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Im Wald

Kriminalroman. 'Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi'.
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Produktdetails

Titel: Im Wald
Autor/en: Nele Neuhaus

ISBN: 3550080557
EAN: 9783550080555
Kriminalroman.
'Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi'.
Ullstein Verlag GmbH

Oktober 2016 - gebunden - 560 Seiten

Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. 
Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. 
Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. 
Die Ermittlungen führen Pia und ihn vierzig Jahre in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. 
Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand - und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an die man besser nicht rührt. 
Es bleibt nicht bei zwei Toten. Liegt ein Fluch über dem Dorf? 

Nele Neuhaus fängt die trügerische Dorfidylle Rupperthains ein, in der das Ermittlerduo in ihrem achten Fall ermittelt. 
Der neue Bücher Bestseller der bekannten Krimi-Autorin schafft durch die Beschreibung von Originalschauplätzen und der Skizzierung des Dorflebens eine dichte Atmosphäre. 
Die Verbrechen erschüttern diese Idylle und werden in diesem Buch zu Bodensteins persönlichstem Fall. 
Mit dem Taunus-Krimi landet die deutsche Schriftstellerin erneut auf den vorderen Plätzen der Bestsellerlisten.


Nele Neuhaus, geboren in Münster / Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Ihr 2010 erschienener Kriminalroman Schneewittchen muss sterben brachte ihr den großen Durchbruch, seitdem gehört sie zu den erfolgreichsten Krimiautorinnen Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Pferde-Jugendbücher und, unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg, Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher erscheinen in über 30 Ländern. Vom Polizeipräsidenten Westhessens wurde Nele Neuhaus zur Kriminalhauptkommissarin ehrenhalber ernannt.

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Mord verjährt nicht- Schuldgefühle auch nicht
von Miss Marple - 11.12.2016
Ein brennender Wohnwagen ruft Hauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Sander in den nahegelegenen Wald von Ruppertshain. Noch glauben sie an die Tat eines Feuerteufels, der leerstehende Gebäude in der Gegend anzündet. Jedoch ist diesmal ein Mensch ums Leben gekommen. Als bald weitere Morde folgen, steht schnell fest, dass hier mehr dahintersteckt, zumal sich auch eine Spur zu einem Vermisstenfall auftut, der mehr als vierzig Jahre zurückliegt. Dieser Fall, der Bodensteins vorerst letzter sein soll- er nimmt ein sogenanntes Sabbatjahr- führt ihn von der Gegenwart tief in seine eigene Vergangenheit, zurück in seine Kindheit, als sein bester Freund Artur plötzlich verschwindet. Artur, Sohn einer russischen Aussiedlerfamilie, wird im Dorf von den Gleichaltrigen schikaniert und Bodenstein hat versprochen, gut auf ihn aufzupassen. Arturs Verschwinden und der gleichzeitige Verlust des zahmen Fuchses, den Bodenstein über alles vermisst, stürzt den Jungen in eine tiefe Krise, die durch die Ereignisse in der Gegenwart wieder an die Oberfläche seiner Gefühlswelt gedrängt wird. Der Autorin gelingt es, den Leser hier tief in die Psyche Bodenstein schauen zu lassen, gemeinsam mit ihm Gefühle zu erleben, die er vorher an sich nicht kannte, wie Hass oder Rachsucht. Da Bodenstein durch die gemeinsame Kindheit zu nahe an den Verdächtigen steht, übernimmt Pia Sanders die Ermittlungen. Bodenstein selbst versucht die schon erkaltete Spur in die Vergangenheit wieder aufzunehmen. Seine eigenen Schuldgefühle treiben ihn an. Der Roman benötigt diesmal in meinen Augen erst eine gewissen "Anlaufzeit". Nicht ganz einfach ist es am Anfang, der Vielzahl von aufgeführten Namen zu folgen. Aber da hilft ein vorangestelltes Personenregister sehr gut. Bald nimmt die Handlung aber Fahrt auf und führt den Leser auf alten und neuen Spuren durch den Taunus ohne an Spannung zu verlieren, manchmal glaubt man, die Ermittler sind so nah dran, dann tut sich ein neuer Weg auf. Natürlich fragt sich Leser der Reihe am Ende, wie es mit Bodenstein weitergehen wird. Da werden wir uns in Geduld fassen müssen und abwarten, was die Autorin vorhat.
komplex, aber rund
von coffee2go - 08.11.2016
Kurze Inhaltszusammenfassung: Oliver von Bodenstein und Pia Sander ermitteln in Ruppertshain, einem ansonsten idyllischen Dörfchen, in dem plötzlich mehrere mysteriöse Morde hintereinander erfolgen. Für Oliver ist es diesmal doppelt schwierig, da er selbst involviert ist und auch daran erinnert wird, wie vor über 40 Jahren sein damals bester Freund Arthur und sein Hausfuchs spurlos verschwunden sind. Im Dorf herrscht seitdem Schweigen über die Geschichte, die bis jetzt nicht aufgeklärt wurde. Meine Meinung zum Buch: Mir sind die beiden Ermittler Oliver und Pia schon sehr ans Herz gewachsen, da ich auch die vorigen Krimis der Serie gelesen habe, daher hoffe ich, dass Oliver nach seinem Jahr Auszeit wirklich wieder zurückkommt und nicht spurlos verschwindet. Obwohl mir Pia in diesem Teil auch sympathischer geworden ist, aber von ihr hat mir gefehlt, dass sehr wenige persönliche und private Dinge eingeflossen sind. Sehr gut gefallen hat mir, dass das Verschwinden von Arthur und Maxi nach über 40 Jahren wieder aufgerollt wurde und Oliver nun endlich Gewissheit hat. Ich finde auch die Verknüpfung der Ereignisse von damals mit heute und die Tatsache, dass wieder dieselben Personen involviert sind, super umgesetzt. Wenn man genauer hinterfragt, weiß in dem Dörfchen eigentlich doch jeder einen Teil der Ereignisse und somit kann man die Wahrheit dahinter wie ein Puzzle zusammenbauen. Wer als TäterIn infrage kommt, ist auch kaum zu erraten, hier hat uns die Autorin von einer falschen Fährte zur nächsten gelockt. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass diesmal wirklich viele Charakter vorgekommen sind, teilweise auch nur als Randfiguren, dies war für mich teilweise schon recht komplex und ich musste kurz nachschlagen. Dies wäre sicher auch einfacher und unkomplizierter möglich gewesen. Trotzdem hatte ich während der 553 Seiten nie das Gefühl, dass mir langweilig wird. Titel und Cover: Das Cover finde ich diesmal sehr gelungen. Die Farbgestaltung gefällt mir und als Highlight der rote Fuchs passt optisch perfekt und zudem spielt der Fuchs auch inhaltlich eine bedeutende Rolle. Der Titel "Im Wald" ist sehr allgemein und verrät wenig über den Inhalt des Krimis. Mein Fazit: Wieder ein sehr umfangreicher, spannender und mordreicher Krimi mit dem erfolgreichen Ermittlerteam rund um Oliver und Pia. Hoffentlich nicht der letzte gemeinsame Fall von Pia und Oliver.
Im Wald
von Gelinde - 17.10.2016
Im Wald, von Nele Neuhaus Cover: Passend zum Buch, eine diffuse Szene in einem Wald. Mit einem Fuchs, der in der Vergangenheit eine wichtige Rolle spielt. Inhalt: Mitten in der Nacht geht ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Schnell wird klar, dies war ein Mord. Als kurz darauf eine alte Frau im Hospiz erdrosselt wird (obwohl sie nur noch ein paar Tage zu leben hat) wird Kommissar Oliver von Bodenstein schnell klar, dass diese Verbrechen in die Vergangenheit führen. Die Ermittlungen führen Pia Sander und ihn in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwunden ist. Und es bleibt nicht bei den beiden Toten. Das Misstrauen im Ort wird immer größer, denn bald ist allen klar, es ist einer aus unserer Mitte! Werden die Bewohner ihr Schweigen brechen? Meine Meinung: Eine unglaubliche Geschichte . Die Autorin versteht es meisterhaft die verschiedenen Situationen darzustellen, vom ersten Schweigen, zum entsetzten Erkennen, die Verstrickungen der Schuldgefühle und die draus resultierenden falschen Schlussfolgerungen und Handlungen. Gekonnt werden falsche Fährten gelegt und nicht nur einmal denke ich mir als Leser, "ah ja, jetzt kristallisiert sich der Mörder heraus" um dann wieder zu erkennen, nein das ist doch wieder eine Sackgasse. Dabei ist die Handlung atemberaubend, rasant und wunderbar emotional, das ein oder andere mal stellen sich die Nackenhaare auf. Vor allem, als wir so nach und nach die Abgründe erfassen, die in den einzelnen Familien oder der sogenannten "Dorfgemeinschaft" herrschen. Einzig der Einstieg ist nicht ganz so leicht, sind es doch sehr viele Personen die agieren, und trotz Personenregister am Anfang (das ich immer wieder aufgesucht habe), ist es nicht leicht den Überblick zu behalten. Das Ermittlerduo ist perfekt aufeinander abgestimmt und die menschliche Seite kommt nicht zu kurz, überdeckt die Kimihandlung aber auch nicht - einfach perfekt. Auch wenn dies der 8.Band aus einer Reihe ist, kann man ihn super ohne Vorkenntnisse lesen. Für mich war es auch der erste Fall aus dieser Reihe (aber bestimmt nicht der letzte). Autorin: Nele Neuhaus, schreibt praktisch seit ihrer Kindheit. 2010 gelang ihr der große Durchbruch, seitdem gehört sie zu den erfolgreichsten Krimi Autorinnen Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Pferde- und Jugendbücher unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg. Mein Fazit: Ein überaus spannend und atemberaubender Krimi. Es bleibt nicht bei zwei Leichen und der Mörder ist sehr kaltblütig und für ihn scheint ein Menschenleben nicht zu zählen. Mit überraschenden Wendungen und starken Protagonisten. Von mir 5 Sterne.
Dörfliche Intrigen
von anyways - 21.12.2016
Vor fünfundvierzig Jahren verschwanden im kleinen Örtchen Ruppertshain, das zahme Füchschen von Oliver von Bodenstein und auch sein bester Freund. Der elfjährige Arthur und seine Familie hatten es in dem kleinen Örtchen nicht leicht, nicht nur das sie Zugewanderte waren, sondern erschwerend kam hinzu, dass sie aus der Sowjetunion hierher in den Taunus zogen. Die eingeschworene Dorfgemeinschaft kannte keine Gastfreundschaft, und nur Oliver und ein weiterer Junge freundeten sich mit Arthur an. Da auch die Kinderclique, zu der einst Oliver gehörte, Arthur bei jeder Gelegenheit mobbte und verprügelte, hat sich Oliver zu Aufgabe gemacht immer auf ihn aufzupassen. Bis zu diesem einen verhängnisvollen Abend. Ein Tag an dem er Arthur nicht nach Hause begleitete. Arthur blieb verschwunden und auch die zögerliche und viel zu spät eingeleitete Suche nach dem Verschwundenen brachten keine Gewissheit. Oliver von Bodenstein muss sofort an sein junges Ich denken, als im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen zur Explosion gebracht wird. Die damaligen Ereignisse sind sofort wieder präsent als sich dann noch herausstellt das es ein Opfer gibt und dieses ein ehemaliger Schulkamerad von Oliver ist. Kann er sowohl das heutige als auch das damalige Verbrechen aufklären? Seine Kollegin Pia ist davon jedenfalls nicht sehr überzeugt, denn sie hält Oliver für zu befangen. Ich ahnte schon das dieser Fall sehr verzwickt sein würde, denn schon auf den ersten Seiten präsentiert uns Nele Neuhaus sowohl ein Landkarte vom kleinen Örtchen mit allen aufgezeichneten Wohnorten der jeweiligen Beteiligten als auch eine Legende über die wichtigsten Personen. Und diese ist nicht kurz. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Großteil der damaligen Schulkameraden untereinander in der Zwischenzeit verheiratet oder zu mindestens verschwägert ist. Ich muss zugeben, dadurch habe ich mehrmals den Faden verloren und konnte der Geschichte nicht ganz so aufmerksam folgen. Gefallen hat mir aber die Beschreibung der dörflichen Gemeinschaft die wirklich alles bietet von Liebe, Verrat, Intrigen und sonstige menschliche Abgründe. Ein psychologisch ausgereiftes Ränkespiel hat die Autorin da entworfen. Die Aufklärung schlussendlich fand ich jetzt nicht ganz so spektakulär, vielleicht, weil ich mich mehrmals revidieren musste, bezüglich meiner Täteridentifizierung. Die Banalität, weswegen gemordet wurde ist verstörend und erschreckend. Fazit: Ein sehr spannender Krimi der aber sehr viel Aufmerksamkeit erfordert.
Wenn ein ganzes Dorf schweigt
von Wortschätzchen - 23.11.2016
Im Wald bei Ruppertshain brennt ein Wohnwagen. Bodenstein und Sander ermitteln nun wegen Brandstiftung und Mord. Als dann noch eine alte, sterbenskranke Frau ermordet wird, die Bodenstein persönlich kannte, wird er ins Jahr 1972 geführt, das Jahr, in dem sein bester Freund Artur verschwand und auch sein zahmer Fuchs Maxi. Dass nach mehr als 40 Jahren dieses und andere Geheimnisse wieder hochgeholt werden, scheint jemanden im Ort zu stören und es kommt zu immer weiteren Vorfällen, die Bodenstein an den Rand seiner Kräfte führen ¿ An manchen Stellen zog sich das Buch ein wenig, obwohl - oder gerade weil - sehr viel mehr als nur ein Krimi in diesen vielen Seiten steckt. Die Protagonisten haben sich weiterentwickelt in den acht Fällen und auch der private Bereich wird angesprochen. So ist dies wohl Bodensteins (vorerst?) letzter Fall und es darf gespannt darauf gewartet werden, wie sich Pia schlagen wird. Im aktuellen Fall jedoch kommt sehr viel Persönliches aus der Kindheit von Bodenstein vor, das mir doch sehr naheging. Die Zeit der 1970er Jahre war im Vergleich zu heute deutlich anders und man kann nur staunen, was eine Dorfgemeinschaft zu verschweigen weiß. Auch wenn dies nur ein Roman ist - er ist gar nicht so weit von der Wahrheit weg. Da ist man froh, dass gewisse Dinge heute zum Glück nicht mehr so geschehen könnten. Dennoch fragt man sich, wieso jeder alles weiß und nur Bodenstein von all den Vorgängen nichts mitbekommen hatte. Nele Neuhaus hat es geschafft, in großen Bögen Zusammenhänge herzustellen, die so nicht vom Leser geahnt werden können. Dennoch sind sie plausibel und stimmig in sich. Es fällt nicht schwer, sich die Ruppertshainer vorzustellen. Allerdings wird der Leser mit extrem vielen Personen konfrontiert, wodurch man doch leicht den Überblick verlieren kann, trotz des Personenregisters am Anfang des Buches. Davon abgesehen liest sich der Stil von Nele Neuhaus sehr gut. Keine zu detaillierten Fachreden, kein extremer Jugendslang, kein überheblicher Erzähler - einfach ein Buch, das dem Leser das Gefühl gibt, am Rande zu stehen und alles selbst mit ansehen zu können. Man darf gespannt sein, wie die Serie weitergeht. Von mir für "Im Wald" vier Sterne!
Schwer zu durchschauen, aber absolut fesselnd
von Lilli33 - 23.10.2016
Inhalt: Oliver von Bodenstein will ein Sabbatjahr einlegen, um sich um seine kleine Tochter Sophia zu kümmern und mal von der Ermittlungsarbeit abschalten zu können. Ausgerechnet sein letzter Fall betrifft ihn ganz persönlich. So hängt die offizielle Ermittlungsarbeit zu großen Teilen an Pia Sander, ehemals Kirchhoff. Meine Meinung: Sehr schön fand ich gleich die Karten vorne im Buch, womit man ein gutes Bild davon bekommt, in welchem Umfeld sich die Geschichte abspielt. Es folgt ein zweiseitiges Personenverzeichnis. Das hat mich schon mal stutzig gemacht. Das sind extrem viele involvierte Personen für einen Kriminalroman, und so kam es dann auch, dass ich öfter mal kleine Probleme hatte, den ein oder anderen richtig einzuordnen. Viele sind ehemalige Schulkameraden von Oliver von Bodenstein bzw. deren Familienangehörige, davon wieder einige miteinander verheiratet oder verschwägert, zum Teil auch schon wieder geschieden. So sind die Beziehungen der Personen untereinander nur mit viel Konzentration nachzuvollziehen, denn man will ja den Lesefluss nicht ständig durch Nachschlagen unterbrechen. Dies erschwert die Suche nach dem Täter für den Leser allerdings ziemlich. Aber auch die Polizei hat offensichtlich ihre Probleme damit und tappt lange Zeit im Dunkeln. Nele Neuhaus gelingt es auf jeden Fall mit Leichtigkeit, einen auf die falsche Fährte zu locken. Manchmal geschieht das allerdings, indem sie einfach eine Tatsache aus dem Hut zaubert, mit der niemand rechnen konnte. Wer nun hinter den ganzen Taten steckt, bleibt bis zum Schluss ein Rätsel. Trotzdem kann man im Nachhinein sagen, wenn man die Indizien als solche erkannt hätte, hätte man früher draufkommen können. Aber die Fakten waren einfach zu gut getarnt. Der Schreibstil ist, wie von Nele Neuhaus gewohnt, sehr flüssig und lebendig. Viele Dialoge sorgen für ein Schmunzeln, vor allem wenn Pias Exmann, der Gerichtspathologe Henning Kirchhoff, mitmischt. Auch der neue Kollege Tariq Omari sorgt für frischen Wind im K11. "Im Wald" ist zwar schon der 8. Teil dieser Reihe. Man kann ihn aber unabhängig von den anderen Bänden lesen. Der Fall ist abgeschlossen. Interaktionen zwischen den regelmäßig beteiligten Personen werden nebenbei eingeflochten, sodass man alle nötigen Infos hat. Fazit: Dieser Kriminalroman grenzt mit seinen vielen Toten schon fast an einen Thriller, Spannung ist auch genügend vorhanden. Wer sich nicht von einer Unmenge an beteiligten Personen abschrecken lässt, sollte dieses Buch nicht verpassen. Die Reihe: 1. Eine unbeliebte Frau 2. Mordsfreunde 3. Tiefe Wunden 4. Schneewittchen muss sterben 5. Wer Wind sät 6. Böser Wolf 7. Die Lebenden und die Toten 8. Im Wald
Wenn einen die Vergangenheit einholt
von Nalik - 17.10.2016
Wieder mal enttäuscht Nele Neuhaus einen nicht. In ihrem neuesten Krimi lässt sie Bodenstein mit seiner Vergangenheit abschließen bevor dieser sein Jahr Auszeit im K11 nimmt. Ein explodierender Wohnwagen und eine Reihe anderer Morde die allesamt mit Bodensteins Bekannten zu tun hat führen einen ziemlich schnell durchs Buch, lassen keine Langeweile aufkommen und man ertappt sich öfters dabei zu meinen auf der richtigen Spur zu sein um Seiten später doch wieder herauszustellen dass dem nicht so ist. Sehr gut finde ich, dass Neuhaus an dem Anfang des Buches eine Liste mit den ganzen Personen, die im Buch vorkommen gestellt hat, denn bei der Masse an Namen verliert man doch mal schnell den Überblick. Was für mich ein minimaler Kritikpunkt am Buch ist sind die ewig nicht enden wollenden Kapitel, aber das ist einfach Geschmackssache und ich persönlich mag es lieber etwas kürzer. Abschließend bleibt nur zu sagen, dass mich das Buch mal wieder voll und ganz überzeugt hat und ich sehr gespannt bin, ob Bodenstein wieder ins Team zurück kehrt.
Ein Dorf voller Heuchler
von Xirxe - 31.10.2016
Mitten im Taunus brennt ein Wohnwagen ab, in dem man nach dem Löschen des Brandes eine völlig verkohlte Männerleiche findet. Ein Unfall? Nachdem kurz danach die Besitzerin des Wohnwagens ermordet aufgefunden wird, die auch die Mutter des Toten ist, ist klar, dass zwischen den beiden Todesfällen ein Zusammenhang besteht. Pia Sander und Oliver von Bodenstein, der im nahegelegenen Ruppertsheim aufgewachsen ist und mittlerweile dort wieder lebt, beginnen zu ermitteln. Für ihn werden es Begegnungen mit Menschen aus seiner Vergangenheit, an die er nicht nur die besten Erinnerungen hat... Obwohl es in diesem Buch mehr als genug Tote und Schwerverletzte gibt, spielt das Privatleben von Bodenstein eine mindestens ebenso große Rolle wie der Krimi. Was auch daran liegt, dass sich in der Vergangenheit in Ruppertsheim etwas ereignete, über das niemand sprechen möchte, aber wohl mit den Verbrechen in Verbindung steht. Eigentlich könnte das Alles einen schönen Hintergrund für einen spannenden Krimi darstellen, aber dieses Dorf mit seinen BewohnerInnen nimmt leider etwas überhand. 35 Personen sind es dort, die eine mehr oder weniger gewichtige Rolle spielen und zudem auch alle irgendwie miteinander verbandelt sind: Schwager, Schwester, Tochter, FreundIn, Schwarm.... Es gibt zwar zu Beginn des Buches eine Übersicht, die aber bedauerlicherweise nur bedingt hilfreich ist. Denn viele der Figuren bleiben ziemlich blass, sodass ich an manche schon jetzt keine Erinnerung mehr habe. Dazu kommen noch 14 KollegInnen des Morddezernats und neun weitere, die zur Verwandschaft gehören - 58 Personen (!). Womit ich ebenfalls etwas Probleme hatte, war die Darstellung des Dorfes. In Schneewittchen muss sterben war es Sulzbach, in dem sich die BewohnerInnen gegenseitig an Heuchelei und Bösartigkeiten kaum überbieten konnten; jetzt in Ruppertsbach ist es noch schlimmer. Während nach außen die Fassaden der glücklichen Familien aufrecht gehalten werden, sind die einzelnen Mitglieder größtenteils zerfressen vor Neid, Wut und Zorn und geben dies als Eltern durch entsprechende Erziehungsmaßnahmen 1:1 an den eigenen Nachwuchs weiter - wer diese Scheinheiligkeit nicht ertragen kann und die Möglichkeit hat, zieht weg. Bodenstein, der die meisten BewohnerInnen noch aus seiner Kindheit kennt, ist mit seiner aufrichtigen und ehrlichen Art tief erschüttert und getroffen - so viel Bosheit und er hat nichts geahnt. Richtig glaubwürdig wirkt das Alles nicht... Die Lösung des Falles kam für mein Gefühl dann ziemlich hopplahopp. Zwar gab es weder logische Brüche noch blieben Sachverhalte ungeklärt (bei der Menge an Personal eine Leistung), aber so richtig einleuchtend empfand ich die Aufklärung nicht. War zu wenig Zeit ;-) ? Was ich aber wirklich schon beinahe peinlich empfand, ist das offenbar miserable Lektorat des Ullstein-Verlages. Zum Beispiel: 1. Die Kapitelüberschriften sind Datumsangaben und lauten beispielsweise Montag, 13. Oktober 2014 (S. 316) und Dienstag, 15. Oktober 2014 (S. 415). 2. Auf Seite 404 werden zwei Menschen gefangengenommen, eine Seite später sind es plötzlich drei. Aufgeklärt wird das Ganze in einem lapidaren Halbsatz 10 oder 20 Seiten später. 3. Auf Seite 223 steht Drei Leute sind tot, die wir alle kennen! Und der alte Pfarrer Maurer soll sich angeblich in der Kirche aufgehängt haben. Es gab aber nur drei Tote und eine Schwerverletzte. Das sind nicht die einzigen Fehler, die durch ein aufmerksames Lektorat sicherlich hätten vermieden werden können. Ullstein - Nachsitzen! Nacharbeiten! ;-)
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von Diana Pegasus - 19.11.2016
Nele Neuhaus - Im Wald Vor über 42 Jahren hat sich Oliver von Bodenstein einer Gruppe Kinder angeschlossen, in denen Angst aber auch Gemeinschaft regierten. Als er sich einige Zeit später von der Gruppe loseisen kann und neue Freunde in Artur und Wieland findet, scheint die Welt gut zu sein. Bis Artur und der zahme Fuchs Maxi eines Tages verschwinden... In der Gegenwart freut sich Oliver auf die baldige Auszeit, die er bei seiner Chefin durchgeboxt hat, da ihm die letzten Fälle viel zu Nahe gegangen sind. Ausgerechnet jetzt wird in der Nähe der Dorfgemeinschaft Ruppertshain ein Campingwagen in Brand gesteckt. Die menschlichen Überreste gehören zu Clemens Herold, dessen Bruder mit Oliver zur Grundschule gegangen ist. Wenig später wird eine todkranke Frau ermordet, die ebenfalls zur Familie des Schulkameraden gehört. Bei den Ermittlungen stößt Oliver immer wieder auf alte "Freunde" aus der Schulzeit, sodass er schon bald den Fall abgeben soll. Doch Oliver will wissen, ob die heutigen Fälle etwas mit dem Verschwinden seines besten Freundes zu tun haben, denn alles weist darauf hin, das Artur ermordet wurde. Ich bedanke mich herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars über das ich mich sehr gefreut habe. Dies hat jedoch keinen Einfluss, auf meine ehrliche Meinung. "Im Wald" ist bereits der achte Roman um die K11-Beamten Oliver von Bodenstein und Pia Sander, ehemals Kirchhoff. Wie seine Vorgänger auch ist der Roman wieder flüssig, komplex, beklemmend, spannend, temporeich, packend und fesselnd geschrieben und hat mich von Anfang an gefangen genommen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie die anfänglich lose wirkenden Anfänge am Ende zusammen führen und zu einem Highlight der Kriminalgeschichte werden. Der Spannungsbogen wurde im gesamten Buch auf sehr hohem Niveau aufrecht erhalten, eine temporeiche Erzählung führte dazu, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Die Handlungsorte sind sehr sehr detailreich beschrieben, sodass ich zu jeder Zeit eine genaue Vorstellung von den Orten hatte, was mich noch besser in die Geschichte hinein finden lies. Manchmal hätte ich mir etwas weniger Ortsbeschreibungen gewünscht, dennoch fügen sie sich sehr gut in die Geschichte ein. Ich konnte mich wieder sehr gut in die Gefühlswelt der verschiedenen Charaktere hinein versetzen, die wieder gut aufeinander abgestimmt waren. Die alten Figuren wurden weiter ausgearbeitet, die neuen waren interessant und facettenreich. Pia Sander war mir wieder sympathisch, mit ihr hab ich ja im Laufe der vielen Bände schon so ein paar Schwierigkeiten gehabt. Auch hier ist sie wieder tough, temperamentvoll, und ihre Ecken und Kanten sind liebenswert. Sie ist halt ein tiefgründiger Charakter, mit vielen Seiten, die sie mal mehr und mal weniger sympathisch erscheinen lässt, aber dennoch mag ich ihre Figur recht gern. Oliver von Bodenstein mochte ich vom ersten Band an, auch wenn dies sein persönlichster Fall ist, ist er durchgehend kompetent und ich hoffe, dass er uns auch in den nächsten Bänden erhalten bleiben wird, denn die Reihe kann ich mir ohne ihn einfach nicht vorstellen. Er hat es nicht leicht, seine kleine Tochter ist ein kleiner Satansbraten, und er geht mit viel Herzblut an seine Fälle. Als er dann auch noch feststellen muss, das eine alte Freundin ihn seit Jahren belogen hat, scheint eine Welt für ihn zusammen zu brechen. Auch der neue Kollege Tariq war mir auf Anhieb sympathisch, mit seinem fotografischen Gedächtnis und seiner Art hat er meine Neugier auf seine Figur geweckt. Aber alle Charaktere sind detailreich beschrieben, glaubhaft dargestellt, facettenreich und es machte mir beim Lesen Spaß, mit ihnen Zeit in ihrer Welt zu verbringen. Die Handlung war abwechslungsreich, spannend, atmosphärisch, es gab viele Überraschungen und Wendungen, die Auflösung war eine Überraschung. Allerdings muss ich hier auch einen kleinen Kritikpunkt anmerken: Dadurch das so viele Charaktere in dem Buch beleuchtet wird, könnte man leicht den Überblick verlieren. In dieser Dorfgemeinschaft scheint jeder mit jedem irgendwie verwandt zu sein. Daher ist es schön, dass es gleich am Anfang eine Namensliste gibt, um die Figuren und deren Beziehungen zueinander zuzuordnen zu können. Das gleicht die Unübersichtlichkeit wieder aus. Dieses Buch war großartig, mitreißend und bereitete mit schöne, spannende Lesestunden. Die Zeit- und Perspektivwechsel machten das Buch noch spannender und schon nach kurzer Zeit konnte ich mich in die Geschichte fallen lassen. Da ich schon einige Bücher von Nele Neuhaus kenne, freue ich mich schon auf das nächste Werk von ihr, hoffentlich mit der alten Stammbesetzung. Das Cover ist dezent, in blau und schwarz gehalten, ein Fuchs in einem Wald, spiegelt den Inhalt der Story wieder und ist ein absoluter Blickfang. Die Farben geben dem Cover einen besonderen Charme mit düsteren Touch. Hervorheben möchte ich neben der Charakter-Liste auch noch die Karten im Innenteil des Buches, damit man eine Vorstellung von der Lage der Dörfer, dem Wald etc bekommt. Fazit: Sehr spannende Story über eine Dorfgemeinschaft, mehrere Morde, Freundschaft, Zusammenhalt und einen zahmen Fuchs, die bis weit in die Vergangenheit reicht. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
Spannung, viele Geheimnisse und eine Überraschung zum Schluss
von Magdalena P. - 16.11.2016
Klappentext: Ein Unbekannter stirbt im Feuer. Eine alte Frau wird ermordet. Ein Dorf schweigt. Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz erdrosselt. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen führen Pia und ihn in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand - und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an die man besser nicht rührt. Schreibstil: Der Schreibstil von Nele ist so locker und flüssig, dass man das Buch in einem Rutsch durchlesen könnte. Dabei erzählt sie in einer so packenden und realitätstreuen Weise, dass man bis zum Schluss mitfiebert und förmlich in der Geschichte drin steckt. Negativ aufgefallen sind mir ein paar Tipp- und Kommafehler. Figuren: Der Kern der Geschichte dreht sich um die Kindheit von Oliver Bodenstein, dadurch werden einem viele Einblicke in seine Vergangenheit gewährt und er war für mich daher der interessanteste Charakter. Seine Kollegin Pia spielt eine weitere sehr präsente Rolle und nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten meinerseits mit ihrer unsicheren Persönlichkeit, hat sie sich immer mehr zu einem elementaren Teil des Buches entwickelt, der nicht mehr wegzudenken ist. In diesem Fall sind sehr viele Personen involviert, die miteinander verwandt, verheiratet, verschwägert oder befreundet sind/waren. Man bekommt zwar durch das Personenregister am Anfang einen sehr guten Überblick, allerdings hat es mich gestört, dass man während der Geschichte öfters den Überblick verloren hatte und dann nachschlagen musste. Das hat den Lesefluss gestört und meiner Meinung nach wäre das Ganze mit ein paar weniger Personen, dafür diese mehr ausgearbeitet, besser gelungen gewesen. Fazit: Der 8. Band der Krimireihe rund um das Team von Oliver Bodenstein war mein erstes Buch von Nele Neuhaus und ich hatte somit einen Einstieg ohne Vorkenntnisse. Trotzdem habe ich mich gut zurechtgefunden und hatte nicht das Gefühl, dass mir Hintergrundwissen fehlt. Die Geschichte beginnt mit Spannung, die sich im weiteren Verlauf immer mehr steigert und fast bis zum Ende durchhält. Man bekommt viele mögliche Täter präsentiert und wird in immer mehr Geheimnisse und Geständnisse verstrickt, die einen wirklich fordern, damit man nicht durcheinander kommt. Teilweise fand ich das etwas zu viel des Guten und ich war von der Lösung leicht enttäuscht, die dann recht schnell abgehandelt wurde. Es kam zwar sehr überraschend und unerwartet, mir persönlich hätte aber ein bekannteres Gesicht aus der Geschichte mehr als Täter getaugt. Alles in allem war es aber eine sehr gelungene und spannende Geschichte, die für mich mit ein paar weniger Charakteren, dafür mehr Wissen um diese, perfekt wäre. Dazu gibt es noch einen kleinen Abzug für die gefundenen Fehler und ich vergebe 4 von 5 Sternen. War definitiv nicht mein letzter Neuhaus und ich werde auch die anderen Bände der Reihe ins Auge fassen.
Interessanter Krimi, allerdings etwas langwierig und anstrengend.
von Sternenlicht_ - 14.11.2016
Das Buch ist der achte Band der Reihe Kirchhoff und Bodenstein von Nele Neuhaus. Die Rezension bezieht sich auf die ebook-Ausgabe, welche mir vom Verlag Ullstein freundlicherweise über netgalley.de im Austausch für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt wurde. Titel: Im Wald Autorin: Nele Neuhaus Erscheinungsdatum Erstausgabe : 14.10.2016 Aktuelle Ausgabe : 14.10.2016 Verlag : Ullstein Buchverlage Fester Einband 560 Seiten Genre: Krimi Inhalt: Pia Sander und Oliver von Bodenstein, Ermittler der K11 in Hofheim, untersuchen einen neuen Fall in Ruppertshain: Im Wald bei Ruppertshain brennt ein Wohnwagen, eine Leiche wird geborgen. Kurz darauf stirbt eine alte Bekannte Bodensteins in einem Hospiz - sie wurde ermordet. Die Ermittlungen führen tief in die Vergangenheit. Meinung: Das ist mein erstes Buch von Frau Neuhaus und ich stehe ihm mit gemischten Gefühlen gegenüber. Das Cover gefällt mir ganz gut; der vorherrschende Blauton in Verbindung mit schwarz lässt die Atmosphäre weniger düster wirken und trotzdem entfachen die einzelnen Bäume ein mulmiges Gefühl der Angst, des Gruselns. Der Titel ist kurz und knackig, meiner Meinung nach etwas zu kurz geraten. Da finde ich die anderen Titel der Nele Neuhaus-Bücher viel interessanter (z.B. Schneewittchen muss sterben ). Die Handlung ist äußerst spannend und fesselnd, allerdings auch sehr langwierig und verworren, denn die Ermittlungen laufen oft im Kreis bzw. gehen in falsche Richtungen. Das macht zwar ein guter Krimi aus, für mich war das aber ein wenig zu viel des Guten. Dadurch kann die Lektüre für den Leser sehr anstrengend sein, das Lesen des Buchs war für mich eher Arbeit als Vergnügen. Was auch dazu beigetragen hat, waren die vielen Personen mit den vielen vielen Informationen. Der Leser muss höllisch aufpassen, alle Informationen zu merken, um den Faden der Geschichte nicht zu verlieren. Die Auflösung des Falls war für mich tatsächlich überraschend. Zu Anfang des Buchs gibt es eine kleine Karte der Schauplätze und ein Personenregister. Da hat Frau Neuhaus gut mitgedacht, denn diese eignen sich gut als Gedächtnisstütze für den Leser. Die Protagonisten erscheinen mir glaubwürdig, habe sie allerdings nicht in mein Herz geschlossen, wie es bei Hercule Poirot und Miss Marple der Fall war. Wahrscheinlich habe ich nur noch nicht genügend Bücher der Reihe gelesen. Fazit: Eine spannende Lektüre, die mit Arbeit verbunden ist. 3.5 Sterne für dieses Werk.
Hochspannung in gewohnter Qualität
von La novelera - 10.01.2017
Es ist der nunmehr achte Fall für das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Sander (vormals Kirchhoff, was sich am Ende des vorhergehenden Bandes änderte). In einem Wald im Main Taunus Kreis geht ein Wohnwagen in Flammen auf, es gibt eine Leiche. Nach und nach wird während der Ermittlung klar, dass Oliver sich inmitten einem Netz von alten Bekannten und Freunden befindet. Außerdem hat der Fall offensichtlich mit einem für ihn sehr persönlichen Ereignis zu tun, das schon viele Jahre zurückliegt. Keine Mordermittlung ging ihm so nah wie diese hier, die letzte, bevor er sein Sabbatjahr antreten wird. Nicht ganz nebenbei muss deshalb seine Nachfolge als Leiter des K11 geklärt werden. Nele Neuhaus ist es in meinen Augen mal wieder gelungen, einen hochspannenden Krimi zu schreiben, der seinen Vorgängern in nichts nachsteht. Kennt man die vorhergehenden Bücher, freut man sich neben der Mordermittlung auch auf das Wiedersehen mit den sympathischen Ermittlern und ist gespannt, was in deren Leben so nebenbei passiert. Doch auch der Fall an sich ist wieder einmal komplex, enthält viele Handlungsstränge, wie gewohnt, und doch fällt es nicht schwer, den Überblick über die vielen Personen zu behalten. Gelangweilt ist man beim Lesen des Krimis auf gar keinen Fall, von Seite zu Seite wird es spannender und das Ende erscheint mir nicht vorhersehbar, ich fiebere jedes Mal mit und bin dann überrascht, wenn aufgelöst wird, wer der Mörder ist. Die Verbindung mit der Vergangenheit macht den Fall komplexer, weitreichender und ist in meinen Augen wieder einmal richtig gut gelungen. Ich vergebe voll verdiente fünf Sterne und freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall!
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von Tintenherz - 31.10.2016
Inhalt: Der Feuerteufel geht seit längerer Zeit zwischen Main und Taunus um. Ein Wohnwagen im Wald geht in Flammen auf und ein Mensch kommt darin um. Oliver von Bodenstein, Polizist, ermittelt mit Pia Sander und dem restlichen Team in seiner Heimat und muss bei der Ermittlung tief in seiner Vergangenheit graben, um den Täter ausfindig zu machen. Meine Meinung zu dem Buch: Das Cover ist eindrucksvoll und absolut passend mit dem im Vordergrund befindlichen Fuchs im Wald für diesen Krimi gestaltet. Der Schreibstil ist leicht verständlich und angenehm flüssig zu lesen. Das anfangs beigefügte Kartenmaterial und das Personenregister erleichtern den Einstieg in die Geschichte. Das malerische und beschauliche Dorf Ruppertshain steht Kopf. Oliver von Bodenstein kennt jeden im Ort, wo sich Gerüchte, Geheimnisse und natürlich jede Menge Klatsch die Hand geben. Teilchen für Teilchen setzen die allesamt sympathischen Polizisten in einer interessanten Ermittlung zusammen, die gut nachvollziehbar und spannend erzählt wird, um das Geflecht von Vermutungen und Geheimnissen zu entwirren. Es geht um seelische Krankheiten, Bedrohungen, die die Vergangenheit vieler Menschen aus Ruppertshain betreffen. Ein fast vergessener Fall muss neu aufgerollt werden. Manch hübsche Fassade bröckelt und es kommt viel Unheil ans Tageslicht. Der Krimi besticht durch seine ruhige und fast unblutige Art und Weise und durch eine überaus spannende Erzählung, die den Leser an die Geschichte fesselt. Fazit: Ein packender Krimi, der in die Tiefe der menschlichen Psyche geht.
Böse Jungs
von Fredhel - 27.10.2016
Im Wald von Nele Neuhaus ist der 8. Band um den Leiter des Kommissariats K11 in Hofheim, Oliver Bodenstein. Es soll wohl auch vorerst sein letzter Einsatz werden, denn er fühlt sich ausgebrannt und leer. Der Kommissar will nun ein Sabbatjahr einlegen, um sich zu erholen und mehr Zeit für seine allzu kesse kleine Tochter Sophia zu haben. Auch in Liebesangelegenheiten ist beziehungstechnisch da einiges aufzuarbeiten. In seinem Heimatort verbrennt ein Mensch auf einem Campingplatz, weitere raffinierte Morde folgen. Allmählich kommt Bodenstein die Erkenntnis, dass die Spuren bis weit in seine Jugendzeit reichen, als sein bester Freund Arthur spurlos verschwand. Damals mauerte die Dorfgemeinschaft bei den Befragungen der Polizei. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Es gibt eine Unmenge an Verdächtigen. Zum Glück gibt ein Personenregister auf den ersten Seiten einen groben Überblick, aber dennoch ist es für den Leser ein Verwirrspiel, weil alle untereinander verschwistert, verschwägert oder sonstwie verbandelt sind. Ich selbst habe es aufgegeben, alles nachzuhalten. Die vielen Namen sind für mich ein absolutes Manko an diesem Krimi und ich bin auch der Meinung, das hätte man besser machen können. Ansonsten ist an der spannenden Handlung nichts auszusetzen. Einerseits ist es ein raffinierter Plot, andererseits menschelt es sehr, weil Oliver Bodenstein persönlich involviert ist. Man erfährt viel über seine Jugend, seine Frauen und sein Gefühlsleben. Es ist ein sehr dickes Buch, das zum Lesen etwas unhandlich ist. Aber wo hätte man es kürzen können? Ich habe jede Zeile genossen. Nele Neuhaus versteht es meisterlich mit ihrem anschaulichen Erzählstil den Leser bei der Stange zu halten. Es ist unmöglich, selbst den Täter zu erraten, geschweige denn sein Motiv. Man ist gezwungen, sich auf den letzten Seiten überraschen zu lassen. Im Wald kann ich aus diesem Grund wärmstens weiter empfehlen.
Nele Neuhaus überzeugt immer wieder!
von Wencke - 13.11.2016
Schon der Prolog bringt Lust und Freude auf diesen Kriminalroman. Zum Inhalt: Auf einem Waldcampingplatz geht in einer Oktobernacht ein Wohnwagen in Flammen auf. Wie sich herausstellt, verbrannte ein Mann in dem Wohnwagen. War der Mann schon vorher tot oder verbrannte er im Wohnwagen? Oliver von Bodenstein und Pia Sander ermitteln hier in ihrem 8. gemeinsamen Fall. Für Oliver von Bodenstein ist dieser Fall der Persönlichste. Ein Mörder treibt in seinem Heimatort Ruppertshain sein Unwesen. Es sieht so aus, als wenn der vor über vierzig Jahre verschwundene 11-jährige Artur irgendwie auch zu den Ermittlungen gehört. Artur war damals der beste Freund von Oliver von Bodenstein. Das Verschwinden könnte nie geklärt werden. Damals wie heute sprechen die Menschen in Ruppertshain nur sehr wenig über das Verschwinden, als ob jeder was weiß und keiner was sagen mag. Meine Meinung: Zum einen ist es ein sehr guter Kriminalroman, sehr stimmig, die Spannung wird über die gesamte Geschichte gehalten. Sehr gut und hilfreich finde ich die ersten Seiten des Buches,dort ist eine Landkarte der Gegend, eine Übersicht des Ortes Ruppertshain sowie ein Personenregister. Hier habe ich oft geschaut und hatte somit das Gefühl, die Menschen zu kennen und konnte mir über die örtlichen Gegebenheiten einen Überblick verschaffen und mir das auch bildlich alles sehr gut vorstellen. Zum anderen lese ich sehr gerne Krimireihen mit sympathischen Charakteren der Ermittler. Und Pia Sander und Oliver von Bodenstein sind mir sehr sympathisch, man kennt sie schon seit vielen Fällen, weiß um ihr Privatleben und begleitet sie dort weiter. Mich hat Nele Neuhaus mit ihrem neuen Kriminalroman wieder zu 100 % überzeugt und das Buch hat mir viele spannende Lesestunden bereitet, die ich sehr genossen habe! Das einzige was ich an dieser Stelle sehr schade finde, dass ich ganz viel Geduld aufbringen muss, bis ich einen neuen Krimi in dieser Reihe lesen kann ;-).
Detailverliebt
von heinoko - 11.11.2016
So liebe ich es: Vom ersten Satz an in die Geschichte hineingerissen zu werden und bis zum Ende dem Buch nicht mehr entkommen zu können. Das geheimnisvolle Cover verspricht nicht zuviel. Mehrere Handlungsstränge in der Gegenwart und in der Vergangenheit bleiben in ihren vermeintlichen Zusammenhängen erst einmal sehr unklar. Ein Wohnwagen explodiert, ein Mensch verbrennt, eine alte Frau wird ermordet, der alte Dorfpfarrer wird erhängt aufgefunden und das sympathische Ermittlerteam Oliver von Bodenstein und Pia Sander irrt von Tatort zu Tatort, von Zeugenbefragung zu Zeugenbefragung, begegnet dabei vielen Dorfbewohnern, die nur eines gemeinsam haben: das Schweigen. Nele Neuhaus schreibt einfach gut: Sehr lebendig, die Menschen sind glaubhafte Persönlichkeiten, die viele wörtliche Rede passt zu den Charakteren. Man muss sich zwar erst einmal an die etwas weitschweifige, detailverliebte Erzählweise gewöhnen, aber gerade diese Schreibweise lässt unablässig Bilder im Kopf entstehen, lässt viel Raum für eigene Spekulationen und nimmt dadurch den Leser, wenn er sich darauf einlässt, noch viel mehr gefangen als die reine Handlung.
Nele Neuhaus - Im Wald
von Sarafinchen - 16.11.2016
Rezension IM WALD von Nele Neuhaus der neue Taunuskrimi mit Oliver von Bodenstein und Pia Sander als sympathische Ermittler geht in eine neue Runde. In Ruppertshain brennt ein Wohnwagen auf einem Campingplatz ab, darin eine verkohlte Leiche. Als es sich herausstellt, dass es nicht nur Brandstiftung, sondern Mord war, findet schon der nächste statt. Eine totkrankeFrau wird im Hospitz ermordet. Oliver kann die Frau seit seiner Kindheit. Als sich die Hinweise und Verbrechen häufen und es immer mehr darauf hindeutet, dass die Verbrechen im Zusammenhang mit dem vor über vierzig Jahren Jungen verschwunden Artur in Zusammenhang stehen, wird das ganze Dorf misstrauisch. Eine Geschichte, die besser nicht wieder aufgewühlt wird und ein Trauma, was Bodenstein bisher nie verwunden hat, denn der kleine Artus war damals sein bestern Freund. Wird es Oliver von Bodenstein und Pia gelingen, den Mörder zu erwischen, bevor noch mehr passiert? Und wird geklärt, was mit dem kleinen Artur vor über vierzig Jahren passiert ist? Die Geschichte ist super ausgearbeitet, es gibt viele Personen und Nebenhandlungen, da kommt einem das vorangehende Personenregister und eine Landkarte das ein oder andere Mal zur Hilfe. Das ein oder andere Mal war ich etwas überfordert mit den vielen Namen und Verschwandtschaftsverhätnissen, aber es hat mich nicht gestört. Nele Neuhaus erzählt hier einen spannenden Krimi, der tief in die Vergangenheit von Oliver von Bodenstein reicht und seine Gefühle aufwühlt. Wir lernen ich - so habe ich das Gefühl - von einer ganz anderen Seite kennen. Ich habe bisher nur die Filme gesehen, es war mein erster Tauniskrimi, aber sicher nicht mein letzter. Ich werde auf jeden Fall vorne anfangen und mich zu Im Wald vorarbeiten. Ich freue mich schon total auf einen neuen Band von Nele Neuhaus!
Ein gelungener 8. Fall für Pia und Oliver
von Booknaerrisch - 31.10.2016
Zitate: Wer jetzt unterwegs war, war per se verdächtig. Zu 70 Prozent wurden Verbrechen nachts verübt. Nicht ohne Grund fürchtete der Mensch die Dunkelheit. Seite 24 Sie konnte nachvollziehen, was in ihm vorging, und es schmerzte sie, ihn so zu sehen. Mit einer alten Schuld zu leben war eine schwere Last. Seite 247 Meinung: Ein Brand auf einem Campingplatz ruft Oliver und Pia ein weiteres Mal auf den Plan. War das das Werk des Feuerteufels, der aktuell sein Unwesen treibt? Dann hätte er dieses Mal nicht einfach "nur" gezündelt, denn dieser Fall stellt sich als weitaus schlimmer heraus. Erschreckenderweise befand sich in dem Campingwagen eine Person, die komplett verbrannt ist. Somit handelt es sich um Mord! Aber war das wirklich Zufall? Oder steckt gar Absicht dahinter? Schnell wird klar, dass der voraussichtlich letzte Fall von Oliver vor seiner Auszeit, ihn deutlich schwerer in Beschlag nehmen wird, als erhofft. Denn da er aus der Gegend ist, kennt er alle Personen, die involviert sein oder Informationen liefern könnten, persönlich. Dieser Fall wird ihn nicht nur in seine früheste Kindheit, sondern möglicherweise auch an den Rand seiner Belastungsgrenze treiben¿ Ein weiteres Mal konnte mich Nele Neuhaus mit ihrem angenehmen Schreibstil fesseln. Schnelle Szenenwechsel machen die Story spannend und lassen die Seiten geradezu an einem vorbeifliegen. Bereits der Prolog weckt die Neugierde enorm :) Dazu kommt, dass immer wieder -zum Ende hin werden es noch mehr- kleine Cliffhanger in den einzelnen Leseabschnitten eingebaut sind, was natürlich auch seinen Teil zur Spannung beiträgt ;) Dazu passend ist das Setting, gerade durch die Waldszenen, düster und atmosphärisch. Sehr gut gefällt mir, dass die beiden Protagonisten Pia und Oliver weitestgehend sympathisch und authentisch wirken, was letzten Endes natürlich zum Großteil der Tatsache geschuldet ist, dass sie sich mit ganz alltäglichen Dingen abmühen müssen. Eben geradeso wie du und ich ;) Probleme wie unzuverlässige Expartner, Kindererziehung, u. Ä. machen die beiden menschlich und ermöglichen es uns, sich mit ihnen zu identifizieren. Ab und an flicht die Autorin auch ein bisschen Mundart ein, was noch den ein oder anderen Schmunzler verursacht. Echt lesenswert :) Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch auch. Die Geschichte spielt in einer überschaubaren Gemeinde, in der gefühlt jeder mit jedem entweder verwandt, verschwägert, verheiratet oder geschieden ist. Dementsprechend haben viele Personen den selben Nachnamen oder auch sonstige Bezüge, was das Ganze stellenweise etwas unübersichtlich macht. Es ist also definitiv Dranbleiben angesagt, sonst wird es vermutlich schwierig, wieder einzusteigen. Zu Beginn des Buches ist zwar eine Übersicht der Personen vorhanden, diese reicht jedoch nur bedingt, da letzten Endes doch nicht alle Informationen zu den einzelnen Personen darin enthalten sind. Aber für das Gröbste hilft¿s ;) Ein tolles Team, haufenweise falsche Fährten sowie unerwartete Wendungen in Kombination mit ernsten Themen wie Mord, menschliche Abgründe, Rassis- und Egoismus haben die Geschichte wunderbar in Form gebracht und mich die 550 Seiten geradezu inhalieren lassen. Eine klare Empfehlung an alle Krimileser unter euch!
Wie immer top
von Gaby Kempf - 21.10.2016
Elias wurde gerade erst aus dem Jugendknast entlassen. Da seine Freundin bald ein Baby von ihm bekommt, möchte er endlich von den Drogen loskommen. Um allen Verführungen aus dem Weg zu gehen, bricht er auf einem Campingplatz nahe Ruppertshain in einen Wohnwagen ein um einen Entzug in Eigenregie zu machen. Doch er ist nicht alleine auf dem Gelände im winterlichen Wald. Einer der Wohnwagen geht plötzlich in Flammen auf und ein Auto fährt in rasender Geschwindigkeit davon. Die erste Annahme, es handelt sich um den Brandstifter, der schon seit einiger Zeit die Gegend unsicher macht, zerschlägt sich leider sehr schnell als die Feuerwehr eine männliche Leiche in den schwelenden Trümmern findet. Als dann auch noch eine alte Frau, die ohnehin nur noch wenige Tage zu leben hat, ermordet aufgefunden wird und weitere Leichen auftauchen, wird es für Oliver von Bodenstein unangenehm, denn er kannte alle Toten aus seiner Jugendzeit sehr gut. Alle Indizien sprechen dafür, dass die Mordserie ihren Anfang 1972 nahm, als der kleine Artur spurlos verschwand. Wie immer hat es Nele Neuhaus geschafft, mich von der ersten Seite an zu fesseln. In Oliver von Bodensteins wohl emotionalstem Fall besticht sie wieder mit ihrem flüssigen und spannenden Schreibstil. Mir machten zu Anfang zwar die vielen unterschiedlichen Personen zu schaffen, aber das Personenregister gleich am Anfang des Buches macht es etwas einfacher. Da ich alle Fälle des Ermittlerduos vom K11 mittlerweile kenne, war es für mich dieses Mal interessant etwas mehr aus Bodensteins Jugend zu erfahren. So wird er einem gleich noch sympatischer. Man kann nur hoffen, dass er die Auszeit, die er in dem Buch ankündigt, nicht wirklich ernst meint. Für alle Fans guter Krimis kann ich hier nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen und vergebe gerne 5 Sterne
Bodensteins vorläufig letzter Fall
von britta70 - 25.10.2016
Im Wald" ist der 8. Fall, in dem Oliver von Bodenstein und Pia Sander gemeinsam ermitteln. Es soll der vorerst letzte Fall für Oliver von Bodenstein sein, der dann ein Jahr Pause einlegen will. Ein kniffliger Fall. Es geht um Brandstiftung mit einem Toten und die spätere Ermordung der bereits im Hospiz befindlichen, todkranken Eigentümerin des Wohnwagens, der in Flammen aufging. Unter Verdacht gerät schnell ein junger Mann, der eine Bewährungsstrafe erhalten hat und nun untergetaucht ist. Spuren führen aber auch zu einem lange zurückliegendem Fall aus dem Jahr 1972, bei dem es ausgerechnet um das rätselhafte Verschwinden von Oliver von Bodensteins bestem Freund Arthur ging. Dieser Fall ist also eine ganz besondere Herausforderung für den Ermittler, der die Leitung deswegen auch an seine kompetente Kollegin Pia Sander deligiert. Werden die Beiden den Fall gemeinsam lösen können? "Im Wald" ist der erste Krimi, den ich von Nele Neuhaus las. Das Buch lies sich auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gut lesen. Es hat mich von der ersten bis letzten Seite in seinen Bann gezogen. Für ein solch umfangreiches Werk mit ca 550 Seiten gab es erfreulich wenig Längen. Anfangs tat ich mich ein bißchen schwer mit der Vielzahl der involvierten Personen. Das vorangestellte Personenregister war in diesem Zusammenhang recht hilfreich. Ich kam dann aber sehr gut in die Geschichte hinein. Mein Anfangsverdacht hat sich natürlich schnell zerschlagen und alles hat sich als recht verzwickt und komplex erwiesen. Dennoch überzeugt die Auflösung. Die Charaktere wurden alle gut ausgearbeitet und glaubhaft dargestellt. Dies gilt nicht nur, aber auch für die beiden im Vordergrund stehenden Ermittler. Der Krimi hat mir sehr gut gefallen, weswegen ich nun zum Anfang der Reihe zurückgehen und die Vorgängerbände lesen werde. Ich bin nicht nur auf die Fälle selbst gespannt, sondern auch die ergänzenden Privatgeschichten von Oliver von Bodenstein und Pia Sander. Eine klare Leseempfehlung für alle Krimifans!
Turbulente Ermittlungen in einem spektakulären Fall
von Frieda-Anna - 21.10.2016
Hier geht es flott zur Sache! Oliver von Bodenstein und Pia Sanders, das bekannte Ermittlerduo aus Nele Neuhaus populären Krimis, ermitteln in einem Fall, der Oliver persönlich (be)trifft. Im Sommer 1972, als Bodenstein 11 Jahre alt war, verliert er seinen besten Freund. Artur, ein Junge, genauso alt wie er, der mit seinen Eltern aus Russland eingewandert ist, verschwindet spurlos. Bis heute ist sein Verbleib nicht bekannt geworden. Diverse aktuelle Morde im hessischen Ruppertshain erschüttern die Dorfgemeinschaft und deuten auf eine Verbindung mit der Vergangenheit hin. Oliver und Pia werden auf den Plan gerufen und rütteln ordentlich an der alten Geschichte. Das gefällt nicht jedem Ruppersthainer! Und Oliver manchmal auch nicht¿ Kaum sind die ersten Zeilen des Prologs gelesen, ist man verloren und der Atem beginnt schon zu stocken. Spätestens ab dem 1. Kapitel kann man nicht mehr aufhören umzublättern und ist heillos verstrickt in die Vorfälle des aktuellen Zeitgeschehens und der Vergangenheit. Die vielen Protagonisten rund um das Ermittlerteam K11, welches Nele Neuhaus so imposant schildert und auftreten lässt, kann man mit dem Personenverzeichnis am Anfang gut auseinanderdividieren, zumal auch die jeweiligen Eigenarten und Abgründe der handelnden und sich windenden Menschen gut in den Fokus gerückt werden. Frau Neuhaus gönnt ihren süchtigen Lesern keinen Aufschub und es geht Schlag auf Schlag, erstaunliche Sachverhalte aufzudecken und auch das kleinste Puzzleteilchen zu suchen und richtig einzufügen. Dieser Fall rührt an einem verdrängten Kindheitstrauma Olivers und hat dadurch eine erheblich emotionale Ebene, deren Anteile das sentimentale Leserherz zu Tränen rühren können. Das hat mich ehrlich beeindruckt und mich zu einem neuen Fan der hochgehandelten Autorin werden lassen. Begeistert habe ich auch die rechtsmedizinischen Informationen aufgenommen und mich über die Zwistigkeiten und kleinen Rangeleien innerhalb des Ermittlerteams amüsiert. Der neue Band von Nele Neuhaus ist ein in sich schlüssiges und unvorhersehbares Gesamtpaket, mit vielleicht manchmal etwas zu viel Potenzial. An einigen Stellen hätten größere Puzzleteilchen die Komplexität der Zusammenhänge entzerren, und so die Konzentration des leicht gestressten Lesers besser aufrecht erhalten können. Trotzdem haben mich die Story und Schreibstil überzeugt und kurzweilig unterhalten. Empfehlung mit schlafloser-Nacht-Garantie.
Ein persönlicher Fall für Bodenstein
von Xanaka - 16.11.2016
In Ruppertsheim ist die Hölle los. Auf einem leeren Campingplatz explodiert ein Wohnmobil. In den Überresten findet die Polizei eine völlig verbrannte Leiche. Auf der Suche nach der Identität geschieht ein weiterer Mord. Dieses Mal soll es wie ein natürlicher Tod aussehen. Als sich dann auch noch der Pfarrer von Ruppertsheim umbringt, ist das Chaos perfekt. Schnell wird klar, alle Todesfälle gehören zusammen. Alle Personen hatten miteinander zutun. Wer wollte ihren Tod? Für Oliver von Bodenstein ist dieser Fall anders als alle bisherigen Fälle. Er ist in Ruppertsheim groß geworden. Er kennt alle Leute und er kennt auch die Mordopfer. Gemeinsam mit Pia Sander und dem Team versuchen sie einen Grund für die Morde und den Täter zu finden. Nele Neuhaus hat hier ein für mich beispielhaftes Bild einer Kleinstadt skizziert und charakterisiert. Die Alteingesessenen kennen sich. Viele sind irgendwie miteinander verwandt und mögen sich trotzdem nicht. Geheimnisse bleiben nicht lange geheim, irgendeiner bekommt immer etwas heraus und dann erfahren es die anderen auch über kurz oder lang. Nur Neuhinzugezogene, die haben selten eine Chance. Ihnen gelingt es selten sich in so einem Ort zu etablieren. Nur in diesem Fall haben einige Alteingesessene ein gemeinsames Geheimnis und es ist ihnen gelungen, dieses über viele Jahre zu verbergen. Die Autorin hat diese Atmosphäre äußerst treffend eingefangen. Sicher es war auf Grund der wirklich vielen Personen, die so ein Ort nun einmal hat, mitunter schwer die Beziehungen zwischen ihnen zu verstehen. Aber dank des vorangestellten Personenregisters war es dann doch möglich. Die Handlung ist fesselnd, dramatisch und packend und das vom Anfang bis zum Ende des Buches. Der flüssige Schreibstil und die ansprechenden Dialoge - beides erleichtert das Lesen ungemein. Die Autorin schreibt in einem guten Tempo, so dass man das Buch gar nicht aus den Händen legen mag. Mir hat dieser Krimi wieder wirklich gut gefallen. Ich bin richtig tief in den Ort Ruppertshain eingetaucht. Lange konnte ich mich nicht auf einen Täter festlegen, hat Nele Neuhaus doch immer wieder neue Aspekte eingebracht, die mich zweifeln ließen und diese dann erneut kurze Zeit wieder verdächtig werden ließen. Dann dachte ich, das ist die richtige Spur. Sogar Bodenstein und Sander waren kurze Zeit mit mir einer Meinung. Von mir gibt es für diesen Krimi wieder verdiente fünf Lesesterne und eine ausdrückliche Leseempfehlung.
Im Wald
von Sarah - 08.11.2016
Meine Meinung: Ich kenne die Nele Neuhaus Krimis bisher nicht. Trotzdem habe ich mich, nach der ganzen Werbung, die so umfassend auf allen Portalen für dieses Buch gemacht wird, an einen Reiheneinstieg bei Band 8 getraut. Ich muss sagen, dass es mir gar nicht schwer gefallen ist. Ich hatte ehrlich gesagt mehr Bedenken. Jedoch hatte ich niemals das Gefühl im Hintertreffen zu sein, weil ich etwas von vorherigen Fällen nicht wusste. Das hat der Spannung des aktuellen Falles keinen Abbruch getan. Beim Thema Spannung mache ich dann gleich weiter. Dieser Krimi hat mich wirklich richtig mitgenommen. Ich war nach dem zweiten Kapitel bereits vom Buch gefesselt. Er war durchgehend auf einem hohen Spannungsniveau. Außerdem hat es die Autorin geschafft mich durch geschickte Wendungen immer wieder an der Nase herumzuführen. Miträtseln war für mich bei diesem Krimi an der Tagesordnung. Die Charaktere waren auch sehr interessant angelegt. Die Ermittler und ihre Eigenarten haben mir gut gefallen. Ich mag dieses Team. Aber auch due Charaktere des aktuellen Falles waren zunächst undurchschaubar. Es ist eine relativ große Anzahl an Charakteren in diesem Buch enthalten, die aber in einem Personenregister festgehalten sind, um das Lesevergnügen zu erleichtern. Das Register hat sich für mich als wertvoll erwiesen. Der Fall lässt an Ideenreichtum und Spannung, sowie Nervenkitzel nicht zu wünschen übrig. Insgesamt bin ich von diesem Buch wirklich überzeugt. Mich hat es gut unterhalten.
Man sieht den Wald vor Bäumen nicht
von Sursulapitschi - 24.10.2016
Es ist kalt und dunkel im Wald, als ein Wohnwagen auf dem abgelegenen Campingplatz explodiert. Und im Wald hat sich auch vor 40 Jahren eine Kinderbande getroffen, als der 11jährige Arthur verschwand, der der beste Freund von Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodensteins war. Der neuste Fall des K11 wird sehr persönlich für Bodenstein. Die neusten Morde scheinen etwas mit den Geschehnissen in der Vergangenheit zu tun zu haben. Er muss ergründen, was wohl seinem Freund passiert ist, damals in seiner Kindheit. In Ruppertshain im Taunus kennt jeder jeden, aber jeder hat auch Geheimnisse. Und manches wir auch zur Wahrheit, wenn es nur genügend Leute behaupten. Wer will da widersprechen? Durch diesen Sumpf muss sich das K11 wühlen. Die Mitglieder der Kinderbande von 1972 sind jetzt gesetzte Herrschaften, haben geheiratet, Familie, Geschwister Eltern und jeder weiß ein wenig, hat aber auch auffällige Gedächtnislücken. Das Buch ist fesselnd und gut geschrieben. Allerdings kämpft man sich von Anfang an durch einen Wust von Menschen. Da ist die Schwester von X jetzt verheiratet mit dem Bruder von Y und hatte zwischendurch ein Verhältnis mit Z , ihr Bruder dagegen ist jetzt der Schwager von A, weil B in zweiter Ehe mit C verbandelt ist. Es ist verzwickt. Noch dazu muss man die Verhältnisse damals und heute im Auge behalten. Auch trifft man hier und da jemanden, der in alte Fälle verwickelt war und schwelgt in Erinnerungen. Die Exbeziehungen von Pia und Bodenstein werden resummiert und man fragt sich, ob das wohl für den aktuellen Fall relevant ist. Fans der Reihe sind bestens informiert und brauchen diese Informationen nicht, Neueinsteiger verwirrt es nur, wenn sie im Nebensatz ein Vorgängerbuch erklärt bekommen. Man wird zugeschüttet mit unnötigen Informationen und hat Mühe, die echten Hinweise im Auge zu behalten. Ich kann mich an Bücher von Nele Neuhaus erinnern, die ich gebannt vor Spannung gelesen habe. Diese Momente hat man hier eher selten. Gelegentlich thrillt es, aber die meiste Zeit sortiert man alte Geschichten, relevante und irrelevante. Dieses Buch kann man durchaus lesen. Ich habe mich nicht gelangweilt. Nur versinkt die Spannung ein wenig im unnötigen Input von Nebensächlichkeiten.
spannend und fesselnd
von MarTina - 16.10.2016
Eines Nachts brennt auf einem Campingplatz ein Wohnwagen. Erst vermuten die Ermittler, Oliver von Bodenstein und Pia Sander, dass ein Feuerteufel dahintersteckt, doch dann wird im Wohnwagen eine Leiche entdeckt. Bald wird auch noch eine alte Frau im Hospiz ermordet, die Bodenstein von früher kannte. Bei den Ermittlungen stoßen Bodenstein und Sander dann auch auf Artur. Er war Bodensteins bester Freund, der im Sommer 1972 spurlos verschwand. Dieser Vermisstenfall wurde nie aufgeklärt. Besteht vielleicht ein Zusammenhang zwischen den Morden und dem Vermisstenfall? Meine Meinung: Dies ist bereits der achte Fall mit dem Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Sander. Ich habe die Vorgänger bisher noch nicht gelesen. Man merkt zwar, dass die beiden eine Vorgeschichte haben. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass mir viel Vorwissen fehlt. Die beiden Ermittler finde ich sympathisch. Oliver von Bodenstein ist der ruhigere von Beiden. Er handelt sehr überlegt, kann sich in die Menschen einfühlen und findet immer die richtigen Worte bzw. kann sich auch zurückhalten. Pia Sander dagegen ist impulsiver und handelt mehr nach dem Bauchgefühl. Sie ergänzen sich also sehr gut. Zusammen sind sie wirklich ein tolles Team. Die Geschichte ist wirklich spannend. Man rätselt selbst unablässig mit. Dabei wird man immer wieder auf falsche Fährten geführt. Wer der Täter ist, wird erst ganz am Ende klar. Dies ist dann wirklich überraschend. Außerdem gefiel mir, wie die verwirrenden Spuren am Ende alle zusammenpassen. Im Endeffekt war hier doch einiges anders als gedacht. Der Vermisstenfall setzte sich nach und nach durch Erinnerungen von Oliver und den Dorfbewohnern zusammen. Hier wurde auch das dörfliche Miteinander bzw. die Abhängigkeit zueinander, Hierarchien und Verwandtschaftsverhältnisse toll beschrieben. Vordergründig handelt es sich um harmonische Familien, die miteinander gut auskommen. Doch hinter der Fassade sieht es manchmal anders aus. Auch muss Bodenstein erkennen, dass er manche Menschen, obwohl er mit ihnen aufgewachsen ist, nicht wirklich kennt. In der Geschichte kommen sehr viele verschiedene Personen vor. Trotzdem habe ich größtenteils den Durchblick behalten. Als kleine Hilfestellung ist aber auch ein Personenregister am Anfang der Geschichte zu finden. Das fand ich wirklich klasse. Der Schreibstil ist flüssig und mitreissend. Auch werden die Charaktere und Schauplätze so anschaulich beschrieben, so dass ich sofort ein Bild vor Augen hatte. Fazit: Die Geschichte ist spannend und fesselnd von Anfang bis Ende. Ich habe sie in einem Rutsch durchgelesen, da ich unbedingt wissen wollte, wer der Täter ist. Außerdem gibt es sympathische Ermittler, viele falsche Fährten und eine überraschende Auflösung. Empfehlenswert!
Schlangengrube
von amena25 - 06.11.2016
Im Wald....da ist es finster. Und finster geht es in diesem neuen Fall von Oliver von Bodenstein und seiner Kollegin Pia, inzwischen verheiratete Sander, auch zu. Auf einem Campingplatz im Wald geht ein Wohnwagen in Flammen auf und offensichtlich hat jemand mit Gasflaschen nachgeholfen. Bodenstein und Sander vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch dann wird eine Leiche aus den Trümmern geborgen und so wird eine Mordermittlung daraus. Kurz darauf wird eine todkranke Frau im Hospiz ermordet und wenig später wird der Pfarrer, der der alten Frau noch die Beichte abgenommen hat, tot aufgefunden. Für Oliver von Bodenstein sind alle Opfer alte Bekannte, die er schon aus Kindheitstagen kennt. Allmählich kristallisiert sich heraus, dass die Fälle mit einem Ereignis des Jahres 1972 zusammenhängen. Damals verschwand der elfjährige Artur, Bodensteins bester Freund. Für Bodenstein wird dies ein sehr schwerer, da sehr persönlicher Fall. Er muss alte Freunde und Bekannte ins Visier nehmen. Nach und nach kommen gut verborgene Geheimnisse ans Licht, Abgründe an Verlogenheit und Verstellung tun sich auf. Fast jeder Einwohner von Ruppertshain scheint in irgendeiner Form in die Ereignisse involviert zu sein. So wird der Leser auch immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt. Immer dann, wenn man glaubt, der Lösung nahe zu sein, offenbaren sich weitere Geheimnisse und Verwicklungen. Bodenstein muss erkennen, dass er sich in so manch altem Freund getäuscht hat, trotz seiner professionellen Erfahrung. Und so fällt ihm am Ende der Abschied von Ruppertshain und wohl auch von seinem Job nicht schwer, da er ein Sabbatjahr antritt. Die Handlung wird schnell vorangetrieben, ein Ereignis jagt das nächste und es bleibt hoch spannend bis zum Schluss. Einzig die große Anzahl an Beteiligten, die verwandt, verschwägert oder sonstwie verbandelt sind oder mal waren, machen es stellenweise schwierig, den Überblick zu behalten - trotz angefügtem Personenverzeichnis.
Im Schatten der Vergangenheit
von Melanie - 30.10.2016
Im Wald ist ein weiterer Taunuskrimi, der mir sehr zusagen konnte. Eine untergründige Spannung zieht sich komplett durch den Krimi, denn Bodenstein ist emotional sehr eingebunden, was mir sehr gefallen hat. Tief vergrabene Gefühle werden regelrecht ausgegraben. Was mich faszinieren konnte, ist die Tatsache, das jahrelange geschwiegen wurde und ein grausames Geheimnis verborgen blieb. Ob nun ein Fluch über dem Dorf liegt lasse ich mal dahingestellt, denn Tatsache ist, das scheinbar gemordet wird, um Mitwisser aus dem Weg zu räumen. Wer Nele Neuhaus kennt, weiß, das viele Nebenschauplätze ergründet werden müssen, um letztendlich ein spannendes Gesamtpaket zu ergeben. Für mich ist als Leserin ist es aufregend, da ich viele Personen kennen lerne, eigene Strategien entwickel, Sympathiepunkte an Protagonisten vergebe und letztendlich komplett falsch liege, was den aktuellen Fall betrifft. Das ist Krimi. Leser_innen auf falsche Fährten führen und am Ende einen riesigen Knall zu hinterlassen. Ich mag es, wenn Ermittler menschlich wirken und nicht nur oberflächlich bleiben. Da es nun schon der 8. Band der Tausnusreihe ist, sind mir Eigenarten und Gewohnheiten von Pia Sander und Oliver von Bodenstein sehr gut bekannt und bringen mich daher immer wieder zum Schmunzeln. Es ist, als wenn man alte Freunde trifft. Innerhalb der 8. Bände ist beruflich und privat sehr viel geschehen und in Im Wald wird ein Kindheitstrauma von Oliver von Bodenstein sichtbar. Manchmal bemerkt man auch erst nach 40 Jahren, das es Ereignisse gibt, die sich nie geklärt haben. Wirklich verwunderlich finde ich, das alle im Dorf etwas vermuten, aber schweigen. Dies bleibt fast bis zum Ende des Krimis erhalten und regt in mir das Gefühl an, diesen oder jenen mal so richtig durchzuschütteln, um ihn / sie zum Reden zu bringen. Jeder weiß etwas oder hat hier und da eine Vermutung, aber beißt sich lieber auf die Lippen, als den Fall voranzutreiben. Immer mehr Menschen müssen ihr Leben lassen. Vielleicht bist du der Nächste und trotzdem schweigst du weiterhin? Dies ist aber, was Im Wald die Spannung schenkt, denn zu frühe Verdachtsmomente hätten mir die Freude am Lesen genommen. Letztendlich bekam ich einen Krimi, der voller Emotionen steckte und auch Tabuthemen wie Ausländerfeindlichkeit, Ausgrenzung und Mobbing beinhaltet. Es lässt mich nachdenklich zurück und hier und da bewegte es mich auch zutiefst, denn das Schicksal von Artur wird irgendwann genauer beleuchtet und ist und bleibt der rote Faden, der sich durch Im Wald ziehen konnte. Ich möchte eine Leseempfehlung aussprechen für einen weiteren gelungenen Taunuskrimi aus der Feder von Nele Neuhaus. Ich hatte mich sehr auf den Krimi gefreut und wurde auch keinesfalls enttäuscht. Es ist nicht direkt Hochspannung zu spüren, aber es geht emotional doch sehr in diese Richtung. Gerade für Oliver von Bodenstein wünscht man sich Aufklärung der Fälle und den Frieden damit auch innerlich abschließen zu können und sich selbst vielleicht auch freizusprechen von Schuld. Ein absolut gelungener Krimi, der viele Nebenschauplätze und Personen beinhaltet, die letztendlich doch alle irgendwie und irgendwo miteinander verknüpft werden. Wieder einmal sehr gelungen!
Die Wahrheit kommt immer ans Licht
von Selda - 21.12.2016
"Im Wald" ist mein erster Krimi von Nele Neuhaus. Bisher kannte ich nur ihre Romane, die sie unter Nele Löwenberg veröffentlicht hat. Mich hat verblüfft, wie unterschiedlich sie schreiben kann. Dieser Krimi ist so viel kühler als ihre Romane, aber nicht weniger spannend oder dramatisch. Mir ist aufgefallen, wie gut dieser Roman konstruiert ist: ausgehend von einem Verbrechen rollt Nele Neuhaus eine hochkomplexe Geschichte auf. Ein Geflecht von vielen Personen, verbunden durch Vergangenes, Geheimnisse und Familienbande ist in diesen Fall verwickelt. Jeder scheint etwas zu verbergen und doch bleibt bis zum Schluss unklar, wer der Täter ist. Ich fand es beindruckend, wie elegant die Spannung aufgebaut wird. Jede Szene ist genau so lang, wie sie sein muss, ohne zu viel preiszugeben. Ich hatte nicht eine Sekunde den Impuls vorzublättern, sondern konnte jede Seite voller Genuss lesen. Ihre Charaktere, die Beschreibungen der Umgebung sind so natürlich und wirken sehr authentisch, das alles könnte sich im Nachbarort abgespielt haben. Mir hat "Im Wald" spannende Lesestunden bereitet.
Die Wahrheit kommt endlich ans Licht
von Bücherwurm78 - 26.10.2016
Im Taunus wird wieder gemordet und das Ermittlerduo Pia Sander und Oliver von Bodenstein vom K11 in Hofheim sind wieder auf der Suche nach der Wahrheit und dem Mörder. In der Nähe von Ruppertshain geht ein Wohnwagen in Flammen auf. Im Wohnwagen wird eine Leiche gefunden. Schnellt stellt sich heraus, dass es sich um Clemens Herold handelt und dass es Mord war. Kurze Zeit später wird auch die Mutter von Clemens, Rosie Herold, im Hospiz Abendrot ermordet. Und bald gibt es ein drittes Opfer, den alten Pfarrer im Ruhestand von Ruppertshain, Adalbert Maurer. War es derselbe Mörder und wollte er mit den Taten verhindern, dass eine Wahrheit aus langer Vergangenheit ans Licht kommt? Oliver von Bodenstein, der kurz vor einem Sabbatical steht, muss seinen vorerst letzten Fall lösen, der ihn mit seinem eigenen Kindheitstrauma aus dem Jahr 1972 konfrontiert, damals ist sein bester Freund Artur spurlos verschwunden. Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Ein erfrischendes (Hell)-Blau mit einem Fuchs der über einen Baumstamm im Wald klettert. Beim Lesen des Buches wird dann auch klar warum gerade ein Fuchs und auch der Titel des Buches ist passend gewählt. Was mir bei der Gestaltung des Buches auch gut gefallen hat ist, dass auf den ersten Seiten 2 Karten über die örtlichen Gegebenheiten und ein Personenregister beinhaltet ist. An manchen Stellen im Buch habe ich gerne darauf zurückgegriffen. Nachdem ich die Vorgängerbücher bereits gelesen hatte, habe ich mich sehr gefreut, dass wieder ein neuer Kriminalroman von Nele Neuhaus um das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia (nunmehr) Sander erscheint. Man hat ja immer ein bisschen Angst, dass bei solchen Fortsetzungsromamen irgendwann mal ein schwächeres Buch erscheint, aber Nele Neuhaus hat mich Gott sei Dank nicht enttäuscht und auch mit diesem Buch wieder einen sehr guten Krimi gezaubert. Die Spannung war wie gewohnt von der ersten bis zur letzten Seite vorhanden, so dass man das Buch wie immer kaum aus der Hand legen mochte. Der einzigste kleine Kritikpunkt ist, wie auch schon andere Rezensenten geschrieben haben, dass es sehr viele Personen gibt, die im Buch eine Rolle spielen. Aber dafür ist ja am Anfang das Personenregister enthalten, auf welches man zugreifen kann. Was mir auch immer an der Neuhaus-Reihe gefällt ist, dass neben der eigentlichen Hauptstory auch die private Seite von Pia und Oliver nicht zu kurz kommt. Und bei diesem Buch hängt ja auch die Hauptstory mit der Vergangenheit von Oliver zusammen. Frau Neuhaus schafft es durch ihre Schreibweise, dass man mit den einzelnen Personen mitfühlt, Sympathie, aber auch Abneigungen entwickelt. Nicht zuletzt dadurch, dass inzwischen viele der Krimis verfilmt wurden, hat man Oliver, Pia und die anderen wiederkehrenden Personen auch bildlich vor Augen. Fazit: Wieder ein rundum spannender und empfehlenswerter Kriminalroman. Ich freue mich jetzt schon auf einen neuen Fall, bin vor allem gespannt ob dann auch Oliver von Bodenstein mit ermitteln wird, der ja vor einem Sabbatical steht und sich über seine Zukunft danach noch nicht im Klaren ist.
Rückblicke
von BuchEcke - 21.11.2016
Ein Campingplatz im Taunus auf dem ein Wohnwagen brennt. Ein neue Fall für das Ermittlerteam Oliver von Bodenstein und Pia Sander, ehemals Kirchhoff beginnt. Oliver von Bodenstein nimmt zur Tatortbesichtigung seine siebenjährige Tochter mit, die von ihrer Mutter einmal mehr bei ihm "geparkt" wurde. Dies hat von Bodenstein dazu animiert ein Sabbatjahr zu nehmen. Seine Kollegin Pia Sander wird künftig die Leitung der Abteilung K11 übernehmen. Oliver gibt nun diesen Fall an sie weiter, denn er kennt sämtliche Peronen von früher und fühlt sich etwas befangen. Derweil schlägt sich Pia Sander noch mit einem alten Fall herum, der möglicherweise etwas mit dem Wohnwagenbrand auf dem Campingplatz zu tun hat. Der besagte Wohnwagen gehört Frau Rosemarie Herold, die die Mutter von Olivers verschwundenem Freund aus Schulzeiten ist. Er verschwand im Jahre 1972 ohne eine Spur zu hinterlassen. Im Wohnwagen wird eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche gefunden. Gibt es da einen Zusammenhang mit dem Verschwinden des Schulfreundes Artur? Merkwürdig auch, dass die Wohnwagentür von außen verschlossen war. In dieser Geschichte tauchen sehr viele Personen auf, die man sich zuerst einmal ordnen muss. Die Zusammenhänge lesen sich spannend, auch wenn sie es ja im eigentlichen Sinn nicht unbedingt sind. Dennoch ist alles sinnig und keinesfalls langweilig. Das ist auch eine Art von Frau Nele Neuhaus: Informationen so zu verpacken, dass selbst Belangloses interessant, ja teils spannend zu lesen ist. Sie braucht für ihre Krimis keine reißerischen Situationen. Auch ist jeder ihrer Fälle um das Team von Bodenstein/Sander prima ohne Vorkenntnisse der anderen Fälle zu lesen.
Den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen ¿
von goat - 06.01.2017
Der achte Band aus der Bodenstein / Sander (Kirchhoff)-Reihe ist der wohl persönlichste Fall für Oliver von Bodenstein. Im Wald von Ruppertshain geht ein Wohnwagen in Flammen auf und ein Mann kommt darin um. Die Ermittler vom K11 in Hofheim finden schnell heraus, dass hier jemand vorsätzlich gemordet hat. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord in einem Hospiz. Warum tötet jemand eine Frau, die sowieso nicht mehr lange zu Leben gehabt hätte? Für Oliver von Bodenstein war die Frau keine Unbekannte, denn sie war die Mutter eines ehemaligen Schulkameraden von ihm. Die Ermittlungen führen Pia und Oliver ins Jahr 1972 zurück - zu einem Fall, der nie aufgeklärt werden konnte - das Verschwinden des kleinen Arturs. Ein ganzes Dorf hüllte sich damals wie auch jetzt in Schweigen. Oliver von Bodenstein trifft dieser Fall ganz besonders hart, denn Artur war sein bester Freund ¿ Das in blau-grau gehaltene Cover mit dem Fuchs auf dem umgestürzten Baumstamm ist ein echter Hingucker und passt wieder sehr gut zur Thematik. Im Innenteil befindet sich dieses Mal eine Karte mit den örtlichen Gegebenheiten sowie ein Personenregister, welches sich - wie sich schnell herausstellt - als sehr hilfreich erweist. Durch die große Anzahl an Figuren, die Nele Neuhaus in ihrem Roman ins Rennen schickt, sieht man den Wald vor lauter Bäumen oder den Mörder vor lauter Charakteren nicht. Ich habe nun alle Bände aus dieser Reihe gelesen und war jedes Mal ganz begeistert. "Im Wald" hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Spannend ist der Fall - ohne Frage. Doch die vielen Charaktere haben den Lesefluss ganz massiv gestört. Jeder ist mit jedem irgendwie verwandt, verschwägert, befreundet oder befeindet. Permanent musste ich wieder zum Personenverzeichnis zurückblättern - wenn nicht sofort, dann spätestens am nächsten Tag, weil ich da den Überblick bei den ganzen Namen wieder verloren hatte. Natürlich gerät auch so irgendwie jeder mal in Verdacht. Ich mag es eigentlich, wenn man bei Krimis in die Irre geführt wird oder die eigenen Ermittlungen in einer Sackgasse enden. In diesen Fall war das Ganze allerdings ein bisschen übertrieben. Über das Wiedersehen mit allen alten Bekannten aus den Vorgängerbänden habe ich mich natürlich gefreut. Henning Kirchhoff, Cem Altunay und Nicola Engel zum Beispiel. Aber auch der neue Kollege Tariq Omari ist schon jetzt ein Sympathieträger. Der Syrer mit dem fotografischen Gedächtnis sorgt für so manchen Schmunzler und lockert den Krimi ganz gewaltig auf. Das ist als Gegengewicht zu Oliver von Bodenstein auch notwendig. Dieser kommt gerade in diesem für ihn so persönlichen Fall sehr depressiv rüber. Auch die Tatsache, dass seine Exfrau Cosima ihn mit der jüngsten Tochter mal wieder ganz allein lässt, sorgt nicht gerade für eine Besserung seines Zustandes. Oliver scheint den Glauben an die Menschheit verloren zu haben und ich kann gut verstehen, dass er beruflich erst einmal ein Sabbatjahr einlegen möchte. Bücher mit über 500 Seiten sind für mich immer ein Genuss. In diesem Fall hätten die 560 Seiten gerne 100 Seiten weniger haben dürfen, denn die ausführlichen Beschreibungen waren stellenweise sehr langatmig. An diesen Band habe ich für meine Verhältnisse ungewöhnlich lange gelesen. Trotz der spannenden Handlung ist "Im Wald" für mich der schwächste Band aus der Reihe. Ich hoffe sehr, dass der nächste Roman wieder mit der brillanten Schreibweise der Autorin überzeugen kann, und vergebe drei Sterne.
Der 8. Taunus Krimi - spannend wie seine Vorgänger
von büchernarr - 01.01.2017
Ich habe bisher die meisten Fälle von Pia Sander und Oliver von Bodenstein gelesen und alle sowie der achte Band der reihe, haben mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil von Frau Neuhaus ist erstklassig, sie versteht es den Leser zu fesseln und der Handlung überraschende Wendungen zu geben, dass der Leser sich immerzu fragt, wer nun jetzt der Täter sein kann. Und als man glaubt der Lösung etwas näher gekommen zu sein nimmt die Story eine überraschende Wendung und das Ganze beginnt von vorn! Im Heimatort von Oliver von Bodenstein geschehen in letzter Zeit einige Morde, die anfangs nichts miteinander zu tun haben. Doch Oliver kennt alle Mordopfer aus seinen Kindertagen und muss weit in die Vergangenheit zurückgehen um der Lösung näher zu kommen. Und das alles kurz vor seiner geplanten Auszeit zu seinem Sabbatical. Das Personenverzeichnis am Anfang des Buches ist sehr hilfreich, da das Buch sehr viele Personennamen enthält und man somit nachschlagen kann wenn man mal etwas vergessen hat. Das Buch sollte aber zeitnah gelesen werden, da man sonst durch das leichte Gewirr überfordert sein könnte.
Solide
von trucks - 19.12.2016
Nele Neuhaus schafft das, was wahrlich nicht wirklich viele Autoren schaffen: mich so an ihre Worte/ihre Geschichte zu fesseln, dass ich nicht mehr aufhören kann zu lesen, bis das Buch beendet ist... Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen führen Pia und ihn vierzig Jahre in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand - und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an die man besser nicht rührt. Es bleibt nicht bei zwei Toten. Liegt ein Fluch über dem Dorf? Und doch hat mich dieses Buch von ihr nicht ganz so gefesselt wie die Vorgänger-Bände... Ich kann auch gar nicht genau verifizieren, woran es nun im Einzelnen lag, doch es hatte für mich leider ein paar Längen, die meinen Lesefluss unterbrochen haben und so legte ich das Buch immer mal wieder auf die Seite, was mir mit ihren anderen Büchern so nicht passiert war... Dennoch ein wirklich sehr solider Kriminalroman, der sich wirklich spannend liest.
Sehr spannend mit tollen Charakteren
von Marion2505 - 06.11.2016
Inhalt: Seit Monaten treibt ein Feuerteufel im Taunus sein Unwesen, indem er leer stehende Gebäude anzündet. Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein denkt sofort an ihn als er mitten in der Nacht zu einem brennenden Wohnwagen in der Nähe von Ruppertshain gerufen wird. Allerdings stellt sich bald heraus, dass es sich um ein schlimmeres Verbrechen als Brandstiftung handelt. Denn im Wohnwagen, der sich auf einem Campingplatz im Wald befindet, ist ein Mensch ums Leben gekommen. Daher ermitteln Bodenstein und Pia Sander wegen Mordes. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Mord, denn als sie mit der Besitzerin des Wohnwagens sprechen möchten, kommen sie zu spät. Auch diese ist getötet worden. Das Tragische an diesem Tod ist, dass die Ermordete schwer krank war und sowieso nicht mehr lange zu leben hatte. Es gibt einen jungen Mann, der in der Brandnacht wohl den Täter im Wald gesehen hat. Dieser ist allerdings nicht auffindbar. Während noch nach ihm gefahndet wird, geschieht ein dritter Mord... Hat der junge Mann etwas mit den Geschehnissen zu tun? Bald findet Bodenstein erste Hinweise, dass die Morde etwas mit einem nie aufgeklärten Vermisstenfall zu tun haben könnten. Dieser Vermisstenfall ist ihm allzu gut bekannt. Denn dabei handelt es sich um seinen ehemals besten Freund, der vor über vierzig Jahren im Alter von zehn Jahren spurlos verschwunden ist. Wie gesagt, der Fall konnte nie geklärt werden und auch heute stößt Bodenstein auf eine Mauer aus Schweigen, Angst und Misstrauen, die es ihm und Pia nicht leichter macht, die Zusammenhänge zu finden. Aber eins steht fest: Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn der Mörder scheint noch nicht am Ende seiner Mission angelangt zu sein. Oliver von Bodenstein begibt sich auf eine Reise in seine Vergangenheit, um herauszufinden, was im Jahre 1972 im Wald von Ruppertshain wirklich geschehen ist. Dabei erlebt er viele emotionale Momente ... Meine Meinung: Mit Im Wald von Nele Neuhaus habe ich mich einmal ganz mutig an eine mir völlig unbekannte Krimi-Reihe gewagt. Ich kannte bisher die Ermittler Oliver von Bodenstein und Pia Sander (ehem. Kirchhoff) nicht. Normalerweise ist es gegen meine Prinzipien, einfach in eine Reihe einzusteigen, denn ich bin akribische Reihenfolgenleserin :-) Allerdings bin ich schnell in dem Buch angekommen und hatte nicht allzu große Probleme, der Handlung zu folgen. Es gab zwar hin und wieder Rückblicke auf die vorherigen Fälle, allerdings hatte ich nicht das Gefühl, irgendwelche Defizite zu haben. Der Schreibstil von Nele Neuhaus ist unglaublich flüssig und sagenhaft spannend. Spätestens nach der Mitte des Buches hatte ich große Probleme, es aus der Hand zu legen. Jedes Kapitel befasst sich mit den Geschehnissen eines ganzen Tages. Da kann es schon mal sein, dass das Kapitel etwas länger ist, da doch ziemlich viel passiert und aufzudecken ist. Allerdings gibt es innerhalb der Kapitel viele kleine Unterkapitel, die aus dem Blickwinkel von verschiedenen Personen erzählt sind. Das macht das Lesen umso spannender, da nie ganz klar ist, welcher Handlungsstrang jetzt wohl als nächstes aufgegriffen wird. Noch dazu enden die kleinen Unterkapitel immer ziemlich spannend, so dass es stellenweise wirklich fast unmöglich ist, das Buch wegzulegen. Die Charaktere sind alle sehr gut beschrieben und ich hatte sofort Favoriten und Charaktere, die ich überhaupt nicht leiden konnte. Manche Charaktere haben mich sehr überrascht und oft war ich absolut auf dem Holzweg mit meinen eigenen Ermittlungen. Bis zum Schluss wusste ich nicht, wie sich der Fall wohl auflösen wird. Die Auflösung allerdings hat mich dann wieder total überzeugt und war sehr schlüssig. Gut gefallen hat mir auch das Personenregister, welches zu Beginn des Buches zu finden ist. Zuerst war mir nicht klar, ob so etwas tatsächlich nötig ist. Während der Lektüre des Buches habe ich allerdings gerne noch einmal dort nachgesehen und mich über die verschiedenen Personen informiert. Ohne das Personenregister wäre ich zwischendurch vielleicht doch etwas verwirrt gewesen, denn die Beziehungen der Protagonisten untereinander sind doch stellenweise etwas undurchsichtig für mich als Neuling gewesen. Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen. Die Rückblicke in Oliver von Bodensteins Kindheit waren immer ein großes Highlight, aber auch die Ermittlungen in der Gegenwart waren unglaublich spannend. Ich habe Oliver und Pia in mein Herz geschlossen und bin großer Nele-Neuhaus-Fan geworden. Dieser Krimi war einfach unfassbar spannend, ich war oft absolut auf dem Holzweg und bis zur letzten Seite war ich komplett gespannt, wer es denn nun war :-) Ich finde, es handelt sich bei Im Wald von Nele Neuhaus um einen rundum perfekten Krimi, den ich absolut weiterempfehlen möchte. Mich haben die Rückblicke auf die vorherigen Fälle von Pia und Oliver so neugierig gemacht, dass ich mir vorgenommen habe, ganz bald die ersten sieben Bände zu lesen. Und ich habe keine Zweifel daran, dass sie genauso großartig sind wie dieser achte Band!!!!
Im Wald
von Julia K. - 06.11.2016
"Im Wald" von Nele Neuhaus ist der achte Fall rund um das Ermittlerteam von Oliver Bodenstein und Pia Sander, aber mein erstes Buch von Neuhaus. Es geht um einen Wohnwagenbrand mitten im Wald bei Ruppertshain, in dem eine Leiche gefunden wird. Doch es bleibt nicht bei dieser einen Leiche, sondern es werden noch mehr Menschen umgebracht. All das scheint mit einem mysteriösen Verschwinden im Sommer 1972 zusammen zu hängen. Damals verschwand der beste Freund Artur von Bodenstein spurlos. Die Morde in der Gegenwart scheinen mit dem Verschwinden aus der Vergangenheit zusammen zu hängen. Nun geht es darum herauszufinden wie. Doch das ganze Dorf scheint Geheimnisse zu haben und zu schweigen. Kein leichter Fall für Bodenstein und Sander. "Im Wald" ist das erste Buch von Nele Neuhaus für mich und wird mit Sicherheit nicht das letzte bleiben. Es hat mich von der ersten Seite an absolut gefesselt. Zu Beginn war ich überrascht über das Personenverzeichnis, das sich über zwei Seiten erstreckt. Normalerweise finde ich es schöner, wenn nicht ganz so viele Personen an einer Geschichte teilnehmen. Hier konnte man alle ganz gut voneinander unterscheiden, aber manchmal musste ich doch nach vorne blättern, um die genauen Familienzusammenführungen nachzuvollziehen. Besonders gut gefällt mir an dem Buch, dass sehr viel in Dialogen gesprochen wird. So bekommt man mehr mit von der Polizeiarbeit, als dass nur alles beschrieben wird oder Gedanken niedergeschrieben werden. Auch die Personen an sich fand ich gut herausgearbeitet. Hätte ich schon vorherige Fälle gelesen, hätte ich einige Taten oder Gedanken vielleicht besser nachvollziehen können, aber dennoch kann man das Buch sehr gut lesen ohne vorherige Fälle gelesen zu haben. Während des Lesens ist man die ganze Zeit am Mitfiebern und Nachdenken wer der Täter sein könnte und warum. Das bringt Spaß und macht das Lesen überhaupt nicht langweilig. Eher das Gegenteil ist der Fall: Man muss immer weiterlesen - ein wahrer Pageturner. Am Ende war ich dann doch überrascht und zum Glück war das Ende gut, denn ein schlechtes Ende hätte das Buch ganz schön kaputtmachen können. Ist hier aber nicht der Fall gewesen, sondern im Gegenteil: alles wird gut aufgeklärt. Ich habe zwar ein bisschen mehr oder andere Gründe erwartet, aber dennoch hat mich das Ende und auch das ganze Buch komplett überzeugt. Ich kann es nur weiterempfehlen und vergebe die höchste Bewertung!
Der Schlüssel liegt in der Vergangenheit
von LadyIceTea - 06.11.2016
Am Waldfreundehaus in Rupertshain brennt ein Wohnwagen ab. In diesem Wohnwagen finden die Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein, mit ihrem Team, eine verbrannte Leiche. Der Wohnwagen gehört der Mutter eines alten Schulfreundes von Oliver. Kaum haben die Ermittlungen begonnen, wird genau diese Frau umgebracht. Oliver und Pia stellen fest, dass es ein tiefliegendes Geheimnis geben muss, dass direkt aus Olivers Kindheit zu kommen scheint. Kann Oliver objektiv bleiben? Schafft es Pia, die Ermittlungen zu leiten? Werden sie das Geheimnis lüften und den Mörder finden? Für mich war es der erste Krimi den ich von Nele Neuhaus gelesen habe. Ich war zuerst etwas skeptisch, da ich viel von den ausführlichen Ortsbeschreibungen und der großen Personenzahl gehört habe. Leider gibt es immer wieder Autoren, die damit eher Langeweile als Spannung verbreiten. Nele Neuhaus hat es in meinen Augen aber geschafft, gut mit den vielen Personen und deren Geschichten zu jonglieren. Jede Person hatte eine Daseinsberechtigung und einen Platz in der Geschichte. Zwischendurch habe ich zwar mal den Überblick verloren aber für mich hat es das eher spannender gemacht, da ich so zum Schluss nicht mal einen Verdacht in die richtige Richtung hatte. Mein einziges Manko sind die vielen Ortsbeschreibungen. Da geht es mir nicht darum, dass das Aussehen eines Ortes beschrieben wurde, sondern die vielen Ortsnamen, Straßennamen, Fahrtwege usw. Damit konnte ich nicht wirklich was anfangen und kam öfter durcheinander. Dadurch hat es sich am Anfang leider etwas für mich gezogen und ich musste aufpassen, dass ich diese Stellen nicht nur überfliege. Zum Glück wurde das zum Ende hin besser. Der Fall hat sich für mich oft in eine unerwartete Richtung entwickelt und plötzlich kamen Leute und Geschehnisse ins Spiel, an die ich vorher nicht mal gedacht habe. Nele Neuhaus hat mich in diesem Fall, auf der Suche nach dem Mörder und dem Geheimnis der Vergangenheit, oft auf die falsche Fährte geführt und mich rätseln lassen. Ich werde die anderen Teile der Reihe auch noch lesen. Von mir gibts eine Empfehlung.
Die Vergangeheit ist nicht vergessen
von Marita Robker-Rahe - 29.11.2016
Der neue Fall von Pia Sander und Oliver Bodenstein Im Wald ist vorerst der letzten Fall für Oliver Bodenstein und ich hoffe inständig, dass er wieder einsteigt, denn auch dieses Buch ist einfach wieder klasse. Ein Fall, der Oliver Bodenstein sehr trifft, da er persönlich betroffen ist. Pia und Oliver Bodenstein bekommen es hier mit einem sehr verzwickten und schwer zu lösenden Fall zu tun, der alle an seine Grenzen bringt, vor allem aber Oliver Bodenstein. Im Wald bei Ruppershain wird eine verkohlte Leiche in einem abgefackelten Wohnwagen entdeckt und es bleibt nicht bei diesem einen Toten.Kurz darauf wird eine schon dem Tod geweihte Frau in einem Hospiz erdrosselt. Was treibt diesen Mörder um, dass er sogar eine schon fast tote Frau ermordet. Wusste sie von einem Geheimnis, das unter keinen Umständen ans Tageslicht kommen durfte ? Oliver Bodenstein und Pia Sander versuchen dem Motiv des Mörders auf die Spur zu kommen und werden dadurch mit einem Fall aus den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts konfrontiert, der Bodenstein persönlich betrifft. Doch die Einwohner von Ruppershein schweigen wie ein Grab und so wird es für das K 11 aus Hofheim ein Fall , der durch immer neue Wendungen dafür sorgt, dass das Team an seine Grenze kommt und der Mörder erst in der letzten Minute erkannt wird. Wie bei Nele Neuhaus bekannt, präsentiert die Autorin auch hier wieder ein gut konstruierten Kriminalfall, der in ihrem nahen Umfeld spielt, denn die Autorin lebt im Taunus und kennt diese Wälder durch Sparziergänge mit ihren Hunden und Ausritten mit ihrem Pferd.Der Plot wartet schon mit einer großen Spannung auf, als ein Wohnwagen mitten im Wald explodiert und nach den Löscharbeiten ein Toter geborgen wird. Sehr spannend , aber auch atmosphärisch wird dieser Fall beschrieben. Wieder ist eine eingeschworene Dorfgemeinschaft , die ein Mauer des Schweigens bildet, eine Schwierigkeit, auf die die Ermittler stoßen. Dieses Mal hat der Fall aber einen sehr persönlichen Anstrich, da eine Begebenheit aus Bodensteins Kindheit eine Rolle spielt. Diese persönliche Begebenheit macht auch die Spannung dieser Geschichte mit aus , denn Bodenstein wird hier als jemand beschrieben, der nicht der sachliche Ermittler ist, sondern er zeigt Nerven, weil er persönlich betroffen ist. Auch Pia, die später die Leitung dieses Falles übernimmt, muss sich beweisen,. denn sie steht unter enormem Druck , nicht nur , weil sie keine eindeutigen Beweise vorlegen kann, sondern weil sie sich mit der Tatsache auseinandersetzen muss, dass dies der vorerst letzten Fall ist, den sie mit ihrem Chef löst. Oliver Bodenstein hat um ein Jahr Auszeit gebeten und keiner weiß, ob er wiederkommt. Der Leser hat hier schon ein bisschen was zu tun, um sich alle Namen der Dörfler zu merken und dies sind nicht wenige. Trotzdem ist es der Autorin wieder gut gelungen ihre Figuren gut zu zeichnen, ohne dem Leser einen Hinweis auf den Täter zu geben. Man tappt schon ganz schön im Dubkeln und muss wirklich fast bis zur letzten Minuten warten, um die Auflösung zu lesen. Leider ist dieses Buch trotz seiner 552 Seiten wieder viel zu schnell durchgelesen und es heißt jetzt wieder warten auf den nächsten Fall und diesmal ohne Bodenstein.
Gut, aber man läuft Gefahr den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen
von Lasszeilensprechen - 13.11.2016
Nachts geht ein Wohnwagen im Wald bei Ruppertsheim in Flammen auf. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ermitteln neben Brandstiftung auch wegen Mordes, denn in den verkohlten Resten bergen die Ermittler eine Leiche. Kurz darauf wird eine Frau in einem Hospitz getötet. Bei der Toten handelt es sich um eine alte Bekannte von Bodenstein. Zwei Morde in diesem beschaulichen Dorf und innerhalb kürzester Zeit können kein Zufall sein. Die Ermittlungen führen Pia und Bodenstein bis ins Jahr 1972, als Olivers bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Trauma, welches Bodenstein nie überwinden konnte, und ein Geheimnis, dass das Dorf nicht so schnell preisgeben will. Selbst dann nicht, wenn die Zahl der Opfer steigt... Ich habe alle Bände der Kirchhoff / Sander-Bodenstein Reihe gelesen. Ich verfolge sie sehr gerne, weil Nele Neuhaus eine großartige Krimiautorin ist. Ihre Fälle sind stets komplex und sie finden in beschaulichen Dörfern des Taunusgebirges rund um Frankfurt statt. Die Beschreibung von Land und Leuten sind stets detailliert und schaffen die richtige Atmosphäre. Bodenstein befindet sich in seinem vorerst letzten Fall, danach möchte er ein Jahr Auszeit nehmen, um Abstand zum Job zu nehmen. Dass dies auf jeden Fall mehr als nötig ist, zeigt sich diesmal deutlichst, da Bodenstein eng in das Geschehen verwickelt ist und dieses kaum noch objektiv betrachten kann. Zudem zeigt sich, dass er innerlich resigniert und er kaum noch Elan für den Job aufbringen kann. Bodensteins Krise muss Pia auffangen. Sie arbeitet gut mit ihren Kollegen zusammen, vor allem, da die Frage nach Bodensteins Nachfolge offen steht. Das Kompetenzgerangel innerhalb des K11 ist da, aber nie übertrieben, was ich sehr angenehm empfand. Zu Anfang des Buches gibt es Landkarten und ein Personenregister. Warum die Autorin eines verwendet hat, zeigt sich bereits innerhalb kürzester Zeit! Der Leser begegnet einer großen Anzahl an Personen. Dazu gehört es, sich nicht nur Namen und Berufe zu merken, sondern die Geflechte aus Beziehungen und Verwandtschaftsverhältnissen im Hinterkopf zu haben. Ich selbst hatte so meine Probleme und musste immer wieder zurückblättern. Auch wenn die Autorin fleißig bemüht war, den Personen Leben einzuhauchen, musste ich selbst am Ende noch nachschauen. Ein wenig anstrengend war es schon, man muss daher den Krimi sehr aufmerksam lesen, um den Geschehen noch halbswegs folgen zu können. Die Geschehnisse des Buches sind spannend und überraschend. Die Verflechtung der Vergangenheit mit der Gegenwart gelingt der Autorin äußerst gut. Beide Handlungsstränge sind sehr interessant. Man kann immer wieder miträsteln, die Spur wird mehrfach auf einen anderen gelenkt, sodass man bis zum Ende nicht sicher sein kann. Das bleibt auch so bis zur überraschenden Enthüllung des Mörders. Während des Buches wiederholt Frau Neuhaus gerne Aspekte, die eigentlich offensichtlich sind, um sicherzugehen, dass jeder Leser dies auch verstanden hat. Das erscheint manchmal seltsam, war aber mitunter auch sehr hilfreich. Die Vielzahl der Personen teilt sicherlich die Leser in zwei Lager. Mir hat der Band gut gefallen, aber ich sehe ihn auch eher als Bestandteil der gesamten Reihe. Da ich Probleme hatte, den Ereignissen stets zu folgen und sämtliche Personen in den richtigen Kontext einzuordnen, kann ich für Im Wald nicht mehr als 4 Sterne vergeben. Und trotzdem beweist Nele Neuhaus auch hier, warum sie so eine erfolgreiche Krimiautorin ist. Gerne wieder!
sehr spannend
von Tara - 24.10.2016
Inhalt: Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen führen Pia und ihn vierzig Jahre in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand - und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an die man besser nicht rührt. Es bleibt nicht bei zwei Toten. Liegt ein Fluch über dem Dorf? Auf allen Buchplattformen wurde Werbung für dieses Buch gemacht, ich konnte gar nicht daran vorbei und musste es einfach lesen. Es ist ein wirklich tolles Buch, das mir sehr viel Unterhaltung und Nervenkitzel geschenkt hat. Ich kann es allen Krimifans wirklich nur empfehlen! Oft bin ich ja skeptisch, wenn um ein Buch soviel Trara gemacht wird, aber in dem Fall ist es echt angepasst! Eine klare Leseempfehlung meinerseits!
Im Wald. Nele Neuhaus (8)
von miissbuch - 01.11.2016
Dies ist mein erster Taunus-Krimi rund um Oliver von Bodenstein und Pia Sander, den ich im Rahmen der Lesechallenge Oktober bei Lovelybooks gewonnen habe. Das Cover finde ich total schaurig schön. Es passt nicht nur super zum Titel, sondern auch super zum Inhalt des Buches. Der Fuchs, der das einzige farbige Element ist, das nicht zu blau oder grau zählt, sticht total heraus und lässt das ganze, meiner Meinung nach, noch schauriger wirken. Auch der Klappentext lässt viel Spannung erwarten. Und diese Erwartung wird Gott sei Dank nicht enttäuscht. Mit Oliver von Bodenstein und Pia Sander hat Neuhaus zwei sympathische Ermittler und ein super Team entwickelt. Natürlich besteht das Team schon seit dem ersten Buch an, aber das kann ich noch nicht beurteilen. Ich finde beide Figuren wirklich gut gelungen. Vielleicht gerade durch die Verbindungen zu Bodensteins Kindheit ist er mir im Buch präsenter gewesen. Besonders gelungen finde ich im Allgemeinen aber das ganze Polizisten-Team. Hier wird deutlich, dass Alleingänge und alleinige Ermittlungen einzelnen Polizisten gar nicht zu leisten sind. Ich finde das ganze Team harmoniert total gut zusammen und jede/r für sich kann im Team mit seinen Vorzügen etwas zu den Ermittlungen beitragen. Für mich war besonders das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches hilfreich, da unzählige Figuren schon in den ersten Seiten des Buches eingeführt wurden. Das war für mich im Laufe des Buches aber auch eines der wenigen negativen Aspekte. Denn ich fand die Personenzahl und die Verstrickung unter den Personen total schwer zu verfolgen und nachzuvollziehen, wer mit wem verheiratet, geschieden, verwandt oder verschwägert ist/war. Nachdem ich meine Begeisterung ja nun schon zum Ausdruck gebracht habe, möchte ich aber auch noch etwas zur Geschichte sagen. Auf einem Campingplatz explodiert ein Wohnwagen, darin wird eine Leiche gefunden, die zunächst nicht identifiziert werden kann. Wenig später wird eine Frau im Hospiz ermordet. Nachdem die Polizei auf dem Campingplatz erst von Brandstiftung ausgegangen ist, wird schnell klar, dass ein Mörde das kleine Dorf in Ausruhe hält. Für Bodenstein ist die Ermittlung besonders schwer, denn viele der Dorfbewohner waren frühere Grundschulfreunde von ihm und auch generell kennt Bodenstein jeden der Verdächtigen, Bewohner und Zeugen persönlich - für mich fast etwas unrealistisch. Als dann auch noch der Verdacht im Raum steht, dass die aktuelle Mordserien mit einem vermissten Kind von vor 42 Jahren zusammenhängt, ist Bodenstein persönlich involviert. Denn das Kind war damals sein bester Freund. Sander unterstützt ihren Kollegen wo es geht, denn diese Ermittlung wird vorerst die letzte gemeinsame sein. Bodenstein verlässt das K11 für ein Sabbatjahr. Ich finde Neuhaus schreibt wirklich toll. Die Schreibstil ist sehr gut zu lesen und verständlich geschrieben. Die Kapitel waren meiner Meinung nach etwas sehr lang. Jeder Tag war ein Kapitel und an einem Tag Ermittlung kann nunmal viel passieren. Zwar gab es innerhalb des Kapitels immer Mal wieder einzelne Abschnitte, aber dennoch fand ich es teils sehr unübersichtlich. Mir hat besonders gut gefallen, dass die Geschichte Kapitel von anderen Personen enthielt. Die nach und nach in das Geschehen eingebaut wurden oder wichtig wurden. Mir hat das Buch persönlich total super gefallen, die Personen und Verstrickungen waren mir aber doch etwas unübersichtlich. Die Charaktere waren super gestaltet und ich bin total gespannt, auf die vorherigen, aber genauso auch auf die nächsten Bücher. Für mich hat dieses Buch, trotz zu langer Kapitel 5 Sterne verdient
Spannung bis zur letzten Seite!
von KiMi - 12.12.2016
Schon das Buchcover finde ich, wie meist bei Büchern von Nele Neuhaus, sehr ansprechend und der Klappentext macht dann direkt Lust auf Lesen. Diese Buch hat mich mal wieder nicht enttäuscht. Die Charaktere sind sehr detailliert ausgearbeitet und der Spannungsbogen der Story bleibt über weite Strecken des Buches ganz weit oben. Das einzige Problem, wofür das Buch aber nichts kann war, dass ich diesmal über mehrere Wochen mit Unterbrechungen lesen musste, da es die Zeit nicht anders zuließ. Das war grade bei diesem Buch mit den vielen verschiedenen Personen und Verstrickungen untereinander und das auch noch in der Vergangenheit und Gegenwart, ziemlich schwierig. Aber das hat dem Lesevergnügen trotzdem nicht geschadet. Von mir daher eine absolute Leseempfehlung!
Im Wald
von Anonym - 10.01.2017
Im Wald ist bereits der 8.Fall von Oliver Bodenstein und Pia Kirchhoff/Sander und wie wir es von Nele Neuhaus gewohnt sind, spannend bis zur letzten Seite. Auch wenn das Buch dieses mal über 500Seiten hat. Dieses Mal trifft es Oliver Bodenstein ganz persönlich, denn der Mörder treibt in seinem Heimatort Ruppertshain sein Unwesen. Auf einem Campingplatz geht ein Wohnwagen in Flammen auf und ein Mensch kommt dabei ums Leben. Doch ist diese Person wirklich verbrannt oder war er vielleicht schon vorher tot? Noch während sich Oliver und Pia diese Frage stellen, kommt es zum nächsten Todesfall. Was für ein schreckliches Geheimnis aus Olivers Kindheit nach und nach zum Vorschein kommt, erfahren wir Seite für Seite. Bis jedoch der Mörder enttarnt wird, haben beide noch viele schlaflose Stunden. Wieder einmal ein gelungenes Buch aus der Feder von Nele Neuhaus.
Mit viel Spannung
von SLovesBooks - 07.11.2016
Meine Meinung: Ich kenne die Nele Neuhaus Krimis bisher nicht. Trotzdem habe ich mich, nach der ganzen Werbung, die so umfassend auf allen Portalen für dieses Buch gemacht wird, an einen Reiheneinstieg bei Band 8 getraut. Ich muss sagen, dass es mir gar nicht schwer gefallen ist. Ich hatte ehrlich gesagt mehr Bedenken. Jedoch hatte ich niemals das Gefühl im Hintertreffen zu sein, weil ich etwas von vorherigen Fällen nicht wusste. Das hat der Spannung des aktuellen Falles keinen Abbruch getan. Beim Thema Spannung mache ich dann gleich weiter. Dieser Krimi hat mich wirklich richtig mitgenommen. Ich war nach dem zweiten Kapitel bereits vom Buch gefesselt. Er war durchgehend auf einem hohen Spannungsniveau. Außerdem hat es die Autorin geschafft mich durch geschickte Wendungen immer wieder an der Nase herumzuführen. Miträtseln war für mich bei diesem Krimi an der Tagesordnung. Die Charaktere waren auch sehr interessant angelegt. Die Ermittler und ihre Eigenarten haben mir gut gefallen. Ich mag dieses Team. Aber auch due Charaktere des aktuellen Falles waren zunächst undurchschaubar. Es ist eine relativ große Anzahl an Charakteren in diesem Buch enthalten, die aber in einem Personenregister festgehalten sind, um das Lesevergnügen zu erleichtern. Das Register hat sich für mich als wertvoll erwiesen. Der Fall lässt an Ideenreichtum und Spannung, sowie Nervenkitzel nicht zu wünschen übrig. Insgesamt bin ich von diesem Buch wirklich überzeugt. Mich hat es gut unterhalten.
Liegt der Grund für die Morde in der Vergangenheit?
von Lerchie - 14.10.2016
Liegt der Grund für die Morde in der Vergangenheit? Prolog. Eine Frau besucht einen Mann in seiner Hütte. Sie muss ihm wehtun, denn er wird sonst ihr Glück zerstören. Und das kann diese Frau nicht zulassen¿. Ein junger Mann ließ sich von einem Autofahrer mitnehmen. In der Nähe des Campingplatzes steigt er aus. Er hat vor, von den Drogen loszukommen, und hier wird er keine finden. Hier war um diese Jahreszeit niemand¿. Eines Nachts explodiert irgendetwas auf dem Campingplatz. Feuer bricht aus und Felicitas Molin ruft bei der Polizei an¿. Oliver bodenstein Hauptkommissar bei der Kripo will eine Auszeit nehmen. Der aktuelle Fall - die Brandleiche vom Campingplatz - wird sein letzter sein. Doch dann muss er feststellen, dass er den Mann gekannt hatte¿. Im Altersheim wird die Mutter des Mannes ermordet¿.. Und Oliver Bodenstein erinnert sich an das Verschwinden seines besten Freundes aus Kindertagen. Vor mehr als 40 Jahren war das geschehen. Bodenstein hat Schuldgefühle, weil er seinen Freund damals alleine nach Hause hat gehen lassen¿. Und er ist immer mehr davon überzeugt, dass die Morde, die jetzt geschehen waren, mit dem Verschwinden des Freundes zusammenhängen¿. Doch die Leitung des Falles gab er an seine Kollegin Pia Sander ab¿. Was hatte diese Frau vor? Warum sollte dieser Mann ihr Glück zerstören? Was will tut sie ihm an? Wer ist der junge Mann, der zum Campingplatz gelaufen ist? Hat er gesehen, wer das Feuer gelegt hat? Oder war er es vielleicht gar selbst? Wer ist der Mann, der im Wohnwagen verbrannt ist? War es wirklich ein Bekannter von Oliver Bodenstein? Warum wurde die Mutter des Mannes im Altersheim ermordet? Warum hat Bodenstein damals seinen Freund nicht nach Hause begleitet? Und inwiefern sollen die aktuellen Morde mit dem Verschwinden des Freundes von damals zu tun haben? Und warum gab Boden stein die Leitung des Falles ab? Aller diese Fragen - und noch viel mehr - beantwortet dieses Buch. Meine Meinung Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Auch war der Schreibstil unkompliziert, es gab keine Fragen nach dem Sinn eines Wortes oder Satzes. In der Geschichte war ich schnell drinnen. Auch konnte ich mich gut in die Protagonisten hineinversetzen. Dass Bodenstein sich in Schuldgefühlen wälzte ging mir nahe, denn normalerweise, hätte er den Freund - der von allen nur gemobbt worden war - nach Hause begleitet. Es war richtig, dass Bodenstein die Leitung des Falles abgegeben hatte, war er doch zu sehr in die Sache involviert. In diesem Buch taten sich grausame Abgründe auf, wurde klar, wie grausam Kinder sein können. Aber auch die späteren Erwachsenen waren nicht besser. Es hatte ja gleich spannend begonnen, um ebenso spannend weiter zu gehen und auch zu enden. Der Mörder war eine Überraschung, auf den wäre ich jetzt nicht unbedingt gekommen. Und man erfährt es wirklich erst kurz vor Schluss. Das Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Es bekommt von mir eine Lese-/Kaufempfehlung und natürlich volle Bewertungszahl!
Bodensteins persönlichster Fall
von yesterday - 10.01.2017
Hier haben wir einen sehr kurzen, prägnanten Titel, der aber einfach wunderbar zum Buch passt. Mit zwei Worten sind fast alle für Verbrechen wichtigen Orte in diesem Krimi zusammengefasst und noch so einiges mehr passiert im Wald, der das Örtchen Ruppertshain umgibt. Dort lebt mit Oliver von Bodenstein jener liebenswert-grummelige Kommissar, der schon an den Vorgängerbänden an Pia Kirchhoffs (nun Sander) Seite war. Er hat hier in mehrfacher Hinsicht eine besondere Rolle bekommen. Zum einen finden die Taten in und um Ruppertshain statt und stehen mit dem Großteil der Gemeinschaft eng in Verbindung. Bodenstein kennt fast alle Beteiligten sehr gut, ging mit ihnen zur Schule oder war sogar mit einer liiert. Doch nicht nur das zieht ihn tief in den Fall hinein und er überlegt mehr als einmal, wegen Befangenheit nicht weiter zu ermitteln. Aber gerade deshalb, auch weil er durch seine Ortskenntnis unverzichtbar ist, bleibt er im Team und arbeitet interimistisch unter Pia. Dass Pia früher oder später selbst Ermittlungen leiten wird, konnte sich ja jeder Fan dieser Reihe schon denken. Nun hat das alles noch einen interessanten Beigeschmack, denn es könnte vorerst der letzte gemeinsame Fall mit Bodenstein sein. Nele Neuhaus entfaltet neben der tief in der Vergangenheit verwurzelten Krimigeschichte ganz sacht einen anderen Plot - die Geschichte und das freundschaftliche Verhältnis zwischen Oliver und Pia wird spürbar und die Unsicherheit beider, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Zwischen den schwierigen Ermittlungen gibt es dadurch immer wieder beinahe melancholische Momente. Hervorheben muss man auch die Übersichtskarten und das Personenregister am Anfang des Buches, welche vor allem zu Beginn der Geschichte "überlebensnotwendig" sind und dem Leser das Gefühl, den Überblick zu verlieren, ein wenig nehmen können. Gerade die große Anzahl an - in irgendeiner Weise - involvierten Personen ist nicht einfach zu bewältigen, bringt aber einen sehr authentischen Touch in die Geschichte, die von der Ortsgemeinschaft und der Verschwiegenheit der Leute lebt. Dennoch erscheinen die Charaktere nicht oder nur sehr selten klischeehaft und auch die eine oder andere Wendung hält das Buch parat und den Leser wachsam.
Immer wieder spannend
von Lemmiliest - 17.11.2016
Auch im neuesten Fall von Oliver von Bodenstein und Pia Sander geht es spannend zur Sache.  Ich hatte mich richtig darauf gefreut, endlich einmal wieder mit den beiden durch den Taunus zu streifen und in einem neuen Fall zu ermitteln. Und ich wurde nicht enttäuscht!  Frau Neuhaus schafft es auch in ihrem neuesten Werk, mich komplett in ihren Bann zu ziehen und in die Geschichte abtauchen zu lassen.  In diesem vorliegenden Fall muss Oliver von Bodenstein in Gedanken noch einmal den schlimmen Sommer seiner Kindheit durchleben.  Scheint es doch so, dass die neuesten Mordfälle im Ort alle miteinander verbunden sind und eine Spur hinterlassen, die ins Jahr 1972 zurück führt. Lange schon hatte Oliver nicht mehr an den Sommer und die damaligen Geschehnisse gedacht. Aber nun scheint hier der Schlüssel zu den Ereignissen in der Gegenwart zu liegen.  Anfangs hatte ich ob des sehr ausführlichen Personenregisters und der Karte am Anfang des Buches leichte Bedenken, ob mir das nicht vielleicht zu unübersichtlich wird. Diese Bedenken konnten jedoch problemlos beiseite gelassen werden. Einmal mit der Geschichte angefangen war es um mich geschehen. Ich war komplett mit meinen Gedanken in Ruppertshain und habe mich einfach nur sehr wohl gefühlt, wieder mit Pia und Oliver zu ermitteln. Es war ein bißchen wie nach Hause kommen und nur zu gut konnte ich die Bedenken, die Pia teilweise äußerte, nachvollziehen.  Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Die Personen konnte ich alle problemlos auseinanderhalten und zuordnen, trotz meiner anfänglichen Befürchtungen.  Die spannende Erzählung war ziemlich detailliert und trotzdem nie langweilig. Ich mag einfach den Schreibstil von Frau Neuhaus sehr. Ebenfalls gefallen hat mir, dass noch die ein oder andere Wende und Überraschung eingebaut wurde, so dass der Fall als solches trotzdem immer nachvollziehbar war und nie an Spannung verlor.  Und wie immer war ich nach dem Umblättern der letzten Seite traurig, dass die Geschichte vorbei ist und freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall.
Ein Dorfgeheimnis
von Miss Norge - 22.10.2016
Ich muss gestehen, das ich die letzten 2-3 Krimis dieser Reihe nicht mehr gelesen habe, da mich die Vorgänger nicht richtig überzeugen und packen konnten. Diesen Band habe ich mir mal wieder gekauft, da ich das Dorf Ruppertshain sehr gut kenne (Verwandschaft) und ich vermutete dadurch noch mehr Lokalkolorit zu spüren und irgendwie beim Lesen fast live mit vor Ort zu sein. Das war ich auf alle Fälle, denn Bäckerei, Kneipe und der Zauberberg kamen mir vor wie alte, lang nicht gesehen, Bekannte. Diese typischen Ortsbeschreibungen, die Art der Ruppscher gegenüber allem und jedem Neuen, genauso ist es wirklich. Herrlich, da hat Nele Neuhaus genau den Nerv getroffen. Ein eigentümliches Völkchen eben, die wie im Buch, ein Geheimnis seit Jahrzehnten hüten und durch einen Brandanschlag auf einen Wohnwagen mit einer Leiche kommt bei einigen Leuten von damals die Vermutung auf, das demnächst einiges zu Tage kommt, was lieber niemals mehr erwähnt werden sollte. Pia Sander und Oliver von Bodenstein ermitteln und immer kurz bevor sie eine Person zu diesem Fall näher befragen wollen, geschieht dieser was schreckliches. Irgendwer ist den beiden Polizisten immer einen Tacken voraus. Den Fall an sich fand ich ganz gut, nur ein Störfaktor waren für mich die vielen Wiederholungen und mehrfach Erwähnungen, wie z.b. das Pia nicht will, das Oliver sich ein Jahr frei nimmt und noch andere Sachen. 1-2 mal erwähnt hätte auch gereicht. Ein solider Krimi, der mich aber nicht wirklich vom Hocker hauen konnte. Viele Wendungen, irgendwie waren alle Mitwirkenden mal verdächtigt, dann wurde das aufgelöst und der Nächste stand unter Verdacht, bis fast der halbe Ort mal kurz vor der Verhaftung stand. Dankbar war ich bei den vielen Namen, über die Personenliste zu Anfang des Buches, da konnte man ab und zu mal nachschlagen um die familiären Bande richtig zuzuordnen.
Im Wald
von Landbiene - 09.11.2016
Eigene Inhaltsangabe: Auf einem kleinen Campingplatz im Wald brennt ein Wohnwagen ab. Darin wird eine Leiche gefunden, die wohl nicht durch einen Unfall ums Leben kam. Daher ermitteln Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 wegen Mordes. Doch dabei bleibt es nicht! Kurz darauf wird eine alte Dame im Hospiz umgebracht. Die Taten scheinen im Zusammenhang zu stehen...Der Fall führt Oliver von Bodenstein in seine Vergangenheit zurück, als sein bester Freund Artur und sein Fuchs Maxi verschwanden... Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin Nele Neuhaus lässt sich gut und flüssig lesen. Sprachlich ist es einfach und verständlich. Allerdings schreibt sie sehr detailliert und ausschweifend, was mich persönlich sehr gestört hat! Die Wege der Ermittler z.B. wurden genauestens beschrieben. Das fand ich völlig unnötig, hat das Buch unnötig in die Länge gezogen und auch die Spannung genommen. Auch in der Umgebungsbeschreibung gab es viele unnötige und langweilige Details. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven der Protagonisten erzählt. Das mir wiederum gefallen und Abwechslung geboten hat. Das Buch ist nicht in klassische Kapitel unterteilt, sondern in die Ermittlungstage. Die einzelnen Perspektiven wurden mittels Absätzen und Sternchen getrennt. Allgemeine Meinung: Dies war mein erstes Buch von Nele Neuhaus und auf Grund der positiven Stimmen zu ihren Büchern war ich sehr gespannt. Schon zu Beginn des Buches wurde ich mit einem Personenregister erschlagen. So viele Protagonisten! Das besserte sich auch nicht im Buch. Teilweise war ich total durcheinander, wer mit wem verheiratet, verschwägert, befreundet, verwandt oder was auch immer war. Totales Chaos! Irgendwann war ich es leid, alles nochmal nach zu lesen oder nachzuschlagen wer nun wer ist. Im Laufe des Buches wurde es dann geringfügig besser. Zu dem nervte mich zunehmend die Detailverliebtheit. Natürlich soll man sich die Umgebung in der die Geschichte spielt gut vorstellen können und das Geschriebene bestenfalls Bilder im Kopf hervorrufen. Nele Neuhaus beschreibt aber jedes Detail ausschweifend und großzügig. Auf welchen Straßen die Ermittler gerade unterwegs sind, ob sie rechts oder links abbiegen, wann die Kirche erbaut wurde, der feuerrote Wein der irgendwo rankt, der ach so schöne blaue Himmel uns so weiter und so fort. Für mich persönlich eine Katastrophe. Hätte ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, hätte ich abgebrochen! Auch die Geschichte konnte mich nicht gleich fesseln, da bis auf den Wohnwagenbrand nicht viel passierte. Ab der Mitte ca. kam die Geschichte dann endlich etwas in Fahrt, sodass ich mich nicht mehr ganz so quälen musste. Zum Ende hin wurde es sogar sehr spannend. Die Auflösung war befriedigend und komplex, denn auch hier musste ich erst mal wieder über die Beziehungen der Protagonisten nachdenken und rekonstruieren wer nun wer war. Die beiden Ermittler Pia und Oliver waren mir sympathisch, konnten mich aber nicht so richtig erreichen. Kann natürlich daran liegen, dass ich die vorigen Bände nicht gelesen habe. Fazit: Für mich sind die Krimis von Nele Neuhaus wohl nichts. 3 von 5 Sternen!
Im Wald
von saika84 - 20.10.2016
Oliver von Bodenstein wird mitten in der Nacht an einen Tatort gerufen. Auf einem abgelegenen Campingplatz im Wald brennt ein Wohnwagen. Die Vermutung liegt nahe, das es sich hier mal wieder um den Feuerteufel handelt, der in letzter Zeit einige Brände in der Umgebung gelegt hat. Doch diesmal befand sich ein Mensch im Wohnwagen, der bei dem Brand ums Leben kam. Wusste der Brandstifter davon nichts oder handelt es sich um Mord? Alle Zeugenbefragungen führen Bodenstein zu Menschen die er seit seiner Kindheit kennt. Sein vorerst letzter Fall wird somit gleich sein bislang persönlichster. Dies ist mittlerweile der 8. gemeinsame Fall von Oliver von Bodenstein und Pia Sander. Ich habe das Ermittlerduo im Laufe der Zeit sehr ins Herz geschlossen und war sehr enttäuscht, das dies ihr vorerst letzter gemeinsamer Fall sein soll. Wie bei allen Büchern dieser Reihe ließ der Schreibstil sich gut und flüssig lesen. Die Spannung wird gut aufgebaut und Rätselraten ist bis zum Schluss garantiert. Was mich etwas störte war, das viel zu viele Personen in diesem Band mitspielen, die alle irgendwie miteinander verbunden sind. Es hat mich Stellenweise etwas verwirrt, immer wieder zu überlegen in welcher Form wer jetzt zu wem gehörte. Vorne im Buch ist zwar eine Auflistung aber für mich hat das den Lesefluss etwas gebremst. Daher ziehe ich einen Stern ab und gebe 4 Sterne. Im gesamten ist es aber mal wieder ein sehr gelungener Krimi, der mich überzeugt hat. Für alle Fans dieses Ermittlerduos ein absolutes Muss.
Bodensteins vorerst letzter Fall
von KerstinT - 28.12.2016
Ein Campingplatz zwischen Königstein und Glashütten. Ein junger Mann, der gerade drei Monate Jugendknast hinter sich hat bricht in einen Wohnwagen ein, um dort seinen Drogenentzug durchzuziehen. Er möchte für seine Freundin und seinen ungeborenen Sohn clean werden. Felicitas Molin wohnt in einem Waldhaus, nicht weit vom Campingplatz entfernt. Eines Nachts wird sie durch eine Explosion geweckt. Die Explosion kam vom Campingplatz. Ein Wohnwagen steht in Flammen. Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein wird zum Tatort gerufen. Im Schlepptau hat er seine mittlerweile siebenjährige Tochter Sophia, die seine Exfrau Cosima bei ihm abgeliefert hat, da diese mal wieder beruflich durch die Welt reist. Zurzeit geht in Kelkheim ein Feuerteufel um, zunächst geht Bodenstein davon aus, dass es sich auch hier um eine Tat des Feuerteufels handelt. Doch dann entdecken die Leute der Spurensicherung eine verkohlte Leiche im Wohnwagen. Und das Verdächtige: die Tür des Wohnwagens war von außen abgeschlossen! Die Ermittlungen wegen Mordes beginnen. Schnell stellt sich heraus, dass der verbrannte Wohnwagen Rosemarie Herold gehört. Der Mutter eines Schulfreundes von Bodenstein. Aber wer ist die bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche? Es steht Bodenstein und Pia Sander einiges an Ermittlungsarbeit bevor. Im Laufe der Ermittlungen wird von Bodenstein noch auf einige weitere alte Bekannte treffen. Bodensteins vorerst letzter Fall wird persönlicher, als er sich das wünschen würde. Und was hat der aktuelle Fall mit Geschehnissen aus dem Jahre 1972, die im Prolog erwähnt werden, zu tun? Wieder mal ein super Fall für Pia Kirchhoff, jetzt Sander, und Oliver von Bodenstein. Der Schreibstil von Nele Neuhaus ist sehr angenehm und die Handlung gut aufgebaut. Auch wenn es mir bei diesem Fall etwas zu viel Handlung und es sehr viele Charaktere gab, die man sich alle mitsamt ihren Verbindungen merken musste. Dennoch war es nicht langweilig, sondern spannend. Wie es sich für einen anständigen Krimi gehört, blieb der Täter bis zum Schluss unbekannt und man hatte die Möglichkeit sich selbst ein Bild zu machen und zu ermitteln. Dieser Fall war für Bodenstein ein sehr persönlicher Fall, da es ihn in seine Kindheit zurückversetzt hat. Für den Leser gab es deshalb auch eher Informationen zu Bodensteins Vergangenheit, als zu seiner derzeitigen Situation. Ich hoffe sehr, dass von Bodenstein nach seiner einjährigen Auszeit wieder zurück zum K11 kommt!! Es wäre sehr schade, wenn nicht. Das Cover dieses Kriminalromans gefällt mir sehr gut, während dem Lesen erkennt man auch die Bedeutung des Fuchses und des Titels. Ich kann diesen Krimi jedem Kirchhoff-Boden
Enttäuschender Band 8
von Lesemama - 22.11.2016
Nele Neuhaus: Im Wald, Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 8 Festgebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 560 Seiten. Zum Inhalt: Mitten in der Nacht brennt auf einem Campingplatz ein scheinbar verlassener Wohnwagen. In dem Feuer kommt ein Mann zu Tode. Bodenstein und Kirchhoff gehen zunächst von Brandstiftung aus. Als dann noch eine alte Frau im Pflegeheim erdrosselt wird kommen bei Bodenstein Kindheitserinnerungen hoch. Meine Meinung: Normalerweise mag ich die Krimis von Nele Neuhaus unglaublich gerne, ich mag es auch wenn ein wenig vom Privatleben der Ermittler erzählt wird, aber hier war es mit eindeutig zuviel. Natürlich hat man die ein oder andere Information gebraucht um dem Fall folgen zu können, aber mir waren das viel zuviele Namen. Schade drum. Über den Schreibstil brauche ich nicht viel zu sagen, da es schon der achte Teil der Krimireihe ist. Ich mag den Stil von Nele Neuhaus ganz gerne, wobei mir in diesem Buch die Kapitel, wenn man sie überhaupt so nennen darf, entschieden zu lange waren. Es ist ermüdent wenn ein Kapitel mal über hundert Seiten geht, da ich eher selten so lange am Stück Zeit finde um zu lesen. Ich finde es sehr schade, das mich dieses Buch so enttäuscht hat. Es gibt bestimmt viele Fans von Nele Neuhaus, die dieses Buch mehr zu schätzen wissen.
Vor über vierzig Jahren ...
von Archer - 30.10.2016
Mehr als 40 Jahre vorher: Der beste Freund von Oliver von Bodenstein, der elfjährige Artur, verschwindet spurlos, zusammen mit dem zahmen Fuchs Maxi. Unfall? Verbrechen? Unbekannt. Heute: Auf einem Campingplatz brennt es. Eine Leiche wird gefunden. Unfall? Selbstmord? Mord? Für Bodenstein und Pia Sander beginnen die Ermittlungen, und plötzlich befindet sich Bodenstein in der prekären Lage, gegen alte Schulfreunde und Bekannte aus Rupppertshain ermitteln zu müssen. Immer mehr Tote und schwer Verletzte tauchen auf, es sieht aus, als wollte jemand hinter sich aufräumen. Dazu kommt ein Jugendlicher auf der Flucht, der seine hochschwangere noch jungendlichere Freundin dabei hat. Die heutigen Spuren führen in die Vergangenheit Bodensteins, der plötzlich gezwungen ist, Tatsachen ins Auge zu sehen und zu erkennen, dass manche Freunde niemals solche waren und manche, die man immer schlecht behandelt hatte, nichts davon verdient hatten. Die Leseprobe fand ich spannend und auch vom Klappentext her versprach dieser Krimi ordentliche Hausmannskost. Eigentlich finde ich auch den Schreibstil ganz gut, aber Neuhaus verstrickt sich immer wieder in Nebensächlichkeiten, die wahrscheinlich auf falsche Spuren führen sollen, jedoch nur dazu dienen zu langweilen. So manches Mal, wenn wieder mal die bis zum Gehtnichtmehr ausführliche Beschreibung der Mutter oder Großmutter eines der Tatverdächtigen erfolgte, habe ich damit kämpfen müssen, das Buch weiterzulesen. Extrem gestört haben mich auch immer wieder die abgebrochenen Szenen. Wahrscheinlich sollten damit Cliffhanger und Spannung erzeugt werden, mich machten sie nur ärgerlich. Und mir fehlte oftmals die Logik. Spätestens als klar wurde, dass die neuen Verbrechen mit dem damaligen zu tun hatte, war doch auch klar, dass man unter den alten Bewohnern suchen muss. Oder Bodenstein und alle anderen, die sich plötzlich an Sachen von vor 40 Jahren erinnern - wie wahrscheinlich sind denn viele der Erinnerungen, jedenfalls von den belanglosen? Überhaupt Bodenstein: die Idealisierung dieses Protagonisten war schon nervig, schon in seiner Jugend war er perfekt (loooogisch, war ja auch ein Adliger, während die dummen Bauernjungs alle mies, fies und grausam waren). Bodenstein ist so perfekt, der kann sogar mit gebrochenem Fuß und Bänderrissen noch einen Mörder stellen. Voll krass. Whatever. Wäre das Buch um 200 Seiten kürzer gewesen, hätte es bestimmt mehr Spaß gemacht, so verlor es sich zu oft in endlosen und die Handlung nicht vorantreibenden Erzählsträngen und Unwahrscheinlichkeiten.
Ein Dorf schweigt
von Tamaru - 26.10.2016
Als in dem beschaulichen Ort Ruppertshain mehrere Morde geschehen, geht in dem kleinen Dorf unter den Bewohnern die Angst um. Jeder fürchtet der nächste zu sein, denn schnell wird klar, dass die Einwohner etwas zu verbergen haben. Und alles deutet daraufhin, dass die Lösung etwas mit einem lange zurückliegenden Fall zu tun hat, als ein kleiner Junge spurlos verschwand und nie gefunden wurde. Damit wird es für Oliver zum schwersten Fall in seiner Laufbahn, denn er ist in dem Ort aufgewachsen und der vermisste Arthur war sein bester Freund. Pia Sander wird mit der Leitung der Ermittlungen beauftragt und versucht gemeinsam mit ihrem Team hinter das Geheimnis der verschworenen Dorfgemeinschaft zu dringen. Doch das erweist sich als äußerst schwierig, denn das Dorf hält zusammen und schweigt. Aber Pia setzt alles dran den Fall zu lösen, denn sie ahnt dass der Fall Oliver näher geht als er zugeben möchte. Ein spannender Fall der tief unter die Haut geht und dem Leser volle Konzentration abverlangt. Denn es ist gar nicht so einfach in das Leben der Dorfgemeinschaft einzutauchen, und die Personen und ihre Verwandschaftsverhältnisse auseinander zu halten. Zum Glück gibt es am Anfang des Buches ein Personenregister, das einem dabei hilft nicht den Überblick zu verlieren. Dadurch dass es schon der achte Fall für Pia und Oliver ist, kennt man die beiden mittlerweile sehr gut und erhält weitere Einblicke in ihr Privatleben. Im Vordergrund steht dabei diesmal die Auszeit, die von Bodenstein nach diesem Fall nehmen wird. Sollte er noch Zweifel gehabt haben, ob seine Entscheidung richtig ist, wird er die am Ende des Buches nicht mehr haben. Positiv aufgefallen ist mir der neue im Team, Tariq. Ein cleveres, sympathisches Bürschchen, in dem Potenzial steckt. Bleibt abzuwarten wie es mit Oliver nach seinem Sabbatical weitergeht, vielleicht hilft er in Zukunft als freier Berater oder sowas ähnliches mit. Lassen wir uns überraschen. Ich freue mich auf den nächsten Teil.
Personelle Verwirrung im Taunus
von sommerlese - 24.10.2016
Im Wald bei Ruppertshain sucht sich der Junkie Elias ein Versteck auf einem Campingplatz. Dort wähnt er sich sicher, doch wenig später erschüttert eine Explosion mit folgenschwerem Ausgang die dunkle Nacht. Es wird ein Toter gefunden, Oliver von Bodenstein und Pia Sander von der K11 untersuchen den Fall. Ihre Ermittlungen führen sie in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand und das nicht aufgeklärt wurde. Der Krimi ist fesselnd und mitnehmend geschrieben, die Autorin versteht ihr Fach wirklich bestens. Was mich gestört hat, sind die vielen involvierten Personen des Dorfes, die durch die Zeitspanne von 40 Jahren auch noch verschiedenste verwandschaftliche Beziehungen eingegangen sind. Hier noch klar durchblicken zu können, erfordert höchste Aufmerksamkeit und Konzentration. Es gibt auch ein Personenregister, das man zu Rate ziehen kann. Dennoch hat mich diese Menge an möglichen Tätern und Motiven durchaus angestrengt. Dabei ist die Handlung äußerst interessant, weil die die aktuellen Fälle in Bodensteins Vergangenheit führen. Mit seinen Kindheitsfreunden verbindet ihn ein grausames Ereignis, über das im Dorf nie groß und offen geredet wurde. Wie hängt das Verschwinden des kleinen Arturs mit den neuen Fällen zusammen. Auch die Polizei rätselt lange daran herum, zu verworren sind die Personenkonstellationen und zu verschlossen die Bewohner. Es gibt einige Geheimnisse, die die Dörfler mit sich herum tragen und erst allmählich lichtet sich das Dunkel. Natürlich sind wieder die alten bekannten Kollegen mit dabei. Pia und ihr Exmann, der Gerichtspathologe Henning Kirchhoff, Nicola Engel und Cem Altunay sind wieder mit von der Partie und ihre Charaktere gut erkennbar gezeichnet. Doch auch der neuer Kollege Tariq Omari bringt Abwechslung in die Truppe. Er ist ein hochintelligenter Syrer mit einem photografischen Gedächtnis und hat die Dialoge erfrischend bereichert. Nele Neuhaus hat ein Händchen dafür, ihre Leser auf die falsche Fährte zu führen. Dank einiger Spurensuche im dunklen Wald und unerwarteten Handlungen und Ereignissen bleibt die Spannung relativ konstant auf einem hohen Level. Auch bleiben das Motiv und der Täter bis zum Ende offen und so kann man gar nicht anders als das Buch durchlesen. Die bildhafte Sprache und die vielseitigen Stimmungsbilder und Personenbefragungen innerhalb der Figuren führen den Leser unterhaltsam durch den Krimi. Doch wie gesagt, man muss schon ein aufmerksamer Leser sein, um das Ganze zu durchschauen. Im Wald sorgt mit seiner komplexen Handlung und einer gut durchdachten Story für fesselnde Lesestunden. Auch das Ermittlerteam hat mich gut unterhalten, besonders der Neue, Tariq Omari, hat sich gut eingeführt.
Der Tote im Wald und Bodensteins Vergangenheit
von claudi-1963 - 11.11.2016
Pia Sander und Oliver von Bodenstein werden in der Nacht zu einem Brand in Ruppertshain gerufen. Nach dem man ausschließen kann das der Feuerteufel dieses mal am Werk war, findet sich eine verkohlte Leiche in einem Wohnwagen. Bei dem Toten handelt es sich um Clemens Herold, als sie seine Mutter im Hospiz befragen wollen kommen sie zu spät. Wenige Tage später wird auch noch Pfarrer Adalbert Maurer erhängt in der Sakristei gefunden wird. Immer mehr verdichtet sich der Verdacht das diese Morde etwas gemeinsam miteinander haben. Den vor über 40 Jahren verschwand Bodensteins Freund Arthur Berjakov und auch Olivers zahmer Fuchs Maxi. Er war mit seiner Familie aus Russland gekommen und ihnen wurde von Anfang an feindselig begegnet. Die Leiche wurde nie gefunden und schnell hatte man in Leo Keller einen schuldigen gefunden, da dieser eine Selbstmordversuch unternahm. Das soll Bodensteins vorerst letzter Fall (er geht ins Sabbatical) und auch sein schwerster werden, den er ist persönlich betroffen. Er muss den Mörder unter Freunden und Bekannten suchen. Pia Sander übernimmt deshalb die leitenden Ermittlungen, sie ist auch schon etwas traurig bald ohne Bodenstein auskommen zu müssen. Meine Meinung: Für mich war es mein erster Neuhaus Krimi und ich muss sagen, die Autorin kann wirklich beeindruckend schreiben. Jetzt bin ich natürlich gespannt wie ihre anderen Krimis sind, nach dem einige Schreiben das dies der schlechteste war. Mich hat die Story sehr interessiert, auch wenn die Länge etwas viel und die vielen Namen schwierig zu merken waren, aber zum Glück gibts ja das Register. Dem Buch hätten sicher auch ein paar Seiten weniger getan, aber durch die Taten in den verschiedenen Zeiten musste die Autorin mehr ausholen. Ich jedenfalls bin nicht enttäuscht, im Gegenteil es hat mir eher Lust auf ihre anderen Bücher gemacht. Jetzt kann ich auch verstehen, warum die Krimileser ihre Bücher so gerne lesen. Auch wenn die Spannung sich nicht durch das ganze Buch zieht, war die Geschichte trotz weniger Ausnahmen sehr fesselnd. Die Ermittler kannte ich bisher nur von der Verfilmung ihrer Bücher und fand sie da schon sympathisch. Das Cover ist passend zum Inhalt des Buches gestaltet. Für mich hat das Buch trotz den Schwächen 4 von 5 Sterne verdient. Und ich freue mich auf die anderen Bodenstein/Sander Krimis der Autorin.
Tödlicher Taunus
von Ecinev - 18.11.2016
Im Wald von Ruppertshain brennt ein Wohnwagen aus dem später ein Toter geborgen wird. Ein Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Sander. Wenig später wird eine alte Frau in einem Hospitz und ein Pfarrer getötet. Im 8. Fall der Bodenstein/Sander Serie von Nele Neuhaus wird es für Oliver von Bodenstein persönlich. Aufgewachsen in dem Ort kennt er die Leute seit seiner Kindheit und muß sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Vor 42 Jahren verschwand sein damals bester Freund und sein zahmer Fuchs spurlos. Er hatte den Jungen nicht nach Hause begleitet weil er lieber fernsehen schauen wollte. Er muss die Leitung der Ermittlungen abgeben. Immer mehr Personen aus seiner Vergangenheit geraten in Verdacht doch die Bewohner des kleinen Örtchen Ruppertshain schweigen sich aus. Doch was haben die Toten in der Gegenwart mit dem Verschwinden des kleinen Jungen aus der Vergangenheit gemeinsam? Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren bis am Ende die Wahrheit ans Licht kommt und der Täter bei einer Verfolgungsjagd gestellt werden kann. Das Personenverzeichnis am Anfang ist sehr hilfreich, denn es tauchen sehr viele Personen auf. Manchmal verliert man dennoch den Überblick wer mit wem verheiratet oder befreundet ist. Dazwischen gibt es kurze Episoden aus dem Privatleben von Oliver von Bodenstein der nicht so recht weiß wo er während der Herbstferien seine kleine Tochter unterbringen kann. Am Ende gelingt es Nele Neuhaus wieder gekonnt alle einzelnen Handlungsstränge zusammenzuflechten und zu einem gelungenen runden Ende zu führen. Der Spannungsbogen reißt nicht ab, man will immer weiter lesen da es gerade so spannend ist. Der Schreibstil ist lebendig, der hessische Dialekt kurz und knapp gehalten. Die Beschreibung der Landschaft im Taunus fließt gut ein in den Text. Besonders schön da ich selbst im Taunus wohne und alles gut wieder erkenne. Auch wenn Oliver von Bodenstein im Buch beschrieben eine Auszeit nehmen will, hoffe ich doch dass es weitere Bücher mit Pia Sanders und mit oder ohne von Bodenstein geben wird und jetzt nicht ein Schlußstrich unter diese Reihe gesetzt wird. Eine ganz klare Leseempfehlung für dieses Buch.
Ein Highlight unter den bisherigen Krimis der Reihe
von Langeweile - 30.10.2016
Inhalt: Im Wald von Ruppertshain geht ein Wohnwagen in Flammen auf , in den Trümmern wird eine Leiche gefunden . Was zuerst nach einer Brandstiftung aussieht, entpuppt sich schon bald als Mord .Pia Sander ( ehemals Kirchhoff) und Oliver von Bodenstein nehmen zusammen mit ihrem Team die Ermittlungen auf. Als kurz darauf eine alte Frau in einem Sterbehospiz ermordet wird, gibt es erste Hinweise auf einen ungeklärten Fall, der sich vor 42 Jahren ereignet hat. Zu dem Zeitpunkt verschwand der 10jährige Artur spurlos, Olivers bester Freund aus Kindertagen . Da er persönlich in die Geschichte involviert ist, wird Pia die Leitung der Ermittlungen übertragen. Außerdem wird sie als Nachfolgerin von Oliver von Bodenstein gehandelt, da dieser sich eine einjährige Auszeit vom Beruf nehmen will. Schon bald ist allen klar, dass der Schlüssel zur Lösung der Fälle in der Vergangenheit liegt und so beginnen sie Stück für Stück die damaligen Geschehnisse aufzuarbeiten. Hierbei stoßen Sie bei den Dorfbewohnern auf eine Mauer des Schweigens. Außerdem arbeitet die Zeit gegen sie, da der Mörder seine Mission noch nicht beendet hat. Meine Meinung: Wie bei allen vorhergehenden Büchern, herrscht auch hier von Anfang an, eine große Spannung. Die einzelnen Personen werden sehr genau beschrieben (Kopfkino von Anfang an), die Polizeiarbeit mit erfolgen und Misserfolgen nimmt einen breiten Raum ein. Geschickt versteht es die Autorin wieder einige falsche Fährten zu legen, um den Leser aufs Glatteis zu führen. Der Spannungsbogen war fortwährend gleich hoch. Zum Schluss werden die Geschehnisse Stück für Stück aufgelöst, sodass keine offenen Fragen bleiben. Das Privatleben der Ermittler bleibt dabei etwas auf der Strecke, obwohl sich gerade im privaten Bereich einige Änderungen andeuten. Ich hoffe sehr, dass Oliver von Bodenstein sein Sabbatjahr nutzt, um neue Energie zu tanken und beim nächsten Fall wieder am Start ist. Ich gebe eine absolute Leseempfehlung und volle fünf Sterne.
Ein Dorf versinkt im Schweigen
von Philo - 26.10.2016
Ich bin ein absoluter Fan der Taunuskrimis von Nele Neuhaus, deshalb war das neueste Buch Im Wald ein absolutes Muß. Ein zum Teil spannender Krimi, gut erzählt, aber teilweise mühsam zu lesen. Ich hatte schon kein gutes Gefühl, als ich die Aufzählung der vielen Personen, die im Buch eine Rolle spielen, sah, damit habe ich (und offensichtlich nicht nur ich) immer Probleme. Die Autorin hat es geahnt und deshalb ein Personenverzeichnis vorangestellt, in welchem ich des öfteren nachschauen mußte. Zu verwirrend waren die Beziehungen der einzelnen Personen untereinander. Über vieles habe ich hinweggelesen, was nichts von der Handlung genommen hat. Ging es doch eigentlich um einen alten Fall von 1972 und um das Verschwinden des zehnjährigen Artur, dem Sohn von russischen Eltern, die kurz zuvor nach Ruppertshain gezogen waren. Jakob schloß sich an Oliver von Bodenstein an und wurde dessen bester Freund. Das aber haben seine anderen Freunde nicht gewollt und haben Artur gemobbt, wo sie nur konnten. Im August 1972 verschwindet Artur spurlos und wird auch nicht aufgefunden. (Anmerkung: auch im Jahr 2014 folgte auf den 13. Oktober der 14. Oktober und nicht der 15.) 40 Jahre später werden in Ruppertshain mehrere Menschen ermordet, und es hat den Anschein, daß diese Morde mit dem Verschwinden von Artur zu tun haben. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 setzen alles daran, Licht ins Dunkel zu bringen. Die Menschen aus Ruppertshain schweigen, obwohl Oliver und Pia sich sicher sind, daß sie alle etwas wissen, aber nichts preisgeben wollen. Nun spielen noch viel mehr Personen als nur Olivers ehemalige Freunde eine Rolle, und da die meisten verdächtig sind, ziehen sich die Ermittlungen endlos in die Länge. Ausführlich beschrieben wird auch die private Situation von Oliver von Bodenstein, der sich für ein Jahr von der Arbeit im K11 hat beurlauben lassen. Die jahrelange Arbeit als Leiter des K11 hat ihn zermürbt und der neue Fall in seinem Heimatdorf hat seine letzten Reserven gekostet. Die Frage ist, ob er wiederkommen wird. Ich fände das schade. Der Fall war spannend und die Auflösung überraschend, nachdem es im Laufe der Handlung immer neue Verdächtige gab. Und auch wenn ich dieses Mal nicht 100% überzeugt bin von diesem Taunuskrimi warte ich doch gespannt auf eine Fortsetzung, schon allein, weil ich die Gegend gut kenne. Und auch, wenn ich mit den vielen Personen Schwierigkeiten hatte, wußte ich immer ganz genau, wo sich die Protagonisten gerade aufhielten. Auch wenn mich an dem Buch einiges gestört hat, habe ich es spannend gefunden und möchte es gerne weiterempfehlen.
Olivers vorerst letzter Fall
von dartmaus - 26.11.2016
Das Cover des Buches ist schonmal sehr ansprechend. Und zum Titel absolut passend. Zum Inhalt: Diesmal haben es Oliver von Bodenstein und Pia Sander mit einem Fall zu tun, der Oliver an seine Grenzen bringt. Bei einem Brand in Ruppertshain kommt Olivers Schulkollege Clemens Herold ums Leben. Auch dessen Mutter wird im Hospiz ermordet, obwohl sie aufgrund ihrer schweren Krankheit nur noch wenige Tage zu Leben hat. Durch diesen Mord wird Oliver in die Vergangenheit zurück gebracht. Vor über 40 Jahren verschwand sein bester Freund und mit ihm Bodensteins treuer zahmer Fuchs Maxi. Oliver ist noch immer von Schuldgefühlen geplagt, da er ausgerechnet am Tag des Verschwindens Arthur nicht nach Hause begleitet hat, wie er es sonst immer tat, um ihn vor den Anfeindungen seiner Schulkameraden zu schützen. Auch Privat läuft es für Oliver nicht wirklich rund. Nachdem sich seine Ex Frau nur noch auf Reisen befindet, muß er sich jetzt auch noch um seine Jüngste Tochter kümmern, die es ihm nicht immer leicht machst. Während der Ermittlungen setzt er dann auch noch den Familienfrieden mit seinen Eltern aufs Spiel, denn schon bald wird klar, das der Tod der Herolds mit dem Verschwinden von Maxi und Arthur vor über vierzig Jahren zusammenhängt. Meine Meinung: Ein wieder mal gelungener Krimi von Nele Neuhaus. Nachdem mit "Böser Wolf" weniger gefallen hat und zeitweise sehr langatmig war, hat mich "Im Wald" wieder vom ersten Moment an gefesselt. Diesmal ist das ganze deutlich besser strukturiert, mit weniger Abschweifungen. Auch die Thematik ist wieder einmal sehr gut ausgewählt. Besonders gefallen hat mit, wie gut es Nele Neuhaus gelingt, das Gefühlschaos in Oliver zu verdeutlichen. Er muß gegen seine "Freunde" ermitteln und merkt, das irgendwie jeder inclusive seiner Eltern wohl mehr wissen als er. Und Pias Ermittlungsansätze sind wie immer sehr strukturiert und durchdacht. Aus ihrem Privatleben erfährt man diesmal allerdings relativ wenig. Der Fokus liegt in diesem Buch eindeutig bei Oliver, denn es "wird" sein vorerst letzter Fall sein. Ob dem wirklich so ist, bleibt abzuwarten. Denn so wirklich kann ich mir das K11 ohne Bodenstein noch nicht vorstellen. Pia als Chefin allerdings schon, obwohl es für sie äußerst schwer wird, denn auch ihr wieder Oliver fehlen. Da bin ich echt gespannt, ob es im nächsten Taunuskrimi ohne Oliver weitergeht. Wäre echt Schade. Mein Fazit: Wieder mal ein absolut lesenswerter Taunuskrimi, der Lust auf mehr macht.
Enttäuschender Band 8
von Lesemama - 22.11.2016
Nele Neuhaus: Im Wald, Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 8 Festgebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 560 Seiten. Zum Inhalt: Mitten in der Nacht brennt auf einem Campingplatz ein scheinbar verlassener Wohnwagen. In dem Feuer kommt ein Mann zu Tode. Bodenstein und Kirchhoff gehen zunächst von Brandstiftung aus. Als dann noch eine alte Frau im Pflegeheim erdrosselt wird kommen bei Bodenstein Kindheitserinnerungen hoch. Meine Meinung: Normalerweise mag ich die Krimis von Nele Neuhaus unglaublich gerne, ich mag es auch wenn ein wenig vom Privatleben der Ermittler erzählt wird, aber hier war es mit eindeutig zuviel. Natürlich hat man die ein oder andere Information gebraucht um dem Fall folgen zu können, aber mir waren das viel zuviele Namen. Schade drum. Über den Schreibstil brauche ich nicht viel zu sagen, da es schon der achte Teil der Krimireihe ist. Ich mag den Stil von Nele Neuhaus ganz gerne, wobei mir in diesem Buch die Kapitel, wenn man sie überhaupt so nennen darf, entschieden zu lange waren. Es ist ermüdent wenn ein Kapitel mal über hundert Seiten geht, da ich eher selten so lange am Stück Zeit finde um zu lesen. Ich finde es sehr schade, das mich dieses Buch so enttäuscht hat. Es gibt bestimmt viele Fans von Nele Neuhaus, die dieses Buch mehr zu schätzen wissen.
Wieder mal ein guter Krimi
von Rebecca B. - 28.10.2016
Im Wald so lautet der neue Titel von Nele Neuhaus. Nele Neuhaus ist bekannt für ihre Provinzkrimis aus dem Taunus. Pia und Oliver sind Ermittler aus dem K11 die immer aufs neue heiße Ermittlungen lösen müssen. Auch wenn ihr die Vorgänger Bände nicht gelesen habt, könnt ihr zu diesem Buch greifen, denn die Handlungen sind alle in sich abgeschlossen. Inhalt: Diesmal geht unsere Reise nach Ruppertshein. Es wurde beobachtet wie auf einem Campingplatz Wohnwagen angezündet wurden. Auf dem verbrannten Feld wurden Leichen gefunden. Zunächst wurde wegen Brandstiftung ermittelt, jedoch klärt sich nach und nach auf, das dieser Brand nicht einfach so entstanden ist. Ein gefährlicher Killer lauert in Ruppertshain. Diesmal werden auch Pia und Oliver mit in die Geschichte reingezogen, denn Oliver Bodenstein kennt die Opfer und die Gründe der Tat ragen bis in die Vergangenheit hinein. Was ist vor 40 Jahren passiert? Meine Meinung: Es ist schön Pia und Oliver wieder bei ihrer Arbeit zu begleiten. Die beiden Ermittler vom K11 ergänzen sich so wunderbar sodass ich sie richtig in mein Herz geschlossen habe. Diesmal werden die beiden mit in die Geschichte reingerissen, es wird persönlich. Die Gefühle von Oliver: Hass, Wut und Angst sind richtig gut rüber gekommen. Wie wir es bei den Büchern von Nele Neuhaus kennen gibt es unglaublich viele Charaktere. Um nicht ganz durcheinander zu kommen gibt es am Anfang des Buches ein Verzeichniss der Charaktere. Trotzdem muss man wirklich gut aufpassen. Es werden unglaublich viele Menschen verdächtig und als Leser kann man gut mitraten. Natürlich wird man auch das ein odere andere Mal auf die Falsche Fährte gelockt. Obwohl das Buch über 500 Seiten hat, war es für meine Verhältnisse nie langatmig. Es hat einfach Spaß gemacht und war super spannend. Ich kann euch das neue Buch von Nele Neuhaus sehr empfehlen, gerade wenn ihr auf verworrene Krimis steht. Blutig ist die Geschichte nicht, trotzdem aber Stellenweise brutal! Viel Spaß beim lesen.
Tolles Lesefutter - Beste Unterhaltung
von fantafee - 07.11.2016
Der 8. Fall des hessischen Ermittlerteams Bodenstein/Sander scheint vorerst der letzte gemeinsam Fall der beiden zu sein. Denn Oliver von Bodenstein plant, für ein Jahr auszusteigen. Einen letzten Fall müssen sie aber noch zusammen lösen. Ein Fall der für Oliver ein ganz persönliches Kindheitstrauma weckt. Alles beginnt mit einem Wohnwagenbrand im Wald nahe Ruppertshein, dem Heimatort von Oliver von Bodenstein. Voraussichtlich war es Brandstiftung und Mord. Ein mutmaßlicher Zeuge befindet sich auf der Flucht, denn der Täter schreckt nicht vor weiteren Morden zurück. Ort, Opfer und Verdächtige kennt Oliver von Bodenstein sehr gut und nach und nach werden alte Geheimnisse der Dorfbewohner aufgedeckt, die jahrelang unter einer Decke des Schweigen verborgen waren. Mich hat das schön gestaltete Cover sofort angesprochen und mit einem spannenden Prolog beginnt die Geschichte mit viel Tempo. Zwischen dem eigentlichen Fall und den Ereignissen in der Vergangenheit breitet sich ein weites Bild der dörflichen Gemeinschaft Ruppertshains. Um bei der Fülle an Personen und deren Beziehungen untereinander den Überblick zu bewahren, zeigt sich das vorangestellte Personenregister als hilfreich. Für mich war es der zweite Roman dieser Reihe und ich ging mit wenig Vorwissen heran, konnte aber keine Verständnislücken ausmachen. Der Roman ist flüssig und leicht zu lesen, die Szenen, Charaktereigenschaften der Personen und die Atmosphäre der Schauplätze werden gekonnt gestaltet, ohne konstruiert zu wirken und machen die Geschichte spürbar. Glaubte ich dem Täter und dessen Motiv auf die Schliche zu kommen, fanden sich neue Indizien und mein Verdacht löste sich in Luft auf. Immer wieder schlägt die Geschichte einen Haken und ein neuer Verdächtiger taucht auf. Das kann natürlich mit der Zeit auch langweilig werden, für meinen Geschmack war das hier aber noch im Rahmen. Das Buch ist mit 556 Seiten ein richtiger Wälzer, aber so spannend und flüssig geschrieben, dass man das kaum merkt. Besonders gefallen haben mir die liebevollen Beschreibungen und Charakterstudien. Und das sympathische Ermittlerteam empfinde ich als sehr erfrischend. Fazit: Tolles Lesefutter - beste Unterhaltung.
Im Wald, da sind nicht nur die Räuber...
von HK1951 - 04.11.2016
Im Wald, da sind nicht nur die Räuber... Der relativ einfache Titel von Band 8 der Krimi-Reihe um Oliver von Bodenstein und Pia Sander, ehemals Kirchhoff, täuscht, denn in "Im Wald" passiert weit mehr, als der etwas dröge Titel vermuten lässt. Klappentext Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein wird nachts zu einem Brand in der Nähe von Ruppertshain gerufen. Er vermutet, dass der Feuerteufel dahinter steckt, der seit Monaten im Taunus sein Unwesen treibt und leer stehende Gebäude anzündet. Doch diesmal geht es um mehr: Im brennenden Wohnwagen auf dem Campingplatz im Wald kam ein Mann ums Leben. Bodenstein und seine Kollegin Pia Sander ehem. Kirchhoff ermitteln wegen Mordes. Als sie mit der Besitzerin des Wohnwagens sprechen wollen, kommen sie zu spät: Auch sie wurde getötet, obwohl sie sowieso nicht mehr lange zu leben gehabt hätte. Während die Polizei fieberhaft nach einem jungen Mann fahndet, der in der Brandnacht im Wald den Täter gesehen haben könnte, geschieht ein dritter Mord. Vor über vierzig Jahren verschwand Bodensteins bester Freund, der zehnjährige Artur, spurlos. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Mordserie und diesem nie aufgeklärten Vermisstenfall? Bodenstein geht den alten Spuren nach und entdeckt Ungereimtheiten und Ermittlungsfehler. Pia und er stoßen auf eine Mauer aus Schweigen, Angst und Misstrauen, und der Mörder scheint noch nicht am Ende mit seiner Mission. Um ihm Einhalt gebieten zu können, müssen sie herausfinden, was im August 1972 im Wald bei Ruppertshain wirklich geschehen ist. Es ist wirklich unterhaltsam und zudem noch sehr spannend, wie Nele Neuhaus die zwei Erzählstränge immer mehr zueinanderführt und der Leser schlussendlich erfährt, was sich 1972 wirklich ereignet hat. Ab einem gewissen Punkt im Buch erahnt der geneigte Leser, welchen Verlauf die Geschichte nehmen wird und was damals wirklich passiert ist, aber da das erst weiter im hinteren Drittel der Fall ist, tat das dem Lesegenuss absolut keinen Abbruch. Die Charaktere sowie auch die Handlung haben mich wieder überzeugt und auch wenn die Geschichte der Ermittler mit jedem Buch weitererzählt wird, können diese durchaus auch unabhängig voneinander gelesen werden meiner Meinung nach.
Wenn die Vergangenheit einen einholt
von eleisou - 01.11.2016
Wie auch alle Vorgänger von den Kirchhoff-Bodenstein Krimis, ist auch dieser mir dem einzigartigen Schreibstil von Nele Neuhaus geprägt und somit ein voller Lesegenuss. Die Handlung führt uns diesmal im Heimatort Olivers von Bodenstein und hat einen engen Zusammenhang mit seiner Vergangenheit. Ein Wohnwagen wird im Wald verbrannt, es wird eine Leiche in seinem Inneren gefunden, die von Bodenstein nur allzu gut kannte. Kurz danach wird die Besitzerin des besagten Wohnwagens auch ermordet und dabei bleibt es nicht. Oliver ist erschüttert, da er all die Toten auch persönlich kannte und das genau soll nichtsdestotrotz sein letzter Mordfall sein bevor er sich ein Jahr frei nehmen will. Pia Kirchhof übernimmt kurzerhand die Zügel in dem Fall und beweisst sich ein weiteres Mal als fähige Ermittlerin. Ich denke, dass bei diesem Krimi all Neuhaus-Fans auf ihre Kosten kommen werden und diejenigen, die es noch nicht sind, einen guten Einstieg haben können, da man problemlos die Bücher lesen kann, ohne die exakte Reihenfolge zu beachten (alle sind in sich abgeschlossen. Bloss die persönlichen Fakten der beiden Protagonisten werden Stück für Stück hinzugefügt). Von mir eine klare Leseempfehlung und die volle Punktzahl!
Schatten der Vergangenheit
von Kruems - 12.11.2016
Im Wald - ein Buch das mir schon durch sein Cover gleich ins Auge fällt. Zudem natürlich die Erwartung an die Schriftstellerin, die schon einige Bücher um Bodenstein und Pia geschrieben hat die ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Auch diesmal wirft uns Nele Neuhaus gleich wieder mitten ins Geschehen; ein einsam gelegener Campingplatz im Wald, eine Campingplatz-Sitterin unfreiwilligerweise, doch sie hat in ihren Augen gerade keine andere Möglichkeit, und dann ein Feuer und eine Leiche - und schnell wird klar: Dieser Fall ist mit Bodensteins eigener Vergangenheit sehr verknüpft. Und das gestaltet die Ermittlungen nicht einfacher. Zudem hat er noch viel seine kleine Tochter, da seine Ex schon wieder in anderen Gefielden weilt. Und trotzdem - der Fall schreit nach Aufklärung, gerade auch unter Berücksichtigung der Ereignisse damals .... Ein sehr guter Krimi, klar und ungeschnörkelt in seiner Schrift und Aussage. Die Spannung bleibt von Beginn bis zum Schluss erhalten, das Geschehen ist gut nachvollziehbar und verliert sich nicht in Details. Meiner Meinung nach ein super Buch.
Spannend
von tigerbea - 12.12.2016
Oliver von Bodenstein wird Nachts zu einem Brand auf einem Campingplatz gerufen. Er denkt zunächst an den Brandstifter, der momentan sein Unwesen treibt. Doch es kommt schlimmet: er findet eine Leiche. Als auch noch die totkranke Besitzerin ermordet aufgefunden wird, wird der Fall für Oliver von Bodenstein und seine Partnerin Pia Sander, bisher Kirchhoff, immer brisanter. Und es soll ein sehr persönlicher Fall für sie werden, denn die Ermittlungen reichen in die Vergangenheit von Oliver. In seiner Kindheit verschwand ein Freund von ihm spurlos. Mit diesem nun schon achten Fall für das Team der Kripo Taunus beweist Nele Neuhaus, daß sie zu Recht DIE Krimiautorin in Deutschland ist. Diese Serie hat einfach keine Ermüdungserscheinungen. Die Fälle bleiben spannend und man freut sich immer wieder auf die Bücher. Im Wald ist spannend von Beginn an und schwächelt bis zum Schluß nicht. Man kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Handlung ist so aufgebaut, daß man auch als Serienneuling sofort hinein findet, denn auch die Charaktere sind so dargestellt, daß jeder klar kommt. Sofern man die Serie kennt, trifft man auf viele bekannte Gesichter und kann wunderbar verfolgen, wie sich die Charaktere privat verändern. So hat Pia es endlich geschafft zu heiraten. Aber hier steht Oliver im Vordergrund, denn seine Geschichte hat sehr viel mit diesem Fall zu tun und man spürt die Emotionen, die bei ihm im Spiel sind. Das hat die Autorin mit ihrem sensiblen Schreibstil wunderbar geschafft zu vermitteln. Überhaupt ist der Schreibstil von Nele Neuhaus toll. Leicht verständlich, unterhaltsam und auf eine geniale Art spannend. Sie schafft es bis zum Schluß, daß man als Leser im Dunklen tappt und keinen blassen Schimmer hat, wie sich der Fall auflöst.
Bodenstein
von Elise - 12.11.2016
Ich habe mich lange auf die Fortsetzung rund um Bodenstein und Pia gefreut, die Vorgänger habe ich geradezu verschlungen. Bei diesem Buch ging es mir nicht anders. Angefangen bei der sehr gelungenen , recht schlichten Cover Gestaltung, bis hin zur gewohnt eingänglichen Schreibweise von Nele Neuhaus hat es auch nichts zu wünschen übrig gelassen. Ein Campingplatz im Wald, überlassen der Schwester, die mit der Aufgabe in der Camping-Unüblichen Zeit trotzdem aufgrund der Lage recht gefordert war, ein junger Mann und werdender Vater mit einschlägiger Drogenproblematik der auf eben diese Schwester trifft, die ihrerseits einiges zu verbergen hat... der Grunstein ist gelegt. Und schnell gewinnt die Story an Brisanz, denn ein Wohnwagen explodiert, eine Leiche wird gefunden, ein Doppelleben scheint sich aufzutun... und mitten in dem Chaos Bodenstein, der back to the roots eine Menge der handelnden Personen seit seiner Kindheit kennt. Was in diesem Fall die Ermittlungen nicht gerade vereinfacht.... Ein super Krimi, spannend vom Anfang bis zum Ende! Von der Vergangenheit bis zur Gegenwart.....
Es ist Bodensteins persönlichster Fall.
von Inge Weis - 05.11.2016
Morde mit Spur in die Vergangenheit. Nele Neuhaus lässt das Taunus-Team wieder ermitteln. Die Autorin hat in ihren Taunuskrimis den Ermittlern Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff schon einige knifflige Fälle aufgegeben. Im neuen Roman Im Wald sind die Polizisten persönlich betroffen. Mitten in der Nacht, auf einem Campingplatz im Wald nördlich von Frankfurt geht ein Wohnwagen in Flammen auf, dann explodiert er. An sich kein wichtiger Vorgang für Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein, aber er hat nun einmal Nachtbereitschaft und muss den Einsatz der Feuerwehr routinegemäß begleiten. Hellhörig wird er, als eine Ohrenzeugin aufgeregt erzählt, dass sie direkt nach der Explosion einen Mann gesehen habe. Außerdem habe sie einen Wagen wegfahren gehört. Dass es sich um ein Verbrechen handelt, wird sehr bald klar. In den verbrannten Resten des Wohnwagens finden die Feuerwehrleute eine fast vollständig verkohlte Leiche. Also vermutlich doch ein Kriminalfall, zumal der Wohnwagen eigentlich leer stand. Erst einmal gilt es herauszufinden, wer der Tote ist und hierbei wird Bodenstein bewusst, dass es ein ganz besonderer Fall für ihn werden dürfte. Der Wohnwagen gehörte nähmlich einer Frau aus seinem Heimatort, die er schon sein ganzes Leben lang kennt und mit deren Sohn er einst zur Schule ging. Als er seinen ehemaligen Schulkameraden nach vielen Jahren wieder trifft um ihn zu befragen, kommen viele böse Erinnerungen wieder an die Oberfläche und zeigen ihm, wie nahe ihm dieser Fall geht. Dabei steckt Bodenstein ohnehin in einer Krise. Der sonst so kühl und besonnen agierende Hauptkommissar fühlt sich ausgebrannt und steht kurz vor einer längeren Auszeit. Dieser eine Fall noch, dann könnte er die Leitung des Kommissariats abgeben, am besten an seine Kollegin Pia Kirchhoff. Aber erst einmal muss der geheimnisvolle Tote vom Campingplatz identifiziert werden. Bevor das jedoch geschieht, spitzen sich die Ereignisse weiter zu. Zwei alte Menschen sterben und erst bei genauen, normalerweise nicht üblichen Untersuchungen stellt sich heraus, dass sie ermordet wurden. Nele Neuhaus verknüpft ihre Beschreibungen der Polizeiarbeit sehr geschickt mit den persönlichen Problemen Bodensteins. Diese werden immer größer je weiter die Ermittlungen voranschreiten, denn die drei Toten standen in einer Verbindung zueinander, die weit in die Vergangenheit reicht und vor allem auch in Bodensteins. Die Morde des Jahres 2014 stehen offenbar in Beziehung zu Ereignissen in Bodensteins Heimatdorf im Jahr 1972. Damals verschwand der beste Freund des heutigen Kommissars spurlos und Bodenstein gibt sich seit damals eine Mitschuld. Bodenstein ermittelt engagiert, aber er zweifelt immer mehr an seiner eigenen Unbefangenheit. So wird er vom Chefermittler zum Berater und kann sich aus den Intrigen und Machenschaften heraushalten, die die Ermittlungen bisweilen erheblich behindern, zumal der Fall immer komplizierter wird. Ein Unbekannter stirbt im Feuer. Eine alte Frau wird ermordet. Ein Dorf schweigt. Wie schon in ihren früheren Krimis um Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff, die jetzt Sander heißt, gelingt der Autorin auch in diesem Roman die Balance zwischen Kriminalroman und Psychodrama. Hinzu kommen ein sehr flüssiger Erzählstil und eine sehr detailiert stimmungsoll beschriebene Szenerie, die man auch an dem mystischen Buchcover feststellen kann und die die Figuren und ihre Taten realistisch und glaubhaft machen. Dicht und spannend erzählt - eine außergewöhnliche Geschichte um einige außergewöhnliche Menschen. Auch dieser Fall des Duos Sander (Kirchhoff)/von Bodenstein ist wieder mehr als gelungen!!!
Verwirrende Beziehungen
von Ameland - 09.11.2016
Ich verfolge das Ermittlerduo Bodenstein / Kirchhoff jetzt Sander seit ihrem ersten Fall und war sehr gespannt auf das neue Buch. Der Einstieg ist spannend und kurz drauf gibt es den ersten Todesfall - eine Leiche in einem verbrannten Wohnwagen. Es folgen weitere Morde und Oliver von Bodenstein kommt der Verdacht, dass alles mit einem Fall aus der Vergangenheit zusammenhängt. Bei diesem Fall fehlt ihm die nötige Distanz, da er alle beteiligten Personen persönlich kennt bzw. in der Kindheit mit ihnen befreundet war. Außerdem plagt ihn seit damals ein Schuldgefühl. Der Schreibstil ist gewohnt angenehm zu lesen. Nele Neuhaus schafft es durch eine detaillierte Beschreibung nicht nur der örtlichen Gegebenheiten sondern auch des Wetters und spezieller Düfte den Leser mit vor Ort zu nehmen und Atmosphäre zu schaffen. Die Charaktere und das Zusammenspiel in einer "Dorfgemeinschaft" sind sehr gut dargestellt; genau wie die Grausamkeit und Gedankenlosigkeit von Kindern. Mir persönlich waren es aber zu viele beteiligte Personen und deren verwandtschaftliche Verhältnisse oder Beziehungen zu- oder untereinander. Ich habe mich schon gewundert, weil es zu Beginn des Buches ein Personenregister gibt. Wenn eine Geschichte dies erforderlich macht, stört es (zumindest meinen) Lesefluss erheblich. Die Idee an sich finde ich gut, aber durch die unterschiedlichsten Verbindungen der Beteiligten und deren Beschreibung blieb im Mittelteil die Spannung was auf der Strecke. Ich hatte mir - auch aufgrund der Vorgänger - mehr von dem Buch versprochen und so vergebe ich dieses Mal leider nur drei Sterne.
Sodom und Gomorrha im Taunus
von Baerbel82 - 20.10.2016
Endlich ein neuer Fall für Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Sander, früher Kirchhoff vom K11 in Hofheim. Oliver muss sich um seine Tochter Sophia kümmern, weil seine Exfrau sich mal wieder im Ausland aufhält, als er zu einem Brand gerufen wird. Im Wald ist ein Wohnwagen explodiert und dabei kam ein Mann ums Leben. Mordbrand oder Brandmord? Pia, die inzwischen ihren Zoodirektor geheiratet hat, übernimmt¿ Nele Neuhaus geht gleich in medias res: Irgendetwas Furchtbares ist geschehen in Ruppertshain im August des Jahres 1972. "Im Wald" ist Olivers bisher persönlichster Fall. Denn auch die Spuren im hier und jetzt führen nach "Ruppsch", wie die Einwohner ihr Dorf liebevoll nennen, wo Oliver aufgewachsen ist und alle kennt. "Im Wald" ist wieder im Taunus verortet. Mit viel Lokalkolorit, einer Prise hessischer Mundart und einer besonderen Thematik. Danach wird in einem Hospiz die alte Rosie ermordet, der der Wohnwagen gehörte. Schnell ist klar, dass die Morde mit dem Verschwinden von Olivers bestem Freund Artur vor 40 Jahren zu tun haben. Russlanddeutsche, die aus der damaligen Sowjetunion eingewandert waren. Als kurz darauf auch noch der Dorfpfarrer tot aufgefunden wird, bekommen Oliver und sein Team alle Hände voll zu tun¿ "Im Wald" ist bereits der 8. Fall für das sympathische Ermittlerduo Oliver und Pia und überzeugt mit einem ausgefeilten Plot sowie einem gruseligen Setting. Eine extrem tiefenscharfe und nicht selten bissige Milieu-Beobachtung. Klassische Verbrecher finden sich hier nicht. Das Schändliche verbirgt sich hinter wohlfeiler Fassade. Auch mit Gesellschaftskritik spart die Autorin nicht. Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängerromanen. So baut man schnell eine Bindung auf, ohne das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Über das Wiedersehen mit Oliver und Pia habe ich mich sehr gefreut. Auch Tariq, der Neue, ist mir sofort ans Herz gewachsen. Denn er ist clever. Selbst, wenn der Leser der Polizei immer einen Schritt voraus ist, wird dennoch Spannung aufgebaut. Eine Geschichte mit vielen überraschenden und unerwarteten Wendungen und einem intensiven Spannungsbogen. Erst ganz am Ende wird alles schlüssig aufgelöst. Eine abgründige, nicht zu brutale Geschichte, die sich zudem flott und flüssig lesen lässt. Fazit: Lug und Trug im Taunus. Dunkel, böse und unheimlich unterhaltsam!
Die Vergangenheit holt dich ein...
von Jasmin - 10.12.2016
Der Einstieg in das Buch fiel mir wider Erwarten ziemlich schwer. Eigentlich dachte ich, ich komme sofort in der Welt von Bodenstein und Sander an, aber wahrscheinlich lag ein zu großer Zeitraum zwischen dem Lesen des letzten und diesen Bandes. So habe ich doch eine Weile gebraucht, um mich zu orientieren. Man begegnet vielen Personen, die man bereits aus den anderen Büchern kennt. Das fand ich super, denn so gibt es zwischen den einzelnen Fällen einen schönen roten Faden. Deswegen empfehle ich auch wirklich, die anderen Bände bereits gelesen zu haben - sonst fällt es glaube ich noch schwerer. Dieser Fall ist wohl der persönlichste von Bodenstein. Denn die Mordfälle scheinen mit Ereignissen aus seiner Vergangenheit zusammenzuhängen, die bereits über 40 Jahre zurückliegen. Ich fand es schön, diese Seite des Ermittlers kennenzulernen, auch wenn ich lange keinen Zusammenhang erkennen konnte. Leider kam ich dadurch aber auch ein bisschen durcheinander. Es kommen unheimlich viele Personen vor, manchmal auf beiden Zeitebenen . Das führte dann dazu, dass ich manche Zusammenhänge nicht nachvollziehen oder erkennen konnte und manchmal auch einfach gar nicht wusste, von wem jetzt die Rede ist. Das hat den Lesegenuss etwas beeinflusst, aber es hat nicht dabei gestört, die Geschichte zu verstehen und die Aufklärung nachzuvollziehen. Der Schreibstil war gewohnt super schön zu lesen. Ich mag die teilweise sehr nüchterne Sprache und den Aufbau anhand von Ermittlungstagen. Dadurch sind die Kapitel sehr unterschiedlich lang, aber es zeigt auch, wie viel an einem einzigen Tag passieren kann. Schrecklich fand ich, dass Oliver von Bodenstein eine Auszeit nehmen möchte. Bedeutet das, dass wir Fans erstmal mit keinem neuen Fall rechnen dürfen? Ich hoffe nicht! Die Auflösung an sich war in Ordnung, aber nicht so spektakulär, wie ich es nach der gesamten Story erwartet hatte. Insgesamt hat mir der Krimi aber sehr gut gefallen. Es ist nicht Neuhaus bester geworden, aber ich vergebe trotzdem 4 Sterne.
Spannender Krimi mit Bezug zur Vergangenheit
von Alexandra Baunach - 23.10.2016
Ein Wohnwagen, in dem ein Mensch eingeschlossen war, geht mitten in der Nacht in Flammen auf. Oliver von Bodenstein und Pia Sander ermitteln wieder einmal gemeinsam, erst wegen Brandstiftung, doch schon bald wegen Mordes. Weitere Morde folgen und von Bodenstein kannte alle Opfer aus seiner Kindheit in Ruppertshain. Im Laufe der Ermittlungen spielt ein ungeklärter Fall aus dem Jahr 1972 eine immer größere Rolle, damals verschwand von Bodensteins bester Freund spurlos. Die Ermittlungen der beiden decken immer mehr auf worüber ein ganzes Dorf am liebsten schweigen würde. Das Cover ist schlicht, aber schön gestaltet und auch der Fuchs, den man auf dem Cover sieht, wird im Laufe des Buches noch eine Rolle spielen. Die beiden sympathischen Ermittler haben wieder jede Menge aufzuklären und zu ermitteln. Aber auch wer die beiden nicht aus den Vorgängerbüchern von Nele Neuhaus kennt, findet sich im Buch zurecht und hat keine Verständigungsschwierigkeiten. Die handelnden Personen sind gut beschrieben und auch die Handlungsorte konnte ich mir gut vorstellen. Der Schreibstil von Nele Neuhaus ist wie immer großartig und das Buch lässt sich trotz seines Umfanges flüssig und locker lesen. Der Spannungsbogen baut sich gleich zu Beginn auf und verliert sich bis zum Ende nicht mehr. Im Zwischenteil des Buches sind einige Passagen, die nicht ganz so spannend sind, aber das stört den gesamten Spannungsbogen nicht. Für mich ein guter Krimi, der die Spannung bis zum Ende hält und einige Überraschungen, auch aus der Vergangenheit des Dorfes, aufdeckt.
Überzeugend
von AKRD - 23.12.2016
Nele Neuhaus gilt nicht umsonst als eine der größten deutschen Krimi-Schrifttellerinnen... Auch mit "Im Wald" legt sie wieder einen grandiosen Krimi "aufs Tapet", der mit 560 Seiten zwar kein Leichtgewicht ist, aber in meinem Fall dennoch sehr rasch ausgelesen war, weil er einfach so durchgängig geschrieben ist und das auch noch wirklich spannend und wendungsreich. Somit hat mich auch Teil 8 der Reihe um Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein absolut überzeugt. Kurz zur Geschichte: Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen führen Pia und ihn vierzig Jahre in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand - und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an die man besser nicht rührt. Es bleibt nicht bei zwei Toten. Liegt ein Fluch über dem Dorf? Für mich sind die beiden Ermittler und die "Nebencharakter", die immer wieder auftauchen, schon fast wie alte Freunde: man erkennt sie wieder, auch wenn man sie länger nicht gesehen hat und freut sich, dass man sie wieder um sich hat. Beide haben auch einfach Charakter, sind besonders und nicht alltäglich ~ all das mag ich bei Protagonisten immer besonders gern, weil es das Bild um die Geschichte herum noch schön "abrundet". Alles in allem kann man(n) hier echt nur 5 Sterne vergeben und hoffen, dass Frau Neuhaus bald nachlegt..!
Wieder einmal ganz großes Kino...
von Thomas Jessen - 14.12.2016
Der bislang persönlichste Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11, denn Oliver von Bodenstein kennt eines der Opfer und das Umfeld des/der Tatorte. Der wieder sehr schöne Schreibstil zusammen mit dem mir persönlich recht bekannten Umfeld macht das Buch wieder zu einem Genuss. Denn viele der Schauplätze habe ich irgendwann einmal schon besucht und so geht bei fast jeder Zeile ein Fenster auf wo ich dann die Schauplätze und ebenfalls sehr bildhaft beschriebenen Figuren vor meinem inneren Auge sehen kann. Die eine oder andere Szene erscheint vielleicht ein wenig zu lang geraten, jedoch finde ich dies gar nicht mal so schlimm, denn ich mag es insbesondere bei Kriminalromanen gerne etwas detaillierter. Die Spannung ist von Beginn an recht hoch gehalten um dann lange gleichbleibend hoch zu bleiben um aber dann zum Finale hin nochmals stark anzusteigen. Der Roman ist kein Buch bei welchem man so einfach mal mitermittelt, denn dank geschickter Wendungen führt Nele Neuhaus den Leser immer wieder aufs Neue aufs Glatteis und man darf sich dann einen neuen Verdächtigen herauspicken. Ich fühlte mich auch dieses Mal wirklich sehr gut unterhalten, und seit die ersten Romane der beiden Ermittler im TV gelaufen sind, habe ich jedes Mal das Kopfkino am Rattern und das Buch läuft wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Ich bin überzeugt dass Fans von deutschen Kriminalromanen hier aufs Beste unterhalten werden und kann für das Buch auf jeden Fall auch wieder eine Empfehlung aussprechen. Für mich sind das 5 Sterne.
der wald
von karin1966 - 12.11.2016
Der Kriminalroman "Im Wald" von Nele Neuhaus ist bereits der 8. Fall vom ersten Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seiner Stellvertreterin Kriminalkommissarin Pia Sander, ehem. Kirchhoff. In der kleinen Taunusgemeinde Ruppertshain, dem Wohn-u. Geburtsort von Bodenstein, geht es diesmal heiß her. Zuerst wird Bodenstein mitten in der Nacht zu einem explodierten Wohnwagen gerufen. In diesem Wohnwagen wird eine männliche Leiche gefunden. Kurz darauf wird noch eine todkranke Frau im Hospiz ermordet. Beide Opfer waren Bodenstein bekannt. Bei den weiteren Ermittlungen des K11-Teams wird immer klarer, dass die Verbrechen mit dem Verschwinden von Bodensteins bestem Freund vor 40 Jahren in Verbindung stehen. Bodenstein hat dieses Verbrechen lange Zeit verdrängt und jetzt kommen die Erinnerungen an die Vergangenheit wieder hoch und auch der Fuchs vom Titelcover spielt hierbei eine Rolle. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss hoch und auch einige überraschende Wendungen hält das Buch für den Leser bereit. Das Buch ist, wie immer bei Nele Neuhaus, toll geschrieben und auch die Romanfiguren sind gut ausgearbeitet. Leider sind die ganzen Verwandt-und Bekanntschaftsverhältnisse im Ort zu sehr ausgeschmückt worden. Trotzdem kann ich das Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen.
Spannend, aber für mich nicht der beste Teil der Taunuskrimi-Reihe
von ElasBookinette - 15.11.2016
Als auf einem Campingplatz im Wald in der Nähe von Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen aufgeht, denkt man zuerst an Brandstiftung. Doch als eine verkohlte Leiche entdeckt wird, schaltet sich die Kripo Hofheim ein und die beiden Ermittler vom K11 - Pia Sander und Oliver von Bodenstein - werden an den Tatort gerufen. Kurz darauf geschehen zwei weitere Morde, welche vor allem Oliver von Bodenstein stark belasten - denn er kannte beide Opfer seit seiner Kindheit, ist er doch selbst in Ruppertshain aufgewachsen. Was nun folgt, ist ein Spiel gegen die Zeit, denn alle sind sich einig - das nächste Opfer steht sicherlich schon auf der Liste des Mörders. Die Ermittlungen bringen den Kommissar an die Grenze des Erträglichen, denn sie scheinen im Zusammenhang mit dem Verschwinden seines damaligen besten Freundes Artur im Sommer 1972 zu stehen - doch ein ganzes Dorf steht den Vorfällen - damals wie heute - schweigend gegenüber. Mit Im Wald hat die Autorin Nele Neuhaus bereits ihren achten Regionalkrimi mit den beiden Ermittlern Oliver von Bodenstein und Pia Sanders herausgebracht. Schlägt man das Buch zum ersten Mal auf, sieht man direkt zwei Pläne der Umgebung, in welcher die Geschichte spielt sowie ein langes Personenregister, was im Laufe der Geschichte immer wieder zum Nachsehen einlädt, sollte man mit den Namen der Ruppertshainer Bürger vielleicht etwas durcheinanderkommen oder sich einfach nochmal vergewissern, wie die verwandtschaftlichen Verhältnisse sind. Ich kenne bereits alle bisher erschienenen Teile und könnte mir vorstellen, es ist eine gewisse Erleichterung beim Lesen, zumindest die immer wieder vorkommenden Personen bereits zuordnen zu können und sich so nur mit den vielen neu auftauchenden Namen zu beschäftigen. Schon nach dem Lesen des Prologs schafft es Nele Neuhaus, eine Spannung zu erzeugen, so dass man zumindest das Gefühl hat, direkt weiterlesen zu wollen, um zu verstehen, was hier geschehen ist. Jedes Kapitel beginnt nachfolgend mit einer genauen Zeitangabe, so kann man direkt zuordnen, wann etwas geschieht. Bei Im Wald steht Oliver von Bodenstein deutlich stärker im Vordergrund der Handlung als Pia Sander, da er direkt im Ort des Geschehens aufgewachsen ist und auch eine furchtbare Kindheitserinnerung wieder aufkommt, welche er verdrängt, aber nie vergessen hatte. Doch natürlich hat auch Pia ihren Anteil bei den Ermittlungen und so ist es auch bei diesem achten Teil wieder ein Team, von dem es hoffentlich noch viele weitere Fälle zu lesen gibt. Mir hat auch dieser Teil spannende Lesestunden beschert, wobei ich zwischenzeitlich froh war, das Personenregister zum Nachsehen zu haben. Erschienen ist das Buch im Ullstein-Verlag. Auch das gleichnamige Hörbuch ist bereits im Hörbuch-Hamburg-Verlag erhältlich.
solider Neuhaus-Krimi
von brauchnix - 02.11.2016
Im 8.ten Krimi der Autorin Nele Neuhaus wird diesmal vor allem ihr Ermittler Oliver Bodenstein schwer erschüttert. Denn die Mordserie, die er diesmal mit seiner Kollegin Pia aufklären muss, führt ihn alsbald zurück in die eigene Vergangenheit, als sein bester Schulfreund mit 11 Jahren spurlos verschwand. Und die Verdächtigen von heute sind zum Großteil Schulkameraden aus der Kinderzeit und deren Verwandte und Bekannte. Diese Konstellation wird für Oliver mehr und mehr zur Belastung und schließlich fühlt er sich befangen und nicht mehr fähig, als Ermittler diesen Fall zu lösen. Nele Neuhaus schreibt routiniert und in gewohnt ausführlicher Manier. Die Personenliste ist lang und umfangreich und man muss aufmerksam und bei der Sache bleiben, will man nicht den Überblick verlieren bei all den Verdächtigen und ihren persönlichen Verstrickungen, die 40 Jahre in die Vergangenheit reichen. Die Charaktere werden sehr detailliert entwickelt. Wer hier mit wem in welchem Verhältnis stand, wer wen schon als Kind gemobbt hat, wer wen geliebt und gehasst hat. Die Beziehungen der Kinder untereinander aber auch die verschiedenen, meist deprimierenden Familienverhältnisse werden vor dem Leser ausgebreitet und sollen ihn Stück für Stück der Auflösung des Falles näher bringen. Dabei legt Nele Neuhaus jede Menge falsche Fährten und schweigt an wichtigen Stellen, um bis zum Schluss den Täter nicht zu verraten. Vielleicht hat sie es diesmal fast ein wenig übertrieben, denn die Auflösung kam für mich ziemlich überraschend. Diesen Täter hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Alles in allem ein guter Neuhaus-Krimi, aber nicht mein Favorit unter ihren Werken. Die Spannung setzte für mich auch erst im letzten Drittel ein und daran war vor allem auch Oliver Schuld, den ich einfach als Ermittler sehr gerne mag und dessen Anspannung in diesem Roman gut rüber kam und mir als zusätzliche emotionale Note gut gefallen hat. Ich hoffe sehr, dass wir ihn auch in den nächsten Krimis wieder treffen - auf die eine oder andere Weise.
Was geschah in Ruppertshain
von Silke Tellers - 04.11.2016
Als Kommissar Oliver von Bodenstein mitten in der Nacht zu einem Brand auf einem Campingplatz gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass sein letzter Fall vor seiner selbst verordneten Auszeit wohl auch sein persönlichster wird. Der abgebrannte Wohnwagen hält auch noch eine Überraschung bereit, denn die Ermittler finden eine Leiche. Die Spuren führen ausgerechnet nach Ruppertshain, der Ort, in dem Bodenstein aufgewachsen ist. Hier kennt jeder jeden und es scheint, als gäbe es hier einige Geheimnisse. War der Brand wirklich, wie zunächst vermutet wurde, Brandstiftung? Als kurz darauf weitere Morde geschehen, wird den Ermittlern klar, dass schnellstmöglich etwas geschehen muss. Doch Bodenstein ist zu tief in diesen Fall verwurzelt und selbst Pia Sander, Bodensteins langjährige Kollegin, hegt Zweifel, dass er hier unvoreingenommen ermitteln kann. Denn es gibt Zusammenhänge, die in die Vergangenheit führen, ins Jahr 1972, als Bodensteins bester Freund spurlos verschwand. Meine Meinung: Bei Im Wald handelt es sich bereits um den achten Band der Taunus-Krimi-Reihe aus der Feder von Nele Neuhaus und ich habe jeden einzelnen Fall regelrecht inhaliert. Bei jedem neuen Krimi mit Bodenstein/Sander (früher Kirchhoff) hat man das Gefühl alte Bekannte wieder zu treffen, da man einfach schon viele ihrer Ecken und Kanten kennt. Das ist hier bei diesem Buch auch recht wichtig, dass man bereits vorgekommene Person an Hand des Namens zuordnen kann, denn es prasseln hier unglaublich viele Personen auf den Leser ein, die bisher nicht bekannt waren und ich persönlich musste schon ab und zu innehalten, um zu überlegen, wer denn da gerade auftauchte. Allerdings gibt es auch eine Personenliste gleich am Anfang des Buches, die es mir zum Glück ermöglichte, immer mal wieder nachzuschauen, in welchem Verhältnis die Personen nun zueinander stehen. Also alles sehr viele Verstrickungen und Verwicklungen, aber so glaubwürdig, dass Ruppertshain ein richtiges Gesicht bekam und ich mir auch durchaus vorstellen konnte, dass es genau so auch in diesem kleinen Ort zugehen kann. Was mich ebenso beeindrucken konnte, ist, dass Nele Neuhaus hier zu keiner Zeit ihren roten Faden verliert und das trotz des riesigen Personenaufkommens alles zusammengeführt wird. Das ist schon eine Kunst, hier nicht selbst den Überblick zu verlieren. Der Schreibstil der Autorin ist schon etwas besonderes, denn sie entwickelt einen ganz besonderen Sog, ist flüssig und verständlich. Ausserdem schafft sie es nicht nur ihre Kapitel mit kleinen, gemeinen Cliffhangern zu beenden, sondern allein ihre Abschnitte innerhalb eines Kapitels enden jedes Mal damit. Das ist für mich ja immer ein regelrechter Zwang, dann weiterzulesen, denn ich hoffe ja schnell die Antworten zu finden und so fliegen selbst über 500 Seiten nur so beim Lesen. Natürlich hält das auch den Spannungsbogen konstant hoch und bei gewissen Ereignissen wird dieser immer wieder gesteigert. Die Charaktere, bzw. die Ermittler der Taunus-Krimi-Reihe, sind für mich einfach gute alte Bekannte geworden, Bodenstein und Sander sind einfach sehr glaubwürdige Personen und sie haben ihre Ecken und Kanten. Das hier ist allerdings Bodensteins persönlichster Fall und ich musste schon höllisch aufpassen, denn es geht hier natürlich um unendlich viele Verwandschafts- Bekanntschafts- und Freundschaftsverhältnisse in Ruppertshain, die auch sehr ausführlich dargestellt sind. Das mag dem ein oder andere langatmig vorkommen und auch ich musste mich das ein oder andere Mal zusammenreißen, um konzentriert am Ball zu bleiben und nicht meinen eigenen roten Faden im Kopf folgen zu können. Da ich selber aber in einem eher kleineren Ort aufgewachsen bin, ist das alles schon sehr nah an der Realität geschrieben und durchaus denkbar, dass sich das alles genau so in Ruppertshain abgespielt hat. Das Ende des Falls konnte ich mir dann ein wenig so denken, aber trotzdem habe ich beim Lesen des Buches immer mal wieder hin- und hergeschwenkt in Gedanken, was denn da nun wirklich passiert ist. Mein Fazit: Letzendlich hat mir auch der achte Fall der Reihe sehr gut gefallen. Die Ermittler und auch ein Teil ihrer Familien sind für mich, wie schon erwähnt, einfach gute Bekannte und ich freue mich immer wieder, von ihnen zu lesen. Auch wenn dieser Fall wieder für sich alleine steht, möchte ich allerdings abraten, diesen Krimi als ersten aus der Reihe zu lesen, denn sonst hat man einfach viel zu viel mit diesen Personenkolonnen zu kämpfen. Es ist einfach Bodensteins persönlichster Fall und genauso ist dieser auch aufgebaut. Ansonsten besticht das Buch einfach mit Neuhaus unglaublichen Erzählstil, der mich immer wieder aufs neue in seinen Bann schlägt. Gerne empfehle ich auch diesen Krimi an alle Liebhaber der Reihe weiter.
Ein Dorf schweigt
von leseratte1310 - 23.10.2016
Auf einem abgelegenen Campingplatz im Wald brennt ein Wohnwagen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander gehen zunächst von Brandstiftung aus, denn in letzter Zeit gab es einige Brände. Doch dann müssen sie wegen Mordes ermitteln, denn es gab einen Toten bei dem Wohnwagenbrand. Dann wird eine totkranke Frau im Hospiz ermordet. Oliver kannte die Frau schon, als er noch Kind war. Entsprechend betroffen ist er. Damals ist sein bester Freund Arthur mit seinem zahmen Fuchs spurlos verschwunden. Alle gingen von Mord aus, aber Arthur wurde nie gefunden. Dafür gab es einen Verdächtigen, der einen Suizid versuchte und seitdem behindert ist. Dafür, dass er schuldig war, gab es keinen Beweis. So führen die neuen Ermittlungen Oliver von Bodenstein geradewegs in seine Vergangenheit und bald wird klar, dass die Fälle zusammenhängen. Doch die Bewohner des Dorfes wollen nicht an alten Geschichten rühren. Dann wird auch noch der Dorfpfarrer getötet. Dies ist mein erstes Buch von Nele Neuhaus. Ich kenne die Ermittler Oliver von Bodenstein und Pia Sander nur aus den Filmen und damit war das Bild der beiden vorgegeben. Der Schreibstil ist wirklich angenehm flüssig zu lesen. Es ist allerdings nicht ganz einfach, die vielen Personen auseinander zu halten. Es gibt zwar eine Liste im Buch, aber ich möchte nicht ständig durch Nachschlagen in meinem Lesefluss gebremst werden. Von Anfang an ist die Spannung aufgebaut und bleibt bis zum Schluss erhalten. Die Ermittlungsarbeit verläuft recht zäh und ist auch nicht einfach, da viel Persönliches in die Sache mit hineinspielt. Von Bodenstein kennt alle Beteiligten und seine Emotionen machen es ihm nicht leicht. Die Bewohner von Ruppertshain sind sehr vielschichtig dargestellt. Jeder hat so seine Probleme. Als ihnen klar wird, dass der Mörder aus ihren eigenen Reihen stammen muss, macht sich Misstrauen breit. Es ist immer wieder faszinierend , wie eingeschworene Gemeinschaften ihre Geheimnisse zu wahren versuchen. Mir blieb auch bis zum Ende verborgen, wer der Täter ist, denn immer wieder hat ich jemand anderen im Verdacht. Ein spannender Krimi mit Taunus-Atmosphäre.
Sehr spannend!
von Henny176 - 17.11.2016
Inhalt: Ein neuer Fall für das Ermittlerduo. Ein Wohnwagen wird mitten in der Nacht in Brand gesteckt. Bei der darin gefundenen verbrannten Leiche handelt es sich um den Bruder eines ehemaligen Klassenkameraden von Oliver von Bodenstein. Je weiter die Ermittlungen voranschreiten desto mehr wird klar, dass der Fall mit einem alten ungelösten Fall aus Bodensteins Kindheit zusammenhängt. "Im Wald" ist der 8. Band aus der Kirchhoff und Bodenstein Reihe von Nele Neuhaus. Meinung: Ein wirklich spannender und sehr fesselnd geschriebener Krimi. Ich hatte bis zum Schluss keine Ahnung wer der Täter ist. Frau Neuhaus führt einen wirklich sehr geschickt in die Irre. Obwohl dies mein erstes Buch aus der Reihe war war ich trotzdem schnell mit dem Ermittlerduo vertraut, die beide sehr sympathische Charaktere sind. Allerdings kommt man mit den übrigen, gefühlten 100 Personen, schnell mal durcheinander. Da ist das Personenregister wirklich von Vorteil.
Von Bodensteins Vergangenheit holt ihn ein
von Anyah Fredriksson - 02.11.2016
Innerhalb kürzester Zeit hat es die K11 gleich mit zwei Mordfällen zu tun. Auf einem Campingplatz wird ein Mann durch Brandlegung ermordet und in einem Hospiz wird eine alte Dame, die bereits dem Tode geweiht war, brutal erstickt. Für das Team steht schnell fest, dass die beiden Taten zusammen hängen müssen. Bald gibt es Hinweise zu einem 40 Jahre zurück liegenden Fall... KHK von Bodenstein erlebt eine so noch nie für ihn dagewesene Mordermittlung, handelt es sich bei den toten sowie den Verdächtigen um Menschen, die er bereits sein Leben lang kennt. Kann er objektiv genug urteilen oder kann er sein Wissen um die Personen sogar für die Aufklärung des Falles nutzen? Klar ist zumindest, dass ihm die Fälle sehr nahe gehen. Pia Sander hat es in dieser Zeit nicht leicht mit ihrem Chef. Doch es soll noch weitere Tote geben ¿ Nele Neuhaus schreibt mit großer Authentizität und atmosphärischer Dichte. Ihre Charaktere sind alle glaubwürdig und lebendig, zudem spielen sie hervorragend miteinander. Die Autorin baut einen enormen Spannungsbogen auf, verwebt gekonnt die Geschehnisse und überrascht mit nicht vorhersehbaren Wendungen. Gerade die persönliche Betroffenheit ihres Chefermittlers von Bodenstein schafft Nele Neuhaus brillant darzustellen, ebenso wie das Dorfleben mit seinen charakterstarken Einwohnern. Ein Pageturner, der mich fesseln und bei der Stange halten konnte und von dem ich mich ausgezeichnet unterhalten gefühlt habe. Nele Neuhaus hat einen schönen Schreibstil, der das Lesen leicht macht, mit ihren ausdrucksstarken Dialogen in lebendiger Sprache haucht sie ihren Figuren Leben und damit Blut ein. Sehr gerne vergebe ich diesem Kriminalroman seine verdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle ihn unbedingt weiter. Krimi-Liebhaber werden dieses Buch sicherlich genauso schnell und mit Freude verschlingen, wie ich es getan habe. Es ist bereits der achte Band der Taunus-Krimi-Serie, aber auch wenn man die Reihe um Bodenstein und Kirchhoff/Sander noch nicht kennt, kommt man mit dem Lesen gut klar, da der Fall in sich abgeschlossen ist und keine Vorkenntnisse voraussetzt.
Vertraute Bedrohung
von Glanzleistung - 04.11.2016
Inhalt: Mitten in der Nacht brennt ein Wohnwagen ab, in ihm eine männliche Leiche. Als kurz darauf die Mutter des Opfers stirbt geht die Kripo Hofheim unter der Leitung von Pia Sander zunächst von einer Familientragödie aus. Als weitere Verbrechen geschehen sieht es jedoch so aus als hätten die Taten etwas mit einem Fall aus den 70ern zu tun. Oliver Bodensteins bisher persönlichster Fall. Die Ermittlungen geraten ins Stocken, die Spuren werden immer vielfältiger und die Kripobeamten sehen den betitelten Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Die Bäume sind metaphorisch gesehen die Bewohner des beschaulichen Taunusdörfchens Ruppertshain. Jeder kennt jeden und jeder - so scheint es zumindest - verschweigt etwas. In erster Linie führt der Fall in Bodensteins Kindheit und reißt längst vergessene Wunden wieder auf. Neben ehemaligen Schulkameraden scheint es fast so als hätte das gesamte Dorf Dreck am Stecken. Frau Neuhaus hat es spannungstechnisch drauf - keine Frage. Im Vergleich zu den Vorgängerbänden fehlte mir aber irgendwie das gewisse Etwas. Dem Wust an Personen wird sie mit Hilfe eines Personenregisters Herr und diese Fülle ist auch nicht das eigentliche Problem. Mich störten teilweise eher die Motive der Personen. Auch kam meines Erachtens die Handlung etwas ins Schleppen weil sich die Ermittler immer mehr verstrickten. Fazit: Definitiv empfehlenswert aber nicht ihr bestes Werk. Zitat: Ich war früher viel zu naiv und glaubte erst an das Gute im Menschen. Aber hinter freundlichen Fassaden gähnt manchmal ein finsterer Abgrund aus Niedertracht und Selbstsucht.
Ein Dorf voller Sünde
von VroniMars - 28.10.2016
In Nele Neuhaus mittlerweile achten Band Im Wald der Bodenstein/Kirchhoff-Reihe ermitteln die beiden in Brandstiftungssache mit Personenschaden. Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen führen Pia und ihn vierzig Jahre in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand - und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an die man besser nicht rührt. Es bleibt nicht bei zwei Toten. Die Handlung ist von Anfang an rätselhaft und wirft immer wieder neue Fragen auf. Man denkt ständig, dass man jetzt langsam den Durchblick bekommt, aber dann passiert schon wieder etwas Neues. Die Autorin schafft es bis zum Ende hin, die Spannung aufrecht zu erhalten. Lobenswert sind ihre vielen kreativen Einfälle. Das Figureninventar ist, wie das Verzeichnis schon andeutet, riesengroß. Man hat auf jeden Fall Vorteile, wenn man die Vorgängerbände gelesen hat. Ich habe dies bisher noch nicht, habe aber trotzdem den Durchblick behalten. Die Liste am Anfang ist wirklich unverzichtbar. Trotz der Personenvielzahl hat die Autorin es geschafft, individuelle Charaktere zu schaffen, die einem im Gedächtnis bleiben. Die sprachliche Gestaltung des Romans ist auf jeden Fall ansprechend und leserfreundlich. Neuhaus schreibt flüssig und anschaulich. Insgesamt ist Frau Neuhaus ein spannender Regionalkrimi gelungen, der durch seine vielen Wendungen überzeugt. Kritik muss ich in der Hinsicht üben, dass viele Ungereimtheiten leider nicht aufgeklärt worden sind und bei mir ein paar Fragezeichen übrig geblieben sind. Außerdem hat mich gestört, dass fast jeder dieser Dorfbewohner Dreck am Stecken hat. Eine kleine Schmutzschicht erwarte ich, aber doch nicht eine ganze Müllhalde voller Lügen, Gewalt und Betrügereien. Da hat die Protagonstin Pia Sanders ehem. Kirchhoff schon recht, wenn sie das sündige Dorf als Sodom und Gomorrha bezeichnet.
Wo Rauch ist, ist auch Feuer
von StefanieFreigericht - 15.10.2016
"Wo Rauch ist, ist auch Feuer" dürfte einer der Standard-Sprüche sein zum Thema, ob sich denn hinter Gerüchten auch ein wahrer Kern verbergen könne. In Nele Neuhaus nunmehr achtem Roman (Vorkenntnisse sind nicht nötig) um ihre Kriminalpolizisten Oliver von Bodenstein und Pia Sander, vormals Kirchhoff, beginnt es mit dem Feuer. Gleich zu Beginn brennt ein Wohnwagen ab im Taunus, in den Überresten wird eine Leiche gefunden. Aber schon bald lesen wir besonders vom sprichwörtlichen Rauch - es geht nicht nur darum, was sich hinter so einem dörflichen Geflecht verbirgt mit seinen alten Freundschaften, Abhängigkeiten, Gerüchten, sondern vor allem auch darum, inwieweit diese Verflechtungen Ursache dafür sein können, dass Menschen zu Schaden kommen. Bodenstein stammt aus dem Dorf, aus dem auch die Eigentümerin des Wohnwagens kommt, er ist dort aufgewachsen und seine Eltern leben noch dort. Wie sich bald herausstellt: Es war nicht die letzte Leiche - und auch nicht die erste. Und Bodensteins Bezug zu den Fällen geht weit darüber hinaus, "nur" im Ort aufgewachsen zu sein¿ Dabei hat der Ermittler doch gerade eben genug eigene Probleme: seine aktuelle Beziehung ist am Schwächeln, er fühlt sich aufgerieben zwischen längst vergangenem beruflichen Enthusiasmus und der Ernüchterung durch die Realität, seine Exfrau überlässt ihm die gemeinsame jüngste Tochter im Vorschul-Alter, ohne sich an Absprachen zu halten. So wird nicht nur sein deshalb geplantes Sabbatical zum Problem für seine Kollegin Pia Sander, sie muss auch damit klarkommen, inwieweit Oliver Bodenstein nicht nur ihr Noch-Chef ist, sondern auch noch in der Lage, persönlich objektiv zu bleiben. Was hat der alte Pfarrer gesehen? Was geschah wirklich in der Vergangenheit von Rosie? Und was geschah mit Artur, dem verschwundenen Kindheitsfreund von Oliver von Bodenstein? Die Stärke dieses Krimis liegt in der glaubwürdigen Schilderung des dörflichen Milieus, mitsamt dem Misstrauen gegenüber Zugezogenen, dem lebenslangen, teils generationsübergreifenden Beziehungsgeflecht zwischen Familie, Freundschaft, Liebe, Abhängigkeit und Neid. Das jedoch hatte die Autorin bereits mit "Schneewittchen muss sterben" geliefert - auch dort schon handwerklich gut, jedoch bot sich dem Leser die Zuflucht, sagen zu können, dass das bei ihm im Ort ganz anders sei. Weit gefehlt, wie hier klar wird: Im aktuellen Roman erweitert Neuhaus das ganze noch um Rückblenden in die Kindheit, darum, wie es sich anfühlt, durch die Konfrontation mit den Ängsten und Freuden der frühesten Jugend wieder in das damalige Ich zurück katapultiert zu werden, wieder Teil jenes Geflechts zu sein, ob freiwillig oder nicht. Nicht nur hier ist der Roman düster, spielt mit Elementen des Psychothrillers (Stichwort: Klaustrophobie) - die gesamte Handlung ist unterlegt mit einer gewissen Melancholie. Was sonst gefiel? Man kann jeden Band der Reihe ohne die anderen lesen; ungeachtet dessen entwickeln sich die Charaktere wohltuend fort, sind Menschen mit Ecken und Kanten. In diesem Band hat man sich (endlich) entschlossen, ein Personenregister und eine Karte mitzuliefern - Frau Neuhaus neigt zu einer gewissen Personalfülle. Das wäre dann auch das einzige Manko - es sind doch wieder reichlich viele Personen¿ aber da ich das Buch praktisch über Nacht auslesen MUSSTE, dafür nur einen knappen halben Stern Abzug, die spannende Handlung macht es wett¿4,5 Sterne aufgerundet.
Im Wald
von miss.mesmerized - 23.10.2016
Im Wald beim beschaulichen Taunusdorf Ruppertshain kommt es Mitten in der Nacht zu einer Explosion und einem Großbrand. Offenbar kam dabei ein Mann ums Leben, der in einem Campingwagen eingeschlossen war. Die einzige Zeugin ist leider nicht sehr brauchbar, voller Restalkohol ist sie sich nicht sicher, ob sie noch jemanden am Tatort gesehen hat. Ein zweiter Mord, die Mutter des ersten Opfers, erschüttert tags drauf das Dorf erneut - wer kann Interesse daran gehabt haben, eine sterbenskranke Frau, der nur noch wenige Tage blieben, vorzeitig ins Jenseits zu befördern? Die Angst geht um in Ruppertshain, denn schnell zeigt sich, dass viel mehr dahintersteckt und weite Teile der Bevölkerung sich nicht ohne Grund zurückziehen. Pia Sander und Oliver von Bodenstein machen sich an die Arbeit, aber Bodenstein merkt schnell, dass er viel tiefer in die Taten verwickelt ist, als er zunächst glauben konnte und dass die Menschen, die er seit seiner Kindheit kennt, möglicherweise nicht die sind, für die er sie gehalten hat. Band acht der Serie um das Ermittlerduo im Taunus. Ich hatte bereits mehrere der Vorgänger gelesen und war somit mit den Protagonisten und ihren Vorgeschichten vertraut, was den Einstieg eigentlich erleichtern sollte. Hier jedoch war ich recht schnell verloren. Auch wenn dem Buch ein Personenregister vorangestellt wurde, habe ich einige Zeit gebraucht, halbwegs das sehr zahlreiche Personal auseinanderzuhalten. Zudem war mir oftmals nicht klar, wer ist in Olivers Alter, wer nur wenige Jahre älter, aber noch dieselbe Generation, wer gehört zu der Elterngeneration, bisweilen haben diese sich scheinbar auch überschnitten. Ob die Verwirrung durch die Masse an Figuren beabsichtigt war oder durch das Durcheinander unterschiedlichster Fälle entstanden ist, lässt sich für mich auch nach Ende des Buchs kaum sagen. Über weite Strecken fand ich es jedoch eher frustrierend als hilfreich. Der Fall ist - vom Ende her betrachtet - nicht ganz überzeugend für mich. Ich kann zwar nachvollziehen, dass ein Dorf gewisse Geheimnisse unter den Teppich kehrt, aber dass ein einiger Mensch alle im Griff haben soll und mit ihren Taten erpressen konnte, ist mir jetzt doch ein wenig zu weit hergeholt. Auch dass traumatisierte Kinder einfach den Mund halten und keiner je etwas erzählt, sondern alle ganz unauffällig und normal ihr Leben leben - das erscheint mir unglaubwürdig. Zwar werden am Ende die Fäden gelöst und alles ist aufgeklärt, aber richtig zufrieden war ich mit dem Krimi nicht. Ich empfand ihn zudem gerade am Anfang als sehr schleppend, zig Nebenhandlungen haben immer wieder zu Verzögerung geführt, was jedoch in diesem Fall nicht zu mehr Spannung, sondern zu Ablenkung und Langeweile geführt hat. Das Highlight waren somit fast nur noch die örtlichen Beschreibungen, da ich mich in der Gegend auskenne. Das ist zu wenig für einen Krimi.
Olivers wohl persönlichster Fall
von Sylvia Hertel - 19.10.2016
In Ruppertshain, einem kleinen Ort im Taunus kommt es zu mehreren Todesfällen. Ein Wohnwagen wird in Brand gesteckt, darin verbrennt ein Mann. Seine krebskranke Mutter Rosie die schon im Sterben liegt wird in einem Hospiz ermordet. Der Fall führt Oliver von Bodenstein und Pia Sander 42 Jahre zurück in die Kindheit von Oliver. Damals verschwand sein bester Freund Arthur und sein zahmer Fuchs Maxi. Man ging davon aus, dass Arthur getötet wurde. Die Leiche wurde allerdings nie gefunden. Der damals Tatverdächtigte Leo Keller begann einen Selbstmordversuch und lebt seither in der Dorfgemeinschaft als schwer Behinderter ohne jede Erinnerung. Man konnte ihm nichts beweisen. Holt jetzt 42 Jahre später die Vergangenheit die Dorfgemeinschaft ein? Im Wald ist der 8. Fall von Oliver von Bodenstein und Pia Sander (Kirchhoff) aus der Feder von Nele Neuhaus. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut und passt wieder sehr schön in die Buchreihe. Die Story geht über 552 Seiten und lässt sich sehr schnell lesen auch wenn ich am Anfang etwas gebraucht habe um richtig in die Handlung reinzukommen da es gerade am Anfang immer wieder Rückblenden zu älteren Fällen oder Ereignissen gibt die meinen Lesefluss etwas gestört haben und die Spannung dadurch zu Beginn nicht so recht aufkommen wollte. Dies ändert sich aber nach den ersten 150 Seiten und spätestens hier sind auch die Leser, die noch kein Buch dieser Reihe gelesen haben mit den Protagonisten vertraut. Handlungsort ist Ruppertshain, ein kleiner Ort im Taunus wo jeder jeden kennt und denkt alles über seine Nachbarn zu wissen. Für Oliver von Bodenstein der selbst in Ruppertshain wohnt und auch in der Umgebung auf Gut Bodenstein aufgewachsen ist sind die Ermittlungen nicht einfach. Als der Fall dann auch noch in seine Kindheit zurückführt und die Geschehnisse von vor 42 Jahren wieder in seine Erinnerung zurückbringt als sein bester Freund Arthur verschwunden ist wird das ganze sehr persönlich und emotional für Oliver. Das Buch hat viele Handlungstränge und es sind auch viele Personen in die Handlung involviert, sodass man am Anfang leicht verwirrt ist. Hierfür gibt es aber ein Personenregister das sehr hilfreich ist, hierfür vielen Dank. Auch eine Karte von Ruppertshain wo die einzelnen Handlungsorte eingezeichnet sind ist im Buch enthalten. Die zwei Ermittler Pia uns Oliver habe ich schon seit dem ersten Buch lieb gewonnen und es ist bei jedem Buch wieder als ob man alte Freunde wiedertrifft. Jetzt plant Oliver allerdings ein Sabbatical, das heißt die K11 muss ein Jahr ohne Oliver von Bodenstein arbeiten. Ob er überhaupt zurückkehrt ist offen. Für das nächste Buch wünsche ich mir schon, dass Oliver von Bodenstein wieder aus seiner Auszeit zurückkehrt, denn ohne Oliver von Bodenstein kann ich mir die Taunuskrimis nur schwer vorstellen.
Eine Geschichte die vor über 40 Jahren begann
von bk68165 - 21.11.2016
Oliver von Bodenstein und Pia Sander ermitteln wieder. Und dieser Fall trifft von Bodenstein härter als erwartet. Innerhalb von kurzer Zeit gibt es in Ruppertshain 3 Tote. Von Bodenstein kennt alle toten Personen. Und dabei wird es nicht bleiben. Von Bodenstein wird den Verdacht nicht los, dass alle diese Taten mit einem Verbrechen aus dem Jahre 1972 zusammen hängen. Damals ist sein bester Freund Arthur spurlos verschwunden. Bis heute ist das Verbrechen an Arthur nicht geklärt, denn Oliver ist sich sicher, dass es ein Verbrechen gewesen sein muss. Und auch Olivers zahmer Fuchs Maxi ist damals verschwunden. Was ist in dieser Sommernacht nur passiert, in der es Oliver wichtiger gewesen ist Fernsehen zu schauen statt seinen Freund zu beschützen? Bis heute lassen Oliver diese Erinnerungen nicht los und er will, dass diese Nacht aufgeklärt wird. Aber ist er hierzu überhaupt in der Lage? Immerhin kennt er fast jeden im Ort. Kann Oliver hier noch objektiv ermitteln? Und es geschehen weitere Verbrechen. So langsam wird allen Beteiligten klar, dass sie sich in großer Gefahr befinden und manchmal alles ganz anders ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Für mich war es der erste Fall von Oliver von Bodenstein und Pia Sander und ich muss zugeben. Da würde ich gerne mehr lesen. Die beiden Hauptcharaktere sind einfach nur sympathisch, auch wenn sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Auch die Zusammenarbeit der beiden ist einfach perfekt aufeinander abgestimmt. Der Fall macht alles aus, was einen guten Kriminalroman ausmacht. Eine gute Geschichte mit viel Geschichte drum herum. Auch wenn das Buch über 500 Seiten, hat, sollte sich der Leser darauf einstellen, dass diese Seiten nur so dahin fliegen werden. Man muss einfach wissen, was passiert ist und auch wenn man die ein oder andere Ahnung hat. Nele Neuhaus hat es geschafft immer wieder zu überraschen! Hierfür gebe ich gerne 5 Sterne!
verwirrend, spannend, unbedingte Leseempfehlung
von Rebecca1120 - 21.10.2016
Das ist ja wieder ein absolut toller Taunus-Krimi geworden. Gleich nach den ersten Seiten kam ich mir vor, als wenn ich zu einem Treffen mit alten Bekannten gekommen bin. Pia und Oliver sind ja auch fast schon so etwas. Als "Dorfkind" kann ich die Beschreibungen von Nele Neuhaus zu Geheimissen im Dorf, der Verschwiegenheit der Leute, dem Argwohn gegenüber Zugezogenen total nachvollziehen. Was hier in dem Buch mit einem Wohnwagenbrand beginnt, steigert sich mit Lesefortschritt immer weiter. Dabei gelingt es Nele sehr gut die Spannung bis zum Schluss immer noch zu steigern, da bis fast zum Ende offen ist, wer der Täter ist. Bodenstein ist in dieser Geschichte äußerst "zerrissen", aber sehr glaubhaft beschrieben. Einmal wird es sein letzter Fall vor dem Sabbatical-Jahr sein, dann sind die Verdächtigen ihm alle seit der Kindheit bekannt, so dass er sich deshalb auch entscheiden muss die Leitung der Ermittlung abzugeben. Hierbei zeigt sich mal wieder, welch gutes Team er mit Pia Sander bildet und welch soziale Kompetenz sie hat. Wieder einmal ist mir beim Lesen aufgefallen, wie detailliert sich die Autorin vor dem oder während des Schreibens zu einem Thema informiert. Ich denke hierbei insbesondere an die Beschreibungen zur Berechnung der Zündmenge bei einer Gasexplosion. Ich hatte mich gewundert, dass Anfang des Buchs ein Personenverzeichnis aufgeführt ist. Aber dann beim Lesen war ich Nele Neuhaus dankbar dafür, denn wer kann sich ein ganzes Dorf samt Verwandschaftsverhältnissen, selbst beim aufmerksamsten Lesen, 100%ig merken. Dieser Krimi liest sich also nicht mal so schnell zwischendurch. Mir hat er ausgesprochen gut gefallen, die Lesestunden damit habe ich genossen. Von mir gibt es 5 wohlverdiente Lesesterne und ich hoffe, dass es noch weitere Taunus-Krimis von Nele geben wird.
Leider nur teilweise überzeugend - der Schluss hat es gerettet
von SteffiKa - 25.10.2016
Inhalt (übernommen) Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. Kurz darauf wird eine todkranke Frau in einem Hospiz erdrosselt. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen führen Pia un ihn in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand - und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an der man besser nicht rührt. Charaktere Vorab möchte ich sagen, dass ich nicht alles Bände von Nele Neuhaus¿ Taunuskirmis gelesen habe. Somit kann ich leider nicht viel zur Entwicklung der beiden Hauptcharaktere Pia und Oliver sagen. Aber ich hab die beiden wieder sofort ins Herz geschlossen. Pia scheint reifer geworden zu sein und wieder etwas von ihrer Selbstsicherheit zurück gewonnen zu haben. Oliver hat auf mich einen müden Eindruck gemacht. Ich konnte spüren, wie er sich fühlt: Am Ende seiner Kräfte. Deshalb scheint dies auch vorerst sein letzter Fall zu sein. Schreibstil Anfangs hatte ich Probleme ins Buch und die manchmal verzwickten Verwandschaftsverhältnisse der restlichen Charakter zu finden. Zum Glück befand sich ein Personenverzeichnis im Buch, in dem ich sehr oft nachschlagen musste. Interessant fand ich auch die Karten, anhand derer man sich die verschiedenen Fund- und Wohnorte der Leichen und Verdächtigen super nachvollziehen konnte. Man war als Leser mittendrin, statt nur dabei. Ich hatte das Buch zwar innerhalb von zwei Tagen durch, doch muss ich leider sagen, dass mir die Ermittlungsarbeiten zu zäh und zu langwierig von statten gingen. Darunter hat für mich die Spannung gelitten. Ich wollte zwar wissen, wie es weitergeht, hatte aber keine Probleme, das Buch dennoch zur Seite zu legen. Einzig und allein die Auflösung am Schluss hat es für mich wieder rausgerissen: Überzeugend, überraschend und emotional. Fazit Ein trotz der Längen und zähen Ermittlungen überzeugender Kriminalroman - der Schluss hat es aber ausgemacht.
Mit viel Spannung
von SLovesBooks - 07.11.2016
Meine Meinung: Ich kenne die Nele Neuhaus Krimis bisher nicht. Trotzdem habe ich mich, nach der ganzen Werbung, die so umfassend auf allen Portalen für dieses Buch gemacht wird, an einen Reiheneinstieg bei Band 8 getraut. Ich muss sagen, dass es mir gar nicht schwer gefallen ist. Ich hatte ehrlich gesagt mehr Bedenken. Jedoch hatte ich niemals das Gefühl im Hintertreffen zu sein, weil ich etwas von vorherigen Fällen nicht wusste. Das hat der Spannung des aktuellen Falles keinen Abbruch getan. Beim Thema Spannung mache ich dann gleich weiter. Dieser Krimi hat mich wirklich richtig mitgenommen. Ich war nach dem zweiten Kapitel bereits vom Buch gefesselt. Er war durchgehend auf einem hohen Spannungsniveau. Außerdem hat es die Autorin geschafft mich durch geschickte Wendungen immer wieder an der Nase herumzuführen. Miträtseln war für mich bei diesem Krimi an der Tagesordnung. Die Charaktere waren auch sehr interessant angelegt. Die Ermittler und ihre Eigenarten haben mir gut gefallen. Ich mag dieses Team. Aber auch due Charaktere des aktuellen Falles waren zunächst undurchschaubar. Es ist eine relativ große Anzahl an Charakteren in diesem Buch enthalten, die aber in einem Personenregister festgehalten sind, um das Lesevergnügen zu erleichtern. Das Register hat sich für mich als wertvoll erwiesen. Der Fall lässt an Ideenreichtum und Spannung, sowie Nervenkitzel nicht zu wünschen übrig. Insgesamt bin ich von diesem Buch wirklich überzeugt. Mich hat es gut unterhalten.
Ein superspannender achter Fall für das Ermittlerteam aus dem Taunus
von Krimine - 23.10.2016
Im Wald bei Ruppertshain gerät ein Wohnwagen in Brand und sorgt dafür, dass ein Unbekannter einen grausamen Feuertod stirbt. Doch wer ist der Fremde, der seinen Aufenthalt in einer Feriensiedlung geheim halten wollte und dafür mit dem Leben bezahlt? Eine Frage, die sich die zuständigen Kommissare Oliver von Bodenstein und Pia Sander stellen und dabei auf eine todkranke Rentnerin stoßen, die sich in einem Hospiz pflegen lässt. Diese allerdings wird von fremder Hand erstickt, bevor sie sie befragen können und von da an ist den beiden erfahrenen Ermittlern klar, dass hinter den verübten Verbrechen eine Mordserie steckt. Immer wieder stoßen Oliver und Pia während ihrer Ermittlungen auf ein altes Geheimnis aus der Vergangenheit und auf einen verschwundenen Jungen, der eine ganz besondere Bedeutung für die plötzlich sehr verschwiegene Dorfbevölkerung hat. Ein Wohnwagen, der in Flammen aufgeht und ein Mörder, der sich gezwungen sieht, zu richten. Ein spannender achter Fall für das erfolgreiche Team aus dem Taunus, das wieder einmal in Sachen Mördersuche unterwegs ist. Doch bevor Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff herausfinden, wer der Flammenteufel ist und welches Motiv er für seine grausam verübte Mordserie hat, müssen sie sich erst einmal mit einem Dickicht aus Lügen und alten Geheimnissen auseinandersetzen, das gleich eine ganze Dorfgemeinschaft betrifft. Und zu allem Unglück ist Oliver von Bodenstein auch noch dort aufgewachsen und muss nun im Kreise ehemaliger Schulkameraden ermitteln. Ein Fall, der sehr persönlich für ihn wird und ihm ordentlich an die Nieren geht. Voll gepackt mit ungewöhnlich vielen Figuren, mit einer ganzen Handvoll Opfern und einem Geflecht aus Ereignissen, die nur schwer zu durchschauen sind, präsentiert sich der neue Taunuskrimi und versteht es, spannend zu unterhalten. Dabei ist es fast unmöglich beizeiten zu erahnen, wer der Mörder ist, so geschickt hat Nele Neuhaus ihre Spuren gelegt und ausreichend Zweifel und Vermutungen gestreut. Deshalb sollte die Handlung aufmerksam verfolgt werden, um in dem ganzen Wirrwarr an potenziellen Verdächtigen, familiären Verstrickungen und parallel geführten Ermittlungen nicht den Faden zu verlieren und die Figuren richtig einordnen zu können. Diese übrigens sind wie gewohnt lebensecht und vielseitig geraten, wobei ein Teil von ihnen nur schwer zu durchschauen ist. Fazit: "Im Wald" ist ein spannender Krimi mit einer komplexen Handlung, einer gut durchdachten Story und einem Ermittlerteam, bei dem es Spaß macht, ihnen über die Schulter zu schauen. Doch leider ist "Im Wald" auch der vorerst letzte Fall mit Oliver von Bodenstein, der ein Jahr lang ein Sabbatical Anspruch nimmt. Hoffen wir mal, dass er danach wiederkommt.
Nicht ihr bester Krimi, dennoch spannend
von Natalie - 11.01.2017
Im Wald brennt ein Wohnwagen nieder. Zuerst scheint es sich nur um Brandstiftung zu handeln, doch dann wird eine Leiche in den Überresten gefunden. Und es bleibt nicht bei diesem Totem. Kurz darauf wird eine totkranke, alte Frau erwürgt. Besonders für den Ermittler Bodenstein geht dieser Fall nahe, denn er kannte die Tote gut. Zusammen mit Pia Kirchhoff führen die Ermittlungen zu einem Fall, der vierzig Jahre in der Vergangenheit liegt. Das ganze Dorf ist irgendwie in die vergangenen Ereignisse verwickelt, doch alle schweigen. Oliver Bodenstein und Pia Kirchhoff ermitteln wieder in gewohnter Manier. Wie auch im letzten Teil wird eine eher düstere und beklemmende Atmosphäre aufgebaut und nur wenig Humor, den man zweiweise von der Autorin kennt, eingebaut. Trotzdem halten sich auch die blutigen und brutalen Szenen in Grenzen und es wird viel auf die ermittlerischen und atmosphärischen Aspekte gesetzt. Neben den festen Charakteren - dem Ermittlerteam, Freunde und Familie der Hauptcharaktere - gibt es natürlich auch diverse Nebencharaktere, die den Fall gestalten. Hier liegt auch der große negative Punkt des Buches. Es sind einfach zu viele Charaktere, die in kurzer Zeit vorgestellt werden. Im Verlauf werden auch immer wieder die einzelnen Beziehungen und Verwandtschaften der Personen untereinander aufgegriffen, was sehr schnell unübersichtlich wird. Auch das Personenregister im Buch hilft hier nur bedingt weiter, da man sich so viele Namen und deren Verhältnisse zueinander einfach nicht merken kann. Das Buch fängt relativ gemächlich an und es braucht seine Zeit bis es wirklich in Fahrt kommt. Dadurch wirkt das Ende dann gestaucht und hektisch. Dieses Problem kommt bei vielen Krimis vor, dass am Anfang nichts voran kommt und zum Schluss plötzlich alles sehr schnell geht und sich die Ereignisse überschlagen. Der Fall an sich ist sehr spannend und mitreißend. Es handelt sich um ein sehr emotionales Thema und so mancher Leser wird sicher ein bisschen in die Irre geführt. Nicht der beste Krimi von Nele Neuhaus, dennoch ein solider Fall, der Spaß macht und gut unterhält.
Tödliches Schweigen und Bodensteins persönlichster Fall
von claudi-liest - 17.11.2016
Auf einem Campingplatz explodiert ein Wohnwagen, doch Kommisar Oliver von Bodenstein muss feststellen, dass dies nicht der Feuerteufel ist, der seit Wochen im Taunus sein Unwesen treibt. Im Wohnwagen befand sich jemand... und es war nicht die totkranke Besitzerin, denn diese wird kurze Zeit später erdrosselt aufgefunden. Alles scheint mit dem Verschwinden von Bodensteins bestem Freund vor 42 Jahren zusammenzuhängen. Bodenstein und Pia Sander (früher Kirchhoff) stoßen in Ruppertshain auf eine Mauer des Schweigens, die auch nach Jahrzehnten kaum zu durchbrechen scheint. Doch sie müssen schnell herausfinden, was damals passiert ist, denn der Mörder ist noch nicht am Ende seiner Mission... Im Wald ist bereits der 8. Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Sander, in dem vor allem Bodenstein an seine Grenzen gebracht wird. Schnell zeichnet sich ab, dass er fast alle Verdächtigen persönlich kennt und mit einigen als Kind sogar befreundet war... Doch wer von seinen damaligen Freunden könnte ein Mörder sein? Wer Nele Neuhaus Krimis kennt und schätzt, wird auch den neuen Teil lieben. Die Taunusregion als Setting ist wieder gewohnt liebevoll und detailliert ausgearbeitet, genauso wie die verschiedenen Personen aus deren Sicht man die Geschichte erlebt. Dieses Mal hat Neuhaus aber selbst für ihre Verhältnisse unheimlich viele Verdächtige und Personen in die Geschichte eingefügt, so dass auch das eigentlich sehr sinnvolle Personenregister irgendwann nicht mehr weiterhilft. Mehr als einmal musste ich zurückblättern und noch einmal nachlesen, wer denn nun Person X war und wie sie mit Person Y verwandt, verschwägert, verfeindet oder wahlweise alles zusammen, war. Das hat leider den Lesefluss gestört und die Spannung augebremst. Hier hätten Altersangaben im Personenregister schon etwas geholfen, denn so kam ich einfach zu oft durcheinander. Nele Neuhaus Stil ist jedoch wie immer toll zu lesen- spannend, kurzweilig und der immer wieder einfließende Dialekt ist witzig. Dazu ließen die vielen geschickt gelegten falschen Fährten (dafür ist Neuhaus bekannt!) die Seiten nur so an mir vorbeifliegen. Ein Kritikpunkt für mich war der Täter - da ich alle Romane der Reihe kenne, war mir zu schnell klar, wer es ist. Neuhaus hat da einen ganz bestimmtes Täterprofil . Das ist etwas schade. Allerdings weiß ich aus einer Leserunde, dass es der absoluten Mehrzahl der Leser nicht so ging und die meisten absolut überrascht über die Auflösung waren. Fazit: Für Neuhausfans ist auch dieses Buch ein echtes Muss. Die Ermittler sind mir über so viele Jahre ans Herz gewachsen, so dass ich bei diesem Fall ganz besonders mitgefiebert und mitgelitten habe. Leser, die noch kein Buch der Reihe kennen, könnten noch mehr Probleme mit den vielen Namen und den häufigen Anspielungen auf vergangene Teile haben, sollten sich Neuhaus als Krimifans aber nicht entgehen lassen! Einen Punkt ziehe ich für das häufige Zurückblättern ab. Das hat mich einfach sehr gestört. www.claudi-liest.blogspot.de
Nele Neuhaus - Meisterin ihres Genres
von Hagazussa - 25.10.2016
Nele Neuhaus, eine Meisterin ihres Genres hat mit dem Krimi "Im Wald" mir wieder einmal mehr einen soliden spannenden Krimi abgeliefert. Obwohl ich bis dato noch keinen Roman aus dieser Reihe gelesen habe und dieser bereits der 8. Fall ist, habe ich mich gut einlesen und auch die Protagonisten auseinander halten können. Die Hauptakteure Pia Sander und Oliver von Bodenstein sind sehr sympathische Charaktere, gerade weil nicht fehlerlos. Die Story ist spannend und lässt gerade zum Ausgang des Buches nicht mehr los. Die Schriftgröße ist angenehm zu lesen, das Papier hochwertig und nicht zu dünn. Dadurch entstand ein ziemlicher Wälzer, der zu Zeiten des eBooks eine Herausforderung an meine Handgelenke stellte. Jedoch hat der atmosphärisch schöne Umschlag mit den erhabenen Schriftzügen das wieder wett gemacht. Ich liebe es, während des Lesens mit den Fingern solche Schriftzüge nachzufahren.
Der kleine Kieselstein, der den Erdrutsch auslöst
von Gisel - 19.11.2016
Im Wald bei Ruppertshain geht mitten in der Nacht ein Wohnwagen in Flammen auf, eine Leiche wird gefunden. Oliver von Bodenstein und Pia Sander beginnen mit den Ermittlungen. Kurz danach gibt es eine weitere Tote, eine alte Frau aus Ruppertshain wird im Hospiz ermordet. Was verbindet diese beiden Taten? Als Ruppertshainer beginnt von Bodenstein sich zu erinnern an Begebenheiten von 1972, als sein geliebter Fuchs Maxi und sein Freund Artur spurlos verschwanden. Kann diese alte Geschichte von damals erneut ihre Bahnen ziehen? Kann ein solch kleiner Kieselstein einen so großen Erdrutsch auslösen? In ihrem achten Fall mit Oliver von Bodenstein und Pia Sander geht Nele Neuhaus in die Jugendzeit ihres Ermittlers und lässt einen alten Kriminalfall aufleben, der mehrere Morde im Jahr 2014 nach sich zieht. Damit erreicht sie eine besondere Betroffenheit sowohl bei den Ermittlern wie auch beim Leser, der die Geschichte somit selbst hautnah miterlebt. Es ist von Bodensteins letzter Fall, denn er möchte sich ein Sabbatjahr gönnen, und es wird sein emotionsgeladenster Fall werden. Mit seinen 550 Seiten ist das Buch ein ziemlicher Schmöker geworden, der mit einem Prolog die Fährte für die weitere Erzählung legt. Das Geheimnis, das schon zu Anfang hier gesät wird, bleibt sehr lange verschlossen, es dauert eine Weile und sehr viele Verwicklungen, bis die Ermittler (und mit ihnen der Leser) die Puzzleteile in der richtigen Reihenfolge zusammenlegen können. Die Autorin hat nicht nur eine, sondern gleich mehrere falsche Fährten gelegt, die nach und nach aufgedeckt werden, so dass der Spannungsbogen weiter gehalten wird. Dennoch verlangt sie vom Leser eine gewaltige Leistung ab, wenn sie von Bodenstein dermaßen betroffen sein lässt von den Geschehnissen aus der Vergangenheit, dass er sein Leben (und seine bisherigen Freunde, davon eine ganz speziell) neu überdenken muss. Das war mir persönlich etwas zu dick aufgetragen. Insgesamt aber hat mir das Buch einige spannende und kurzweilige Lesestunden beschert, die Geschichte ist gut aufgebaut und flüssig erzählt, so dass ich der Autorin auch weiterhin treu bleiben werde und auf weitere Fälle warte. Ob von Bodenstein sich wirklich so zurückziehen kann, wie es anfangs in diesem Band angekündigt wurde? Das wird sich noch zeigen. Eine klare Leseempfehlung von mir!
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