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Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648 Bd. 1. Das Heer als Buch
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Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648 Bd. 1. Das Heer

Soldatenleben und Sitten. Bearb. Reprintausgabe von 1921. Zahlreiche Abbildungen.
Buch (kartoniert)
von Gustav Freytag. 200 Seiten mit 123 Illustrationen, Papeback, Band 1 von 3, Nachwort von Harald und Werner Rockstuhl. Wortgetreue Transkription. Reprint von 1924

Inhalt:

Rückblick auf die Endergebnisse des 16. Jahrhunderts. Größere Ausbildung der … weiterlesen
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Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648 Bd. 1. Das Heer als Buch

Produktdetails

Titel: Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648 Bd. 1. Das Heer
Autor/en: Gustav Freytag, Harald Rockstuhl

ISBN: 3937135030
EAN: 9783937135038
Soldatenleben und Sitten.
Bearb. Reprintausgabe von 1921.
Zahlreiche Abbildungen.
Herausgegeben von Harald Rockstuhl
Rockstuhl Verlag

Oktober 2003 - kartoniert - 200 Seiten

Beschreibung

von Gustav Freytag. 200 Seiten mit 123 Illustrationen, Papeback, Band 1 von 3, Nachwort von Harald und Werner Rockstuhl. Wortgetreue Transkription. Reprint von 1924

Inhalt:

Rückblick auf die Endergebnisse des 16. Jahrhunderts. Größere Ausbildung der Einzelnen. Mängel der protestantischen Bildung. Die Erhebung des Katholizismus. Gegensatz der romantischen und deutschen Art. Politische Schwäche des Protestantismus. ?Die Habsburger. Das Mißbehagen im Volke.

Das Heer

Stärke der Heere. Kosten. Art der Kriegführung. Der politische Verlauf des Krieges. Einrichtung der Heere: Fußvolk, Reiterei, Artillerie. Die Schlacht. Die Würden: Hauptmann, Fähndrich und Fahne, Unteroffizier. Sold. Kriegszucht. Strafen. Der Troß und seine Ordnung. Schilderung des Soldatenlebens vor dem Kriege durch Adam Junghans.

Soldatenleben und Sitten.

Gemisch der Nationen. Das Lager, Spiel, Üppigkeit, Mangel. Aberglaube. Laster. Lagersprache. Kartell. Gefangenschaft. Beute. Parteigänger und Spione. Marodeure. Erpressungen.

AUS DEM VORWORT:
Das Jahr 1600 fand ein Volk, das in den letzten hundert Jahren eine ungeheure Wandlung durchgemacht hatte. Überall ist der Fortschritt zu erkennen. Man vergleiche ein ernstes Buch von 1499 und 1599. Das erstere in schlechtem Latein geschrieben, dürftig der Wortvorrat, schwerfällig die Darstellung, nicht leicht verständig der Sinn. Von selbständigen Geist, von eigener Überzeugung nur wenig Spur. Um alte Schulphasen, deren Bedeutung erst durch genaueres Erforschen ihrer allmählichen Entwicklung klar wird, übt sich der Scharfsinn im unnützen Unterscheiden von Nebensachen; es ist ein greisenhaftes Wesen, fast wie in dem absterbenden Altertum. Wohl gibt es Ausnahmen, aber sie sind sehr selten. Selbst das Latein der älteren Humanisten erinnert an die spitzfindige Blödheit der Mönchssprache ebenso sehr als an die kunstvollen Redewendungen antiker Rhetoren. Von den wenigen, welche für das Volk Deutsch schreiben, wird am liebsten die Torheit der Menschen geschildert, die Fehler der Stände, belehrend oder in Beispielen, selbst bei Sebastian Brant langsam, einförmig. Einmal überrascht in der Theologie das Aufleuchten einer tiefsinnigen Beschaulichkeit von erhabenster Größe, aber sie ist eine Art Geheimlehre für die trostbedürftigen Seelen im Zwange des Klosters. Wohl ist es Philosophie, aber noch getrennt vom Leben.Ein Jahrhundert später erkennt man auch in dem mittelmäßigen Schriftsteller eine selbständige Persönlichkeit. Der Verfasser ist gewöhnt, über den Glauben und das Erdenleben nachzudenken, er versteht seine Empfindungen, auch leise Bewegungen der Seele darzustellen, er kämpft für eine eigene Überzeugung, er ist in Glauben und Wissen, in Liebe und Haß eine Individualität geworden. Noch bleibt auch er regelmäßig an das Gemeingültige gebunden. Ängstlich ist der Theologe bemüht, sich orthodox zu erweisen, mehr als billig eignet sich der Schriftsteller die Arbeiten seiner Vorgänger zu, noch hat das Urteil, die Gelehrsamkeit und Bildung für unsere Empfindung viel Eintöniges. Aber daneben erscheint überall Eigentümliches, fast immer ein kräftiger, rühriger Menschenverstand, in der Prosa ein eigener, oft origineller Stil. Drei Geschlechterfolgen haben für den Glauben gekämpft, viele einzelne sind für ihre Überzeugung in den Tod, Tausende in das Elend gegangen. Der Märtyrer ist nicht mehr ein unerhörtes Ding, eine Ungeheuerlichkeit, es gehört zum Wesen des Mannes, in den höchsten Fragen eigenes Urteil zu vertreten. Hundert Jahre früher waren es wenige starke Seelen, welche ihr selbständiges Leben gegen die gemeingültige Mittelmäßigkeit setzen durften, im Volke lebten die einzelnen vor sich hin, ohne gemeinsame Ideen, ohne Begeisterung; im festgeschlossenen Kreise der Genossen seinen Vorteil suchten, sich gegen unleidlichen Druck auflehnen, das war der Inhalt ihrer Kämpfe gewesen. Jetzt aber ist in die Nation der Enthusiasmus gekommen, der einzelne empfindet sich in engem Zusammenhange mit Millionen, er wird getragen durch die Beistimmung aller Gleichgesinnten, er handelt und leidet für eine Idee. - Soviel größer waren die Menschen geworden, zunächst in den protestantischen Landschaften; doch auch den katholischen war ein Teil dieses Segens gekommen. Aber jede höhere Entwicklung erzeugt auch neue Verbildungen; das Kind ist frei von mancher Krankheit, welche den Leib des Jünglings durchschüttert. Der Protestantismus, der so Großes im Volke getan, war noch lange nicht in seinen letzten Endzielen entwickelt. Er forderte unablässige innere Tätigkeit des einzelnen Menschen, er drängte überall zu freier Selbstbestimmung, und doch konnte er sich noch nicht über den unleidlichsten Grundzug der alten Kirche erheben. Auch er wollte noch den Glauben seiner Angehörigen beherrschen und jede abweichende Überzeugung als Ketzerei verfolgen. Luthers Riesennatur hatte die eifrigen Geister zusammengehalten, er selbst hatte vorhergesagt, daß sie nach seinem Tode nicht fest bleiben würden. Er kannte seine treuen Gehilfen genau, ihre Schwächen, den Drang nach eigenen Wegen. Melanchthon, fest in seiner Wissenschaft und in den Störungen, welche das Tagesleben brachte, aber befangen und unsicher in großen Geschäften, vermochte den Feuergeist der Entschlossenen nicht zu beherrschen. Auf jenem Reichstage, der zu Augsburg 1547 begann, hatte der siegreiche Kaiser in seiner Weise auch den Streit der Kirchen einzufrieden gesucht, er hatte eine vorläufige Feststellung der Glaubenssätze, das Interim, den geschlagenen Protestanten aufgedrängt. Vom Standpunkt der Katholiken mit äußester Duldsamkeit, die nur erträglich war, weil sie allmählich zur alten Kirche zurückführen sollte, vom Standpunkt der eifrigen Protestanten mit unerträglicher Tyrannei, der auch da zu widerstehen war, wo sie über solche Kirchenfragen entschied, welche selbst Luther für unwesentlich, für Adiaphora gehalten hatte. Gegen diesen Zwang erhoben sich überall die geistigen Führer der Gegenpartei. Hunderte von Predigern ließen sich aus ihrem Amte treiben und pilgerten am Stecken ins Elend, mehr als einer fiel als Opfer der wütenden Reaktion. Es war die Heldenzeit des protestantischen Glaubens, ein großer Anblick noch für uns; einfache Prediger, Väter mit Weib und Kind, welche für eine männliche Überzeugung leiden; sie haben, so hoffen wir, die Opferfähigkeit in Deutschland für alle Zeiten in die Seele des Volkes gelegt. Bald sollten ihnen Tausende von Laien nachfolgen. ... (Gustav Freytag)

Inhaltsverzeichnis

Aus dem Inhalt: Rückblick auf die Endergebnisse des 16. Jahrhunderts. Größere Ausbildung der Einzelnen. Mängel der protestantischen Bildung. Die Erhebung des Katholizismus. Gegensatz der romantischen und deutschen Art. Politische Schwäche des Protestantismus. Die Habsburger. Das Mißbehagen im Volke. Das Heer Stärke der Heere. Kosten. Art der Kriegführung. Der politische Verlauf des Krieges. Einrichtung der Heere: Fußvolk, Reiterei, Artillerie. Die Schlacht. Die Würden: Hauptmann, Fähndrich und Fahne, Unteroffizier. Sold. Kriegszucht. Strafen. Der Troß und seine Ordnung. Schilderung des Soldatenlebens vor dem Kriege durch Adam Junghans. Soldatenleben und Sitten. Gemisch der Nationen. D as Lager, Spiel, Üppigkeit, Mangel. Aberglaube. Laster. Lagersprache. Kartell. Gefangenschaft. Beute. Parteigänger und Spione. Marodeure. Erpressungen.

Portrait

Gustav Freytag wurde am 13. Juli 1816 in Kreuzburg (Oberschlesien) geboren. Er starb am 30. April 1895 in Wiesbaden.

Leseprobe

AUS DEM VORWORT:
Einleitung

Das Jahr 1600 fand ein Volk, das in den letzten hundert Jahren eine ungeheure Wandlung durchgemacht hatte. Überall ist der Fortschritt zu erkennen. Man vergleiche ein ernstes Buch von 1499 und 1599. Das erstere in schlechtem Latein geschrieben, dürftig der Wortvorrat, schwerfällig die Darstellung, nicht leicht verständig der Sinn. Von selbständigen Geist, von eigener Überzeugung nur wenig Spur. Um alte Schulphasen, deren Bedeutung erst durch genaueres Erforschen ihrer allmählichen Entwicklung klar wird, übt sich der Scharfsinn im unnützen Unterscheiden von Nebensachen; es ist ein greisenhaftes Wesen, fast wie in dem absterbenden Altertum. Wohl gibt es Ausnahmen, aber sie sind sehr selten. Selbst das Latein der älteren Humanisten erinnert an die spitzfindige Blödheit der Mönchssprache ebenso sehr als an die kunstvollen Redewendungen antiker Rhetoren. Von den wenigen, welche für das Volk Deutsch schreiben, wird am liebsten die Torheit der Menschen geschildert, die Fehler der Stände, belehrend oder in Beispielen, selbst bei Sebastian Brant langsam, einförmig. Einmal überrascht in der Theologie das Aufleuchten einer tiefsinnigen Beschaulichkeit von erhabenster Größe, aber sie ist eine Art Geheimlehre für die trostbedürftigen Seelen im Zwange des Klosters. Wohl ist es Philosophie, aber noch getrennt vom Leben.
Ein Jahrhundert später erkennt man auch in dem mittelmäßigen Schriftsteller eine selbständige Persönlichkeit. Der Verfasser ist gewöhnt, über den Glauben und das Erdenleben nachzudenken, er versteht seine Empfindungen, auch leise Bewegungen der Seele darzustellen, er kämpft für eine eigene Überzeugung, er ist in Glauben und Wissen, in Liebe und Haß eine Individualität geworden. Noch bleibt auch er regelmäßig an das Gemeingültige gebunden. Ängstlich ist der Theologe bemüht, sich orthodox zu erweisen, mehr als billig eignet sich der Schriftsteller die Arbeiten seiner Vorgänger zu, noch hat das Urteil, die Gelehrsamkeit und
Bildung für unsere Empfindung viel Eintöniges. Aber daneben erscheint überall Eigentümliches, fast immer ein kräftiger, rühriger Menschenverstand, in der Prosa ein eigener, oft origineller Stil. Drei Geschlechterfolgen haben für den Glauben gekämpft, viele einzelne sind für ihre Überzeugung in den Tod, Tausende in das Elend gegangen. Der Märtyrer ist nicht mehr ein unerhörtes Ding, eine Ungeheuerlichkeit, es gehört zum Wesen des Mannes, in den höchsten Fragen eigenes Urteil zu vertreten. Hundert Jahre früher waren es wenige starke Seelen, welche ihr selbständiges Leben gegen die gemeingültige Mittelmäßigkeit setzen durften, im Volke lebten die einzelnen vor sich hin, ohne gemeinsame Ideen, ohne Begeisterung; im festgeschlossenen Kreise der Genossen seinen Vorteil suchten, sich gegen unleidlichen Druck auflehnen, das war der Inhalt ihrer Kämpfe gewesen. Jetzt aber ist in die Nation der Enthusiasmus gekommen, der einzelne empfindet sich in engem Zusammenhange mit Millionen, er wird getragen durch die Beistimmung aller Gleichgesinnten, er handelt und leidet für eine Idee. - Soviel größer waren die Menschen geworden, zunächst in den protestantischen Landschaften; doch auch den katholischen war ein Teil dieses Segens gekommen. Aber jede höhere Entwicklung erzeugt auch neue Verbildungen; das Kind ist frei von mancher Krankheit, welche den Leib des Jünglings durchschüttert. Der Protestantismus, der so Großes im Volke getan, war noch lange nicht in seinen letzten Endzielen entwickelt. Er forderte unablässige innere Tätigkeit des einzelnen Menschen, er drängte überall zu freier Selbstbestimmung, und doch konnte er sich noch nicht über den unleidlichsten Grundzug der alten Kirche erheben. Auch er wollte noch den Glauben seiner Angehörigen beherrschen und jede abweichende Überzeugung als Ketzerei verfolgen. Luthers Riesennatur hatte die eifrigen Geister zusammengehalten, er selbst hatte vorhergesagt, daß sie nach seinem Tode nicht fest bleiben würden. Er kannte seine treuen G
ehilfen genau, ihre Schwächen, den Drang nach eigenen Wegen. Melanchthon, fest in seiner Wissenschaft und in den Störungen, welche das Tagesleben brachte, aber befangen und unsicher in großen Geschäften, vermochte den Feuergeist der Entschlossenen nicht zu beherrschen. Auf jenem Reichstage, der zu Augsburg 1547 begann, hatte der siegreiche Kaiser in seiner Weise auch den Streit der Kirchen einzufrieden gesucht, er hatte eine vorläufige Feststellung der Glaubenssätze, das Interim, den geschlagenen Protestanten aufgedrängt. Vom Standpunkt der Katholiken mit äußester Duldsamkeit, die nur erträglich war, weil sie allmählich zur alten Kirche zurückführen sollte, vom Standpunkt der eifrigen Protestanten mit unerträglicher Tyrannei, der auch da zu widerstehen war, wo sie über solche Kirchenfragen entschied, welche selbst Luther für unwesentlich, für Adiaphora gehalten hatte. Gegen diesen Zwang erhoben sich überall die geistigen Führer der Gegenpartei. Hunderte von Predigern ließen sich aus ihrem Amte treiben und pilgerten am Stecken ins Elend, mehr als einer fiel als Opfer der wütenden Reaktion. Es war die Heldenzeit des protestantischen Glaubens, ein großer Anblick noch für uns; einfache Prediger, Väter mit Weib und Kind, welche für eine männliche Überzeugung leiden; sie haben, so hoffen wir, die Opferfähigkeit in Deutschland für alle Zeiten in die Seele des Volkes gelegt. Bald sollten ihnen Tausende von Laien nachfolgen. ... (Gustav Freytag)

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