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Plüsch

Roman. 8 schwarz-weiße Abbildungen, 1018880198 schwarz-weiße und 5035 farbige Fotos, 2388 schwarz-weiße und.
Buch (gebunden)
Zwei Freunde, ein Sofa, ein Ultimatum Plüsch ist die Geschichte von Tim Schadeck und Karel Maul, den heimlichen Helden der Jahrtausendwende. Tim, Mitte zwanzig, schweißt für einen Künstler Metallobjekte zusammen, macht Musik u... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Plüsch
Autor/en: Michael Ebmeyer

ISBN: 3462031309
EAN: 9783462031300
Roman.
8 schwarz-weiße Abbildungen, 1018880198 schwarz-weiße und 5035 farbige Fotos, 2388 schwarz-weiße und.
Kiepenheuer & Witsch GmbH

August 2002 - gebunden - 318 Seiten

Beschreibung

Zwei Freunde, ein Sofa, ein Ultimatum Plüsch ist die Geschichte von Tim Schadeck und Karel Maul, den heimlichen Helden der Jahrtausendwende. Tim, Mitte zwanzig, schweißt für einen Künstler Metallobjekte zusammen, macht Musik und verfolgt keinen Lebensplan. Und hält das - keinen Plan zu haben - durchaus für eine Leistung. Vor allem angesichts seiner Altersgenossen, die trotz bester Vorsätze dem New-Economy-Wahn zu erliegen und Unternehmensberater zu werden drohen. Tims Freund Maul ist diese halbherzige Weigerung, am herrschenden Gesellschaftsspiel teilzunehmen, nicht radikal genug. Er hat die Nase voll von der ewigen Herumdümpelei und überredet Tim im Herbst 1998 zu einem Pakt: »Wenn sich unser Leben innerhalb von zwei Jahren nicht entschieden gebessert hat, dann ist Schluss.« Der Druck erhöht sich. Mit geschärftem Blick betrachtet der Erzähler Tim fortan seine und Mauls Schritte hin zu einem »Leben in Würde«, dem Ziel ihrer Abmachung. Feierlich besiegelt auf einem roten Plüschsofa, das den beiden Freunden zum Symbol ihrer Sehnsucht wird. Auf der Suche nach einem Weg, kritisch, hellsichtig und lustvoll zugleich zu leben, lassen die beiden sich allerdings nur zu gern ablenken: von Liebesdramen unterschiedlichster Art, von nervenden Eltern oder der eigenen Lethargie. Nach den zwei Jahren wird Bilanz gezogen. Sie fällt für beide Freunde überraschend und sehr unterschiedlich aus.

Portrait

Michael Ebmeyer, 1973 geboren, lebt in Berlin. Er ist Texter und Musiker in der Gruppe "Fön". "Plüsch" ist sein erster Roman. Weiterer Titel bei K&W 2001 erschien sein Erzählungsband "Henry Silber geht zu Ende", KiWi 613.

Pressestimmen

Was sei ein Leben in Plüsch? [...] Im Kern des Romans stehen die beiden Freunde Tim Schadeck und Karel Maul. Der Eindruck täuscht nicht, die Namen sind sprechend: Tim ist ein eher unauffälliger, zögerlicher Zeitgenosse, während Maul den extrovertierten und souveränen "Poser" spielt, zusammen geben sie ein ungleiches Gespann und sind doch beide Ritter von der traurigen Gestalt. Am Ende ihres abgebrochenen Studiums fehlt ihnen eine Zukunftsperspektive, und so entsteht im Drogendelirium einer lauen Kneipennacht der Plan, sich eine Galgenfrist von zwei Jahren für den Aufbruch aus ihren "jämmerlichen Existenzen" zu setzten: "Ab sofort solle Plüsch Sammelbegriff für alles sein, was dazu beitrüge, unser Leben entschieden zu verbessern. [...] Als Beschwörung. Als Zeichen unseres guten Willens." Das Symbol dieses Vorhabens ist ein knallrotes Plüschsofa, ein Altar als Station auf der Gralssuche. [...] Dadurch, daß der Roman über weite Teile aus der Perspektive des resignierenden Tim erzählt wird, wirkt die Geschichte weniger wie eine heroische Geste gesellschaftskritischer Randfiguren als vielmehr als Kapitulation vor hochfliegenden Lebensträumen. Auf einer Reise nach Barcelona stehen die zwei nüchtern vor den Gräbern der spanischen Anarchisten, Maul hat Enzensbergers "Kurzen Sommer der Anarchie" nebst Houellebeqcs desillusionierenden "Elementarteilchen" im Gepäck. Bezeichnenderweise verschweigt Tim hier, bei der Abrechnung über die vergangenen zwei Jahre, die letzten Worte der Durruti-Biographie: "Aber was vorbei ist, ist vorbei. Man macht nicht zweimal dieselbe Revolution." Die Visionen der Vorbilder sind verraucht, die Zukunft haben die beiden erst nicht im Griff. Tim kehrt mutterseelenallein ins deutsche Lotterleben zurück, Maul verschwindet spurlos im Nichts. [...] Wohlbemerkt, es ist nicht so, daß Ebmeyer in seinem Roman alternative Lebensentwürfe außer Acht ließe. Doch auch hier präsentiert er dem Leser gescheiterte Biographien, nämlich die Eltern seiner Helden. Alle hatten diese 68er einmal große Vorstellungen von einem wünschenswerten Leben, doch auch sie verfielen einem lähmenden Alltagstrott. Tims Vater wird zum moralinsauren Wohlstandsnörgler, seine Exfrau taucht in Depressionen ab, und Mauls Mutter versumpft nach dem Selbstmord ihres Mannes in der nordfriesischen Pampa. So können sich die Kinder, geplagt von Scheidungstraumata und den Ideologiekrisen der Eltern, von vornherein gar nicht mehr zu politischem Engagement aufrappeln. Eine Mitgliedschaft bei den Grünen ist schnell ad acta gelegt, und die weltweite Protestwelle gegen den WTO-Gipfel in Seattle erleben sie weltschmerzelnd in die eigene Studentenbude zurückgezogen. [...] Tröstlich ist - Ironie des Schicksals - daß der handlungsunfähige Tim einen zufälligen One-Night-Stand ausgerechnet mit der Traumfrau Nike (!) hat, an der sich der viel zu coole Maul einen Sommer lang verzweifelt die Zähne ausbiß; will sagen, das kurze Glück kann sich auch ohne große Showeffekte noch einschleichen. Weil Tim aber just in diesem Moment wieder nicht die Gunst der Stunde wittert und seine notorischen Skrupel nicht über Bord werfen kann, gibt er selbst hier eine schwache Figur ab - sogar hier muß dieser Untergeher sich der Ehrenrettung halber noch hinter einem Zitat von Großmeister Goethe verbergen! Überhaupt, die Bettgeschichten: Ebmeyer hat ein besonderes Händchen dafür! Im Gegensatz zu anderen Autoren der Pop-Liga (sic!) schreibt er nicht von unerotischen, weil allzu schönen Körpern und Profilneurotikern ohne Hemmungen, sondern rückt die ersten, letzen, verkorksten und ausgebliebenen Male ins Licht, ohne dabei den Respekt vor seinen eigenen Romanfiguren zu verlieren. Ebenso entlarvt der Autor vermeintlich romantische Situationen als Pflichtstationen des Lebens, während die wahrhaft goldenen Momente zugleich die traurigsten sind. Je schiefer die Sache läuft, desto glänzender ihre Beschreibung. Ebmeyer hat ein feines Gespür für die heimlichen "unerhörten Begebenheiten" des Lebens. Seinen Figuren legt er eine selten erlebte gelungene Sprache für die Unfreude am Leben in den Mund, die sich an Nebensächlichkeiten manifestiert wie dem Kaffeeautomaten, dessen Auswurf nach "Asche und Brühwürfel" riecht - ein befremdlicher Nachgeschmack sei dem Leser garantiert. "Plüsch" ist endlich ein Buch über die Generation der 90er, das weder hilflos im Trüben stochert noch abgebrühte Überlegenheit vortäuscht. Ein widerborstiges Lesevergnügen, das einen gleichermaßen in die hintersten Winkel einer deutschen Studentenstadt wie auf die kurzzeitig plüschbringende Reise nach Barcelona mitnimmt. Übrigens sollte, wer noch Gelegenheit dazu hat, unbedingt die Chance nutzen, einer Lesung von Michael Ebmeyer beizuwohnen. Er gehört zu den wenigen Autoren, die ihren Texten eine angemessene Stimme verleihen. Und: Welcher Verlag macht sich endlich an eine Hörbuchversion von "Plüsch"?! © Julia Charlotte Brauch
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