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Die Liebe im Ernstfall

Originaltitel: Die Liebe im Ernstfall.
Buch (gebunden)
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Fünf Frauen versuchen das Unmögliche: Lieben, stark sein - und sich treu bleiben. Liebe ist kein Gefühl. Liebe ist keine Romantik. Liebe ist eine Tat.
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Produktdetails

Titel: Die Liebe im Ernstfall
Autor/en: Daniela Krien

ISBN: 3257070535
EAN: 9783257070538
Originaltitel: Die Liebe im Ernstfall.
Diogenes Verlag AG

1. März 2019 - gebunden - 288 Seiten

Beschreibung

Sie heißen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Sie kennen sich, weil das Schicksal ihre Lebenslinien überkreuzte. Als Kinder und Jugendliche erlebten sie den Fall der Mauer, und wo vorher Grenzen und Beschränkungen waren, ist nun die Freiheit. Doch Freiheit, müssen sie erkennen, ist nur eine andere Form von Zwang: der Zwang zu wählen. Fünf Frauen, die das Leben aus dem Vollen schöpfen. Fünf Frauen, die das Leben beugt, aber keinesfalls bricht.

Portrait

Daniela Krien, geboren 1975 in Neu-Kaliß, studierte Kulturwissenschaften und Kommunikations- und Medienwissenschaften in Leipzig. Seit 2010 ist sie freie Autorin, 2011 erschien ihr Roman >Irgendwann werden wir uns alles erzählen<, der in 14 Sprachen übersetzt wurde.§Ihr 2014 veröffentlichter Erzählband >Muldental< wurde 2015 mit dem Nicolaus-Born-Debütpreis ausgezeichnet. Daniela Krien lebt mit zwei Töchtern in Leipzig.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 02.03.2019

Rundherum Scherben

Die Probe auf den Befund eines gesellschaftlichen Zerfalls: Eine Begegnung in Leipzig mit der Schriftstellerin Daniela Krien zum Erscheinen ihres Romans "Die Liebe im Ernstfall".

Der Morgen hätte nicht viel besser beginnen können für Daniela Krien als mit diesem Anruf aus der Schweiz: Die Startauflage ihres an diesem Tag erschienenen Romans "Die Liebe im Ernstfall" (Diogenes Verlag, Zürich) ist bereits weitgehend vergriffen, der erste Nachdruck werde bald folgen. Kein Wunder, dass die dreiundvierzigjährige Schriftstellerin bestens gelaunt zum Treffen ins sonnendurchstrahlte Café Telegraph in Leipzig kommt - einem Ort, der in ihrem Roman kurz Erwähnung findet.

Daniela Krien lebt seit genau zwanzig Jahren in Leipzig, und hier spielt auch das neue Buch, in dem die Autorin die Bemühungen von fünf Frauen ungefähr ihres eigenen Alters verfolgt, ein Leben zu führen, das dem gesellschaftlichen Idealbild von Familie oder zumindest trauter Zweisamkeit entspricht - wobei die Haltungen der fünf Frauen dazu ebenso unterschiedlich sind wie ihre individuellen Liebesenttäuschungen. Was hier erst einmal klingen mag wie ein Kolportageroman, ist ein virtuos gebauter Geschichtenreigen, bei dem jeweils die kleine Erwähnung einer der Frauen das ihr gewidmete nächste Kapitel vorbereitet. "In meinen Büchern soll es nicht nur um Storytelling gehen", sagt Daniela Krien, "sie sollen nicht um jeden Preis Handlung machen, sondern mir sind Sprache, Rhythmus und Form wichtig." Diesen Anspruch löst sie ein. Und mit den fünf vielfach ineinander verwobenen Einzelschicksalen ist auch noch fast heimlich ein Stadtporträt von Leipzig verflochten, das just jene letzten fünfzehn Jahre umfasst, in denen die sächsische Stadt sich mindestens so sehr neu erfunden hat wie Kriens Heldinnen.

Aufgewachsen ist die Autorin jedoch im Vogtland, und dort hatte auch ihr erster Roman, "Irgendwann werden wir uns alles erzählen", seinen Schauplatz. Mit dieser im Sommer 1990 angesiedelten Erzählung von der bedingungslosen Liebe einer jungen Frau aus einem kleinen thüringischen Dorf zu einem zwanzig Jahre älteren Nachbarbauern landete die zuvor völlig unbekannte Autorin 2011 einen Bestseller. Ein Zufallsprodukt, denn das zuvor von zehn Verlagen abgelehnte Manuskript war durch eine Kette von persönlichen Beziehungen, die selbst schon Stoff für einen Roman abgäbe, nur wenige Monate zuvor in die Hände von Tanja Graf gekommen, die in ihrem damals gerade einmal ein Jahr alten Kleinverlag noch kurzfristig einen Programmplatz zu füllen hatte. Kein Zufall aber, dass dieser Roman über das Erwachen erwachsener Liebe in den letzten Tage der DDR Erfolg hatte. Er bot mit der Szenerie eines sich durch äußere Einflüsse ändernden ländlichen Lebens thematisch schon manches, was das Publikum vier Jahre später an Dörte Hansens "Altem Land" begeisterte.

Kriens Erzählungsband "Muldental" folgte 2014; diesmal war die gleichnamige Landschaft in der Nähe von Leipzig Hauptschauplatz, und alle zehn Geschichten erzählten von den Folgen der Wendezeit. Dadurch war auch dieses Buch schon mehr Reigen als bloße Sammlung von Erzählungen: Die Figuren sind von unterschiedlichstem Charakter, aber auf der Makroebene gibt es zahlreiche Verbindungen. Man spürt die Faszination der Autorin für die russische Literatur, mit der sie aufgewachsen ist: Tschechow, Gogol, Tolstoi, vor allem aber Dostojewski, dessen "Brüder Karamasow" Krien alle paar Jahre wieder liest. Der Titel ihres ersten Romans variiert eine Stelle daraus.

"Dass ich Schriftstellerin werden wollte, das weiß ich schon seit meiner Kindheit, seit meine Mutter mir als kleines Mädchen vorgelesen hat." Aber Daniela Krien nahm erst einmal ein Studium der Kulturwissenschaften auf, in dessen Verlauf sie in kurzem Abstand zwei Töchter bekam. "Meinen ersten Roman schrieb ich dann aus Verzweiflung heraus: Ich konnte wegen der aufwendigen Pflege meiner schwerbehinderten jüngeren Tochter meine Abschlussarbeit in Kulturwissenschaften nicht fertigstellen und stand beruflich vor dem Nichts. Also habe ich mich hingesetzt und geschrieben. Und ich habe mir gesagt: ,Wenn ein Verlag dieses Buch will, dann werde ich Schriftstellerin.'" So geschah es.

Die Pflege der heute dreizehnjährigen Jüngeren sorgt mit dafür, dass Daniela Krien trotz ihres Erfolgs nur selten auftritt. Die am 24. März auf der lit.Cologne beginnende Lesereise mit dem neuen Buch ist eine Ausnahme, zumal Krien keine Schriftstellerin ist, die außerhalb ihrer Bücher wahrgenommen werden will. Sosehr sie das Engagement mancher Kollegen in politischen Fragen respektiert, sowenig schätzt sie eine allein durch Ruhm suggerierte Kompetenz. Dabei wäre gerade ihre Stimme eine Bereicherung in manchen heiklen Fragen deutscher Befindlichkeit, vor allem weil sie qua eigener Biographie die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland genau registriert: "Ostdeutsche kennen im Gegensatz zu Westdeutschen beide großen konkurrierenden Systeme, Kapitalismus und Sozialismus, von innen. Der Zusammenbruch des mit höchstem moralischen Anspruch begonnenen Sozialismus hat sie gelehrt, dass kein System auf ewige Dauer gestellt ist." In Westdeutschland sei man sich der Überlegenheit der liberalen Demokratie so sicher, dass man versäume, für sie zu kämpfen. Und der wachsende Individualismus sei nicht geeignet, Zuwanderer aus traditionell geprägten Gesellschaften für die Vorzüge der unsrigen zu begeistern.

In gewisser Weise stellt "Die Liebe im Ernstfall" die Probe auf diesen Befund dar, obwohl es darin gar keine multikulturellen Konflikte gibt. Das Personal des Romans rekrutiert sich aus Deutschen, aber die Lebensentwürfe der stets ostdeutsch sozialisierten Frauen unterscheiden sich diametral von denen der zumindest teilweise aus dem Westen stammenden Männer. Und wie es etwa Daniela Krien gelingt, im eher nebenbei erzählten Wandel des Vaters zweier ihrer fünf Frauen vom angepassten DDR-Kulturbürger zum provozierenden Gesellschaftsskeptiker ein Soziogramm des Protestwählers zu entwerfen, das darf im als so heikel beurteilten sächsischen Landtagswahljahr Interesse über die eigentliche Handlung hinaus beanspruchen. Dass Krien mit dieser Figur höchst sensibel, ja am Schluss geradezu zärtlich umgeht, ist alles andere als selbstverständlich. Die Vorliebe ihrer älteren Tochter für Bücher mit Happy Ending habe da Wirkung gezeigt - wenn die Vierzehnjährige sich auch gar nicht für die Literatur der Mutter interessiert.

Daniela Krien schöpft aus ihren Erfahrungen, aber sie erzählt nicht aus ihrem Leben; den Plan eines umfangreichen Romans der eigenen Familiengeschichte hat sie vor zwei Jahren wieder aufgegeben. Lieber hört sie als stummer Gast Gesprächen anderer zu und lässt sich dadurch zu ihren Stoffen anregen: "Das Leben ist so prall gefüllt, da muss ich mir nichts ausdenken. Und nur einmal habe ich gehört: ,Achtung, hier sitzt eine Schriftstellerin mit am Tisch!' Aber diese Warnung war auch schnell wieder vergessen."

Was "Die Liebe im Ernstfall" dennoch höchstpersönlich macht, zeigt sich in einer Bemerkung seiner Autorin zur Themenwahl des Romans: "In meinem engeren Freundeskreis hat nur eine Beziehung bis heute gehalten. Ansonsten: rundherum Scherben." Darin bezieht Daniela Krien sich selbst mit ein, ihre Töchter erzieht sie seit sieben Jahren ohne den Vater. Die Sehnsucht aber nach Beständigkeit der Liebe bleibe, auch wenn die Bedingungen im Zeitalter von Dating-Apps längst andere seien und Sicherheit - da kommt der ostdeutsche Erfahrungshorizont dieser Autorin wieder zum Tragen - eine Illusion darstelle. "Literatur", so sagt sie, "sollte deshalb in erster Linie Fragen stellen. Die Antworten muss jeder Leser für sich finden."

ANDREAS PLATTHAUS

Daniela Krien: "Die Liebe im Ernstfall". Roman.

Diogenes Verlag, Zürich 2019. 288 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Stefan G.
von Stefan G. - Hugendubel Buchhandlung Frankfurt/Main Steinweg - 16.05.2019
Mal wieder ein Buch, das mich von der ersten Seite an gepackt hat! Mir hat ausgesprochen gut gefallen, wie Daniela Krien von fünf Frauen erzählt, deren Lebenswege immer wieder - mal mehr, mal weniger intensive - Berührungspunkte haben. Ein tolles Buch - weil glaubwürdig und bewegend - über Familie, die Liebe und das Leben!!
Doreen W.
von Doreen W. - Hugendubel Buchhandlung Erfurt Anger - 16.05.2019
Mit ihrem intensiven, schnörkellosen Schreibstil hat mich Frau Krien wieder in den Bann gezogen. Die sehr authentisch geschilderten charakterstarken Frauen zeigen das Liebes(leben) im Hier und Jetzt.
Sigrun Richter
Fünf Frauenporträts und fünf mal die Liebe
von Sigrun Richter - Hugendubel Buchhandlung Hannover Bahnhofstraße - 17.04.2019
5 Frauenporträts, die direkt oder indirekt miteinander in Verbindung stehen. Was heißt es für jede der 5 Frauen, ein erfülltes Leben zu führen; welchen Stellenwert hat die Liebe und die eigene Selbstverwirklichung? Mir hat zum einen das Ineinandergreifen der 5 Geschichten gut gefallen , genauso wie die sehr unterschiedlichen Lebenswege mit ihren Höhen und Tiefen. Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung - insbesondere für Frauen!
Bewertungen unserer Kunden
Etwas anstrengend!
von Anonym - 26.05.2019
In ihrem Roman Die Liebe im Ernstfall beschreibt Autorin Daniela Krien episodenhaft die Lebens- bzw. Liebesgeschichten ihrer fünf Protagonistinnen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Die Schicksale der fünf Frauen sind alle auf zufällige Art miteinander verwoben. In den jeweiligen Geschichten wird auf verschiedenen Zeitebenen das Schicksal der jeweiligen Protagonistinnen erzählt. Leider verlaufen die einzelnen Liebesgeschichten durchgängig unglücklich, alle Protagonistinnen scheitern letztendlich auf der Suche nach ihrem Glück. Wenngleich interessant, so liest sich diese Aneinanderreihung von unglücklichen Liebesgeschichten doch ein wenig anstrengend und wirkt nicht gerade stimmungsfördernd!
Auf der Suche nach der Liebe
von Gisel - 11.05.2019
Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde: fünf Frauen auf der Suche nach der Liebe. Das Leben hat ihre Pläne verändert, und jede der Frauen hat das Beste daraus gemacht. Die Lebenslinien der fünf Frauen kreuzen sich mal mehr, mal weniger. Doch das ist nur am Rande interessant. Viel wichtiger ist es, dass die Leserin voll in die Gedanken der jeweiligen Protagonistin eintauchen kann, in ihre Vergangenheit, ihre Wünsche und Sehnsüchte kennenlernt. Nur um dann zu erkennen, dass das Leben diese verändert zurückgibt. Ja, die Liebe im Ernstfall ist meistens nicht die, die frau sich so erträumt hatte¿ Die Autorin Daniela Krien nimmt sich den Themen der Frauen gleichzeitig neutral und parteiisch an, und gerade das lässt berührende Geschichten über diese fünf Frauen entstehen. Es sind Themen, die gerade Frauen betreffen: Kinderlosigkeit, Leben mit Kindern, Glück in der Beziehung, außereheliche Beziehungen, One-Night-Stands, die Suche nach dem richtigen Partner für den Rest des Lebens. Zurück bleibt Nachdenklichkeit darüber, was das Leben einem selbst gegeben hat, wie für einen selbst die Liebe im Ernstfall ist. Und genau das ist es, was dieses Buch so einzigartig macht. Unbedingt empfehlenswert!
Bravouröse Erzählkunst!
von nli_liest - 07.05.2019
Daniela Krien hat es einfach drauf! Ich möchte mich hineinlegen in die wohlgeformte Sprache, obwohl der Inhalt so stachelig ist. Eine phänomenale Kombination! "Die Liebe im Ernstfall" ist ein wahrlich toller Roman. Es werden Ausschnitte aus dem Leben von fünf verschiedenen Frauen nacheinander erzählt. Sie werden einzeln beleuchtet und sind jede auf ihre Weise miteinander verzahnt. Der Fokus ganz klar liegt auf der Liebe, mal die zwischen Mann und Frau, dann die Liebe zu den Kindern, die kindliche Liebe selbst. Wie so treffend auf Seite 129 steht: "Die Liebe [...] kommt, wie sie kommen muss - grundlos, schuldlos und zwingend. Sie ist nicht steuerbar und nicht aufzuhalten. Jede Auflehnung gegen sie ist sinnlose Kraftverschwendung." Die Seiten strotzen nur so vor zitatreifen Sätzen wie man merkt. Ich würde sie gerne alle auswendig lernen und weitertragen! Da steht gewaltig auf Seite 145 "Das bittere Fazit ist, dass das Glück vor der Erkenntnis liegt." Kurz und einschneidend. Der Roman profitiert vor allem von dem feinen Blick der Autorin wie sie die zwischenmenschlichen Reibungen zu Papier bringt. Fazit: Lesenswert! Und ich hoffe auf viele weitere produktive Jahre der Autorin.
Deprimierend
von Marieke - 02.04.2019
Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde sind vor dem Mauerfall in der DDR aufgewachsen. Doch davon, wie sie den Wechsel in ein neues Gesellschaftssystem bewältigt haben, handelt dieses Buch nicht. Alle fünf haben wohl keinerlei Schwierigkeiten gehabt hinsichtlich des Zurechtfindens im neuen System und in ihrer Berufsfindung. Sie sind als Buchhändlerin, Ärztin, Schriftstellerin, Geigenlehrerin und Schauspielerin erfolgreich und für die Generation der in der DDR Aufgewachsenen erstaunlich frei von beruflichen Umwegen und Zweifeln. Auch scheinen sie von finanziellen Sorgen verschont geblieben zu sein. Dafür läuft ihr Privatleben komplett aus dem Ruder. Es geht in diesem Buch um gescheiterte Beziehungen, viel um Sex, wenig um Liebe, um Affären, um Dreiecksbeziehungen ... Ein Kind stirbt, drei Kinder sterben bereits im Mutterleib. Die anderen Kinder der Protagonistinnen fallen komplett hinten runter und werden auf diese Weise wohl die Problematik in die nächste Generation tragen. Zu allem Überfluss lassen ein paar männliche Personen im Buch eine gewisse AfD-Nähe erkennen. Leider kontert niemand und nimmt überzeugend eine andere politische Haltung ein. Ich finde dieses Buch einfach nur deprimierend und auch nicht stimmig und frage mich, was die Autorin damit aussagen will.
Ein großartiges Buch
von Petra M. - 26.03.2019
Dieses Buch ist im positiven Sinn ein echtes Frauenbuch, denn es erzählt in fünf eigenständigen Kapiteln die Geschichte von Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Alle fünf Frauen versuchen auf ganz unterschiedliche Weise, ihr Lebensglück zu finden. Natürlich geht es dabei auch um Männer und die Unmöglichkeit, die Liebe auf Dauer festzuhalten, ohne Kompromisse einzugehen und sich selbst dabei aufzugeben. Es geht um schmerzhafte Verluste, Verletzungen und Niederlagen. Aber auch um das Wissen, richtige Entscheidungen getroffen zu haben und einen ganz eigenen Weg zu gehen. Obwohl der Roman - ich würde eher von fünf Erzählungen sprechen - sicher keine besonders fröhliche Grundstimmung vermittelt, empfand ich die Geschichten nicht als deprimierend. Im Gegenteil, trotz aller Tiefschläge haben alle Frauen die Kraft und Energie aufgebracht, ihr Leben weiterzuleben und teilweise auch ungewöhnliche Lebensformen zu wählen. Auch wenn einige dieser Wege sicher nicht dem Normalfall entsprechen, viele Situationen und Erfahrungen sind reale Bestandteile im Leben gleichaltriger Leserinnen. Ich habe erst nach einer Weile gemerkt, dass die einzelnen Lebensgeschichten miteinander verwoben sind, aber diese Verknüpfung hat mir gut gefallen. Da die Abschnitte jeweils aus der Sicht einer der Frauen geschrieben sind, gibt es dadurch ganz neue Blickwinkel und Ergänzungen. Eine wunderbare Sprache, sehr fein gezeichnete Charaktere - für mich ist Daniela Krien eine echte Neuentdeckung und ich werde sicher auch ihre anderen Romane lesen!
Liebe zwischen Utopie und Wirklichkeit
von EOS - 17.03.2019
Was für ein Buch! Es hat mich fasziniert und gefesselt, es war stets eine Freude weiter zu lesen. Und es tat mir Leid, Abschied nehmen zu müssen, gern hätte ich weiter am Leben der Frauen teilgenommen. Wieso hat mich dieses Buch so in seinen Bann gezogen? Es handelt sich nicht um einen Roman, der eine fiktive Geschichte erzählt, sondern um die Einzelschicksale von fünf Frauen, die aus dem Leben gegriffen sind und deshalb sehr authentisch rüberkommen. Ich habe mich selber in der ein oder anderen Situation oder Reaktion wieder erkannt. Die Frauen kennen sich untereinander, unterschiedlich intensiv, die einen sind Freundinnen, die anderen Schwestern oder man kennt sich nur berufsbedingt. Auf sensationelle Weise schafft es die Autorin die Schicksale dieser fünf Frauen in Verbindung zu bringen. Alle fünf versuchen, eine glückliche Liebesbeziehung nach ihren Wünschen aufzubauen, aber alle fünf scheitern damit. Irgendwann nehmen die Zugeständnisse bzw. die Anpassung an den Partner soviel Raum ein, dass die Luft zum Atmen fehlt und die Beziehung zerbricht. Es bleibt kein Raum oder keine Akzeptanz für die eigene Freiheit, die eigene Selbstverwirklichung. Oder es ist wie bei Judith, die so hohe Ansprüche an eine Beziehung stellt, dass sie einfach keinen geeigneten Lebenspartner findet. Hier fragt man sich, ob ein wenig Kompromissbereitschaft nicht das Streben nach absoluter Freiheit ersetzen sollte. Der Absprung aus den gewohnten Verhaltensmustern in die Ungewissheit sieht leicht aus, aber wie gelingt die Umsetzung? Hier habe ich das Buchcover vor Augen... Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und kurzweilig, man nimmt teil an den beschriebenen Gefühlen und Erwartungen. Die Sätze sind meist kurz, aber gehaltvoll und wechseln in der Zeit, was irgendwie eine Art von Unbeständigkeit ausdrückt, passend zum Auf und Ab der hier geschilderten Lebensweisen. Es handelt sich hier um ein Buch, das ich gerne weiter empfehle, denn es hat mich im Inneren berührt und mich zum Nachdenken gebracht. Auch über das Lesen hinaus war ich mit der jeweiligen Problematik beschäftigt. Und auf der anderen Seite ist es auch ein Mut machendes Buch, denn keine der Frauen lässt sich letztendlich von fatalen Situationen unterkriegen, sondern es findet sich immer ein Ausweg.....Und ich denke, dass dies die Botschaft dieses Buches ist: Lass dich nicht von schlimmen Lebenserfahrungen beugen, es geht weiter, auch wenn du vielleicht ein paar Abstriche von deinen Idealvorstellungen akzeptieren musst.
Liebe im Ernstfall
von brauchnix - 13.03.2019
Ab und an drückt meine Frau mir ein Buch in die Hand und sagt: Lies das mal. Ist ein Frauenbuch aber eines, das du lesen solltest. Die Liebe im Ernstfall ist ein Frauenbuch, weil es von fünf Frauen handelt. Beschrieben wird ihr tiefstes Inneres, ihre Gefühle und Gedanken aber auch das unbekannte namenlose Land dazwischen, in dem sie agieren, wie sie es von ihren Müttern und aus der Gesellschaft gelernt haben, aber auch, wie sie sich sehnen zu sein. Ein Buch mit einer wunderbar kraftvollen Sprache, mit starken Frauen. Nicht jede hat es gleich, aber am Ende sind sie alle autark und selbstbewusst, frei und doch ganz Frauen. Ein Buch über die Liebe in all ihren Facetten, auch darüber, den Mut zur Eigenliebe zu haben. Und den Mut zur Wahrheit. Ein Buch über Frauen, für Frauen. Und für mutige Männer, die mal einen Blick neben sich werfen und erkennen, dass wir alle Menschen sind und unsere Sehnsüchte und Wünsche sich gleichen. Dicke Leseempfehlung.
Unterschiedliche Lebensentwürfe
von jewi - 12.03.2019
In Daniela Kriens Roman "Die Liebe im Ernstfall" begleiten wir episodenartig das Leben der fünf Frauen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Alle Protagonistinnen sind irgendwie miteinander verbunden. Wie genau die Verbindung zwischen den Frauen aussieht, möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten, weil dies auch den Reiz des Buches ausmacht. Alle Protagonistinnen sind auf sehr unterschiedliche Weise mit den Themen Beziehung, Familien- und Lebensplanung konfrontiert. Am besten gefallen hat mir Jorindes Kapitel, welches auch das letzte im Buch darstellt. Vor allem lag dies an der ungewöhnlichen familiären Konstellation, in der sie sich ganz bewusst am Ende des Buches wiederfindet. Am wenigsten Sympathien konnte ich Brida entgegenbringen. Ich konnte ihren Wunsch, mehr Zeit für ihre Leidenschaft zu haben nachvollziehen, auf der anderen Seite fand ich sie z.T. recht manipulativ. Selbst die teilweise recht kühl wirkende Judith, die mir jedoch wegen ihres Selbstbewusstseins und ihrer klaren Lebensvorstellung gefallen hat war mir näher. Abgesehen von Brida hätte ich alle Frauen gerne länger begleitet, weshalb das Buch ruhig noch etwas länger hätte sein können. Dies liegt vor allem an Kriens hervorragendem Schreibstil, der mich ab der ersten Seite vereinnahmt hat. Mit Leichtigkeit steigt man ins erste Kapitel ein und ist sofort in der Geschichte und nah an den Protagonistinnen. ***Fazit*** Ein sehr lesenswertes Buch über Träume und Vorstellungen von Frauen über gewollte / ungewollte Mutterschaft, bewusste / ungewollte Kinderlosigkeit, Beziehungen, sowie das Verhältnis zu den Eltern und das Gefühl nicht zu genügen.
großartig
von wusl - 11.03.2019
Die Liebe im Ernstfall ist bereits in der Titelgebung großartig. Denn genau darum geht es in diesem wunderschön aufgemachten Büchlein auch. Hier wird nicht schön gezeichnet und nicht kitschig angemalt. Hier wird das reale Leben auf so treffende, genaue und fast quälend berührende Weise geschildert, dass mir das Herz aufgegangen und der Hals manchmal eng geworden ist. Daniela Krien nimmt sich fünf Frauenschicksale, die sie locker miteinander verbindet. In jedem Abschnitt wird eine dieser Frauen ins Zentrum gerückt und deren Leben und Liebe geschildert. Dabei wird schnell klar, dass die Liebe keine leichte und auch keine immerwährende glückliche Angelegenheit ist. Und das immer zwei dazu gehören, wenn eine Beziehung funktionieren soll. Und dass viele Liebesbeziehungen funktionieren, obwohl sie weder leicht noch glücklich sind. Ich wage nicht, eine einzige gemeinsame Aussage zu finden für alle fünf Abschnitte. Außer vielleicht der, dass die Frauen sich oft erst zurückbesinnen müssen auf sich selbst, um dann die Liebe geben zu können, die glücklich macht. Die Frauen versuchen durch Kompromisse Harmonie zu erzeugen, lassen zu, dass die Männer sie verändern und zurückdrängen in eine Rolle, die sie eigentlich gar nicht wollen. Die Frauen, die dies erkennen reagieren oft mit Unmut oder großer Trauer. Liebe ist nichts für Feiglinge. Liebe ist im Ernstfall harte Arbeit. Ein tolles Buch über das man hervorragend sinnieren und diskutieren kann. Ich liebe das Cover.
Ein sehr kluger Roman
von Lilofee - 09.03.2019
Klappentext: Sie heißen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Sie kennen sich, weil das Schicksal ihre Lebenslinien überkreuzte. Als Kinder und Jugendliche erlebten sie den Fall der Mauer und wo vorher Grenzen und Beschränkungen waren, ist nun die Freiheit. Doch Freiheit, müssen sie erkennen, ist nur eine andere Form von Zwang: der Zwang zu wählen. Fünf Frauen, die das Leben aus dem Vollen schöpfen. Fünf Frauen, die das Leben beugt, aber keinesfalls bricht. Daniela Krien hat einen wunderbaren Schreibstil. Klar, ohne Pathos mit einer lebensklugen Ausdrucksweise beschreibt sie die selbstbewussten und eigenwilligen Charaktere, die privat wie beruflich einiges zu leisten haben. Jeden ihrer Protagonistinnen, die über Freundschafts- oder Verwandtschaftsbeziehungen miteinander verbunden sind, widmet sie ein Kapitel. Da greift, sie ins pralle Leben. Die Frauen gehen Beziehungen ein, bekommen Kinder, haben Affären, trennen sich, kehren zu ihrem Ex zurück, streiten sich ums Sorgerecht, tragen Konflikte aus oder suchen in Partnerschafts Portalen nach Männern. Alle fünf haben eines gemeinsam. Glücklich sind sie alle nicht und an Ernstfällen mangelt es in diesen Geschichten wahrlich nicht. Die Charaktere sind sehr überzeugend dargestellt, fesselnd, ehrlich und auch sehr berührend. Es sind die Alltäglichkeiten, die dieses Buch so lesenswert macht. Ein sehr kluger Roman der einen nachdenklich macht, voller Emotionen aber auch deprimierend.
Das Leben beugt sie, aber bricht sie nicht
von cabotcove - 09.03.2019
Das Leben beugt sie, aber bricht sie nicht Daniela Krien¿s Buch "Die Liebe im Ernstfall" ist völlig zurecht im Genre "Literatur" angesiedelt, denn es ist schon was Besonderes, liest sich aber auch ein wenig "sperrig" bisweilen... Das ist bei Literatur-Büchern ja nun oft so, die sind eben nicht zum "einfach rasch runterlesen" und das ist auch gut so. Fünf Frauen stehen hier im Mittelpunkt: Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Sie kennen sich, weil das Schicksal ihre Lebenslinien überkreuzte. Als Kinder und Jugendliche erlebten sie den Fall der Mauer, und wo vorher Grenzen und Beschränkungen waren, ist nun die Freiheit. Doch Freiheit, müssen sie erkennen, ist nur eine andere Form von Zwang: der Zwang zu wählen. Fünf Frauen, die das Leben aus dem Vollen schöpfen. Fünf Frauen, die das Leben beugt, aber keinesfalls bricht. Die Frauen sind alle für sich genommen wirklich interessant und es war eine Freude, ihren Leben zu folgen, zumindestens ein Stück weit. Es gab allerdings auch einige Stellen, die eher schwach waren und meinen Lesefluss unterbrochen haben. Einiges war auch schwer nachvollziehbar für mich; Handlungen und Aktionen. Daher hinterließ mich dieses Buch auch ein wenig zwiegespalten. Auf der einen Seite war das Buch interessant, aber eben auch teilweise langatmig... Daher vergebe ich drei gute Sterne, etwas mehr als "die goldene Mitte" also, denn die hat das Buch dann doch noch verdient meiner Meinung nach, denn letztendlich überwogen die guten Stellen.
Fünf Frauen - fünf Schicksale
von Ele - 08.03.2019
Die Liebe im Ernstfall, Roman von Daniela Krien, 288 Seiten erschienen im Diogenes - Verlag. Ein Episodenroman über fünf Frauen, die das Schicksal beugt, aber keinesfalls bricht. Paula, Judith, Brida , Malika und Jorinde sind fünf Frauen, die locker miteinander verbunden sind. Ihre "Lebensabschnittsgeschichten" werden hier in fünf Episoden geschildert, wobei jede der Geschichten hier, eine andere der Frauen als Protagonistin aufweist und ihre Liebe, ihre Verluste ihre Ängste und Nöte geschildert werden. Jeder der fünf Episoden ist einer anderen Frau gewidmet. Die Autorin schreibt im wortgewaltigen emotionalen Stil in auktorialer Erzählweise, aber ohne zu werten. Viele lebhafte Dialoge bringen Leben in die Geschichten. Handynachrichten, Emails, Briefe sowie besondere Wörter und Ausdrücke sind kursiv geschrieben und somit deutlich gemacht. Das Schicksal der fünf lose bekannten Frauen, ausgenommen Malika und Jorinde die beiden Schwestern, wird in zwei Zeitebenen dargestellt, dazu bedarf es einiger Konzentration beim Lesen. Die ersten drei Episoden habe ich sozusagen in einem Satz durch gelesen. In diesen Stil hatte ich noch keine Lektüre und fand es absolut faszinierend. Immer mehr Zusammenhänge waren im Fortlauf des Buches zwischen den interessanten Frauen zu entdecken. Ihre Verzweiflung , ihr Umgang mit Liebe und Lust zu beobachten, machten mich neugierig und fesselten mich ans Buch. Jede der Figuren kam in der nächsten Geschichte als mehr oder weniger wichtiger Charakter wieder vor. Toll gemacht. Leider konnte sich dieser "rote Faden" nicht bis zum Ende fortsetzen. Als es um die Abschnitte der beiden Schwestern Malika und Jorinde geht. Zwar ist Malika die Frau, die über den Verlust ihres Geliebten schier zugrunde geht, der in einer anderen Episode der Liebhaber bzw. Mann einer anderen Protagonistin ist. Aber wie von mir erhofft schließt der letzte Teil um Jorinde leider nicht den Kreis. Dieser letzte Abschnitt hat mir auch am wenigsten gefallen. Denn er endet ohne einen, für mich nachvollziehbaren Schluss. Die Personen sind hervorragend charakterisiert, ihr Handeln nicht immer logisch doch konnte ich es durchaus akzeptieren, sympathisch waren die Protagonistinnen alle, ohne Ausnahme. Judith die bindungsunfähige perfektionistische Ärztin, die ihr Glück auf Dating-Platformen sucht. Paula, die ihr Kind - und dadurch auch ihr Lebensglück verloren hat. Brida , die Schriftstellerin voller Ideen, aber als Mutter überfordert. Malika, die erst langsam wieder ins Leben findet und Jorinde die alleinerziehende Schauspielerin. Alle hab ich sie gut leiden mögen. Dieses Buch war für mich ein interessantes Experiment, welches mich ständig zum Nachdenken angeregt hat. In wunderschönen Worten geschrieben. Eine Beschreibung wie unterschiedliche Frauen versuchen ihr Glück, das für jede anders aussieht, zu finden. Auch mich selbst konnte ich zum Teil in diesen Geschichten wiederfinden. Leider fehlt in der Story die Leichtigkeit und die Unbeschwertheit. Ein eher deprimierendes Buch. Durch die Buchbeschreibung wird auch suggeriert, dass es sich hier um eine Erzählung handelt die mit dem Mauerfall zu tun hat, dies ist nicht der Fall. Die Geschichte könnte sich auch überall anders zugetragen haben. Eine Leseempfehlung und 4 von 5 möglichen Sternen.
Liebe währt nicht ewig
von cosmea - 08.03.2019
"Die Liebe im Ernstfall" ist Daniela Kriens zweiter Roman nach ihrem viel beachteten Debüt "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" und einem Band mit 10 Erzählungen aus dem Jahr 2014. In ihrem neuen Roman erzählen fünf Frauen aus wechselnder Perspektive aus ihrem Leben. Es sind Paula, die Buchhändlerin, Judith, die Ärztin, die Schriftstellerin Brida, die Musiklehrerin Malika und ihre Schwester Jorinde, die Schauspielerin. Die fünf Abschnitte werden nicht unverbunden aneinander gereiht, sondern es gibt vielfältige Verknüpfungen. Sie sind ein Leben lang Freundinnen wie Paula und Judith oder Rivalinnen um die Liebe eines Mannes wie Malika und Brida oder konkurrieren um die Liebe der Eltern. Es ist ein realistisches Bild der Beziehungen zwischen Mann und Frau, zwischen Eltern und Kindern und von Geschwistern unter einander. Wie im wirklichen Leben gibt es kein Happy End. Liebesbeziehungen dauern unterschiedlich lang. Sie werden beendet, wenn sich einer der Partner neu orientiert oder gar nur mit Hilfe des Internets flüchtige Kontakte sucht, die zu nichts verpflichten. Wenn eine Beziehung hält wie die Ehe von Malikas und Jorindes Eltern Vicky und Helmut, dann nicht, weil sie besonders glücklich ist, sondern weil einer der Partner resigniert und wegschaut. Die Autorin zeichnet kein übertrieben pessimistisches Bild, sie beschreibt einfach nur, wie es ist, ohne Sentimentalität. Sprachlich ist der Roman sehr gelungen. Er ist anders als ihr erster. Wiedervereinigung und Westorientierung der Bewohner der neuen Bundesländer kommen zur Sprache, spielen aber nicht dieselbe tragende Rolle. Alles in allem ein empfehlenswertes Buch.
Mit großer Wucht
von Marianna T. - 07.03.2019
Daniela Krien beschreibt in ihren Kurzgeschichten fünf Frauen, die an der Liebe verzweifeln. Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde können verschiedener nicht sein. Sie gleichen sich in ihrem unbändigen Sehnen nach einer erfüllenden Liebe, die ihnen Perspektiven gibt und ihre Freiheiten lässt. Zu Beginn zieht die Geschichte um Paula die Lesenden in ihren Bann. Ebenso anrührend geht es in den anderen Abschnitten weiter. Die Frauen scheinen ungefähr gleich alt zu sein, haben ähnliche Themen (Ehe, Kinder, Beruf). Das schafft eine gute Basis, von der es dann in die unterschiedlichen Richtungen weiter geht. In den einzelnen Abschnitten wird klar, in welcher Verbindung die Frauen zueinander stehen. So wirken die Geschichten als eine Einheit, die Dynamiken werden noch intensiver und deutlicher. Das Kennenlernen der unterschiedlichen Perspektiven ist sehr interessant und vermittelt zwischen den verschiedenen Frauen. So wird es möglich Verständnis für die unterschiedlichen Lebensformen zu entwickeln, mitzuleiden und die Dinge aus anderen Perspektiven zu betrachten. Hier gibt es kein Schwarz oder Weiß. Alles hat seine Berechtigung und jede der Frauen findet eigene Wege um dem eigenen Glück näher zu kommen. Zugleich geht es auch um das, was die Frauen aus ihrer Kindheit, aus ihren Elternhäusern mitbringen, um gesellschaftliche Zusammenhänge. Die Kurzgeschichten und die Gesamtaussagen werden hierdurch noch umfassender und vielschichtiger. Die Männer sind dagegen eher grob gezeichnet und bekommen eher gute oder schlechte Rollen. Einerseits bringt dies die Frauen mit ihren Stärken mehr in den Fokus, andererseits werden die Männer dadurch unsympathischer, farbloser. Die Frauen scheinen sich deswegen eher nach anderen Perspektiven umsehen zu müssen, anstelle ihr Glück ausschließlich in einer festen Partnerschaft zu suchen. Aus meiner Sicht stellt die Autorin die Liebe in Partnerschaften infrage. Leid und unerfüllte Sehnsüchte treten in den Vordergrund. Die Geschichten sind mitreißend, erschütternd und niederschmetternd. Jede für sich regt langfristig zum Nachdenken an. Das Leid der Frauen drängt sich den Lesenden förmlich auf, dies ist nicht immer angenehm. Und doch schafft es Frau Krien am Ende jeder Geschichte einen hoffnungsvollen Ausblick zu geben. Über die Aussage des Buches lässt sich lange nachdenken. Geht es der Autorin darum Frauen zu ermutigen sich treu zu bleiben, immer wieder neue Versuche zu wagen und nicht zu verzweifeln? Daniela Krien hat neben dem wuchtigen Inhalt einen leicht fließenden Schreibstil. Dieser ermöglicht es, das Buch an wenigen Abenden durchzulesen. Der schlicht - berührende Schreibstil und der tiefgründig - geballte Inhalt ergänzen sich gut. Eine sehr empfehlenswerte Studie über fünf starke Frauen. Berührend - geballt - drängend.
Anders als erwartet
von S. P. - 07.03.2019
Die Autorin schreibt über fünf Frauen, deren Leben im Alltag und den Familien einige Parallelen aufweisen. Zwei der Protagonistinnen sind nicht verheiratet und auch nie gewesen. Bei den anderen drei Frauen kriselt es in den Ehen. Es gibt heftige Konflikte, Fremdgehen, Scheidungen. Irgendwie ist der rote Faden bei allen fünf Frauen in dieser Art und Weise vorhanden. Ihre Leben kreuzen sich durch die Männer mit denen sie leben bzw. gelebt haben, sich trennen bzw. sich wiederfinden. Leidtragene sind auch in diesen Lebensgeschichten die Kinder, die abwechselnd bei den getrennten Elternteilen leben. Der Schreibstil der Autorin ist sehr echt. Von der Story an sich hatte ich nach Lesen des Titels und des Klappentextes irgendwie etwas anderes erwartet, aber da ist im Vorfeld auch viel Spielraum zur Interpretation.
5 Frauen
von TanyBee - 07.03.2019
Die Liebe im Ernstfall erzählt uns von 5 Frauen, ihren Entscheidungen, ihrem Lebensweg. Paula, Judith, Brida, Malika und Jorindes Geschichten sind lose miteinander verwebt, sie kennen sich, tauchen im Leben der anderen auf. Und doch sind es fast 5 einzelne Geschichten. Ihre Leben verläuft unterschiedlich: wegen ihres Charakters, der Entscheidungen, sie im Leben getroffen haben und ihrer Fähigkeiten, sich auf andere einzulassen. Für mich liegt das Buch sehr nah am Puls der Zeit. Heutzutage haben Frauen mehr Möglichkeiten ihr Leben zu gestalten, als jemals zuvor. Aber diese Möglichkeiten bringen natürlich auch Entscheidungen mit sich: Will ich Kinder? Oder lieber Karriere? Oder geht auch beides? Ist der Mann an meiner Seite perfekt genug oder kommt da noch was Besseres? Brauche ich überhaupt einen Mann? Jede der Frauen geht ihren eigenen Weg. Zum Beispiel Judith, die eine erstklassige Ärztin sein will und nach der Arbeit Entspannung bei ihrem Pferd findet. Für Kinder ist in ihrem Leben kein Platz. Den perfekten Mann mit der perfekten Übereinstimmung sucht sie auf Dating Plattformen. Oder Brida, die zwei Kinder hat und ihren Mann liebt, der aber ihr Beruf fehlt. Sie ist Schriftstellerin und im Alltag mit Kindern ist nicht genug Zeit, damit ihre Kreativität fließen kann. All das erzählt uns Daniela Krien ganz leise und unaufgeregt. Die Autorin wertet nicht, sie zeigt uns einfach die verschiedenen Lebensmodelle. Sie zeigt auch, dass die Frauen vielleicht manchmal nicht so glücklich sind, wie es von außen wirkt. Mir hat das Buch wirklich sehr gefallen und ich habe so viele Situationen aus meiner eigenen Erfahrung wiedererkannt. Die Konstruktion des Romans mochte ich sehr, ich habe oft zurückgeblättert, wenn eine Situation aus einer anderen Sicht geschildert wurde. Das zeigt sehr schön, wie gefangen wir doch in unserer eigenen Sichtweise sind, wie subjektiv unsere Bewertungen von anderen sind. Ich werde auf jeden Fall noch mehr von Daniela Krien lesen und gebe eine große Empfehlung für dieses Buch!
Die Lebensgeschichten mehrerer Frauen
von Anonym - 06.03.2019
Ein Roman, wie es auf dem Buchcover heißt, ist das vorliegende Buch nicht. Denn es fehlt die fortlaufende Geschichte. Vielmehr werden fünf in sich abgeschlossene Erzählungen über fünf Frauen gebündelt. Verbunden sind sie über den gemeinsamen Wohnort in Leipzig (auch der der Autorin), aus dem Kennern einige Örtlichkeiten bekannt vorkommen dürften, und über Freunde, Verwandte und Männer. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie in Liebesangelegenheiten gescheitert sind und auf der Suche nach dem Mann fürs Leben sind. In der einen oder anderen Lebensgeschichte wird sich die eine oder andere Leserin wiederfinden. Der Text liest sich flüssig, die Sprache ist klar. Alle fünf Erzählungen gefallen mir aber nicht gleichermaßen. Während ich bei den ersten drei das Buch noch kaum aus der Hand legen wollte, mochte ich die beiden letzten nicht mehr so recht. Unklar ist für mich geblieben, welcher Zusammenhang zum Fall der Mauer besteht, von dem auf dem Buchrücken die Rede ist. Denn mit einer typischen DDR-Geschichte haben wir es nicht zu tun.
Fünf Frauen und unterschiedliche Leben
von Isabell - 05.03.2019
Dieses Buch hat mich total gepackt. Die Autorin erzählt Lebensabschnitte fragmentweise von fünf Frauen, deren Leben sich irgendwann berührt - mal mehr- mal weniger. Nicht alle Lebensgeschichten haben mich berührt, denn sie sind sehr unterschiedlich ebenso wie die Frauen. Besonders in meinen Augen ist das Leben der Frau, die ihr Leben bzw. ihre Einstellung ihrem Mann unterordnet, dann es schafft auszubrechen , um schließlich....na da will ich nicht zu viel verraten..... ich bin gleichsam begeistert wie auch nachdenklich zurückgeblieben. Nachdenklich in der Hinsicht, dass jeder sein Leben zum mindestens zum Teil selbstbestimmen kann und es sich selbst deutlich machen sollte. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, gefühlvoll und dennoch sachlich sowie beobachtend.
Authentisch, ehrlich, unbequem
von Kaffeeelse - 04.03.2019
In dieses Buch habe ich mich ebenso verliebt, wie in die vorher gelesenen Bücher. Wir haben es hier mit einem Buch zu tun, welches Einblicke in die Lebensumstände von fünf Frauen gibt. Es sind fünf sehr unterschiedliche Frauen, deren Leben hier gezeichnet wird und es werden Einblicke in das Jetzt und die Vergangenheit der Frauen ermöglicht. Dabei ist die Autorin sehr ehrlich und zeichnet verschiedene sehr authentische Lebensmuster, die durch diese tiefe Ehrlichkeit teilweise erschrecken und unbequem sind. Und dafür spende ich tosenden Beifall! Das wird und hat nicht jedem gefallen, ich allerdings finde dieses Buch außergewöhnlich gut. Nicht nur der Inhalt, sondern auch die Art des Darbietens ist eine Besondere, eine besonders Gute! Ich konnte mich sehr gut in einigem wiederfinden und jede Frau in ihrer Rolle nachvollziehen. Da haben wir als erste Paula, Buchhändlerin, mit Ludger zusammen, sehr liebend und für diese Liebe zu Vielem bereit, Mutter von einer Tochter, Leni, muss etwas verkraften, was uns allen den Boden unter den Füssen wegreißen würde. Die nächste Frau wäre dann Judith, Ärztin, allein im Leben stehend, eigentlich einen Mann und Nähe suchend, aber durch bisher Erlebtes mit Ansprüchen an das Leben und den Mann ausgestattet, die ein Finden schwer machen. Die dritte Frau ist Brida, Autorin, mit Götz zusammen, hat zwei Kinder, Hermine und Undine, versucht die Familie und die Berufung unter einen Hut zu bekommen, geht dafür einen eigenen Weg. Die vierte Frau in dieser Gruppe ist Malika, Geigenlehrerin, die erste Frau von Götz, durch den Verlust dieser großen Liebe und andere Traumata gezeichnet, ebenfalls auf der Suche nach neuen Wegen. Und als Letze haben wir Jorinde, Schauspielerin, die Schwester von Malika, trennt sich gerade von ihrem Mann Torben, Mutter von Ada und Jonne, erwartet das Kind von einem anderen Mann, arbeitet ihre eigene und die Familiengeschichte auf und ist ebenso auf der Suche nach neuen Wegen. Der sprachliche Sog, den Frau Krien hier in ihrem Buch entwickelt, ist ein ganz Großer. Nachdem ich meinen Kopf frei hatte und für das Buch bereit war, hatte ich dieses Buch an zwei Abenden durch. Frau Krien beschreibt ihre Charaktere etwas kühl, was aber bei der Tiefe des Beschriebenen für mich genau richtig war. Alles Andere hätte bei mir nicht die gleiche Wirkung erzielt. Was mir bei diesem Buch ebenso sehr gefallen hat war der Aufbau. Das Buch ist in fünf Abschnitte geteilt, jeder Abschnitt ist mit dem Namen einer der fünf Frauen überschrieben, das Leben der jeweiligen Frau wird im zugehörigen Abschnitt beschrieben, es sind aber auch immer inhaltlich Bezüge zu den anderen Frauen zu finden, was dann das ganze Buch noch mehr als Einheit erscheinen lässt. Das dann die Handlung des Buches in Leipzig angesiedelt ist, beinhaltet für mich ebenso etwas Positives, da auch ich Bezüge zu dieser wunderschönen Stadt habe und die beschriebenen Orte vor meinem geistigen Auge finde. Ebenso gut untergebracht finde ich die Beschreibung der Affinität mancher Bürger zu polemisierenden Strömungen und gleichzeitig auch die Gründe dafür. Und was mir ausnehmend gut gefallen hat, ist die Sprache der Frau Krien. Diesen trockenen Humor in ihren Worten finde ich einfach klasse. Ich gebe eine klare Leseempfehlung!
Fünf Lebenswege, episodenhaft erzählt
von Schmökerwürmchen - 03.03.2019
Dieses Buch beleuchtet die Lebenswege fünf verschiedener Frauen. Jeder von ihnen ist ein Kapitel gewidmet, im Stil einer Kurzgeschichte. Paula macht den Anfang. Sie arbeitet als Buchhändlerin, ihre Ehe mit Ludger ist in die Brüche gegangen und das Leben selbst fällt ihr nicht leicht. Judith, als Ärztin erfolgreich, scheitert an den Dating Plattformen. Auch Brida, Malika und Jorinde haben es nicht einfach mit der Liebe. Noch nie ist mir eine Bewertung so schwer gefallen. Die Sprache, schon teils poetisch, mochte ich sehr. Der im Klappentext erwähnte Mauerfall spielt allerdings keine Rolle. Jeder dieser Figuren ist eine Episode gewidmet, die aber insgesamt lose zusammenhängen. Durch die verschiedenen Lebenswege bekommt man als Leser einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt dieser Frauen. Eines jedenfalls haben sie gemeinsam, denn jede dieser fünf ist auf der Suche nach Glück und der Liebe. Ein nicht gerade leichtes Unterfangen in dieser heutigen schnelllebigen Zeit. Die Autorin gibt dem Leser immer wieder Einblicke in die Vergangenheit, so kann man die Entwicklung hervorragend nachvollziehen. Allerdings waren mir die unangekündigten Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart oft zu abrupt und auch die ständigen Szenenwechsel, vor allem, wenn es gerade wieder interessant wurde, haben meinen Lesefluss doch arg gehemmt. Kaum eine der agierenden Personen war mir sympathisch, aber das ist für mich nicht zwingend erforderlich, um ein Buch zu mögen. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass diese Frauen auch einfach zu viel erwarten und gar nicht dazu fähig sind, sich über kleine Dinge zu freuen. Vielmehr hat mich der durchgehend deprimierende Unterton ziemlich mitgenommen. Und trotzdem hat es mich insgesamt gefesselt, besonders die beiden letzten Episoden um Malika und Jorinde haben es mir angetan.
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