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Die Trauerfeier

Buch (gebunden)
Bei Bier und Korn - und zu Musik aus einer alten Wurlitzer - wird über die großen Themen diskutiert. Was haben wir aus unserem Leben gemacht? Und was hält uns eigentlich noch zusammen?Fünf alte Freunde sehen sich auf einer Beerdigung wieder. Ihr lang … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Die Trauerfeier
Autor/en: Frank Schliedermann

ISBN: 3941639110
EAN: 9783941639119
asphalt & anders Verlag

4. April 2016 - gebunden - 221 Seiten

Beschreibung

Bei Bier und Korn - und zu Musik aus einer alten Wurlitzer - wird über die großen Themen diskutiert. Was haben wir aus unserem Leben gemacht? Und was hält uns eigentlich noch zusammen?Fünf alte Freunde sehen sich auf einer Beerdigung wieder. Ihr langjähriger Freund Viktor hat sich das Leben genommen - mit achtunddreißig Jahren. Als die letzten Gäste der Trauerfeier sitzen sie bis tief in die Nacht zusammen, trinken auf ihren toten Freund und grübeln über dessen Beweggründe. Dabei kommen immer mehr Geheimnisse über den Verstorbenen ans Licht. Aber auch alte Rivalitäten unter den Anwesenden und über die Jahre aufgestaute Spannungen brechen wieder auf. Um den Gründen dieses scheinbar sinnlosen Selbstmordes auf die Spur zu kommen, sind alle fünf schließlich gezwungen, sich ihr ganz eigenes Bild zu machen - ein Bild über ihre Freundschaft, aber auch über ihr eigenes Leben.

Inhaltsverzeichnis

Die Personen

1: Bitte, Leute, nicht schon wieder!
2: Hast du geheult?
3: Dürfte ich dann bitten?
4: Lass mich das machen, Uwe!
5: Und das sagst du erst jetzt?
6: Wann begreifst du das endlich?
7: Jetzt leuchte uns doch mal!
8: Vergiss es, Uwe!
9: Versteht ihr plötzlich keinen Spaß mehr?
10: So etwas spürt man schließlich
11: Mir geht es nicht gut
12: Warum hast du nie etwas gesagt?
13: Hab ich das noch gar nicht erzählt?
14: Leb wohl, Arschloch!
15: Wie konnte ich nur so bescheuert sein?
16: Komm zur Sache, Uwe!
17: Was bildest du dir ein?
18: Super Idee, Christa!
19: Sie werden nie etwas davon erfahren
20: Oder haben wir doch?
21: Macht doch alle, was ihr wollt!
22: Da mache ich nicht mit
23: Schläfst du schon?
24: Aber dann kommst du zurück?

Portrait

Frank Schliedermann wurde 1973 in Eickelborn, Westfalen, geboren und arbeitete einige Jahre als Werbetexter für Autos, Deos, Motorsägen und Haarwuchsmittel, ehe er sich in der 86. Spielminute beim Fußball den Knöchel brach. Ein Abstaubertor - und ein literarischer Neuanfang. Seit 2014 wurden mehrere seiner Kurzgeschichten veröffentlicht sowie bei Wettbewerben prämiert. Er lebt in Hamburg, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Leseprobe

1 Bitte, Leute, nicht schon wieder! »Ich hasse Beerdigungen.« Ronno redet schon eine Weile auf die anderen ein. Seit der Sarg aus der Kapelle hinaus auf den Friedhof getragen und an Seilen hinab in die Erde gelassen wurde, redet Ronno unentwegt. Wie schrecklich das alles sei. Sich unter diesen Umständen wiederzusehen. Auf einer Beerdigung. Ausgerechnet hier. Die alten Freunde. Die armen Eltern. Was hat sich Viktor nur dabei gedacht? Sich einfach eine Kugel in den Kopf zu jagen, noch dazu aus dem Jagdgewehr seines Vaters? Eine verfluchte Sauerei sei das. »Das musste doch nicht sein.« Vorhin auf dem Friedhof ist er Viktors Eltern nicht von der Seite gewichen. Mit staatsmännischer Geste schüttelte Ronno den anwesenden Trauergästen die Hand, dankte dem Pfarrer für dessen aufrichtige Worte. Anschließend lud er ihn und einige andere Gäste zu Kaffee und Kuchen in die Alte Post ein. Im Namen der Familie. Jetzt wandert Ronnos Blick über die leeren Stühle im Speisesaal, über die mit benutztem Geschirr übersäten Tische. Seine Stuhllehne ächzt unter der Last seines massigen Körpers, als er sich hinüberbeugt, um eine der Kaffeekannen auf dem Nachbartisch zu erreichen. »Kaffee ist auch keiner mehr da.« »Ist ja gut, Ronno, wir wissen es langsam.« Uwe fährt mit seiner Zunge über das Papier einer selbst gedrehten Zigarette. »Niemand geht gern auf eine Beerdigung.« Er blickt in die Runde, als habe er ausgesprochen, was alle denken. Doch Isabel, Paul und Christa scheint Ronnos Gerede nicht weiter zu stören. Immer noch besser 8 als die unweigerlich einsetzende Stille, die sich wie ein unangenehmer Geruch ausbreitet, sobald Ronno einen seiner Monologe unterbricht. Um sich ein Stück Torte in den Mund zu stopfen oder um der jungen, ungeschickten Aushilfe hinterherzuschauen, der Tochter des Ortsvorstehers, die gerade den Speisesaal betritt, um die Tische abzuräumen. Mit ihren pechschwarz lackierten Fingernägeln, ihrem hübschen, etwas gelangweilten Gesicht, vor allem aber mit einer fingerbreiten Laufmasche, die sich ihren dürren Oberschenkel hinauf bis unter den Saum ihres Rockes zieht, hat sie am Nachmittag für einigen Gesprächsstoff gesorgt. Nur nicht bei Viktors ältesten Freunden. Paul starrt schon seit einer Weile teilnahmslos vor sich hin. Christa und Isabel gähnen beinahe gleichzeitig. »Wie kann man seinen Eltern so etwas antun?« »Woher sollen wir das wissen, Ronno? Merkst du nicht, dass du allen auf die Nerven gehst? Kein Wunder, dass Viktors Eltern vorhin die Flucht ergriffen haben.« »Was willst du damit sagen?« »Nichts. Nur dass sie plötzlich weg waren. Ziemlich plötzlich, wenn du mich fragst.« Viktors Mutter verließ die Trauerfeier noch vor dem Pfarrer. Ihr plötzlicher Aufbruch hat niemanden wirklich überrascht. Drei Nächte zuvor war sie von einem lauten Knall aus dem Schlaf gerissen worden. Auf dem Weg die Kellertreppe hinunter hatte sie noch um ihr eigenes Wohl gefürchtet. An alles, was danach passierte, den Anblick der Leiche, den aufklaffenden Schädel, Viktors nackte Füße und die düster in ihr aufsteigende Gewissheit, daran hatte sie nur noch bruchstückhafte Erinnerungen. Als sei in dieser Nacht auch ihr Kopf zerplatzt.
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