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Der Apfelbaum

Roman. 8. Auflage.
Buch (gebunden)
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"Jahrelang bin ich vor meiner Geschichte davongelaufen. Dann erfand ich sie neu."

Für den Roman seiner Familie hat der Schauspieler Christian Berkel seinen Wurzeln nachgespürt. Er hat Archive besucht, Briefwechsel gelesen und Reisen unternommen. Entst … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der Apfelbaum
Autor/en: Christian Berkel

ISBN: 3550081960
EAN: 9783550081965
Roman.
8. Auflage.
Ullstein Verlag GmbH

12. Oktober 2018 - gebunden - 413 Seiten

Beschreibung

"Jahrelang bin ich vor meiner Geschichte davongelaufen. Dann erfand ich sie neu."

Für den Roman seiner Familie hat der Schauspieler Christian Berkel seinen Wurzeln nachgespürt. Er hat Archive besucht, Briefwechsel gelesen und Reisen unternommen. Entstanden ist ein großer Familienroman vor dem Hintergrund eines ganzen Jahrhunderts deutscher Geschichte, die Erzählung einer ungewöhnlichen Liebe.

Berlin 1932: Sala und Otto sind dreizehn und siebzehn Jahre alt, als sie sich ineinander verlieben. Er stammt aus der Arbeiterklasse, sie aus einer intellektuellen jüdischen Familie. 1938 muss Sala ihre deutsche Heimat verlassen, kommt bei ihrer jüdischen Tante in Paris unter, bis die Deutschen in Frankreich einmarschieren. Während Otto als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg zieht, wird Sala bei einem Fluchtversuch verraten und in einem Lager in den Pyrenäen interniert. Dort stirbt man schnell an Hunger oder Seuchen, wer bis 1943 überlebt, wird nach Auschwitz deportiert. Sala hat Glück, sie wird in einen Zug nach Leipzig gesetzt und taucht unter.

Kurz vor Kriegsende gerät Otto in russische Gefangenschaft, aus der er 1950 in das zerstörte Berlin zurückkehrt. Auch für Sala beginnt mit dem Frieden eine Odyssee, die sie bis nach Buenos Aires führt. Dort versucht sie, sich ein neues Leben aufzubauen, scheitert und kehrt
zurück. Zehn Jahre lang haben sie einander nicht gesehen. Aber als Sala Ottos Namen im Telefonbuch sieht, weiß sie, dass sie ihn nie vergessen hat.

Mit großer Eleganz erzählt Christian Berkel den spannungsreichen Roman seiner Familie. Er führt über drei Generationen von Ascona, Berlin, Paris, Gurs und Moskau bis nach Buenos Aires. Am Ende steht die Geschichte zweier Liebender, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch ihr Leben lang nicht voneinander lassen.

Portrait

Christian Berkel, 1957 in West-Berlin geboren, ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler. Er war an zahlreichen europäischen Filmproduktionen sowie an Hollywood-Blockbustern beteiligt und wurde u.a. mit dem Bambi, der Goldenen Kamera und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Seit 2006 ist er in der ZDF-Serie »Der Kriminalist« zu sehen. Er lebt mit seiner Frau Andrea Sawatzki und den beiden Söhnen in Berlin.

Pressestimmen

"... eine dramatische Liebes- und Familiengeschichte, hervorragend erzählt.", FAZ, Melanie Mühl, 24.11.2018
Bewertungen unserer Kunden
Sala und Otto
von Kaffeeelse - 21.01.2019
Es ist die Geschichte eines Paares, die uns der Schauspieler und Autor Christian Berkel hier erzählt. Die Geschichte seiner Eltern, Sala und Otto. Christian Berkel hat sich für diesen Roman in eine intensive Recherche gestürzt und die Geschichte seiner Familie durchforscht. Und Herr Berkel kann nicht nur perfekt Rollen performen, er kann auch noch wunderbar schreiben. Es gelingt ihm fast mühelos den Charakteren in seinem Roman Leben einzuhauchen, sie liebevoll und lebensecht zu zeichnen und er schafft es wunderbar, das Geschehen in dem Roman mit einem recht großen Sog zu versehen. Es ist ein Debutroman von Christian Berkel und ich muss sagen diese Schreibkunst lässt auf mehr hoffen. Und auch die Art der Schreibe ist eine Besondere, es ist keine chronologisch geordnete Erzählung und es wird auch immer aus der Sicht von verschiedenen Personen berichtet. Das ist etwas was ich sehr mag. Herr Berkel hat mir mit diesem Roman in letzter Zeit meine Stunden versüßt und dafür möchte ich Danke sagen. In Berlin im Jahre 1932 laufen sich Sala und Otto durch einen Zufall über den Weg. Der 17-jährige Otto, aus sehr einfachen Verhältnissen kommend, begegnet der 13-jährigen Sala, aus einem intellektuellen jüdisch-deutschen Hause entstammend. Und das Leben tobt . Beide geraten durch die bekannten geschichtlichen Ereignisse und ihre verschiedene Herkunft in einen gewaltigen Strudel, der sie in verschiedene Gegenden der Erde trägt. Beide leben ihr Leben und vergessen einander aber nicht. Dabei ist die Art der Geschichte von einer besonders großen Authentizität, die Charaktere werden dabei nicht einseitig gezeichnet, sondern mit einem sehr hervorzuhebendem Weitblick. Außerdem sprießen in die Geschichte recht viele beeindruckende Nebencharaktere ein, die der Geschichte eine sehr besondere und interessante Note geben. Hervorheben möchte ich dabei die Rollen der Eltern von Sala, Iza-Gustava Gabriele Prussak und Johannes Nohl, beides sehr exzentrische und interessante Charaktere. Insgesamt ist diese Familiengeschichte auch ein sehr geglückter Blick auf ein negatives Stück deutscher Zeitgeschichte und gerade deswegen wünsche ich diesem Buch viele Leser und hoffe, dass aus der Lektüre viel Stoff für Diskussionen erwächst.
Ergründen wo die Wurzeln sind
von nil_liest - 09.01.2019
Erst hieß es: Ein Schauspieler der ein Buch schreibt¿.geht doch gar nicht, bitte nicht! Dann hieß es: Wow, ein Schauspieler der wirklich schreiben kann - bitte mehr davon! Und nun? Habe ich mir mein eigenes Bild gemacht und kann mir nun erklären wo der Jubel nach der Lektüre herkommt. Der Apfelbaum ist ein sehr persönliches Buch des Schauspielers Christian Berkel über das Leben seiner Mutter. Wunderbar wie Christian Berkel den Leser abholt und sich erklärt wie er dazu kam die Geschichte seiner Mutter aufzuschreiben. Ein respektvoller Einstieg in die eigentliche Geschichte, die immer wieder gebrochen wird durch Einschübe aus der Gegenwart aus seiner heutigen Sicht, wenn er mit seiner Mutter die Vergangenheit ergründet. Christian Berkel taucht in seine Kindheit ein, er ist als erwachsener Mann nun bereit zu ergründen warum seine Mutter sich so verhielt wie sie es hat. Dass vor seiner Zeit viel erlebt wurde, nicht immer Positives. Ganz im Gegenteil. Behutsam und bedacht erkundet er das Leben und die Erlebnisse seiner Mutter - versucht zu rekonstruierte was passierte. Fazit: Da möchte man ein Aufnahmegerät in die Hand nehmen und die Geschichte der eigenen Eltern aufschreiben um zu verstehen was sie zu dem gemacht hat, was sie sind. Nachspüren wo die eigenen Wurzeln sind.
Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln
von Miss Marple - 07.01.2019
Christian Berkel führt den Leser weit zurück ins 20. Jahrhundert auf dem Weg, seine eigenen Familiengeschichte aufzuspüren. Es ist die Geschichte von Sala und Otto, die sich trotz ihrer Herkunft aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten Anfang der 30er Jahre ineinander verlieben. Doch die politische Entwicklung in Deutschland zwingt die Jüdin Sala ihre Heimat 1938 zu verlassen und Otto wird in den Krieg ziehen, aus dem er aus langer russischer Gefangenschaft erst 1950 zurückkehren wird. So trennen sich ihre Lebenswege und werden in diesem spannenden Familienroman über viele Stationen auf der Welt wieder zusammengeführt. Christian Berkel gelingt es, Zeitgeschichte mit Familiengeschichte zu verbinden und vor dem Auge des Lesers lebendig werden zu lassen. Seine intensive Recherche und die Reisen, die er an die Schauplätze der Ereignisse unternommen hat, lassen die doch sehr persönliche Geschichte für den Leser authentisch werden.
Eine bewegend erzählte, schicksalsträchtige Familiengeschichte, die bis zum Ende
von sommerlese - 07.01.2019
Der Schauspieler Christian Berkel schreibt in Der Apfelbaum eine Aufarbeitung seiner Familiengeschichte. Der Roman erschien am 12.10.2018 im Ullstein Verlag. Berlin 1932: Sala, ein Halbjüdin aus gutem Hause, und Otto, Sohn einer Arbeiterfamilie, lernen sich als Jugendliche bei einem Einbruch kennen und verlieben sich ineinander. 1938 verlässt Sala ihre deutsche Heimat und zieht zu ihrer jüdischen Tante nach Paris, bis die Deutschen in Frankreich einmarschieren. Otto zieht als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg, währenddessen wird Sala bei einem Fluchtversuch verraten und in einem Lager in den Pyrenäen interniert. Sie hat Glück und wird von Hunger, Seuchen und Deportation verschont. Sie entkommt dem Gräuel und taucht unter. Christian Berkel hat sich als Schauspieler einen Namen gemacht, weil ihn seine Familiengeschichte jedoch nicht losgelassen hat, versuchte er, sich ihr schreibend zu nähern. Wie er das Leben seiner teilweise jüdischen Vorfahren über drei Generationen in Zeiten des Nationalsozialismus schildert und mit Inhalten ausschmückt, ist nicht nur berührend zu lesen, es zeigt auch ein authentisches Bild dieser schicksalsträchtigen Zeit. Mit großem Einfühlungsvermögen, sprachgewandt und mit einigem Berliner Dialekt versehen, erzählt Christian Berkel seine interessante Geschichte. Seine Großeltern stellt er darin in den Mittelpunkt und zeigt damit, wie zwei Liebende unter den Widrigkeiten ihrer Epoche zu kämpfen haben. Ihr Leben wurde wie das von so vielen Menschen zum Spielball der Zeit. Die Handlungsorte sind weitreichend und führen von Berlin über Stationen in Madrid, Paris, einem Lager in den französischen Pyrenäen, Argentinien bis in die russische Kriegsgefangenschaft Ottos. Das macht deutlich, wie sehr das Leben der Personen dem Einfluss der Judenverfolgung und des Kriegsgeschehens unterworfen war. Flucht, Verfolgung und Gefangenschaft spielte in diesen Leben eine große Rolle. In diesem Familienepos werden die Figuren genau gezeichnet, sie wirken vor allem durch ihre Sprache authentisch und berühren mit ihren Gefühlen, Ängsten und Sehnsüchten, die im Kriegsgeschehen und auch danach von so vielen äußeren Einflüssen beeinflusst wurden. Es gibt einige Familienangehörige, die mit ihrer Besonderheit auffallen und im Roman auch für unterhaltsame Szenen sorgen. Berkels Großvater war homosexuell und lebte in einer Nudistenkolonie, die Großmutter agierte als Anarchistin in Spanien und die Großtante arbeitete in der Pariser Modeszene mit den Größen ihrer Zeit. Mich haben die Schicksale von Otto und Sala tief berührt und die geschilderten Kriegsszenen mit Hunger, Gewalt und menschlicher Grausamkeit haben mich mit großer Betroffenheit erfüllt. So etwas darf sich nicht wiederholen und deshalb finde ich Bücher mit dieser Thematik so unglaublich wichtig. Dieser Roman hat mich berührt und bis zum Ende gefesselt. Hier wird nichts schön geredet, sondern offen gezeigt, wie sich Menschen einer Familie auf verschiedene politische Seiten gestellt haben. Etwas problematisch sehe ich die häufig wechselnde Zeit- und Ortsperspektive, wenn man das Buch allerdings in einem Rutsch durchliest, verknüpfen sich die Handlungsstränge zu einem kompletten und verständlichen Bild. Dieser autobiografisch angehauchte Roman zeigt eine bewegend erzählte, schicksalsträchtige Familiengeschichte, die bis zum Ende fesselt. Sie erklärt nachkommenden Generationen diese Zeit und macht den Unsinn von Kriegen an Beispielen fest. Ein Mahnmal gegen den Krieg.
Die kleine und die große Geschichte
von Klaraelisa - 01.01.2019
Mit "Der Apfelbaum" legt der bekannte Schauspieler Christian Berkel seinen Debütroman vor. Viele Jahre hat er es vermieden, dieses Buch zu schreiben, und dennoch ließ ihn die bewegte Geschichte seiner Familie nicht los. Er recherchierte gründlich, reiste an viele Schauplätze des Geschehens und führte Gespräche, u.a. auch mit seiner 91jährigen Mutter Sala, deren Erinnerung allerdings nicht ganz zuverlässig war, z.B. wenn sie behauptete, mit Carl Benz verheiratet gewesen zu sein, der ihr ein Millionenvermögen hinterlassen habe oder dass der Vater des 1953 geborenen Christian im Krieg gefallen sei. Berkel erzählt die Geschichte seiner Familie über drei Generationen, angefangen mit der jüdischen Urgroßmutter Alta, dann Großmutter Isa und Mutter Sala, die durch die Heirat mit einem Nicht-Juden Halbjüdin war. Es war dem Autor ein dringendes Bedürfnis, mit 60 endlich die verstörenden Leerstellen der ihm bekannten Geschichte zu füllen und seine eigene Identität zu begreifen und zu akzeptieren - das alles vor dem Hintergrund der schrecklichen Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Die Frauen der Familie wurden verfolgt und inhaftiert. Großmutter Isa war als Anarchistin in Francos Gefängnissen inhaftiert, Mutter Sala überlebte die Lagerhaft in den Pyrenäen. Der Vater geriet als Arzt der Wehrmacht kurz vor Ende des Krieges in russische Gefangenschaft. Es grenzte an ein Wunder, dass die Eltern, die sich 1932 mit 13 und 17 Jahren kennengelernt hatten, nach einer wahren Odyssee Anfang der 50er Jahre überhaupt wieder zusammenkamen. Der Autor betont mehrfach, dass man den Nationalsozialismus nicht verdrängen oder vergessen dürfe, sondern ihn als Teil der deutschen Identität begreifen müsse. So heilt der Autor für sich den in seiner Kindheit durch Informationsbröckchen - ein bisschen jüdisch, nicht ganz deutsch - verursachten Identitätsbruch, indem er durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte seiner Familie zu seiner Identität findet. Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Er ist interessant und gut geschrieben und berührt, weil er zwar ein Werk der Fiktion ist, aber auf der Basis der Fakten dem Leser reale Personen näherbringt. Ein beeindruckender Romanerstling.
Eine Familiengeschichte
von misery3103 - 26.12.2018
Der Schauspieler Christian Berkel hat mit "Der Apfelbaum" die Geschichte seiner Familie erzählt. Für die Recherche besuchte er Archive, las alte Briefe und reiste zu den Orten, die für seine Vorfahren eine Rolle gespielt haben. Der Roman erzählt die Geschichte von Sala und Otto, die sich im Berlin vor dem 2. Weltkrieg kennen. Sie ist Halbjüdin, so dass sich ihre Wege bald trennen. Zunächst war ich skeptisch, ob der Schauspieler Christian Berkel ein Buch schreiben kann, das ich gerne lesen würde. Ich mag die Geschichten, die über Schicksale im 2. Weltkrieg erzählen, weshalb die Familiengeschichte von Berkel sehr interessant für mich war. Und ich muss sagen, dass ich Sala und Otto gerne begleitet habe. Auch die Zeitsprünge, die Christian Berkel einfließen lässt, wenn er über seine eigene Kindheit und sein Verhältnis zu seiner Mutter schreibt, sind spannend. Obwohl also alles da ist, was einen guten historischen Familienroman ausmacht, konnte mich die Geschichte nicht komplett überzeugen. Ich fand viele Ereignisse zu lang erzählt, weshalb ich oft geneigt war, einfach vorzublättern. Die Geschichte von Sala und Otto hat mich nicht richtig überzeugt, leider!
Berührende Familiengeschichte in der Zeit des 2. Weltkrieges
von büchernarr - 23.12.2018
Sala und Otto treffen 1932 aufeinander und verlieben sich schon in jungen Jahren, als sie erst 13 und er 17 sind. Otto stam aus einer strengen Arbeiterklasse und Sala ist Halbjüdin mütterlicherseits, aus intellektuellen Kreisen stammend. Im Jahre 1938 muss Sala durch die politische Lage Deutschland verlassen und flieht zu ihrer jüdischen Tante nach Paris jedoch bis die Deutschen auch in Frankreich einmarschieren. Sie wird durch einen Verrat interniert aber ihr gelingt es sp+ter unterzutauchen. Währenddessen zieht Otto als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg und gerät für fünf Jahre in russische Gefangenschaft. Doch obwohl die beiden für viele Jahre getrennt bleiben, können sie nicht einander vergessen und das Schicksal wird sie Jahre später wieder zueinander führen. Der Schauspieler Christian Berkel hat für diese teils biographische Familiengeschichte detailiert recherchiert und das Ergebnis ist faszinierend. Spannend und einfühlsam erzählt der Autor von Liebe, Krieg, Gefangenschaft, Armut, Trauer. Einer der wenigen Schauspieler, die ihr Werk auch beim Schreiben verstehen und das verdient die volle Punktzahl..
Sala und Otto
von eurydome - 22.12.2018
Inhalt und meine Meinung: Sala und Otto sind dreizehn und siebzehn Jahre alt, als sie sich 1932 in Berlin Hals über Kopf ineinander verlieben. Sala ist Jüdin, Otto stammt aus einer Arbeiterfamilie. 1938 als Sala ihre deutsche Heimat verlassen muss, wohnt sie bei ihrer Tante in Paris, bis die Deutschen in Frankreich einmarschieren. Währenddessen zieht Otto als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg. 1950 dann kehrt Otto aus russicher Gefangenschaft in das zerstörte Berlin zurück und auch Sala überlebt, sie verschlägt es allerdings erstmal nach Buenos Aires, sie versucht sich dort ihr Leben aufzubauen, kehrt aber schließlich doch nach Berlin zurück. Dann endlich treffen sich die beiden wieder. Der Roman hat mich von Beginn an gefesselt und in seinen Bann gezogen, die Geschichte hat mich außerdem sehr berührt. Christian Berkel hat einen lebhaften Schreibstil und ich konnte mich schnell in die Geschichte einfinden. Gerne empfehle ich diesen wunderbaren Roman weiter. Auch die Gestaltung des Buchumschlages gefällt mir gut, er ist passend gewählt.
Ein toller Anfang
von Anonym - 10.12.2018
Für den Roman seiner Familie hat der Schauspieler Christian Berkel seinen Wurzeln nachgespürt. Er hat Archive besucht, Briefwechsel gelesen und Reisen unternommen. Entstanden ist ein großer Familienroman vor dem Hintergrund eines ganzen Jahrhunderts deutscher Geschichte, die Erzählung einer ungewöhnlichen Liebe. Berlin 1932: Sala und Otto sind dreizehn und siebzehn Jahre alt, als sie sich ineinander verlieben. Er stammt aus der Arbeiterklasse, sie aus einer intellektuellen jüdischen Familie. 1938 muss Sala ihre deutsche Heimat verlassen, kommt bei ihrer jüdischen Tante in Paris unter, bis die Deutschen in Frankreich einmarschieren. Während Otto als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg zieht, wird Sala bei einem Fluchtversuch verraten und in einem Lager in den Pyrenäen interniert. Dort stirbt man schnell an Hunger oder Seuchen, wer bis 1943 überlebt, wird nach Auschwitz deportiert. Sala hat Glück, sie wird in einen Zug nach Leipzig gesetzt und taucht unter. Kurz vor Kriegsende gerät Otto in russische Gefangenschaft, aus der er 1950 in das zerstörte Berlin zurückkehrt. Auch für Sala beginnt mit dem Frieden eine Odyssee, die sie bis nach Buenos Aires führt. Dort versucht sie, sich ein neues Leben aufzubauen, scheitert und kehrt zurück. Zehn Jahre lang haben sie einander nicht gesehen. Aber als Sala Ottos Namen im Telefonbuch sieht, weiß sie, dass sie ihn nie vergessen hat. Mit großer Eleganz erzählt Christian Berkel den spannungsreichen Roman seiner Familie. Er führt über drei Generationen von Ascona, Berlin, Paris, Gurs und Moskau bis nach Buenos Aires. Am Ende steht die Geschichte zweier Liebender, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch ihr Leben lang nicht voneinander lassen. Ich kenne Christian Berkel wie viele Andere vermutlich als Schauspieler und Tatortkommisar. Da ich ihn als Schauspieler und als Person sehr interessant und talentiert finde, habe ich mich sehr gefreut dass nun auch sein Romandebut erschienen ist. Das Cover und die Aufmachung finde ich sehr gelungen, auch wenn mich der lange Text auf der Vorderseite etwas stört, aber dennoch finde ich den Umschlag sehr schön. Berkel hat hier seine Familiengeschichte niedergeschrieben und somit eine tolle Geschichte zu Papier gebracht. Eine Liebe zu Zeiten des Nationalsozialismus ist alles andere als einfach, das bekommen wir von Anfang an zu spüren. Die Charaktere sind alle schön ausformuliert und symphatisch. Ich mochte den Schreibstil sehr gerne und habe dieses Buch relativ schnell ausgelesen. Ich freue mich auf weitere Bücher von Berkel.
Beeindruckendes Debüt
von bookloving - 08.12.2018
Mit "Der Apfelbaum" hat sich der bekannte deutsche Schauspieler Christian Berkel an ein ehrgeiziges, äußerst persönliches Projekt herangewagt, das ihn tief in seine aufregende Familiengeschichte hat abtauchen lassen. Nach zahlreichen Reisen, Archivbesuchen und endlosen Recherchen in alten Briefen ist ihm schließlich ein großartiger biographischer Roman über seine Familie und familiären Wurzeln gelungen, bei dem er auch so manche Leerstelle zu ergründen hatte. "Jahrelang bin ich vor meiner Geschichte davongelaufen. Dann erfand ich sie neu." Herausgekommen ist eine sehr beeindruckende Familiengeschichte mit viel Tiefgang und ein gelungenes Debüt, das unter die Haut geht. Gekonnt und sehr fesselnd erzählt er in abwechslungsreichen Episoden die bewegende Geschichte seiner Eltern und Großeltern vor dem Hintergrund eines äußerst bewegten Jahrhunderts geprägt von deutscher Vergangenheit. Zugleich lässt er uns Leser an der fesselnden Liebesgeschichte seiner so unterschiedlichen Eltern teilhaben - eine außergewöhnliche Liebe voller Höhen und Tiefen, mit jeder Menge schmerzvoller Erfahrungen und Schicksalsschläge. Gebannt folgt man den so lebensnah geschilderten Charakteren durch den Lauf der schwierigen Zeiten. Seine Mutter Sala, die wegen ihrer jüdischen Wurzeln aus Nazideutschland fliehen musste - sein Vater Otto, ein durchsetzungsstarkes Arbeiterkind, das sich zum Arzt hochgearbeitet hatte und den Krieg und russische Kriegsgefangenschaft durchleben musste. Sehr interessant zu lesen sind auch die eingeschobenen Reflektionen Christian Berkels zu seiner Familiengeschichte. Berkel versteht es, Stimmungen mit viel Feingespür einzufangen, die Episoden geschickt zu verdichten und eine unnachahmliche Atmosphäre entstehen zu lassen. FAZIT Ein beeindruckendes, bewegendes Roman-Debüt, äußerst einfühlsam erzählt und eine absolut empfehlenswerte Lektüre!
Lange zwiespältige Familiengeschichte
von Milli - 04.12.2018
Christian Berkel, den ich bislang nur als Schauspieler kannte, hat in diesem Buch seine durchaus verzwickte Familiengeschichte beschrieben. Seine Eltern stammen aus ganz unterschiedlichen Milieus, sein Vater aus einer sehr armen Berliner Prekariats-Familie, in der Hunger, Gewalt und Misshandlungen selbstverständlich waren. Otto muss schon sehr früh lernen, dass er nur mit ebensolcher rohen Gewalt und darüber hinaus auch mit einer guten Portion Schläue überleben kann. Berkels Mutter Sala hingegen kommt aus einer eher gutgestellten Intellektuellen-Schicht mit einem Hang zum Exzentrischen. Die Mutter, eine Jüdin, hat die kleine Familie und das Land für einen sehr viel jüngeren Mann verlassen, der Vater ist bisexuell und lebt dies auch offen vor seiner Tochter aus. Und dann treffen diese beiden so unterschiedlich sozialisierten jungen Menschen aufeinander und erleben zusammen die erste große Liebe. Und so könnte alles sehr schön sein, wenn das alles sich nicht gerade in der Nazizeit abspielen würde. Sala muss Deutschland und Otto verlassen, der 2. Weltkrieg beginnt und so treffen sich die beiden nur alle jahrelang einmal, verlieben sich in andere Menschen und trennen sich von diesen, finden, verlieren, verletzen und enttäuschen sich immer wieder. Dazwischen springt der Autor zwischen den Zeiten, schreibt über seine eigene Kindheit, sein Verhältnis zur Mutter in der Kindheit und in der Gegenwart, spürt auch seinen polnisch-jüdischen Urgroßeltern nach und spannt einen ganz großen Bogen. Trotzdem ich historische Familienromane liebe, hat mich dieses Buch nicht so richtig gepackt, ganz untypisch hatte ich nicht den richtigen Drang, immer weiter und weiter lesen zu wollen. Ich empfand seine Mutter Sala als sehr selbstmitleidig und ständig unzufrieden, sicherlich auch aus ihrer Lebensgeschichte heraus bedingt, aber mir nicht unbedingt sympathisch. Auch der Vater Otto bleibt mir relativ blass, und trotz der ganzen widrigen Umstände und der schwierigen Zeiten, in der die Personen lebten und überlebten, kann ich nicht so richtig Gefühl für diese Geschichte entwickeln, so dass ich bei diesem Buch nur auf 3 Sterne komme.
Die Geschichte der Eltern im Spiegel der Zeit
von anushka - 27.11.2018
Christian Berkel besucht seine Mutter. Ihm wird bewusst, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, um die Geschichte seiner Eltern zu erfahren, denn den Erinnerungen seiner Mutter ist immer weniger zu trauen. Also stückelt er die Geschichte zusammen und lässt von seiner Mutter die Lücken auffüllen, so gut es geht. Es ist eine Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen, die durch den historischen Kontext nicht einfacher wird. Sala ist 13, Otto 17 als sie sich kennenlernen und ineinander verlieben. Sala, Halbjüdin mütterlicherseits, stammt aus einer intellektuellen Familie, während sich Otto, das Arbeiterkind, mühsam sein Medizinstudium erarbeitet. Ab 1938 führt Sala ein unstetes Leben, reist von Deutschland nach Spanien zur entfremdeten Mutter, von dort nach Paris zu einer modeschöpfenden Tante und landet schließlich in Argentinien. Währenddessen wird Otto zur Wehrmacht eingezogen und landet schließlich in Kriegsgefangenschaft. Der Apfelbaum ist eigentlich eine sehr tragische Familiengeschichte, die zeigt, was Verfolgung und Krieg Menschen und ihren Beziehungen antun kann. Sala hat seit Jahren keinen Kontakt zu ihrer Mutter, identifiziert sich nicht mit deren Religion und versteht daher nicht, warum sie verfolgt wird. Durch ihre Flucht verliert sie ihre Wurzeln. Otto ist physisch und psychisch von der Kriegsgefangenschaft gezeichnet. Für beide ist es schwer, wenn nicht gar unmöglich, nach dem Erlebten wieder zusammenzufinden. Das ist schon eine sehr anrührende und, durch die Tatsache, dass es sie auf wahren Begebenheiten beruht, hoch interessante Geschichte. Sie gibt viele Denkanstöße, nicht nur aus historischer Betrachtung, sondern auch unter aktuellen Gesichtspunkten. Dennoch haben mich einige Dinge beim Lesen auch gestört. Regelmäßig ist beispielsweise Dialekt eingestreut. Das ist bei Otto noch glaubhaft, weil es seine Herkunft deutlich macht und auch das Bemühen, sich unter bestimmten Bedingungen gewählter auszudrücken. Leider konnte ich mit Salas regelmäßigem zum Piiiepen wenig anfangen. Für mich wollte das einfach nicht zu einer Frau aus intellektuellen Kreisen passen und auch nicht an den Stellen, an denen es vorkam. Was mich aber eigentlich noch mehr gestört hat war, dass manche Szenen irgendwie zu verschwimmen schienen. In einigen Situationen wurde die Bedeutung plötzlich doppeldeutig und schwer greifbar, während der Rest geradlinig und direkt erzählt wurde. Durch den Stil und die Beschreibungen sind viele Szenen durchaus kunstvoll, aber mit manchen von ihnen wusste ich überhaupt nichts anzufangen und konnte sie überhaupt nicht einordnen. Bei mir kam das Gefühl auf, dass der Autor sich möglicherweise an gewisse Erinnerungen nicht herangetraut hat oder dass ihm bei diesen Szenen Informationen fehlten, die er nicht fiktiv auffüllen wollte. Insgesamt ist Der Apfelbaum ein ehrgeiziges Projekt , die Geschichte der eigenen Eltern zu verstehen, die im Spiegel ihrer Zeit sehr spannend war, aber tiefe Spuren bei den Betroffenen hinterlassen hat. Statt eines großen unterhaltsamen Abenteuers , wie bei so vielen fiktiven Geschichten, zeigt Der Apfelbaum die ganze Tragik eines Lebens in der damaligen Zeit auf zutiefst menschliche Weise auf. Und somit ist das Buch inhaltlich auf jeden Fall etwas Besonderes. Stilistisch hatte es für mich leider ein paar Schwächen.
Ein wichtiges Buch gegen das Vergessen
von Philo - 25.11.2018
Christian Berkel, den ich als Schauspieler wegen seiner großartigen schauspielerischen Leistungen sehr bewundere, hat seine Familiengeschichte aufgeschrieben. Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes, in einer ganz wunderbaren Sprache geschrieben, geht es unter die Haut. Christian Berkel hat sich viel Mühe gegeben, um die Familiengeschichte zu recherchieren und die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen. Der Vater ist inzwischen vestorben, die Mutter dement. Aber ihre bruchstückhaften Erinnerungen setzt Christian Berkel zu einem Ganzen zusammen. Die Familiengeschichte entwickelt sich aus dem Kennenlernen der Eltern Sala und Otto im Jahre 1932. Otto ist 17 Jahre alt und kommt aus ärmlichen Verhältnissen. Sala ist erst 13 Jahre alt, aufgewachsen in gut bürgerlichen Verhältnissen. Sala ist Halbjüdin, wodurch ihr weiteres Leben vor dem Hintergrund der politischen Verhältnisse geprägt wird. Sala und Otto verlieben sich. Es ist eine Liebe fürs Leben, die auch durch die jahrelange Trennung nicht zerstört werden kann. Der Leser begleitet Otto und Sala durch die schlimmste Zeit deutscher Geschichte, die niemals vergessen werden darf. Und schon deshalb ist dieses Buch so wichtig und wertvoll. Ich denke, daß dieses Buch viele Leser finden wird, schon wegen des Bekanntheitsgrades des Autors. Es ist ja nicht nur die Familiengeschichte des Christian Berkel, sondern ein hervorragendes Zeitzeugnis der Jahre des Nationalsozialismus. Die schriftstellerische Leistung des Christian Berkel steht seiner schauspielerischen Leistung in nichts nach. Dieses Buch muß man unbedingt lesen.
Eine lange, lange Reise
von Anonym - 18.11.2018
Die Reise von Otto und Sala beginnt im Berlin der 30er Jahre, als der eigentlich schlaue aber auch realitätsnahe Sohn einer mittellosen Familie sich auf Banden einlässt und in Fremde Häuser einsteigt, als er dabei der wohlerzogenen Halbjüdin Sala begegnet, die vielleicht sein Leben rettet und als kurze Zeit später die Nationalsozialisten an die Macht kommen. Die beiden lernen sich kennen und lieben, lernen, mit den unterschiedlichen Ansichten der Familien zurechtzukommen und können sich zunächst vielem entziehen. Doch auch dieser Traum hat ein Ende, als Sala die Reise alleine fortsetzt und fliehen muss. Auch für Otto beginnt mit diesem Schritt ein fast neues, unbekanntes Leben. Was zunächst nach einer gemeinsamen Reise aussah, teilt sich nun in zwei Reisen, die sich ab und an kreuzen, wieder zueinanderfinden, nur um kurz danach wieder getrennt zu werden. Den widrigen Gegebenheiten des Lebens zum Trotz geht jeder seinen Weg, fällt hin, steht wieder auf und erlebt dabei Dinge, wie sie in dieser Zeit wohl viele erlebt haben müssen. Doch nur wenige haben es in ein solches Format übergeführt, wie nun Christian Berkel. In kleinsten Details beschreibt er hauptsächlich das Leben seiner Mutter, wie sie die Reise von hier über da nach dort vollführt, wie sie lebt und leidet und wie sie schließlich versucht, ihr eigenes Leben zurückzugewinnen. Lange Absätze, teilweise länger als eine Buchseite, verleiten das ein und andere Mal zum Stöhnen, doch sind diese Absätze schneller bezwungen als man anfangs dachte und so kommt man Seite um Seite zu einem neuen Lebensabschnitt, zu neuen Enthüllungen, Enttäuschungen und Glücksmomenten. Ein Buch, dass das Leben mehrerer Menschen beschreibt, vereint und dass Fremden einen Einblick in die Schicksale der Menschen im Nationalsozialismus beschert.
Das Leben ist eine Reise
von Anonym - 17.11.2018
Nirgends trifft es wohl so genau zu wie beim Leben von Sala und Otto. Otto, der aus niedrigeren Verhältnissen stammte, von seiner Mutter, um ihn vor seinem gewalttätigen Stiefvater zu schützen und vom Regen in die Traufe kam, im Programm der Kinderlandverschickung weggegeben wurde und der sich schließlich auf einem Beutezug mit seinen Kumpanen im Hause einer wohlhabenden Familie wiederfand und dort in jungen Jahren die Liebe seines Lebens fand; Sala, die als Tochter einer Jüdin und eines 175er geboren wurde, früh von ihrer Mutter verlassen wurde und lediglich die väterliche liebevolle Erziehung genießen durfte, ist von dem Einbrecher, den sie auf der Leiter in der Bibliothek ertappt, entzückt. Doch dann kommen die Jahre des Nationalsozialismus und wie nicht anders zu erwarten war, beginnt eine Hetzjagd, die die beiden Liebenden nicht nur trennt, sondern den jeden auf eine ganz besondere Reise entführt. Es war ein bisschen schwer, sich in das Buch einzulesen. Das ab und an verwendete Berlinerisch nimmt nahezu die Leichtigkeit des Lesens komplett raus, macht das Buch damit jedoch auch authentischer. Ebenso das später verwendete Französisch, das man nur genießen kann, wenn man der Sprache mächtig ist. Nichtsdestotrotz fühlt man mit den jeweiligen Personen; man fühlt das Leid, die Freude, die Lebenslust und die Resignation. Es hat Spaß gemacht, das Buch über eine Reise zu lesen, wie sie wahrscheinlich nicht nur einmal passiert sein wird.
Brillante Erzählung deutscher Familiengeschichte
von Hennie - 15.11.2018
Nun kann der Schauspieler auch noch schreiben! Mir gefiel Christian Berkels Debütroman außerordentlich. Er hat eine wahre, schriftstellerische Begabung! In "Der Apfelbaum" beschreibt er ein ganzes Jahrhundert deutscher Geschichte anhand der ungewöhnlichen Liebe seiner Eltern in der Zeit der Nationalsozialisten. Diese aufregende Story der Beiden bildet den Kern des Buches. Die außergewöhnliche Handlung beginnt in Berlin im Jahre 1932. Sala und Otto verlieben sich Knall auf Fall ineinander bei einer sehr bizarren Situation. Zu dem Zeitpunkt ist sie zarte 13 und er erst 17 Jahre alt. Sie stammen aus vollkommen unterschiedlichen Welten - Otto ist ein typisches Arbeiterkind mit Berliner Schnauze, Sala hat einen intellektuellen, jüdischen Hintergrund. Christian Berkel gelingt ein tiefes Eintauchen in die Persönlichkeiten, besonders von Sala und Otto. Hier zeigt sich, dass sich der Autor äußerst gründlich mit seiner Familiengeschichte beschäftigt hat. Seine Recherchen müssen außerordentlich zeitaufwendig gewesen sein. Beide Eltern werden von ihm durchdringend analysiert und mit konkreten, fassbaren, substantiellen Charaktereigenschaften versehen. Seine Mutter Sala und die eigenwillige, distanziert wirkende Großmutter Iza, die Jüdin ist, stellt er als starke Frauen dar. Sala wächst sehr unkonventionell beim Vater auf, da Iza sie beide für einen anderen Mann verläßt. Der Vater, ein feinsinniger gebildeter Mann, sexuell nicht auf ein Geschlecht festgelegt, läßt dem Mädchen viele Freiheiten. Sala leidet unter der scheinbaren Gefühlskälte ihrer Mutter. Sie gibt ihr außerdem u. a. die Schuld an ihrer Orientierungslosigkeit, an ihrer Unwissenheit, was das Judentum betrifft. Sie fühlt sich als Deutsche und muss trotzdem die Repressalien der Nazis erleiden. Durch Umwege über Frankreich, wo sie bei Verwandten lebt, gerät sie doch in die Fänge des Systems. Sie wird in einem Lager in der französichen Ortschaft Gurs (Pyrenäen) interniert, übersteht Hunger, unsägliche unhygienische Zustände und entkommt durch Glück der Deportation nach Auschwitz. Es ist sehr spannend wie sich ihr weiterer Weg gestaltet. Otto hingegen zieht als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg, gerät in russische Kriegsgefangenschaft, wo auch er unfaßbare Dinge erleben und überleben muss. Erst 1950 kehrt er zurück ins zerstörte Berlin. Die beiden Liebenden müssen noch manche Hürde überwinden, bis sie sich endlich wieder in die Arme schließen können. - Über 48 Kapitel wechselt der auktoriale Schreibstil mit Abschnitten, die in der Ich-Form geschrieben wurden. Diese abwechselnde Erzählweise brachte mich anfänglich leicht aus dem Takt des Leseflusses. Das ist meine einzigste, leichte Kritik am Buch. Eventuell wären passende Überschriften hilfreich gewesen, mit dem Wechsel der Zeitebenen besser zurecht zu kommen. Die Ich-Perspektive berichtet aus der Gegenwart und der Autor tritt als Interviewer seiner betagten, leicht vergeßlichen Mutter in Erscheinung. Mich beeindruckte sehr die gewandte, detaillierte, wohlformulierte Sprache des Autors, die mich vergessen ließ, dass dies sein erster Roman ist. Dialoge entwickelten oft eine eigene Dynamik und wirkten nicht erdacht. Die autobiografischen Elemente wurden geschickt mit fiktionalen Handlungsebenen verwoben. Spannungsreich und sehr souverän erzählt er die Geschichte seiner Familie über drei Generationen von Ascona (Künstlerkolonie), Berlin, Paris, Lager in Gurs, Leipzig, Rußland bis nach Argentinien. Gerne würde ich noch ein Buch über diese Familie lesen. Vielleicht ein weiterer Roman, in dem Christian Berkels Großeltern die Hauptrollen einnehmen? Beide, der Großvater Johannes Nohl und die Großmutter Iza-Gustava Gabriele Prussak, lebten ein sehr ungewöhnliches Leben. Chapeau, Christian Berkel! Ich empfehle dieses Buch sehr gern mit der Höchstbewertung!
spannende Familiengeschichte
von Marita Robker-Rahe - 07.11.2018
Christian Berkel ist mir als Schauspieler bekannt, dass er aber auch als Schriftsteller absolut überzeugend ist, zeigt er mit diesem Buch, in dem er die Geschichte seiner Familie über 3 Generationen erzählt. In verschiedenen Erzählsträngen, bei denen ich schon manchmal Probleme hatte sie auseinanderzuhalten verfolgen wir die Familie uber mehrere Jahrzehnte und mehrere Kontinente und Länder hinweg in einer Zeit, die große Umbrüche zu verzeichnen hatte. Die Demenz seiner Mutter brachte den Schauspieler dazu der Geschichte seiner Familie nachzuspüren und diese zusammen mit seiner Mutter zusammenzutragen. In einem sehr ansprechenden Schreibstil präsentiert Herr Berkel diese Geschichte, die ich sehr gern gelesen habe und der ich viele Leser wünsche.
Bewegende Geschichte
von MaggiKa - 06.11.2018
Christian Berkel erzählt die Geschichte seiner Eltern aus ihren bruchstückhaften Erinnerungen und Erzählungen. Ergänzt mit seinen eigenen Recherchen ergibt sich ein stimmiges, bewegendes und emotionales Gesamtbild. Seine Mutter Sala wächst bei ihrem alleinerziehenden Vater auf. Ihre Mutter hat sie im Stich gelassen, und doch hat sie ihr ein entscheidendes Stück ihrer Identität hinterlassen: Sala ist Halbjüdin. Mit 13 verliebt sie sich in Otto, ein Junge, der durch und durch Berliner ist und seine Wurzeln in der Arbeiterklasse hat. Eine schwierige Konstellation in den 30er Jahren. Als Sala fliehen muss, trennen sich ihre Lebenswege, und doch können sie sich ein Leben lang nicht richtig loslassen. Mich hat der Roman sehr bewegt. Die Beschreibung der intellektuellen und sehr freizügigen Kreise anfangs des 20. Jahrhunderts war für mich neu und außergewöhnlich, und auch beispielsweise die Situation in französischen Lagern während des zweiten Weltkriegs ist nichts, worüber man täglich liest. Mit der Situation in Spanien unter Francos Regime und der Situation in Russland kurz nach dem Krieg fließen weitere Bruchstücke ein, die dazu führen, dass es sich bei diesem Buch um eine sehr vielseitige Betrachtung des damaligen Weltgeschehens handelt. Und trotzdem bleibt noch Raum für die Beschreibung persönlicher Beziehungen. Christian Berkel hat alles richtig gemacht damit, seine persönlichen Wurzeln niederzuschreiben, und es ist nicht nur die Geschichte seiner Eltern, sondern die Geschichte einer ganzen Generation. Mein einziger Kritikpunkt: Stellenweise fiel es mir schwer, den Zeitsprüngen zu folgen und zu verstehen, welche Personen nun gerade in einer Situation gemeint sind. Jahreszahlen und Orte, vielleicht sogar Namen in den Kapitelüberschriften wären daher sehr hilfreich gewesen.
Das Wagnis der Erinnerung
von cosmea - 04.11.2018
"Der Apfelbaum" ist der Debütroman des bekannten Schauspielers Christian Berkel, in dem er die Geschichte seiner Familie über drei Generationen nachzeichnet. Er hat dafür gründlich in Archiven recherchiert, erhaltene Korrespondenz gelesen und die Schauplätze des Geschehens aufgesucht. Der im Wesentlichen auf Fakten beruhende Roman umfasst einen großen Teil des 20. Jahrhunderts. Die jüdische Großmutter Alta, ihre Tochter Isa und deren Tochter Sala, die durch die Heirat ihrer Mutter mit einem Nicht-Juden Halbjüdin ist, erleiden Verfolgung, Gefängnis und Lagerhaft. Im Mittelpunkt des Romans steht die lebenslange Liebe zwischen Sala und Otto, die sich mit 13 bzw. 17 Jahren ineinander verlieben und nach jahrelanger Trennung wieder zusammenkommen. Otto hat 5 Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft überlebt, Sala Krankheit und Hunger in einem Lager in den Pyrenäen. Salas Schicksal ist besonders bewegend. Sie wurde als Kind von der Mutter verlassen und vom Vater aufgezogen. Die Erfahrung, "indésirable" zu sein, zugleich unerwünscht und nicht begehrenswert, prägt ihr ganzes Leben. Auf die Ablehnung durch die eigene Mutter folgt das Gefühl des Fremdseins bei ihrer Tante Lola in Paris, nochmals bei der Mutter in Madrid und schließlich bei ihrer anderen Tante in Argentinien. Ihr Versuch, sich dort eine neue Existenz aufzubauen, scheitert ebenso wie alle anderen zuvor. Erst als sie wieder nach Berlin geht und Kontakt zu Otto aufnimmt, kann sie einen Neuanfang machen. Der bis fast zum Schluss namenlose Erzähler zeichnet Gespräche mit der 91jährigen inzwischen dementen Sala auf und versucht so, fehlende Mosaiksteinchen zu ergänzen. Mir hat der spannende und berührende Roman sehr gut gefallen, auch wenn er nicht ganz mühelos zu lesen ist. Der ständige Wechsel von Erzählperspektiven und Zeitebenen genauso wie das umfangreiche Personal verlangen einen aufmerksamen Leser. Die Erforschung der Familiengeschichte ist für den Autor ein Weg zur Identitätsfindung. Es ist wichtig sich zu erinnern und nicht zu verdrängen. Der Erzähler im Roman wird zum Sprachrohr des Autors, wenn er sich vehement gegen die häufig zu hörende Bemerkung "Irgendwann muss doch mal Schluss sein" (S. 210) wehrt. Es geht nicht um individuelle oder historische Schuldzuweisungen, sondern darum, die Ereignisse des 20. Jahrhunderts, vor allem die Nazizeit mit dem Völkermord an den europäischen Juden als Teil der deutschen Identität zu akzeptieren. "Der Apfelbaum" ist ein ganz hervorragender Roman, den ich uneingeschränkt empfehle.
Bewegte Familiengeschichte, wunderbar erzählt
von dj79 - 03.11.2018
"Mein lieber Freund und Kupferstecher" (z. B. S. 209), welch aufregende, generationsübergreifende Familiengeschichte hat uns Christian Berkel da geschenkt. Er gewährt dem Leser einen Einblick in Zeiten des Überschwangs, die die Jugend der Großeltern geprägt hatten, in Zeiten der alles bestimmenden Angst während des Krieges, der damit einhergehenden Flucht und Gefangenschaft, wie auch in Zeiten gewisser Ziellosigkeit, des Zweifels und der Trauer. Dabei begibt sich Christian Berkel nicht nur gedanklich, sondern auch sprachlich an die Orte des Geschehens. Die grobe Sprache seiner Großeltern väterlicherseits im Berliner Dialekt hat mich mitgenommen auf den dritten Hinterhof mitten in die problematische, von brutalen Gesten geprägte Kindheit Ottos hinein. Ich habe mit im gelitten und war begeistert von seiner Entwicklung, zu der Otto dennoch im Stande war. Genauso wurde ich in Salas Flucht und ihre verzweifelte Suche nach einem Platz im Leben mit hineingezogen. Die eingestreuten französischen und spanischen Worte und Halbsätze haben mich durchgehend noch dichter ans Geschehen treten lassen. Wie ein Schatten hatte ich mich beim Lesen an die Fersen der Protagonisten geheftet, gefühlt war ich die ganze Zeit dabei. Etwas ins Stolpern kam ich beim Lesen anfangs in den Szenen, in denen Christian Berkel seine alternde Mutter nach ihrer Vergangenheit befragt und sich mit ihr in ihre schon unvollständigen Erinnerungen begibt. Rückblickend betrachtet, passt dieses Holprige zum Inhalt. Wo nur Bruchstücke vorhanden sind, kann letztlich auch kein geradliniger Lesefluss entstehen. Besonders gelitten habe ich während der jahrelangen, kriegsbedingten Trennung von Sala und Otto. Die vielen Hemmnisse, die sich im Verlauf ergeben haben, die jeweils durchlebten Qualen, die unterschwellige Eifersucht haben den beiden ein erneutes Zusammenfinden schwer gemacht. So wirkt folgendes Zitat auf Seite 168 wie eine Ankündigung von dem, was noch passieren wird: "Was wäre das Leben ohne ein Fünkchen Eifersucht? Liebe braucht auch immer wieder einen kleinen stechenden Schmerz, sonst schmeckt sie zu sehr nach Bratkartoffeln." "Der Apfelbaum" ist keine leichte Kost, die man in zwei Tagen weg liest, auch wenn der Titel recht unschuldig daherkommt. Der Roman hat mich tief bewegt, immer wieder musste ich innehalten, um das Gelesene wirken zu lassen. Dabei war die Familiengeschichte zu keinem Zeitpunkt langatmig. Mir hat der Roman richtig gut gefallen. Ich empfehle ihn gern weiter.
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