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Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

Roman. Originaltitel: The Keeper of Lost Things.
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Produktdetails

Titel: Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge
Autor/en: Ruth Hogan

ISBN: 3471351477
EAN: 9783471351475
Roman.
Originaltitel: The Keeper of Lost Things.
Übersetzt von Marion Balkenhol
List Paul Verlag

Mai 2017 - gebunden - 316 Seiten

Wir warten alle darauf, gefunden zu werden ...
Auch Anthony Peardew, der auf seinen Streifzügen durch die Stadt Verlorenes aufsammelt. Jeden Gegenstand bewahrt er sorgfältig zu Hause auf. Er hofft, so ein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einlösen zu können. Doch ihm läuft die Zeit davon. Laura übernimmt sein Erbe, ohne zu ahnen, auf welch große Aufgabe sie sich einlässt. Überrascht erkennt sie, welche Welt sich ihr in Anthonys Haus eröffnet.
Ein Roman über verlorene Dinge und zweite Chancen. Über einzelne Handschuhe, schönes Teegeschirr, begabte Nachbarinnen, unerwartete Freundschaften und zeitlose Liebe.
"Und so fing ich mit meiner Sammlung verlorener Dinge an. Vielleicht dachte ich, wenn ich jeden verlorenen Gegenstand rettete, den ich fand, würde jemand das Einzige auf der ganzen Welt retten, an dem mir wirklich etwas lag, und ich würde es eines Tages zurückbekommen, um mein gebrochenes Versprechen doch noch einzulösen." Anthony Peardew


Ruth Hogan ist selbst begeisterte Sammlerin von Fundstücken. Sie lebt mit Mann und drei Hunden in einem etwas chaotischen viktorianischen Haus in Bedford, England. Ein schwerer Autounfall und eine Krebserkrankung brachten sie zum Schreiben. Die schlaflosen Nächte hat sie am Schreibtisch verbracht, das Ergebnis ist ihr erster Roman über das Finden von Dingen und Geschichten.
Spannend und liebevoll!, Elle, 22.05.2017
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Hedda Freier, Buchhandlung Hugendubel Flensburg
Ein außergewöhnlicher Roman
von Hedda Freier, Buchhandlung Hugendubel Flensburg - 16.05.2017
Anthony Peardew sammelt Gegenstände, die andere Menschen verloren haben und er schreibt Geschichten zu diesen Fundstücken. Als er stirbt vermacht er Laura, seiner Angestellemsein Haus und seine Sammlung der verlorenen Dinge. Einzige Bedingung, Laura soll alles versuchen um die Gegenstände ihren früheren Besitzern zurückgeben. Ein Roman, der mir sehr gut gefallen hat. Eine Geschichte mit ganz viel Gefühl und 4 Personen, die ich alle ins Herz geschlossen habe. Das sind neben Laura und Anthony noch Sunshine und Freddy. Sunshine ist ein Mädchen aus der Nachbarschaft. Sie ist sehr sensibel und kann die Geschichten hinter den Gegenständen fühlen. Freddy ist der Gärtner, der für Anthony gearbeitet hat. Auch Übersinnliches kommt in diesem Roman vor. Hat es etwas mit Therese zu tun, die Frau, die Anthony geliebt hat und die so früh und unerwartet gestorben ist? Dieser Roman ist von Anfang bis Ende ein großartiges Lesevergnügen. Eine Geschichte, die mich berührt hat. Ich vergebe 5 Sterne.
Bewertungen unserer Kunden
Eine zauberhafte Geschichte nicht ganz von dieser Welt
von takabayashi - 10.06.2017
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, einmal in der Jetztzeit (minus ein paar Jahre) und einmal 1974 und die Zeit danach. Am Ende stellt sich auf wundersame Weise eine Verbindung zwischen den beiden Erzählsträngen her. So eine leicht skurrile Geschichte kann eigentlich nur aus England kommen. Der Witwer Anthony Peardews sammelt Gegenstände, die jemand verloren hat, seien sie auch noch so unbedeutend. Er etikettiert sie sorgfältig und archiviert sie in seinem Arbeitszimmer. Das tut er, seit er etwas, für ihn äußerst Bedeutsames, verloren hat, ein Liebespfand seiner Verlobten, die vor vielen Jahren ums Leben kam. In seinem tiefsten Inneren hofft er wohl, dass jemand irgendwo genau so liebevoll wie er selbst mit diesem Fundstück umgeht. Seit einigen Jahren hat er Laura, einer verlorenen Seele, Asyl gegeben, bzw. eine Stelle als Assistentin und Haushälterin. Anthony ist Schriftsteller und sie hilft ihm, seine Manuskripte zu tippen. Für Laura, die aus einer unglücklichen Ehe geflüchtet ist, ist dieser Job ein Rettungsanker. Im zweiten Erzählstrang von 1974 geht es um Eunice, die eine Stelle bei einem Verleger antritt, der von allen nur Bomber genannt wird. Zwischen den beiden entwickelt sich eine lebenslange, tiefe Freundschaft, sogar Liebe, wenn auch nur platonisch, denn Bomber ist schwul. Anthony stirbt und hinterlässt Laura das Vermächtnis, sich um seine Fundstücke zu kümmern und zu versuchen, die Besitzer zu finden und eventuell ein gebrochenes Herz zu heilen. Bei der Durchsicht der Gegenstände findet sie heraus, dass viele seiner Fundstücke ihn zu - häufig recht wehmütigen - Geschichten animiert haben. Anthonys zwischendurch immer wieder eingestreuten Kurzgeschichten verdeutlichen knapp und präzise menschliche Schicksale. Mit Hilfe von Sunshine, einem jungen Mädchen mit Down-Syndrom aus der Nachbarschaft, und von Freddy, dem Gärtner, nimmt Laura diese herkulische Aufgabe in Angriff. Obwohl Laura nicht an Geister glaubt, kann sie sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Therese, Anthonys Verlobte, im Hause herumspukt, um Laura einen Fingerzeig zu geben. Eine wunderbare, etwas märchenhafte Geschichte, bei der einem ganz warm ums Herz wird. Es gibt ein Happy End, alles fügt sich mehr oder weniger zum Besten, aber ich habe es nie als Kitsch empfunden, denn dazu gibt es doch zu viele durchaus realistische Momente. Wir dürfen miterleben, wie die Hauptfigur Laura aufgrund ihrer neuen Aufgabe, des sicheren Hortes in Anthonys Haus und durch Freundschaft und Liebe allmählich wieder ihre Mitte findet. Ein Wohlfühlroman, der einen manchmal auch zu Tränen rührt, meistens aber glücklich macht.
Das Haus von verlorenen Sachen
von marpije - 15.05.2017
Anthony Paerdew hat seine geliebte Frau Theresa verloren und zusammen mit ihr er hat auch ein Medalion verloren, er hat erfolglos nach den Gegenstand gesucht . Bei der Suche Anthony hat eine Passion entwickelt- er hat alle verlorene Sachen gesammelt welche er gefunden hat in der Hoffnung irgendwann kann er die Sachen den Besitzern zurück geben. Für die Passion hat Anthony ganze seine Leben geopfert und am Ende überlässt er die Aufgabe Lara, seiner Haushälterin  - sie soll probieren die Sachen an den richtige Plätze zurück zu bringen. Das ist die Hauptgeschichte , die Nebengeschichte  ist die von Eunice und Bomber, eine junge Frau und ein Buch Verleger , die zwei Erzählstränge am Ende fügen sich zusammen... Das Buch ist sehr atmosphärisch mit die Spitzdeckchen , Rosenduft und Unmengen von Tee- süß  und kindisch. Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet  und mit viel Details beschrieben , die alle bringen mit sich gute Stimmung und gute Laune , sogar über die bösen Charakteren wie Vince, Portia oder Felicity schreibt die Autorin in leichter, ironischer oder witziger Note, dass ich keine Abneigung zu den Leuten spüre. Sunshine ist wie ein Sonnenschein, hell und immer freundlich und Laura ist wie jede normale Frau mit vielen Zweifeln und Schwächen . Die Stimmung , trotz die traurigen Momenten ist leicht und heiter und der Schreibstil flüssig und einfach, eigentlich alles gut aber für mich ist das ganze zu  klebrig . Die Geschichte hat mich nicht gefesselt , ist gut geschrieben aber fad.
Verloren
von Ecinev - 03.06.2017
Das Buch beginnt schon sehr ungewöhnlich mit einer im Zug gefundenen Keksdose mit menschlicher Asche. Gefunden von Anthony Peardews der die Dose in seine Sammlung verlorener Gegenstände aufnimmt. In seinem Haus Padua hortet und katalogisiert Peardew Gegenstände die er gefunden hat. Angefangen hat alles als er ein Medaillon seiner Verlobten verloren hat. Rund um die teilweise alltäglichen oder auch skurilen Gegenstände schreibt er Kurzgeschichten. Laura, die gerade eine gescheiterte Beziehung hinter sich hat, liest im Wartezimmers ihres Arztes von dem sich ein Rezept für Tabletten erhofft, die Stellungsanzeige und fühlt sich sofort zu dem älteren Anthony und seinem Haus hingezogen. Sie kümmert sich um den Hauhalt mit Ausnahme seines Arbeitszimmers. Nach seinem Tod erbt sie das Haus und die vielen Gegenstände mit der Auflage diese ihrem rechtmäßigen Besitzer wieder zuzuführen. Mit Hilfe des Mädchens Sunshine aus der Nachbarschaft und Freddy dem Gärtner macht sie sich an diese Herkulesaufgabe. Im zweiten Erzählstrang 1974 lernt man Eunice und den Schriftsteller Bomber sowie seiner Schwester Portia kennen. Was das mit Peardew zu tun hat erfährt man erst spät. Das Buch ist eine liebevollen Aneinanderreihung von Liebe, Tod und Freundschaft. Obwohl Schreibstil ist recht flüssig ist und durch den englischen schwarzen Humor teilweise recht amüsant ist, war es auf Dauer doch recht fad und hat mich leider nicht so mitgerissen.
Verloren
von Bibliomarie - 23.05.2017
Mr. Peardew ist ein fast zwanghafter Sammler verlorenen Gegenstände. Egal wie trivial sie sein mögen - ein gelbes Haargummi, ein blauer Mantelknopf, ein Puzzleteil - er hebt sie auf und katalogisiert sie um irgendwann den Besitzer wieder zurückzugeben. Auch eine Keksdose findet er, der Inhalt ein graues körniges Pulver, könnte es Asche sein? Peardew selbst leidet sein ganzes Leben an einem Verlust, am Tag als seine Verlobte starb, verlor er ihr Medaillon und seine Hingabe an Fundstücke resultiert aus seinem Verlust. Aber sie inspirieren ihn auch zu kleinen, anfangs heiteren Geschichten, die ihm als Schriftsteller zu Erfolg und Vermögen verhelfen. Er lebt in einem wunderschönen Haus, umsorgt von seiner liebevollen Haushälterin und Assistentin, der vom Leben enttäuschten Laura. Sie soll nach seinem Tod seine Aufgabe vollenden. Ein Fundstück findet sich nicht in seiner Sammlung, Eunice die grade zu einem Bewerbungsgespräch unterwegs ist, findet ein kleines Schmuckstück auf der Straße und steckt es ein. Es scheint ihr Glück zu bringen, sie bekommt die Stelle in einem kleinen Verlagshaus und ihr Chef Bomber wird ihr Freund fürs Leben. Es wird eine fast symbiotische Beziehung, auch wenn Eunices bald erkennt, dass Bombers Liebe eine andere ist, als sich Eunice erhoffte. Eine liebevoll, sehr anrührende Erzählung, mit vielen kleinen Geschichten in der Geschichte und Nebenhandlungen, die gleich ahnen lassen, dass sich alle Stränge miteinander verknüpfen werden. Es ist, trotz vieler kleiner komischer Anekdoten ein wehmütiger, fast sentimentaler Stil, den ich gern gelesen habe, trotz der kleinen Längen und Wiederholungen. Der Roman ist eines der Bücher, die man gern an einem regnerischen Tag mit einer Tasse Tee genießt und bei dem man auch mit einem Lächeln ein Tränchen wegwischt und man sich eingesteht, dass es manchmal auch ein wenig kitschig sein darf. Dem List Verlag ist dem zarten Cover und der schönen Gestaltung des Buches ein passender Rahmen für das Buch gelungen.
Muss man gelesen haben!
von misspider - 13.06.2017
Ein wundervolles Buch, das gleich einem Episodenfilm mehrere Geschichten in einer enthält: von Mr. Peardew, seiner merkwürdigen Sammlung und seiner viel zu früh verstorbenen Frau, von seiner Haushälterin Laura, die in seinem Haus ein neues Leben beginnt; von Eunice, die mit ihrem neuen Job auch die Liebe ihres Lebens findet. Und natürlich die vielen kleinen Anekdoten, die mit den verlorenen Dingen verbunden sind. Bunt und facettenreich und von einer unglaublichen Dichte, die mir das Gefühl gab, bereits nach der Hälfte mehrere Bücher gelesen zu haben - eines faszinierender als das andere. Am Ende fügt sich alles perfekt und rund zusammen. Kaum zu glauben, dass dies der erste Roman der Autorin ist. Mit Leichtigkeit und Eleganz schafft sie es, den Leser zu verzaubern und für einige Stunden einfach glücklich zu machen. Ein fröhliches, trauriges, lustiges, nachdenkliches und überwältigendes Buch, das man einfach gelesen haben muss.
Zweite Chancen und der Hüter der verlorenen Dinge
von cabotcove - 19.05.2017
Wieder mal ein Buch, das einem mit einem schweren Seufzer zurücklässt, nachdem man die letzte der viel zu kurzen 320 Seiten umgeblättert hat. "Der Hüter der verlorenen Dinge", so nennt sich Anthony Peardew selbst. Für ihn hat jeder Gegenstand einen Wert, erzählt eine Geschichte. Diese muss für ihn archiviert werden, so sammelt er Dinge, die er auf den Strassen seiner Heimat findet. Er möchte sie allerdings nicht für sich, sondern will sie den ursprünglichen Besitzern zurückgeben. Vor Jahren hat er selbst etwas verloren, das er seitdem auf seinen Streifzügen sucht: ein besonderes Schmuckstück, an dem sein Herz hängt - denn es gehörte seiner großen Liebe, und das Medaillon verbindet sie noch immer mit ihm... Anthony muss diese besondere Aufgabe jedoch an seine Erbin Laura weitergeben, ohne ihr von dem großen Geheimnis erzählt zu haben, das seine Sammlung umgibt... Anthony Peardew ist ein dermaßen liebenswerter Protagonist, dass er mir schnell ans Herz wuchs. Er geht mit so einer Akribie ans Werk, ist ein sehr außergewöhnlicher Mann, den man so schnell nicht vergisst. Ruth Hogan hatte mich bereits nach ein paar Seiten gepackt mit ihrer schönen Geschichte und diese ließ mich nicht mehr los. Ein außergewöhnliches, interessantes, spannendes, charmantes Buch, das ich schon mehrfach weiterempfohlen habe, denn es verdient noch viel mehr Leser !
Ein Highlight
von jiskett - 18.05.2017
Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge ist ein tolles, bewegendes Buch. Schon am Anfang ist mir der wunderschöne Schreibstil aufgefallen; er ist irgendwie leicht und zugleich sehr bildgewaltig. Die Vergleiche, die die Autorin benutzt, haben mir sehr gefallen. Die Themen der Geschichte - Tod, Verlust, Schmerz - waren ernst, aber trotzdem ist das Buch immer hoffnungsvoll und positiv und ich mochte, wie damit umgegangen wurde und dass der Humor und allgemein schöne Dinge immer präsent bleiben. Die Idee, verlorene Dinge zu sammeln und zu versuchen, die Besitzer zu finden, fand ich genial. Man geht so oft an irgendwelchen Gegenständen vorbei, ohne sie zu beachten, aber hinter jedem steckt eine eigene Geschichte, die man einfach nur nicht kennt. Die ganzen kleinen Erzählungen, die hinter Anthonys Funden stecken, waren wirklich interessant und dabei ganz unterschiedlich. Von fröhlich über bittersüß bis hin zu tragisch war alles dabei und man kommt dabei ins Grübeln, wie viele ähnliche Geschichten es wohl gibt und was Gegenstände erzählen könnten, könnten sie sprechen. Doch obwohl das ganz klar mein Lieblingsteil des Buches ist, mochte ich auch den Rest - oder zumindest fast alles. Die tragische Romanze um Anthony und seine tote Geliebte war sehr bewegend und die Erzählung hat mich mehrfach zu Tränen gerührt. Ich muss jedoch sagen, dass ich nicht weiß, wie ich den übernatürlichen Aspekt bewerten soll, der nach einer Weile aufkommt und bis zum Ende mehr Präsenz gewinnt. Er hat zur Geschichte gepasst und mich auch nicht wirklich gestört, allerdings hatte ich nicht damit gerechnet (die englische Inhaltsangabe erwähnt den Geist, die deutsche dagegen nicht) und war daher zunächst irritiert, obwohl ich mich schließlich damit anfreunden konnte. Die Charaktere selbst sind alle liebevoll ausgearbeitet und alle waren mir sehr sympathisch - bis auf eine Person und selbst hier hat die Autorin ihr Eigenschaften gegeben, die Mitgefühl oder Verständnis regen könnten. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die Überschneidungen haben und zusammen laufen, und keiner davon war überflüssig oder langweilig. Insgesamt ist das Buch einfach nur schön, weshalb es von mir 4,5/5 Sternen bekommt.
Ein Juwel !
von AKRD - 14.06.2017
Dieses schöne Buch um den schrulligen Mr. Peardew hat mir meine Frau weitergereicht nach der Lektüre und ich habe es ebenso begeistert gelesen wie sie. Ruth Hogan hat mit "Mr. Peardew und die Sammlung der verlorenen Dinge" ein ganz besonderes Buch geschaffen, das man nicht einfach mal so "weglesen", sondern wirklich genießen sollte ! Solche Bücher finden sich in der heutigen Medienlandschaft nicht mehr so häufig leider und umsomehr sollten wir sie dann schätzen ! Der Schreibstil ist wirklich schön, auf den Punkt, bildhaft und einfach authentisch. Und Mr. Peardew ist ein Protagonist, wie man ihn sich wünscht als Leser: er wächst einem irgendwie ans Herz, ist ein Guter... Für mich war dieses Buch ein Juwel und ich bin froh und dankbar, dass ich es hier finden durfte, denn zugegebenermaßen wäre ich ihm Buchhandel wohl eher daran vorbeigelaufen...
Schöner britischer Roman mit kleinen Schwächen
von forti - 29.05.2017
Ruth Hogan erzählt zwei Geschichten, die immer wieder Parallelen und Verbindungen zueinander aufweisen: erstens (und vor allem) die Geschichte des Schriftstellers¿ Anthony Peardew und seiner Assistentin Laura und zweitens die des Verlegers Bomber und seiner Assistentin Eunice. Anthony Peardew sammelt Gegenstände, die andere Menschen verloren haben. Die Aufgabe, diese Gegenstände ihren Besitzern zurück zu geben, übergibt er an Laura. Der Focus liegt auf dem weiblichen Blickwinkel und obwohl beide Frauen ihren Mann stehen, wird es mir hin und wieder etwas klischeehaft, wenn sich das Leben dann doch vorwiegend um die Männer dreht. Dennoch haben mich die kombinierten Geschichten und die sympathischen Hauptprotagonisten gefangen genommen und ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Wenn die Geschichte dann doch mal droht, zu sehr ins Klischeehafte anzurutschen, wird auf einmal eine der winzigen Kurzgeschichten eingeflochten, die Anthony Peardew zu seinen gefundenen Gegenständen geschrieben hat. Diese kurzen Geschichten sind alle pointiert - manche witzig, manche traurig, manche sogar beides. Für mich sind diese¿ kleinen Geschichten eins der Highlights dieses Buches. Ein weiteres¿ Highlight(, das aber wohl Geschmackssache ist,) war für mich die Beschreibung der drei im Buch vorkommenden Hunde. Diese Hunde werden zwar vermenschlicht, aber in jedem Fall auch sehr liebevoll charakterisiert. Bei der Beurteilung der Sprache bin ich hin und her gerissen. Einerseits liest sich das Buch größtenteils sehr gut und flüssig. Dann gibt es aber wieder abgehackte, etwas holprige Sätze. Diese sind allerdings die Ausnahme, weswegen ich das Buch zwar nicht uneingeschränkt, aber doch überwiegend gut lesbar fand. Ein schönes Buch mit deutlich britischen Zügen.
Ein Buch wie ein Schatzkästchen
von Nela - 02.06.2017
Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und wurde nicht enttäuscht. Liebe, Freundschaft, Schuldgefühle, Hoffnung werden darin auf wunderbare Weise thematisiert. Der Schreibstil der Autorin lässt einen mit seinen leisen Tönen ganz tief in die Geschichte eintauchen, als wäre man direkt dabei. Die sehr sympathische Protagonistin und die tollen Nebenfiguren verstärken den Lesegenuss zusätzlich. Durch die eingeschobenen Geschichten zu einzelnen Gegenständen handelt es sich um mehr als nur eine Erzählung. Diese kurzen Geschichten waren oft so schön, dass ich bedauert habe, dass sie nur so kurz sind, und gerne mehr erfahren hätte. Ein bezauberndes Buch, das sich wie eine warme Wolldecke anfühlt, in die man sich einhüllen kann, um für ein paar Stunden in eine andere Welt einzutauchen.
Großartig!
von lupallium - 01.06.2017
Ich bin wirklich hin und weg, ein echt außergewöhnliches Buch. Das Buchcover finde ich besonders gelungen, es ist schön schlicht, hat seinen ganz eigenen Charme und passt sehr gut zum Buch. Die Handlung findet in zwei Handlungssträngen statt, Vergangenheit und Gegenwart und zwischendurch gibt es ab und zu eine kurze Geschichte zu einem verlorenen Gegenstand. Diese Geschichten sind an und für sich auch schon wirklich interessant und toll geschrieben und sie fügen sich sehr schön in die gesamte Handlung ein. Sehr viele sympathische, aber auch unsympathische Charaktere haben diese Geschichte einfach durchgehend spannend gemacht. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Eine wirklich berührende Geschichte mit einem grandiosen Schreibstil und sehr authentischen Charakteren. Absolut empfehlenswert!
Ein Buch, das das Herz berührt
von bücherbelle - 20.05.2017
"Wir können nicht immer gewinnen, und wir können nicht immer glücklich sein. Aber wir können es immer probieren." (S. 78) Zusammenfassung. Ein ganzes Arbeitszimmer voller verlorener Dinge hinterlässt Mr. Peardew der überraschten Laura, und neue Freunde noch mit dazu; doch wie soll sie die Aufgabe erfüllen, bei der er sich völlig auf sie zu verlassen scheint? Wer oder was erschwert Laura ihr neues Leben? Und (wie) kommen die Geschichten von Eunice und Laura am Ende zusammen? Erster Satz. Charles Bramwell Brockley reiste allein und ohne Fahrkarte in dem Zug um 14.42 Uhr von London Bridge nach Brighton. Inhalt. Dieser Roman stellt mich bezüglich der Rezension vor eine gar nicht so einfache Aufgabe: Denn ich glaube, ich käme zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen, wenn ich ihn rational und kopfmäßig rezensierte, als wenn ich versuchte, meine Gefühle in Worte zu fassen. Um es mit Sunshines Worten zu sagen: "Ich denke das nicht in meinem Kopf, ich fühle es einfach." (S. 112). Ich werde mit Kritikpunkten beginnen. Mr Peardews Sammlung der verlorenen Dinge ist auch eine Sammlung zugehöriger Geschichten, die zwischen den zwei Hauptsträngen der Erzählung eingeflochten werden. Zudem springen wir innerhalb der Hauptstränge teils über recht große zeitliche Lücken hinweg, was (mir, beim Lesen) nicht immer klar war. Die Kombination aus beidem sorgt dafür, dass ich persönlich dem Buch ein paar mehr als "nur" die 313 Seiten, die es hat, gegönnt hätte: Ich hatte das Gefühl, dass so viel mehr darin, dahinter steckt, das wir entdecken könnten, wenn die Autorin nur darauf eingegangen wäre. Ein weiterer kleinerer Kritikpunkt ist der geisterhaft mysteriös angehauchte Teil der Geschichte, den ich etwas kritisch sehe: Ich könnte mir gut vorstellen, dass der ein oder andere darauf durchaus befremdet reagiert. Meine Assoziation mit der Tante-Dimity-Reihe von Nancy Atherton wurde durch diesen Umstand ebenfalls verstärkt. Was aber viel wichtiger ist: Ruth Hogan verpackt in diesem Roman eine berührende Geschichte, in der ich mich des Öfteren zwischen Lachen und Weinen wiederfand, zwischen einem Haufen verloren gegangener und gesammelter Alltagsgegenstände. Sie schenkt den Figuren neue Chancen und Menschen, die sie lieben, und sie schildert das alles in einer wirklich schönen Ausdrucksweise, die mich schon auf den ersten Seiten in das Buch verlieben ließ. Personen. Hogan gelingt es in diesem Buch, verschiedenste Charaktere aufeinandertreffen zu lassen, ohne dass einer von ihnen seine Glaubwürdigkeit oder Sympathiepunkte einbüßt. Man wünscht allen vorkommenden Figuren (naja; sagen wir, fast allen) nur das Beste und trauert mit ihnen um alles, was sie verloren haben. Der ein oder andere mag teils überspitzt erscheinen, im Großen und Ganzen habe ich jedoch jeden in mein Herz geschlossen und bin noch immer begeistert von der Komik und der Wahrheit in den Worten zwischen Freddy, Sunshine und Laura. Lieblingsstellen. "Wenn man nie traurig ist, woher soll man dann wissen, wie es ist, glücklich zu sein?" (S. 129) Fazit. Liest man diesen Roman mit bewusst kritischem Blick, so fällt es vermutlich nicht allzu schwer, eine Reihe unerfreulicher Kleinigkeiten zu finden. Aber wer will das schon? Denn so viel Liebe, wie Anthony Peardew sie den verlorenen Schätzen entgegenbringt, war für mich auch zwischen den Seiten fühlbar. Ich glaube Ruth Hogan, wenn sie schreibt "Dass ich das hier schreibe, bedeutet, mein Traum ist endlich in Erfüllung gegangen, und ich bin eine richtige Autorin." (S. 315) Alles in allem gehört "Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge" zu den Büchern, die mir in diesem Jahr bisher am besten gefallen haben.
Schöne Geschichte, mehr aber nicht
von sabrina.reads - 17.05.2017
Zunächst einmal: ja, es ist eine schöne Geschichte, die Idee ist wirklich zauberhaft. Trotzdem ist sie nicht so schön, wie ich erwartet hatte. Sie kann mich nicht wirklich packen und mitnehmen. Zeitweise hat das Buch Längen, die nicht sonderlich motivieren weiterzulesen. Die zwei Handlungsstränge, die zwangsläufig irgendwann zusammenlaufen müssen, werden dann doch nur auf ein paar wenigen Seiten zusammengeführt und abgehandelt, das finde ich immer schade. Ganz generell finde ich das Buch teilweise etwas auch konfus. Es kommen des Öfteren neue Protagonisten dazu, von denen vorher nie die Rede war. Ich habe das Gefühl, das Buch musste auf Teufel komm raus geschrieben werden, ein bisschen mehr Zeit und Überarbeitung hätten meiner Meinung nach aber ein besseres Ergebnis erzielen können. Die ganze schöne, durch Titel und Klappentext implizierte Emotionalität geht hierbei etwas verloren. Sehr gut haben mir die vielen kleinen Kurzgeschichten zu den gefundenen Dingen gefallen, das ist wirklich etwas Besonderes und das Highlight dieses Buches. Die Protagonisten sind alle schön gewählt, wobei Sunshine natürlich hervorsticht und ohne sie hätte ich die Geschichte wahrscheinlich gar nicht gemocht. Der Schreibstil ist in Ordnung, allerdings nicht so überragend, dass er mich an das Buch gefesselt hätte. Alles in allem aber eine nette Geschichte, die mich trotzdem nicht vollends überzeugt hat.
Märchenhaft und nostalgisch
von Schmökerwürmchen - 20.05.2017
Anthony Peardews große Leidenschaft ist das Sammeln verlorener Gegenstände, die er unterwegs findet, mit nach Hause nimmt und akribisch katalogisiert. Er gibt die Hoffnung nicht auf, diese Dinge eines Tages an ihren rechtmäßigen Besitzer zurückgeben zu können. Denn auch unscheinbare, wertlose Dinge können für jemanden von großer Bedeutung sein. So wie der Glücksbringer seiner über alles geliebten Frau Therese, den sie ihm aus Dankbarkeit für den angelegten Rosengarten geschenkt hat. An dem Tag, als er dieses Medaillon verliert, stirbt auch Therese auf tragische Weise. Die Sammlung verlorener Dinge gibt seinem Leben wieder einen Sinn und er schreibt Geschichten über die entdeckten Fundstücke. Nach seinem Tod soll seine Assistentin Laura sein Lebenswerk weiterführen. Die Geschichte ist märchenhaft und herzerwärmend erzählt. Der nostalgisch angehauchte Stil passt wunderbar zu dieser bezaubernden Geschichte. Anthony Peardrews hat niemals den Tod seiner geliebten Therese überwunden, doch seine Sammlung verlorener Gegenstände und die Geschichten, die er zu den Fundstücken niederschreibt, helfen ihm durch eine schwere Zeit. Auch seine Assistentin Laura hat einiges in ihrem Leben verloren, vor allem ihr Selbstvertrauen und die Fähigkeit, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Immer wieder werden dem Leser scheinbar unspektakuläre, aber schöne Dinge präsentiert, die das Leben bereichern und auch die Augen offen halten lässt. Parallel wird die Geschichte von Eunice erzählt, die 40 Jahre zuvor beginnt. Sie bekommt einen Job bei dem Verleger Bomber. Es entwickelt sich eine innige Freundschaft. Zunächst hatte ich keine Ahnung, was dieser Strang mit den Geschehnissen um Mr. Peardews Sammlung zu tun haben könnte. Doch zum Ende hin fügt sich dieser Teil wunderbar in das Gesamtbild. Auch die Charaktere stechen durch liebevolle Darstellungen hervor. Besonders gefallen hat mir Sunshine, ein Mädchen mit Downsyndrom, die durch ihre offene, ehrliche Art, Ihrem Witz und Charme Leben in die alte Villa bringt. Auch die weniger sympathischen Figuren wurden mit sehr viel Persönlichkeit ausgestattet. Nur der magische Teil zum Ende hin war nicht ganz nach meinem Geschmack. Ansonsten habe ich diese außergewöhnliche, berührende Geschichte sehr genossen.
Das Museum der verlorenen Dinge
von Hennie - 20.05.2017
Ruth Hogan gelang mit ihrem Debütroman ein wundervolles Werk. Im Klappentext erfährt der Leser, dass sie durch einen schweren Autounfall und durch eine Krebserkrankung zum Schreiben fand. Die Geschichte um "Mr. Peardews Sammlung verlorener Dinge" zeichnet sich vielleicht auch deshalb, wegen der traumatischen Erlebnisse, durch eine besondere Sensibilität aus. Der Roman beginnt recht ausgefallen und entbehrt nicht einer gewissen Komik. Der alleinreisende Charles Bramwell Brockley wird in einer Keksdose im Zug von London Bridge nach Brighton gefunden. Er hat großes Glück, dass er Anthony Peardew in die Hände fiel. Ansonsten wäre seine Asche in dem Behältnis in den nächsten Abfalleimer gewandert. Stattdessen erhält die Huntley & Palmers Keksdose einen geordneten und beschrifteten Platz in Andrews Sammelsurium gefundener Dinge. Vor 40 Jahren begann er mit dieser seltsamen Marotte, nachdem er das Liebespfand seiner Verlobten Therese verlor und sie am gleichen Tag bei einem Unfall verstarb. Anthony Peardew, so heißt also die Hauptperson des Romans. Er und seine verlorenen Dinge sind der Dreh- und Angelpunkt im Buch. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen. Die eine Ebene beginnt in den siebziger Jahren (1974/1975) und bezieht Personen wie Eunice, Bomber, dessen Eltern und seine Schwester Portia mit ein. Deren Lebensläufe, Schicksale verflechten sich stetig mit der Handlung um Anthony und seine Fundstücke und führen bis zur Gegenwart. Die andere Zeitebene spielt in der Gegenwart und bindet die Personen um Laura ein, Freddy, der Gärtner von Anthony, Sunshine, das junge Mädchen mit Down-Syndrom. Wie ein roter Faden verbinden die verlorenen Gegenstände Gegenwart und Vergangenheit. Laura, eine junge, geschiedene Frau Mitte dreißig, erledigt für Anthony den Haushalt und hilft ihm bei der Buchhaltung. Sie fühlt sich wohl im "Padua", in Anthonys Villa. Nach seinem unerwarteten, plötzlichen Tod teilt ihr sein Anwalt mit, dass sie nun Alleinerbin vom gesamten Besitz ist. Anthonys Vermächtnis an Laura war, dass einige der verlorenen Gegenstände irgendwann an ihre Besitzer zurückgegeben und ihrer Bestimmung übergeben werden können... Ob und wie das gelingt, ist äußerst lesenswert. Die Autorin schuf einmalige, gleichermaßen anziehende (Sunshine, Bomber) wie auch abstoßende (Portia, Felicity) Charaktere. Ruth Hogan schrieb ein Buch über das Leben, die Liebe in ihren unterschiedlichen, variantenreichen Erscheinungsformen, über das Verlieren und Finden von Gegenständen, aber auch von Menschen. Sie erzählt feinsinnig mit tiefem Humor und bissiger Ironie. Ihr gelingen außergewöhnliche Sätze, die mir lange im Gedächtnis bleiben werden. Auf S. 76 "Eine ganz leichte Fontanelle in ihrem Charakter". Auf S. 90: "Seine Liebe war die Farbe ihrer Prellungen". Auf S. 144: "Wie kann ein Getränk, das nass ist, weil es ein Getränk ist, trocken sein?" Manchmal traten mir vor lauter Rührung die Tränen in die Augen. Vor allem wegen Sunshine, das Mädchen mit dem "Daunendrom". Meine Lieblingsfigur im Roman. Sie ist so ein unverstellter, liebenswerter Charakter, sehr warmherzig und äußerst mitfühlend. Sunshine ist der Grund, warum ich die übersinnlichen Sequenzen im Buch nachvollziehen kann und nicht als störend empfinde. Ruth Hogan gelang es mit einer Leichtigkeit eine berührende Geschichte um eine große Liebe zu schreiben. Wie sie gefundene Dinge mit den Schicksalen von vielen Menschen neben den Hauptpersonen miteinander verbindet, das ist eine reife literarische Leistung. Es ist schon das zweite Buch (neben "Der Freund der Toten" von Jess Kidd) in diesem Jahr, was mir außerordentlich gut gefällt. Meine bedingungslose Leseempfehlung und fünf Sterne!
Eine Sammlung als Wegweiser zum Glück
von *Vivi* - 25.06.2017
Ein pfiffiges, verspieltes Cover lädt zu einer besonderen Geschichte ein: Ursprünglich suchen lediglich zwei "gebrannte Kinder", Mr. Peardews und seine Assistentin, Laura, nach Seelenfrieden. Doch der Kreis der Suchenden wird allmählich erweitert. Von Anfang an treten immer mehr Charaktere auf, deren Wege sich später kreuzen. Vor allem geht es in Ruth Hogans Buch um die Sehnsucht nach Glück. Die Autorin erzählt liebevoll und ausgeglichen. Ihr Einfallsreichtum fällt sofort auf, die Beschreibungen sind bildhaft, die Ereignisse wecken die Neugier. Obwohl die Umgebung in der Gegenwart sehr realistisch wirkt, fühlt man sich oft in eine Märchenwelt versetzt. Dazu tragen größtenteils die übersinnlichen Elemente und die schicksalhaften Begegnungen bei. Was sucht eine Keksdose in einem Zug von London Bridge nach Brighton? Mit vermutlich menschlichen Überresten darin? Wer verliert sie? Welche unglaublichen Zufälle schaffen eine derartige Situation herbei? Dieses Buch ist allemal reich an Spannung und überraschenden Wendungen. Gefühlvolle Episoden, bunte Formulierungen zum Thema Tod, Vergänglichkeit, Verlust und witzige Zwischenfälle machen Ruth Hogans Romandebüt zu einem kleinen zauberhaften Leseschatz.
Eine wunderschöne, zu Herzen gehende Geschichte. Meine absolute Leseempfehlung!
von JDaizy - 19.05.2017
Das Leben, das sie zusammen hätten haben können, war ein Phantasiegebilde, dem Anthony sich nur selten hingab, weil es zu sehr schmerzte. Vielleicht wären sie jetzt Großeltern. Therese hatte nie über Kinder gesprochen, aber sie hatten auch beide angenommen, dass sie alle Zeit der Welt haben würden. Ein tragischer Irrtum, wie sich herausstellte. /.../ Stattdessen wanderte Anthony den ganzen Tag durch das leere Haus und sammelte verzweifelt jede Spur von ihr ein, den Abdruck ihres Kopfes auf einem Kissen, tizianrote Strähnen in ihrer Haarbürste und verschmierten Lippenstift an einem Glas. Erbärmliche, aber kostbare Nachweise eines nun erloschenen Lebens. Der 74-jährige Schriftsteller Anthony Peardew hat seinen Beruf an den Nagel gehängt. Trotzdem verbringt er viel Zeit in seinem Arbeitszimmer oder begibt sich immer wieder, mit seiner Tasche bewaffnet, auf lange Streifzüge durch die Stadt. Dort sammelt er seit nun mehr vierzig Jahren auf, was er findet: verloren gegangene Dinge mit mehr oder weniger Gegenwert: ein Puzzlestück, blau mit weißem Fleck , ein limettengrünes Haargummi mit Plastikblumen , ein Medaillon und eine fast leere Huntley & Palmers - Keksdose, beide mit einer ganz besonderen Bedeutung für die ehemaligen Besitzer. Für die einen vielleicht wertloser Plunder, für Anthony aber unermesslich kostbar. Sein Haus wird zu einem Sammelsurium, in dem alle diese herrenlosen Dinge eine neue Heimat finden, fein säuberlich beschriftet und sortiert. Doch wie sollen all diese Gegenstände zurück zu ihren Besitzern finden? Warum ist sein Arbeitszimmer immer vor den Blicken anderer verschlossen? Und warum wird der sonst so ruhige, alte Mann immer unruhiger und fahriger? Schnell habe ich den stets freundlichen, unaufdringlichen Anthony mit seiner makellosen Höflichkeit in mein Herz geschlossen. Auch das behagliche, viktorianische Haus in dem Anthony wohnt, hat mich von Beginn an verzaubert. Denn das Padua ist mehr als nur ein Haus. Es ist ein sicherer Ort, um Wunden zu heilen, um Tränen zu trocknen und aus den Augen verlorene Träume zu erneuern. Eine Zuflucht für gestrandete, verlorene Seelen. Dort lernen wir auch Laura, seine persönliche Assistentin, Freddy, den Gärtner und die fröhliche Sunshine kennen und lieben. Man kann sich diesen liebevoll gezeichneten Figuren mit ihren Ecken und Kanten und ihren Hoffnungen und Sehnsüchten einfach nicht entziehen. Und man möchte es auch gar nicht, weil man sich als Leser nicht nur als Zuschauer sieht, sondern mit Herz und Gefühl in diese Geschichte eintaucht und mitfiebert. Auch die Geschichte in der Geschichte , ein zweiter Handlungsstrang, der vierzig Jahre zurückliegt, schafft es zu fesseln. Hier treffen wir auf Bomber und Eunice, einen bekannten Verleger und seine Assistentin, die Filme über alles lieben und auf die egoistische, oberflächliche Portia, die meine Emotionen immer wieder hochkochen lassen hat. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, wenn ich erzählen wollen würde, was mich an diesem Buch begeistert hat. Die feinfühlige, sensible Art der Autorin zu schreiben, ein Schreibstil der gewaltige, bleibende Bilder im Kopf hinterlässt oder die, wie scheinbar nebensächlich auftauchenden Personen , wie Godfrey oder Douglas und Carrot, die mich berührt und nachdenklich zurückgelassen haben. Die Autorin zeigt, dass auch kleine Dinge und Gesten eine große Bedeutung haben können, die man im Alltag häufig übersieht. Alles im Leben ist vergänglich. Wir haben nicht ewig Zeit. Auch wenn wir das glauben. Ein Zitat ist an meine Kühlschranktür gewandert und wird mich immer wieder daran erinnern, dass nichts im Leben sinnlos ist: Wenn man nie traurig ist, woher soll man dann wissen, wie es ist, glücklich zu sein. Das Buch wurde als Hardcover im Mai 2017 im List-Verlag (Ullstein) veröffentlicht. Es ist hochwertig verarbeitet und überzeugt mit einem schönen Schutzumschlag und einem Lesebändchen. Auf dem mintgrünen Cover ist neben dem Titel und dem Namen der Autorin lediglich eine Taschenuhr abgebildet. Vielleicht ging auch sie verloren; vielleicht ist sie aber auch ein Symbol für die verlorengegangene Zeit. Diese Taschenuhr ist auch - sich immer wieder wiederholend - auf den Innenseiten der Vorder-und Rückseite des Buches abgebildet. Die Schrift auf dem Cover selbst ist leicht haptisch hervorgehoben und kippelt in den Buchstaben. In sich ein einfaches, minimalistisches, aber stimmiges Cover, mit einem hohen Wiedererkennungswert. Fazit: Wir warten alle darauf, gefunden zu werden ... Eine wunderschöne, zu Herzen gehende Geschichte über verlorene Dinge, zweite Chancen und die große Kraft der Liebe und aufrichtiger Freundschaft. Meine absolute Leseempfehlung! Danke für dieses wundervolle Debüt, das mein Herz tief berührt und mir kostbare, kleine (Lese-)Momente geschenkt hat.
Lost and found
von S.L. - 09.05.2017
Mr. Peardew, ein älterer Herr, sammelt, was andere verloren haben. Sein großes Haus ist voll mit merkwürdigen Dingen, sorgsam katalogisiert und behütet. Laura, Mitte dreißig, ohne Ausbildung, ergreift nach einer voreilig geschlossenen und enttäuschenden Ehe die Chance, in diesem wundervollen Haus eine erfüllende Arbeit zu finden. Als Mr. Peardew stirbt, erbt sie nicht nur Haus und Gärtner, sondern auch die Aufgabe, all die gesammelten Fundstücke ihren Besitzern zurückzugeben. Sunshine, eine junge Frau mit Downsyndrom und feinem Gefühl für Stimmungen, erwählt sie zu ihrer Freundin und wird fester Gast im Anwesen. Das Schicksal einzelner Stücke wird fantasie- und liebevoll erzählt. Parallel dazu erfährt man die Geschichte von Eunice und Ihrem Chef, dem Verleger Bomber. Zunächst ohne direkten Bezug zu Laura. Geheimnisvolle Dinge geschehen im Haus; es scheint, als ob die früh verstorbene Liebe von Mr. Peardew unzufrieden mit den Ereignissen nach dessen Tod ist. Es ist erstaunlich, welche Geheimnisse sich hinter solch simplen Sachen wie einem Knopf, einem Puzzlestück, einer Keksdose oder einem Haargummi verbergen. Sehr schön zu lesen, auch die Romantik kommt nicht zu kurz. Sehr empfehlenswert.
Soooooooo liebenswert
von HK1951 - 24.06.2017
ist dieser alte Mann, der Gegenstände von der Straße aufklaubt, denn für ihn hat jedes Teil eine Geschichte, die erzählt werden muss und archiviert. Anthony Peardew plant, diese Dinge den ursprünglichen Besitzern wieder zuzuführen, sieht sich selbst nur als Hüter all dieser schönen Sachen mit ideellem Wert. Er selbst hat vor Jahren ein Schmuckstück verloren, an dem er sehr hing und dass er immer noch sucht... Es gehörte seiner großen Liebe, und das Medaillon verbindet sie noch immer mit ihm. Anthony muss diese besondere Aufgabe jedoch an seine Erbin Laura weitergeben, ohne ihr von dem großen Geheimnis erzählt zu haben, das seine Sammlung umgibt. Ruth Hogan ist ja selbst Sammlerin und das erklärt, wie sie ihre Geschichte so authentisch und lebensnah erzählen konnte. Ihr Stil ist sehr bildhaft und schön, man kann sich in dieses Buch richtig "fallenlassen" und sie genießen. Es ist eine schöne "Flucht aus dem Alltag" und hat mir wirklich sehr schöne Lesestunden beschert. Ich habe es auch schon weiterempfohlen und verliehen und bislang kam es bei allen Lesern auch ebenso phantastisch an. Manchmal findet man so besondere Bücher, die einem lange im Gedächtnis bleiben - dieses ist so eines..!
Über verlorene Gegenstände und verlorene Seelen
von ReiShimura - 13.06.2017
Am schwärzesten Tag seines Lebens hat Anthony Peardew die wichtigsten zwei Sachen in seinem Leben verloren, seine große Liebe und Verlobte Therese und ein Medaillon, welches er von ihr bekommen hatte. Unter den beiden Verlusten leidet Anthony auch Jahre später noch schwer und er hofft noch immer zumindest das Medaillon irgendwann wieder zu finden. Auf seinen Spaziergängen hält er daher ständig die Augen und offen und findet so einiges, nur nicht das was er sucht. Doch jeden gefundenen Gegenstand nimmt Anthony mit, etikettiert ihn liebevoll und bewahrt ihn auf. In der Hoffnung die Dinge irgendwann an den Besitzer zurückgeben zu können. Doch er weiß, dass ihm nicht mehr gelingen wird diese Aufgabe zu vollenden. So verfügt er, dass seine Assistentin und Haushälterin Laura sein Erbe fortführen soll. Laura tritt dieser Mammutaufgabe völlig unvorbereitet entgegen und weiß nicht wirklich wie sie dies bewältigen soll. "Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge" setzt sich aus mehreren Handlungssträngen zusammen. Neben der Geschichte von Anthony und Laura und der einzigartigen Sammlung gibt es auch noch einen Erzählstrang über Eunice und Bomber. Außerdem werden immer wieder kleine Geschichten der verlorenen Gegenstände eingeflochten. Trotz dieser vielen und auf den ersten Blick unzusammenhängenden Erzählstränge ergibt dies von Anfang an ein rundes Bild. Ich persönlich habe beim Lesen gespürt, dass alles irgendwie zusammengehört, auch wenn die Verbindung nicht sofort greifbar war. Neben den vielen kleinen Episoden sind es vor allem die Charaktere die dieses Buch auszeichnen und zu etwas ganz besonderem machen. Autorin Ruth Hogan beschreibt ihre Charaktere mit einer unglaublichen Liebe und Hingabe und sehr detailreich, dass ich die Personen von Anfang an vor mir gesehen habe. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern trifft dies hier auch nicht nur auf die Hauptpersonen, sondern auch auf die, vielleicht eher unwichtigeren, Nebencharaktere zu. Mein persönlicher Favorit war und ist Sunshine, das Nachbarsmädchen mit Daunendron (Down-Syndrom) und einer unglaublichen Begabung. Sie strahlt eine unglaubliche Lebensfreude und Herzenswärme aus und ist für mich der heimliche Star des Buches. Das sie des Öfteren unter ihrer Andersartigkeit gelitten hat wird kurz und vor allem ohne erhobenen Zeigefinger thematisiert. Trotzdem sind diese Passagen sehr ergreifend und regen, jedenfalls mich, zum Nachdenken an. Aber nicht nur Sunshine, sondern auch Laura, Freddy, Eunice und Bomber habe ich sehr in mein Herz geschlossen und der Abschied ist mir schwer sehr gefallen. Die Stimmung des gesamten Buches ist eher eine ruhige und gediegene. Spannung und Action sucht man vergeblich, dies sollte aber von Anfang an klar sein, bei so einem "Feel good" Titel. Der fehlende Spannungsanteil wird durch eine Achterbahn der Gefühle und ansprechende Wortwahl ausgeglichen. Ruth Hogan erschafft mit ihren Worten eine unglaubliche Stimmungskulisse die die Geschichte perfekt untermalt. An manchen Stellen musste ich laut lachen, während ich an anderen ein wenig zum schniefen kam oder den Kopf geschüttelt habe über diesen Irrsinn. Nach Abschluss des Buches saß ich minutenlang da, habe das Buch in Händen gehalten und über das gelesene nachgedacht. Dies passiert mir eigentlich eher selten, denn fertig, ist Ende ist aus. "Mr. Peardew" hat bei mir aber deutlich nachgewirkt und tut es noch immer. Dies ist wieder mal eine dieser Geschichten die einem im Gedächtnis bleiben und nicht mehr loslassen. "Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge" ist meiner Meinung nach auf jeden Fall eines der Highlights des bisherigen Jahres. Liebenswerte Charaktere, eine herzerwärmende Botschaft und eine unglaubliche Stimmung machen dieses Buch zu etwas ganz besonderem.
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