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Modell Italien 1450 - 1650

1450-1650.
Buch (gebunden)
Ungefähr zweihundert Jahre lang, von 1450 bis 1650, hatte Italien eine Vorbildfunktion für ganz Europa. Malerei, Plastik, Architektur, Theater, Ballett, Oper und genauso Wirtschaft, Handel, Bankwesen und Wissenschaft folgten dem "Modell Italien", das... weiterlesen
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Modell Italien 1450 - 1650 als Buch
Produktdetails
Titel: Modell Italien 1450 - 1650
Autor/en: Fernand Braudel

ISBN: 3608930515
EAN: 9783608930511
1450-1650.
Übersetzt von Siglinde Summerer, Gerda Kurz
Klett Cotta Verlag

1991 - gebunden - 245 Seiten

Beschreibung

Ungefähr zweihundert Jahre lang, von 1450 bis 1650, hatte Italien eine Vorbildfunktion für ganz Europa. Malerei, Plastik, Architektur, Theater, Ballett, Oper und genauso Wirtschaft, Handel, Bankwesen und Wissenschaft folgten dem "Modell Italien", das sich zunächst in den reichen Stadtstaaten voll entfalten konnte und dann auf ganz Europa übergriff. Kaufleute und Bankiers waren es, die den Weg bereiteten, auf dem erst die Handwerker, später die Künstler folgten. Von der Frührenaissance bis zum Beginn des Rokoko blieb Italiens Strahlkraft ungebrochen, und selbst in Zeiten wirtschaftlichen Niedergangs gingen von hier immer wieder neue Impulse aus, wurden hier die Maßstäbe für kulturelles und geistiges Schaffen gesetzt. Bild oder Wort - man kann unmöglich entscheiden, was bei diesem Bildband neuen Typs wichtiger ist: Der Name Braudel bürgt für einen eleganten, aber wissenschaftlich fundierten Text, der allein schon eine außergewöhnliche Leistung darstellt; die opulente, einfallsreiche Bildauswahl, die den Text mal illustriert, mal kontrastiert, wird selbst Kunstkenner überraschen. Wort und Bild ergänzen sich in fruchtbarer Weise zu einer neuen Qualität, die einem Geschichtswerk oder einem Kunstbuch allein nicht zueigen wäre.

Portrait

Fernand Braudel (1902 - 1985) wird weltweit als einer der großen Historiker unseres Jahrhunderts angesehen. Seit er die Herausgeberschaft der epochemachenden Zeitschrift "Annales" übernahm (1946), galt er als führender Kopf der "Nouvelle Histoire". Er habilitierte sich 1946 mit seiner bahnbrechenden Studie über den Mittelmeerraum zur Zeit Philipps II. 1949 wurde er auf den Lehrstuhl für Zivilisationsgeschichte am Collège de France berufen, wo er 20 Jahre lehrte. Er war Präsident der 6. Sektion der Ecole des Hautes Etudes, zwanzigfacher Ehrendoktor, Mitglied von zwölf Akademien (darunter die Bayerische Akademie der Wissenschaften), Träger fünf hoher Orden. 1962 gründete er das "Maison des sciences de l'homme" in Paris. Am 30. Mai 1985 wurde er in die Académie Française aufgenommen. Im November 1985 verstarb Fernand Braudel im Alter von 83 Jahren.

Leseprobe

Vorwort

Von 1450 bis 1650, zwei besonders bewegte Jahrhunderte lang, sollte Italien weit über seine Grenzen hinaus im Glanz leuchtendster Farben erstrahlen. Sein Licht sollte sich über die ganze Welt ausbreiten, seine Kulturgüter sollten in alle Länder hinaus strömen. Eben diese Ausstrahlung ist Stempel eines außergewöhnlichen Geschicks, zugleich aber auch ein überreiches Zeugnis; sie erlaubt uns heute, das wahre Gewicht einer vielfältigen Geschichte zu ermessen, die sich in so vielen Facetten präsentiert, daß sie sich an Ort und Stelle, in Italien selbst, schlecht im Detail erfassen läßt. Italien - richtiger: die verschiedenen Italien - von ferne betrachten, heißt eine zwischen allzu vielen Berichten, zwischen allzu vielen Staaten und Stadtstaaten zersplitterte Geschichte in einem einzigen Bündel sammeln. Heißt freilich auch, eine ungewöhnliche Bilanz ziehen, die auf eine Art Wahrheitssuche hinausläuft, jedenfalls auf eine ganz bestimmte Sicht der italienischen Größe, die ihr besser gerecht wird.

Einerseits bin ich ein Zeuge, der in keiner Weise ins nationale Geschehen verwickelt ist und insofern wohl auch besser geeignet sein dürfte als andere, Italiens große Zeiten möglichst unvoreingenommen in den Blick zu bekommen; andererseits gedenke ich mich auf den folgenden Seiten keineswegs der unverhohlenen Sympathien zu begeben, die die französischen Historiker seit Michelet und noch länger allesamt Italien gegenüber empfunden haben. Trotzdem werde ich mich nach Kräften um Objektivität und Unparteilichkeit bemühen, Tugenden, die jeder Historiker anvisieren muß, ohne sich ihrer jemals ein für allemal sicher wähnen zu dürfen. Wenn ich mich nun daran mache, dieses äußerst lange Kapitel italienischer Geschichte meinerseits mit einer gewissen Distanz zu erzählen, werde ich jedenfalls bestrebt sein, jeweils nur einen Aspekt herauszugreifen. und mich nur mit dem mir wesentlich Erscheinenden zu befassen; meine Überzeugungen aber, denn das erwartet man zweife
lsohne von mir, will ich rückhaltlos mit allen Konsequenzen darlegen.

Freilich wird jede wesentliche Frage eine andere nach sich ziehen und diese wiederum eine andere, so daß ich nach und nach alle Fragen aufgreifen werde, die diese beiden Jahrhunderte italienischer Geschichte aufwerfen.

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