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Libussa

Trauerspiel in fünf Aufzügen. 'Reclam Universal-Bibliothek'. KART.
Taschenbuch
Grillparzers Märchendrama »Libussa« ist Dichtung über mythische Weisheit und Sehertum ebenso wie Zeitkritik durch Adelssatire. Den Gehalt der altböhmischen Libussa-Sage und Legende von der Gründung der Stadt Prag fa&szli... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Libussa
Autor/en: Franz Grillparzer, Helmut Bachmaier

ISBN: 3150043913
EAN: 9783150043912
Trauerspiel in fünf Aufzügen.
'Reclam Universal-Bibliothek'.
KART.
Reclam Philipp Jun.

Januar 1986 - kartoniert - 96 Seiten

Beschreibung

Grillparzers Märchendrama »Libussa« ist Dichtung über mythische Weisheit und Sehertum ebenso wie Zeitkritik durch Adelssatire. Den Gehalt der altböhmischen Libussa-Sage und Legende von der Gründung der Stadt Prag faßt Grillparzer selbst zusammen als »Streit über den Vorrang der Männer vor den Weibern« und als »Widerstreit der Gefühls- und Verstandeswelt des goldenen Weltalters und der nüchternen Ordnung«.

Portrait

Franz Grillparzer, 15.1.1791 Wien - 21.1.1872 ebd., Sohn eines Wiener Rechtsanwalts arbeitete nach Abschluss seines Jurastudiums (1807-11) zunächst als Privatlehrer, war dann Praktikant an der Hofbibliothek und hatte von 1813 an verschiedene Beamtenstellen inne (Hofkammer, Finanzministerium); von 1832 bis zu seiner Pensionierung als Hofrat 1856 amtierte er als Direktor des Hofkammerarchivs. 1816 lernte er Joseph Schreyvogel, den Direktor des Burgtheaters, kennen, der zu seinem wichtigsten Förderer wurde und 1817 'Die Ahnfrau', 1818 'Sappho' mit großem Erfolg aufführte. Nach dem Suizid seiner Mutter unternahm G. 1819 eine Italienreise; das nach seiner Rückkehr in einem Almanach 1821 veröffentlichte Romgedicht 'Campo vaccino' brachte ihm mit der Gegenüberstellung von großer Vergangenheit und 'neuer, flacher Zeit' den Ruf des Radikalismus ein und sorgte damit auch für künftige Zensurprobleme. Weitere Reisen führten ihn nach Deutschland (1826, 1847), Paris und London (1836) sowie Konstantinopel und Athen (1843). 1861 wurde er zum Mitglied des österreichischen Herrenhauses auf Lebenszeit ernannt. Nach dem Misserfolg seines Lustspiels 'Weh' dem, der lügt!' (UA 1838), zog sich G. vom Theater zurück; seine späten Stücke wurden erst postum veröffentlicht. G.s Dramatik verbindet Momente des spanischen Barocktheaters, der Wiener Theatertradition und der Weimarer Klassik, ohne die Spannungen zwischen zeitenthobener Ordnungsvorstellung und geschichtlicher Veränderung bzw. neuzeitlichem Subjektivismus verleugnen zu können. Er versuchte sich in den verschiedensten dramatischen Gattungen - Schicksalstragödie, Künstlerdrama, Besserungsstück, Traumspiel, Geschichtsdrama, Liebestragödie -, nahm deren Traditionen auf und erweiterte zugleich ihre Ausdrucksmöglichkeiten durch eine psychologisierende Charakterdarstellung und die Einbeziehung der Widersprüchlichkeit der Erfahrungen der Moderne. Gerade aus seinem Konservatismus heraus griff er die Degeneration des habsburgischen Herrscherhauses an, so wie er andererseits nach anfänglicher Bejahung der Revolution von 1848 durch diese den Zerfall des Staates durch separatistische Tendenzen befördert sah. Die Widersprüchlichkeit, die er sich selbst in seinen autobiographischen Schriften und Tagebüchern zuschrieb, und die Problematik der künstlerischen Existenz unter dem Regime Metternich reflektiert - vieldeutig - die Erzählung 'Der arme Spielmann'.

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