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Agathe

Roman.
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Wer dieses Buch liest, möchte es sofort weiterempfehlen - Anne Cathrine Bomanns Roman zeigt, wie neue Freundschaften ein Leben verändern.
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Produktdetails

Titel: Agathe
Autor/en: Anne Cathrine Bomann

ISBN: 3446261915
EAN: 9783446261914
Roman.
Übersetzt von Franziska Hüther
hanserblau

1. Februar 2019 - gebunden - 155 Seiten

Beschreibung

Ein alternder Psychiater zählt die Tage bis zu seinem Ruhestand. Bald wird er die Türen seiner Praxis für immer hinter sich schließen.. Doch eine letzte Patientin lässt sich nicht abwimmeln. Und die Gespräche mit Agathe verändern alles: Neue Freundschaften scheinen plötzlich möglich, neue Wege, neue Zuversicht. Eine universelle Geschichte über Nähe und Freundschaft, Liebe und Verbindlichkeit - elegant und zeitlos, voll meditativer Zärtlichkeit und subtilem Humor.

Portrait

Anne Cathrine Bomann, geboren 1983, arbeitet als Psychologin. Sie lebt in Kopenhagen mit ihrem Freund, einem Philosophen, und dem Hund Camus. Eine Saison lang spielte sie Tischtennis in Fontenay-sous-Bois, einem Vorort von Paris. Dort lebte sie in der 9, rue des rosettes, genau wie die Hauptfigur aus Agathe.

Pressestimmen

"Knapp, pointiert und mit einer Prise Humor." Peter Urban-Halle, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.19

"Vom Cover bis zum letzten Satz ein feines Werk mit Nachhall." Meike Schnitzler, Brigitte, 27.02.19

"Eine Geschichte, die brillant davon erzählt, dass es nie zu spät für hoffnungsvolle Aufbrüche ist." Rainer Moritz, Chrismon, Juni 2019

"Fabelhaft ... Anne C. Bomann entwirft liebenswerte Charaktere mit 'Amélie'-Flair." Barbara, März 2019

"Die dänische Autorin Anne-Cathrine Bomann lässt ihren 72-jährigen Ich-Erzähler mit satirischer Brillanz als wortkargen Verdränger voller Angst vor seinen Patienten auftreten." Stern, 31.01.19

"Anne Cathrine Bomann schreibt in klaren, konkreten Bildern, sehr dicht und doch voller Leichtigkeit. Wie sie den Psychiater durch ein erstarrtes Leben dümpeln lässt, hat viel leisen Witz ... Beim Lesen entsteht das Gefühl, einen französischen Film mit tollen Schauspielern zu sehen. Die Dialoge wirken echt und enthüllen nur ganz langsam die Geheimnisse von Agathe und ihrem Psychiater ... Am Ende wird das entspannte, schmale Büchlein zu einem richtigen Gutfühl-Roman ... und ganz viel angedeutetem Glück. Ein Buch, das man mehrmals lesen kann." Stefan Keim, WDR 4 "Bücher", 12.02.19

"Bomanns kleiner, reizvoller Roman 'Agathe' [...] ihr lapidares Erzählen geht vorzüglich auf, ein Auf-Lücke- Erzählen, eine unaufdringliche, manierfreie Antupftechnik ... " Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 20.4.19

"Feine Lektüre: Die Dänin Anne Cathrine Bomann schreibt wunderbar leicht und zärtlich ... über die Sehnsucht nach Nähe und Freundschaft." Andrea Sell, Gala, 17.01.19

"Ein kleines Buch voller Lust am Dasein. Schön!" Donna, Januar 2019

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 26.03.2019

Der Psychologe braucht eine Therapie
Pariser Tage und Nächte: Das Debüt der Dänin Anne Cathrine Bomann

Sie sind selten, die Wunder des Literaturbetriebs, aber es gibt sie. Im März 2017 erscheint der schmale Roman oder vielmehr die Erzählung "Agathe" einer Dänin namens Anne Cathrine Bomann. Und zwar in einem Zuschussverlag, in der Provinz, in einer kleinen Sprache, die Autorin ist unbekannt, das Buch ihr erstes. Natürlich passierte erst mal gar nichts. Mittlerweile, so wird gemeldet, sind die Rechte in siebzehn Länder verkauft.

Mal abgesehen von den Anstrengungen der ehrgeizigen Autorin und einer rührigen Agentur - vielleicht ist es doch kein Wunder. Wer nämlich so knapp, pointiert und mit einer Prise Humor schreibt und in einer kleinen Vorrede mit dem gespreizten, aber auch verlockenden Titel "Mathema" (was so viel wie Lehre oder Wissen bedeutet) davon berichtet, wie der Ich-Erzähler, ein 72 Jahre alter Psychologe, ungeduldig seinem Ruhestand entgegenfiebert und die letzten Wochen und Therapiegespräche zählt wie ein Wehrpflichtiger seine restlichen Tage und dabei auf ausfallende Patienten hofft, weil sich dadurch die Zahl verringert - der hat die Leser sofort auf seiner Seite.

Eigentlich brauchte der namenlose Herr selbst eine Therapie. Er ist altersdepressiv und verbittert, hat zunehmend Panikattacken, zweifelt an seinem Können und seiner Bestimmung, lauscht den Monologen seiner Patienten "geistesabwesend" und zeichnet dabei zerrupfte Spatzen mit gebrochenen Flügeln. Er blickt auf ein trostloses Leben zurück, hat keine Familie und keine Freunde. Die einzige Person, die er regelmäßig sieht, ist seine Sprechstundenhilfe Madame Surrugue, sie ist für ihn so unentbehrlich "wie der Diwan oder mein Sessel".

Wer Menschen mit Dingen gleichstellt, kann nur einsam sein. Das Leben sagt ihm nichts, und was er im Ruhestand machen soll, weiß er auch nicht. Die Erstausgabe von Sartres Roman "Der Ekel" liegt seit Jahren ungelesen auf dem Couchtisch. Hier hätte der Doktor lernen können, wie der Abscheu vor dem Dasein zum Antrieb zur Freiheit wird - aber er liest ihn ja nicht.

Eines Tages kommt eine neue Patientin, Agathe Zimmermann, eine Deutsche, die Ende der zwanziger Jahre zum Studium nach Frankreich gekommen war. Schon 1935 war sie wegen manischer Depression in einer Nervenheilanstalt, sie ist selbstmordgefährdet. Unser Doktor will sie nicht behandeln, in den paar Wochen, die er noch zu arbeiten habe, sei ihr nicht zu helfen, meint er. Madame Surrugue gibt ihr trotzdem einen Termin.

Agathe wird zum Wendepunkt seines Daseins. Vielleicht zum ersten Mal im Leben hat der alte Psychologe Interesse an einer anderen Person. Das ist manchmal etwas simpel geschildert. Dass er etwa die Gespräche mit ihr, zunächst widerstrebend geführt, schon in der vierten Sitzung genießt, kommt etwas plötzlich. Und seine dramatische Erkenntnis: "Ich habe noch nie jemanden geliebt", schon in Tolstois "Kosaken" das Eingeständnis einer kranken Seele, schon bei Tolstoi das Synonym für "Ich habe noch nie gelebt" -, diese Erkenntnis war vielleicht zu erwarten, und trotzdem ist sie überraschend und nicht nur eine Floskel. Die Erzählung ist sonderbar zeitlos, historische Angaben werden geflissentlich vermieden. Dass die Geschichte in der Vergangenheit spielt, wird einem schnell klar, man hört nämlich das Klappern der Schreibmaschine, ein Therapiegespräch kostet 30 Francs, und der ungelesene "Ekel" von Sartre erschien schon 1938.

Aber kein Hinweis auf Krieg, Besatzung, Nachkriegszeit. Nur durch das schnell zu überlesende Datum auf einer Mitteilung von Madame Surrugue, sie müsse "aus persönlichen Gründen" eine Weile der Arbeit fernbleiben, erfahren wir, dass wir uns im Jahr 1948 befinden; Und zwar irgendwo bei Paris; offenbar handelt es sich um Fontenay-sous-Bois, einen westlichen Pariser Vorort.

Die Autorin, Jahrgang 1983, ist selbst Psychologin. Dadurch hat der schmale Roman ein kundiges Fundament; manchmal stören aber auch ein paar fachliche Binsenweisheiten: "Ich meine, dass Sie sich für außergewöhnlich halten, gleichzeitig aber für vollkommen unbedeutend." Oder: "Sie sollten versuchen, sich selbst ein bisschen mehr zu lieben." Oder: "Sie müssen lernen, sich zu sehen, Agathe." Auch Klischee und Kitsch webt Bomann in ihr Debüt. Aber ziemlich unauffällig, das ist schon professionell.

Im Ganzen bleibt der Text für eine Debütantin jedenfalls erstaunlich. Mit sparsamsten Mitteln, mit wenigen messerscharfen Strichen zeichnet sie ihre Personen - den namenlosen Psychologen, seine Patientin Agathe, aber auch die Nebenfiguren wie Madame Surrugue oder ihren todkranken Mann: Alle sind sie vollständige Charaktere. Das Gleiche gilt für Umgebung und Atmosphäre; es ist gut vorstellbar, dass Anne Cathrine Bomann eine fleißige Simenon-Leserin ist. Simenon freilich schrieb seine Romane bekanntlich in höchstens vier Wochen. Bomann hat vier Jahre gebraucht.

PETER URBAN-HALLE

Anne Cathrine Bomann: "Agathe". Roman.

Aus dem Dänischen von Franziska Hüther. Hanser Verlag, München 2019. 157 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Ingrid S.
von Ingrid S. - Hugendubel Buchhandlung Neubrandenburg Stargarder Str. - 16.05.2019
Neue Freundschaften können das Leben verändern! ... Plötzlich wird das Gleichmaß der Dinge unterbrochen ... Eine ungewöhnliche Geschichte.
Tanja Leck
von Tanja Leck - Hugendubel Buchhandlung München Theatinerstr. - 20.02.2019
Das Leben eines alternden Psychiaters ,der nur noch seinem Ruhestand entgegenfiebert, wird durch seine neue Patientin Agathe komplett durcheinandergewirbelt: Auf einmal sind Freundschaft, Zuversicht, Nähe wieder möglich ! Ein tolles Plädoyer, dass es nie zu spät ist, Emotionen in seinem Leben zuzulassen.
Bewertungen unserer Kunden
Befreiung aus dem Gefängnis der Gefühle
von EOS - 05.03.2019
Ein Psychiater, der kurz vor dem Ruhestand steht und sich darauf zu freuen scheint, denn er zählt die Anzahl seiner noch zu leistenden Sitzungen rückwärts, bekommt entgegen seinem Wunsch noch eine neue Patientin, Agathe Zimmermann, zugewiesen. Seine Sekretärin konnte ihr den Terminwunsch nicht verweigern. Und so beginnt eine neue Behandlungseinheit, die sowohl das Leben des Psychiaters als auch Agathes Alltag durcheinander wirbelt. Denn beide befinden sich in einem Gefängnis der Gefühle, das sie nicht so einfach verlassen können. Das Buch liest sich leicht und locker, ist in kurze Abschnitte unterteilt, und der Schreibstil der Autorin ist fließend, informativ und ohne überflüssige Beschreibungen. Man fühlt sich schnell ein in diese Welt des Wartens, des Wartens auf den Ruhestand, des Wartens auf den Tod, des Wartens auf Erlösung..... Der Psychiater hat mein ganzes Mitleid, er ist gefangen in Einsamkeit und eingefahrenen Verhaltensmustern, Automatismen, denen er nicht entfliehen kann, auch nicht in seinem Berufsalltag. Erst durch die Gespräche mit Agathe lernt auch er, sinnerfüllt zu leben. Und das ist das Schöne an diesem Buch, es hinterlässt Hoffnung, auch für die ältere Generation. Es vermittelt die Botschaft, dass es nie zu spät ist, sein Leben umzukrempeln und es zu bereichern. Einer Patientin gibt er den Tipp, ihr eigenes Ich zu lieben und nicht zu hassen, um Erfüllung und Sinn im Leben zu finden, und ich denke, dass dies der Kernsatz in diesem Roman ist. Möglichst viel Liebe und menschliche Nähe in das Leben einfließen zu lassen, um es mit Sinn zu füllen.... Das bezaubernde Cover versteht man erst, wenn man das Büchlein gelesen hat, und dann sagt es vieles aus, ich empfinde es als hoffnungsvoll, optimistisch und vielversprechend. Das Buch hat mich oft zum Nachdenken angeregt, und ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe. Sicherlich werde ich es irgendwann noch einmal lesen, denn es hat mich überzeugt und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Absolute Leseempfehlung für Agathe!
Ein wunderbares Büchlein für zwischendurch
von Lia48 - 25.02.2019
INHALT: Einem 72-jährigen Psychiater bleiben noch fünf Monate bis zum Rentenantritt. Jeden Tag zählt er die noch verbleibende Anzahl an Gesprächen mit seinen Patienten. Eigentlich möchte der Arzt keine neuen Patienten mehr annehmen, doch die manisch-depressive Agathe lässt sich einfach nicht abwimmeln. Durch die Gespräche mit ihr muss der Psychiater plötzlich feststellen, dass auch in seinem Leben nicht alles rund läuft... Eine universelle Geschichte über Nähe und Freundschaft, Liebe und Verbindlichkeit - elegant und zeitlos, voll meditativer Zärtlichkeit und subtilem Humor. MEINUNG: Wenn man dieses schmale Büchlein in den Händen hält, sieht es erst mal unglaublich hübsch aus. Und auch der Inhalt kann sich durchaus sehen lassen: In sehr kurzen Kapiteln schildert ein Psychiater aus seiner Perspektive von seinem recht einsamen Privatleben und von seiner Arbeit an den Patienten. Im Mittelpunkt steht dabei seine letzte Patientin Agathe, die ihn irgendwie zu faszinieren scheint. Die Sichtweise des Psychiaters habe ich gerne verfolgt und auch ich fand großes Interesse an Agathes Person, wobei ich gerne noch etwas mehr über sie und ihren Alltag erfahren hätte. Diverse eingeschobenen Ausschnitte aus Patientenakten und Notizen, machten die Geschichte authentisch und gaben mir als Leserin interessante Hintergrundinformationen, z.B. zur Krankengeschichte von Agathe. Ein einfühlsame Schreibstil verleiht der Geschichte etwas Zartes, was ausgezeichnet zum Cover des Buches passt. Dadurch, dass die Geschichte sehr kurz ist, sind jedoch einige Dinge etwas schwammig dargestellt. Doch so kann das Buch anschließend noch in einem nachklingen und es bleibt es dem Leser überlassen, den Gedanken noch ein wenig freien Lauf zu lassen. Manchmal sind weniger Worte mehr... FAZIT: Ein wunderbares Büchlein für zwischendurch, das zum Nachdenken anregt. Eine Leseempfehlung und 4/5 Sterne!
Bietet Interpretationsspielraum
von Glücksklee - 08.02.2019
Zum Inhalt: Obwohl er eigentlich schon angefangen hat, die Tage bis zu seinem Ruhestand zu zählen und er eigentlich keine neuen Patienten mehr annehmen möchte, ist eine weitere Patientin fest entschlossen sich nur von ihm behandeln zu lassen. Dabei ahnt er noch nicht, dass diese Patientin auch für ihn einiges verändern wird - ganz plötzlich taut der ältere Herr wieder auf, beginnt sich wieder mehr für sein Umfeld zu interessieren und am Leben teilzunehmen. Zu Beginn des Buches sind ihm seine Patienten mit ihren Problemen eher lästig, zum Ende hin macht es ihm wieder Freude, anderen Menschen bei der Überwindung ihrer Schwierigkeiten zu helfen. Mit seinen 160 Seiten ist "Agathe" ein eher schmales Buch für einen Roman. Und meiner persönlichen Ansicht nach entspricht "Agathe" auch sonst eher nicht den Merkmalen eines klassischen Romans. Dafür hängen die einzelnen Abschnitte mit ehrlich gesagt zu wenig zusammen. Anne Cathrine Bomann lässt uns in einzelnen Szenen aus dem Leben und der beruflichen Tätigkeit des bis zum Ende des Buches lediglich "der Psychiater" ist. Dabei sind die Szenen und Informationen, die die Autorin ihrer Leserschaft präsentiert, klug gewählt, regen zum Nachdenken an und berühren. Man empfindet Mitleid mit diesem älteren Herren, der sich so von seinem Umfeld zurückgezogen hat und isoliert fühlt. Allerdings kratzen mir viele der Szenen zu sehr an der Oberfläche. Ich hätte mir zum Beispiel mehr Informationen zum Leben des Psychiaters gewünscht, angefangen bei seinem Namen. Es hat sich irgendwie unpersönlich angefühlt, ihn bis zum Ende des Buches nur als den "Psychiater" bezeichnen zu können. Was mir bis zum Ende hin auch nicht ganz klar geworden ist, ist die "Beziehung", die der Psychiater zu seiner neuen Patientin (Agathe) entwickelt. Es ist eine etwas merkwürdig anmutende Faszination, die ihn da gepackt zu haben scheint. Allerdings verfügt Anne Cathrine Bomann über einen sehr anmutigen, wundervollen Schreibstil, der der Geschichte viele Emotionen einhaucht, ganz besonders die melancholischen Momente und bittersüßen Szenen gewinnen unglaublich durch die Wahl der treffenden Worte. Zuletzt noch ein Wort zu der wunderschönen Gestaltung des Buches, das anmutet, als wäre es mit Stoff bezogen und im Stil wie ein altmodischer Sofabezug daherkommt. Das Äußere des Buches passt dabei sehr gut zu dem Inhalt und selbst der kleine Spatz auf dem Cover scheint eine Anspielung auf einen Moment in der Handlung zu sein. "Agathe" lässt mir auf der einen Seite ein wenig zu viel Raum für Interpretationen, auf der anderen Seite hat mich die übertriebe Faszination des Psychiaters für seine Patientin Agathe etwas irritiert. Auf der anderen Seite hat mich die Einsamkeit dieses Mannes berührt und der Schreibstil hat mir unglaublich gut gefallen. Daher komme ich in einer Gesamtwertung zu einer Bewertung mit drei Sternen.
Wendepunkt im Leben eines Psychiaters
von Christina P. - 04.02.2019
Ein alternder Psychiater erwartet sehnsüchtig seinen Ruhestand, einem Countdown gleich zählt er die verbleibenden Sitzungen. Doch gleichzeitig hat er Angst vor der drohenden Einsamkeit, welche ihn erwartet, wie einer Vorstufe zum Tode gleich. Denn im Laufe seines Lebens hat er schleichend den Bezug zu den Menschen verloren. Es war noch nie meine Art gewesen, eine einmal in Gang gesetzte Bewegung zu unterbrechen (Zitat S. 37) Als seine Assistentin gegen seinen Willen Agathe als neue Patientin aufnimmt, gerät der Psychiater dank der beiden Frauen in Situationen, welche sein Leben in neue Bahnen lenken. Wie findet man heraus, wovor man Angst hat?! - Meiner Meinung nach (...) beginnt man mit seiner größten Sehnsucht. (Zitat S. 97) Die Geschichte wird vom Psychiater selbst erzählt, wodurch man seine Gedanken und Gefühle miterlebt. Auf mich wirkte der Charakter schnell soziophob, was sich u. a. durch Teilnahmslosigkeit und Zynismus äußerste. Der Wandel hin zum Menschen, der sein altes Leben entstaubt und neue Ziele entdeckt, verläuft zunächst subtil. Hierbei ist Agathe einer von mehreren Faktoren, wobei ihr Charakter für meinen Geschmack zu blass bleibt, um den Titel zu rechtfertigen. Agathe ist ein Buch ohne wirklich Anfang oder Ende, vielmehr beschreibt es eine Art Wendepunkt im Leben des Psychiaters, ohne eine Erklärung zu liefern, wie der Mann überhaupt in seine Isolation geraten konnte. Das Buch überzeugt durch seine poetische Sprache und regt zum Nachdenken an, kratzt jedoch für meinen Geschmack eher an der Oberfläche als dass es die Personen näher beleuchtet.
Novelle
von Sago - 01.02.2019
Eines vorweg: Indem der Verlag das kleinformatige, nur 155 Seiten währende Büchlein als Roman bezeichnet, tut er der Geschichte Unrecht und weckt falsche Erwartungen. Meiner Meinung nach haben wir es hier mit einer Novelle zu tun, wie sie ab dem 19. Jahrhundert definiert wurde. Der namenlose Protagonist, ein 71jähriger Psychiater, praktiziert Ende der 40er Jahre in einem Pariser Vorort noch immer. Am Leben nimmt er wenig Anteil und zählt die noch verbleibenden Therapiegespräche ungeduldig rückwärts. Doch wie es im Ruhestand weitergehen soll, davon hat er keine Vorstellung. Seine Vergangenheit bleibt zu großen Teilen im Dunkeln. Selbst seine Sekretärin Mme Surrugue, die seit Jahrzehnten für ihn arbeitet, ist ihm fremd geblieben. Als Mme Surrugue gegen seinen Willen einer weiteren Patientin, der 38jährigen Agathe, Termine einräumt, wird wie von Zauberhand ein Prozess eingeleitet, der das Leben des Protagonisten von Grund auf auf den Kopf stellt. Der dänische Autorin, ebenfalls Psychologin, gelingt das Kunststück, in schwebend-leichten Sätzen Wehmut und Melancholie wachzurufen. Wer wie ich die Geschichte als Novelle liest, wird dies genießen können und sich zum Nachdenken über das Leben anregen lassen. Wer die Tiefgründigkeit und Detailvielfalt eines Romans in der Geschichte sucht, wird sie unweigerlich vermissen müssen.
Tolle Message, aber manches blieb mir zu offen
von sbs - 01.02.2019
Ein bald 72-Jähriger Psychiater will nach Jahrzehnten seine Praxis schließen und zählt einen Countdown. Neue Patienten möchte er eigentlich nicht mehr annehmen und er lehnt daher zunächst auch Agathe ab, die glaubt, dass nur er ihr noch helfen kann. Doch seine Sprechstundenhilfe gibt ihr dann doch einen Termin und setzt damit überraschend etwas in Gang¿ Das kleine, zarte und haptisch wirklich wunderbare Buch hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Der poetische, teils sehr bildliche, manchmal fast schon philosophische Schreibstil mit gelegentlich plötzlich aufblitzendem Humor, ist wunderbar gelungen und lädt nach jedem der kurzen Kapitel zum Verweilen ein, um das Gelesene noch einmal zu durchdenken. Der namenlose Psychiater scheint in seinen Routinen gefangen und bringt für seine Patienten nicht die erwartete Empathie auf und dann kommt da eine Mittdreißigerin, die er überraschend "gut riechen" kann¿ Zum Inhalt des Buches kann ich gar nicht viel sagen, um nicht zu viel zu verraten, aber da gab es für mich Licht und Schatten. Sehr schön fand ich die Message des Buches, das es nie zu spät für irgendwas ist (und auch weitere Aspekte in der Richtung haben mir gefallen), die Auseinandersetzung mit den Themen "Altwerden" und "Einsamkeit", sowie die Entwicklung des Protagonisten. Doch es gab auch Dinge, die mir einfach gefehlt haben. Warum spielt die Geschichte in Frankreich um 1948? Wie konnte der Psychiater durch die Weltkriege praktizieren? Es mag für die Geschichte nicht wichtig sein, aber da dieses Setting gewählt wurde (und es macht auch an einigen Stellen Sinn, dass dieser Zeitraum gewählt wurde), hätte ich dazu einfach wenigstens ein, zwei Sätze erwartet. Ähnlich erging es mir auch an manch anderen Stellen und ich frage mich, ob es tatsächlich immer einfach offen blieb, oder ob die Autorin mich nicht richtig erreichte. Aber, und das kann sowohl sehr positiv, als auch weniger gut sein - es ist für mich einfach ein Buch, dass viel Spekulationsspielraum bietet und man gut mit Dritten diskutieren kann, um viele Facetten der Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Ich hatte das Glück, dass ich Mitleser hatte, sonst hätte ich das Buch wahrscheinlich relativ schnell nach dem kurzen Lesevergnügen zur Seite gelegt und mir nicht so lange Gedanken gemacht, wie man die Geschichte gedanklich weiterspinnen könnte.
Ich habe noch nie jemanden geliebt. - oh je :-(
von Vivi 73 - 31.01.2019
Inhalt: Beinahe zweiundsiebzig ist er nun und glaubt, dass es Zeit wird in seinen wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Er zählt die noch ausstehenden Therapiestunden bis es endlich soweit ist. Eines guten Tages kommt eine junge Frau in die Praxis und verlangt einen Termin. Es macht keinen Sinn jetzt noch neue Patienten aufzunehmen, so denkt er. Er könne schließlich die Therapie nicht zu Ende bringen. Doch Agathe ließ sich nicht abwimmeln. Für sie kam nur er als Retter in Frage. Also gut, er ließ sich überreden. Doch irgendetwas veränderte sich in seinem Leben. Agathe schien ihm irgendwie die Augen zu öffnen. Wertung: Eine wundervolle Geschichte voller Psychologie und Philosophie. Hier werden tiefe Abgründe erkundet und wichtige Fragen durchdacht. Und das, in einer überwältigend kurzen und emotionalen Geschichte. Jedes Kapitel lässt den Leser in sich versunken zurück, gibt Anlass in sich selbst zu schauen und zu analysieren, bestärkt in Mut und Kraft und verändert den alltäglichen Gedankenfluss. Herrlich kurz und vital wird hier das traurige Alltagsleben eines betagten Psychiaters beschrieben, mit all seinen Ängsten und Sorgen. Animiert durch seine Therapiestunden mit Agathe, scheint sich seine Gefühlswelt zu öffnen und neu anzuordnen. Er nimmt wahr und registriert Dinge, die ihm bisher uninteressant schienen. Er baut Beziehungen auf, zu denen er bisher schier unfähig war. Seine Lebensgeister scheinen sich zu regen. Traurig und auch humorvoll ist diese Geschichte verpackt. Und trotz Mangel an Spannung doch ein packendes Lesevergnügen. Schon allein diese wunderschöne Gestaltung der äußeren Aufmachung verleitet dazu, dieses Buch in die Hand zu nehmen und es zu bestaunen. Fazit: Auch wenn dieses Buch nur 156 Seiten besitzt, ist es doch ein Buch zum verweilen. Wer Humor, Dramatik und Tiefgründigkeit in Eins mag, sollte unbedingt zu diesem Werk greifen. Ich liebe es und werde es mit Sicherheit noch einige Male lesen und durchdenken.
Klein aber fein!
von Diamondgirl - 30.01.2019
Obwohl das Buch nach Agathe benannt ist, spielt sie eher eine Nebenrolle in diesem kleinen Büchlein. Der Erzähler und gleichzeitig Protagonist dieses Romans ist ein fast 72jähriger Psychologe oder Psychiater. Nach jahrzehntelanger tlw. eintöniger getaner Arbeit ist er eindeutig müde und vor allem geistig erschöpft vom täglichen Geschäft. Er interessiert sich kaum noch für seine Patienten und lässt die Gespräche über sich ergehen, während er die Zahl der noch zu bewältigenden Gespräche akribisch zurück zählt wie einen Countdown. Er hat sich vorgenommen, nach seinem 72. Geburtstag die Praxis zu schließen und in den Ruhestand zu gehen. An diesem Punkt betritt Agathe seine Praxis und auch sein Leben. Obwohl er keinen neuen Patienten mehr aufnehmen will setzt sie sich durch und erkämpft sich einen regelmäßigen Platz in seinem Terminkalender. Das Buch spielt 1948 in einem Pariser Vorort, was bei der Lektüre zu berücksichtigen ist. Man beginnt dieses Buch zu lesen und ist zunächst etwas verwirrt vom Protagonisten der Geschichte, weil man seinen Gedankengängen leicht befremdet gegenüber steht. Es hat erst einmal so gar nichts Angenehmes an sich, wenn man begreift, dass ihn seine Patienten überhaupt nicht mehr berühren. Er be- und verurteilt sie teilweise und hat ganz offenbar auch nicht den Hauch von Lust, ihnen bei ihren Problemen zu helfen. Er ist zutiefst davon überzeugt, es auch gar nicht zu können und in mancher Situation einfach nur hilflos überfordert. Warum Agathe überhaupt den Prozess einer Veränderung in ihm anzuwerfen vermag, das bleibt ein Geheimnis dieses Buches. Ist es ihr Parfum oder ihre Verbissenheit bei der Terminplanung, etwas an ihrer äußeren Erscheinung oder Seelenverwandtschaft - man weiß es auch nach der Lektüre nicht. Auf jeden Fall kommt etwas ins Rollen und man erlebt die Veränderung des Erzählers in kleinen, bewegenden Schritten mit. Die Sprache dieses Buches ist sehr angenehm zu lesen. Keine extralangen, verschachtelten Sätze, dafür jedoch sehr schöne, fast poetische Sätze. Immer ein klein wenig melancholisch laden sie trotzdem auch ein, die eigenen Gedanken auf den Weg zu schicken. Es ist definitiv ein Buch, das man langsam genießen möchte und nicht verschlingt wie einen Pageturner. Ganz im Gegenteil fiel mir irgendwann auf, dass ich es bewusst langsam las und manches Mal auch zurück blätterte, weil ich eine Stelle noch einmal lesen wollte. Um alles ganz genau mitzubekommen und nichts zu verpassen. Denn dieses Buch bietet reichlich Raum für eigene Spekulationen. Vieles bleibt ungeklärt und auch das Ende passt sich dem an. Es bietet Platz für einige Möglichkeiten, die passieren könnten. Obwohl die Geschichte vom Protagonisten erzählt wird sind die übrigen Charaktere sehr gut dargestellt und ausgeformt. So weit das eben geht, wenn man sie nur von jemandem beschrieben bekommt, der sie nur von außen betrachten kann. Man hat das Gefühl, dass jeder Satz genau so da steht, wie er stehen muss. Nichts ist zu viel geschrieben sondern auf das Wesentliche fokussiert. Alles Unnötige wird vermieden aber wenn nötig auch eine Kleinigkeit genau beschrieben. Es berührt den Leser, ohne auch nur einmal kitschig zu werden. Stattdessen bietet es einige Aha-Effekte dank kleiner, philosophisch anmutender Gedankengänge oder Dialoge. Es handelt auch von Liebe, aber es ist alles andere als ein Liebesroman. Man kann es schlecht beschreiben - man muss es schon lesen... Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Obwohl ich mir 100 Seiten mehr gewünscht hätte, die durchaus für weitere Informationen an den neugierigen Leser hätten genutzt werden können.
Bittersüß
von Webervogel - 30.01.2019
"Agathe" ist nicht die Hauptfigur des gleichnamigen Romans der Dänin Anne Cathrine Bomann. Hätte die Autorin das Buch nach ihrer Hauptfigur benannt, hätte sie zunächst einmal deren Namen enthüllen müssen, der jedoch an keiner Stelle vorkommt. Und so bleibt auch mir nichts anderes übrig, als den 71-jährigen Protagonisten nach seinem Beruf zu benennen: Er ist Psychiater. Ein Psychiater, der die Therapiestunden zählt, die ihm noch bis zu seinem Ruhestand bleiben - der finale Countdown beginnt am Buchanfang mit 800 Gesprächen. Als Agathe als neue Patientin in die Praxis schneit, weist er seine Sekretärin an, diese abzuwimmeln, kann er doch schon seine bisherigen Patienten kaum mehr ertragen. Aber wieso eigentlich, und was erhofft sich der Alleinstehende für sein Leben nach der Arbeit? Nach und nach wird dem Mann bewusst, dass er keinerlei Erwartungen an oder Pläne für die Zukunft hat. Die Gefühle ihres namenlosen Psychiaters schildert Bomann sehr empfindsam. Sie zeichnet einen Mann, für den Einsamkeit ein seit langem gelebter Normalzustand ist. Einen Mann, der einem hinfallenden Kind nicht zu Hilfe eilt, weil er seine eigene Unbeholfenheit in zwischenmenschlichen Dingen fürchtet - weil er "das letzte Mal mit einem Kind gesprochen [hatte], als er selbst eines gewesen war". Es ist natürlich eine Ironie des Schicksals, dass gerade dieser Mann seit fast fünf Jahrzehnten einen Beruf ausübt, in dem es darum geht, anderen Menschen zu helfen. Aber hinter seiner festen Rolle im Sprechzimmer kann sich der Therapeut gut verschanzen und überdies ist er der Patienten ja nun auch überdrüssig. Die Mittdreißigerin Agathe, die schließlich doch seine Patientin wird, weil sie sich nicht hat abwimmeln lassen, hadert dagegen vor allem mit einem Problem: "Ich bin wütend, weil ich nichts erreicht habe. Ich hätte jemand werden sollen, aber ich bin rein gar nichts." Seine neue Patientin scheint in dem Psychiater unbewusst etwas aufzuwecken, das ihn aus seiner Lethargie reißen könnte. Aber lässt sich ein Leben noch ändern, das schon so lange in eingefahrenen Bahnen verläuft? Wie ihr Leben - beziehungsweise auch seines? Agathe und ihr Psychiater sind zwei verlorene Seelen, und ob sie überhaupt in der Lage sein könnten, einander zu helfen, scheint zu Beginn des Romans äußerst fraglich. Doch dann beginnt der Psychiater, für sich selbst überraschend, kleine Änderungen in seinem Leben vorzunehmen. Davon erzählt "Agathe" auf poetische Art und Weise, ohne ein Wort zu viel zu verwenden. Autorin Bomann spart sich den größeren Kontext; sie legt keinen Wert auf detaillierte Beschreibungen und scheint ihren Roman auf das Wesentliche reduziert zu haben. Jeder Satz sitzt, und immer schwingt eine ganz besondere bittersüße Stimmung mit. "Agathe" ist ein feines, manchmal weises, komplett unkitschiges und doch berührendes Buch. Es weist eine große Leichtigkeit auf und hat dennoch eine ebenso große Tiefe. Aufgrund seiner Kürze liest es sich sehr schnell, doch bereits während der ersten Lektüre ist klar, dass sich eine zweite lohnen könnte. Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten.
von P. - 28.01.2019
"Die Zeit lief durch mich hindurch wie Wasser durch einen rostigen Filter, den niemand Lust hat zu wechseln." Wir tauchen ein in das Leben eines bald 72-jährigen Psychiaters, der müde die letzten Monate (5), Wochen (22) und Patientengespräche (800) bis zu seinem Ruhestand zählt. Er wirkt einsam, der Welt und jeglichem Sozialleben entfremdet. Seine Praxis ist sein Lebensinhalt, doch auch die Patienten und Patientinnen langweilen ihn. Schon früh wird aber deutlich, dass er sich eigentlich wünscht, ein anderes Leben zu führen - ein Leben, in dem er für andere sichtbar ist - er es jedoch nicht schafft, aus dem Schatten und der Sicherheit seines Sessels in der Praxis herauszutreten. Erst als eine hartnäckige Patientin hinter die Fassade blickt, schafft auch schließlich er es, sich selbst und damit die Welt um ihn herum endlich wieder zu sehen. Allzu viel kann man über dieses kleine Buch, welches fast schon eher als Novelle bezeichnet werden könnte, nicht vorab verraten. Man sollte sich als Leser oder Leserin selbst in die Geschichte vertiefen und die kleinen Feinheiten und Philosophien entdecken, die hier in den Alltag des Psychiaters und in seine Begegnung mit der titelgebenden Figur eingearbeitet sind. Agathe von Anne Cathrine Bomann ist ein literarisches Kleinod für einen tristen Nachmittag, das nicht nur sprachlich sehr schön erzählt ist, sondern es schafft, ohne viel Ausschweifungen, aber doch mit feinsinnigen Details eine tiefgreifende Wesensveränderung in dem vom Leben entfremdeten und einsamen Protagonisten zu beschreiben, deren Ursache und Effekt noch nach dem Lesen nachhallen.
Ein poetisches Buch, das viel Raum für die eigenen Gedanken lässt
von Elchi130 - 28.01.2019
Ein 71-jähriger Psychiater will in Kürze seine Praxis aufgeben. Er zählt nur noch seine Stunden herunter, wann er endlich in den Ruhestand gehen kann. Da tritt eine beharrliche Patientin in sein Leben - Agathe¿ Dieses Buch ist eine Einladung. Eine Einladung, sich auf das Buch einzulassen, das so klein, zierlich und dünn wirkt und es doch faustdick hinter den Ohren hat. Mit poetischen, zum Teil schon fast philosophischen Sätzen hat die Autorin ein kleines Juwel geschaffen, das es zu lesen lohnt. Es kommt so harmlos daher und kaum hat man angefangen, es zu lesen, fängt man auch schon an, sich auseinanderzusetzen. Auseinanderzusetzen mit dem Buch, mit dem Leben allgemein, mit sich selbst. Und das auch noch, nachdem man das Buch bereits beendet hat. Und daher auch meine Ansicht, dass das Buch eine Einladung ist - eine Einladung sich einzulassen: auf das Buch, das Leben und sich selbst. Wenn man sich als Leser dann anschaut, wer die Autorin Anne Cathrine Bomann ist, dann wundert einen das auch gar nicht. Denn sie selber ist Psychologin und ihr Freund Philosoph. Also erstaunt es nicht, dass sie so einen philosophischen Roman geschaffen hat, der sich mit den psychologischen Fragen des Lebens - z. B. dem Alt werden und der Einsamkeit - beschäftigt. In der heutigen Zeit verwundert es wohl nur, wie poetisch sie das macht.
Einfach Zauberhaft!
von Lilofee - 28.01.2019
Ein Psychiater, 72 Jahre alt, beschließt seine Praxis zu schließen und in den Ruhestand zu gehen. Das fällt ihm nicht leicht, denn er lebt sehr isoliert und hat keine Freunde. Ein Leben ohne seine Praxis kann er sich schwer vorstellen. Sein Leben lang hat er sich um andere gekümmert aber diese Probleme kommen ihm längst banal daher und er steht dem ganzen ziemlich hilflos gegenüber. Eines Tages kommt eine neue Patientin in seine Praxis und alles wird anders als gedacht. Dieses Buch hat praktisch kein Verfallsdatum, es ist völlig zeitlos. Die Geschichte spielt in den 1940 Jahren in Frankreich und zeigt uns einen sehr introvertierten Menschen, der keinerlei Lebensfreude mehr hat. Kurz vor seinem Ruhestand muss er erkennen, dass er noch nie geliebt hat. Er hat die Formel für ein glückliches Dasein noch immer nicht gefunden. Seine Patienten sind ihm mittlerweile völlig egal, ihre Probleme rühren ihn nicht mehr. Vielleicht haben sie es auch nie getan. Er weiß, dass er etwas ändern muss, kann sich aber nicht so richtig aufraffen. Ein Schlüsselerlebnis weckt ihn endlich aus seiner Lähmung und so langsam beginnt er mit kleinen Schritten ins gefährliche und doch auch so liebenswerte Leben zurück. Das Cover ist wunderschön und erweckt Erwartungen die so nicht erfüllt werden. Es handelt sich hier nicht um eine kleine Liebesgeschichte. Die Charaktere sind sehr lebensecht und liebevoll gezeichnet. Man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen. Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Sehr realistisch, interessant und detailliert. Jeder Satz sitzt, ist ein Erlebnis mit einer sagenhaften Präsenz. Sie zeigt, dass die Literatur auf wunderbare Art und Weise die Erfahrungen des wirklichen Lebens widerspiegeln kann. Es sind die Alltäglichkeiten, die dieses Buch so liebenswert machen. Ein sehr kluger Roman der einen nachdenklich macht. Alt sein heißt nicht, gleich das nun alles im Leben vorbei sein muss. Man muss sich nur trauen. Das späte Glück oder eine Freundschaft sind durchaus möglich. Das ist die Botschaft. Dem Charme dieses Buches kann man sich kaum entziehen. Einfach Zauberhaft! Eine Leseempfehlung.
Der einsame Mann
von Anonym - 28.01.2019
Klappentext: Ein alternder Psychiater zählt die Tage bis zu seinem Ruhestand. Bald wird er die Türen seiner Praxis für immer hinter sich schließen. Doch eine letzte Patientin lässt sich nicht abwimmeln. Und die Gespräche mit Agathe verändern alles: Neue Freundschaften scheinen plötzlich möglich, neue Wege, neue Zuversicht. Eine universelle Geschichte über Nähe und Freundschaft, Liebe und Verbindlichkeit - elegant und zeitlos, voll meditativer Zärtlichkeit und subtilem Humor. Cover: Ich finde das Cover mehr als gelungen, die Farben sind auf alt gemacht und passen sehr gut zur Story. Die Struktur des Umschlages ist auch ein bisschen rau und passt zu Gesamtbild des Buches welches nicht neu ist. Für mich ein Buch was gut sichbar in mein Regal kommt. Schreibstil: Der Schreibstil ist eine gute Mischung aus witzigen, liebevollen und sehr ehrlichen Elementen. Ich finde das Zusammenspielen ist da gut gelungen und das Buch hat auch einen poetischen Einschlag. Inhalt: Zu erst muss ich lobend erwähnen, dass mir die Aufteilung der Kapitel sehr gut gefallen hat. Es sind kurze Kapitel mit dem Blick auf das Wesentliche. Es geht um einen älteren Mann, der kurz vor dem Ruhestand ist und die Tage zählt. Bis ihm in seiner Praxis Agathe aufsucht und um Hilfe bittet. Er ist Psychiater und willigt nur widerwillig in die Behandlung ein. Die Geschichte ist aus der Sicht des Psychiaters geschrieben und man bemerkt wie einsam er ist. Ich fand es schön zu lesen, dass er sich langsam öffnet und er selber wieder Mut findet um zu leben. Das kurze Buch ist wie ein stiller Weckruf, der ganz sanft und leise an unsere Tür kloppt und sagt komm und genieß das Leben bevor es zu ende ist. Fazit: Ein schönes aber auch zu gleich trauriges Buch über einen älteren Menschen, der sehr einsam ist. Welches ja in der heutigen Zeit keineswegs untypisch ist. Ich finde es ist ein wichigtes und lesenswertes Buch. Für mich eine klare Leseempfehlung, um das Leben ein klein bisschen mehr zu schätzen. Ich danke der Lesejury, dass ich bei der schönen Leserunde dabei sein durfte.
ansprechend erzählt - man fliegt durch die Seiten
von katze102 - 28.01.2019
Anne Catherine Bomann erzählt die in den 1940ern spielende Geschichte des fast 71jährigen Psychiaters ohne Namen, der in einem Pariser Vorort lebt und praktiziert, zeitlebends funktionierte und sich nun auf seinen Ruhestand freut. Täglich zählt er die bis dahin noch vor ihm liegenden Therapiesitzungen und findet Trost in der stetig schrumpfenden Zahl. Jahrzehntelang war er als Psychiater tätig, immer mehr Routine stellte sich ein, genau wie das Gefühl, dass das Leben in seinem Alter nur noch aus Wiederholungen bestehe. Dann erobert Agathe einen Therapieplatz für sich, obwohl der Psychiater keine neuen Patienten mehr annehmen möchte. Sie lässt sich einfach nicht abwimmeln, ist überzeugt, dass er der einzige ist, der ihr nach mehreren Aufenthalten in geschlossenen Psychiatrien mit Elektroschocks und weiteren in dieser Zeit üblichen Behandlungen, helfen kann - durch Zuhören, was sie bislang in ihrer Behandlung vermisste. Von ihrer ersten Sitzung an verändert sich das Leben des sonst nur auf seinen Beruf fixierten Psychiaters, der Agatha von Anfang an "gut riechen" kann und sich immer mehr auf die gemeinsamen Gespräche freut. Letztendlich helfen sich beide gegenseitig, über ihr Leben, ihre (Selbst-)Zweifel, die Erwartungen, die sie nicht erfüllt haben und sich deshalb minderwertig fühlten, nachzudenken, zu sprechen und ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Die Autorin beschreibt dieses in sehr leisen Tönen und einem ausgesprochen angenehmen Schreibstil; mir gefällt besonders gut, dass keine Anglizismen genutzt wurden, was auch daran liegen könnte, dass die Originalausgabe auf Französich geschrieben wurde. Das Buch selber ist kleiner und dünner als ich zunächst erwartet habe, beinhaltet aber soviele schöne, treffende Sätze, über die man nachdenken kann. Das Buch besitzt keinen Schutzumschlag und wirkt durch die Farben- und Motivwahl ein wenig nostalgisch, klassisch. Die Kapitel sind kurz gehalten und beim Lesen fliegt man durch das Buch, mag es gar nicht mehr aus der Hand legen, auch weil es sehr geschickt abwechslungsreich aufbereitet wurde. Erzählende Kapitel wechseln sich mit Krankenhausakten oder Briefen ab, die Charakteren sind von Anfang an sympathisch und wachsen beim Lesen immer mehr ans Herz. Insgesamt wurde die ansprechende Geschichte, die sich mit der Angst, auch vor dem Tod, der eigenen Leere, mit Schuldgefühlen und Selbstzweifeln, nicht ausgereicht zu haben, mit dem Gefühl, einsam und lebendig begraben, vom Leben selbst enttäuscht zu sein und der beginnenden Befreiung aus diesem, dem sich selbst und sein Leben wertschätzen, sehr fesselnd erzählt. Einige Aussprüche sehr treffend und schön formuliert; viele Details oder Hintergründe werden nicht komplett aufgedeckt, so dass die Geschichte eher zeitlos und allgemeingültig daherkommt und jeder Leser sie nach seinem Empfinden ausschmücken und weiterspinnen kann. Dennoch würde ich diese Erzählung nicht als tiefgründig bezeichnen, denn sie kann zwar beim Lesen nachdenklich stimmen, wirkt aber nicht nach.
Eine tiefgründige Geschichte, die nachdenklich stimmt
von Tara - 27.01.2019
"Agathe" ist eine ungewöhnliche Geschichte über das Leben, Veränderungen und Freundschaft von der Autorin Anne Catherine Bormann. Ein Psychiater, der kurz vor seinem Ruhestand steht, möchte seine letzten Patiententermine eigentlich nur noch hinter sich bringen und zählt seine letzten Termine. Obwohl er klar angewiesen hat, dass er keine neuen Patienten mehr annehmen möchte, macht seine Sekretärin einen Termin mit Agathe, die manisch-depressiv ist und bisher noch nicht bei ihm war. Durch die Gespräche mit ihr wird ihm bewusst wie einsam er ist und wie leer sein Leben im Laufe der Zeit geworden ist und er beginnt ganz langsam umzudenken. Die Handlung des Buches konzentriert sich auf das Wesentliche. Es geht um Agathe und den Psychiater, deren Aufeinandertreffen für beide Veränderungen bedeuten, aber während Agathe die Nähe des Psychiaters suchte, erkennt er erst im Laufe der Treffen seine Fehler und die Notwendigkeit für Neuanfänge. Viele der gestellten Fragen haben mich zum Nachdenken angeregt und dazu angehalten diese für mich zu beantworten. Dadurch haben mich die 160 Seiten sehr viel länger beschäftigt als ich ursprünglich vermutet hatte. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und leicht zu lesen. Die recht kurzen Kapitel eignen sich gut dazu im Anschluss über die Themen, die jedem geläufig sind und denen jeder täglich begegnet, nachzudenken und eigene Schlüsse zu ziehen. Nähe, Freundschaft, Veränderungen, Neuanfänge, Chancen nutzen, dem Leben stets Neues einzuhauchen und aus festgefahrenen Wegen herauszutreten sind nur einige der Botschaften, die die Autorin unterhaltsam und tiefgründig zugleich vermittelt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es wird mich gedanklich noch einige Zeit beschäftigen.
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