Frau im Dunkeln als Buch
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Frau im Dunkeln

Roman. Originaltitel: La figlia oscura.
Buch (gebunden)
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Leda ist fast fünfzig, geschieden, sie unterrichtet Englisch an der Universität in Florenz. Die erwachsenen Töchter sind jetzt beim Vater in Kanada, und Leda muss sich eingestehen, dass sie statt der erwarteten Sehnsucht vor allem Erleichterung empfi … weiterlesen
Buch

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Frau im Dunkeln als Buch

Produktdetails

Titel: Frau im Dunkeln
Autor/en: Elena Ferrante

ISBN: 3518428705
EAN: 9783518428702
Roman.
Originaltitel: La figlia oscura.
Übersetzt von Anja Nattefort
Suhrkamp Verlag AG

11. Februar 2019 - gebunden - 187 Seiten

Beschreibung

Leda ist fast fünfzig, geschieden, sie unterrichtet Englisch an der Universität in Florenz. Die erwachsenen Töchter sind jetzt beim Vater in Kanada, und Leda muss sich eingestehen, dass sie statt der erwarteten Sehnsucht vor allem Erleichterung empfindet. Den heißen Sommer verbringt sie in einem süditalienischen Küstenort: Bücher, Sonne, das Meer, was könnte friedlicher sein? Am Strand macht sich neben ihr allerdings eine übermütig lärmende neapolitanische Großfamilie breit, darunter eine noch junge Mutter und deren kleine Tochter. Leda beobachtet die beiden über Tage, zunächst fasziniert, wohlwollend. Allmählich aber schlägt ihre Stimmung um, irgendwann folgt sie einem Impuls und tut dem kleinen Mädchen und der Familie etwas Unbegreifliches an. Und wird selber heimgesucht, von lange verdrängten Erinnerungen - an gravierende Entscheidungen, die sie zu treffen hatte, ganz zum Leidwesen ihrer eigenen Töchter ...

Was bedeutet es, eine Frau und Mutter zu sein? Mit frappierender Ehrlichkeit ergründet Elena Ferrante die widersprüchlichen Gefühle, die uns an unsere Kinder binden.

Portrait

Elena Ferrante hat sich mit dem Erscheinen ihres Debütromans im Jahr 1992 für die Anonymität entschieden. Ihre vierbändige Neapolitanische Saga - bestehend aus Meine geniale Freundin, Die Geschichte eines neuen Namens, Die Geschichte der getrennten Wege und Die Geschichte des verlorenen Kindes - ist ein weltweiter Bestseller. Ab 2018 erscheinen im Suhrkamp Verlag auch Ferrantes jüngster Band Frantumaglia sowie ihre früheren Romane Lästige Liebe, Tage des Verlassenwerdens und Frau im Dunkeln in neuer Übersetzung.

Pressestimmen

"Hochspannende Parabel über das Leben moderner Frauen!"
Literarische Welt 18.02.2019
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Bärbel E.
von Bärbel E. - Hugendubel Buchhandlung Cottbus Mauerstraße - 16.05.2019
Ferrante beschreibt sehr emotional und einfühlsam due Zerrissenheit ihrer Hauptfigur zwischen Mutterrolle und Selbstverwirklichung. Trifft Leda die richtigen Entscheidungen? Ein Buch, das lange nachwirkt!
Stefan G.
von Stefan G. - Hugendubel Buchhandlung Frankfurt/Main Steinweg - 25.03.2019
Kleiner, feiner, sommerlicher, intelligenter, bitterböser Roman. Und, und ich treffe die Unterscheidung ungern, durch und durch ein Frauenroman. Ledda verbringt allein ein paar Ferientage am Meer. Sie beobachtet eine andere Familie am Strand. Und lässt sich zu einer besonderen Tat hinreißen ...
Bewertungen unserer Kunden
Ungeschminkte Einblicke in die Seele einer Frau unserer Zeit
von Lesendes Federvieh - 20.04.2019
Leda, verbringt angenehme Tage an der süditalienischen Küste. Sie genießt die Stunden am Meer, träumt vor sich hin und beobachtet eine junge Mutter und ihre kleine Tochter, die zu einer italienischen Großfamilie gehören. Doch plötzlich ziehen dunkle Wolken über das Idyll und Leda tut etwas völlig Unbegreifliches... Frau im Dunkeln ist ein absolut gelungenes Portrait einer Frau unserer Zeit, die in einer scheinbaren Idylle am Meer ihre Gedanken in die Vergangenheit richtet. Was dabei so alles an die Oberfläche schwebt, ist ehrlich, berührend und ein Stückchen Wahrheit, die, so vermute ich jetzt einfach, jede Leserin in irgend einer Weise kennt. Leda, die Protagonistin des Buches ist nicht unbedingt eine Sympathieträgerin, sie hadert zwischen Karriere und Mutterschaft und setzt ihre Pläne konsequent durch. Elena Ferrante seziert die Seele Ledas förmlich, direkt, schonungslos offen und auf den Punkt gebracht, so dass ich als Leserin immer wieder gezwungen wurde mir Gedanken über Ledas Verhalten zu machen, das ist es auch, was die Geschichte für mich so besonders und berührend macht. Man kann es nicht einfach lesen und weglegen, es hallt nach und gehört jetzt schon zu meinen Lieblingsbüchern des Jahres 2019. Ihr Schreibstil ist klar und eindringlich zugleich, für mich hat sich daraus eine richtige Sogwirkung entfaltet. Aber auch ihre kraftvollen, bildhaft und lebendig ausgearbeiteten Charaktere verleihen der Erzählung ihre Authentizität und Kraft. Die Autorin schreibt über Ledas Leben so berührend, ich konnte mich als Frau, Mutter und auch als Tochter zwischen den Zeilen wiederfinden. Fazit: Ungeschminkte Einblicke in die Seele einer Frau unserer Zeit. Emotional, berührend, einfach gut.
So ehrlich, dass es wehtut
von Xirxe - 08.03.2019
Leda, 47 Jahre alt, hat offenbar jeden Grund, glücklich zu sein: Professorin an der Uni mit zwei wohlgeratenen Töchtern, die gerade ausgezogen und zu ihrem Vater nach Kanada gegangen sind. Sie gönnt sich einen langen Urlaub am Meer, wo sie ihre Tage am Strand verbringt. Dort beobachtet sie eine neapolitanische Großfamilie, wobei sie von einer jungen Frau und deren kleiner Tochter fasziniert ist und dabei Erinnerungen an ihre eigene Vergangenheit als junge Mutter wieder lebendig werden. Trotz ihrer anfänglichen Sympathie für die Beiden lässt sie sich zu einer Tat verleiten, die insbesondere für das Kind schwer zu verkraften ist. Nein nein, keine Sorge, hier geht es nicht um Gewalt und Brutalität, die Dinge geschehen wesentlich subtiler. Leda ist eine Frau, die wohl ebenso viel Sympathisches wie Unsympathisches in sich birgt und deren Innenleben hier schonungslos dargestellt wird. Vieles von dem, was hier beschrieben wird, trauen sich vermutlich die Meisten nicht zuzugeben. Neben all der Liebe gibt es da auch die Wut auf die eigenen Kinder, denen man sein Leben opfert; der Neid auf die Töchter, die immer mehr die Blicke der Männer auf sich ziehen, während man selbst zu verschwinden scheint; der Verzicht auf eine eigene Karriere. Über so etwas spricht man nicht, aber diese Gedanken und Gefühle sind dennoch vorhanden, sofern man nicht zu 100% mit sich im Reinen ist. Doch wer ist das schon? Und wer kennt nicht das Gefühl, aus einem Anfall von Neid heraus etwas Glückliches zerstören zu wollen, nur weil man es selbst nicht hat? So schändlich Ledas Tat ist (und das klingt jetzt schlimmer, als es tatsächlich ist), wirkliche Abneigung gegen sie konnte ich nicht entwickeln, zu verständlich fand ich ihr Verhalten, auch wenn ich es nicht gut finde. Elena Ferrante versteht es meisterhaft, eine Protagonistin so erzählen zu lassen, als säße sie einem als leibhaftige Person gegenüber. Dies war schon in ihrer Neapolitanischen Saga so und auch hier gelingt es ihr wieder. So folgt man Leda in ihren Gedanken und Handlungen und fühlt sich ihr nahe, bis plötzlich wieder ein Satz oder Gedanke der Sympathie zu ihr einen Dämpfer versetzt. Als wäre das nicht schon genug des Guten ;-) kommt eine sich unmerklich entwickelnde Spannung hinzu, fast schon wie in einem Krimi, da sich Alles auf den Moment zubewegt, der erklärt, wieso das Buch mit diesem Anfang beginnt. Toll gemacht und klasse erzählt!
Die Motivation der Protagonistin bleibt rätselhaft
von ninchenpinchen - 27.02.2019
Elena Ferrante: Frau im Dunkeln - Erstellungsdatum 26.02.2019 Da fang ich doch glatt mal mit ein paar Zitaten an: Seite 17: "Schon vor langer Zeit habe ich festgestellt, dass ich alles über die Mädchen (Töchter der Protagonistin Leda) weiß, aber wenig über mich selbst." Seite 18: "Niemand war mehr von meiner Fürsorge abhängig, und auch ich selbst war mir endlich keine Last mehr." Zwischenbemerkung: Ich fand die kurzen Kapitel sehr angenehm. Allerdings ergeben sich dadurch viele leere Seiten, so dass hier eine Textmenge vorgetäuscht wird, die nicht vorhanden ist. Seite 104: "Was für eine Dummheit zu glauben, man könnte den eigenen Kindern etwas über sich erzählen, bevor sie nicht mindestens fünfzig sind. Von ihnen zu verlangen, als Mensch betrachtet zu werden und nicht als Funktion." Auf den Seiten 116, 117 erkennt man die neapolitanische Saga. Ich hab nachgeschaut, was war zuerst da? "Frau im Dunkeln" © 2006, "Meine geniale Freundin" © 2011. Seite 180: "Außerdem hatte sich die Welt in der Zwischenzeit nicht zum Besseren entwickelt, sie war gegenüber Frauen sogar übler geworden." Das Cover kommt seltsam unwirklich rüber, die Personen wirken zwanghaft platziert, bis auf das kleine, dicke Mädchen im Vordergrund lacht niemand. Das Cover stimmt mich nachdenklich, was nicht heißen soll, dass es mir nicht gefällt. Warum will man so ein Buch lesen und liest es dann in einem Zug durch? Und legt alle anderen Bücher beiseite? Ich weiß es nicht. Vielleicht liegt es an dem magischen Pseudonym Elena Ferrante, die das Kind im Roman so nennt wie ihr Pseudonym. Es geht um eine Puppe (mit Inhalt!!!), die eine große Rolle spielt. Rätselhaft bleibt die Motivation der Protagonistin Leda und warum sie das tut, was sie tut. Weiß sie es selbst? Fazit: In gewisser Weise schon spannend, liest sich flüssig. Mit Kraft, Wut und schockierend offenherzig geschrieben (THE NEW YORKER) - aber sicher nicht für jeden Leser geeignet. Ist es eine Parabel? Findet es einfach selbst heraus! Ich gebe zaghafte 4 Sterne.
Schwierige Mutterrolle
von cosmea - 26.02.2019
lena Ferrantes Roman "Frau im Dunkeln" erscheint 13 Jahre nach der Erstveröffentlichung zum ersten Mal in deutscher Sprache. Leda, Ende 40, geschieden, arbeitet als Professorin in Florenz. In der Erzählgegenwart des Romans macht sie Urlaub am Meer, irgendwo im Raum Neapel. Leda ist eine unzufriedene, sehr unglückliche Frau, bei der es privat und beruflich nicht mehr rund läuft. Am Strand beobachtet sie die junge Mutter Nina mit ihrer kleinen Tochter Elena, die ein sehr inniges Verhältnis zueinander haben und stundenlang miteinander und mit der geliebten Puppe Nani spielen. Der Anblick der glücklichen jungen Familie macht Leda neidisch und wütend und bringt sie dazu, Entscheidungen, die sie an kritischen Punkten in ihrem Leben getroffen hat, zu überdenken und neu zu bewerten. Leda war in den Jahren nach der Geburt ihrer beiden Töchter so erschöpft und überfordert, dass sie gehen musste, um zu überleben. Sie verließ Bianca und Marta, als sie 6 und 4 Jahre alt waren und kehrte erst drei Jahre später zurück. Das Verhältnis zu ihren Töchtern war nie einfach. Sie waren Rivalinnen um die Liebe der Mutter, sorgten mit ihren wachsenden Ansprüchen für Unfrieden und verdrängten als Heranwachsende die Mutter von ihrem angestammten Platz der schönen Frau, die die Blicke auf sich zieht. Da die Töchter bei ihrem Vater in Kanada leben, hat die räumliche Distanz für eine noch größere Entfremdung gesorgt. Das alles geht Leda immer wieder durch den Kopf, als sie eine gegen die junge Familie gerichtete unüberlegte Tat begeht und großen Kummer verursacht. In der scheinbaren Harmonie zeigen sich plötzlich Risse, und die junge Nina fühlt sich zunehmend zu ihr hingezogen. Sie scheint sich in einer ähnlichen Situation zu befinden wie Leda vor Jahren. Elena Ferrantes Roman entfaltet auch in der Übersetzung eine intensive Wirkung und liest sich sehr gut. Die Autorin zeigt am Beispiel ihrer Protagonistin Leda, wie schwer, wenn nicht sogar unmöglich es ist, die Mutterrolle mit dem Wunsch nach Selbstverwirklichung zu vereinbaren. Leda muss sich von Außenstehenden beleidigen und als Rabenmutter beschimpfen lassen. Glück haben ihr die von ihr vor Jahren getroffenen Entscheidungen jedenfalls nicht gebracht, wie sie selbst am besten weiß. Die Autorin stellt überzeugend dar, dass Mutterliebe nichts Naturgegebenes, Unveränderliches ist. In ihrer Überforderung begegnete Leda ihren Töchtern teilweise mit Ablehnung und Hass und ließ sich fast zu Handgreiflichkeiten hinreißen. Man kann diese Geschichte als Leser sehr gut nachvollziehen. Mir hat die Innenansicht einer unglücklichen Mutter sehr gut gefallen.
Radikal ehrlich
von forti - 20.02.2019
Leda, die Ich-Erzählerin in Elena Ferrantes Die Frau im Dunkeln ist keine Protagonistin, die dem Leser direkt ans Herz wächst. Viele finden die Wissenschaftlerin und geschiedene Mutter im mittleren Alter unsympathisch, ich fand sie vor allem ehrlich. Schonungslos erzählt sie aus ihrem Leben - vor allem dem problematischen Verhältnis zum eigenen Muttersein. Die Geschichte kreist dabei insgesamt um drei unterschiedliche Mutter-Tochter-Beziehungen. Ich empfand diese Schilderungen als ehrlich und realistisch und keinesfalls romantisch verklärt. Es ist also keine feel-good-Lektüre, sondern eine intensive, ehrliche Beschreibung, die auch Erschöpfung und Überforderung und die sich daraus ergebenden teils radikalen Schritte der Mütter beinhaltet. Die Ich-Erzählerin Leda weist deutliche biographische Ähnlichkeiten zur Ich-Erzählerin Lena in der Neapolitanischen Saga auf. Ich möchte deshalb darauf hinweisen, dass das verhältnismäßig schmale Büchlein Die Frau im Dunklen im italienischen Original bereits fünf Jahre vor Meine geniale Freundin erschienen ist. Ich kann aber nur vermuten, dass es sich bei der Figur Lena um eine literarische Weiterentwicklung der Figur Leda handelt. Sprachlich ist das Buch so wie auch die Neapolitanische Saga ruhig und klar verfasst - sehr angenehm zu lesen.
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