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Volkserotik und Pflanzenwelt 1/2 als Buch
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Volkserotik und Pflanzenwelt 1/2

von Aigremont
2. , Aufl. Reprint der Ausgaben Leipzig und Halle 1907 und 1910. Mit Zeichnungen.
Buch (gebunden)
Seit frühester Zeit fühlte sich der Mensch mit der Pflanzenwelt verbunden. Er erkannte seine Verwandschaft mit der Natur, sah die Zeugung und Fruchtbarkeit in allen Lebewesen, verehrte Bäume und Pflanzen als etwas Göttliches. In der vorchristlichen Z … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Volkserotik und Pflanzenwelt 1/2
Autor/en: Aigremont

ISBN: 3861354225
EAN: 9783861354222
2. , Aufl. Reprint der Ausgaben Leipzig und Halle 1907 und 1910.
Mit Zeichnungen.
Herausgegeben von Christian Rätsch
VWB Vlg. F. Wissenschaft

1. Januar 1997 - gebunden - 165 Seiten

Beschreibung

Seit frühester Zeit fühlte sich der Mensch mit der Pflanzenwelt verbunden. Er erkannte seine Verwandschaft mit der Natur, sah die Zeugung und Fruchtbarkeit in allen Lebewesen, verehrte Bäume und Pflanzen als etwas Göttliches. In der vorchristlichen Zeit hatten viele Pflanzen erotische Benennungen, dienten zum Liebeszauber und -orakel oder wurden als Potenzmittel und Aphrodisiaka eingenommen. Auch hatte man die geheimen Kräfte der abtreibenden und verhütenden Pflanzen erkannt.
Dr. Aigremont hat sich zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts mit den Fruchtbarkeitskulten und der erotischen Ethnomedizin der Vorfahren beschäftigt und ein Buch über die Zeit geschrieben, in der sich 'der Naturmensch mit den Pflanzen noch völlig eins fühlte'.


Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 09.01.1998

Mit der Wirtin Nüsse knacken
Das erotische Pflanzen-Brevier des Dr. Aigremont

Vor etwa dreißig Jahren erreichten die Ausläufer der ersten deutschen Sexwelle auch das erzkatholische Westfalen. Schauplatz: Sonntagnachmittagsvorstellung im einzigen Kino einer Kleinstadt, die heute in Kreisen von Bierkennern einen guten Namen hat. Dutzende pubertierender Jungen und Mädchen versanken in den tiefroten Plüschsesseln und starrten gebannt auf die Kinoleinwand, auf die ein sogenannter Aufklärungsfilm projiziert wurde, die Schülersprache hatte einen lustigen Codenamen für ihn gefunden: "Das Wunder der Kartoffel - ein Film von Oswalt Knolle".

Die Schüler, die mit hochroten Ohren die Aufführung des berühmten Films von Oswalt Kolle verfolgten, werden nicht geahnt haben, wie eindeutig zweideutig die vermeintliche Tarnung war. Wer kannte schon 1968 den lange Zeit vergriffenen sexualwissenschaftlichen Klassiker ("Volkserotik und Pflanzenwelt"), in dem es über die Kartoffel heißt: "Ihre ovale Form ließ einen Vergleich mit den Hoden zu"?

Die Kartoffel ist aber nicht die einzige Pflanze, deren erotische Konnotation man nicht auf den ersten Blick erkennt. Wer denkt schon beim Anblick einer deutschen Eiche an Sex? Die Germanen taten es sehr wohl. Ihnen galt die Eiche als ein männlicher Baum, wie man bei "Dr. Aigremont" nachlesen kann. Seine Früchte erinnern an den oberen Teil des männlichen Glieds. Auch diente das Eichenlaub zur Behandlung bestimmter sexueller Leiden. Bei der Haselnuß tritt der erotische Bezug dagegen sehr viel deutlicher hervor. Wenn der Dichter Neidhart von Reuental im dreizehnten Jahrhundert schreibt, er habe mit einer hübschen Wirtin braune Nüsse geknackt, läßt sich die Anspielung auf den Beischlaf leicht erkennen. Während die Frucht der Haselnuß zur Metapher für das weibliche Geschlechtsteil wurde, lag bei der Haselgerte der Vergleich mit der männlichen "Rute" nahe. So gab es den Brauch, das Vieh, aber auch Frauen mit dieser "Lebensrute" leicht zu schlagen, also nicht zu züchtigen, damit sie fruchtbar wurden. Mit den Nüssen verband man dagegen die Vorstellung von einem reichen Kindersegen. Deshalb streute man angeblich in heidnisch-germanischer Zeit bei Hochzeiten Haselnüsse und knackte sie mit dem Hammer, dem Symbol des Phallus. Und auch die obligatorischen Wal-und Haselnüsse auf dem Weihnachtsteller sind ursprünglich Ausdruck eines verständlichen Wunsches, der auch im Vers des Weihnachtsliedes "Ihr Kinderlein kommet . . ." enthalten ist.

Wer hätte angesichts bestimmter Obstsorten keine unkeuschen Gedanken? Nicht erst seit dem berühmten Tanz der Josephine Baker im Bananenröckchen ist diese tropische Frucht zum Symbol für weibliche Laszivität und bestimmte, tabuisierte Sexualpraktiken geworden. Symbolisiert die Banane das männliche Geschlechtsteil, so verkörpert die Feige aus einleuchtenden Gründen das weibliche. Im Orient galt sie als Symbol der Fruchtbarkeit und der Fortpflanzung, und auch bei den Römern wurde das weibliche Geschlechtsorgan als "Feige" umschrieben. "Eine Feige machen", also den Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger stecken, ist eine obszöne Geste, die auch heute noch als Beleidigung aufgefaßt wird, in einigen Volkskulturen aber auch zur Abwehr des sogenannten "bösen Blicks" dienen soll.

Um dagegen herauszufinden, was die Birne so "sexy" macht, dazu muß der Interessierte erst bei "Dr. Aigremont" nachschlagen: "Das Volk vergleicht [. . .] die Formen der Birne mit den Formen gewisser Körperteile der Frau." Nicht erst in der bundesrepublikanischen Subkultur der achtziger Jahre findet sich jedoch ein Hinweis darauf, daß "Birne" auch in bezug auf das andere Geschlecht gebraucht wurde, nämlich in der für Leipzig belegten Redewendung "Er ist ein gebacken Birnmännchen", deren Bedeutung dem Rezensenten jedoch nicht ganz klargeworden ist.

Daß man "es" auch mit Blumen sagen kann, ist auch bei "Dr. Aigremont" zu erfahren. Kaum eine Blume gibt es, die nicht auch als sexuelles Symbol Verwendung findet. Noch heute weiß jeder, daß man einer verheirateten Frau nicht unbedingt einen Strauß roter Rosen mitbringen sollte. Auch Lilien sind nicht unproblematisch, heißt es doch schon im "Hohenlied": "Deine Brüstlein sind wie zwei Kitzlein . . ., die in den Lilien weiden." Luther übersetzte übrigens diese Stelle - aus welchen Gründen auch immer - falsch mit "Rosen". Wer weiß dagegen, daß das nicht nur als Grabschmuck beliebte Stiefmütterchen in einem Kräuterbuch von 1571 als "Unserer Frauen Fötzel" bezeichnet wird?

So dankbar man dem Herausgeber dieses Reprints, dem Ethnologen Christian Rätsch, auch sein muß, daß dieser volkskundliche und sexualwissenschaftliche Klassiker trotz der Problematik, die sich aus der angewandten Methode der Materialsammlung ergibt, wieder in einem Nachdruck vorliegt, so bleibt ihm doch der Vorwurf nicht erspart, daß das Vorwort eher nichtssagend ist und der Herausgeber offenbar nicht einmal weiß, daß es sich bei "Dr. Aigremont" um das Pseudonym des Sexualwissenschaftlers Schultze Freiherr von Gallera handelt. ROBERT JÜTTE

Dr. Aigremont: "Volkserotik und Pflanzenwelt". Band 1 und 2 in einem Band. Nachdruck der Ausgabe 1907/10. Verlag für Wissenschaft und Bildung Berlin 1997. 165 S. und 121 S., Abb., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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