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Lou und Rokko und das Katzenchaos

ebook Ausgabe. Empfohlen ab 9 Jahre.
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Produktdetails

Titel: Lou und Rokko und das Katzenchaos
Autor/en: Anja Fröhlich

EAN: 9783862723126
Format:  EPUB
ebook Ausgabe.
Empfohlen ab 9 Jahre.
Illustriert von Nina Hammerle
Dressler Verlag

August 2014 - epub eBook - 224 Seiten

Wohin mit den Kindern, wenn man selbst überraschend weg muss? Zu Tante Sandy natürlich! Eine echte Notlösung, denn die hat mit ihren einjährigen Zwillingen Phil und Bill schon genug zu tun. Da bleibt wenig Zeit für die zehnjährige Lou und ihren achtjährigen Bruder Rokko. Zudem streifen die beiden überaus gefräßigen Kater Wladimir und Vitali durchs Haus und verzapfen nichts Gutes. Dann sind auf einmal die kleinen Zwillinge verschwunden. Schon bald kommt Lou und Rokko ein schwergewichtiger Verdacht.
Das neue Kinderbuch von Anja Fröhlich - herrlich schräg und voller Überraschungen, mit hinreißenden Illustrationen von Nina Hammerle. So lustig kann Geschwisterliebe sein!
Anja Fröhlich, geboren 1964, verbrachte ihre Kindheit zur Hälfte im sonnigen Rom und zur anderen Hälfte im kalten Sauerland. Nach dem Abitur studierte sie Filmwissenschaft, Kunstgeschichte und Psychologie in Köln. Sie ließ sich als Filmredakteurin und Werbetexterin anstellen, bis ihr Sohn Leon sie mit seiner Geburt 1995 aus allen festen Verhältnissen befreite. Seitdem arbeitet Anja Fröhlich als freie Texterin, Journalistin und Autorin. 2001 erschien ihr erster Roman.
Mehr Infos zur Autorin unter www.anja-froehlich.de

1


Ich will nicht zu Tante Sandy! Ich will, dass das alles gar nicht wahr ist. Dass augenblicklich mein Handy klingelt und Mama anruft. Oder wenigstens, dass Papa sich umdreht und sagt: »Oh nein, jetzt fällt’s mir ein! Es ist alles ganz anders. Wie konnte ich das nur vergessen?!«

Aber Papa sitzt am Steuer und sagt kein Wort. Die Knöchel an seinen Händen sind schon ganz weiß – so fest hält er das Lenkrad umklammert. Mein Bruder Rokko und ich hocken auf dem Rücksitz und starren die öden Häuser an, die an uns vorbeiziehen.

»Eure Tante Sandy ist total lustig«, durchbricht Papa das Schweigen. Rokko und ich schrecken auf. Gute-Laune-Vorspielen ist nicht Papas Stärke. Seine Stimme wird dann übertrieben laut und kreischig.

»Sandy hat ja auch diese Baby-Zwillinge«, erklärt er weiter. »Lou, du magst doch Babys, stimmt’s?«

Er schaut mich über den Rückspiegel an. Ich schnaube.

»Und dann sind da noch diese tollen Katzen. Wladimir und Vitali. Rokko, du weißt, wer Wladimir und Vitali eigentlich sind?«

»Boxerbrüder«, knurrt mein kleiner Bruder. »Sie sind Boxweltmeister im Schwergewicht.«

»Genau! Zwei echt schwere Jungs, diese Klitschko-Brüder. Ich glaube, Tante Sandys Katzen sind inzwischen auch Schwergewichte. Sie sehen aus wie kleine Badewannen. Ihr wisst schon, diese ganz alten Wannen, die auf so Löwenfüßen stehen.«

Keiner lacht – nicht mal Papa selbst.

»Glaubst du, du brauchst die ganzen Sommerferien, um Mama zu finden?«, fragt Rokko und starrt auf seinen Spielebeutel, der am Sitz vor ihm hängt. Ein einarmiger Superman und ein paar angelutschte Lollies voller Fussel gucken aus den Stofftaschen.

»Afrika ist groß, aber mein S
pürsinn ist größer«, behauptet Papa mit seiner Kreisch-Stimme.

»Und wenn ein Löwe sie gefressen hat? Wie willst du sie dann finden?«, hakt Rokko noch mal nach. Ich trete ihm mit meinen neuen Clogs gegen das Bein. Die hat Papa mir gestern als Entschädigung gekauft. Dafür, dass die Sommerferien ins Wasser fallen und wir zu dieser Tante Sandy müssen, die wir kaum kennen und die noch nicht mal ein richtiges Gästezimmer hat. Aber es gab so schnell niemand anderen, der uns aufnehmen konnte.

Mama ist urplötzlich und vollkommen unvorhersehbar in Afrika verschollen und Papa will ihr ganz schnell hinterherreisen, um sie wiederzufinden. Klar wollten Rokko und ich mitfliegen und ihm beim Suchen helfen, aber Papa hat es einfach nicht erlaubt. Er meinte, ohne uns wäre er »beweglicher«. Das ist die komischste Ausrede, die ich je gehört hab. Denn sonst sagt er immer, wir wären seine kleinen Rennmäuse.

 

Unsere Mutter ist übrigens Löwenforscherin und seit genau zwei Tagen wie vom Erdboden verschluckt – oder eben vom Löwen. Aber das will ich gar nicht erst denken! Vielleicht ist ja auch nur ihr Handy gefressen worden und hat deswegen jetzt keinen Empfang. Und Mama fährt mit ihrem Jeep hinter dem diebischen Löwen her, um sich das Ding wiederzuholen.

Am ersten Tag habe ich Mamas Nummer bestimmt hundert Mal gewählt, um sie zu erreichen. Oder wenigstens, um den Löwen zu erschrecken. Ich hoffte, er würde verrückt bei dem Gefühl, dass sein Bauch ständig klingelt. Außerdem könnte Mama ihn besser finden, wenn er wie ein wild gewordener Wecker durch die Landschaft galoppiert. Doch dann fiel mir ein, dass das Handy ja gar nicht klingelt, wenn es in einem Funkloch steckt. Und so ein Löwenbauch ist bestimmt ein Mega-Funkloch.

 

Tante Sandy wohnt in der Körne
rstraße in Köln Ehrenfeld. Papa meint, das wäre das seltsamste Stadtviertel im ganzen Universum. Weil hier die komischsten Typen auf einem Haufen anzutreffen sind: überirdische, unterirdische und außerirdische Menschen.

»Im Ernst! Manche Leute sind so abgespacet, die sind echt vom anderen Stern«, erklärt er. Keiner von uns fragt nach, was Papa genau damit meint. Darum redet er einfach ungefragt weiter. Angeblich gibt es in diesem Ehrenfeld Gutverdiener und Schlechtverdiener, schräge Vögel und komische Kauze, Omis und Hipster, Moslems und Christen … Und alle wohnen Haus an Haus, Wand an Wand. Mitten in diesem Gewühl lebt unsere Tante Sandy. Sie hat ein kleines Stadthaus mit vier Etagen. Das Haus ist ungefähr so schmal wie ein Wandschrank, dafür aber zehnmal so hoch. Und unten in dem megahohen Wandschrank ist ein Laden mit einem Schaufenster.

»Da hat früher ein Kinderfriseur allen Kindern aus dem Viertel einen Topfschnitt verpasst«, behauptet Papa. Heute ist der Laden ganz leer geräumt. Dafür wächst auf dem Fußboden Gras. Der Boden ist eine richtige Wiese, sogar mit Blumen, und mitten auf der Wiese stehen vier Hühner und starren uns durch die Schaufensterscheibe an.

»Na so was«, meint Papa. »Sandy hat den Laden an ein paar dicke Hennen vermietet. Na hoffentlich können die auch immer pünktlich ihre Miete bezahlen.«

Wir wollen grade klingeln, da geht auch schon die Tür auf, und unsere Tante steht vor uns. Sie hat ein gepunktetes Kleid an, das bei genauerem Hinsehen statt mit Punkten mit Hühnereiern verziert ist.

»Hallo Kinder«, sagt sie und wuschelt Rokko und mir durch die Haare. »Kennt ihr schon meine neuen Mitbewohner Holly, Molly, Dolly und Rolly? Ratet mal, welcher Männername sich in allen vier Hühnernamen versteckt!«

Rokko un
d ich antworten nicht. Wir starren nur durch die Fensterscheibe und sehen, wie Holly oder so einen Regenwurm aus dem Boden zieht, während Molly oder so herbeistürzt, um ihr den Wurm aus dem Schnabel zu zerren.

»Olly!«, kichert Tante Sandy. »Der Name Olly steckt in all den Hühnernamen drin. Der Vater der Ladies hieß nämlich so. Ein stolzer Gockel mit einem Kamm so groß und prall wie ein aufgeblasener Gummihandschuh!«

Papa lacht. Er ist wohl froh, dass Sandy jetzt für Stimmung sorgt, und er selbst keine komischen Witze mehr zu machen braucht.

»Leben sie wirklich nur in diesem Laden?«, will Rokko wissen. »Müssen Hühner denn gar nicht raus?«

Sandy lacht. »Keine Sorge, die Mädels sind eigentlich Freigänger. Aber irgendwie sind sie lieber drinnen.«

Unsere Tante zeigt auf eine Katzenklappe in der Hintertür des ehemaligen Friseursalons. Dadurch können die Hennen raus in den kleinen Garten hinter dem Haus.

Hinter Sandy in ihrem Hühnereier-Kleid taucht plötzlich eine der laufenden Badewannen auf. Der Kater starrt Rokko aus großen grünen Augen an und Rokko starrt einfach nur zurück. Dann gehen die beiden langsam aufeinander zu. Wie zwei Magneten in Zeitlupe, die magisch voneinander angezogen werden.

»Achtung, junger Mann«, ruft Sandy. »Vitali mag keine Fremden. Und Kinder mag er schon mal gar nicht. Ich muss immer aufpassen, dass die Kater nicht hinter meinem Rücken die Zwillinge fressen!«

Sieht fast so aus, als hätte Vitali bereits eines der Babys verschluckt, so kugelrund ist er. Aber dann lässt er sich genüsslich auf die Seite fallen und von meinem Bruder den prall gefüllten Fellbauch streicheln.

Papa holt in der Zwischenzeit unsere Koffer aus dem Auto und trägt sie ins Haus. Zwei Minuten später muss er
auch schon los, um sein Flugzeug nicht zu verpassen. Zum Abschied drückt er mich so fest an sich, dass mir fast die Luft wegbleibt. Jetzt bloß nicht anfangen zu weinen! Ich schlinge meine Arme um seinen Hals und flüstere: »Komm bitte, bitte ganz schnell mit Mama zurück!« Er nickt. Dann reißt er sich los, guckt Sandy tief in die Augen und sagt mit Cowboy-Stimme: »Ich bringe dir deine Schwester zurück und du passt auf meine Kinder auf!«

Sandy nickt gespielt beeindruckt und Papa fährt mit quietschenden Reifen davon.

Meine Arme und Beine fühlen sich vor lauter Traurigsein ganz schwer an. Als Sandy uns unseren Schlafplatz zeigen will, schleppe ich mich widerwillig hinterher. Wir steigen unzählige Treppenstufen hoch, vorbei an Sandys unordentlicher Küche, in der alle Geräte gleichzeitig vor sich hin surren und brummen, vorbei an ihrem Schlafzimmer, das über und über mit roten, orangen und pinken Kissen übersäht ist, bis hoch unters Dach.

Rokko und ich werden tatsächlich auf dem Speicher untergebracht. Zwischen alten Koffern, Farbeimern und Schallplatten hat Sandy uns ein rundes Zelt aufgebaut, das ein bisschen wie ein kleines Zirkuszelt aussieht. »Damit habe ich die halbe Welt bereist«, sagt sie und öffnet den Reißverschluss. Drinnen liegen zwei Luftmatratzen. Dazwischen eine Lavalampe, in der dicke rote Blasen hochsteigen wie bei einem ultra-langsamen Vulkanausbruch.

»Willkommen in eurer kleinen Hütte!«

Eigentlich sieht es in dem Zelt ganz gemütlich aus. Trotzdem bekomme ich auf der Stelle einen Kloß im Hals bei dem Gedanken, die nächsten Wochen hier schlafen zu müssen.

Während ich auf die blutroten Blasen der Blubberlampe starre, schaut sich Rokko auf dem Speicher um. Zwischen einem alten Spiegelschrank und einem kleinen Trampolin steht doch tatsächlich e
in Katzenklo! Rokko verzieht das Gesicht, sodass sich seine Nasenspitze kräuselt und die Augenbrauen beinahe in der Mitte zusammenstoßen.

»Nur keine Panik, das Ding ist selbstreinigend!«, erklärt Sandy. »Ein Vollautomat! Ich kann mich schließlich nicht um jeden Mist selber kümmern!«

Sie drückt auf eine Fernbedienung, die auf einem alten Vogelkäfig liegt, und die Katzentoilette beginnt wirklich zu rotieren. Erst wird ein Sieb durch das Streu gezogen, wahrscheinlich um den gröbsten Katzendreck abzufangen. Dann wird das Streu mit Wasser geflutet und ordentlich durchgemischt. Es schmatzt und gluckert, als wollte die Toilette sich noch mal selbst verdauen. Endlich verschwindet das Abwasser mit einem Zisch in der Kanalisation, während ein eingebauter Fön die nassen Katzenklosteinchen...


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