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Tokyo, Echo

Oder Wir bauen den Schacht zu Babel, weiter. Gb.
Buch (gebunden)
Erneut spannt Ferdinand Schmatz den Bogen von dichterischer Innenwelt zu sinnlich wahrnehmbarer Außenwelt: im dreiteiligen "echo" seiner eigenen Dichtung bereist Schmatz die realen Räume zweier Städte und den imaginären Raum der Sprache, deren Zentru … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Tokyo, Echo
Autor/en: Ferdinand Schmatz

ISBN: 3852184517
EAN: 9783852184517
Oder Wir bauen den Schacht zu Babel, weiter.
Gb.
Haymon Verlag

1. März 2004 - gebunden - 128 Seiten

Beschreibung

Erneut spannt Ferdinand Schmatz den Bogen von dichterischer Innenwelt zu sinnlich wahrnehmbarer Außenwelt: im dreiteiligen "echo" seiner eigenen Dichtung bereist Schmatz die realen Räume zweier Städte und den imaginären Raum der Sprache, deren Zentrum das Gedicht bildet. "tokyo, echo" und "sankt petersburg, echo" sind dabei aber bedeutend mehr als die Summe der bebauten Fläche. Das zufällig aus dem unvorstellbar großen Kontinuum eines Stadt-Bildes Herausgegriffene schlägt um ins Notwendige der poetischen Wahrnehmung und des poetischen Vollzugs. Frei von den Verpflichtungen des Chronisten, der auf die Vollständigkeit der Schilderung setzen muß, schreibt sich Schmatz an die Wurzeln des Wahrnehmbaren, Zeichenhaften und Bedeutenden heran.
Während die in Strophen gegliederten Tokyo-Gedichte in ihrer wiederholten Atemlosigkeit und Intensität der stets weiter getriebenen Sprachbewegungen Wirkliches und Vorgestelltes verzahnen, entsprechen die vibrierenden Zweizeiler von "sankt petersburg, echo" im "vor-ruf", "jetzt-ton" und "nach-klang" ganz dem Konzept eines Dichtens von der Mitte her.
In diesen Zwischenbereich von Erfindung und Wahrnehmung fügt sich der dritte Abschnitt des Bandes: "dichtung, echo". Schmatz schreibt hier Gedichte mit und entlang der Dichtung anderer. Beginnend an den Scharnieren bedeutsamer Fremdtexte - u.a. von Hölderlin, Kafka, Mandelstam, Busch, Walser - treibt Schmatz seine Gedichte in die Eigenständigkeit, um so die Vorlage dem eigenen Schreiben anzuverwandeln - fernab von postmoderner Zitierwut, in wunderbarem Ton und einleuchtendem Gehalt
großer Poesie.

Portrait

Ferdinand Schmatz wurde am 3. Februar 1953 in Korneuburg/Niederösterreich geboren. 1972 begann er sein Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Wien, das er 1982 mit Promotion abschloss. Von 1983 bis 1985 war er Lektor an der Nihon University in Tokio, von 1986 bis 1989 folgte ein Lehrauftrag an der Hochschule für industrielle und künstlerische Gestaltung in Linz. Schmatz ist Fachberater des Killy-Literaturlexikons für österreichische Literatur des 20. Jahrhunderts. 1989 bis 1992 übernahm er Lehraufträge an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien über "Schrift und Buch" sowie über "Poetik und Kunst im 20. Jahrhundert". 1992 erhielt er eine Gastprofessur für "Freie Graphik und interdisziplinäre Kunst" an der Hochschule für Angewandte Kunst. 1993 betreute er das Autorenlabor in der Alten Schmiede in Wien. Der in Wien lebende Lyriker erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2004 den Georg-Trakl-Preis für Lyrik und 2006 den H.C. Artmann-Preis der Stadt Wien.

Pressestimmen

Lyrische Schlaglichter auf Städte (Tokyo und St. Petersburg), sensibel und nicht gefühlsduselig, witzig und nicht spaßig, genau und nicht spröde, rätselhaft und nicht unklar, subjektiv und nicht diffus, formbewusst und nicht formalistisch.
Wendelin Schmidt-Dengler, SWR-Bestenliste

Mit seinem "tokyo, echo" ist Ferdinand Schmatz wieder eine originelle ästhetische Verbindung von Rekonstruktion und Sinnlichkeit gelungen.
Klaus Zeyringer, Literatur und Kritik

Schmatzens Absicht ist es dabei offenkundig nicht, eine japanische Ästhetik des Minimalen zu imitieren, das Schöne im Kleinen zu zeigen. Auch, wenn man stellenweise an die Miniaturmetaphysik des Bonsai erinnert wird: Es geht um etwas anderes. Die Verknüpfung scheinbar unendlicher, disparater Wahrnehmungselemente zu verschlungenen Wortketten - die durch Binnenreime lang vorauslaufender und immer wieder retardierender Rhythmen zusammengehalten werden - ziehen den Leser unmerklich immer weiter von sich weg, bis nichts mehr als das Partikelgestöber reiner Sinnedaten übrig bleibt. Erich Klein, ORF-Ö1 Ex Libris

Ferdinand Schmatz ist bisweilen ein Formwandler, der sich in Raum und Zeit souverän bewegen kann. So entstehen reale wie auch metaphorische Räume, in denen Bewegung genauso vorherrscht wie absoluter Stillstand. Viel mehr kann Poesie gar nicht bieten, es sei denn, dass diese wortgewandte Experimentierfreude nicht des/der Leser/in Sache ist. In diesem Fall bleibt nur ein Rat bestehen: Lesen sie dennoch oder gerade deshalb.
Rudolf Kraus, Bücherschau

Wobei für Schmatz' hohe Kunst des In-Schwebe-Haltens, für seine Konsistenz, Exaktheit, Leichtigkeit und Gegenwärtigkeit erst ein passender Begriff zu finden wäre. Vielleicht liefert er diesen auch selbst: "oder/ist es/im ich sausen".
Wolfgang Straub, Der Standard

"Weiter!" heißt es als letztes Wort im Titel des Gedichtbandes. Als Leser spinnt man diese Gedanken weiter, ermuntert, dem Nachklang der Dinge zu lausch
en und selbst durch neue Verknüpfungen das Erlebnis-Chaos zu steigern.
Helmuth Schönauer, Tiroler Gegenwart

Er vollbringt mit der Sprache, die also Worthäufung ist, ein schier vergessenes Kunststück: er lässt sie sprechen. ... Man kann Schmatz nur viele Leser wünschen. Man muß modernen Gedichtbänden wohl viele Leser wünschen, aber diesem Autor wünsche ich sie in ganz besonderer Weise, denn er erfüllt die tiefsten Aufgaben der beschwörenden Dichtung: Gesang und Klang!
Guido Rohm, Kaputte Literatur

Mit der großen Tradition der hermetischen Dichtung im Rücken schafft Schmatz Texte von poetischer Schönheit, immer gepaart mit sprachkritischer Ästhetik. Er ergründet die Zusammenhänge zwischen Denken und Dichten und thematisiert in seinen Werken immer wieder die heilvolle Beziehung zwischen Wahrnehmung und Poesie.
Tiroler Tageszeitung










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