grundeinkommen gibt es auch immer mehr, die gar nicht mehr arbeiten wollen. Trotz Brittas Überarbeitung und Magenprobleme läuft die Brücke ausgesprochen gut, die Einnahmen fließen, die Programme werden immer mehr verfeinert - bis plötzlich ein Konkurrenzunternehmen auf dem Markt erscheint. Danach überschlagen sich die Ereignisse. Was ist gut, was ist schlecht, wie wird unsere Welt in zehn Jahren aussehen? Steuern wir auf das beschriebenen Szenarium hin? Vieles deutet darauf. Der Roman macht nachdenklich um uns auf unsere Demokratie und Werte zu besinnen, gleichzeitig ist er sprachlich hervorragend und sehr spannend geschrieben.
Intelligent und spannend!
von forti - 27.11.2017
Wer denkt Juli Zeh - ihre Bücher fand ich ja bisher immer gut oder auch Juli Zeh - bisher nur Gutes über sie gehört, vielleicht lese ich mal ihren neuen Roman , dem empfehle ich, Leere Herzen zu lesen ohne weiter nach Inhaltsangaben, Rezensionen oder Interviews von Denis Scheck zu suchen. Diese enthalten nämlich alle unweigerlich Spoiler und Leere Herzen ist ein Buch, das man meiner Meinung nach auch sehr lohnend lesen kann, ohne vorher viel darüber zu wissen. So viel sei gesagt: Juli Zeh ist die selten glückende Kombination eines spannenden und(!) intelligenten Buches gelungen. Absolute Leseempfehlung! . . . . . . . . . . Sie sind ja immer noch hier und wollen offenbar doch noch mehr über das Buch wissen. Das ist okay! Los gehts! Auf Spoiler kann ich ab hier aber leider nicht verzichten. Juli Zeh setzt die Handlung von Leere Herzen in der näheren Zukunft (ca. zweites Viertel des 21. Jahrhunderts) in Deutschland an. Erst auf den zweiten Blick offenbaren sich die Schattenseiten einer oberflächlich friedlich lebenden Gesellschaft. Politikverdrossenheit hat weiter um sich gegriffen und Populisten sind in Deutschland an der Macht. Britta Söldner (in die Namen der Protagonisten kann man so einiges interpretieren) hat mit ihrem Geschäftspartner und guten Freund Babak die Brücke gegründet, eine Agentur die Selbstmordkandidaten und radikale Gruppierungen zusammen bringt, sodass der Selbstmord einen Sinn bekommen soll. Britta kann dieses Konzept sich selbst gegenüber als saubere Sache und win-win-Situation verkaufen - unbeteiligte Tote gibt es aber auch hierbei weiterhin und vielleicht auch deshalb arbeitet sie in einer Grauzone und selbst der Ehemann und die beste Freundin wissen nicht, was sie genau macht. Während im Leser die Frage aufkommt, wie Britta und Babak vom Staat und anderen Institutionen unbemerkt agieren können, passiert es auch schon: die Brücke gerät unter Druck. Erst langsam klärt sich, wer hier eigentlich was und warum beabsichtigt. Britta und ihre Freundin spielen im Buch mehrmals das was wäre wenn -Spiel. Auch der Leser kommt nicht umhin hier mitspielen und sich selbst Fragen zu stellen - über die eigene Moral und das eigene Handeln. Wohin steuern Deutschland und die Welt? Welche Rolle spiele ich dabei? Würde ich mich am Ende so entscheiden wie Britta? Meine liebste Frage: Wenn du auf deine Waschmaschine oder dein Wahlrecht verzichten müsstest- wie entscheidest du dich? Ein wichtiges, aktuelles, hochpolitisches Buch, das gleichzeitig auch spannend ist - ich wollte es garnicht mehr aus der Hand legen.
Kritisch, aber nicht nervig
von Leserin - 25.11.2017
Wegen dem Schreibstil gefiel mir das Buch von den ersten Seiten an, doch bis man das erste Mal erfährt, was die Brücke wirklich tut, dauert es einige Seiten. Juli Zeh erzeugt Spannung, wie es sich für einen Thriller gehört. Mit Cliffhangern, unerwarteten Wendungen und spannenden Figurenkonstellationen treibt sie die Handlung an. Ich persönlich hatte die ganze Zeit das Bedürfnis, dieses erschreckende Buch weiterzulesen. Die Autorin schafft eine zeitliche Entfremdung, zugleich kann man aber ungefähr nachrechnen, in welchem Rahmen sich die Handlung bewegen muss, weil es immer wieder Hinweise aus der Vergangenheit gibt, die man in der Realität zeitlich einordnen kann. Das gefällt mir sehr gut, weil das Buch nicht starr eingeordnet wird. Die Charaktere sind durchdacht, aber außer den Hauptprotagonisten sind die anderen meiner Meinung nach eher flache Charaktere. Man taucht kaum in sie ein, sie wirken daher etwas unausgeformt im Gegensatz zu den anderen, was manchmal etwas verwirrend wirkte. Was ich jedoch am beeindrucksten finde, ist wie viel Kritik (häufig auch zwischen den Zeilen versteckte) das Buch enthält: (Br)exit-Bewegungen, Globalisierung, Männer denken immer noch, sie müssten das Geld verdienen, Ziellosigkeit der Menschen und fehlende Wertevorstellungen, menschliche Abgründe, fehlende Überzeugungen, Wählerverdruss und rechtspopulistische Parteien, die in Deutschland an die Macht kommen. Kurzzeitg habe ich mich gefragt, wo das Buch am Ende hinführen soll. Doch meiner Meinung nach ist Juli Zeh ein sehr gutes Ende gelungen. Eines mit einer Aussage dahinter, die sitzt und zum Nachdenken bringt. Wer ein gut geschriebenes, kritisches, unterhaltsames aber nicht nerviges Buch sucht, der wird hier fündig.
Emty Hearts
von Buecherdanny - 20.11.2017
Das Buch spielt im Jahr 2025 in Deutschland: Die gebildete Schicht hat ihren Tatendrang verloren und ist total desillusioniert. Britta Söldner und Babak Hamwi haben eine kleine Firma gegründet die sie in einem unauffälligem Büro betreiben. Mit der "Brücke" sind sie sehr erfolgreich und ihre Geschäftsidee hat sie schnell reich gemacht. Womit genau die beiden ihr Geld verdienen weiß jedoch niemand so ganz genau. Es ist ein lukratives Geschäft mit dem Tod, welches bald auch Brittas und Babaks Leben in Gefahr bringt. Sie haben Konkurrenz bekommen und ihre Gegner sind nicht zu unterschätzen... Die Geschichte die Juli Zeh in ihrem Buch beschreibt ist erschreckend und beängstigend! Sie spielt in der nahen deutschen Zukunft und die ist düster. Das Land wird von der BBB (Besorgte Bürger Bewegung) regiert, die Kanzlerin Merkel abgelöst hat . Da sich die meisten Menschen nicht mehr für Politik interessieren, bemerken sie nicht, dass die Regierung ihre Rechte immer mehr einschränkt und die Demokratie nach und nach abgeschafft wird. Juli Zeh zeigt in ihrem spannenden Roman, wie gefährlich Gleichgültigkeit sein kann und wie wichtig Demokratie ist. Ihr Schreibstil ist schlicht, eindringlich und gefühllos und passt somit sehr gut zur Story. Ihre Beschreibungen sind sehr realistisch und man kann nur hoffen, das sie nie wahr werden. Der Roman hat mich vom Anfang an fasziniert und regt zum Nachdenken an. Ein Buch das aufrüttelt und noch lange nachwirkt...
Gesellschaftskritisch - aber kein Psychothriller
von cabotcove - 14.11.2017
Gleich mal vorab: "Ein provokanter und atemberaubender Politthriller und ein beklemmender Psychothriller zugleich" kann ich nicht "unterschreiben"... Gesellschaftskritisch ja, Politthriller vielleicht ja auch noch, aber Psychothriller sicher nicht... Juli Zeh¿s Romane sind mir leider immer ein wenig zu "sperrig", auch wenn sie natürlich wichtige Themata behandelt, gar keine Frage. Aber die sind dann doch wohl nicht "mein Genre"... Hier war das leider nicht anders... Gut, das Buch ist ja auch als "Roman" deklariert. Deswegen war ich auch ein wenig erstaunt, als dann der eben erwähnte Satz in der Werbung auftauchte, denn das passt ja nun so gar nicht zusammen... Sie sind desillusioniert und pragmatisch, und wohl gerade deshalb haben sie sich ¿erfolgreich in der Gesellschaft eingerichtet: Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi. Sie haben sich damit abgefunden, wie die Welt beschaffen ist, und wollen nicht länger verantwortlich sein für das, was schief läuft. Stattdessen haben sie gemeinsam eine kleine Firma aufgezogen, Die Brücke , die sie beide reich gemacht hat. Was genau hinter der Brücke steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod. Als die Brücke unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald sind nicht nur Brittas und Babaks Firma, sondern auch beider Leben in Gefahr... Mir fehlte einfach die Spannung, auch wenn es sich hier um einen "Roman" und keinen Thriller handelt... Aber er wurde ja so beworben teilweise und da hatte ich eben einfach mehr erwartet... Vom Stil her las es sich ja nicht schlecht, aber eben auch nicht so flüssig, wie ich das gerne mag... Ich habe das Buch oft auf die Seite gelegt und es schlussendlich auch nicht ganz zuende gelesen, also kann ich keine fundierte Aussage über das ganze Buch treffen (aber es fehlte ja nicht mehr viel bis zum Ende...)...
Ein grandioser gesellschaftlicher Thriller
von Lilofee - 07.11.2017
Von schwedenbiene Britta Söldner sieht die Dinge Glasklar und hat den Zynismus der Politik genauso durchschaut wie das kleinbürgerliche Gutmenschentum, das die Welt kein Deut besser macht. Wie ihr Geschäftspartner Babak hat sie den Glauben an eine bessere Zukunft verloren - und sie hat nicht die geringste Lust, deswegen Schuldgefühle zu haben. Das geht gut, bis Brittas ganze Welt in ihren Grundfesten erschüttert wird. Juli Zeh zeichnet ein recht düsteres Szenarium der nahen Zukunft. Die Menschen gehen nicht mehr zur Wahl, die besorgte-Bürger-Bewegung hat das Ruder übernommen. Es herrscht Politikverdrossenheit und es wurde das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt. Die Leute leben ihr Leben und stecken die Köpfe in den Sand. Das kann gefährlich werden. Juli Zeh zeigt uns einen Spiegel, wie die Welt aussehen könnte, wenn man sich nicht mit der Politik auseinandersetzt, nicht mehr zur Wahlurne geht. Nicht von ungefähr steht im Buch gleich auf der ersten Seite: - Da. So seid ihr- Es ist ein Thriller, gesellschaftskritisch und auch politisch. Das Buch hält die Spannung bis zum Schluss. Die Geschichte entwickelt einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Ein wunderbares Buch, das mit seinem überragenden Schreibstil ein richtiges Leseerlebnis ist. Einfach Grandios!
Spannend, düster, toll geschrieben, sehr lesenswert!
von Wedma - 13.11.2017
"Leere Herzen" von Julie Zeh habe ich sehr gern gelesen und empfehle das Buch auch gerne weiter. Eine tiefgründige, zum Nachdenken anregende Lektüre voller messerscharfer Beobachtungen, was die heutige Gesellschaft angeht und was daraus werden kann. Die Autorin zeichnet eine Möglichkeit der nahen Zukunft in Deutschland, die erschreckend wirkt und zugleich sehr real erscheint. Trotzdem würde ich den Roman nicht als Psychothriller bezeichnen, nicht im üblichen Sinne, wenn man z. B. an amerikanische oder skandinavische Werke des Genres denkt, eher als eine politisch gelagerte, gesellschaftskritische Dystopie, in der die heutigen gefährlichen Tendenzen wie Politikverdrossenheit, die sich u.a. in Nicht-Wahlbeteiligung äußert, ein Stück weitergedacht und gekonnt wie eindringlich geschildert wurden. Die Sprache ist toll, jedes Wort sitzt, dabei erscheint der Ausdruck so ungezwungen, so natürlich. Schon allein das verwandelt das Lesen in pures Vergnügen. Das Buch konnte ich kaum aus der Hand legen. Es las sich so gut, dass es nach nur wenigen Sitzungen, zu schnell alle war. Spannend ist die Geschichte insg. Erst konnte ich mir Brittas Arbeit nicht so recht vorstellen, aber nach und nach legte sich ein Puzzleteilchen zum nächsten, und ich konnte mich sehr gut in ihre Weltsicht einfügen und mich in ihre Lage hineinversetzen. In der Zukunft, in der Britta lebt, wollen viele junge Leute nur eins: sterben. Das gibt zu denken, nicht wahr? "Full hands, empty hearts." Die Strophe kommt paar Mal im Laufe des Romans und passt zum Ganzen sehr gut. Britta, die Hauptfigur, ist pragmatisch veranlagt, sie weiß diesen Wunsch in ein lukratives Geschäft zu verwandeln. Sie ist kein typisches niedliches Liebchen aus Frauenromanen. Sie hat aber die beste Freundin, die auf diese Beschreibung passt. Bald bekommt Brittas Firma Konkurrenz, denn Erfolg zieht magisch Nachahmer an. Britta als Geschäftsführerin muss schnell eine gute Lösung finden, um sich und ihre Familie zu schützen. Spannend bleibt es bis zur letzten Seite. Die Figuren erschienen mir wie Archetypen der heutigen, und vllt auch künftigen Gesellschaft: eine taffe, erfolgreiche Geschäftsfrau, die ihre Rolle und ihre Einstellungen zum Leben und Sterben im Laufe der Geschichte hinterfragt; ein Startup Unternehmer, der sich über das Auftauchen eines finanzkräftigen Investors sehr freut und bereit ist, ihm praktisch alles zu verkaufen; ein Investor, der einen spirituellen Anführer mimt, aber ganz andere Motive hat und versteckte Ziele verfolgt; ein schwuler Araber, ein IT-Nerd, der von seiner Sippe abgestoßen wurde; ein hübsches Mädchen aus Vorzeigefamilie, das ihr inhaltsleeres Leben nicht erträgt; eine junge Frau, die nur für sich und ihre Familie lebt und die das Geschehen in der Gesellschaft und Politik absolut nicht interessiert, usw. Jeder hat seine (Vor-)Geschichte, verfolgt eigene Interessen und legt eigene Sicht der Dinge an den Tag, was sie mehrdimensional und lebendig werden lässt. Britta entwickelt sich im Laufe des Romans, was die Protagonisten in den meisten Thrillern heute sehr selten tun. Das Ganze kommt zu einem überzeugenden wie erschreckenden Bild von Deutschland von morgen zusammen. Am Ende blieb ich aber im Unklaren, was genau dieser Schluss den Lesern vermitteln will: Frau soll zurück zu ihrer wohlbekannten Rolle? Back to the roots? Dieses zukünftige Leben, das die Figuren dem Leser vor Augen führen, erscheint so selbstverständlich, als logische Konsequenz der heutigen Situation, dass man die aufgezeichneten Entwicklungen für durchaus möglich hält, falls sich heute nichts grundlegend ändert. In vielerlei Hinsicht ist dieses Werk etwas viel besseres als ein Thriller: Tiefgründig, klug, düster, vllt abgeklärt, aber ganz toll, sehr gut geschrieben und sehr lesenswert. Man sieht dem Roman auch deutlich an, dass es der Autorin keineswegs egal ist, wohin die Reise mit uns allen geht und was Schreckliches aus der heutigen Situation entstehen kann. Insofern kann man den Roman vllt auch als eine Warnung begreifen. Das Buch ist sehr schön und passend zum Inhalt gestaltet, perfekt als Geschenk: Festeinband ist schwarz, innen rot, eingehüllt in das helle, weiße, leicht geriffelte Umschlagblatt. Es gibt nicht allzu viel Text pro Seite, die Schrift ist augenfreundlich. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Eigene Bewertung schreiben Zur Empfehlungs Rangliste
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Bleiben Sie in Kontakt:
Sicher & bequem bezahlen:
akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal
Zustellung durch:
* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.
** im Vergleich zum dargestellten Vergleichspreis.