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All die unbewohnten Zimmer

Roman.
Buch (gebunden)
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»Die Vier« müssen im neuen Roman von Friedrich Ani aktiv werden: Polonius Fischer (der ehemalige Mönch), Tabor Süden (der zurückgekehrte Verschwundenensucher), Jakob Franck (der pensionierte Kommissar, immer noch Überbringer der schlimmsten Nachricht … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: All die unbewohnten Zimmer
Autor/en: Friedrich Ani

ISBN: 3518428500
EAN: 9783518428504
Roman.
Suhrkamp Verlag AG

17. Juni 2019 - gebunden - 494 Seiten

Beschreibung

»Die Vier« müssen im neuen Roman von Friedrich Ani aktiv werden: Polonius Fischer (der ehemalige Mönch), Tabor Süden (der zurückgekehrte Verschwundenensucher), Jakob Franck (der pensionierte Kommissar, immer noch Überbringer der schlimmsten Nachricht) und Fariza Nasri (Beamtin mit syrischen Wurzeln, erlöst von der Verbannung in die Provinz). Alle wenden ihre einzigartigen Methoden auf, um die Ermordung einer Frau und die Erschlagung eines Streifenpolizisten aufzuklären.
Die Todesfälle erregen größte Aufmerksamkeit, weil sie gesellschaftliche und politische Debatten (ausgehend vom rechten Rand) über die unfähige Polizei, Flüchtlingskinder, Ost- und Westdeutschland, »das System« anfachen.
Deshalb kämpfen »die Vier« mit möglichen Hinweisen auf die Täter, Zeugen, die nichts gesehen haben wollen, suchen nach Vermissten, die zur Aufklärung beitragen (sollten), sind konfrontiert mit falschen Geständnissen. Nachfolgeverbrechen können sie dabei zunächst nicht verhindern - bis die unterschiedlichen Fahndungsmethoden »der Vier« den Zufall in Notwendigkeit überführen.
In seinem neuen Roman schlägt Friedrich Ani einen Weg durchs Gestrüpp unserer politischen und individuellen Verfasstheit. Er eröffnet Aussichten, die dem Leser vom Rand des Abgrundes Einblick in das Unbeschreibliche eröffnen.
Nach All die unbewohnten Zimmer müssen wir die Literatur, die Kriminalliteratur, das Schreiben über Wahr und Falsch, das Böse und (das nie zu erreichende) Gute, Leben und Tod neu sehen lernen.

Portrait

Friedrich Ani, geboren 1959, lebt in München. Er schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher. Sein Werk wurde mehrfach übersetzt und vielfach prämiert, u. a. mit dem Deutschen Krimi Preis, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis. Seine Romane um den Vermisstenfahnder Tabor Süden machten ihn zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller. Friedrich Ani ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und des Internationalen PEN-Clubs. Sein Roman Der namenlose Tag (2015), ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi Preis und dem Stuttgarter Krimipreis, markierte Anis Wechsel zu Suhrkamp. Seit 2015 ist Friedrich Ani auch mit seinen Theaterstücken im Suhrkamp Theater Verlag vertreten.

Pressestimmen

"Ein fesselndes und zutiefst humanistisches Buch."
Iris Hetscher, Weser-Kurier 13.06.2019

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 01.07.2019

Vertrauen in den Geheimdienst?
Krimis in Kürze: Friedrich Ani, Nicholas Searle und Alex Lépic

Mal sehr hypothetisch angenommen, den Lesern dieser Kolumne müsste erklärt werden, wer Friedrich Ani ist, dann ließe sich mit dem Autorenfoto eines freundlich lächelnden Mannes von sechzig Jahren beginnen und mit der Frage, ob diese Heiterkeit womöglich die Grundierung der existentiellen Schwere und der lastenden Düsternis ist, die tief in der Atmosphäre seiner Romane stecken, sich sedimentiert haben in der Sprache, in Sätzen wie "Alles hatte sich verändert, hin zum Vergeblichen; alles verwandelt in ein oberirdisches Grab".

Schwer zu beantworten. Sicher dagegen ist, dass im neuen Roman "All die unbewohnten Zimmer" (Suhrkamp, 496 S., geb., 22,- [Euro]) die Kommissare zusammentreffen, die Anis Werk sein Profil gegeben haben. Tabor Süden und Jakob Franck, beide nicht mehr im Dienst, Polonius Fischer, der ehemalige Mönch, und Fariza Nasri. Solche Konstellationen sind oft ein Zeichen von Ermüdung und schwindenden Ideen. Nicht bei Ani. Ein Polizist ist angeschossen, ein anderer erschlagen worden. Jeder der vier kommt auf seine Art in den Fall, aus einer anderen Richtung, aus wechselnden erzählerischen Perspektiven. Langsam beginnen sich ihre Wege zu kreuzen, aber es bleibt dabei Zeit für andere Figuren, zwei syrische Flüchtlingskinder etwa oder einen abgetakelten Alleinunterhalter von der traurigen Gestalt.

Das München, in dem sich das zuträgt, ist weder glamourös, noch erscheint Italien hier nah. Es ist grau, ärmlich, und die Vororte kennen viele nur vom Streckenplan der S-Bahn; es gibt Pensionen wie die, in der Tabor Süden wohnt, unter lauter Verlorenen, einer von ihnen, der in Stadelheim gesessen hat, baut nun das Gefängnis aus Streichhölzern immer wieder akribisch nach und lädt die Mitbewohner zum Fanal ein. Solche Details und Milieus findet man nur bei Ani, in dessen Werk nicht der Plot, sondern die Um- und Seitenwege das Ziel sind.

Nach Jahren im öffentlichen Dienst, wozu auch Geheimdienste gehören, hat Nicholas Searle vor drei Jahren mit "Das alte Böse" debütiert. Ein kluges, ein schwarzes Buch. Das ist auch "Der Sprengsatz" (Kindler, 304 S., geb., 20,- [Euro]), dessen Originaltitel "A Fatal Game" die Sache besser trifft. Die Sache, das sind ein fatal gescheiterter und ein geplanter islamistischer Anschlag. Ein V-Mann hat sich bei der Simulation eines Attentats in die Luft gesprengt, sein Führungsagent hat ahnungslos zugesehen. Während dieser Jake Winter einem Ausschuss Rechenschaft ablegen muss, arbeitet er schon mit einem neuen V-Mann, der in die Planung eines großen Anschlags involviert ist.

Searle bewegt sich geschickt zwischen den Zeiten, Perspektiven und Schauplätzen. Aus der Welt der Attentäter in die höheren Etagen des Dienstes, durch ein Klima des chronischen Verdachts. Die Choreographie ist stimmig, und die Abfolge der gegenseitigen Erwartungen und Erwartungserwartungen führt dazu, dass man nie festen Grund unter den Füßen hat. Systemvertrauen und Halt durch Institutionen, von denen der Soziologe Niklas Luhmann diesen drohenden Regress ins Unendliche gebremst sah, können sich nicht einstellen, weil die Institution der Geheimdienst ist. Ein in seiner Bodenlosigkeit starkes Buch.

Es ist ja bekannt, dass der Kampa Verlag vor allem gegründet wurde, um ein neues Haus für die erworbenen Rechte am Gesamtwerk des großen Georges Simenon zu errichten. Nun gibt es aber auch Bücher, die gerade dort besser nicht erschienen wären, weil sie umso peinlicher wirken. Nicht schlechter als der deutsche Krimidurchschnitt, nicht ärmer in ihrer Sprache, ihren Ideen, nicht schlichter in ihrer Konstruktion. Aber eben hier, wo auch die Maigret-Romane erscheinen, besonders deplaziert.

In Alex Lépics Roman "Lacroix und die Toten vom Pont Neuf" (Kampa, 272 S., geb., 16,90 [Euro]), bei dem es sich nicht um eine Übersetzung handelt, heißt es gleich auf der ersten Seite ",Oui, Lacroix?' - ,Bonjour, Commissaire.'" So französelt es sich weiter durch den Plot, dann gibt es auch mal - es geht um Morde an Obdachlosen - Uringeruch, "der in der Luft hing wie eine ganz eigene Sehenswürdigkeit", und die Kollegen ziehen Lacroix damit auf, dass er Maigret ähnele. Grund genug haben sie, denn hier misst sich einer völlig ironielos an der alten Figur, ohne auch nur ansatzweise über die literarischen Möglichkeiten zu verfügen. Das ist so, als habe ein Kreisklassespieler ein Ronaldo-Trikot übergezogen und erwarte nun von sich eine entsprechende Leistung auf dem Rasen.

Es soll weitergehen mit Lacroix, diesem piefigen Modernisierungsverweigerer, ist zu lesen. Besser wäre es, man schickte ihn gleich in Pension. Oder schulte ihn um zum mürrischen Kulturkritiker, der das Verschwinden der Telefonzellen und den Niedergang der Esskultur beklagt.

PETER KÖRTE

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
Das Vier-Gespann
von Miss Marple - 15.09.2019
Ein interessanter literarischer Schachzug ist Ani mit seinem neuen Kriminalroman gelungen. Hier holt er sie alle wieder auf die Bühne: Polonius Fischer, der als ehemaliger Mönch im Polizeidienst ist, Jakob Franck, Tabor Süden und Fariza Nasri. Sie alle bringen ihre Erfahrungen und unterschiedlichen Ermittlungsstile ein, um den Mord an einer Frau und einem erschlagenen Polizisten aufzuklären. Schnell stoßen sie aber an ihre Grenzen und als weitere Verbrechen passieren, drängt die Zeit für eine richtige Spur. Für Ani-Fans ist das Buch eine spannende Wiederbegegnung mit alten Bekannten. Wer bisher noch kein Buch des Autors kennt, möchte vielleicht nun die unterschiedlichen Reihen lesen, denn jeder Ermittler ist etwas Besonderes und die Bücher sehr empfehlenswert. Ani präsentiert keine Mainstream-Krimis, sondern lässt den Leser immer tief in die gesellschaftliche Gegenwart schauen.
Blick durch verschiedene Augen
von Leseratte - 13.09.2019
Wieder einer der nur schwer zu rezensierenden Krimis von Friedrich Ani. Denn im Grunde sind sie alles andere als normale Krimis. In diesem besonderen Fall treffen gleich 4 von Anis Ermittlern zusammen und ermitteln, wenn auch nicht gemeinsam, so doch nebeneinander an zwei Mordfällen. Fariza Nasri, ihr Chef Polonius Fischer, Tabor Süden, der ehemalige Kommissar und Spezialist in Sachen Vermisstensuche sowie Jakob Franck, der pensionierte Kommissar, der nach wie vor nebenbei für die Polizei tätig ist, wenn es darum geht, Hinterbliebenen Todesnachrichten zu überbringen. So treffen sich 4 total unterschiedliche Charaktere in diesem Buch und verfahren nach ihren eigenen Stärken und ergänzen sich entsprechend bei den Ermittlungen. Offen zusammen arbeiten lediglich Fischer und seine Mitarbeiterin Nasri, die als einzige in diesem Buch aus der ersten Person erzählt. Die Story setzt sich wie ein Mosaik aus zig einzelnen, kleinen Steinchen zusammen, deren Verbindung man erst sehr spät erahnt. Obwohl auch dieser Krimi wieder extrem langsam vonstatten geht, schafft Ani es, mich von der ersten Seite an zu fesseln und mitzunehmen. Es ist definitiv kein Buch für Action-Liebhaber und Thriller-Fans. Ani schaut wie mit einer Lupe aufs Detail, nimmt den Leser mit und fordert ihm einiges ab, denn man muss schon gehörig aufpassen, was in den zahlreichen unterschiedlichen Strängen alles so passiert. Nebenbei werden verschiedene gesellschaftliche Themen angeschnitten - Flüchtlinge, Neonazis, Vater-Sohn-Konflikte, Sexismus am Arbeitsplatz, Obdachlosigkeit etc. Mir liegt die Schreibweise Anis ungemein! Ich freue mich auf jedes neue Buch von ihm und genieße es, in seinen langsam fließenden Erzählstrom abzutauchen.
Fischer, Franck und Süden
von Pedi - 27.08.2019
Er gilt als der Philosoph unter den deutschen Krimiautoren. Sicher ist er einer der anerkanntesten, was sich im siebenfachen Gewinn des deutschen Krimipreises zeigt. Und er ist der Lyriker in seinem Genre - sechs Gedichtbände sind von Friedrich Ani bisher erschienen. Zuletzt 2017 Im Zimmer meines Vaters . Leichte Kost sind die Romane von Ani nicht. Genauso wenig blutige Thriller oder gängige Spannungsliteratur. Ani geht es um die Abgründe in seinen Figuren, allesamt Einzelgänger, die eine existentielle Einsamkeit umweht. Menschen, die vom Leben überfordert sind, ob sie nun Opfer oder Täter sind. Oder gar Ermittler. In seinem neuen Roman All die unbewohnten Zimmer treffen vier der bekannten Figuren aus dem Kosmos des Vielschreibers Ani aufeinander: der ehemalige Benediktinermönch Polonius Fischer, der pensionierte Jakob Franck, der Detektiv Tabor Süden und die Halbsyrierin Fariza Nasri. Und da Ani immer auch die Gesellschaft im Blick hat, geht es auch um Rechtsradikalismus, sexuelle Nötigung, Flucht und schwierige Vater-Sohn-Beziehungen. Düster, melancholisch und sehr, sehr gut!
von Nele33 - 19.08.2019
All die unbewohnten Zimmer von Friedrich Ani war nicht mein erstes Buch des Autors und ich freute mich auf höhere literarische Kost und wurde in keinster Weise enttäuscht. In seinem neuen Krimi schickt Ani gleich vier Ermittler ins Rennen die den Mord an einem Polizisten aufklären sollen. Geschickt verwebt Ani die Schiksale der unterschiedlichen Menschen miteinander, welche mal mehr oder weniger schuldig bzw.unschuldig sind. Durch die Fülle der Beteiligten verlangt das Buch dem Leser ein höheres Mass an Konzentration beim Lesen ab, was ich persönlich als angenehm empfinde. Wie in allen Friedrich Ani Büchern fehlt auch in diesem der Bezug zu aktuellen Ereignissen nicht. Der Aufbau des Buches, unterteilt in die vier Ermittler fand ich genial, vor allem wie die Geschehnisse am Ende solide und logisch zusammengeführt werden. Alles in allem ein schriftstellerisch anspruchsvoller Krimi, der mir einfach nur Spass gemacht hat. Eine klare Leseempfehlung für Liebhaber anspruchsvoller Sparache und Literatur.
Innovativ
von AKRD - 11.08.2019
Innovativ Ich wusste anfangs nicht recht, ob ich mich an diesen Roman herantrauen soll - denn Friedrich Ani¿s Romane rangieren ja nun im Genre "Literatur" und das ist mir oft einfach auch zu schwierig zu lesen. Ich habe nicht soviel Zeit und möchte dann eher Spannendes oder Kurzweiliges lesen, doch hier war die Ausnahme eine sehr gute Idee, denn dieser Roman liest sich flüssig und gar nicht anstrengend oder schwierig. "Eine Frau wird ermordet, ein Streifenpolizist erschlagen. In einem Netz von falschen Geständnissen und zwischen Zeugen, die nichts gesehen haben wollen, suchen »die Vier« nach der Wahrheit: Der ehemalige Mönch Polonius Fischer, der pensionierte Kommissar Jakob Franck, Polizeibeamtin Fariza Nasri und Tabor Süden, der Experte für Vermisstenfälle, übernehmen die Fahndung. Trotz vereinter Kräfte stoßen sie an ihre Grenzen. Aber die Zeit drängt - es kommt zu Nachfolgeverbrechen, und die Todesfälle erregen große mediale Aufmerksamkeit. Sie entfachen hitzige Diskussionen über Ost- und Westdeutschland, Migrationspolitik und »das System« ¿ " Der Autor schreibt sehr authentisch und bedient sich sehr aktueller Themen, die alle angehen und mit denen sich meiner Meinung nach auch alle auseinandersetzen sollen deswegen. Das Besondere an diesem Buch fand ich die Komplexizität des Falles und die vier Ermittler, die erstmals gemeinsam ermitteln und dabei bedient sich jeder seinen ureigenen Ermittlungsmethoden, was die Geschichte perfekt "abrundet" und noch interessanter macht.
Anspruchsvoll und aktuell
von Anonym - 02.08.2019
"All die unbewohnten Zimmer" ist ein anspruchsvoller Kriminalroman ist, der sich nicht einfach nebenbei lesen lässt und der die volle Aufmerksamkeit des Lesers verlangt. Mit einer gelungenen Prise Humor geschrieben ist das Buch ein Kriminalroman, der sich von der Masse hervorhebt. Die hochaktuellen Themen, die im Buch analysiert werden, regen zum Nachdenken an und der Autor überzeugt durch seine Schreibkraft und Authentizität. Vier unterschiedliche Ermittler, ein Gepflecht aus Fällen, jeder der auf seine Weise nach der Wahrheit sucht. Das Buch ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt und jeder Abschnitt widmet sich einem Ermittler. Im letzten Abschnitt treffen alle Ermittler mit ihren Ergebnissen zusammen und es gibt eine solide Schlussfolgerung. Alles in allem ein sehr anspruchsvoller Roman, in dem Krimi und Gesellschaftsroman miteinander verbunden sind.
Nicht das richtige Buch für mich
von Curin - 23.07.2019
Nach zwei Morden, die gesellschaftlich gravierende Auswirkungen haben, ermittelt das legendäre Komissariat ,,Die zwölf Apostel . Doch die Untersuchungen gestalten sich schwieriger als gedacht und stellen das ganze Team auf eine harte Probe... . Für mich war dies das erste Buch des Autors Friedrich Ani und leider hatte ich große Probleme in die Handlung hineinzukommen, da ich die Vorgänger nicht kannte. Die ganze Zeit über hatte ich den Eindruck, dass mir zu den Figuren einfach das Vorwissen fehlt. So konnte ich einfach nicht gut in das Geschehen einsteigen. Polunius Fischer, der wohl in dem Kommissariat einen sehr guten Ruf hat, konnte ich überhaupt nicht einschätzen und fand ihn eher komisch und auch Fariza Nasri war mir nicht ganz geheuer. Bestimmt empfinden Leser, die schon andere Bücher von Herrn Ani gelesen haben, das ganz anders. Geschrieben ist das Werk eigentlich ganz gut, aber für mich war es größtenteils langatmig und bin einfach nicht richtig in die Geschichte hineingekommen. Ingesamt ist ,,All die unbewohnten Zimmer sicherlich für Ani-Fans ein toller Roman, aber mich konnte er damit nicht packen. Daher empfehle ich das Buch hier nicht weiter.
Tiefgründiger und sprachlich hochwertiger als andere Krimis
von trucks - 20.07.2019
Tiefgründiger und sprachlich hochwertiger als andere Krimis Friedrich Ani ist ja wirklich schon "eine Hausnummer", flapsig gesprochen. Seine Romane sind ja in der Sparte "Literatur" zu finden und auch seine Krimis finde ich sprachlich wirklich hochwertig und tiefgründiger als manch andere. Sehr schön ! Und das ist auch bei "All die unbewohnten Zimmer" nicht anders. Der Klappentext "Eine Frau wird ermordet, ein Streifenpolizist erschlagen. In einem Netz von falschen Geständnissen und zwischen Zeugen, die nichts gesehen haben wollen, suchen »die Vier« nach der Wahrheit: Der ehemalige Mönch Polonius Fischer, der pensionierte Kommissar Jakob Franck, Polizeibeamtin Fariza Nasri und Tabor Süden, der Experte für Vermisstenfälle, übernehmen die Fahndung. Trotz vereinter Kräfte stoßen sie an ihre Grenzen. Aber die Zeit drängt - es kommt zu Nachfolgeverbrechen, und die Todesfälle erregen große mediale Aufmerksamkeit. Sie entfachen hitzige Diskussionen über Ost- und Westdeutschland, Migrationspolitik und »das System« " verheißt ein Potporrie verschiedenster Emotionen, Figuren und Themen und hier gilt: "You get what you expected". Das finde ich sehr gut, schnörkellos, ehrlich, authentisch und auf den Punkt. Manch einer wird vielleicht "meckern", vier Ermittler seien nun wirklich zuviel des Guten, doch ich finde, sie ergänzen sich ganz hervorragend und alle gemeinsam runden die Geschichte bzw. das Geschehen auf eine sehr gelungene Art und Weise ab. Den einen oder anderen kennen wir bereits und ihr Zusammenspiel hat mir sehr gut gefallen. Das ist mal was Anderes, ein innovativer Ansatz. Natürlich ist auch hier wieder ein aktuelles Thema aufgegriffen worden, aber fast ohne "erhobenen Zeigefinger" und wirklich spannend verpackt.
Wiedersehen mit alten Bekannten
von Philo - 14.07.2019
Ein neuer Roman von Friedich Ani läßt mich immer aufhorchen. Seit vielen Jahren lese ich seine Bücher, die immer etwas Besonderes sind in der großen Zahl der Kriminalromane. Nun gibt Friedrich Ani seinen Protagonisten aus vorangegangenen Büchern gemeinsam noch einmal eine Plattform. So ermitteln Polonius Fischer, Tabor Süden, Jakob Franck und Fariza Nasri mit ihren jeweils eigenen Ermittlungsmethoden, ohne sich dabei zunächst anzunähern, obwohl sie im weitesten Sinne an den gleichen Fällen arbeiten. Das Buch ließ sich für mich nicht leicht lesen. Immer wieder kehrt der Autor auf Begebenheiten aus früheren Büchern zurück, die mich im Lesen innehalten ließen, indem ich mir die alten Fälle noch eimal ins Gedächtnis rief. Was hat den Autor bewogen, seine Protagonisten in diesem Buch gemeinsam agieren zu lassen? Wie liest sich das Buch für Leser, die zuvor den Personenkreis noch nicht kennengelernt haben? Dieses Buch ist aber nicht nur ein Kriminalroman, in dem zwei Morde und der Anschlag auf einen Polizisten aufzuklären sind. Im Laufe ihrer Ermittlungen stoßen die Emittler auf zwei syrische Brüder, die aus Syrien geflüchtet sind, und die versuchen, in Deutschland heimisch zu werden. Friedrich Ani erzählt aus dem Leben der beiden Brüder von ihrem Leben in Syrien und von ihrer Flucht. Dieser Teil des Buches, sehr feinfühlig erzählt, hat mich am meisten bewegt und betroffen gemacht. Der Autor gibt seinen Protagonisten zum Schluß doch noch Gelegenheit sich zu begegnen. Alle Fäden laufen zusammen und ergeben ein stimmiges Bild. Aber für mich bleiben noch etliche Fragen offen. Hat der Autor etwa eine Fortsetzung geplant? Dieses Buch ist nicht einfach zu lesen, aber es ist ein Buch, das sich lohnt gelesen zu werden.
Ein Buch wie ein Puzzle
von Diamondgirl - 12.07.2019
In dem vorliegenden Buch von Friedrich Ani kann man, wenn man bereits Bücher von ihm gelesen hat, alte Bekannte treffen. Es sind Jakob Franck, der seinen Kollegen die meist unangenehme Aufgabe abnimmt die Angehörigen über den Tod des Opfers zu informieren, Tabor Süden, der gar kein Polizist mehr ist, sondern für eine Detektei nach vermissten Personen sucht, Polonius Fischer ein ehemaliger Mönch der jetzt Chef des K111 (bekannt als die 12 Apostel) ist und Fariza Nasri die nach einer langjährigen Pause wieder in den Dienst zurückkehrt. Diese vier Ermittler arbeiten zusammen und doch jeder mit den eigenen Methoden an zwei Morden, die anfänglich nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Ein Polizist wird erschlagen als er zwei Kinder verfolgt, die Obst gestohlen haben und eine Frau wird auf offener Straße scheinbar ohne Motiv erschossen. Am Anfang gibt es offensichtliche Ermittlungsansätze und Ergebnisse, aber mit jedem Kapitel kommen neue Aspekte dazu die die Situation in neuem Licht erscheinen lassen. So als hätte man in einem Puzzle ein Teil, was so aussieht als ob es passt, aber wenn man dann versucht die Lücke zu schließen, merkt man, dass da doch ein anderes hingehört. Am Ende des Buches hat man ein stimmiges Bild über die Abläufe der Morde, die Umstände die dazu geführt haben und ein recht überraschendes Finale. Ganz nebenbei hat man auch noch ein gesellschaftspolitisch hochaktuelles Buch gelesen, da hier u. a. Bereiche wie Migrationspolitik, Vorurteile, Rassismus, Fluch und Segen der sozialen Netzwerke, Differenzen zwischen Ost- und Westdeutschland etc. geschickt mit eingeflochten werden. Der Autor schafft es mit seinem ruhigen, intensiven Erzählstil den Lesenden in seinen Bann zu ziehen und hat mich wieder einmal total gefesselt. Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch, das wesentlich mehr ist als nur ein Krimi.
Feinsinnige Gesellschaftskritik
von dj79 - 11.07.2019
Die Basis für den neuen Roman von Friedrich Ani bilden zwei Kriminalfälle. Ein recht schnell gelöster Fall beschäftigt sich mit einer Frau, die erschossen wurde und einem angeschossenen, nun schwer verletzten Polizisten. Ein zweiter, zunächst völlig unklarer Fall zu einem erschlagenen Polizisten lässt die Ermittler des K112 lange im Trüben fischen. Erst mit der Übergabe der Ermittlungen an das K111 lichtet sich langsam der Nebel. Obwohl der leicht gelöste Fall bald keine vordergründige Rolle mehr spielt, so ist er doch Stressor für den zweiten komplizierteren Fall, da es in beiden polizeiliche Opfer zu beklagen gibt. Insbesondere im komplexeren Fall ermitteln die vier, recht speziellen, mir allerdings noch unbekannten, Ani-Charaktere Polonius Fischer, ehemals Mönch jetzt Leiter des K111, Jakob Franck, ehemaliger Leiter des K112, der trotz Pensionierung immer noch den Angehörigen der Opfer die schlimmste Nachricht überbringt, Fariza Nasri, Ermittlerin mit syrischen Wurzeln und einem schweren Rucksack zur Vergangenheitsbewältigung, und schließlich Tabor Süden, ehemaliger Polizist, der jetzt als Privatdetektiv vermisste Personen ausfindig macht. Sie nähern sich dem Fall aus unterschiedlicher Motivation heraus. Ohne das Bewusstsein, an derselben Sache dran zu sein, kreuzen sich bald ihre Wege. Abwechselnd werden dafür den Ermittlern Kapitel gewidmet, die die Ereignisse aus ihren jeweiligen Perspektiven darstellen. Dabei sind Farizas Kapitel in der ersten Person gehalten, die anderen werden in der dritten Person erzählt. Das Umfeld der Vier tut sich für den Ani-Neuling recht umfangreich auf, zugegebenermaßen hat es ein Weilchen gedauert, bis ich alle richtig zusammenhalten konnte. Durch die verschiedenen Blickwinkel verliert der Kriminalroman an Rasanz, wird regelrecht ausgebremst und wirkt dadurch auch weniger spannend. Trotzdem ist die Lektüre lohnenswert. Der Detailreichtum in der Beschreibung der Beziehungsgeflechte der Polizisten untereinander sowie zwischen Polizei und diverser Bevölkerungsgruppen ist bemerkenswert. Die intensiven Gespräche mit potenziellen Zeugen fand ich sehr ansprechend. So zeichnet Ani scheinbar nebenbei einen aktuellen Querschnitt durch unsere Gesellschaft. Er berichtet beispielsweise von fehlendem Vertrauen in die Polizeiarbeit, von rechtem Gedankengut in allen sozialen Schichten und von der Hoffnungslosigkeit gescheiterter Existenzen. Für mich stellt er zudem die positive Integration einer syrischen Familie der gescheiterten nachhaltigen Integration eines Ostdeutschen in der Bundesrepublik gegenüber ohne dies zu verallgemeinern. Fazit: Aus meiner Sicht ist dieser Kriminalroman mehr feinsinnige Gesellschaftskritik als spannende Verfolgungsjagd. Je nach Empfänglichkeit des Lesers können unterschiedliche Kritikpunkte mehr oder weniger deutlich wahrgenommen werden. Wenn man allerdings - wie ich - sehr stark seine Gedanken zum Roman fließen lässt, hat man am Ende etwas Mühe den Blick auf den roten Faden nicht zu verlieren. Für mich trotzdem ein Vergnügen.
Außergewöhnlicher und sehr lesenswerter Krimi
von bookloving - 07.07.2019
In seinem neuen Kriminalroman "All die unbewohnten Zimmer " lässt der deutsche Erfolgsautor Friedrich Ani gleich vier seiner aus verschiedenen Bestsellern bekannten Ermittler bei Aufklärung von höchst verwickelten Verbrechen mitwirken. Seine berühmten "Vier" - der ehemalige Mönch Polonius Fischer, der pensionierte Kommissar Jakob Franck, die junge Polizeibeamtin Fariza Nasri und der Experte für Vermisstenfälle Tabor Süden - ermitteln jeder auf seine ganz einzigartige Weise und versuchen den Hintergründen für die Fälle auf die Spur zu kommen. Was bei manchem Autoren äußerst konstruiert und wenig glaubwürdig wirken würde, ist dem versierten Autoren Ani sehr überzeugend und spannend gelungen. Seine anspruchsvolle und genial verschachtelte Erzählweise fordert dem Leser aber auch einiges an Aufmerksamkeit und Mitdenken ab. Eine ermordete Frau, ein angeschossener Polizist und dazu noch ein im Umfeld einer Demonstration erschlagener Streifenpolizist erregen rasch große mediale Aufmerksamkeit und geben viele Rätsel auf. Doch trotz ihres großen individuellen Einsatzes stoßen die Ermittler bei der Auflösung rasch an ihre Grenzen und geraten unter gehörigen Druck. Im geschickt verwobenen Netz von Falschaussagen, verschollenen oder nicht aussagewilligen Zeugen und tragischen Nachfolgeverbrechen wird es auch für uns Leser immer schwieriger den Durchblick zu behalten. Sehr fesselnd ist es, aus den verschiedenen, sich abwechselnden Perspektiven mit zu verfolgen, wie die unterschiedlichen Charaktere zumeist völlig unabhängig voneinander agieren, sich zufällig über den Weg laufen, immer neue, kleine Puzzleteilchen zusammentragen und so schließlich jeder seinen Anteil zur Aufklärung beitragen kann. In den am Rande mit den Tätern, Opfern und Zeugen geführten Diskussionen thematisiert Ani geschickt die gegenwärtigen politischen Verhältnisse und führt uns die verschiedenen Stimmungen in unserer Gesellschaft zu Migrationspolitik oder Mentalität zwischen Ost- und Westdeutschland vor Augen. Schrittweise führt uns die fesselnde Krimihandlung an den Rand eines beklemmenden, düsteren Abgrunds und gewährt uns teilweise höchst befremdliche Einblicke in die unterschiedlichsten Befindlichkeiten der Menschen in unserer Gesellschaft. Hierdurch gewinnt der Roman zusehends an inhaltlicher Aussagekraft und Tiefe, die äußerst nachdenklich stimmt. Anis außergewöhnlicher, pointierter Schreibstil konnte mich wieder sehr überzeugen. Er versteht es hervorragend, Stimmungen und Bilder mit viel Feingefühl und sehr anschaulich zu beschreiben. Hervorragend fängt Ani auch das unverwechselbare Flair der bayerischen Landeshauptstadt mit sehr detaillierten Beschreibungen der Münchener Straßen und Plätze ein. Sehr vielschichtig und beeindruckend zeichnet Ani seine bemerkenswerten Protagonisten und vielen Nebenakteure - es ist ein faszinierendes, glaubhaft beschriebenes und bewegendes Kaleidoskop aus verschrobenen Einzelgängern, Extremisten, Gescheiterten, (Über-)Lebenskünstlern und den vielen traurigen Verlierern in dieser Gesellschaft, die ihre bitteren Enttäuschungen und Schicksalsschläge nicht mehr überwinden können. FAZIT Ein fesselnder, sehr bemerkenswerter Kriminalroman mit einem tiefgründigen, hochkomplexen Fall, der noch lange nachklingt!
Ganz gut mit ein paar Schwächen
von Brina88 - 04.07.2019
Klappentext: »Die Vier« müssen im neuen Roman von Friedrich Ani aktiv werden: Polonius Fischer (der ehemalige Mönch), Tabor Süden (der zurückgekehrte Verschwundenensucher), Jakob Franck (der pensionierte Kommissar, immer noch Überbringer der schlimmsten Nachricht) und Fariza Nasri (Beamtin mit syrischen Wurzeln, erlöst von der Verbannung in die Provinz). Alle wenden ihre einzigartigen Methoden auf, um die Ermordung einer Frau und die Erschlagung eines Streifenpolizisten aufzuklären. Die Todesfälle erregen größte Aufmerksamkeit, weil sie gesellschaftliche und politische Debatten (ausgehend vom rechten Rand) über die unfähige Polizei, Flüchtlingskinder, Ost- und Westdeutschland, »das System« anfachen. Deshalb kämpfen »die Vier« mit möglichen Hinweisen auf die Täter, Zeugen, die nichts gesehen haben wollen, suchen nach Vermissten, die zur Aufklärung beitragen (sollten), sind konfrontiert mit falschen Geständnissen. Nachfolgeverbrechen können sie dabei zunächst nicht verhindern - bis die unterschiedlichen Fahndungsmethoden »der Vier« den Zufall in Notwendigkeit überführen. Meine Meinung: Leider muss ich sagen, dass mir der Roman nicht ganz so gut gefallen hat. Die Grundgeschichte an sich fand ich gut erzählt, aber leider manchmal etwas verwirrend geschrieben. Der Schreibstil hat mir am Anfang ganz gut gefallen, aber je weiter ich gelesen habe, desto weniger war dies der Fall. Das Buch hat sich aber sehr flüssig lesen lassen. Das Cover sieht ganz gut aus und ich finde, dass es passend gewählt ist. Ein gutes Buch mit ein paar Schwächen.
von una - 04.07.2019
Ein reichhaltiges Buch in der gegenwärtige Menschen und ihre (meist) tragischen Rand-Geschichten absolut im Mittelpunkt stehen. Polizisten, Kommissare, abgehalfterte Musiker, Flüchtlinge, Ex-Eheleute, Obdachlose, Politiker, viele haben einen Platz in Anis neuem Buch. Für mich war es das erste von Friedrich Ani. Während des Lesens kam mir mehrmals der Gedanke, ob es nicht `All die bewohnten Zimmer` heissen sollte und die Zuordnung zum Genre Krimi nur eine Ausrede ist. Wenn man z.B plötzlich ca. 30 Seiten in ein Kinder - Flüchtlings - Drama gesogen wird, ohne anfangs erkennbaren Zusammenhang und dann schon mal zurückblättern muss, um sich in der Geschichte zurecht zu finden. Immer wieder wechseln die Szenen und mit ihnen der Fokus auf unterschiedliche Hauptfiguren und Charaktere. Zusammengehörende Szenen werden an unterschiedlicher Stelle wieder aufgenommen und auch der chronologische Aspekt ist der eigenwilligen Verzahnung der Kapitel unterworfen. Das entschleunigt auf interessante Art den Lesefluss und fügt sich im Verlauf tragisch-harmonisch zu einer vielschichtigen und lesenswerten Geschichte zusammen; Krimi und Referenz zum Titel inklusive. Vielleicht ist insgesamt der tragisch-psychisch-depressiv-urban ständig mit Schatten ringende Aspekt bei fast allen Figuren und den meisten Szenen ein wenig überspannt, aber vielleicht auch nicht.
Ein toller Erzähler
von smberge - 04.07.2019
Inhalt: In diese Roman geht es gleich um 2 Kriminalfälle, einem Anschlag auf einen Polizisten und eine erschossene Passantin, die anscheinend ein Zufallsopfer wurde und einen ermordeten Polizisten. Gelöst werden diese Fälle von einem sehr ungewöhnlichen Ermittlerteam. Die zentrale Rolle spielt hier Fariza Nasir, eine syrischstämmige Kommissarin, die schon in der Vergangenheit durch ihre unkonventionellen Ermittlungsmethode Probleme bekommen hat. Aber ich ihr Chef, der ehemalige Mönch Polonius Fischer und der Ex-Polizist und Privatermittler Tabor Süden sind sehr erfrischende Charaktere. Abgerundet wird das Team durch Jakob Frank, der schon nicht mehr im aktiven Polizeidienst ist, aber trotz seines Ruhestandes immer wieder in die Ermittlungen eingreift. Meine Meinung: Dieser Roman ist nicht ganz einfach zu lesen. Es handelt sich um keinen Kriminalroman, was man bei der Beschreibung des Buches vermuten könnte, sondern eher um einen Roman mit Einfluß aus dem Bereich des Krimis. Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, waren doch die vier Ermittler alle interessante Personen, die ein besonderes Team bilden. Die Handlung ist sehr spannend, aber man muß beim Lesen schon genau aufpassen, um die Fäden der verschiedenen Handlungsebenen nicht zu verlieren. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, aber der Aufbau der Handlung doch etwas komplexer als bei einem reinen Krimi. So spielen auch die Menschen eine größere Rolle. Besonders die beiden Flüchtlingsjungs mit ihrem Vater lernen wir besser kennen, geraten sie doch in den Verdacht, an dem Polizistenmord beteiligt zu sein. So bekommen wir einen tiefen Einblick in ihre Gefühle in der fremden Stadt, ihre Zerrissenheit in ihrem neuen Leben in Deutschland und in ihre Ängste. Aber auch das Leben von Menschen in prekären Verhältnissen und die teilweise Überforderung der Polizei spielen in diesem Buch eine wichtige Rolle. Mir fehlte bei diesem Buch die runde Geschichte, das Buch wirkt etwas zerrissen. Mehrere Handlungsstränge laufen nebeneinander her, ohne zu einem gemeinsamen Finale zusammen zu laufen. Ich hatte das Gefühl, hier werden verschiedene Geschichten aneinander gereiht, ohne dass dem Autor so ganz klar war, was er eigentlich erzählen wollt. Das Buch spiegelt das große Erzähltalent des Autoren wieder, jedoch fehlt mir die runde, abgeschlossenen Geschichte, die dieses Buch zu einem richtigen Lesegenuss machen würde.
Ermittler mit Ecken und Kanten
von Anonym - 28.06.2019
In der Abteilung K111 der Münchener Kriminalpolizei gibt es gleich zwei Todesfälle aufzuklären. Auf offener Straße wurde eine Frau erschossen und ein zufällig anwesender Polizist verletzt. An einer anderen Stelle wurde ein junger Polizist von einem Pflasterstein erschlagen. In die Gruppe um den ehemaligen Mönch Polonius Fischer, genannt die 12 Apostel, wurde die erfahrene Ermittlerin Fariza Nasri versetzt, nachdem sie ihre Strafe, sie hat ihren ehemaligen Chef des Missbrauches bezichtigt, abgesessen hat. Fariza ist bekannt für sehr unkonventionelle Ermittlungsmethoden, sie geht keiner Gefahr aus dem Weg. Da diese Fälle die Kapazitäten der Behörde sprengen nehmen sie dankbar die Hilfe ehemaliger Kollegen an. So ist Tabor Süden, der inzwischen als Privatermittler vermisste Personen aufspürt und Jakob Franck, der als Pensionär im Auftrag der Polizei Todesnachrichten an die Verwandten überbringt, mit im Einsatz. Im Vordergrund steht nicht die Aufklärung der Fälle sondern vielmehr, was Menschen dazu treibt. Was haben sie durchgemacht, mit wem sind sie in Kontakt gekommen, welche Lebensläufe lassen nur dieses Ende zu. Ebenso sind die Ermittler ganz besondere Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten und unerfüllte Wünsche und Sehnsüchte. Schriftstellerisch herausragend.
Ermittler mit Ecken und Kanten
von Anonym - 28.06.2019
In der Abteilung K111 der Münchener Kriminalpolizei gibt es gleich zwei Todesfälle aufzuklären. Auf offener Straße wurde eine Frau erschossen und ein zufällig anwesender Polizist verletzt. An einer anderen Stelle wurde ein junger Polizist von einem Pflasterstein erschlagen. In die Gruppe um den ehemaligen Mönch Polonius Fischer, genannt die 12 Apostel, wurde die erfahrene Ermittlerin Fariza Nasri versetzt, nachdem sie ihre Strafe, sie hat ihren ehemaligen Chef des Missbrauches bezichtigt, abgesessen hat. Fariza ist bekannt für sehr unkonventionelle Ermittlungsmethoden, sie geht keiner Gefahr aus dem Weg. Da diese Fälle die Kapazitäten der Behörde sprengen nehmen sie dankbar die Hilfe ehemaliger Kollegen an. So ist Tabor Süden, der inzwischen als Privatermittler vermisste Personen aufspürt und Jakob Franck, der als Pensionär im Auftrag der Polizei Todesnachrichten an die Verwandten überbringt, mit im Einsatz. Im Vordergrund steht nicht die Aufklärung der Fälle sondern vielmehr, was Menschen dazu treibt. Was haben sie durchgemacht, mit wem sind sie in Kontakt gekommen, welche Lebensläufe lassen nur dieses Ende zu. Ebenso sind die Ermittler ganz besondere Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten und unerfüllte Wünsche und Sehnsüchte. Schriftstellerisch herausragend.
All die verschiedenen Wahrheiten
von Lilofee - 27.06.2019
Text: Eine Frau wird ermordet, ein Streifenpolizist erschlagen. In einem Netz von falschen Geständnissen und zwischen Zeugen, die nichts gesehen haben wollen, suchen »die Vier« nach der Wahrheit: Der ehemalige Mönch Polonius Fischer, der pensionierte Kommissar Jakob Franck, Polizeibeamtin Fariza Nasri und Tabor Süden, der Experte für Vermisstenfälle übernehmen die Fahndung. Trotz vereinter Kräfte stoßen sie an ihre Grenzen. Aber die Zeit drängt - es kommt zu Nachfolgeverbrechen und die Todesfälle erregen große mediale Aufmerksamkeit. Sie entfachen hitzige Diskussionen über Ost- und Westdeutschland, Migrationspolitik und »das System« Fazit: Vier doch sehr spezielle Kommissare mit sehr ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden müssen zwei recht aufsehenerregende Morde aufklären. Der Autor nimmt uns mit in eine sehr graue, dunkle Welt. In ein sehr dunkles München. Sehr gesellschaftskritisch wird hier die hässliche Fratze der moralischen Verworfenheit gezeigt. Was ist wahr und was ist unwahr? Es geht um Nazis, Ausländer, die Mafia und um Machos. Lose Fäden die gesponnen werden laufen am Ende zusammen. Das alles wird in einem sehr gemächlichen Tempo atmosphärisch dicht erzählt. Die Menschen und ihre unbewohnten Zimmer sind schwere Kost. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, seine physischen und seelischen Verwüstungen. Die Charaktere sind sehr stark gezeichnet. Man leidet mit ihnen und hofft das der Albtraum, in der der Leser hereingezogen wird, bald ein Ende hat. Ein sehr ungewöhnlicher und leider sehr wahrer Gesellschaftskritischer Kriminalroman.
Legendäre Ermittler
von Bibliomarie - 25.06.2019
Im neuen Krimi von Friedrich Ani wird der größte Part aus der Sicht der jungen Kommissarin Fariza Nasri geschildert. Acht Jahre war sie in die Provinz zwangsversetzt, eine vermeintliche Dienstverfehlung, aber in Wirklichkeit eine Intrige des Vorgesetzten gegen die junge, impulsive Deutsch-Syrerin. Der legendäre Ermittler Polonius Fischer hat sie für sein Truppe zurückgeholt. Es beginnt mit einem rätselhaften Attentat auf eine Frau, aus einem Fenster heraus wurde sie erschossen, ein Polizeibeamter zufällig schwer verletzt. Dann wird am Rande einer Demo aus der rechten Ecke ein Streifenbeamter getötet, ein zufälliges Opfer oder steckt mehr dahinter? Der Partner des toten Polizisten ist Tim Gordon, der Sohn des Mannes, der Fariza damals zu Unrecht beschuldigte. Es tauchen dann noch weitere Figuren aus dem Kosmos des Friedrich Ani auf. Jakob Franck, der aus dem Ruhestand heraus immer noch Todesnachrichten überbringt und nach Verschwundenen sucht und Tabor Süden, der inzwischen als Privatermittler arbeitet. Zusammen agieren die unterschiedlichen Charaktere auf ihre ganz besondere Weise. Zuerst muss ich feststellen, dass Anis neuer Roman weniger ein Krimi, als vielmehr ein aktueller Gesellschaftsroman ist, der Stellung zu den unterschiedlichen Strömungen unserer Republik nimmt. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es zwingt zum Nachdenken und zum Hinterfragen. Deshalb setzt der Autor auch nicht unbedingt auf vordergründige Spannung. Die Spannung entsteht aus diesen unterschiedlichen Arbeitsweisen der Ermittler und auch aus der gebrochenen Biografie der jungen Nasri. Anis anspruchsvoller Schreibstil zwingt zum aufmerksamen Lesen, es ist kein Kriminalroman zum schnellen Konsum zu unterschiedlich und verschachtelt sind die Handlungsstränge. Aber der Leser, der sich davon nicht beeindrucken lässt, wird mit einem ausgezeichneten Roman und niveauvoller Lektüre belohnt.
Geschichten über Menschen auf der Suche nach einem Halt im Leben - incl. Krimi
von Xirxe - 23.06.2019
Das Buch beginnt, wie viele Kapitel in diesem Buch beginnen: mit einem Personalpronomen, von dem man nicht weiss, wen es bezeichnet. Erst mit den fortlaufenden Sätzen wird deutlich, um wen es sich im Einzelnen handelt. Und vielleicht ist dies auch eine der Quintessenzen des Buches: Nichts ist so wie es scheint. Und nur eine Kleinigkeit - und schon könnte Alles anders sein. Oder hätte anders sein können. Der Prolog beginnt mit einer Szene aus dem letzten Viertel, der mit dem direkt daran anschliessenden 1. Teil nichts zu tun hat, in dem ein vermeintlicher Amokschütze eine Frau erschiesst und einen Polizisten verletzt. Erzählt wird dies von Fariza Nasri, die vor acht Jahren von einem Kollegen denunziert und daraufhin in die Provinz abgeschoben wurde; doch der Leiter des K111 holte sie vor kurzem wieder zurück. Fast zeitgleich zum Amoklauf wird im 2. Teil in der Nähe einer rechten Demonstration ein erschlagener Polizist aufgefunden, ohne jeden Hinweis auf mögliche Täter. Um diese Tat und die Aufklärung herum ranken sich die Geschichten unterschiedlichster Personen, die in irgendeiner Weise mit dem Fall zu tun haben, was meist nicht sofort offensichtlich ist. Es sind Menschen, die schwere Schicksalsschläge erfuhren, manchmal schleichend, die meisten plötzlich. Praktisch Alle haben sich nie davon erholt, doch verbergen sie ihre Verletzungen unter Vorspiegelung einer scheinbaren Normalität, zumindest ein Teil von ihnen. Auch die verschiedenen ErmittlerInnen sind hiervon nicht ausgenommen, insbesondere Tabor Süden, den gelegentliche neue Suchaufträge seiner früheren Chefin ihn aus seiner Verdüsterung herausreissen. Friedrich Ani ist ein feinsinniger und geistvoller Erzähler, der seine Figuren in all ihrer Vielschichtigkeit darstellt, sodass sie auf mich beinahe wie real existierende Menschen wirkten. Es ist keine normale spannende Mordermittlung, die die Lesenden hier erwartet; sie ist vielmehr das Band, das all die beschriebenen Personen miteinander verbindet, deren Geschichten wir hier erfahren. Völlig zu Recht bezeichnet der Verlag dieses Buch als einen Roman und nicht als Krimi. Eine beeindruckende Lektüre!
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