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Spiegelbild und schwarzer Spuk

Gesammelte und neue Gedichte.
Buch (gebunden)
Der Pianist als Dichter: Mit seinen komischen und grotesken Versen baut Alfred Brendel eine luftige Brücke zwischen Sinn und Unsinn. So wird bei ihm Beethoven (der, was auch ziemlich unbekannt ist, ein Neger war) als Mörder von Mozart entla… weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Spiegelbild und schwarzer Spuk
Autor/en: Alfred Brendel

ISBN: 3446203494
EAN: 9783446203495
Gesammelte und neue Gedichte.
Illustriert von Max Neumann, Luis Murschetz, Oskar Pastior
Hanser, Carl GmbH + Co.

25. August 2003 - gebunden - 296 Seiten

Beschreibung

Der Pianist als Dichter: Mit seinen komischen und grotesken Versen baut Alfred Brendel eine luftige Brücke zwischen Sinn und Unsinn. So wird bei ihm Beethoven (der, was auch ziemlich unbekannt ist, ein Neger war) als Mörder von Mozart entlarvt oder die bewegende Frage erörtert, was geschah, als Brahms sich in den Finger geschnitten hatte. In Brendels Gedichten - von denen sämtliche in diesem Band versammelt sind - kommt alles und jeder zur Sprache, sogar ein Speckschwein, das am Telefon grunzend seine Lebensgeschichte erzählt.

Portrait

Alfred Brendel, geboren 1931 in Wiesenberg/Nordmähren, entstammt einer österreichisch-deutsch-italienisch-slawischen Familie. Er studierte Klavier, Komposition und Dirigieren in Zagreb und Graz und schloss seine pianistische Ausbildung bei Paul Baumgartner, Edwin Fischer und Eduard Steuermann ab. 1949 begann seine internationale Karriere mit dem Preis beim Busoni-Wettbewerb. Seither konzertiert er in aller Welt. Zahlreiche Plattenaufnahmen. Brendel lebt seit 1970 in London. 2004 erhält er den Ernst von Siemens Musikpreis.

Leseprobe

Engel und Teufel I
Im Paradies angekommen
fragen wir uns
skeptisch bis zum letzten
Was geht hier eigentlich vor
Taube dürfen hier Musik hören
Musiker müssen aufspielen
Stumme haben sprechen gelernt
Redende beginnen zu lallen
Die Lahmen laufen wie die Wiesel
wenn sie nicht in der Luft herumfliegen
Wir Machtlosen
bleiben machtlos
etwas elegisch
geben wir uns damit zufrieden
sehen zu wie Häßliche schön werden
Engel
mit geschwärzten Flügeln
vom Himmel fallen
und die Schlange am Baum
uns entgegenzüngelt
Aus den Schlupflöchern des Himmels kriechen sie
noch leicht benommen
stoßen vogelblind
an Fensterscheiben
umflattern
golden rötlich oder nachtblau
das Klavier
fressen die Fliegen
und betten sich
schön wie Päonien
auf unseren Kissen zur Ruhe
zitternd vor Kälte
mit den Flügeln das Haupt bedeckend

Daß es Teufel
im Grunde gar nicht gibt
hat uns kürzlich
der Leibhaftige selbst verraten
Wir haben dies
betrübt zur Kenntnis genommen
und beschlossen
in Zukunft
uns selbst an die Wand zu malen

[ ... ]
Götter und Monstren
Ode
Großmächtiger Initiator
alter Kriegstreiber
Füllhorn der Güte und des Glücks
Obermonster
Himmelspenis kosmische Gebärmutter
kleinster gemeinsamer Nenner
Auge das alles sieht und nichts wahrnimmt
Du entziehst Dich
glänzt durch Abwesenheit
Music Minus One
Tonart ohne Grundton
Variationen ohne Thema
Salz ohne Suppe
Maul ohne Zunge
Doch fürchte nichts
wir bleiben loyal
blicken auf zu Dir
unserer Schöpfung
als seist Du oben
schmähen nur Dich allein
unser letales Ozonloch
unser pers
önliches maßgeschneidertes Chaos
das Flattern eines Schmetterlings im Urwald
[ ... ]
Buddhas und Weihnachtsmänner
Der sanfte Buddha
in seinem Fett ruhend
triefend manchmal
bei heißem Wetter
in Zufriedenheit erstarrt
was geschah
daß er plötzlich aufsprang
vor Wut brüllend
hüpfend
auf einem Bein
bevor er zu Boden fiel
aufklatschend
mit seinen tausend heilbringenden Armen rudernd
bis sie sich heillos verfingen
ein Zornknäuel
hilflos auf dem Rücken zappelnd
Die einen wissen was geschah
ein Schlangenbiß in den Fuß
die anderen wissen es besser
auf einer Hornisse
sei ein Gesäß
zum Sitzen gekommen
In Wahrheit
hielt er den Frieden nicht mehr aus
Heiligsein ist anstrengend
Nun liegt er da
und seine Schüler
entfernen den Schaum von seinem Mund
entwirren
voller Entsetzen
seine ineinander verschlungenen Arme
und warten darauf
daß der heilige Zorn verraucht
das Mondgesicht sich glättet
der Göttliche wieder so dasitzt
wie man es von ihm erwarten darf
schweigend
die Hände gefaltet
die Augen halb geschlossen
unverrückbar




Pressestimmen

"Kaustischer Witz, Spukbilder der Albernheit: Die Gedichte des Pianisten Alfred Brendel." Andreas Dorschel, Süddeutsche Zeitung, 15.01.04

"Sprach-Capriccios in einer perfekt scheinlogischen Lakonik." Gerhard. R. Koch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.04

"Der Autodidakt zündet ein Feuerwerk an skurrilen Absonderlichkeiten, denen eines gemeinsam ist: Sie treffen immer ins Schwarze." Hilmar Bahr, Frankfurter Neue Presse, 05.02.04

"Kein Zweifel, der Pianist Brendel hat nicht nur Töne, sondern auch Sprache und vor allem Humor. Manchmal beisst dieser hinterlistig, wie Emil, wenn er hungrig die Zähne ins Dichtermark schlägt. Manchmal lächelt er auch nur verschlagen engelhaft und teuflisch." Der Bund, 17.04.04
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