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Die Erfindung von Liebe und Tod als Buch
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Die Erfindung von Liebe und Tod

Buch (gebunden)
Während der ersten Übernachtung der Schriftstellerin im Norden der USA stirbt im Nebenzimmer eine Frau - ob sie umgebracht wurde, bleibt vorerst ungeklärt. Während die Erzählerin noch über den Vorfall rätselt, verliebt sie sich auf der Weiterreise me… weiterlesen
Buch

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Die Erfindung von Liebe und Tod als Buch

Produktdetails

Titel: Die Erfindung von Liebe und Tod
Autor/en: Gabrielle Alioth

ISBN: 3312003229
EAN: 9783312003228
Nagel + Kimche Verlag Ag

25. August 2003 - gebunden - 190 Seiten

Beschreibung

Während der ersten Übernachtung der Schriftstellerin im Norden der USA stirbt im Nebenzimmer eine Frau - ob sie umgebracht wurde, bleibt vorerst ungeklärt. Während die Erzählerin noch über den Vorfall rätselt, verliebt sie sich auf der Weiterreise mehr und mehr in den Helden ihres neuen Romans, Duncan, der im 17. Jahrhundert zu den ersten britischen Einwanderern in die Neue Welt gehörte. In ihrer Fantasie wird die Schreibende zu Megan, der Geliebten Duncans, und lebt an seiner Seite in einer Siedlung an der Küste Neufundlands. Trotz der zunehmenden Vermischung von Wirklichkeit und Fiktion wird ihr bewusst, dass ihre Geschichte eine Flucht ist vor der realen Liebe - und zusehends auch vor der Polizei, die einen Mord aufklären will.

Besprechung

Während der ersten Übernachtung der Schriftstellerin im Norden der USA stirbt im Nebenzimmer eine Frau - ob sie umgebracht wurde, bleibt vorerst ungeklärt. Während die Erzählerin noch über den Vorfall rätselt, verliebt sie sich auf der Weiterreise mehr und mehr in den Helden ihres neuen Romans, Duncan, der im 17. Jahrhundert zu den ersten britischen Einwanderern in die Neue Welt gehörte. In ihrer Fantasie wird die Schreibende zu Megan, der Geliebten Duncans, und lebt an seiner Seite in einer Siedlung an der Küste Neufundlands. Trotz der zunehmenden Vermischung von Wirklichkeit und Fiktion wird ihr bewusst, dass ihre Geschichte eine Flucht ist vor der realen Liebe - und zusehends auch vor der Polizei, die einen Mord aufklären will.

Portrait

Gabrielle Alioth wurde 1955 in Basel geboren. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Kunstgeschichte und einer mehrjährigen Tätigkeit in der Konjunkturforschung übersiedelte sie 1984 mit ihrem Mann nach Irland. Dort arbeitete sie als Übersetzerin, dann als Journalistin für deutschsprachige Zeitungen und den Rundfunk. Seit 1990 arbeitet sie vor allem als Schriftstellerin.

Leseprobe

Osten
Beim Erwachen sehe ich das glitzernde Band eines Flusses im schwarzen Land unter mir. Die Stewardess hat das Tablett mit dem Essen weggeräumt und das Tischchen hochgeklappt. Die Wolldecke der Fluggesellschaft reicht mir bis zum Kinn. Ich weiß nicht, wie es mir gelungen ist, mich darin einzuwickeln. Auf dem Bildschirm vor mir verwandelt sich eine Frau in einen Seehund. Ich habe geträumt, ich sei noch immer in Irland, in dem Haus über dem Tal, und etwas Unsichtbares folge mir.
Die Sitze neben mir sind leer, auch die Stewardess ist nicht zu sehen. Auf meiner Armbanduhr ist es halb drei. Ich kann nicht lange geschlafen haben, in meinem Magen gärt noch der Wein. Vor der Landung wird der Pilot die Lokalzeit melden, und ich werde meine Uhr danach stellen. Wolken beginnen die Erde zu verdecken. Der Schatten des Flugzeuges gleitet in einem regenbogenfarbigen Kreis darüber, die Sonne steht knapp über dem Horizont. «Ich verstehe dich nicht mehr», hatte Philipp am letzten Abend gesagt. Die Dunkelheit hatte das Tal vor dem Fenster verschluckt, und während er sprach, betrachtete ich mein Gesicht in der Scheibe. Der Gedanke, mein Spiegelbild nie wieder in dem verzogenen hölzernen Rahmen zu sehen, erfüllte mich plötzlich mit Trauer.
Mit einem Ruck setzt die Maschine auf der Landebahn auf. Hinter mir fällt etwas zu Boden. Das Abbremsen zieht mich aus dem Sitz, und Ernüchterung steigt in mir hoch, als hätte ich gehofft, in der Luft zu bleiben. Während das Flugzeug zum Anlegedock rollt, schminke ich meine Augen, ziehe die Lippen nach und suche in meinen Unterlagen nach dem Namen des Professors, der mich abholen wird. Er war mit allem einverstanden gewesen, als wir vor ein paar Tagen telefonierten. Am Ende des Gesprächs sagte er, er werde mich nach dem Foto auf dem Umschlag meines Romans erkennen, und ich konnte ihm nicht erklären, dass ich nicht mehr jenes glatte, wehrlo
se Gesicht habe. Am Morgen nach dem Streit hatte Philipp mich zum Flughafen gefahren.
Wir standen uns mit hängenden Armen gegenüber. Ich klammerte mich an den Griff der Mappe, in der die Beschreibung von Duncan lag, seinem Blick, seinem schwarzen Schopf . . . Bevor ich durch die Glastür in die Abflughalle ging, drehte ich mich noch einmal um, aber Philipp war abgefahren. Der Professor ist ein kleiner, rundlicher Mann in einem Tweedjackett. Er steht hinter der Abschrankung mit meinem Buch in der Hand, und sein Gesicht erhellt sich, als ich auf ihn zugehe. Er trägt meinen Koffer, bietet mir ein Karamellbonbon an. Auf der Fahrt zur Universität stelle ich die üblichen Fragen. Das Karamellbonbon klebt an meinen Zähnen. Die Stadt liegt zwischen vier Seen. Wir fahren an pastellfarbenen Holzhäusern vorbei, die wie für eine Postkarte auf einer kurz geschnittenen Rasenfläche nebeneinander aufgereiht sind. Es gibt keine Hecken hier, die letzten Schneekrusten schmelzen am Straßenrand.
Während der Professor die Studenten und seine Kollegen begrüßt, ordne ich meine Notizen. Wir sitzen in einem hohen, etwas zu kühlen Raum, der für solche Veranstaltungen gebaut wurde. Der Professor liest meinen Lebenslauf vor: Auslandsaufenthalt, Studium - Forscherin, Journalistin, Emigrantin. An der Zukunft gescheitert, von der Gegenwart enttäuscht, in die Vergangenheit geflüchtet.«Jedes Mal, wenn die Geschichte erzählt wird, ist es eine andere.» Ich beginne mit einer Stelle aus dem Anfang des Romans. Danach lese ich die Beschreibung ihrer ersten Begegnung, in der Morgendämmerung unter den Apfelbäumen, und die ihres Abschieds. Meine Stimme zittert noch immer dabei. Die Zuhörer sind vollkommen still. Sie werden nicht
fragen, woher ich die Gefühle einer Frau kenne, die Jahrhunderte vor mir gelebt hat. Zum Schluss lese ich, wie das Feuer das Gewölbe der Ap
otheke zerstört, in der er sich befindet. Das Publikum klatscht.
Nach der Lesung essen wir in einem italienischen Lokal am Rande des Universitätsgeländes, der Professor und ein paar Lektoren, deren Namen ich gleich wieder vergesse. Der Hauswein wird in langhalsigen Karaffen serviert, die Kerze steckt in einem tönernen Fuß. Nach den ersten paar Sätzen dreht sich das Gespräch um Berufungen und Einladungen zu Konferenzen. An den Tischen ringsum sitzen Mitglieder anderer Fakultäten. Der Professor füllt mein Weinglas nach und erinnert an frühere Autorenbesuche, als tränke ich zu wenig. Ich höre den Titel des Buches, an dem Philipp arbeitet, in einer Unterhaltung hinter mir. Es ist eine Frauenstimme, die spricht, mit einem europäischen Akzent. Das Wachs läuft in dicken Tropfen an der Kerze herunter. Ich bin müde und die Sehnsucht sitzt wie ein unstillbarer Hunger in mir. Es muss Mitternacht sein in dem Tal, aus dem ich komme.



Pressestimmen

"Das Reizvolle an diesem Verwirrspiel nun aber ist, dass Alioths Sprache vom Anfang bis zum Ende schlicht und präzise wirkt, der Erzählton unaufgeregt bleibt und niemals ins geheimnisvoll Raunende umschlägt. Dergestalt grenzt sich "Die Erfindung von Liebe und Tod" denn eindeutig von der phantastischen Literatur ab und bereitet ein eigenwilliges Leseerlebnis." Gieri Cavelty, Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2004
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