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Sonne und Beton

Roman. 3. Auflage.
Buch (gebunden)
"Ich wünschte, ich hätte mir mehr ausdenken müssen."
Felix Lobrecht
Buch

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Sonne und Beton als Buch

Produktdetails

Titel: Sonne und Beton
Autor/en: Felix Lobrecht

ISBN: 3961010021
EAN: 9783961010028
Roman.
3. Auflage.
Ullstein fünf

10. März 2017 - gebunden - 221 Seiten

Beschreibung

"Ich wünschte, ich hätte mir mehr ausdenken müssen." Felix Lobrecht

"Könn' wa die Scheiße vielleicht ma leiser machen? Mann ey ...", motzt ein Typ vor uns im Bus.

Julius macht die Musik auf seinem Handy noch lauter und starrt den Typen an. Gino und ich fangen an zu lachen.

"Ihr sollt die Scheiße ausmachen, hab ick jesagt!", sagt der Typ und guckt böse.

Sanchez steht grinsend auf. "Sie haben nicht das Recht, mich 'Neger' zu nennen, Sir!", ruft er plötzlich.

Wir sind mitten in Neukölln, außer Julius und mir sitzen nur Ausländer im Bus. Alle drehen sich um und glotzen den Mann an.

"Ick habe nicht ...", stammelt er."Iiieh, richtiger Nazi!", ruft Gino.

"Der Einzige, der hier 'Neger' sagt, bin ick, Nigga!", brüllt Sanchez. Er nimmt einen großen Schluck organgefarbene Mische und verzieht das Gesicht. Julius macht dasselbe Lied nochmal an. Der Mann steigt an der nächsten Haltestelle kopfschüttelnd aus.

"Heil Hiter!", brüllt Julius und nimmt Sanchez die Flasche aus der Hand.

Ein heißer Sommer. Vier Jungs in den Hochhausschluchten der Großstadt. Eine folgenschwere Entscheidung.

"Eindrucksvolle Exposition und furioses Finale" Süddeutsche Zeitung, Jens Bisky

Portrait

Felix Lobrecht, geboren 1988, wuchs mit zwei Geschwistern bei seinem alleinerziehenden Vater in Berlin-Neukölln auf. Er ist Autor, Stand-UpComedian und einer der erfolgreichsten Slampoeten.

Pressestimmen

"Dass Lobrecht [...] nicht ausschließlich witzig sein will, sondern in die sozialen Abgründe von Langeweile, Gewalt, Alkohol und Drogen blickt, ist die große Stärke dieses unterhaltsamen Coming-of-Age-Romans.", Deutschlandfunk, Florian-Felix Weyh, 15.04.2017

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 02.07.2017

Was guckt ihr so hässlich?
Vier Jungs, ein Einbruch und Neukölln im Sommer: Felix Lobrechts "Sonne und Beton"

Lukas, Julius, Gino und Sanchez brauchen neue Klamotten - oder wie Sanchez, der Deutsch-Kubaner, sagen würde: "Neue Shirts, neue Kette, allet." Sanchez hat auch schon einen Plan, wie die Neuköllner Jungs an einen Taschengeldzuschuss gelangen können - sie brechen in ihre Schule ein, stehlen ein paar Computer und verkaufen sie dann auf dem Schwarzmarkt. Julius und Gino sind auf Anhieb begeistert, nur Lukas zögert. Aber dann erklärt ihm Sanchez, dass auch er zwangsläufig eine neue Garderobe braucht, wenn er bei den "Frauen" landen will, und Lukas gibt nach: "Ja, fick drauf. Ich brauch wirklich neue Schuhe."

Also tun sie es. Aber hauen danach nicht mit einem Kleintransporter ab, wie man sich das bei einem Einbruch von dieser Größe so vorstellen würde: Ein paar kapuzentragende Halbwüchsige manövrieren einen klappernden Einkaufswagen, vollgepackt mit Computern und Bildschirmen, durchs nächtliche Neukölln.

Bis dahin liest sich Felix Lobrechts Roman "Sonne und Beton" seicht dahin. Aber dann werden die vier Jungs plötzlich von fünf Älteren entdeckt, und man rutscht hinein in ihre Geschichte und abwärts mit ihnen: "Was guckt ihr so hässlich?", brüllt einer der Jungs, "'pisst euch ma jetz!", ein anderer. Wenige Sekunden später fallen Schüsse.

"Sonne und Beton" fährt Achterbahn zwischen Komik und Ernst, das ist reizvoll und unterhaltsam, eine Coming-of-Age-Geschichte, wie man das heute so nennt: Aber schaut man genauer hin, hat Lobrecht einen bitteren Entwicklungsroman geschrieben. Über kleine Fische, die versuchen, bei den großen Haien mitzuschwimmen, aus einem Berlin, in dem vor allem die Jüngeren tagtäglich mit Armut, Gewalt, Rassismus und Sexismus konfrontiert werden. Aus einer Stadt, in der es selbst im Sommer nicht idyllisch wird.

So wie seine Figuren auf ihrer Flucht den Unebenheiten im Asphalt ausweichen, so umgeht Lobrecht Erzählpassagen - drei Viertel des Romans hat er mit direkter Rede gefüllt. Lobrecht ist eigentlich Stand-up-Comedian, hier wird er zum Dramatiker, die Dramaturgie ist klassisch, aber sicher, das Kiezdeutsch seiner Neuköllner Jugendlichen ist witzig und wirkt authentisch. Irgendwo zwischen Wolfgang Herrndorfs "Tschick" und Sebastian Schippers "Victoria" ist Lobrechts Geschichte zu Hause. Lukas erinnert an Maik, den Erzähler aus Herrndorfs Roman, der für die Jugendliteratur mittlerweile so etwas wie die "Odyssee" geworden ist. Aber was man bei Lukas für Vernunft hält, ist eigentlich Angst. "Sonne und Beton" ist am Ende dunkler als "Tschick", aber viel unschuldiger als Schippers Film, in dem drei junge Berliner und eine Spanierin eine Bank ausrauben: Die Schüsse, die bei Lobrecht fallen, stammen aus Julius' Schreckschusspistole.

Jacqueline Thör

Felix Lobrecht: "Sonne und Beton". Ullstein, 224 Seiten

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