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Erinnerungen aus der Sackgasse

Fünf Erzählungen. Originaltitel: Deddo endo no omoide.
Buch (kartoniert)
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Glücklich oder unglücklich verliebt, Schicksalsschläge, Lebenskrisen, die Suche nach dem eigenen Weg, Menschen, die auf Abwege geraten sind: Es gibt keine Garantie im Leben, dass man von schlimmen Erfahrungen verschont bleibt. Das beschreiben diese f … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Erinnerungen aus der Sackgasse
Autor/en: Banana Yoshimoto

ISBN: 3257300565
EAN: 9783257300567
Fünf Erzählungen.
Originaltitel: Deddo endo no omoide.
Übersetzt von Annelie Ortmanns
Diogenes Verlag AG

23. Mai 2018 - kartoniert - 278 Seiten

Beschreibung

Glücklich oder unglücklich verliebt, Schicksalsschläge, Lebenskrisen, dieSuche nach dem eigenen Weg, Menschen, die auf Abwege geraten sind: Es gibt keine Garantie im Leben, dass man von schlimmen Erfahrungen verschont bleibt. Das beschreiben diese fünf intensiven Erzählungen, die gleichzeitig von schwebender Leichtigkeit sind und am Ende immer harmonisch aufgelöst werden, denn sie zeigen: Gerade in der tiefsten Sackgasse lässt sich das Glück erfahren.

Portrait

Banana Yoshimoto, geboren 1964, hieß ursprünglich Mahoko Yoshimoto. Ihr erstes Buch >Kitchen< schrieb sie, während sie als Kellnerin in einem Café jobbte und sich dort in die Blüten der >red banana flower<, daher ihr Pseudonym. Es verkaufte sich auf Anhieb millionenfach. Ihre Bücher erreichen auch außerhalb Japans ungewöhnlich hohe Auflagen.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 14.07.2018

Aufgehäufte Ginkgoblätter
Glücksexerzitien: Banana Yoshimotos Erzählungen

Die 1964 geborene Japanerin Banana Yoshimoto sorgte Ende der achtziger Jahre mit am Mädchen-Manga orientierten Werken wie "Kitchen", "Tsugumi" oder "Dornröschenschlaf" für Aufsehen. Im späteren Werk sind die küchenphilosophischen Gedanken und popkulturellen Märchen über Lebensangst und Nostalgie, Narzissmus und das Moratorium der Jugend ausgereifter. So erweiterte der sehr persönliche Erzählband "Erinnerungen aus der Sackgasse" 2003 das Liebesleidmotiv um spirituell-buddhistische Themen. Jetzt ist er auf Deutsch erschienen. Diese Ratgeber- und Heilungsliteratur kreist kathartisch um Übersinnliches und Sinnlichkeit, Erkennen wahrer Bedürfnisse, Glücksexerzitien und Gedanken über Zeit und Zen.

Die postmoderne weicht einer nunmehr zenbuddhistischen Leere. Zwischen Traum und Trauma sind Yoshimotos junge Helden im Lebens- und Liebeslabyrinth Verirrte oder im Räderwerk der Leistungsgesellschaft Zerriebene. Sie erleiden oft einen Totalcrash des vorprogrammierten Lebens durch Initiationserfahrungen und Erleuchtungserlebnisse. In der Erzählung "Maamaaa!" überlebt eine Verlagsangestellte nur knapp einen Giftanschlag in der Firmenkantine. Angesichts dieser Grenzerfahrung lässt sie Kollateralschäden des Lebens und Liebesdefizite ihrer schwierigen Kindheit Revue passieren. Das nächtliche Krankenhaus ("Es schwebte in der Dunkelheit wie ein Muster aus pechschwarzen und hellerleuchteten Fenstern") ist ein selbstvergessenes Universum. Die Geschichte endet nach einem bittersüß-wahrhaftigen Traum mit dem Antidot der Tränen, von denen das Gift von Gestern und Gegenwart gemeinsam weggespült wird. Hingetuschte Sätze wie "Die Wolken waren langgestreckt, wie sanft mit breitem Pinsel gezogen" lassen die Schöpfung neu erspüren. Gerade Gedankenspiele wie der postume Trost, dass Hinterbliebene in der von ihr hinterlassenen Szenerie und im von ihr ausgehöhlten Raum, der "schimmerte und glänzte wie eine große Kostbarkeit", weiterleben würden, geben der Heldin neue Lebensenergie.

"Überhaupt nicht warm" entlarvt Scheinidyllen der Tradition. Für Yoshimoto typisch ist die spirituell hypersensible Freundesfigur, hier der Nachbarjunge der Erzählerin. Dieser Makoto erinnert in seiner tragischen Rolle an einen "Little Buddha". Als uneheliches Kind des Patriarchen einer alten Gschäftsfamilie ist er "überschüssig". Yoshimotos mehrfach in sich gespiegelte Prosa meditiert über die funkelnde Venus und Glühwürmchen, die Illusion des in fremden Häusern wärmer scheinenden Lichts, ausstrahlende Herzen und universelles Korrelieren allen Seins. Und auch die Parabel "Tomos Glück" behandelt innere und äußere Landschaften. Nach einem traumatischen Jugenderlebnis spürt Tomo die Augen einer Macht, die auf ihr ruhen. Von der regenerierenden Schutzkraft der belebten Natur (Glanz der Nacht, Wind und Fixsterne) wird die Heldin umfangen und "in den Arm genommen".

Banana Yoshimoto erweist sich als fintenreiche Entfesselungskünstlerin aus den Ränkespielen der Schicksalsfäden. In "Erinnerungen aus der Sackgasse" trifft die Heldin Mimi anlässlich eines Überraschungsbesuchs bei ihrem Verlobten auf dessen Geliebte. Statt gleich wieder heimzufahren, nimmt sie eine Auszeit in der ihr fremden Stadt, in einem Haus in einer Sackgasse, in dem sich eine Kneipe namens "Sackgasse" befindet. Die Geschichte über Anhaften und Loslassen, Hassen und Verzeihen lebt von Gesprächen mit dem Barkeeper Nishiyama, der seinerseits als Kind unter Hausarrest und Unterernährung litt.

In Häutungsprozessen der Herzen lernen Yoshimotos Helden, wieder verwundbar zu sein. Aus dem Blick in den Abgrund durch den "Filter des Kummers" in "dieser Stadt, in der ich ein Niemand bin", resultiert Selbstfindung, Abgrenzung und die befreiende Kraft der Achtsamkeit. Das Mysterium vergehender Zeit und Liebe wird in Bilder wie das der "stillen, goldenen Welt der schier endlos aufgetürmten Ginkgoblätter" gekleidet, durch die die Helden wie Kinder stapfen.

"Das Geisterhaus" erzählt eine Liebe in prekären Zeiten der Rezession zweier im Gastgewerbe tätiger junger Menschen. Verstorbene Stammgäste kehren als kulinarische Wiedergänger wieder. Die Non-Profit-Liebe zur Magie der Patisserie als Glücksrezept für ein erfülltes Leben wird Geschäftsgrundlage für eine Kommunion mit den Kunden. Trotz eines gewissen Ratgeberduktus beschwört Yoshimoto eine spirituelle Stufe, jenseits der die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits, Individuum und Universum überwunden werden: "Auf den ersten Blick schlichte Menschenleben", schreibt sie, seien wir alle "Teil des gigantischen Flusses, der den Abenteuern auf den sieben Weltmeeren gleichkommt".

STEFFEN GNAM

Banana Yoshimoto: "Erinnerungen aus der Sackgasse". Fünf Erzählungen.

Aus dem Japanischen von Annelie Ortmanns. Mit einem Nachwort der Autorin. Diogenes Verlag, Zürich 2018. 288 S., br.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
von Andrea Schuster - 19.07.2018
Die Bücher von Banana Yoshimoto begleiten mich nun schon mein halbes Leben In der Ausbildung las ich "Kitchen" in einer Nacht durch und war sofort begeistert von ihrem unaufgeregtem aber eindringlichen Schreibstil. Ihre Bücher gehörten auch mit zu den ersten, an die ich mich auf Englisch heran wagte und sie ist eine der wenigen Autorinnen, von denen ich tatsächlich jedes Buch gelesen habe. "Erinnerungen aus der Sackgasse" ist ihr neuster Erzählband mit fünf Kurzgeschichten. Drei davon sind länger, zwei relativ kurz. Was all diese Geschichten verbindet ist das gemeinsame Thema: Menschen, die an einem Punkt in ihrem Leben angekommen sind, an dem sie nicht mehr weiter wissen und sich neu orientieren müssen. Da ist beispielsweise Iwakura, der die Konditorei seiner Eltern weiterführen soll und sich einfach nicht durchringen kann, diesen Weg zu gehen. Oder Frau Matsuoka, die einen Giftanschlag überlebt, aber anschließend Schwierigkeiten damit hat, wieder zurück ins Leben zu finden. Und Mimi, die ihr Leben bereits durchgeplant hat und deren Träume sich alle in Luft auflösen, als sie herausfindet, daß ihr Verlobter eine andere Frau liebt Man könnte nun denken, daß diese Geschichten traurig oder auch deprimierend wären, aber das ist nicht der Fall. Banana Yoshimotos größte Stärke ist es, meiner Meinung nach, daß ihre Protagonisten immer unheimlich positiv sind und versuchen, das beste aus den Prüfungen des Schicksals zu machen. Ich denke, das ist auch der Grund, warum ich ihre Romane und Erzählungen so liebe. Nicht nur, daß ihre Figuren sehr positiv ins Leben schauen, auch alle Dinge die sie tun, sei es ihre Arbeit, zu Putzen oder zu Kochen, - besonders das Kochen! - tun sie mit großer lieber Liebe zum Detail. Dem Alltag wohnt stets ein gewisser Zauber inne, ohne dabei esoterisch zu werden. Es ist einfach schön, sich das Glück der kleinen Dinge gelegentlich vor Augen zu halten. Auch Yoshimotos Charaktere sind durch die Bank weg liebenswert. Obwohl sie in der Regel ganz normale Durchschnittstypen sind, gibt es bei genauerer Betrachtung immer etwas, das sie besonders macht. So schafft sie es auch, einen Band wie "Erinnerungen aus der Sackgasse" vorzulegen, der eigentlich voll von bedrückenden Themen ist und den Leser trotzdem mit einem zufriedenen, warmen Gefühl zurück lässt.
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