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Die sieben Dämonen

Roman. Deutsche Erstausgabe. Originaltitel: The Watch Gods. 'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Taschenbuch
Rätselhaftes Ägypten, voller Exotik, Magie und seit Jahrtausenden im Wüstensand verborgener Geheimnisse. Nicht nur die uralte Kultur und Geschichte dieses Landes übt eine ungeheure Faszination aus, sondern fast noch mehr das Bem&u... weiterlesen
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Die sieben Dämonen als Taschenbuch
Produktdetails
Titel: Die sieben Dämonen
Autor/en: Barbara Wood

ISBN: 3596121477
EAN: 9783596121472
Roman. Deutsche Erstausgabe.
Originaltitel: The Watch Gods.
'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'.
FISCHER Taschenbuch

Mai 1995 - kartoniert - 346 Seiten

Beschreibung

Rätselhaftes Ägypten, voller Exotik, Magie und seit Jahrtausenden im Wüstensand verborgener Geheimnisse. Nicht nur die uralte Kultur und Geschichte dieses Landes übt eine ungeheure Faszination aus, sondern fast noch mehr das Bemühen der Archäologen, der Wüste ihre Geheimnisse zu entreißen. Mark Davison, ein junger Ägyptologe, kann es nicht fassen. Die zugesicherte Professorenstelle wird ihm in letzter Sekunde doch entzogen. Seine Zukunft ist ungewiß. In dieser Situation wird ihm das verlockende Angebot gemacht, eine Ausgrabung in Ägypten zu leiten: Mark Davison erhält das Tagebuch eines Archäologen namens Ramsgate, der genau hundert Jahre zuvor eine Ausgrabung in Tell el-Amarna durchgeführt hatte. Das Tagebuch berichtet von unheimlichen, unblaublich erscheinenden Begebenheiten und bricht an der Stelle ab, als Ramgate gerade fündig geworden war. Mark ist durch den Inhalt des Tagebuchs wie elektrisiert. Aber was ihn dann in Ägypten erwartet, hätte er sich nicht im Traum vorgestellt.

Portrait

BARBARA WOOD ist international als Bestsellerautorin bekannt. Allein im deutschsprachigen Raum liegt die Gesamtauflage ihrer Romane weit über 13 Mio., mit Erfolgen wie >Rote Sonne, schwarzes Land<, >Traumzeit<, >Kristall der Träume< und >Dieses goldene Land<. 2002 wurde sie für ihren Roman >Himmelsfeuer< mit dem Corine-Preis ausgezeichnet. Barbara Wood stammt aus England, lebt aber seit langem in den USA in Kalifornien.

Leseprobe

S. 5 - 7



Ägypten - die Gegenwart



Er hielt in dem dunklen Gang inne, um sich den Schweiß vom Gesicht zu wischen, und dachte: So ist es also, wenn man stirbt...

Er hatte bereits eine lange Strecke auf allen vieren zurückgelegt, wobei er sich, auf seinen unverletzten Arm gestützt, teils kriechend, teils rutschend den etwa dreißig Meter langen Schacht hinuntergearbeitet hatte. Auch ohne Taschenlampe wußte er, daß er der Vorkammer schon sehr nahe war, denn ein widerlicher Gestank erfüllte die Luft.

Er lag auf dem Bauch; Schweiß triefte ihm von der Stirn, und in der rechten Schulter verspürte er dort, wo sein Arm aufgerissen worden war, einen rasenden, stechenden Schmerz. Der Knochen war glatt durchtrennt worden, der Arm hing schlaff herab und schlug immer wieder gegen die grob behauenen Wände des engen Schachts. Er war der letzte, der von der Expedition übriggeblieben war; die anderen sechs waren alle tot. Er wußte, daß ihm nicht mehr viel Zeit blieb. Wahrscheinlich stand ihm ein langer, qualvoller Todeskampf bevor, aber das war ihm im Augenblick gleichgültig Alles, worauf es jetzt ankam, war, in die Grabkammer zu gelangen, bevor er den Dämonen in die Hände fiel.

Dann wäre es endlich vorüber.

Da er wußte, daß die Zeit schnell knapp werden würde, biß er die Zähne zusammen, stemmte sich auf seinen intakten Arm und robbte mühsam die letzten paar Meter voran. Plötzlich endete der Gang, er fiel ein Stück weit in bodenlose Dunkelheit hinunter und schlug mit voller Wucht auf den kalten Steinboden der Vorkammer auf. Einen Moment lang lag er wie gelähmt auf der Seite, und vor Schmerz hätte er am liebsten aufgeschrien.

Ich werde einfach so liegenbleiben und sterben, dachte er. Es wäre so verdammt leicht...

Aber er wußte, daß er das nicht konnte, noch nicht, nicht bevor er das vollbracht hätte, was zu vollbringen seine Pflicht war. Dann erst wäre es an der Zeit, sich die letzte Ruhe zu gö
nnen.

Ein Schmerz im Oberschenkel ließ ihn aufstöhnen und sich zur Seite rollen. Er spürte etwas Hartes unter sich und zog einen länglichen metallenen Gegenstand hervor. Eine Taschenlampe, die wohl jemand fallen gelassen hatte, der in panischem Schrecken geflohen war.

Er knipste sie an, und ein bernsteinfarbenes Licht erhellte den kleinen Raum. Er sah, daß er nicht allein war. Aha, flüsterte er, sich mühsam aufrichtend, hier seid ihr also.

Sieben schaurige Gestalten starrten in kalter Unbeweglichkeit auf den Eindringling herab; ihre Gesichter waren im Profil gezeichnet, das Auge einer jeden auf ihn gerichtet.

Ihr Dreckskerle, stieß er keuchend hervor. Seine Kehle war völlig ausgetrocknet. Noch habt ihr nicht gewonnen. Nicht, solange ich noch einen Funken Leben in mir habe. Ich bin noch nicht... besiegt ...

Die sieben Gestalten gaben keine Antwort, denn es waren nur an die Wand gemalte Figuren:

Amun der Verborgene, seine nackte und muskulöse Gestalt war ganz aus Gold.

Am-mut der Gefräßige, ein Untier mit den Hinterbeinen eines Nilpferds, den Vorderbeinen eines Löwen und dem Kopf eines Krokodils.

Apep der Schlangenartige, eine menschliche Figur, bei der sich anstelle eines Kopfes das Haupt einer Kobra erhob. Akhekh der Geflügelte, eine Antilope mit Flügeln und dem Kopf eines phantastischen Vogels.

Der Aufrechte, ein auf den Hinterbeinen stehendes Wildschwein mit menschlichen Armen.

Die Göttin, die die Toten in Fesseln legt, eine zierliche, wohlgeformte Frau mit dem Kopf eines Skorpions.

Und schließlich Seth, der Mörder von Osiris, der gefürchtetste aller altägyptischen Dämonen, ein grauenerregendes Urtier mit flammend rotem Haar und glühenden Augen...

Grenzenlose Wut, die jede andere Regung in ihm erstickte, erfüllte den Mann. Ein Laut des Unmuts hallte von den kahlen Wänden wider. Er ließ die Taschenlampe fallen, warf den Kopf zurück und schrie: Ihr werdet mich
nicht besiegen!

Blitzartig tauchten Schreckensszenen in seiner Erinnerung auf, Szenen, die er aus seinem Gedächtnis hatte verbannen wollen: wie sechs Menschen, jeder auf eine andere, unbeschreiblich grausame Weise, zu Tode gekommen waren. Einer nach dem anderen waren die Expeditionsteilnehmer von einer unsichtbaren, übernatürlichen Kraft niedergestreckt worden, jeder von ihnen das Opfer eines der sieben, die das Grab bewachten. Einer nach dem anderen. Alle waren sie tot. Alle waren sie umgebracht worden. Er allein war übriggeblieben. Er war als letzter an der Reihe.

Der Mann begann zu schluchzen. Ich werde gegen euch kämpfen... Ich werde es bis zu den Särgen schaffen, und dann ist alles überstanden ...

Der Raum fing an, sich vor seinen Augen zu drehen; er wußte, daß er im Sterben lag. Das Entsetzen hatte die Blutung an seiner Schulter zum Stillstand gebracht.

Er fiel auf den Rücken und schlug mit dem Kopf gegen den Steinboden. Die Dunkelheit um ihn her nahm ab und wieder zu. Einen Augenblick lang befand er sich in einem Dämmerzustand, dann sah er wieder alles scharf. Verzweifelt schrie er: Ihr Mistkerle, mußtet ihr unbedingt auch sie töten?

Dann erinnerte er sich an die Sarkophage: der eigentliche Grund, warum er überhaupt hierhergekommen war - drei Wochen zuvor. Die hermetisch verschlossenen Pharaonensärge, welche die Antworten auf alle Rätsel enthielten. Drei schreckliche, ja verhängnisvolle Wochen lagen hinter ihm. Davor - vier ereignisreiche Monate, seitdem alles angefangen hatte, und mit jeder Sekunde war er diesem unglaublichen Augenblick unausweichlich näher gerückt; dem Augenblick, in dem er herausfinden würde, wer hier begraben lag und warum das Geheimnis dieser Toten so sorgsam, mit so furchtbar viel Mühe gehütet worden war...

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