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Mein Urgroßvater und ich

Band 1. Empfohlen ab 10 Jahre.
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Produktdetails

Titel: Mein Urgroßvater und ich
Autor/en: James Krüss

EAN: 9783862744299
Format:  EPUB
Band 1.
Empfohlen ab 10 Jahre.
Illustriert von Jochen Bartsch
Verlag Friedrich Oetinger

März 2014 - epub eBook - 272 Seiten

Eine Hummerfischer-Sack voller Geschichten! Boys Urgroßvater ist der beste Geschichtenerzähler der Welt - und deshalb ist Boy überglücklich, dass er ihn besuchen kann. In der alten Hummerbude machen es sich die beiden dann auch gleich gemütlich und dichten und erzählen, was das Zeug hält. Dabei wird ein Satz über eine Maus so lang wie ein Rattenschwanz, ein Segelflicker mit zwei Worten zum König von Neapel, und Nirgendwo zu einem Königreich!

James Krüss (1926 - 1997), auf der Nordseeinsel Helgoland geboren und aufgewachsen, absolvierte eine Lehrerausbildung, bevor er 1949 nach Süddeutschland ging. Dort schrieb er als freier Autor für Rundfunk und Zeitschriften. 1953 veröffentlichte er sein erstes Bilderbuch, 1956 seinen ersten Erzählband 'Der Leuchtturm auf den Hummerklippen', der sogleich für den in jenem Jahr erstmals vergebenen Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. Diesen erhielt er dann 1960 für 'Mein Urgroßvater und ich'. James Krüss errang durch zahlreiche weitere Bücher und durch seine Präsenz in der Öffentlichkeit auf Lesungen und im Fernsehen große Popularität. In den 60iger Jahren moderierte er u.a. die beliebte Fernsehsendung 'James' Tierleben'. So seinen bekanntesten Bilderbüchern gehört vielleicht die Geschichte über 'Henriette Bimmelbahn', als Beispiel seiner Gedichtbände sei 'Der Wohltemperierte Leierkasten' genannt. Der Kinderroman 'Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen' feiert 2012 sein fünfzigjähriges Erscheinen und erfreut sich unveränderter Beliebtheit, in zahlreichen Übersetzungen, als Buch und als spannender Kinofilm. James Krüss, der Junge von der Nordseeinsel Helgoland, lebte seit 1966 auf der spanischen Mittelmeerinsel Gran Canaria, wo er 1997 starb. Der sensible Poet, fantasievolle Erzähler und virtuose Reimkünstler hinterließ ein umfangreiches Werk und gehört nach wie vor zu den bekanntesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Die Internationale Jugendbibliothek bei München würdigt ihn mit einem 'James Krüss Turm'

und auf Helgoland gibt es ein James Krüss Museum in der Form von traditionallen Hummerbuden.

Der hinkende Jonathan


Jonathan Broders war ein Hummerfischer, der – so weit man zurückdenken konnte – hinkte und stotterte und deshalb nicht gern unter die Leute ging, sondern froh war, wenn man ihn mit sich und seinem Boot allein ließ.

Eines Tages im Mai, als er vom Hummer-Fangplatz zur Insel Helgoland zurückruderte, meinte er vom offenen Meer her eine klagende Stimme zu vernehmen. Er legte eine Hand über die Augen, weil die Sonne ihn blendete, und sah in einiger Entfernung einen langen schwarzen Strich auf dem Wasser. Nach einem Menschen sah das nicht aus, eher nach einer Seeschlange. Aber Jonathan glaubte nicht an Seeschlangen. So wendete er kurz entschlossen sein Boot und ruderte auf den schwarzen Strich zu.

Er erkannte bald, dass es sich um einen treibenden Baumstamm handelte, und das war ihm sehr angenehm; denn auf der Insel Helgoland ist das Holz knapp und teuer.

Je näher Jonathan aber dem Baumstamm kam, umso deutlicher vermeinte er wieder den klagenden Ruf zu hören. Da er mit dem Rücken in Fahrtrichtung saß, drehte er sich noch einmal um und sah nun zu seinem Schrecken, wie ein Kopf aus dem Wasser auftauchte und wie zwei schmale, weiße Hände nach dem Baumstamm griffen, aber sofort wieder abglitten, weil das treibende Holz sich drehte.

Mit aller Kraft legte Jonathan sich jetzt in die Ruder und erreichte nach vielleicht hundert Schlägen die Stelle, an der der Schiffbrüchige in immer längeren Abständen aus dem Wasser auftauchte. Gerade als er die Ruder eingezogen hatte, erschien der Kopf wieder über Wasser. Jonathan packte ihn mit der Rechten einfach bei den Haaren, beugte sich dann tief über den Bootsrand, fasste den Ertrinkenden mit der linken Hand unter einer Achsel, griff dann mit der rechten Hand unter die andere Achsel und zog mit großer Anstrengung und unter hefti
gem Schnaufen eine junge Frau ins Boot, die die Lippen bewegte, als ob sie sprechen wolle, aber nur ein Stöhnen hervorbrachte.

»N...n...nicht reden!«, stotterte Jonathan. »D...d...d...das strengt zu s...s...s...sehr an.«

Die junge Frau schien trotz ihrer halben Ohnmacht über den stotternden Jonathan zu lächeln und der Hummerfischer merkte das wohl. Er errötete und sagte kein Wort mehr. Schweigend zog er seine dicke Jacke aus, faltete sie zusammen, legte sie der Frau unter den Kopf und deckte sie mit einem Ölmantel zu.

Dann ging er an den Bug, holte unter den Bodenplanken ein Tau hervor, machte eine Schlinge, warf sie um den Baumstamm, zog die Schlaufe fest an, stakste über die liegende Frau und die beiden Ruderbänke ans Heck des Bootes und machte hier das andere Ende des Taus mit einem Schifferknoten fest.

Die junge Frau ließ die großen Augen in dem blassen Gesicht immer mit dem Fischer mitwandern, und wenn er sie zufällig einmal ansah, verzog sich ihr Mund zu einem ganz kleinen Lächeln. Aber Jonathan, der mit Frauen wenig Umgang hatte, setzte vor lauter Schüchternheit eine ärgerliche Miene auf und war froh, als er endlich wieder auf der Ruderbank sitzen und der Frau den Rücken zukehren konnte.

Angestrengt und mit gleichmäßigen Schlägen ruderte er nun zur Insel, was gut und gern drei Stunden dauerte, weil er ja den langen Baumstamm im Schlepptau hatte. Manchmal drehte er sich vorsichtig nach seinem seltsamen Fahrgast um. Aber die Frau hatte die Augen geschlossen. Sie schlief.

Als das Boot am Spätnachmittag auf den Strand der Insel aufknirschte, erwachte die fremde Frau von dem Ruck, öffnete die Augen und sagte mit schwacher Stimme: »I...i...i...ich d...d...danke Ihnen!«

Jonathan fuhr bei diesen Worten verblüfft herum. »W...was sagten Sie?«, fragte er schnell.

&ra
quo;I...i...ich sagte d...d...danke schön«, stotterte die junge Frau. Dann schien die Schwäche sie wieder zu überkommen, denn sie schloss die Augen und öffnete sie lange Zeit nicht wieder.

Der Hummerfischer betrachtete sie jetzt mit ganz anderen Augen. Ihr Stottern war in seinen Ohren Engelsmusik. Denn auf dieser Insel stotterte niemand außer ihm, und nun trug das Schicksal ihm auf den Wellen eine hübsche junge Frau zu, die – genau wie er – stotterte. Das regte ihn ungeheuerlich auf. Sein Herz pochte wild und seine Hände flogen. Zitternd nahm er die ohnmächtige Frau auf beide Arme, stieg spreizbeinig über den Bootsrand auf den Strand und trug das nasse fremde Fräulein zu seinem Häuschen, das im Norden am Fuße des hohen Inselfelsens stand. Allen Leuten, denen er unterwegs begegnete, rief er zu: »Ei...ei...eine Schiffbrüchige!«

Jonathans Haus war weiß gekalkt, hatte grüne Türen und Fensterläden und obendrauf ein knallrotes Ziegeldach. Er wohnte hier mit seiner Schwester Gintje, die große Augen machte, als ihr Bruder mit einer nassen ohnmächtigen Frau daherkam.

»Was bedeutet denn das?«, rief sie erschrocken.

»Ei...ei...eine Schiffbrüchige«, sagte Jonathan und legte die Fremde vorsichtig auf das Sofa. Dann dehnte und streckte er sich und sagte mit seiner allerfröhlichsten Stimme: »S...s...sie stottert a...a...auch!«

»Was?«, fragte Gintje verdutzt. »Sie stottert? Wieso? Was soll das heißen? Sie ist ja halb tot. Hast du sie aufgefischt?«

Jonathan nickte.

»Und wo sind die Hummer?«

»Im B...b...boot, Gintje.«

»Dann los, geh und hol die Hummer!«, befahl Gintje. »Ich kümmere mich inzwischen um die arme Frau. Der scheint das Meer schlimm mitgespielt zu haben.« >

Jonathan ging gehorsam hinaus, drehte aber in der Tür noch einmal den Kopf nach der Fremden um und stieß dadurch mit zwei Nachbarinnen zusammen, die gerade mit Decken, Kissen, Pillen und Fläschchen hereinkamen.

»Immer derselbe Tollpatsch!«, sagten die beiden ärgerlich. Dann huschten sie an dem Fischer vorbei ins Zimmer und berichteten Gintje flüsternd, dass die ganze Insel schon über die Schiffbrüchige rede. Jonathan konnte nun vor lauter Kissen, Decken und Weiberröcken nichts mehr sehen und ging seufzend hinaus. Er wanderte zurück zum Strand, um die Hummer und den Baumstamm zu holen.

In den folgenden Tagen erholte die Frau sich allmählich und erzählte, dass sie von einer Nachbarinsel stamme und dass sie mit ihrem Bruder in einem Boot gesessen habe, das bei schönstem Frühlingswetter von einer tückischen Grundwelle umgeworfen worden sei. Was mit ihrem Bruder geschehen war, wusste sie nicht; denn der Sog des sinkenden Bootes hatte sie in die Tiefe gezogen. Erst nach einiger Zeit war sie halb ohnmächtig wieder aufgetaucht und hatte sich an den treibenden Baumstamm geklammert, bis ihre Kräfte erlahmten. Da war zum Glück Jonathan gekommen.

Bei den Erzählungen der Frau stellte sich heraus, dass sie wirklich stotterte und dass sie außerdem ein Auge auf Jonathan geworfen hatte; denn immer, wenn er ins Haus kam, wurde sie besonders munter und gesprächig.

Die Nachbarinnen fanden das seltsam. »Sie scheint noch nicht richtig im Kopf zu sein«, sagte die linke Nachbarin.

»Sonst könnte sie keinen Gefallen finden an einem Manne, der stottert und hinkt«, fügte die Nachbarin von rechts hinzu.

»Aber wer weiß, vielleicht hinkt sie auch«, kicherte die von links.

Und tatsächlich: Als die fremde Frau zum ersten Mal aufstehen konnte, da hinkte sie.

»Ich ha
b’s ja gesagt«, lachte die linke Nachbarin.

Und die rechte flüsterte hinter der vorgehaltenen Hand: »Gleich und Gleich gesellt sich gern!«

Nun war es aber in Wirklichkeit so, dass die fremde Frau vorher weder gestottert noch gehinkt hatte, beides war vielmehr eine Folge des Schiffbruchs. Sie bemühte sich daher nach Kräften, diese Gebrechen wieder loszuwerden. Zuerst versuchte sie sich das Stottern wieder abzugewöhnen. Sie sprach nur noch ganz langsam und stellte sich manchmal mit einem Kieselstein im Mund an den Strand, wo die Brandung ihre Stimme übertönte, und sagte dort lange Gedichte auf.

Bei dieser Kur gegen das Stottern nahm sie den Jonathan oft mit. Sie sagte: »Dann kann er sich auch gleich das Stottern abgewöhnen. Das ist ein Aufwaschen!«

Und Jonathan, der zeit seines Lebens geglaubt hatte, dass er bis an sein Ende stottern werde, der menschenscheue, hinkende Jonathan, war plötzlich davon überzeugt, dass er sich das Stottern abgewöhnen könne. Überhaupt war der Hummerfischer jetzt nicht wiederzuerkennen. Er machte Scherze, was früher nie vorgekommen war, er lachte Gintje einfach aus, wenn sie wie üblich zu schimpfen anfing, und er führte die junge Frau, die er jetzt bei ihrem Namen Peerke nennen durfte, an seinem Arm über die Insel, da sie zum Alleingehen noch zu schwach war.

Die beiden Nachbarinnen zerrissen sich tagtäglich die Mäuler über die beiden. Aber sie konnten nicht leugnen, dass das Stottern von Peerke und Jonathan wirklich mit jedem Tage schwächer wurde.

Anfang Juni stotterten sie fast nur noch, wenn sie aufgeregt waren, und Ende des Monats stotterten sie überhaupt nicht mehr.

Das Merkwürdigste aber war, dass sich mit dem Stottern auch das Hinken verloren hatte. Das wollte den beiden Nachbarinnen einfach nicht in den Kopf.

»Das ist Hexerei!&laq
uo;, sagten sie.

Aber niemand gab auf ihr Geschwätz Acht, nicht einmal Jonathans abergläubische Schwester Gintje, mit der die zwei Nachbarinnen sich bald für alle Ewigkeit verfeindeten.

Während ihrer Genesung bekam Peerke Nachricht von ihrer Heimatinsel und erfuhr, dass ihr Bruder noch am Leben sei. Er hatte sich nach dem Schiffbruch schwimmend an Land gerettet und seine Schwester, da sie vor seinen eigenen Augen versunken war, für tot gehalten. Als er nun von ihrer wunderbaren Rettung erfuhr, kam er eines Tages, Mitte Juli, in einem Segelboot von der Nachbarinsel herüber, um seine Schwester heimzuholen.

Dem Jonathan, der sich an die muntere junge Frau gewöhnt hatte, war das gar nicht recht. Auch...


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