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Risiken & Nebenwirkungen

Roman. Originaltitel: El mal de Montano.
Buch (gebunden)
Girondo ist literaturkrank, und das heißt: vollkommen besessen von verführerischen Romanfiguren, glänzenden dramaturgischen Einfällen und den geheimen Intimitäten aus den Tagebüchern berühmter Autoren. Er ist derart verstrickt in die Welt der Fiktion … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Risiken & Nebenwirkungen
Autor/en: Enrique Vila-Matas

ISBN: 3312003385
EAN: 9783312003389
Roman.
Originaltitel: El mal de Montano.
Übersetzt von Petra Strien
Nagel & Kimche

15. März 2004 - gebunden - 348 Seiten

Beschreibung

Nach dem pointiert-witzigen Roman 'Bartleby & Co.' leuchtet Enrique Vila-Matas einmal mehr in die Tiefe der literarischen Obsessionen. Hier ist es die unzähmbare und gefährliche Schreibwut, die den Helden umtreibt. Vila-Matas öffnet alle Medizin- und Giftschränke seiner Belesenheit und seines Esprits, um Krankheit und Heilmittel der Literatur in glanzvoller Fülle auszubreiten. Girondo ist literaturkrank, und das heißt: vollkommen besessen von verführerischen Romanfiguren, glänzenden dramaturgischen Einfällen und den geheimen Intimitäten aus den Tagebüchern berühmter Autoren. Er ist derart verstrickt in die Welt der Fiktionen, dass er zusätzlich zu den Problemen in seinem wirklichen Leben auch noch die der Literatur zu bewältigen hat. Als er seine Frau verdächtigt, ihn mit seinem besten Freund zu betrügen, vergleicht er seine Lage mit derjenigen der tragischen Gestalten aus der Weltliteratur. Da aber merkt Girondo, dass er mit seiner Obsession nicht nur seine Ehe gefährdet, sondern massiv auch seine Gesundheit riskiert, und er beschließt, sein Leben zu ändern. Tatsächlich gelingt es ihm, seinem Leiden zu entkommen, indem er sich - paradox - vollständig in Literatur verwandelt und im Text verschwindet. Nach dem pointiert-witzigen Roman Bartleby & Co. leuchtet Enrique Vila-Matas einmal mehr in die Tiefe der literarischen Obsessionen. Hier ist es die unzähmbare und gefährliche Schreibwut, die den Helden umtreibt. Vila-Matas öffnet alle Medizin- und Giftschränke seiner Belesenheit und seines Esprits, um Krankheit und Heilmittel der Literatur in glanzvoller Fülle auszubreiten. 'Risiken & Nebenwirkungen' wurde mit dem renommierten Prix Médicis für ausländische Literatur, mit dem Kritikerpreis Spaniens und dem Premio Heralde ausgezeichnet.

Portrait

Enrique Vila-Matas wurde 1948 in Barcelona geboren und ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Schriftsteller Spaniens und Lateinamerikas. Für sein Werk wurde er mit zahlreichen Preisen geehrt, u.a. mit dem Premio Romulo Gallegos 2001, mit dem Kritikerpreis Spaniens, dem renommierten Prix Médicis für den besten ausländischen Roman in Frankreich und im Jahr 2014 mit dem Premio Formentor de las Letras.

Leseprobe

Unbenanntes DokumentGegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde der junge Montano, kaum hatte er seinen gewagten Roman über rätselhafte Fälle von Schriftstellern, die dem Schreiben entsagt haben, veröffentlicht, von seiner eigenen Fiktion eingeholt und fand sich plötzlich, trotz seines zwanghaften Schreibdrangs, selbst betroffen; er war völlig blockiert, wie gelähmt, ja, auf tragische Weise schreibunfähig.
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts - besser gesagt, heute, am 15.November 2000 - habe ich Montano in seinem Haus in Nantes besucht und ihn wie erwartet derart deprimiert und einsilbig angetroffen, dass die Verse aus einem Gedicht von Puschkin glatt auf ihn gemünzt sein könnten: »Er irrt ständig/mit dem gewagten Roman/durch den dunklen Wald.«
Das einzig Gute daran ist, dass dieses Umherirren im dunklen Wald bei meinem Sohn - denn Montano ist mein Sohn - seine Leseleidenschaft neu entfacht hat, wovon ich meinerseits profitiere, denn auf seine Empfehlung hin habe ich kürzlich Prosa de la frontera propia gelesen, den neuesten Roman von Julio Arward, einem rätselhaften Autor, dem ich nie ganz über den Weg getraut habe, denn meiner Ansicht nach hat er immer nur den Doppelgänger des Romanciers Justo Navarro gespielt.
Heute habe ich meinem Sohn jedoch dafür gedankt, dass er mir dieses Buch des Doppelgängers von Justo Navarro ans Herz gelegt hat, in diesem Fall sogar ein Roman, in dem Arward sich etwas von seinem Vorbild emanzipiert zu haben scheint. Es handelt sich nämlich durchaus um ein gutes Buch, und während der Lektüre musste ich oft an eine Äußerung denken, die Julio Arward irgendwann im Radio gemacht hat: »Eine Freundin hat mir mal gesagt, jeder von uns habe einen Doppelgänger, der an einem anderen Ort lebt und dort sein Dasein mit einem Gesicht fristet, das unserem vollkommen gleicht.« Bei der Lektüre dieses Buches mus
ste ich noch an einen andern Spruch denken, den ich einmal von Justo Navarro gehört und gelegentlich als meinen eigenen ausgegeben habe: »Es gibt Koinzidenzen und Zufälligkeiten, bei denen du vor Lachen stirbst, und es gibt Koinzidenzen und Zufälligkeiten, bei denen du stirbst.«
Der Ich-Erzähler von Prosa de la frontera propia ist weltfremd und zugleich ein Held, der, wie einem chinesischen Märchen entstiegen, noch einen Zwillingsbruder hat oder, besser gesagt, einen Vetter, der sein leibhaftiges Ebenbild ist und der obendrein den gleichen Namen trägt wie er, denn beide heißen Cosme Badía.
Das Thema vom Doppelgänger - und vom Doppelgänger des Doppelgängers und immer so weiter in einem unendlichen Spiel von Spiegelungen - steht im Zentrum von Julio Arwards labyrinthischem Roman - ich schreibe schon wieder wie der Literaturkritiker, der ich nun mal bin. Als Autor einer fiktiven Biographie gibt Arward sich als Cosme Badía aus, erfindet mit dem Gedächtnis eines anderen die Welt der beiden Vettern und tut so, als erinnere er sich an diese Welt, quasi immer Faulkners Worte im Hinterkopf: »Ein Roman ist das geheime Leben eines Schriftstellers, der dunkle Vetter eines Menschen.«
Vielleicht bedeutet Literatur genau das: ein fremdes Leben erfinden, das ebenso gut unser eigenes sein könnte - kurzum: einen Doppelgänger erfinden. Ricardo Piglia behauptet, in das Gedächtnis eines anderen zu schlüpfen, um zurückzublicken, sei eine Form von Doppelgängertum. Aber es ist auch eine ideale Metapher für literarische Erfahrung überhaupt. Jetzt, da ich das Piglia-Zitat erwähnt habe, wird mir klar, dass ich umgeben von Buchzitaten und Autoren lebe. Ich leide an der Literatur-Krankheit. Wenn ich so weitermache, wird sie mich noch in ihren Strudel reißen und verschlingen, bis ich mich am Ende völlig in ihren grenzenlosen Tiefen verl
iere. Die Literatur raubt mir zunehmend den Atem, und mit meinen fünfzig Jahren ängstigt mich der Gedanke, es könnte mir vorherbestimmt sein, irgendwann als wandelndes Zitatenlexikon zu enden.



Pressestimmen

"Enrique Vila-Matas erzählt mit leichter Hand und mit viel Sinn für die Komik der Situation. Kluge Reflexionen wechseln ab mit amüsanten Schilderungen skurriler Figuren und seltsamer Begebenheiten." (FAZ)
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