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Der Pakt der Mäuse

Roman.
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Mit zahlreichen Illustrationen des Verfassers. Fast zweihundert Jahre lang hat das ehrwürdige Haus in dem verwilderten, träumenden Garten leer gestanden und sein düsteres Geheimnis wohl bewahrt. Doch dann zieht eine Menschenfamilie mit zwei Katern e... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Der Pakt der Mäuse
Autor/en: Uwe Gehrmann

EAN: 9783943570427
Format:  EPUB ohne DRM
Roman.
Fabylon Verlag

Mai 2014 - epub eBook - 347 Seiten

Beschreibung

Mit zahlreichen Illustrationen des Verfassers. Fast zweihundert Jahre lang hat das ehrwürdige Haus in dem verwilderten, träumenden Garten leer gestanden und sein düsteres Geheimnis wohl bewahrt. Doch dann zieht eine Menschenfamilie mit zwei Katern ein und stellt alles auf den Kopf. Die heile Welt gerät aus den Fugen, als der Geist eines mächtigen Zauberers aus alter Zeit erwacht und verlangt, freigelassen zu werden. Nachdem es ihm gelungen ist, Gold zu machen, strebt er nichts Geringeres als die Weltherrschaft an ... Ein spannender, zauberhafter und humorvoller Roman voller Abenteuer über Freundschaft, die keine Grenzen kennt, über Tapferkeit, die nicht in der Größe bemessen werden kann; mit magischen Wesen der Altvorderenzeit, gequälten Kreaturen und einem finsteren Hexer mit seinen hinterhältigen Verbündeten.

Leseprobe

Prolog


Der Frühling war die richtige Jahreszeit, Mai der richtige Monat. Der Vollmond war prächtig gewesen, eine silberne Scheibe über den Wipfeln des Waldes. Seit Jahren hatte er auf diesen einen Tag gewartet. Jahre des Hoffens, des fruchtlosen Experimentierens. Jahre der Enttäuschung, Monate des Verzweifelns, Tage und Nächte, in denen er kurz davor gewesen war, einfach aufzugeben, alles hinzuschmeißen. Wie viele seiner Art waren vor ihm gescheitert? Wie viele waren es satt gewesen, argwöhnisch beäugte Außenseiter zu sein, waren es müde gewesen, in muffigen Kellern elende Versuche ohne Ergebnisse abzuschließen? – Wieder und immer wieder Gott zu lästern und dabei die Natur zu verbiegen, ohne sie jemals brechen zu können?

Es war ihm nicht anders ergangen. Lange Jahre des Studierens an berühmten Universitäten, die Wanderjahre von einem Meister zum nächsten, immer getrieben von brennendem Ehrgeiz, die Welt verändern zu können, sie in ihren Grundfesten zu erschüttern. Aber erfolg- und brotlos.

Und dann kam dieser eine Tag. Der ihn, Marsyas von Mamurra, unsterblich machen sollte.

Er kicherte still in sich hinein, während er unter einem gläsernen Kolben mit einem Sud von weißer Teufelskralle ein kleines Feuer entzündete. »Phyteuma spicatum«, hustete er beim Bücken beschwörend und er erinnerte sich – an den Wald, an den Vollmond. An seine letzten Zutaten, die letzten Pflanzen – Petasites officinali, die Rote Pestwurz, und Polygonum bistoria, den violetten Schlangen-Knöterich, und – die Königin der Alchimisten – die Alraune, die er gestern im hellen Licht des Mondes dem Erdreich entrissen hatte.

Versager, allesamt Versager, grinste er
in Gedanken an all die Zauberer und Hexen, die es vor ihm versucht hatten, und er betrachtete liebevoll die Wurzel, die er sanft in den Händen drehte. Mit Fingern, unter deren Nägeln noch die Krumen des Waldbodens steckten, streichelte er zärtlich über die Schale. Blass und fleischig wie ein kleines Männchen schmiegte sich die Alraune in seine Hände. Warm fühlte sie sich an, als ob sie lebte. Pulsierende Kraft der Natur, alles belebt, alles atmete Sinn und Erfüllung. So sollte es sein.

Sein Triumph war nahe.

Er grunzte, als er die Alraune vorsichtig auf dem schweren Eichentisch ablegte. Aufgegeben hatten sie, ohne Ehrgeiz waren sie alle gewesen, die sich Wissenschaftler, Magier und Doctores nannten. Pah! Schlaff geworden nach hunderten Fehlschlägen, überholt und überrollt durch eine neue Zeit, die das Gaslicht dem Feuer der Fackel vorzog, eine Zeit, die Maschinen ausspie und die Macht der Magie verachtete. Entmutigt durch die Konsequenz, alles hinter sich zu lassen, was diese hohlköpfigen Gelegenheits-Hexern an ihrem sinnlosen Leben hielt. Er hingegen kannte keine Freunde, keine liebende Frau, keine Kinder. Der Zweck, das Ziel, war wichtiger als das dumpfe Wohlbefinden im all zu kurzen Augenblick der Sinnlichkeit und des dumpfen Behagens. Schein, alles nur Schein.

Ja, es war ihm schwer gefallen, Kerberos zu opfern. Ja, er hatte ihn in dieser Nacht an den Alraunenschopf gebunden. Der Wolfshund hatte gejault und leise gewimmert, als sein Herr im Dunkel verschwunden war. Mamurra erinnerte sich, wie es ihm schwer geworden war ums Herz, als er ihn dann aus der sicheren Deckung hinter einer großen Eiche zu sich gerufen hatte. Dennoch: Was zählte schon Gefühl! Er hatte gewusst, was passieren würde, als Kerberos mit aller Kraft anzog, um zu seinem Meister zu gelangen. Aber er hatte sich verschlossen, sein Herz versteinert. In dem Mome
nt, als Kerberos sich mit wedelndem Schwanz fast befreit hatte und die Wurzel mit herauszog, da hatte er sich die eingewachsten Ohren zugehalten, ganz fest. Und er hatte die Augen geschlossen. Der Schrei der Alraune, schrill, hoch und tödlich, war nur schwach bis in sein Gehirn gedrungen. Zu leise, um ihm Schaden zuzufügen. Als er die Augen wieder geöffnet hatte, lag die Wurzel frei und schutzlos im Gras. Und davor zuckend sein treuer, alter Hund. Überraschung in den toten Augen, die Läufe verkrampft, Blut lief in schmalen Rinnsalen aus den Ohren. Marsyas schaute nicht noch einmal hin, als er sich die Alraune griff, letzte Erdreste abkratzte und das Seil durchschnitt, das sie mit dem Hundekadaver verband. Nur ein weiteres Opfer für die Wissenschaft. Traurig, sicher. Aber notwendig.

Er hatte seinen Kerberos nicht begraben, sein Abschied aus dem Wald war ein hastiger gewesen, eher eine Flucht. Zeit zu verlieren war für Marsyas ein noch größerer Alptraum, als der Wald selbst, der sogar einem erfahrenen Magier wie ihm ein steter Grund des Unbehagens war. Unter den Bäumen und auf den satten Lichtungen gab es reiche Beute an Kräutern, Pilzen und Blumen für seine Mixturen. Doch das beunruhigende Gefühl, beobachtet zu werden, dutzende Augenpaare, die er im Nacken spürte, gaben ihm Rätsel auf und machten ihm den fast täglichen Weg immer schwerer.

Doch Marsyas hatte dieses letzte Mal das Wissen getrieben, dass sein Auftrag und sein Werk zu Ende gingen. Die Alraune und das violett-rote Büschel Kräuter unter dem weiten Gewand verborgen, hatte er im Laufschritt die Wege zwischen schwarzen Kiefern und blauschattigen Buchen genommen; dorthin, wo sein Pferd auf der Lichtung wartete.

Es war hart gewesen. Er hatte nächtelang wach gelegen, hatte gefroren in seiner trostlosen Einsamkeit. Kein tröstendes Wort, keine Hilfe von ir
gendjemandem. Im Dorf galt er als Sonderling. Die Leute wechselten die Straßenseite, wenn er ins Selbstgespräch vertieft an ihnen vorbei schlurfte. Meist auf dem Weg zur Apotheke, wo man seine sonderbaren Wünsche nach Pülverchen, Gerätschaften und abenteuerlichen Mischungen bereits kannte und nicht schlecht an ihm verdiente. Hinter seinem Rücken aber machten sie das Zeichen gegen den bösen Blick. Das wusste er natürlich; und in Gedanken musste er wieder lächeln. Abergläubisches Pack, allesamt.

Fluch über das schwache Menschengeschlecht, dessen Verstand zu den Sternen drängte, dessen Herz aber immer noch Astrologie betrieb! Lauwarm, statt heiß oder kalt. Nicht seine Welt.

Er war der Letzte seiner Art, Marsyas von Mamurra, ein Riese aus alter Zeit, der letzte Magier; und heute Nacht würde er es allen beweisen.

Seine Macht würde über sie alle kommen, sein Reichtum sie blenden, ihre dummen Mäuler stopfen, sie ersticken. Seine Gewalt würde den Erdkreis beherrschen. Magister Aurum, der Nabel der Welt. Und das Gold würde ihm den Weg bahnen.

Zufrieden und mit einem leisen Lächeln auf den schmalen Lippen schaute er sich um. Es war Zeit zu handeln. Das letzte Experiment, alles stand bereit: die Feuer, genährt von Sandelholz, über denen seine Rezepturen in trüben Retorten einkochten, bis sich jeweils eine klebrige, sämige Suppe am Boden absetzte. Die Röhrchen, die den Dampf aus sieben Kolben transportierten, bis wenige Tropfen von ätzender Säure in einen großen bronzenen Kessel fielen. In diesen hatte er mit einem silbernen Messer die Alraune geschnitten, die geriebenen Blätter des Knöterichs eingestreut, flüssiges Blei aufgerührt, Sulfat gemischt, Pestwurz und berauschende Pilze zu einem Sud gestoßen und die Gegensätze beschwo
ren: Das Geheimnis aller Harmonie, aus Zwei mach Eins. Härter als Eisen, wenn Hell und Dunkel sich vereinen, mächtiger als die Kräfte der Erde und des Himmels, wenn Schwarz und Weiß sich mischen. Dunkler als der Tod, heller als das Leben.

»Sator
Arepo
Tenet
Opera
Rotas.«

So bannte er das magische Quadrat, den Kreis zu beugen, der sich hier und jetzt schloss. Er war der Meister, ihm dienten die Geister aller Sphären, die Dämonen des tiefsten Höllenkreises – seine Dämonen. Die Ghule seines armseligen Lebens, die ihn nie mehr hetzen und jagen würden. Der Lohn war ihm gewiss, er würde frei sein für immer ... mit GOLD!

Er atmete schwer und entblößte gelbe Zähne. Totes braucht Seele, das Leben drängt zum Tode, dachte er und musterte die hölzernen Käfige, die im Halbdunkel des Gewölbes auf den klobigen Tischen standen. Hier drängten sich ängstlich die Tiere, deren Artgenossen er benötigt hatte. Ihr Opfer war der Fortschritt für die Menschheit, sein Fortschritt! Ihr Tod war sein Leben. Ihr Blut sein Blut.

Er ging die Reihe ab. Hier die Überreste der Fledermäuse, dort noch das blutverklebte Fell eines Maulwurfes. Zwei räudige, halb verhungerte Katzen lebten noch, die sich fauchend und mit gesträubtem Fell an die Rückwand der Gitter drängten. Dann strich er sanft mit langen Fingernägeln über die Gitterstäbe des Käfigs der überlebenden Mäuse, die ängstlich zurückwichen. »Gegensätze«, flüsterte er. »Katzen, Mäuse: habt Dank für eure Opfer, habt Dank für alles. Bald ruht ihr in Frieden nebeneinander, ein Frieden, den ich noch suche.« Er bückte sich und klopfte an das Deckenholz, so dass sich die letzten Mäuse ers
chreckt an der...


Technik

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