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Gute Nacht

Roman. Originaltitel: Spokojnoj Notchi. 2. Auflage.
Buch (gebunden)
Als Andrej Sinjawskij 1966 zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, kam es nicht nur unter der liberalen sowjetischen Intelligenzia zu heftigen Protesten, auch im Westen versuchte man gegen die Härte und Ungerechtigkeit des Urteils zu int … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Gute Nacht
Autor/en: Andrej Sinjawskij (Abram Terz)

ISBN: 3100744047
EAN: 9783100744043
Roman.
Originaltitel: Spokojnoj Notchi.
2. Auflage.
Übersetzt von Swetlana Geier
FISCHER, S.

1. Juli 1991 - gebunden - 464 Seiten

Beschreibung

Als Andrej Sinjawskij 1966 zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, kam es nicht nur unter der liberalen sowjetischen Intelligenzia zu heftigen Protesten, auch im Westen versuchte man gegen die Härte und Ungerechtigkeit des Urteils zu intervenieren. Heute wird der Prozeß, der in der sowjetischen Öffentlichkeit erstmals so etwas wie eine oppositionelle Bewegung aufkeimen ließ, trotz der harten Strafen für Andrej Sinjawskij und Julij Daniel als ein bedeutender moralischer Sieg gewertet. Zum ersten Mal bekannte sich ein Angeklagter offen und mutig zu seiner Tat, und anders als die großen Schauprozesse der dreißiger Jahre endete dieser Prozeß nicht mit Selbstbezichtigung und Schuldbekenntnis.
Sinjawskij neuer Roman - ein unverhüllt autobiographisches Werk, an dem er seit sieben Jahren gearbeitet hat und von dem er sagt, es sei sein wichtigstes Buch - beschreibt seine Verhaftung im September 1965, den anschließenden Prozeß und seine Haftzeit im mordwinischen Lager Potjma.
Indem Sinjawskij von den dunkelsten Jahren der sowjetischen Geschichte erzählt, von seiner kommunistischen atheistischen Erziehung, von seiner Liebe zu Majakowskij und den Futuristen, von seiner Freundschaft mit der offenherzigen Helene, die später seine Manuskripte in den Westen brachte, versucht er zu erklären, wie und warum er zu Abram Terz, dem »Gauner«, Außenseiter, Oppositionellen, wurde; warum er sich allmählich - trotz seines alltäglichen Daseins als der »stille, sogar bescheidene und langweilige« Mitarbeiter des Gorkij-Instituts für Weltliteratur (wie Sinjawskij sich selbst charakterisierte) - von der sowjetischen Gesellschaft zurückzog und den riskanten Beschluß faßte, im Westen unter dem Pseudonym Abram Terz zu publizieren. Dies alles wird in einer großen epischen Konstruktion entwickelt, die auf chronologische Anordnung verzichtet und ihre Lebendigkeit aus dem assoziativen Rhythmus schöpft. Die Vieldeutigkeit und das Spielerische seines literarischen Stils, die Kraft seiner phantastischen Visionen, das Wirkliche noch wirklicher zu machen - ja, in dem Phantastischen die Wahrheit der Realität zu erfassen - , und der meisterliche Umgang mit dem Absurden und Grotesken machen Sinjawskij zu einem Erben der großen Dichter Rußlands, zu einem Nachfolger Gogols und Dostojewskijs.

Portrait

Andrej Sinjawskij, die "Stimme Ost-Europas" (Heinrich Böll) wurde 1925 in der Sowjetunion geboren, war Dozent am Gorki Institut für Weltliteratur. Seine ersten Bücher stellte Andrej Sinjawskij unter dem Pseudonym Abram Terz vor. Nach Veröffentlichungen im Westen wurde er verurteilt und von 1965 bis 1971 in Lagern interniert, 1973 emigrierte er nach Frankreich, wo er bis zu seinem Tod 1997 als Professor für russische Literatur an der Sorbonne lehrte.
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