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Die Unwissenheit

Roman. Originaltitel: L'IGNORANCE. 6. Auflage.
Buch (gebunden)
Irena lebt seit zwanzig Jahren in Paris, sie hat Prag nach der russischen Besetzung 1968 verlassen. Doch für die Franzosen ist sie immer die Emigrantin geblieben. "Wieso bist du noch hier?", fragt ihre Freundin Sylvie nach dem Umsturz von 1989. Hat e... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Die Unwissenheit
Autor/en: Milan Kundera

ISBN: 3446199772
EAN: 9783446199774
Roman.
Originaltitel: L'IGNORANCE.
6. Auflage.
Übersetzt von Uli Aumüller
Hanser, Carl GmbH + Co.

5. Februar 2001 - gebunden - 179 Seiten

Beschreibung

Irena lebt seit zwanzig Jahren in Paris, sie hat Prag nach der russischen Besetzung 1968 verlassen. Doch für die Franzosen ist sie immer die Emigrantin geblieben. "Wieso bist du noch hier?", fragt ihre Freundin Sylvie nach dem Umsturz von 1989. Hat es die vergangenen Jahre überhaupt gegeben? Will niemand begreifen, daß die Jahre in Paris Irenas wirkliches Leben sind und nicht nur die verlorene Heimat? Und als sie nun zum ersten Mal Prag wieder besucht, merkt sie, daß sie auch dort nur die "Heimkehrerin" ist. Wie so oft in ihrem Leben hat Irena das Gefühl, dass die anderen ihr die Entscheidungen aus der Hand nehmen: Das Prag, das sie wiederfindet, ist nicht mehr ihre Heimat, das Paris, in dem sie lebt, will ihre Heimat nicht sein. Doch da trifft Irena einen Mann, den sie zu kennen glaubt. War er es nicht, mit dem damals, vor vielen Jahren, eine Liebesgeschichte begann? Josef ist auch Emigrant, ihn hat es nach Skandinavien verschlagen, und plötzlich scheint es möglich, die Erfahrungen, die Erinnerungen miteinander zu teilen und ein neues, eigenes Leben zu beginnen. Doch kann man zwanzig Jahre überspringen, ja, ist im Leben etwas wie eine "Rückkehr" überhaupt möglich? Milan Kundera erzählt von dem großen Thema der Heimat und Heimatlosigkeit. Und er erzählt davon, wie wenig man weiß von dem, was der andere erfahren und erlebt hat, wonach seine Sehnsucht, sein Heimweh eigentlich sucht.

Portrait

Milan Kundera, geb. 1929 in Brünn, Tschechoslowakei, studierte zunächst Musik, Filmwissenschaften und Literatur in Prag. 1953 veröffentlichte er sein erstes Buch und trat Mitte der fünfziger Jahre auch als Übersetzer, Essayist und Theaterautor an die Öffentlichkeit. 1975 ging er ins Exil nach Paris, wo er heute noch lebt.

Leseprobe

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Pressestimmen

"Der Altmeister der Missverständnisse und wunderbaren Illusionslosigkeit hat ein sehr reifes und sehr weises Werk vorgelegt - den perfekten Roman über Heimat und Heimatlosigkeit." Rainer Schmitz, Focus, 12.2.01 "Milan Kundera hat einen brisant aktuellen politischen Roman geschrieben, intelligent und passioniert, komplex und schlank. Dieses Buch setzt Maßstäbe." Gunhild Kübler, Weltwoche, 8.2.01 "Ein kluges Buch voller denkwürdiger Betrachtungen über das Gedächtnis, die Musik und die Zerrissenheit des Menschen." Frankfurter Rundschau Magazin, 10.2.01 "Milan Kundera schreibt in der Unwissenheit seinen Roman von der Unerträglichen Leichtigkeit des Seins weiter... Die Unwissenheit ist ein eindringliches Liebes-Buch über Menschen, die ausziehen müssen und das Fürchten lernen. Zurückkehren können sie nicht." Verena Auffermann, Süddeutsche Zeitung, 17./18.02.01 "Irene und Josef, diese beiden seelenverwandten Leidensgenossen, finden und verzehren sich für einen kurzen Moment. Aber die Möglichkeit ihres gemeinsamen Glücks beruht nur auf einer Lüge, ihr Nähe schlägt abrupt um in Fremdheit. Und so flüchten sie denn, geschickt geführt von einem Reflexionen und Beschreibungen, Erdachten und Erlebtes genial verknüpfenden Autor, aus ihrer alten, verlorenen abermals in ihre neue, fremde Heimat. Zurück bleibt ein von der Erzählkraft Kunderas ebenso verzauberter wie betäubter, von der unaufhebbaren Fremdheit und ausweglosen Heimatlosigkeit der Figuren ebenso angerührter wie erschütterter Leser." Frank Dietschreit, RADIOkultur (SFB/ORB), 01.04.01 "Man muß den Roman wohl zweimal lesen, um ihn ganz zu begreifen. Bei der ersten Lektüre ist man geblendet von der Perfektion. Bei der zweiten ahnt man deren raffinierte Dialektik. (...) ein aufregender Roman, eine literarische Nachbildung des menschlichen Gedächtnisses mit seinen Fäden und Lücken..." Ursula März, Literatur und Kritik (Radio Bremen Zwei), 11.03.01 "Kundera hält die Fäden in der Hand und führt Regie. Daraus folgt naturgemäß, dass er seine Figuren immer auch instrumentaliesiert: Er nutzt sie, um Erfahrungen zu machen, um Erkenntnisse zu gewinnen. ... Kundera hat mit diesem Roman nach einem langen Weg seinen Ausgangspunkt wieder erreicht. Er ist von der Heimat in die Fremde gegangen und zurück in die Heimat, um doch nur endgültig in der Fremde anzukommen." Martin Lüdke, Die Zeit, 15. 02.01. "'Die Unwissenheit', Kunderas dritter auf Französisch geschriebener Roman, zeigt auf knapp 180 Seiten seine gesamte Kunst: die aller Überflüssigkeiten entkleidete, klare Sprache, die souveräne Entwicklung einer Geschichte und den klugen Blick in das Innenleben seiner Figuren." Julia Kospach, Profil, 26.02.01 "Ein großes Buch über den Verlust von Heimat und den Schmerz gegenseitiger Ignoranz ... weise und mit Kunderas ganz besonderer Fähigkeit, das Leichteste mit dem Schwerwiegendsten zu verknüpfen, erzählt." Brigitte, 07.03.01 "Ein glänzender Erzähler ist Milan Kundera, weil es ihm gelingt, seine Figuren wie beiläufig zu führen. ... Ein Meister der Architektur ist Kundera auch, denn es gelingt ihm (...) Geschichten so subtil zu fügen, dass die Moral von der Geschicht` bloß durchscheint. ... Kundera, ein später Schüler von Proust, hat es schon erkannt: dass erst der Erzähler vielleicht etwas herstellt, wovon dieses Leben niemals wissen kann, ein zitterndes Ganzes. Dafür, Bewunderung und Lob." Martin Meyer, Neue Zürcher Zeitung, 15.02.01 "Kaum ein Schriftsteller nimmt seinen Leser so ernst wie Kundera, kaum einer bietet ihm so viel und fordert zugleich doch nur: Mitgehen und Mitdenken. Schlackenlos ist diese Prosa, gänzlich frei von epischen Aufschäumungen, wie sie die routinierten Romanmaschinerien vieler Kollegen fast zwanghaft hervorbringen. ... Sein neuer Roman ist traurig, melancholisch und überaus tröstlich." Martin Ebel, Berliner Zeitung, 3./4.03.01

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