Intelligenz und IQ Was ist Intelligenz? Intelligenz ist für viele Menschen mit das wichtigste Persönlichkeitsmerkmal, und ein hoher Intelligenzquotient gilt als entscheidend für beruflichen Erfolg. Eine hohe Intelligenz steht auch bei vielen Eltern ganz oben auf der Wunschliste für ihre Kinder. Allerdings gehen die Meinungen darüber, was Intelligenz genau ist, teilweise weit auseinander. Wer in der Schule gute Noten hat, beruflich erfolgreich ist, schwierige Denkprobleme lösen kann oder ein umfangreiches Wissen hat, wird von den meisten Menschen als intelligent eingestuft. Andererseits gibt es eine Reihe von Fragen, die immer wieder gestellt werden: Ist Intelligenz der Schlüssel für Erfolg, Wohlstand und Glück? Kann man mit einem IQ-Test die Intelligenz überhaupt messen? Sind Männer intelligenter als Frauen oder umgekehrt? Ist Intelligenz angeboren, oder hängt sie von Erziehung und Umwelteinflüssen ab? Bis heute fehlt eine allgemein anerkannte Definition von Intelligenz, und esgibt fast ebenso viele Theorien über die Intelligenz wie Forscher, die sich mit ihr befassen. Der Psychologe Wilhelm Stern, der auch den Begriff IQ prägte, definierte Intelligenz als "allgemeine Fähigkeit eines Individuums, sein Denken bewusst auf neue Anforderungen einzustellen, sie ist allgemein geistige Anpassungsfähigkeit an neue Aufgaben und an neue Bedingungen des Lebens". Für den amerikanischen Intelligenzforscher David Wechsler ist Intelligenz "die globale Befähigung eines Individuums, zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich erfolgreich mit seiner Umwelt auseinander zu setzen". Wegen der vielen unterschiedlichen Meinungen und Diskussionen von Wissenschaftlern über Intelligenz und Intelligenzmessung wird oft folgende Aussage von Kritikern zitiert: "Intelligenz ist, was der jeweilige IQ-Test misst". Den meisten Definitionen ist gemeinsam, dass besonders folgende Fähigkeiten wesentlich für Intelligenz sind: Beziehungen und Zusammenhänge zwischen Sachverhalten erfassen und Schlussfolgerungen ziehen. Probleme durch Denken lösen und sich in neuen Situationen aufgrund von Einsichten zurechtfinden. Einigkeit herrscht darüber, dass sich Intelligenz aus unterschiedlichen geistigen Fähigkeiten zusammensetzt, die teilweise relativ unabhängig voneinander sind. Ein IQ-Test besteht deshalb gewöhnlich aus verschiedenen Einzeltests, womit diese Fähigkeiten untersucht werden: - Auffassungsgabe - Sprachbeherrschung - Analytisches Denken - Logisches und folgerichtiges Denken - Abstraktionsvermögen - Merkfähigkeit - Zahlenverständnis und Rechenfertigkeit - Räumliches Vorstellungsvermögen - Wahrnehmungstempo und -genauigkeit Mit Intelligenztests kann man die Intelligenz nicht vollständig messen. Zu den Bereichen der Intelligenz, die in gängigen Tests gar nicht oder nur unzureichend erfasst werden, gehören beispielsweise Fähigkeiten, die sich im praktischen Handeln und Problemlösen im Alltag zeigen, außerdem die soziale Kompetenz, auch die Kreativität eines Menschen. Jeder Intelligenztest spiegelt kulturelle Anforderungen wider. Es werden jeweils die Merkmale untersucht, die nach Meinung des Testautors wesentlich sind. Durch seine Aufgabenauswahl legt der Testautor fest, was er unter Intelligenz versteht, so dass jeder IQ-Test eine andere Art von Intelligenz misst. Wie gesagt: "Intelligenz ist, was der Intelligenztest misst." Normalerweise wird das Ergebnis des Tests in einen Normwert umgerechnet, der als Intelligenzquotient (IQ) bezeichnet wird. Dieser Wert gibt das relative Niveau der Intelligenz im Vergleich zu einer bestimmten Bezugsgruppe an. Aber Menschen mit gleichem IQ können sich in der Zusammensetzung ihrer geistigen Fähigkeiten und Begabungen stark unterscheiden. Deshalb ist das Ergebnis eines Intelligenztests erst dann aussagekräftig, wenn nicht nur ein IQ angegeben wird, sondern die Leistungen in den einzelnen Bereichen als Profil dargestellt werden, das Auf |