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So unselig schön

Kommissar Dühnforts dritter Fall.
eBook ePub

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In einer leerstehenden Brauerei im Süden Münchens wird eine enthauptete Frauenleiche gefunden. Kommissar Dühnfort wird bald klar, dass er einen Serientäter jagt, der von Bildern besessen sein muss. Die junge Fotografin Vicki hingegen, die die Leiche ... weiterlesen
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So unselig schön als eBook
Produktdetails
Titel: So unselig schön
Autor/en: Inge Löhnig

EAN: 9783843700665
Format:  EPUB
Kommissar Dühnforts dritter Fall.
Ullstein eBooks

21. März 2011 - epub eBook - 432 Seiten

Beschreibung

In einer leerstehenden Brauerei im Süden Münchens wird eine enthauptete Frauenleiche gefunden. Kommissar Dühnfort wird bald klar, dass er einen Serientäter jagt, der von Bildern besessen sein muss. Die junge Fotografin Vicki hingegen, die die Leiche gefunden hat, ermittelt auf eigene Faust. Sie kommt dem Mörder schließlich gefährlich nahe...

Portrait

Inge Löhnig studierte an der renommierten Münchner Akademie U5 Grafik-Design. Nach einer Karriere als Art-Directorin in verschiedenen Werbeagenturen machte sie sich mit einem Designstudio selbstständig. Heute lebt sie als Autorin mit ihrer Familie und einem betagten Kater in der Nähe von München.

Leseprobe

DIENSTAG, 8. JUNI


Kurz nach Sonnenaufgang erwachte Dühnfort vom Zwitschern der Vögel, das aus den Bäumen des Friedhofs durchs offene Schlafzimmerfenster drang. Halb sechs. Sein Kopf fühlte sich wattig an, sein Mund trocken.

Da er ohnehin nicht mehr einschlafen würde, stand er auf, schaltete in der Küche die Espressomaschine an, holte die Packung mit Grapefruitsaft aus dem Kühlschrank und nahm ein Glas davon mit auf den Balkon.

Das Morgenlicht war noch fahl, versprach jedoch einen warmen und sonnigen Tag. Dühnfort trug nur Boxershorts und genoss die frische Kühle auf der Haut, die den letzten Rest von Müdigkeit vertrieb. Während er auf efeuüberwucherte Gräber blickte, leerte er das Saftglas. Auf der Bank am Wegrand, neben dem Grab des Musikers, schlief, in einen Schlafsack gewickelt, ein Penner. Seine in Plastiktüten verstauten Habseligkeiten hatte er zwischen sich und die Banklehne geklemmt. Absturzbedroht lag er auf der Seite.

Irgendwo wartete jemand auf eine junge Frau, die nie wiederkommen würde. Irgendwann in den nächsten Stunden oder Tagen, wenn sie die Tote identifiziert hatten, musste er an einer Tür klingeln und eine Todesnachricht überbringen.

Ein Flugzeug kratzte einen weißen Streifen in den Himmel, irgendwo bellte ein Hund. Im Haus schlug eine Tür. Dühnfort ging in die Küche, machte sich einen doppelten Espresso, den er mit dunklem Zucker süßte und im Stehen trank, bevor er unter der Dusche verschwand.

Als er kurz nach acht den Besprechungsraum zum Morgenmeeting betrat, schien die Sonne bereits herein und durchflutete das Zimmer, als wollte sie ihm zustimmen in seinem Glauben an Gerechtigkeit. Doch, es lohnte sich, dafür zu kämpfen, dass die andere Waagschale sich füllte, dafür, dass ein Ausgleich in Form von Strafe und S&
uuml;hne hergestellt wurde und den Opfern Gerechtigkeit widerfuhr.

Dühnfort setzte sich an den ovalen Tisch zu Alois, der in Unterlagen blätterte. Vor ihm stand die obligatorische Thermoskanne mit grünem Tee. Gina lehnte mit einem Becher Kaffee in der Hand gähnend am geöffneten Fenster. Sie schien kaum geschlafen zu haben. Tiefe Schatten lagen unter ihren Augen. »Guten Morgen, Boss.«

Ich darf dieses Gespräch nicht länger hinauszögern, dachte er. Doch wann würde je der richtige Zeitpunkt kommen? Kaum merklich legte sie den Kopf schief, ihr Blick den seinen suchend. Diese Augen. Noir, wie schwarze Schokolade. Die Augenbrauen stiegen ein wenig in die Höhe, als wollte sie fragen, ob etwas sei. Als er darauf nicht reagierte, sanken ihre Schultern herab. »Die Weidenbach hat angerufen. Unsere Schöne ist für halb zwei zur Obduktion eingeplant.«

Dühnfort fragte nicht nach dem Grund für den späten Zeitpunkt. Er kannte die Antwort. Seit kleinere Institute geschlossen und mit denen in Erlangen und München zusammengelegt worden waren, gab es in Bayern nur noch diese beiden rechtsmedizinischen Institute. Zwei für über zwölf Millionen Einwohner. Sparen auf Kosten der Opfer, sparen auf Kosten der Gerechtigkeit. Die Toten hatten keine Lobby, und die Anzahl der unentdeckt gebliebenen Tötungsdelikte war seither mit Sicherheit gestiegen. Allerdings wollte Dühnfort sich darüber jetzt nicht ärgern. Verschwendete Energie.

Gina verließ den Platz am Fenster und setzte sich an den Tisch.

Als Letzter kam Buchholz. Ganz in Schwarz. Die ausgebeulte Lederhose wies an den Sitzfalten brüchige Stellen auf. Das verwaschene T-Shirt spannte über dem Bauch. Auf Buchholz’ Schädel sprossen graumelierte Stoppeln. Irgendwann in den letzten Wochen hatte er aufgehört, ihn glattzurasieren.

»Gut
, fangen wir an.« Dühnfort fasste die Fakten zusammen und fragte dann Buchholz, der mit seinem Team bis weit nach Mitternacht auf dem Gelände der Brauerei gearbeitet hatte, ob sich an der Spurenlage im Laufe der Nacht etwas geändert habe.

Der fuhr sich mit der Hand übers Haupt. »Da war ein sorgfältiger Mensch am Werk. Bis auf ein paar Fasern haben wir herzlich wenig. Weiß, Baumwolle. Können von einem T-Shirt stammen oder von einem Hemd. Interessant ist ein Fleck gelber Ölfarbe am Handgelenk der Toten.« Buchholz griff nach der Thermoskanne mit Kaffee, die auf dem Tisch stand.

»Ölfarbe. Meinst du Lack oder Künstlerölfarbe?«, fragte Dühnfort.

»Ist noch nicht klar. Wir arbeiten daran.«

»Die Kleidung …«

Buchholz schüttelte bedauernd den Kopf. »Keine Kleidung, keine Papiere, kein Tatwerkzeug, kein Blut. Die Bauerei ist definitiv nur Ablageplatz.« Schwungvoll füllte er einen Becher.

»Was ist mit der Folie?«

»Teichfolie. Kannst du in jedem Baumarkt von der Rolle kaufen. Desgleichen die Müllbeutel, die gibt es in jedem Supermarkt.«

»Hab ich’s doch geahnt«, sagte Dühnfort. »Was ist mit dem Strumpf und dem Strumpfband?«

»Die Etiketten sind herausgeschnitten. Es gibt allerdings eine Auffälligkeit, aber das muss ich erst noch prüfen. Die Farbe, dieses helle Rosa, ist nicht gleichmäßig, sieht irgendwie selbstgefärbt aus.«

»Aha.« Gina schien überrascht. »Dann war der Strumpf ursprünglich weiß?«

»Gut möglich.«

»Also doch eine Braut?« Gina zog die Unterlippe unter die Schneidezähne.

»Wer macht den Abgleich mit der Vermisstendatei?«

Alois blickte auf. »Ich
habe sie schon durchforstet. Keine der Vermisstenmeldungen passt auf unsere Tote. Sobald ich aus der Rechtsmedizin mehr Infos habe, suche ich weiter.«

»Dieser rosa Strumpf …«, Gina stützte das Kinn auf eine Hand, »das ist schon irgendwie schräg. Wer färbt denn Strümpfe? Und noch dazu rosa? Damit sieht man aus wie Miss Piggy.«

Alois ließ den Kugelschreiberknopf einrasten. »Rosa Strümpfe habe ich auch noch nie gesehen. Wahrscheinlich kann man die gar nicht kaufen. Sie müssen eine besondere Bedeutung für den Täter haben.«

»Schräg«, überlegte Dühnfort, »ich weiß nicht … Dieser Mord ist skurril, abartig. Das ist keine Tat im Affekt oder ein Mord aus Eifersucht, ziemlich sicher auch nicht aus Habgier. Diesen Täter treibt etwas anderes an. Eine Perversion oder eine Obsession. Aber ohne die Identität des Opfers zu kennen, werden wir uns ihm nur schwer nähern können. Das hat also erste Priorität. Ob wir das Team der OFA hinzuziehen, werde ich nach dem Termin in der Rechtsmedizin entscheiden.«

Überrascht blickte Gina auf. »Du denkst, das war erst der Anfang?«

Er wusste es nicht, er hoffte es nicht. Dennoch befürchtete er, die Tote aus der Brauerei könnte nicht das erste Opfer dieses Täters sein. »Die Tatausführung, die Fundsituation. Das sieht sehr routiniert aus. Und dann der Ablageort. Weshalb hat er die Leiche nicht im Wald versteckt oder vergraben? Weshalb macht er sich die Mühe, zwei Türschlösser zu knacken, den Leichnam über den Hof und eine Treppe hinaufzutragen und dann noch durch den halben Raum, um ihn in diesem Sudkessel …«, Dühnfort suchte nach dem passenden Wort, »zu präsentieren?«

Alois, der Dühnforts Ausführungen mit skeptischem Bl
ick gefolgt war, hakte hier ein. »Präsentiert hat er ihn nicht. Dann hätte er Kopf und Körper zur Schau gestellt und nicht in Folie verborgen.« Damit hatte Alois recht.

»Trotzdem ist dieser Ablageort nicht zufällig gewählt. Wir sollten Frau Senger fragen, ob am Samstag, als sie schon einmal dort war, die Tür zur Treppe und die in der Mauer verschlossen waren. Gina, machst du das? Und Alois, du siehst dir mal den Eigentümer des Geländes an.«

Eine Haarsträhne war Gina ins Gesicht gefallen, sie schob sie hinters Ohr. »Ich kümmere mich auch noch um den Schmetterling. Wer weiß, ob es diese Art bei uns in der Gegend überhaupt gibt.«

Buchholz, der gedankenverloren Muster auf seinen Block gezeichnet hatte, legte den Kuli beiseite. »Auf alle Fälle suchen wir keinen Schwächling. Er muss die Leiche getragen haben. Wenn er eine Sackkarre benutzt hätte, dann hätten wir an den Treppenstufen Abrieb von Lack und Metall finden müssen. Haben wir aber nicht.«

»Gut«, sagte Dühnfort. »Fangen wir an.«

»Und was ist mit unserer Zeugin? Soll ich die nicht überprüfen?« Alois verschränkte die Arme.

»Du denkst, sie ist involviert?«

»Sie kennt das Areal. Außerdem hat sie Jugendstrafen wegen Körperverletzung und Ladendiebstahls. Wer weiß, mit welchen Leuten sie verkehrt.«

»Wie lange ist das her?«

»Seit einiger Zeit scheint Schluss damit zu sein«, räumte Alois widerwillig ein. »Seit sie eine Ausbildung macht und eine Wohnung hat.«

»Gibt es irgendwelche Ungereimtheiten in ihrer Aussage? Oder hat sie doch die Leiche fotografiert?« Dühnfort gefiel Alois’ Abneigung gegen Vicki Senger nicht.

Der hob die Hände. »Auf dem Speich
erchip waren nur drei Aufnahmen des Sicherungskastens.«

»Trotzdem: Wirf einen Blick in ihre Akten, und schau, wer ihre Freunde sind.« Zu Dühnforts größten Sorgen gehörte die, einmal etwas zu übersehen, einer scheinbaren Nebensächlichkeit keine Beachtung zu schenken und dadurch einen Täter ungeschoren davonkommen zu lassen.

***

Das Institut für Rechtsmedizin befand sich in der nahe gelegenen Nussbaumstraße. Kurz nach eins machte Dühnfort sich zu Fuß auf den Weg. Über den Himmel zogen in zarten Schlieren erste Föhnwolken. Die Stimmen der Vorbeieilenden verwoben sich mit Verkehrslärm und dem Geklapper und Geklirr, das aus offenen Büro- und Restaurantfenstern drang, zu einem dichten Geräuschteppich.

Dühnfort passierte das städtische Bestattungsinstitut mit seiner Rokokofassade, ging an einer Kirche vorüber, deren Namen er nicht kannte, und ertappte sich für...


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