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Die Zeugin

Thriller. Originaltitel: The Witness. 'Blanvalet Taschenbücher'.
Taschenbuch
Wie durch ein Wunder überleben die junge Anwältin Kendall Deaton und ihr Baby einen schweren Autounfall. Der Fahrer des Wagens hingegen kann sich an nichts mehr erinnern. Kendall gibt zu Protokoll, daß es ihr Ehemann sei. Doch warum w... weiterlesen
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Die Zeugin als Taschenbuch
Produktdetails
Titel: Die Zeugin
Autor/en: Sandra Brown

ISBN: 3442350123
EAN: 9783442350124
Thriller.
Originaltitel: The Witness.
'Blanvalet Taschenbücher'.
Übersetzt von Christoph Göhler
Blanvalet Taschenbuchverl

Mai 1998 - kartoniert - 512 Seiten

Beschreibung

Wie durch ein Wunder überleben die junge Anwältin Kendall Deaton und ihr Baby einen schweren Autounfall. Der Fahrer des Wagens hingegen kann sich an nichts mehr erinnern. Kendall gibt zu Protokoll, daß es ihr Ehemann sei. Doch warum will sie ihn dann so verzweifelt wieder loswerden?


Portrait

Sandra Brown arbeitete mit großem Erfolg als Schauspielerin und TV-Journalistin, bevor sie mit ihrem Roman Trügerischer Spiegel auf Anhieb einen großen Erfolg landete. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten internationalen Autorinnen, die mit jedem ihrer Bücher die Spitzenplätze der New-York-Times-Bestsellerliste erreicht! Ihren großen Durchbruch als Thrillerautorin feierte Sandra Brown mit dem Roman Die Zeugin, der auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten kletterte - ein Erfolg, den sie mit jedem neuen Roman noch einmal übertreffen konnte. Sandra Brown lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Texas und South Carolina.

Leseprobe

Der S'ling nuckelte an der Brust seiner Mutter.
'Er strahlt wirklich Lebensfreude aus', meinte die Schwester. 'Irgendwie sieht man es einem Baby einfach an, ob es zufrieden ist oder nicht. Ich meine, das hier ist es.'
Kendali konnte sich nur ein schwaches L'eln abringen. Sie brachte kaum einen zusammenh'enden Gedanken zustande, von einer richtigen Unterhaltung ganz zu schweigen. Immer noch versuchte sie, die Erkenntnis zu verdauen, da'sie und ihr Kind den Unfall 'berlebt hatten.
Ein d'nner gelber Vorhang schirmte im Untersuchungszimmer der Krankenhaus-Notaufnahme die Patienten notd'rftig vom Gang ab. Neben den wei'n Metallk'en mit den Verb'en, Spritzen und Schienen befand sich ein Edelstahlwaschbecken. Kendali sa'auf dem gepolsterten Untersuchungstisch in der Mitte der Kabine und wiegte ihren Sohn in den Armen.
'Wie alt ist er?' fragte die Krankenschwester.
'Drei Monate.'
'Erst drei Monate? Das ist aber ein kr'iges Kerlchen!' 'Er macht sich pr'tig.' 'Wie hei' er noch mal?' 'Kevin.'
Die Krankenschwester l'elte die beiden an und sch'ttelte dann staunend und voller Ehrfurcht den Kopf. 'Ein Wunder, da'Ihnen nichts passiert ist. Eine schreckliche Situation, meine Liebe. Sind Sie nicht durchgedreht vor Angst?'
Der Unfall war zu schnell passiert, als da'Kendali dem Geschehen h'e folgen k'nnen. Es hatte so gegossen, da'der Wagen praktisch schon aufgeprallt war, ehe man den umgest'rzten Baum gesehen hatte. Viel zu sp'hatte die Beifahrerin auf dem Vordersitz aufgeschrien, der Fahrer das Steuer herumgerissen und die Bremse durchgetreten.
Sowie die Reifen den Halt auf dem nassen Pflaster verloren, begann sich der Wagen um 180 Grad zu drehen, wurde erst von der Stra' und dann 'ber das weiche, schmale Bankett geschleudert, um schlie'ich die viel zu schwache Leitplanke niederzurei'n. Alles nahm seinen unab'erlichen Lauf.
Kendall h'rte wieder den L', mit dem der Wagen die 'berwucherte B'schung hinunterst'rzte. 'te kratzten die Lackierung auf,
sch'en die Gummileisten ab und schlugen die Radkappen weg. Die Fenster barsten. Felsen und Baumst'mpfe verbeulten die Karosserie. Merkw'rdigerweise gab im Wagen niemand einen Laut von sich. Wahrscheinlich hatte das Entsetzen ihnen die Sprache verschlagen.
Obwohl sie den unvermeidlichen letzten Aufprall lange kommen sah, 'berraschte es sie, mit welcher Wucht der Wagen bei seinem Absturz auf die massive Fichte prallte.
Dem Gesetz der Schwerkraft folgend, hoben sich die Hinterr'r steil an. Als das Fahrzeug endg'ltig zu Boden krachte, schlug es dumpf und massig wie ein t'dlich verwundeter B'ffel auf und gab dann einen pfeifenden Todesseufzer von sich.
Kendall hatte mit angelegtem Dreipunktgurt hinten gesessen und 'berlebt. Obwohl der Wagen obendrein gef'lich schief an dem absch'ssigen Hang klemmte, schaffte sie es, mit Kevin in den Armen aus dem Wrack zu klettern.
'Das Gel'e da drau'n ist ziemlich unwegsam', bemerkte die Krankenschwester. 'Wie, um alles in der Welt, sind Sie aus dieser Schlucht rausgekommen?'
Das war nicht leicht gewesen.
Sie hatte gewu', da'es schwierig werden w'rde, sich zur Stra' hochzuhangeln, aber hatte untersch't, wieviel Kraft sie der Aufstieg kosten w'rde. Kevin in ihren Armen zu halten, hatte das Ganze doppelt erschwert.
Das Gel'e schenkte ihr nichts, das b'swillige Wetter genauso wenig. Der Boden war nur noch schlammiger Morast. Dar'ber breitete sich ein verfilzter Pflanzenteppich, durch den sich immer wieder scharfkantige Felsen bohrten. Der Regen peitschte fast waagerecht durch die Luft und hatte sie in wenigen Minuten bis auf die Haut durchn'.
Noch bevor sie ein Drittel des Weges geschafft hatte, begannen die Muskeln in Armen, Beinen und im R'cken zu ermatten und vor 'eranstrengung zu brennen. Die ungesch'tzte Haut wurde durchbohrt, zerkratzt, aufgerissen, blaugeschlagen, wundgepeitscht. Mehr als einmal meinte sie, es nie zu schaffen, und h'e am liebsten aufgegeben, um sich hinzulegen und zu schlafen, bis di
e Natur ihr Leben und das ihres Kindes forderte.
Aber der 'erlebensinstinkt war st'er als diese verlockende Unterwerfung, deshalb k'fte sie weiter. Schlingpflanzen und Felsen als Halt und Fu't'tzen nutzend, zog sie sich hoch, bis sie endlich die Stra' erreichte, wo sie in der Hoffnung auf Hilfe dahinwankte.
Sie war am Rande des Deliriums, als sich zwei Scheinwerfer durch den Regenschleier bohrten. Erleichterung und Ersch'pfung 'berw'igten sie. Statt dem Auto entgegenzulaufen, sank sie auf dem Mittelstreifen der schmalen Landstra' zusammen und wartete darauf, da'das Auto vor ihr hielt.
Ihre Retterin war eine schwatzhafte Frau unterwegs zu einer Mittwochabendpredigt. Sie setzte Kendall beim n'stbesten Haus ab und meldete den Unfall. Zu ihrem Erstaunen erfuhr Kendall sp'r, da'sie nur eine Meile von der Unfallstelle entfernt gewesen war, als die Frau sie aufgelesen hatte. Ihr war es eher wie zehn vorgekommen.
Ein Krankenwagen brachte sie und Kevin ins n'ste Ortskrankenhaus, wo man sie gr'ndlich untersuchte. Kevin war unverletzt. Sie hatte ihn gerade gestillt, als der Wagen 'ber den Abhang geschossen war. Instinktiv hatte Kendall ihn an ihre Brust gepre' und sich vorgebeugt, ehe der Schultergurt einrastete und sie zur'ckhielt. Ihr K'rper hatte ihn gesch'tzt.
Zahllose Schnitte und Kratzer schmerzten sie zwar, waren aber harmlos. Die Glassplitter wurden ihr einzeln aus den Armen gezogen, ein unangenehmer und zeitaufwendiger Vorgang, der aber nicht der Rede wert war, wenn man bedachte, was ihr alles h'e zusto'n k'nnen. Ihre Wunden wurden desinfiziert; das angebotene Schmerzmittel lehnte sie ab, weil sie ihr Kind noch stillte.
Au'rdem mu'e sie sich jetzt, nachdem sie gerettet und ihre Wunden versorgt waren, einen Fluchtplan zurechtlegen. Beruhigungsmittel w'rden sie am Nachdenken hindern. Sie brauchte einen klaren Kopf, um ihr erneutes Verschwinden zu planen.
'Ist es okay, wenn der Hilfssheriff jetzt reinkommt?'
'Sheriff?' wiederholte Kendall.
Die Frage der Krankenschwester ri'sie aus ihren Gedanken.
'Er m'chte schon mit Ihnen reden, seit man Sie hergebracht hat, um den offiziellen Kram mit Ihnen zu kl'n.'
'Ach so. Nat'rlich, soll ruhig reinkommen!'
Kevin hatte sich sattgetrunken und schlief friedlich. Kendall zog das Krankenhaushemd zu, das man ihr gegeben hatte, nachdem man ihr die nassen, schmutzigen, blutigen Sachen ausgezogen und sie eine hei' Dusche genommen hatte.
Auf ein Zeichen der Krankenschwester hin trat der 'rtliche Gesetzesh'ter mit einem Begr''ngsnicken durch den Vorhang. 'Wie geht's Ihnen, Madam? Alles okay?' Er nahm h'flich die M'tze ab und sah sie ernst an.
'Es ist alles in Ordnung, glaube ich.' Sie r'perte sich und versuchte 'berzeugender zu klingen. 'Wir sind wohlauf.'
'Ich sch'e, Sie haben ganz sch'n Gl'ck gehabt, am Leben und heil und ganz zu sein, Madam.'
'Da gebe ich Ihnen recht.'
'Der Unfallhergang ist v'llig klar, mit dem umgest'rzten Baum mitten auf der Stra' und so weiter. Der Blitz hat ihn erwischt und genau 'ber der Wurzel gef't. Hier gie''s schon seit Tagen, der Regen h'rt wohl nie mehr auf. Alles ist 'berflutet. Wundert mich nicht, da'der Bingham Creek Ihren Wagen gleich fortgerissen hat.'
Von dem verbeulten Auto waren es nicht mal mehr als zehn Meter bis zum Flu'gewesen. Nachdem sie aus dem Wrack gekrochen war, hatte sie sich in den Schlamm gehockt und den Flu''stlich und fasziniert zugleich angestarrt. Das schlammige Wasser reichte hoch 'ber die Uferlinie und ri'Treibgut aller Art mit sich. Es zerrte an den B'en, die das normalerweise liebliche Ufer s'ten.
Sie schauderte bei dem Gedanken, was geschehen w', wenn ihr Wagen sofort nach dem Aufprall auf den Baum noch ein paar Meter weiter geschlittert w'. Entsetzt mu'e sie mitansehen, wie er nach einer Weile abw's rutschte und von dem tosenden Flu'verschlungen wurde.




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