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Afra

Roman in fünf Bildern.
Buch (gebunden)
Neun Monate nach Kriegsende wird in einem kleinen veschlafenen Dorf, das von den Schrecken des Krieges weitgehend verschont geblieben war, ein Mädchen geboren, das "obwohl man drei Schüsseln Wasser über ihm ausgegossen und an ihm herumgerieben hatte, … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Afra
Autor/en: Eva Demski

ISBN: 3627100824
EAN: 9783627100827
Roman in fünf Bildern.
Frankfurter Verlags-Anst.

Januar 1992 - gebunden - 478 Seiten

Beschreibung

Neun Monate nach Kriegsende wird in einem kleinen veschlafenen Dorf, das von den Schrecken des Krieges weitgehend verschont geblieben war, ein Mädchen geboren, das "obwohl man drei Schüsseln Wasser über ihm ausgegossen und an ihm herumgerieben hatte, während es sich verzweifelt wand und schrie, in der Farbe bedenklich" blieb. Geboren als Kind einer Bäuerin aus dem bayrischen Grenzland und einem farbigen GI wächst Afra in den fünfziger und sechziger Jahren in einer Umgebung auf, in die die Zivilisation erst langsam vorzudringen beginnt. Afra bleibt eine Außenseiterin, auch als sie nach ihrer Ausbildung das Dorf verlässt, und in das scheinbar so muntere München der späten sechziger und siebziger Jahre gerät. Und obwohl man ihr nun, da sie zumindest die Hautfarbe mit der amerikanischen Revolutionsführerin Angela Davis gemein hat, mit einer gewissen Sympathie begegnet, lebt sie weiterhin ein Doppelleben und besinnt sich mehr und mehr auf ihre Namenspatronin St. Afra,die Schutzheilige der Prostituierten. So gelingt ihr schließich doch noch eine deutsche "Karriere" und ein fast weißes Kind, das sich auf eine sehr eigene Weise mit seiner Mutter, seiner Herkunft und seiner Gegenwart auseinanderzusetzen beginnt.

Portrait

Eva Demski ist gebürtige Regensburgerin. Ihre Kindheit verbrachte sie in Regensburg, Wiesbaden und Frankfurt am Main. Später studierte sie Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie und arbeitete anschließend als Dramaturgieassistentin, Lektorin, Übersetzerin und Journalistin. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in Frankfurt, wo sie 1998/99 an der Universität die Frankfurter Poetik-Vorlesungen hielt. Ihr erster Roman Goldkind erschien 1979, gefolgt von zahlreichen weiteren Romanen, Essay-Sammlungen, Reiseführern und Bildbänden. Ihre Werke wurden vielfach ausgezeichnet. 2008 erhielt Eva Demski den "Preis der Frankfurter Anthologie".

Leseprobe

Im letzten Kriegsjahr hatte die Hebamme schon einmal davon geträumt, dann war der Traum Anfang fünfundvierzig zurückgekommen. Über den folgenden Ereignissen hatte sie ihn vergessen, aber in der zweiten Hälfte des Jahres sechsundvierzig fiel er ihr wieder ein. Es war mittlerweile August geworden und sie hatte im ganzen Jahr und im ganzen Gäu noch keinem einzigen Buben herausgeholfen. Mehr als hundert Kinder waren in dem Jahr geboren worden, Knechtskinder, Fremdarbeiter- und Urlaubskinder. Die ersten eiligen Heimkehrerkinder. Ein paar Deserteurskinder, Altmännerkinder - aber alles Mädchen. Auch das letzte Kind, das die Hebamme nach zehnstündigem Muttergeschrei herausgezogen hatte, war ein Mädchen, aber mit ihm gab es noch zusätzliche Verwirrung, denn es blieb, obwohl man drei Schüsseln Wasser über ihm ausgegossen und an ihm herumgerieben hatte, während es sich verzweifelt wand und schrie, in der Farbe bedenklich.

Hoffentlich ist es die Leber, dann haben wir es eh nicht lang, hatte die Hebamme im Gehen zur Kindsmutter gesagt. Die war zu erschöpft gewesen, um auch nur eine Stunde weiterzudenken, sie schlief, und das arme, kleine Ding schlief auch. Die Hebamme hatte im Traum ein Jahr voller Mädchen vorausgesehen wie ein Erdbeben oder eine Mißernte. Nur Mädchen, und kaum Männer da, ein männerlos gewordenes Land. Aurelia fühlte sich mitschuldig am Unglück. Sie allein kannte das ganze Ausmaß, und es wurde ihr schwindlig, wenn sie sich vorstellte, daß es bis nach München hinüber keine kleinen Buben mehr gäbe...

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