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Wer will schon einen Traummann

Roman. Originaltitel: First Lady. 'Blanvalet Taschenbücher'. 'Wynette Texas'.
Taschenbuch
Vom Leben im goldenen Käfig hat Cornelia Litchfield Case die Nase voll. Trickreich gelingt der jungen, schönen Witwe des amerikanischen Präsidenten die Flucht in die Anonymität. Mat Jorik, als Witwer mit seinen beiden Töchter... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Wer will schon einen Traummann
Autor/en: Susan Elizabeth Phillips

ISBN: 3442353947
EAN: 9783442353941
Roman.
Originaltitel: First Lady.
'Blanvalet Taschenbücher'. 'Wynette Texas'.
Übersetzt von Gertrud Wittich
Blanvalet Taschenbuchverl

1. März 2001 - kartoniert - 416 Seiten

Beschreibung

Vom Leben im goldenen Käfig hat Cornelia Litchfield Case die Nase voll. Trickreich gelingt der jungen, schönen Witwe des amerikanischen Präsidenten die Flucht in die Anonymität. Mat Jorik, als Witwer mit seinen beiden Töchtern auf der Fahrt zur Großmutter unterwegs, nimmt die Anhalterin mit. Spontan verliebt Cornelia sich in die beiden Kinder, ehe sie den unverschämt gut aussehenden Vater unter die Lupe nimmt ...


Portrait

Susan Elizabeth Phillips ist eine der meistgelesenen Autorinnen der Welt. Ihre Romane erobern jedes Mal auf Anhieb die Bestsellerlisten in Deutschland, England und den USA. Die Autorin hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von Chicago.

Leseprobe

1
Cornelia Litchfield Case kitzelte es an der Nase. Im 'rigen eine sehr elegante Nase. Perfekte Form, diskret, damenhaft. Ihre Stirn war aristokratisch, ihre Wangenknochen anmutig geschwungen, aber nicht zu hervortretend, denn das h'e man f'r ordin'gehalten. Was Cornelia absolut fern lag. Tats'lich stammten ihre Vorfahren in direkter Linie von den Pilgerv'rn der Mayflower ab, was bedeutete, dass ihr Stammbaum den von Jacqueline Kennedy, einer ihrer ber'hmtesten Amtsvorg'erinnen, an Vornehmheit noch 'bertraf.
Ihr langes blondes Haar, das sie schon vor Jahren h'e abschneiden lassen, w' ihr Vater nicht dagegen gewesen, war zu einem tiefen Nackenknoten geschlungen. Sp'r hatte dann ihr Mann sie auf seine unnachahmlich sanfte Weise - er ging immer nur sanft mit ihr um - gebeten, sie m'ge es doch beim Alten belassen. Und hier war sie also, eine amerikanische Aristokratin mit einer Haartracht, die sie hasste, und einer Nase, die sie nicht kratzen durfte, weil Millionen von Menschen auf der ganzen Welt sie auf dem Fernsehschirm beobachteten.
Seinen toten Gatten begraben zu m'ssen konnte einem wahrhaftig den ganzen Tag verderben.
Sie erschauderte, versuchte jedoch tapfer, die aufsteigende Hysterie hinunterzuschlucken - doch ihre Beherrschung hing nur mehr an einem seidenen Faden. Lady Case zwang sich, ihre Aufmerksamkeit auf den wundersch'nen Oktobertag zu richten und darauf, wie herrlich die Sonne auf den gleichf'rmigen Grabsteinen des Arlington National Cemetery funkelte; aber der Himmel hing zu tief, die Sonne war viel zu nahe. Selbst die Erde schien n'r zu kommen und sie erdr'cken zu wollen.
Die beiden rechts und links von ihr stehenden M'er r'ckten dichter an sie heran. Der neue Pr'dent der Vereinigten Staaten ergriff sie beim Arm. Ihr Vater nahm ihren Ellbogen. Direkt hinter ihr stand Terry Ackerman, der engste Freund und Berater ihres Mannes, und sein Kummer schien sie wie eine gro', finstere Welle zu 'berrollen. Diese Herrengruppe erdr'ckte sie, na
hm ihr die Luft zum Atmen.
Cornelia hielt den Schrei, der sich aus ihrer Kehle l'sen wollte, zur'ck, indem sie die Zehen in ihren schwarzen Lederpumps kr'mmte, sich in die Innenseite ihrer Unterlippe biss und an den Song 'Goodbye Yellow Brick Road' dachte. Dieser Elton-John-Song erinnerte sie daran, dass er noch ein anderes Lied geschrieben hatte, eins f'r eine tote Prinzessin. Ob er nun auch ein Lied f'r den ermordeten Pr'denten schreiben w'rde?
Nein! Nicht daran denken! An ihre Haare konnte sie denken, an ihre juckende Nase. Daran, dass sie kaum mehr einen Bissen herunterbrachte, seit ihr ihre Sekret'n die Nachricht 'berbracht hatte, dass Dennis drei Blocks vom Wei'n Haus entfernt von einem fanatischen Waffenbesitzer, der glaubte, sein Recht auf das Tragen von Waffen beinhalte auch das Recht, den Pr'denten als Zielscheibe zu ben'tzen, niedergestreckt worden war. Den M'rder hatte noch am Tatort ein Polizeibeamter erschossen; aber das 'erte nichts an der Tatsache, dass der Mann, den sie einmal geliebt hatte, nun in einem schimmernden schwarzen Sarg vor ihr lag.
Da sie die kleine Emaillebrosche in Form der amerikanischen Flagge, die sie sich auf das Revers ihres schwarzen Kost'ms geheftet hatte, ber'hren wollte, entzog sie ihrem Vater den Arm. Es war der Anh'er, den Dennis so oft getragen hatte. Sie w'rde ihn Terry schenken. Am liebsten w'rde sie sich jetzt gleich zu ihm umdrehen und sie ihm geben, um seinen Kummer vielleicht ein wenig zu lindern.
Sie brauchte Hoffnung - etwas Positives, an das sie sich klammern konnte -, aber das war nicht leicht zu finden, nicht einmal f'r eine so 'berzeugte Optimistin wie sie. Doch dann kam ihr der rettende Gedanke '
Wenigstens war sie nicht mehr die First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika.
Vierundzwanzig Stunden sp'r wurde ihr jedoch selbst dieser Trost von Lester Vandervort, dem neuen US-Pr'denten, wieder genommen. Er stand im Oval Office und blickte sie 'ber Dennis Case's alten Schreibtisch hinweg
an. Die Schachtel mit den Mini-Milky-Ways, die ihr Mann immer in Teddy Roosevelts Frischhaltebox aufbewahrt hatte, war ebenso verschwunden wie seine Fotosammlung. Vandervort hatte noch nichts Pers'nliches hereingebracht, nicht einmal ein Foto von seiner verstorbenen Frau; doch sie wusste, dass sein Mitarbeiterstab dieses Versehen rasch korrigieren w'rde.
Vandervort war ein d'nner, asketisch wirkender Mann mit einem 'erst scharfen Verstand, aber wenig Humor. Und die Arbeit stellte seinen Lebensinhalt dar. Der vierundsechzigj'ige Witwer galt nun seit vorgestern als die begehrteste Partie der Welt. Zum ersten Mal seit Edith Wilsons Tod, achtzehn Monate nach Woodrow Wilsons Amtsantritt, gab es in den Vereinigten Staaten keine First Lady.
Die Oval-Office-R'e waren vollklimatisiert, die drei Stockwerke hohen Fenster hinter dem Schreibtisch kugelsicher, und sie hatte das Gef'hl, gleich ersticken zu m'ssen. Sie stand beim Kamin und starrte blind auf Rembrandt Peales Portr'von Washington. Die Stimme des neuen Pr'denten drang wie aus weiter Ferne zu ihr: '' m'chte nicht unsensibel sein und wei' was Sie im Moment durchmachen, aber leider bleibt mir keine Wahl. Ich habe nicht vor, noch einmal zu heiraten, und unter meinen weiblichen Angeh'rigen ist keine, die auch nur andeutungsweise in der Lage w', das Amt einer First Lady auszuf'llen. Es k' mir sehr gelegen, wenn Sie weitermachten!'
Ihre N'l gruben sich in ihre Handfl'en, als sie sich zu ihm umwandte. 'Unm'glich. Ich kann nicht.' Am liebsten h'e sie ihn angebr'llt, dass sie noch nicht einmal Zeit gehabt hatte, sich seit der Beerdigung umzuziehen; doch Gef'hlsausbr'che dieser Art hatte sie sich schon lange vor ihrer Zeit im Wei'n Haus abgew'hnt.
Ihr distinguierter Vater erhob sich von einem der beiden damastbespannten Sofas und nahm seine Prinz-Philip-Haltung ein - H'e hinter dem R'cken gefaltet, mit den F''n nach hinten wippend. 'Selbstverst'lich war das ein sehr schwerer Tag f'r dich, Cornelia. Morgen werden
dir die Dinge viel klarer erscheinen.'
Cornelia! Jeder, der ihr etwas bedeutete, nannte sie Nealy, blo'ihr Vater nicht. 'Ich werde meine Meinung nicht 'ern.'
'Aber nat'rlich wirst du', widersprach er. 'Diese Regierung braucht eine kompetente First Lady. Der Pr'dent und ich haben das Problem rundum er'rtert, und wir beide halten dies f'r die ideale L'sung.'
Normalerweise war sie eine durchaus selbstbewusste Frau - nur nicht, wenn es um ihren Vater ging, und sie bereitete sich auf einen Kampf vor. 'Ideal f'r wen? Nicht f'r mich!'
James Litchfield musterte sie auf diese herablassende Art, mit der er die Leute einsch'chterte, seit sie denken konnte. Ironischerweise verf'gte er jetzt als Parteivorsitzender 'ber mehr Macht als in den acht Jahren seiner Vizepr'dentschaft der Vereinigten Staaten. Als Erster hatte ihr Vater das Potenzial von Dennis Case, dem gut aussehenden, ledigen Gouverneur von Virginia, erkannt. Sein Ruf als K'nigsmacher fand dann vor vier Jahren seinen H'hepunkt, als er seine Tochter zum Altar f'hrte - als Braut eben jenen Mannes.
'Besser als jeder andere wei'ich, wie traumatisch das Ganze f'r dich sein muss', fuhr er fort, 'aber du bist nun mal das herausragendste und wichtigste Bindeglied zwischen der Case- und der Vandervort-Administration. Das Land braucht dich.'
'Du meinst wohl eher die Partei, nicht wahr?' Alle wussten, dass es Lester mit seinem fehlenden Charisma schwer haben w'rde, die n'sten Wahlen im Alleingang zu gewinnen. Er mochte ja ein f'ger Politiker sein, doch besa'er nicht einmal ein Qu'chen von Dennis Case's Starqualit'n.
'Wir denken dabei nicht nur an die Wiederwahl', log ihr Vater aalglatt, 'sondern auch an das amerikanische Volk. Du bist ein wichtiges Symbol f'r Stabilit'und Kontinuit''
Vandervort meldete sich forsch zu Wort. 'Sie behalten nat'rlich Ihr altes B'ro und Ihren bisherigen Mitarbeiterstab. Ich sorge daf'r, dass Sie alles bekommen, was Sie brauchen. Nehmen Sie sich einen Monat Zeit, um si
ch im Landhaus Ihres Vaters in Nantucket ein wenig zu erholen, und dann kehren Sie allm'ich wieder zu Ihren Aufgaben als First Lady zur'ck. Wir k'nnen ja mit dem Empfang f'r das diplomatische Corps anfangen. Und Mitte Januar sollten Sie sich f'r den G-8-Gipfel freihalten - auch der S'damerikabesuch ist 'erst wichtig. Aber das wird kein allzu gro's Problem f'r Sie sein, da diese Termine ja ohnehin in Ihrem Kalender stehen.'
An dieser Stelle schien ihm endlich einzufallen, dass sie nur deshalb in ihrem Kalender standen, weil sie sie an der Seite ihres goldblonden, strahlenden Gatten hatte absolvieren wollen. Mit leiserer Stimme f'gte er versp't hinzu: 'Nat'rlich f't Ihnen momentan das alles sehr schwer, Cornelia, aber der Pr'dent h'e gewollt, dass Sie weitermachen - au'rdem wird Ihnen die Arbeit helfen, besser mit Ihrem Kummer fertig zu werden.'
Bastard! Sie h'e ihm dieses Wort von Herzen gern ins Gesicht geschrien; doch war sie als Tochter ihres Vaters von Geburt an dazu erzogen worden, ihre Emotionen nicht zu zeigen - also tat sie es auch nicht. Stattdessen musterte sie ihre beiden Gegen'ber mit festem Blick. 'Es ist unm'glich. Ich will mein Leben wieder zur'ckhaben. Das steht mir zu!'
Ihr Vater kam 'ber den ovalen Teppich mit dem Pr'dentensiegel auf sie zugeschritten und nahm ihr noch mehr von der kostbaren Luft, die sie zum Atmen brauchte. Sie f'hlte sich wie eingekerkert und musste daran denken, dass Bill Clinton das Wei' Haus einmal das Kronjuwel im f'deralen Strafvollzugssystem der Vereinigten Staaten genannt hatte.
'Du hast weder Kinder noch einen Beruf', erinnerte ihr Vater sie. 'Du bist kein selbsts'chtiger Mensch, Cornelia, und hast gelernt, deine Pflicht zu tun. Wenn du dich ein wenig auf der Insel erholt hast, geht es dir sicher wieder besser. Das amerikanische Volk z't auf dich.'
Wie war das nur passiert?, fragte sie sich. Wie war sie zu einer so popul'n First Lady geworden? Ihr Vater schrieb es dem Umstand zu, dass die Leute sie hatt
en aufwachsen sehen; aber ihrer Meinung nach war es eher darauf zur'ckzuf'hren, dass sie von klein auf gelernt hatte, sich ohne gr''re Fehltritte in der 'fentlichkeit zu bewegen.
'Mir fehlt der Zugang zu den Menschen und das Geschick daf'r', schaltete sich nun Vandervort ein mit der brutalen Offenheit, die sie so oft an ihm bewunderte, obwohl sie ihn immer wieder Stimmen kostete. 'Sie k'nnen das ausgleichen.'
Vage fragte sie sich, was Jacqueline Kennedy wohl gesagt h'e, wenn LBJ mit einem derartigen Vorschlag an sie herangetreten w'. Aber Lyndon B. Johnson hatte keine Ersatz-First-Lady gebraucht. Er war mit einer der besten verheiratet gewesen.
Nealy hatte ebenfalls geglaubt, einen der Besten an ihrer Seite zu haben, doch es war anders gekommen. 'Nein, das kann ich nicht. Ich m'chte wieder ein Privatleben haben.'
'Dein Recht auf ein Privatleben ist durch deine Heirat mit Dennis hinf'ig geworden.'
Da irrte sich ihr Vater. Sie hatte es schon an dem Tag verloren, als sie als James Litchfields Tochter auf die Welt kam.
'er die siebenj'ige Nealy - lange bevor ihr Vater Vizepr'dent wurde - hatten die nationalen Zeitungen eine Geschichte gebracht: wie sie ihr Osternest, das auf dem Rasen des Wei'n Hauses versteckt gewesen war, einem behinderten Kind schenkte. Nicht jedoch stand in der Zeitung, dass ihr Vater, damals noch Senator, ihr fl'sternd befohlen hatte, das Nest herauszur'cken, und dass sie hinterher bitterlich geweint hatte 'ber diese angeordnete N'stenliebe.
Mit zw'lf und einer schimmernden Zahnspange im Mund war sie fotografiert worden, wie sie gerade Suppe in einer Washingtoner Obdachlosenk'che austeilte. Und die Dreizehnj'ige zierte gr'ne Farbe auf der Nase, weil sie bei der Renovierung eines Altersheims mithalf. Doch ihre Popularit'wurde f'r immer besiegelt, als man sie in 'hiopien fotografierte, wie sie ein verhungerndes Baby in ihren Armen hielt, w'end ihr Tr'n der Wut und Verzweiflung 'ber die Wangen liefen. Dieses Bild, das auf d
em Cover der Times erschien, brachte ihr f'r alle Zeiten den Ruf als die Verk'rperung des menschenfreundlichen Amerikas ein.
Die blassblauen W'e drohten auf sie zu fallen. 'Ich habe meinen Mann vor weniger als acht Stunden zu Grabe getragen und will jetzt nicht dar'ber reden.'
'Selbstverst'lich, meine Liebe. Wir k'nnen den Rest auch morgen besprechen.'
Am Ende vermochte sie sich sechs Wochen Schonzeit zu erk'fen, bevor sie wieder ihre Arbeit aufnahm: die Aufgabe, zu der sie von Geburt an erzogen worden war und die Amerika von ihr erwartete. First Lady zu sein.


2
Im Laufe der n'sten sechseinhalb Monate wurde Nealy so d'nn, dass die Zeitungen zu vermuten begannen, sie w' m'glicherweise magers'chtig. Mahlzeiten waren die reinste Tortur f'r sie. Nachts konnte sie nicht schlafen, und ihre akute Atemnot verschwand nie. Trotzdem diente sie dem Land gut als Lester Vandervorts First Lady ' bis ein kleines Ereignis das fragile Kartenhaus zusammenbrechen lie'
An einem Nachmittag im Juni stand sie in der Reha einer Kinderstation in Phoenix, Arizona, und sah einem kleinen lockigen, rothaarigen M'hen, dessen dicke Beinchen in zwei Schienen steckten, bei ihrem Gehversuch auf Kr'cken zu.
'Guck her!', rief der pummelige Rotschopf strahlend, st'tzte sich auf ihre Kr'cken und schickte sich an, den unglaublich m'hsamen Schritt zu tun. Was f'r ein Mut!
Nealy hatte noch nicht oft Scham versp'rt, doch nun wurde sie geradezu davon 'berw'igt. Dieses Kind hier k'fte so tapfer darum, sein Leben zur'ckzubekommen, w'end Nealy ihr eigenes an sich vorbeigehen lie'
Sie war weder feige noch unf'g, f'r sich selbst einzutreten; dennoch hatte sie das alles mitgemacht, weil ihr kein vern'nftiger Grund eingefallen war, der ihrem Vater oder dem Pr'denten klar gemacht h'e, warum sie die ihr von Kind an zugedachte Rolle nicht mehr spielen wollte.
Genau in diesem Augenblick traf sie eine Entscheidung. Sie wusste nicht, wie oder wann, aber sie w'rde sich befr
eien. Selbst wenn diese Freiheit blo'einen Tag - eine Stunde! - dauern sollte; zumindest w'rde sie es auf einen Versuch ankommen lassen.
Nealy wusste ganz genau, was sie wollte. Sie wollte einmal wie ein normaler Mensch leben: einkaufen gehen, ohne angestarrt zu werden, mit einem Eis in der Hand durch eine Kleinstadt bummeln und l'eln, einfach, weil ihr danach zumute war, nicht weil sie musste. Einmal wollte sie sagen k'nnen, was sie dachte, einmal einen Fehler machen. Sie wollte sehen, wie die Welt wirklich war, nicht herausgeputzt f'r einen offiziellen Besuch. Vielleicht w'rde sie dann ja herausfinden, was sie mit dem Rest ihres Lebens anfangen sollte.
Nealy Case, was willst du einmal werden, wenn du gro'bist? Als sie noch ganz klein war, hatte sie immer geantwortet: Pr'dent, aber jetzt hatte sie keine Ahnung mehr.
Aber wie konnte die ber'hmteste Frau Amerikas auf einmal ein ganz normaler Mensch werden?
Ein Hindernis nach dem anderen durchkreuzte ihren Sinn. Es kam nicht in Frage. Die First Lady konnte nicht einfach verschwinden. Oder doch?
Personenschutz setzte Kooperation voraus, und im Gegensatz zu dem, was die meisten Leute dachten, war es durchaus m'glich, dem Secret Service zu entschl'pfen. Bill und Hillary Clinton hatten sich in der Anfangszeit seiner Regierung einmal davongestohlen, waren jedoch unmissverst'lich ermahnt worden, dass sie sich diese Art von Freiheit nun nicht mehr leisten konnten. Kennedy trieb den Secret Service mit seinem dauernden Verschwinden in den Wahnsinn. Ja, irgendwie wollte sie ihre Fesseln abwerfen - aber es h'e keinen Sinn, wenn sie sich nicht frei bewegen k'nnte. Jetzt kam es darauf an, einen Plan auszuhecken.
Einen Monat sp'r war es so weit.
An einem Vormittag im Juli, etwa gegen zehn Uhr, gesellte sich eine 'ere Dame zu einer Besuchergruppe, die soeben durch die R'e des Wei'n Hauses gef'hrt wurde. Sie hatte wei's, dauergewelltes Haar mit Korkenzieherl'ckchen, trug ein gr'n-gelb kariertes Kleid und e
ine gro' Plastiktasche. Ihre knochigen Schultern beugte sie nach vorn, ihre d'nnen Stelzen steckten in St'tzstr'mpfen und ihre F'' in einem Paar bequemer brauner Schn'rschuhe. Durch eine gro' Brille mit einem Perlmuttrahmen und einer Falschgoldverzierung an den R'ern sp'e sie suchend in ihre Begleitbrosch're. Ihre Stirn war aristokratisch, die Nase klassisch, und ihre Augen leuchteten so blau wie der Himmel 'ber Amerika.




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