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Sputnik Sweetheart

Roman. Originaltitel: The Sputnik Sweetheart.
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Cooler Realismus und Fantastik verbinden sich in der Geschichte von Sumire und Miu. Die eine ist eine junge weltfremde und romantische Möchtegernautorin, die andere eine siebzehn Jahre ältere erfolgreiche Geschäfsfrau. Unempfänglich ist Miu für das B... weiterlesen
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Sputnik Sweetheart als eBook
Produktdetails
Titel: Sputnik Sweetheart
Autor/en: Haruki Murakami

EAN: 9783832185947
Format:  EPUB
Roman.
Originaltitel: The Sputnik Sweetheart.
Übersetzt von Ursula Gräfe
DUMONT Buchverlag

September 2011 - epub eBook

Beschreibung

Cooler Realismus und Fantastik verbinden sich in der Geschichte von Sumire und Miu. Die eine ist eine junge weltfremde und romantische Möchtegernautorin, die andere eine siebzehn Jahre ältere erfolgreiche Geschäfsfrau. Unempfänglich ist Miu für das Begehren der jungen Frau, von der sie "süßer Sputnik" genannt wird. Auf einer Reise durch Frankreich und Italien bis auf eine kleine griechische Insel verschwindet Sumire plötzlich - alle Spuren ihres Schicksals verlieren sich. Ein junger Lehrer, der die betörende Sumire liebt, findet Aufzeichnungen bizarrer Vorfälle und Geschichten in Geschichten, die auch ein Geheimnis von Miu in der Schweiz aufdecken. Mit Haruki Murakamis neuem Roman "Sputnik Sweetheart" geraten wir an die Ränder der Wirklichkeit, aber auch wenn die Menschen auf getrennten Umlaufbahnen einsam wie ein Sputnik ihre Bahnen ziehen, gibt es noch eine andere Seite des Lebens: "Wir brauchen nur zu träumen."

Portrait

Haruki Murakami, 1949 in Kyoto geboren, lebte über längere Zeit in den USA und in Europa und ist der gefeierte und mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnete Autor zahlreicher Romane und Erzählungen. Sein Werk erscheint in deutscher Übersetzung im DuMont Buchverlag. Ursula Gräfe, geboren 1956, hat in Frankfurt am Main Japanologie und Anglistik studiert. Aus dem Japanischen übersetzte sie u. a. den Nobelpreisträger Kenzaburo Oe, außerdem Yoko Ogawa und Hiromi Kawakami. Für DuMont überträgt sie die Romane Haruki Murakamis ins Deutsche.

Leseprobe

2

Eines Sonntags ungefähr zwei Wochen nach der Hochzeitsfeier rief mich Sumire kurz vor Sonnenaufgang an. Natürlich schlief ich noch tief und fest wie ein alter Amboss. In der Woche davor hatte ich wenig geschlafen, weil ich mit den unerlässlichen (aber völlig sinnlosen) Vorbereitungen auf eine Lehrerkonferenz beschäftigt gewesen war. Also hatte ich mir vorgenommen, am Wochenende einmal so richtig nach Herzenslust auszuschlafen. Ausgerechnet da klingelte das Telefon. Noch vor dem Morgengrauen.

»Hast du geschlafen?« erkundigte sich Sumire vorsichtig.

»Hm«, brummte ich leise und sah unwillkürlich auf den Wecker neben dem Kopfkissen. Obwohl er ein riesiges Leuchtzifferblatt hatte, konnte ich die Uhrzeit nicht erkennen. Das Bild auf meiner Netzhaut und die Gehirnzellen, die es bearbeiten sollten, funktionierten anscheinend einander vorbei. Wie bei einer alten Frau, die erfolglos versucht, eine Nadel einzufädeln. Ich begriff nur, dass es stockdunkel war, so dunkel wie Fitzgeralds dunkle Nacht der Seele.

»Es wird bald hell.«

»Hmm«, murmelte ich kraftlos.

»In meiner Nachbarschaft wohnt einer, der sich Hühner hält. Wahrscheinlich schon seit der Rückgabe von Okinawa. In einer halben Stunde oder so fangen die Hähne an zu krähen. Eigentlich ist das meine liebste Tageszeit. Wenn die pechschwarze Nacht im Osten langsam grau wird und die Hähne so laut krähen, als wollten sie sich für irgendwas rächen. Gibt’s bei dir auch Hühner?«

Matt schüttelte ich an meinem Ende der Leitung den Kopf.

»Ich rufe vom Häuschen am Park an.«

»Aha«, sagte ich. Etwa zweihundert Meter von ihrer Wohnung entfernt stand ein Telefonhäuschen. Da Sumire kein Telefon hatte, ging sie immer dorthin. Ein ganz normales Telefonhäuschen.

»Ga
nz schön fies, dich um diese Zeit anzurufen, oder? Tut mir wirklich leid. Noch vor dem ersten Hahnenschrei. Wenn der Mond noch trübselig im Osten hängt wie eine alte ausgediente Niere. Andererseits musste ich, um dich anzurufen, den ganzen Weg durch die Dunkelheit traben, die Telefonkarte mit dem Foto vom glücklichen Paar, die ich bei der Hochzeit meiner Cousine gekriegt habe, fest in der Hand. Kannst du dir vorstellen, was für ein deprimierendes Gefühl das ist? Ich hab sogar verschiedene Söckchen an. Auf der einen ist ein Bild von Micky-Maus, die andere ist einfarbig und aus Wolle. In meinem Zimmer herrscht das absolute Chaos, ich finde nichts mehr. Ich darf es gar nicht laut sagen, aber meine Unterhose sieht auch grauenhaft aus. Die würde nicht mal mehr ein Unterhosenfetischist klauen. Wenn mich in diesem Zustand ein Triebtäter umbringen würde, müsste ich mich vor Scham im Grab umdrehen. Ich erwarte ja kein Mitgefühl, aber vielleicht könntest du dich ab und zu mal zu einer Antwort durchringen? Außer diesem teilnahmslosen ›hm‹ und ›aha‹. Hin und wieder eine Konjunktion oder so wäre nett. Zum Beispiel ›dennoch‹ oder ›aber‹ oder so was.«

»Jedoch«, sagte ich. Ich war todmüde, völlig verschlafen und hatte fast das Gefühl, mich noch mitten in einem Traum zu befinden.

»Jedoch«, wiederholte sie. »Das geht, immerhin ein Fortschritt. Wenn auch nur ein kleiner.«

»Also, was wolltest du von mir?«

»Ach ja, genau, ich wollte dich was fragen. Deshalb rufe ich ja an.« Sumire räusperte sich. »Ich möchte wissen, was der Unterschied zwischen einem Zeichen und einem Symbol ist.«

Ein seltsames Gefühl ergriff mich, als ob etwas langsam durch meinen Hinterkopf zöge.

»Kannst du die Frage noch mal wied
erholen?«

Als sie die Frage wiederholt hatte, richtete ich mich im Bett auf und wechselte den Hörer von der linken in die rechte Hand. »Du rufst also an, weil du wissen möchtest, was der Unterschied zwischen einem Zeichen und einem Symbol ist? Sonntagmorgens, vor Tagesanbruch? Hm…«

»Viertel nach vier«, sagte sie. »Es hat mir keine Ruhe gelassen. Was ist denn nun der Unterschied zwischen einem Zeichen und einem Symbol? Jemand hat mich das vor ein paar Tagen gefragt, aber ich habe es sofort vergessen. Vorhin – kaum lag ich im Bett – ist es mir plötzlich wieder eingefallen. Und ich konnte nicht schlafen. Kannst du’s mir erklären? Den Unterschied zwischen Zeichen und Symbol?«

»Also zum Beispiel«, begann ich und schaute zur Decke. Sumire etwas mit logischen Mitteln zu erklären, war in der Regel keine leichte Aufgabe. Ich musste mich schon voll konzentrieren. »Der Tenno ist ein Symbol für Japan. Verstehst du?«

»Irgendwie schon«, sagte sie.

»Nicht irgendwie. So steht es in der japanischen Verfassung«, sagte ich möglichst sachlich. »Man kann es anzweifeln oder darüber disputieren, aber jetzt musst du es als gegeben hinnehmen, sonst kommen wir nicht weiter.«

»In Ordnung. Ich akzeptiere es.«

»Danke. Also ich wiederhole: Der Kaiser ist ein Symbol für Japan, das bedeutet aber nicht, dass Japan auch ein Symbol für den Kaiser ist. Verstehst du?«

»Nein.«

»Warte, das heißt, die Sache funktioniert nur in eine Richtung. Der Tenno ist Symbol für Japan, aber Japan ist kein Symbol für den Tenno, ja?«

»Ja, ungefähr.«

»Wenn ich jetzt dagegen sage, ›der Tenno ist ein Zeichen für Japan‹, dann sind die beiden gleichwertig. Das heißt
, wenn wir von Japan sprechen, ist auch der Kaiser gemeint, und wenn wir vom Kaiser sprechen, meinen wir gleichzeitig Japan. Mit anderen Worten, man kann die beiden austauschen. A gleich b und b gleich a. Das ist, vereinfacht gesagt, die Bedeutung von Zeichen.«

»Willst du damit sagen, man könnte den Kaiser und Japan austauschen? Ginge das?«

»Aber nein«, sagte ich auf meiner Seite der Leitung unter heftigem Kopfschütteln. »Ich versuche doch nur, dir den Unterschied zwischen Zeichen und Symbol möglichst plausibel zu machen. Das war nur ein Beispiel dafür.«

»Hm«, machte Sumire. »Ich glaube, ich verstehe. Ein Symbol ist ein Bild. Es geht um den Unterschied zwischen einer Einbahnstraße und einer Straße mit beiden Richtungen.«

»Es gibt bestimmt eine wissenschaftlichere Erklärung, aber für unsere Zwecke genügt es.«

»Ich fand schon immer, dass du unheimlich gut erklären kannst.«

»Das ist ja auch mein Beruf.« Meine Worte klangen irgendwie platt und nichtssagend. »Arbeite du mal als Grundschullehrer. Was einem da für Fragen gestellt werden: Warum ist die Erde nicht viereckig? Warum hat ein Tintenfisch zehn Beine und nicht acht? Inzwischen schaffe ich es, die meisten Fragen irgendwie zu beantworten.«

»Du bist wirklich ein guter Lehrer.«

»Wer weiß?« sagte ich. Ja wirklich, wer konnte das wissen?

»Warum haben Tintenfische denn zehn anstatt acht Beine?«

»Dürfte ich jetzt vielleicht weiterschlafen? Ich bin echt müde. Der Hörer kommt mir so schwer vor, als müsste ich allein mit einer Hand eine morsche Mauer vor dem Einsturz bewahren.«

»Also«, sagte Sumire und legte eine vielsagende Pause ein, wie ein alter Bahnwärter, der feierlich seine Schranke sc
hließt, bevor der Zug nach Sankt Petersburg vorbeirauscht. »Klingt blöd, aber ich habe mich verliebt.«

»Aha«, sagte ich und nahm den Hörer wieder in die linke Hand. Ich hörte Sumire atmen. Mir fiel keine passende Antwort ein. Und wie meist, wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll, rutschte mir etwas heraus. »Vermutlich nicht in mich?«

»Nein, nicht in dich«, sagte Sumire. Ich hörte, wie sie sich mit ihrem billigen Wegwerffeuerzeug eine Zigarette anzündete. »Hast du heute Zeit? Können wir uns treffen und reden?«

»Darüber, dass du dich in jemand anderen als mich verliebt hast?«

»Genau«, sagte Sumire. »Darüber, dass ich mich leidenschaftlich in jemand anderen als dich verliebt habe.«

Ich klemmte mir den Hörer zwischen Kopf und Schulter und streckte mich. »Also gut, heute Abend.«

»Ich komm um fünf zu dir«, sagte Sumire, und als sei ihr plötzlich etwas eingefallen, fügte sie hinzu: »Und danke.«

»Für was?«

»Dafür, dass du die Fragen, die mich im Morgengrauen beschäftigen, so geduldig beantwortet hast.«

Ich murmelte irgendetwas, legte auf und knipste die Nachttischlampe aus. Es war noch stockdunkel. Vor dem Einschlafen überlegte ich, ob Sumire sich eigentlich schon jemals bei mir für etwas bedankt hatte. Bestimmt, aber erinnern konnte ich mich nicht daran.

Kurz vor fünf tauchte Sumire bei mir auf. Zuerst erkannte ich sie gar nicht. Sie hatte sich einen völlig neuen Stil zugelegt und trug eine schicke Kurzhaarfrisur. Man sah, dass ihr Haar frisch geschnitten war. Über ihrem marineblauen Kleid mit kurzen Ärmeln trug sie eine leichte Strickjacke und dazu schwarze Lackschuhe mit halbhohen Absätzen. Sie hatte sogar Strü
mpfe an. Strümpfe? Ich bin zwar nicht gerade ein Experte für Damenbekleidung, aber die Sachen, die sie da anhatte, sahen ziemlich teuer aus. Sumire wirkte hübscher und feiner als sonst. Obwohl ihr das gar nicht schlecht stand, sondern vielmehr richtig gut zu ihr passte, hatte mir die nachlässige Sumire besser gefallen, aber so etwas ist natürlich reine Geschmackssache.

»Nicht übel«, sagte ich, nachdem ich sie von oben bis unten in Augenschein genommen hatte. »Aber was würde Kerouac dazu sagen?«

Sogar Sumires Lächeln war eine Idee kultivierter als sonst. »Wollen wir ein bisschen spazieren gehen?«

Seite an Seite schlenderten wir die Universitätsstraße in Richtung Bahnhof entlang und machten unterwegs in unserem Stammcafé Halt, um einen Kaffee zu trinken. Wie üblich bestellte sich Sumire ein Maronentörtchen dazu.

Es war ein milder Abend im April. Die Schaufenster der Blumengeschäfte waren voller Krokusse und Tulpen....


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