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Yep - warum nicht anders?

Anthologie.
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15 Jahre dead soft verlag - zu diesem Jubiläum gibt es die passende Anthologie. Sieben brandneue schwule Kurzgeschichten von Susann Julieva, Sandra Gernt, Sandra Busch, Sabine Damerow, S.B. Sasori, Jobst Mahrenholz und Simon Rhys Beck. Der Erlös dies... weiterlesen
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Yep - warum nicht anders? als eBook
Produktdetails
Titel: Yep - warum nicht anders?
Autor/en: Simon Rhys Beck, Jobst Mahrenholz, Susann Julieva, Sandra Gernt, Sandra Busch

EAN: 9783944737744
Format:  EPUB
Anthologie.
dead soft verlag

24. Oktober 2014 - epub eBook - 292 Seiten

Beschreibung

15 Jahre dead soft verlag - zu diesem Jubiläum gibt es die passende Anthologie. Sieben brandneue schwule Kurzgeschichten von Susann Julieva, Sandra Gernt, Sandra Busch, Sabine Damerow, S.B. Sasori, Jobst Mahrenholz und Simon Rhys Beck. Der Erlös dieses Buches geht an die Initiative Rosa-Lila in Neubrandenburg. Alle Mitwirkenden verzichten auf ihr Honorar.

Leseprobe

Susann Julieva


Sommer am See


 

 

Als das vertraute Ortsschild vorbeizieht, bremse ich scharf runter. Die Hauptstraße, die sich durchs Tal windet, ist voll tückischer Schlaglöcher. Kein Mensch auf der Straße, Mittagshitze, Geisterdorf. Lange war ich nicht hier, und doch hat sich nichts verändert. Den Bäcker gibt es noch, den einzigen Laden in der Einöde. An der Dorflinde biege ich rechts ab und muss einen Schlenker um einen Polizeikleinbus machen, der unerwartet vor einem Grundstück parkt. Seltsam. Im Hof des Anwesens steht ein kleiner Bagger, überall stehen Beamte herum. Was tun die wohl in diesem Kuhkaff? Eine heißkalte Vorahnung streift mich. Ich mag nicht gaffen, fahre weiter. Das ungute Gefühl verfliegt.

Als der Waldrand in Sicht kommt, drehe ich das Autoradio leiser. Der Himmel ist wolkenlos, sommerblau. Mein Bauch reagiert auf die vertraute Umgebung mit warmem Kribbeln. Die kleine Senke, bevor der Weg steil Richtung Wald geht, mochte ich schon immer. Mit Absicht nehme ich sie ein wenig zu schnell und genieße den Hüpfer, den der alte Golf dabei macht. Auf den Feldern, die sich bis zu den Fichten ausbreiten, wogt goldgelbes Korn im Wind. Bald wird man es abernten. Die Stoppeln werden Kinder beim Drachensteigenlassen an den Beinen stechen. Fast kann ich das Knattern des bunten Stoffs im Wind vernehmen, das ungestüme Ziehen an der Leine in meiner Hand fühlen. Wir sind einst so gerne hier gewesen.

Der Wagen taucht in den Schatten der ersten Bäume ein und holpert den unebenen Waldweg entlang. Licht flackert zwischen den Fichtenkronen hindurch, es blendet mich. Das Auto schliddert leicht. Ich bremse behutsam, höre Steinchen im Radkasten klackern und gebe weniger Gas. Es ist nicht mehr weit. Ich kenne die Strecke derart gut, ich könnte sie schlafwandeln. Vergessene Welt. Das war immer der besondere Zauber dieses Ortes. Als wüssten allein wir, die Eingeweihten, dass es ihn gibt.

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p>Da ist schon die Gabelung. Verwittert, als will er seine Aufschrift nur widerwillig preisgeben, steht der Wegweiser im wuchernden Farn. Ein Pfeil nach rechts und das Wort See. Ich verzichte darauf, den Blinker zu setzen und biege ein. Zehn Meter weiter ragt wie eine abweisende Hand ein Schild auf, das drohend verkündet: Privatweg. Kein Durchgang. Unbeeindruckt fahre ich weiter. Gleich kommt die huckelige Stelle, an der man im Auto stets kräftig durchgeschüttelt wird. Mächtige Wurzeln bohren sich durch den Untergrund. Noch eine enge Biegung, dann kann man zwischen den Bäumen hindurch einen ersten Blick auf den See erhaschen. Ich kurble das Fenster runter, bilde mir ein, ich könnte das Wasser riechen. Ein wohliger Schauder durchläuft mich. Zuletzt war ich im vergangenen Herbst hier, um das Haus winterfest zu machen. Alles ist so wundersam vertraut. Vielleicht wohnt ein Teil von mir dauerhaft am Waldsee, ein verlorenes Stück Seele.

Die Weißsprungs sind da, unsere Nachbarn zur Rechten. Ihr graues Auto parkt in der Auffahrt. Das alte Ehepaar kennt mich bereits, seit ich ein kleiner Knirps war. Beide sind nett, auch wenn Frau Weißsprung ein wenig geschwätzig ist. Ich halte an und steige aus, um unser breites, rostiges Gartentor zu öffnen. Waldduft begrüßt mich, zwitschernde Vögel. Es ist einfach herrlich hier. Das Tor lässt sich jedes Mal schwerer aufziehen, es müsste längst ersetzt werden. Doch das braucht mich nicht mehr zu kümmern. Vorsichtig fahre ich den Wagen auf unser Grundstück. Er passt gerade durch die Auffahrt. Kaum bin ich ausgestiegen, um meine Sachen aus dem Kofferraum zu holen, pirscht sich auch schon die Weißsprung an den Zaun.

Nein, das gibts ja nicht, der Tommi! Bist du etwa noch größer geworden?

Tommi. Niemand sonst nennt mich mehr so. Hier draußen werde ich wohl ewig mein kindliches Ich behalten. Ich muss lächeln, schaue in ihr faltiges Gesicht, ihre freundlichen Augen. Die tantenhafte Dauerwelle hat sie, solange ich sie kenne. H
allo, Frau Weißsprung. Geflissentlich gehe ich nicht darauf ein, dass ich mit sechsundzwanzig längst ausgewachsen bin. Wie gehts denn?

Ach, man kann nie genug klagen, sagt sie scherzend. Stets dieselben Sprüche, aber das hat etwas Anheimelndes, ist entspannt vertraut. Das Häusler-Grundstück ist übrigens auch verkauft worden, meint sie unvermittelt, mit Wehmut in der Stimme. Er ist ja letztes Jahr verstorben. Lungenkrebs.

Das wusste ich nicht und ich drücke mein Bedauern aus. Doch ganz ehrlich, unser Nachbar zur Linken war ein knurriger Spießer, dem man als Kind lieber aus dem Weg ging. Wir waren ihm zu laut.

Wer hat es gekauft?, frage ich interessiert, denn die Weißsprung weiß alles. Sie hat Gartenzwergspione, hat Hanni immer gesagt, und wilde Geschichten erfunden. Dass die bunten Gesellen im Nachbargrundstück nachts zum Leben erwachen und auskundschaften gehen. Ihre übersprudelnde Fantasie. Ich vermisse das.

Sie haben sich nicht vorgestellt, meint die alte Frau vorwurfsvoll und senkt bedeutungsvoll ihre Stimme. Sind Ausländer. Als würde das alles erklären. Sie sind seit vorgestern da. Sie fährt sich mit der faltigen Hand über ihre Gartenschürze. Dass die sich eins der Grundstücke leisten können, wundert mich.

Das Schlimme ist, sie meint das nicht mal böse. Unangenehm berührt sage ich nichts dazu. Lieber packe ich demonstrativ meine Reisetasche und einen Wasserkanister. Ich werde dann mal.

Sie sieht mich plötzlich unerwartet weich an, liebevoll. Schön, dass du noch mal kommst, Tommi. Ihr werdet uns fehlen.

Ich nicke, habe auf einmal einen Kloß im Hals, will mir nichts anmerken lassen. Danke, dass Sie aufs Grundstück geachtet haben, Frau Weißsprung. Sie winkt mir zu, als ich mich schwer bepackt auf den Weg zum Ferienhaus mache. Die Steinplatten sind fast völlig unter Moos verschwunden.

Hinter dem Zaun erspähe ich die neuen Nachbarn. Eine junge Familie. Nordafrikaner, dem Aussehen nach. Wunderschöne Hautfarbe, wi
e Kaffee mit viel Milch. Die Frau sonnt sich im Liegestuhl, ihr Haar ist kirschrot gefärbt. Sie hat ein blaues Tuch kunstvoll um den Kopf geschlungen, das ihre Frisur hochhält. Er sitzt auf den Stufen zur Veranda, ein Kleinkind auf dem Schoß. Wow der Typ ist unerwartet heiß. Das schwarze Haar ist ganz kurz, er hat ein schönes, schmales Gesicht. Er trägt nur Bermudashorts und über seinen muskulösen Oberkörper zieht sich ein Tattoo. Aus der Entfernung kann ich nicht erkennen, was es darstellen soll, aber es sieht fremdländisch aus. Heiß, heiß, heiß. Was für ein Körper! Bisher war ich bloß mit deutschen Jungs zusammen. Die wenigen Ausländer in meinem Bekanntenkreis sind Türken, und die sind hier geboren und fast deutscher als wir. Keine Ahnung, warum der neue Nachbar mich dermaßen umhaut. Das ist ja wieder mal typisch. Glücklich verheirateter Hetero. Ich wende mich um und bemühe mich, diesen göttlichen Anblick aus meinen Gedanken zu verbannen. Es fällt mir schwerer, als ich mir eingestehen will.

Einen kurzen Moment ringen das Türschloss und ich, bevor es nachgibt und mir Einlass gewährt. Ich lasse das Gepäck auf der Veranda und tauche ins Dunkel des hölzernen Sommerhauses sein. Es riecht muffig. Seit Monaten nicht gelüftet. Meine Augen brauchen einen Moment, um sich zurechtzufinden. Ich taste mich zum nächsten Fenster, um den Laden zu öffnen. Das Holz hat sich verzogen und ich brauche Kraft, um den Verschluss aufzubekommen. Endlich Licht. Ich sehe mich im Raum um und bin überrascht von der zärtlichen Melancholie, die mich überkommt. Alles wie immer. Die Einrichtung besteht aus ausrangierten Möbelstücken meiner Großeltern. Das Übelste der Sechziger und Siebziger. Da ist der futuristisch geformte Korbsessel, der unerwartet bequem ist. An der Wand hängt das Goethe-Barometer meines Großvaters. Seine Sammlung von kitschigen Bierkrügen bevölkert das antike Buffet, das meine Mutter in einem aufdringlichen Grünton gestrichen hat. Sie behauptet, das war mal modern. Das M
öbelsammelsurium ist scheußlich, und ich liebe es aus ganzem Herzen. Da ist sie also, meine Kindheit. Lebt weiter in diesen Wänden. Das Herz wird mir schwer bei dem Gedanken, dass bald nichts mehr davon bleiben wird. Nur wenige Teile kann ich gebrauchen und damit retten. Ein bisschen Retro-Geschirr, ein paar Gläser, ein Bild. Den Sessel eventuell, als Andenken? Vom Rest werde ich Stück für Stück abtransportieren und auf den Sperrmüll bringen. In mir sträubt sich alles vehement gegen diese Vorstellung, aber es hilft ja nichts. Die Dinge ändern sich. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, loszulassen. Das Informatikstudium liegt hinter mir. Nach dem Sommer wartet mein erster Job als Netzwerkadministrator, eine neue Stadt. All dem blicke ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits freue ich mich darauf, andererseits habe ich Respekt vor dem, was kommt. Es fühlt sich an, als müsste ich nun endlich erwachsen werden.

Was solls, ich muss das Beste aus der Situation machen. Bevor wir das Sommerhaus verkaufen können, muss ich alles auf Vordermann bringen. Da warten Unmengen von Arbeit auf mich. Das Grundstück ist total verwahrlost. Keiner von uns ist regelmäßig vor Ort, kümmert sich genug. Mein Vater war seit fünfzehn Jahren nicht hier. Ich öffne alle Fenster, um kräftig durchzulüften. Vom See her flattert ein erfrischender Windhauch herein. Ich mag die Aussicht aufs Wasser, das Schilf, die knorrigen Weiden. Der kleine Waldsee ist nicht zum Baden geeignet, dafür ist er zu überwuchert von Algen und Wasserlinsen. Man kann allerdings schön mit dem Ruderboot fahren, jedes Haus hat seinen Steg. Das Wasser verbirgt sich unter hellem Grün. Gerade zieht eine Ente...


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