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Tyrannen müssen nicht sein

von Michael Winterhoff

Tyrannen müssen nicht sein
Warum Erziehung nicht reicht - Auswege

ISBN: 3-579-06899-7 /
978-3-579-06899-2
GÜTERSLOHER VERLAGSHAUS
Erscheinungsdatum: 1/2009
Medium: Hardcover
Gewicht: 359g


Info:
192 Seiten
21,5 cm
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17,95 EUR
 
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Klappentext

In seinem ersten Buch hat Michael Winterhoff gezeigt, dass und warum immer mehr Kinder zu Tyrannen werden - trotz aller pädagogischen Bemühungen. Jetzt weist er Wege aus der Krise.

Wenn Eltern, Erzieher/innen und Lehrer/innen ihre Verantwortung für die Psyche der Kinder ernst nehmen, können sie alle dazu beitragen, dass aus den kleinen Tyrannen wieder fröhliche und gesunde Kinder werden.

Der klassische Erziehungsbegriff muss dringend abgelöst werden durch ein Modell, das die psychische Reifeentwicklung des Kindes in Einklang bringt mit seinem körperlichen Alter. So kann ein erhebliches gesellschaftliches Konfliktpotential entschärft werden, und es wird wieder glückliche Kinder geben, die sich zu beziehungs- und arbeitsfähigen Erwachsenen entwickeln können.

Kurztext

Tyrannen müssen nicht sein:
Wie unsere Kinder wieder zukunftsfähig werden - und wie aus Kindern psychisch gesunde Erwachsene werden, die unsere Gesellschaft tragen können. Nach der bestürzenden Analyse jetzt die Grundlage für die Auswege aus der Krise

Leseprobe

Als im Januar 2008 mein Buch "Warum unsere Kinder Tyrannen werden" erschien, war ich auf vieles eingerichtet, aber nicht auf das, was mich in den kommenden Monaten erwarten sollte. Ich hatte mich jahrelang mit dem Gedanken getragen, meine Erkenntnisse zu publizieren, um sie einem breiten Publikum bekannt zu machen. Aber es sollte noch eine Weile dauern, bis ich das Gefühl bekam, die Stimmung unter meinen potenziellen Lesern sei nun derart günstig, dass mit einer interessierten Aufnahme des Buches zu rechnen sei.
Meine dennoch sehr zurückhaltenden Erwartungen wurden jedoch weit übertroffen. Unzählige Reaktionen von Lesern und nicht zuletzt die enorme Verbreitung des Buches haben gezeigt, dass ich direkt den Nerv der Zeit getroffen habe und die Grundlagen für meine Thesen von vielen Menschen nachempfunden werden konnten. Das Heraustreten aus den vier Wänden meiner Praxis, in denen meine Thesen entstanden sind, hat mir neben Bestätigung aber auch viele neue Anregungen und konstruktive Kritik gebracht. Einiges davon soll im vorliegenden Buch zur Sprache kommen und bekannte Aspekte des ersten Buches um bedeutende neue Facetten bereichern.
Ein paar wichtige Anmerkungen möchte ich an dieser Stelle vorausschicken, da sie zum Verständnis des Buches wichtig sind. Da ist zunächst einmal die Einordnung meiner Analyse. Vielfach hat man das Etikett des "Ratgebers", genauer gesagt, des "Erziehungsratgebers" auf das Buch geklebt und war der Meinung, es damit in eine sattsam bekannte und bereits gut gefüllte Schublade einordnen zu können. Das ist schlicht und ergreifend falsch. Als Psychiater bin ich weit davon entfernt, einen Ratgeber zu verfassen, der Menschen scheinbar einfache Regeln an die Hand gibt, mit denen sie ihr Leben (oder eben: ihre Kinder) endlich in den Griff bekommen. Das Leben ist mehrdimensional, selten gibt es einen Königsweg zur Erreichung eines bestimmten Zieles. Viele Wege führen bekanntlich nach Rom, und auch was die heranwachsenden Kinder betrifft,ist die ultima ratio noch nicht gefunden worden. Es kann sie meines Erachtens auch gar nicht geben.
Vor allem im Bereich der bis sechsjährigen Kinder ist die Entwicklung so diskrepant, dass eine generelle Erziehungslinie in Buchform quasi nicht vermittelbar wäre. Das bedeutet nicht, dass es keine Bücher gäbe, die viele interessante Aspekte zur Säuglings- und Kleinkindentwicklung aufzeigten. Nur den definitiven Ratgeber für den Umgang mit den Kleinen sollte man nicht erwarten. Zum Thema Kinder ab dem sechsten Lebensjahr gibt es auf dem Markt einige wenige sehr gute Bücher, indes auch viel überflüssige und verunsichernde Literatur, die meist von einem sehr funktionalen Verständnis der Kinderseele zeugt und Kindererziehung in Checklistenform abhandeln möchte.
Ich hingegen verstehe meine Ausführungen als Beitrag zu einer gesellschaftlich notwendigen Diskussion über die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu voll gesellschaftsfähigen sozialen Wesen. Dabei geht es im Übrigen nichtum angepasste Jasager, die sich anderen in devoter Art und Weise unterordnen, sondern um Menschen, die verstehen können, dass um sie herum andere Menschen leben, die ebenfalls berechtigte Bedürfnisse und Meinungen haben. Gerade weil wir oft beklagen, heute habe die Ellbogengesellschaft überhand genommen und es zähle nur noch konsequenter Individualismus oder, besser gesagt: Egoismus, ist es wichtig aufzuzeigen, wie die Entwicklung des Menschen so beeinflusst werden kann, dass das Entstehen dieser Egoisten verhindert wird.
Der Begriff des Egoisten führt mich zu einem weiteren Punkt, den ich an dieser Stelle ansprechen möchte. Manch einer hat sich am Begriff des "Tyrannen" gestoßen, der an markanter Stelle im Titel des Buches auftaucht und auch an einigen Textstellen wieder aufgegriffen wird. "Tyrannen", so wurde argumentiert, seien bewusst handelnde, grausame Diktatoren, die zielgerichtet das Leben anderer Menschen beeinflussen. Dieser Begriff dürfe folglich
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