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Café der Nacht

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Als der schüchterne Maxim Besitzer des legendären Künstlertreffs "Café der Nacht" werden soll, beginnt eine Reise zurück in seine Vergangenheit. Er wird mit schillernden alten Freunden, vor allem aber der Erinnerung an den genialen Schauspieler Monro... weiterlesen
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Café der Nacht als eBook
Produktdetails
Titel: Café der Nacht
Autor/en: Susann Julieva

EAN: 9783944737256
Format:  EPUB
dead soft verlag

25. November 2013 - epub eBook - 344 Seiten

Beschreibung

Als der schüchterne Maxim Besitzer des legendären Künstlertreffs "Café der Nacht" werden soll, beginnt eine Reise zurück in seine Vergangenheit. Er wird mit schillernden alten Freunden, vor allem aber der Erinnerung an den genialen Schauspieler Monroe konfrontiert. Die Liebe zu dem charakterstarken Rebellen hat Maxim geprägt, doch alles kam anders, als erhofft. Inspiriert vom Café und seinen Künstlern erkennt Maxim, dass ihm eine ungeheuerliche zweite Chance geschenkt wurde. Es ist noch lange nicht zu spät, seine Träume zu leben. Alles, was er dafür braucht, ist Mut.

Portrait

Susann Julieva schreibt M/M und andere GLBT Romane auf Deutsch und auf Englisch, manchmal leicht und charmant, manchmal etwas düsterer - aber immer mit Happy End. Sie lebt in Süddeutschland und gehört einer verrückten Katze, die sie gerne daran erinnert, dass es neben dem Schreiben auch andere Dinge gibt.Wenn Susann nicht gerade Geschichten ausbrütet, arbeitet sie als Graphikdesignerin und Filmregisseurin. Ihr bewährtes Lebensmotto: Schokolade ist die Antwort auf alle Fragen.

Leseprobe

Dies über alles: sei dir selber treu,

Und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage,

Du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen.

 

William Shakespeare

 

 

 

 

Das Lachen im Schatten


 

Der Umschlag war klein und grau-marmoriert, ein wenig zerdrückt und schlaff an den Kanten, als wäre er erschöpft von einer langen Reise. Es war kein Absender angegeben, doch er war höflich adressiert an „Herrn Prof. Dr. Maxim Meinig“. Schwerer als ein gewöhnlicher Brief, flüsterte er trotz seiner Unscheinbarkeit verlockend von einem Geheimnis, das er bergen mochte. Wenn man ihn drehte, rutschte in seinem Inneren träge ein flacher, länglicher Gegenstand hin und her. Der Brief raschelte, ungeduldig darauf drängend, geöffnet zu werden.

Der Adressat war nicht, was der Professorentitel erwarten ließ. Es war kein langbärtiger, gesetzter Herr mit Krawatte und Nickelbrille. Maxim war Ende dreißig, die freundlichen braunen Augen von ersten, zarten Lachfältchen umhaucht, das angenehme Gesicht von dunklen Locken eingerahmt. Ein Schatten von Dreitagebart verlieh dem Jahre jünger wirkenden Antlitz etwas mehr Reife. Maxim war etwas kleiner als der Durchschnitt, was zusätzlich zu seinem jugendlichen Aussehen beitrug. Eine Missbildung im Mutterleib hatte seinen linken Fuß zu einem kurzen, seltsamen Klumpen geformt, der eines Spezialschuhs bedurfte und ihn leicht hinken ließ. Viele Jahre hatte er sich dessen schmerzlich geschämt.

Verspätete Geburtstagspost, nahm er lächelnd an, als er sich den Brieföffner griff und den geheimnisvollen Umschlag mit einem zügigen Schnitt öffnete. Heraus fiel ein goldener Türschlüssel, gefolgt von einem aufgeregt zu Boden flatternden Blatt Papier. Für einen Moment stand Max
im still, stirnrunzelnd, bevor er langsam in die Hocke ging und mit behutsamen Fingern beide Gegenstände vom dunklen Teppich klaubte. Er betrachtete den Schlüssel nachdenklich. Glatt und kalt lag er in seiner Hand, seltsam vertraut. Der Schatten der Erinnerung durchfuhr ihn wie ein heißer Schauder. Er richtete sich unwillkürlich auf. Am Briefpapier war ein wundersam vertrauter Duft, der staubige Fetzen von Vergangenheit aus dunklen Ecken zerrte. Lavendel ... und das ausgelassene Klirren von Gläsern wie ein Echo in seinen Gedanken.

In elegant geschwungener Handschrift waren nur wenige Sätze flink aufs Papier geworfen worden. Maxim las sie zweimal, dreimal und schließlich nochmals, während er sich abwesend hinter seinen Schreibtisch zwängte und auf den knarrenden Stuhl sank. Diese Worte – zu unglaublich, wie ein Schlag, noch unbewertet, ob erfreulich oder nicht. Der Brief war von seiner alten Freundin Dela. Und wie es schien, war er von diesem Moment an designierter neuer Besitzer des legendären Cafés der Nacht.

 

* * *

 

Die Nacht war schwarz und tief vor den großen Sprossenfenstern des geräumigen Wohnzimmers. Alte, wertvolle Möbel, Familienbesitz. Die fernen Lichter der Nachbarschaft blinkten zwischen den sich im starken Wind wiegenden Bäumen des die Villa umgebenden Parks hindurch. Maxim hatte das Feuer im Kamin ausgehen lassen, es roch nach kalter Asche. Ein Hauch von Einsamkeit schwebte über dem Raum, dem man ansah, dass er keine großen Partys und geselligen Zusammenkünfte kannte. Die meisten Sitzgelegenheiten waren von wackeligen Fachzeitschriften-Stapeln belegt. Als anerkannter Theaterkritiker musste Maxim auf dem Laufenden bleiben. Er saß in seinem abgewetzten Lieblingssessel, ein Glas Rotwein in der einen, Delas Brief in der anderen Hand, und fragte sich, was er nur von all dem halten sollte. Mit
tlerweile kannte er den Wortlaut des mysteriösen Schreibens fast auswendig.

 

 

Liebster Maxim,

 

es ist lange her, vielleicht zu lange, und es tut mir sehr leid, dass wir uns aus den Augen verloren haben. Ich habe dennoch oft an dich gedacht, so wie an euch alle. Einst waren wir wie eine Familie, und als ich damals fortging, habe ich im Stillen bereits den Entschluss gefasst, dir eines Tages diesen Brief zu schicken. Ich wusste immer, dass du der Richtige bist. Maxim, ich möchte, dass du das Café der Nacht bekommst. Du sollst sein neuer Eigentümer sein. Ich gebe es dir. Was du daraus machst, soll allein dir überlassen bleiben. Ich weiß, du wirst das Richtige tun. Du wirst bald erneut von mir hören.

Bis dahin verbleibe ich in Liebe,

 

Deine Dela

 

 

Das Café der Nacht. Beim bloßen Gedanken daran stahl sich ein wehmütiges Lächeln auf Maxims Gesicht. Heim und Hafen für Bohemiens war das alte Münchner Haus einst gewesen. Tagsüber ein gemütliches, nicht ungewöhnliches Kaffeehaus, oben im zweiten Stock eine kleine Pension. Ein Stammcafé von Literaten, Malern und Taugenichtsen, die ihre Zeit diskutierend hinter dicken Schwaden von Zigarettenrauch verbracht hatten. Erst abends, wenn die blaue Dämmerung sich senkte, hatte schließlich die berüchtigte Künstlerkneipe im Kellergewölbe geöffnet. Dort hatte sich das Theatervolk der Gegend getroffen, um ausgelassen zu feiern. An diesem Ort wurden Ikonen geboren. Ikonen, die heute, ganze zwei Jahrzehnte später, überlebensgrößer strahlten, als je zuvor.

Maxim nahm das schwere, teuer bebilderte Buch zur Hand, das vor Jahren ein Journalist über das Café geschrieben hatte. Viele der groß
artigen Schwarzweißfotografien darin stammten von Donna. Auf einigen war er selbst zu sehen, inmitten der alten Rasselbande. Auf den meisten natürlich waren die Großen abgelichtet, so wundersam jung und unverbraucht. Monroe, Nona, Ariel. Vor allem aber Monroe, ihr hellster und tragischster Stern, marketingtechnisch gesehen durchaus klug auf dem Cover platziert. Lässig vor dem Eingang lehnend, während er hinauf in den Himmel blickte und unglaublich gut aussah. Die hellen Augen versonnen, das dicke, blonde Haar ungebändigt wie sein Herz. Maxim durchfuhr ein bitteres Sehnen. Er fragte sich, ob die Wunde, die Monroes früher Tod gerissen hatte, dazu verdammt war, auf ewig zu bluten. Sieben Jahre nach seinem Ableben war sie noch immer tief und klaffend.

Schon damals hatten sie alle gewusst, dass der Schauspieler außergewöhnlich war, ein Jahrhunderttalent, und doch umflattert von Dämonen, die sein Schicksal vorwegzunehmen schienen. Nur wenige Jahre nach dem Ende des Cafés der Nacht bereits ein Star, der viel zu schnell gelebt hatte, und heute in einer Reihe aufgezählt wurde mit Legenden wie Kurt Cobain und Heath Ledger. Wie eine Sternschnuppe, zu hell gestrahlt, zu schnell verglüht. Es zog schmerzhaft an Maxims Herzen, und er legte schnell das Buch zurück. Es war nicht der einzige Grund, warum er sich normalerweise scheute, an das Café der Nacht zurückzudenken, aber der wirkungsvollste.

„Irgendwann“, hatte Dela gesagt, als sie Maxim damals zum Abschied fest umarmt hatte, „wird die Zeit reif sein für einen Neuanfang.“ Nach diesem Tag vor zwanzig Jahren hatte er sie nie mehr gesehen. Er hatte gehört, eine ganze Weile später, dass sie einen Nachtclub in Berlin betrieb. Doch das war gut zwölf Jahre her, wer wusste schon, wo sie nun lebte, wie es ihr ging? Sie musste mittlerweile Anfang sechzig sein. Er lächelte. Er konnte sich be
im besten Willen keine so alte Dela vorstellen.

Es war spät, Maxim fuhr sich müde übers Gesicht. Geister der Vergangenheit spukten ihm durch den Sinn. Er hatte wunderbare Erinnerungen an diese Zeit. Es war fraglos die beste Phase seines Lebens gewesen. Und doch barg sie auch dunkle, schmerzvolle Geheimnisse, die er in den hintersten Fächern seines Gedächtnisses verborgen hatte, fest entschlossen, sie niemals wieder hervorzuziehen. Der goldene Schlüssel lag neben dem Buch auf dem kleinen Tischchen an seiner Seite und glänzte verlockend. Der Wunsch, das alte Café nach all den Jahren wiederzusehen, gepaart mit der neugierigen Frage, was es mit Delas seltsamem Brief auf sich hatte, arbeitete in Maxim. Er saß lange Zeit so, tief in Gedanken. Konnte, sollte er es wagen ...? Die Verlockung nagte an ihm. Fast war ihm, als würde das alte Haus ihn rufen, ein unwiderstehliches Sirenenwispern. Vielleicht war es an der Zeit, sich der Vergangenheit zu stellen. Doch war er wirklich dazu bereit? Maxim schloss die Augen, und ihm war, als hörte er Monroe leise lachen. Er schluckte, doch dann setzte er sich ruckartig auf, um Zettel und Stift zur Hand zu nehmen. Er schrieb eine kurze Notiz, die seine Sekretärin Adele am Montagmorgen begrüßen würde, wenn sie die Tür aufschloss und das leere Haus betrat.

 

Bitte alle Termine absagen, musste dringend nach München. Bin in ein paar Tagen zurück.

-Mx

PS: Machen Sie sich keine Sorgen, alles ok!

 

* * *

 

Novemberkälte, eisverweht. Um Maxims Schuhe scharten sich herangeblasene, zerfallende Kastanienblätter. Delas goldenen Schlüssel in der Hand stand er wieder vor der Tür, durch die er vor so vielen Jahren erstmals getreten war. Gerade mal achtzehn war er gewesen. Jung und, nun ja, vermutlich auch ein bisschen dumm. M
it achtzehn meint man schließlich, alles besser zu wissen. Mit dreißig ist man sich dann sicher, dass man tatsächlich einiges besser weiß, und mit Ende dreißig fängt man an, sich zu fragen, ob es überhaupt so erstrebenswert ist, etwas besser zu wissen.

Eisiger Ostwind blähte ungestüm Maxims dunklen Mantel auf. Es war Spätnachmittag, und im fahlen Dämmerlicht stand vor ihm keine verklärte...


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