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Briefe an Teixeira de Pascoaes als Buch
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Briefe an Teixeira de Pascoaes

Buch (gebunden)
Für Albert Vigoleis Thelen (1903-1989) war die Begegnung mit dem Werk des portugiesischen Mystikers und Dichters Teixeira de Pascoaes (1877-1952) durchaus schicksalhaft: Nach der Lektüre von Pascoaes' Werk über Paulus wußte er, daß er dieses Buch ins … weiterlesen
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Briefe an Teixeira de Pascoaes als Buch

Produktdetails

Titel: Briefe an Teixeira de Pascoaes
Autor/en: Albert Vigoleis Thelen

ISBN: 3931135470
EAN: 9783931135478
Herausgegeben von Antonio C Franco
Übersetzt von Ulrich Kunzmann
Weidle Verlag GmbH

Oktober 2000 - gebunden - 158 Seiten

Beschreibung

Für Albert Vigoleis Thelen (1903-1989) war die Begegnung mit dem Werk des portugiesischen Mystikers und Dichters Teixeira de Pascoaes (1877-1952) durchaus schicksalhaft: Nach der Lektüre von Pascoaes' Werk über Paulus wußte er, daß er dieses Buch ins Deutsche übertragen würde. Es sollte nicht die einzige Pascoaes-Übersetzung Thelens bleiben, die Bücher über Hieronymus und Napoleon (Napoleon. Spiegel des Antichrist, Weidle Verlag) folgten, dazu eine Sammlung von Aphorismen und, bislang unveröffentlicht, ein Band über Christus.

Die Briefe Thelens an den »verehrten Meister« zeigen seine Bemühungen um dessen Werk, das ohne ihn vermutlich nicht übersetzt worden wäre. Er reflektiert dabei die Exilproblematik: Die Bücher können nicht in Deutschland erscheinen. Und er berichtet manches aus dem eigenen Leben, so über seine Schwierigkeiten, einer Einberufung zur deutschen Wehrmacht zu entgehen, oder über seine Armut, die ihn mit Mangelerscheinungen ins Krankenhaus bringt. Die Briefe setzen im Juni 1935 ein - Thelen schreibt aus Mallorca - und reichen mit größeren Unterbrechungen in den Jahren, als Thelen bei Pascoaes wohnte, bis zu Pascoaes' Tod 1952 Thelen lebte zu dieser Zeit in Amsterdam und schrieb an seinem großen Roman Die Insel des zweiten Gesichts.

Damit ein deutscher Staatsangehöriger heutzutage überleben kann, muß er entweder ein Held oder ein Idiot sein! Ich bin weder das eine noch das andere. Das ist unsere Tragödie, und es ist die Tragödie des freien Geistes.
(10. 6. 39)

Ich schreibe Ihnen diese Zeilen, um Sie zu grüßen und Ihnen ein Lebens- zeichen zu geben, obwohl das Leben alles andere als lebenswert ist. Wir haben das, was die Engländer »black mood« nennen, wir sind in einem schrecklichen Nervenzustand und warten täglich auf günstige Nachrichten, die uns Perspektiven für die Zukunft eröffnen können. Nichts.
(17. 6. 1946)

Portrait

Albert Vigoleis Thelen, geb. 1903 am Niederrhein, lebte als erklärter Gegner des NS-Regimes von 1931-36 auf Mallorca. Er starb 1989 in Dülken/Niederrhein.

Leseprobe

Auressio 25. 1. 39

Lieber Freund!

Ich freue mich sehr, daß Ihnen der Essay Brunings, dieses überlegenen Geistes, gefallen hat.
Warten wir ab, was Einstein und Thomas Mann sagen diesem habe ich auch ein Exemplar geschickt und ihn um seine Meinung gebeten. Wegen des deutschen Paulus stehe ich außerdem mit Ortega y Gasset in Verbindung. Der Verleger Rascher hat mich um ein paar befürwortende Sätze Don Josés gebeten, die er in Deutschland für die Werbung benutzen könnte. Don José, der gegenwärtig in einer Pariser Klinik liegt, kennt Ihren São Paulo nicht, doch er hat sich sofort bereit erklärt, die deutsche Übersetzung zu lesen. Die Sichtweise dieses Denkers ist gewiß interessant.
Noch nichts von Berdjajew. Wollen Sie ihm nicht ein Exemplar des Retour au Paradis mit einer persönlichen Widmung schicken? Seine Adresse ist: N. B. Clamart (Seine) 83, rue Moulin de Pierre, France.
Der Napoleão: dem São Paulo überlegen? Läßt sich ein solches Werk übertreffen? Selbstverständlich gehe ich an die deutsche Übersetzung, sobald ich den Text in der Hand habe.
Ich weiß nicht, ob das Schicksal meinen heißen Wunsch erfüllt: den Napoleon in Amarante selbst zu übersetzen! (Gibt es Photos Ihres Dorfs? Wir sind so neugierig! Von einigen Reisebüros haben wir uns schon eine Unzahl von Prospekten über Portugal schicken lassen, in der heimlichen Hoffnung, eine Gesamtansicht von Amarante zu entdecken. Und das Privathaus mit einer Marmorplatte, auf der in goldenen Lettern steht: Hier wurde Teixeira de Pascoaes geboren, der Apoll des lusitanischen Parnasses. Aber nichts dergleichen ja, Fischer in Nazaré, Esel auf einer Straße in Porto, das heißt Ochsen, Cook wird es wissen, Weinberge am Douro usw.)
Ich weiß noch nicht, wie der Paulus in Deutschland aufgenommen wird. Hier verdammen die Theologen weiter den Apostel, während einzelne Leser das Buch überschwenglich loben. Von den großen Schweizer Zeitungen haben bisher nur die Basler Nachrichten eine positive Besprechung gebracht. Mein Schwager Bruckner hat sie geschrieben er sagt, daß der Paulus ibericus einer der wichtigsten Höhepunkte der modernen europäischen Philosophie sei, und als religiöses Kunstwerk lasse sich dieser Paulus nur mit gewissen apokalyptischen Bildern des iberischen Mittelalters vergleichen. Er erklärt weiter: Das Wesen des Buches, sein Kern, ist jedoch die höchst persönliche und teixeirinische Weltanschauung, diese großartige religiöse und philosophische Zwiesprache mit dem Ewigen, diese überaus bedeutsame und ehrwürdige philosophische Schöpfung, die seit den Zeiten Platons etwas Seltenes ist. Es ist diese Schöpfung, die uns entscheidend bereichert.
Ich bereite einen neuen Essay über Sie vor. Ich will ihn unter dem Titel veröffentlichen: Der blinde Fleck in der Theologie. Mit diesem optischen Vergleich möchte ich ausdrücken, daß wir auch in der Pupille des Geistes das Phänomen des blinden Flecks haben: den Punkt, an dem Gott aus dem Blickfeld verschwindet, wenn sich das theologische Problem den Augen des Gelehrten nähert.
Ich stelle jetzt den Kommentar zum Hieronymus zusammen ich muß über 350 Begriffe erklären, und darum erlaube ich mir, Sie wieder zu belästigen und um Ihre Hilfe zu bitten. Es handelt sich um Probleme, die über das Material der mir zur Verfügung stehenden Bibliothek hinausgehen.
Wichtig: Die holländische Zeitschrift De vrije Bladen (Freie Blätter), die jährlich 12 Einzelnummern veröffentlicht (Redaktion: Dr. Menno ter Braak), zeigt größtes Interesse daran, den Cartas de Miguel de Unamuno, von denen Sie mir erzählt haben, ein Heft (35-40 Seiten) zu widmen. Der Redakteur schlägt mir vor, sie wegen der kulturellen Bedeutung, die sie haben müssen, in deutscher Übersetzung zu veröffentlichen jeder gebildete Holländer kann außerdem Deutsch. Wie wollen wir es machen? Noch weiß ich nichts Näheres über Ihr Projekt, die Briefe Don Miguels herauszubringen: Vorwort, Umfang und Thema der Briefe. Auf jeden Fall kann man eine Auswahl dieser Briefe vornehmen. Und wenn Sie das Vorwort schreiben würden, könnten wir die deutsche Ausgabe noch vor der portugiesischen herausbringen. Es bleibt die Schwierigkeit, wie man Kopien von den Briefen Unamunos herstellen kann. Mir die Originale zu schicken ist allzu riskant. Gibt es vielleicht einen Schreiber in Amarante, wie unser Hieronymus sie zur Verfügung hatte? Diese Veröffentlichung wird ihre Bedeutung für mein Bestreben haben, Ihr Werk durchzusetzen: Unamuno an der Seite von Pascoaes, in einem peripatetischen Gespräch, das fasziniert mich.
Absolutes Schweigen des Verlegers Grasset.
Ich küsse die Hand Ihrer hochverehrten Frau Mutter und grüße Sie herzlich und freundschaftlich, auch von meiner Frau. Ich umarme Sie

Thelen

In welchem Band Ihrer gesammelten Werke befindet sich Jesus und Pan? Ich kann es nicht finden und habe immer noch mit der Gleichgültigkeit mancher portugiesischer Buchhändler zu kämpfen.
Soeben habe ich einen Brief des Hispanisten Merian von der Universität Basel erhalten, mit dem ich wegen des Paulus in Verbindung stehe. Er vergleicht Sie mit HOMER.
Was wollen Sie mehr? Wenn Merian seine Besprechung fertiggeschrieben hat, werde ich sie Ihnen übersetzen.
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