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Heilpädagogik und Eugenik als Buch
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Heilpädagogik und Eugenik

Zur Geschichte der Heilpädagogik in der deutschsprachigen Schweiz. (1800-1950). 'Clio Lucernensis'.
Buch (gebunden)
Aktuelle Forschungen haben gezeigt, dass eugenische Theorien und eine entsprechende Praxis auch in der Schweiz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet waren und dass die Schweiz in gewissen Aspekten auch eine Vorreiterrolle spielte. Die … weiterlesen
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Heilpädagogik und Eugenik als Buch

Produktdetails

Titel: Heilpädagogik und Eugenik
Autor/en: Carlo Wolfisberg

ISBN: 3034005687
EAN: 9783034005685
Zur Geschichte der Heilpädagogik in der deutschsprachigen Schweiz. (1800-1950).
'Clio Lucernensis'.
Chronos Verlag

30. Oktober 2002 - gebunden - 480 Seiten

Beschreibung

Aktuelle Forschungen haben gezeigt, dass eugenische Theorien und eine entsprechende Praxis auch in der Schweiz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet waren und dass die Schweiz in gewissen Aspekten auch eine Vorreiterrolle spielte. Die Forschung konzentrierte sich dabei vor allem auf die Psychiatrie. Das Verhältnis zwischen Heilpädagogik und Eugenik wurde bisher noch nicht untersucht, obwohl gerade die Heilpädagogik Zuständigkeit für einen grossen Teil der Menschen beanspruchte, die aus eugenischer Sicht als 'erbkrank' und 'minderwertig' bezeichnet wurden und Objekte eugenischer Massnahmen waren. In einem ersten Teil des Buches wird die Geschichte der Heilpädagogik in der deutschsprachigen Schweiz als Praxis, Profession und Disziplin in der Zeit zwischen 1800 und 1950 skizziert. Im zweiten Teil geht es um die Auseinandersetzung der Heilpädagogik mit dem Eugenikdiskurs vor allem in der Zeit zwischen 1920 und 1950. In der Zeit also, in der die Professionalisierung und disziplinäre Etablierung der Heilpädagogik in der deutschsprachigen Schweiz einsetzte. Dabei zeigt sich ein ambivalenter Umgang mit eugenischen Prämissen und Forderungen, der von der kritiklosen Übernahme, von einer strategischen Verwendung über die kritische Auseinandersetzung bis hin zur totalen Ablehnung eugenischen Gedankenguts reichte. Gleichzeitig macht die Untersuchung auch die für das heilpädagogisch-fürsorgerische Arbeitsfeld konstitutive Spannung zwischen Hilfe und Kontrolle sichtbar, die durch den Einfluss eugenischer Gedanken verstärkt wurde. Sie leistet damit einen differenzierten Beitrag zu einer aktuellen Forschungsdiskussion.

Besprechung

Aktuelle Forschungen haben gezeigt, dass eugenische Theorien und eine entsprechende Praxis auch in der Schweiz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitet waren und dass die Schweiz in gewissen Aspekten auch eine Vorreiterrolle spielte. Die Forschung konzentrierte sich dabei vor allem auf die Psychiatrie. Das Verhältnis zwischen Heilpädagogik und Eugenik wurde bisher noch nicht untersucht, obwohl gerade die Heilpädagogik Zuständigkeit für einen grossen Teil der Menschen beanspruchte, die aus eugenischer Sicht als «erbkrank» und «minderwertig» bezeichnet wurden und Objekte eugenischer Massnahmen waren.
In einem ersten Teil des Buches wird die Geschichte der Heilpädagogik in der deutschsprachigen Schweiz als Praxis, Profession und Disziplin in der Zeit zwischen 1800 und 1950 skizziert. Im zweiten Teil geht es um die Auseinandersetzung der Heilpädagogik mit dem Eugenikdiskurs vor allem in der Zeit zwischen 1920 und 1950. In der Zeit also, in der die Professionalisierung und disziplinäre Etablierung der Heilpädagogik in der deutschsprachigen Schweiz einsetzte. Dabei zeigt sich ein ambivalenter Umgang mit eugenischen Prämissen und Forderungen, der von der kritiklosen Übernahme, von einer strategischen Verwendung über die kritische Auseinandersetzung bis hin zur totalen Ablehnung eugenischen Gedankenguts reichte. Gleichzeitig macht die Untersuchung auch die für das heilpädagogisch-fürsorgerische Arbeitsfeld konstitutive Spannung zwischen Hilfe und Kontrolle sichtbar, die durch den Einfluss eugenischer Gedanken verstärkt wurde. Sie leistet damit einen differenzierten Beitrag zu einer aktuellen Forschungsdiskussion.


Leseprobe

Am Abend des 22. Oktobers 1942 verabschiedete der Arbeitsausschuss der Schweizerischen Vereinigung für Anormale, Pro Infirmis, nach einer hitzigen Debatte ein Merkblatt folgenden Inhalts (Auszug):

«4. Wenn eine protestantische Fürsorgerin mit einem protestantischen Schützling zu einem protestantischen Arzt geht und dieser aus bestimmten Gründen die Sterilisation des Schützlings empfiehlt und die Fürsorgerin die Mittel für dieselbe beschafft, verletzt sie die Neutralität Pro Infirmis nicht. Mit Rücksicht auf die katholischen Kreise wird Pro Infirmis zur Zeit keine Beiträge an Sterilisationen leisten. Eine protestantische Fürsorgerin darf nie bei einem katholischen Schützling Sterilisation oder gar Schwangerschaftsunterbrechung empfehlen. Hier hat sie bei schwer gefährdeten Schützlingen oder bei degenerierten Familien katholisches Pfarramt, Arzt, Behörden zu mobilisieren, damit sie die erlaubten katholischen Hilfsmittel anwenden. Geschieht dies nicht, so wende sie sich an die Schweizerische Caritaszentrale Luzern, bevor sie die Verantwortung für den Schützling ablehnt.
5. Eine katholische Fürsorgerin wende sich ebenfalls an die Caritaszentrale, wenn sie lokal nichts erreicht bei katholischen Schwergefährdeten. Hat es eine katholische Fürsorgerin mit protestantischen schwergefährdeten und erbkranken Menschen zu tun, so darf sie eine Sterilisation nicht verhindern, und soll, wenn Unsicherheit hinsichtlich deren Berechtigung besteht, nur einen protestantischen Experten heranziehen. Sofern sie die Familie auf moralische Konsequenzen aufmerksam macht, muss sie gleichzeitig sagen, dass sie Katholikin ist und aus dem Glauben heraus grundsätzlich jede Sterilisation ablehnt.»


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