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Der Fall Kallmann

Roman. Deutsche Erstausgabe. Originaltitel: Eugen Kallmanns ögon.
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Wie lebt es sich im Schatten eines Mordes?

Wer war Eugen Kallmann? Warum musste der beliebte Gesamtschullehrer in der beschaulichen schwedischen Kleinstadt sterben? Wirklich nur ein Unglücksfall, wie die Polizei behauptet? Als sein Nachfolger im Schwe … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der Fall Kallmann
Autor/en: Håkan Nesser

ISBN: 3442757282
EAN: 9783442757282
Roman. Deutsche Erstausgabe.
Originaltitel: Eugen Kallmanns ögon.
Übersetzt von Paul Berf
Btb

30. Oktober 2017 - gebunden - 569 Seiten

Beschreibung

Wie lebt es sich im Schatten eines Mordes?

Wer war Eugen Kallmann? Warum musste der beliebte Gesamtschullehrer in der beschaulichen schwedischen Kleinstadt sterben? Wirklich nur ein Unglücksfall, wie die Polizei behauptet? Als sein Nachfolger im Schwedischunterricht, Leon Berger, nach der langen Sommerpause seinen Dienst antritt, findet er im Pult unter Kallmanns Sachen eine Reihe von Tagebüchern, die sich als eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit entpuppen und ihn schon bald daran zweifeln lassen, dass sein Vorgänger tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben ist. Denn in seinen Einträgen behauptet Kallmann unter anderem, er würde die Gabe besitzen, in den Augen anderer Menschen erkennen zu können, ob sie gemordet haben. Und er scheint in den letzten Monaten seines Lebens einem nie entdeckten und nie gesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. Leon Berger will den Fall Kallmann lösen - seine privaten Ermittlungen setzen etwas in Gang, das schließlich die ganze Kleinstadt erschüttert.

Portrait

Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt abwechselnd in Stockholm und auf Gotland.

Leseprobe

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Bewertungen unserer Kunden
Tiefgründig auf dem Weg zur Wahrheit
von Ulrike Frey - 24.05.2018
Leon hat seine Frau und seine Tochter bei einem Fährunglück verloren. Seine Bekannte Ludmilla schlägt ihm vor, in K. eine freigewordene Lehrerstelle für Schwedisch zu übernehmen. So zieht er sieben Monate nach dem Verschwinden seiner Familie dorthin und beginnt seine neue Anstellung in der Bergtunaschule - was soll er auch sonst machen, um aus der tiefen Trauer heraus zu kommen? Ludmilla ist eine alte Bekannte von Leon und an der Bergtunaschule als Beratungslehrerin tätig. Bei uns sagt man dazu wohl eher Vertrauenslehrerin oder sozialer Dienst . Sie ist sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer zuständig. Eigentlich hatte sie ihren Vorschlag, dass Leon nach K. kommen solle, gar nicht so ernst gemeint, aber er hatte ihr halt so leidgetan. Ein weiterer Lehrer, Igor (Mathematik und Naturwissenschaften), hatte wohl als einziger der Kollegen Kontakt mit Leons Vorgänger, mit dem beliebten Schwedischlehrer Kallmann. Kallmann wurde im Deutschen Haus tot aufgefunden. Niemand weiß, ob es ein Unfall, Selbstmord oder Mord war. Die Polizei hat wohl die Ermittlungen eingestellt. Ein Schüler, Charlie, hatte engeren Kontakt zu ihm. Zwei weitere Schüler bilden eine Privatdetektei , um Licht ins Dunkel zu bringen. Das gleiche machen Leon, Ludmilla und Igor, nachdem Leon einen Stapel Tagebücher gefunden hat. - Kallmann behauptet darin, in den Augen anderer sehen zu können, ob diese Mörder sind. Hat er einen Mörder entlarvt, der ihn daraufhin ermordet hat? Håkan Nesser schreibt in seiner bekannt subtilen Weise einen Roman, der immer mehr Fahrt aufnimmt und spannender wird. Wenn man glaubt, JETZT kommt die Lösung, wird man jedoch wieder enttäuscht. Der Roman beginnt im Sommer 1995 und endet nach einer langen Pause mit einer überraschenden Lösung im Frühjahr 2015. Die Kapitel sind zeitgleich nach den einzelnen Protagonisten getrennt und in dort der Ich-Form geschrieben. Zusammenfassend ist zu sagen, es ist immer wieder schön, einen so stimmigen Roman von dem hochdekorierten Schriftsteller zu lesen. Das Buchcover lädt zum Lesen ein; der Roman erschien bei btb in der Verlagsgruppe Randomhouse, ISBN 9783442757282
Viele interessante Ebenen
von Lea - 29.01.2018
"Der Fall Kallmann" war für mich ein gutes und interessantes Buch. Zum einen hat er sich zwar sehr lange hingezogen, aber trotzdem war es spannend durch die vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Deswegen gebe ich vier Sterne. Es geht um Leon Berger, der vor kurzem seine Frau und seine Tochter verloren hat. Um Abstand zu gewinnen, zieht er in eine kleine schwedische Stadt, um dort als Lehrer zu arbeiten. Er tritt die Stelle des im Sommer verstorbenen Eugen Kallmann an. Ohne es zu ahnen gerät er schon bald tief in die Aufklärungen um diesen Todesfall. Hinzu kommen viele andere Charaktere, die Puzzleteile zum Fall dazu liefern aber ihre eigene Geschichte erzählen, die ebenfalls gehört werden soll. Der Schwedenkrimi lässt sich gut lesen und Nesser hat eine angenehme Schreibart. Trotzdem hat sich mir die Geschichte an manchen Stellen zu lange hingezogen. Da hätten es einige Szenen auch verkürzt getan und es wäre trotzdem noch spannend und abwechslungsreich geblieben. Die Charaktere sind sehr vielschichtig, sodass es nicht langweilig wird die verschiedenen Geschichten zu lesen. Am besten hat mir Leon Berger gefallen, weil er obwohl er neu ist sich von dem ganzen Fall so einnehmen lässt. Aber auch die anderen Charaktere locken mit interessanten Ansichten und Hintergrundgeschichten, die sich sehr voneinander unterscheiden. Am besten gefallen haben mir die vielen Ebenen, die sich nach und nach entwickeln, sodass es bis zum Schluss spannend bleibt. Ein Krimi in dieser Art ist mir so noch nicht untergekommen, was auch für einen innovativen Ansatz des Autors spricht. Die Entwicklung mit den verschiedenen Ebenen war sicher eine Heidenarbeit.
Der Fall Kallmann...
von Diamondgirl - 24.12.2017
Es hört sich am Anfang nach einen Krimi an... Leon Berger tritt im Jahre 1995 in der Kleinstadt K. die Nachfolge des unter rätselhaften Umständen ums Leben gekommenen Lehrers Eugen Kallmann an. Für Leon ist es ein kompletter Neuanfang nachdem er Frau und Tochter bei einem Schiffsunglück verloren hat. Vermittelt wird er durch seine ehemalige Studienkollegin Ludmilla, die aktuell an dieser Schule unterrichtet. Er entdeckt beim Aufräumen des Schreibtischs die Tagebücher seines Vorgängers, wodurch er und zwei weitere Kollegen zu Nachforschungen auf eigenen Faust ermuntert werden. Im weiteren Verlauf geschieht noch ein Mord an einem Schüler, der bei den örtlichen Neonazis wohl eine recht bedeutende Rolle gespielt hat. Auch Drohbriefe mit rassistischem Inhalt tauchen an der Schule auf. Besteht hier ein Zusammenhang? Was nach einem soliden Krimi klingt ist aber keiner. Die "Krimihandlung" dient nur als Rahmen für das Bild, das Hakan Nesser von der Gesellschaft zeichnet, kombiniert mit seinen gewohnt philosophischen Betrachtungen über Menschen, deren Verhalten und Einstellungen zum Leben. Dadurch dass er die Geschichte aus immer wechselnden Perspektiven in der Ich-Form erzählt, kommt am Anfang etwas Verwirrung auf, bis man die ganzen Personen eingeordnet hat. Aber es ist dadurch auch der Blick aus der Sicht von mehreren Generationen, was dem ganzen einen zusätzlichen Reiz verleiht. Die Auflösung geschieht erst nach Jahren und ist meiner Meinung nach sehr schlüssig und rundet das Gesamtbild ab. Alles in allem ein Buch mit dem an sich Zeit lassen sollte um sich drauf einzulassen, weit weg vom manchen Krimis bei den Aktion die mangelnde Handlung übertüncht.
Milieustudie mit einigen Längen
von Langeweile - 20.12.2017
Nach einem schweren Schicksalsschlag möchte der Lehrer Leon Berger einen Neuanfang wagen. Durch eine ehemalige Studienkollegin erfährt er von einer freien Stelle in der schwedischen Stadt K. Sein Vorgänger,der allseits beliebte Lehrer Eugen Kallmann ist plötzlich gestorben. War es ein Unglücksfall ?Oder wurde er ermordet? Kurz nach seinem Dienstantritt findet er im Schreibtisch des verstorbenen Kollegen mehrere Tagebücher, in welchen er andeutet,einem unentdeckten Mord auf der Spur zu sein. Meine Meinung: In wechselnden Kapiteln, jeweils in der Ich - Perspektive der verschiedenen Protagonisten geschrieben, wird die Geschichte sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart erzählt. Obwohl den einzelnen Kapiteln immer der Name des Protagonisten, als auch die Jahreszahlen vorangestellt waren, fiel es nicht immer leicht, der Geschichte zu folgen. Da die einzelnen Ereignisse sehr detailliert beschrieben wurden, gab es zwischendurch einige Längen,was der Spannung jedoch keinen Abbruch tat. Zum Schluss wartete der Autor mit einer Überraschung auf, die ich so auf keinen Fall erwartet hatte. Fazit: Obwohl ich nach der Beschreibung einen Krimi erwartet hatte, wurde ich von der interessanten Milieustudie gut unterhalten. Ich vergebe vier von fünf Sternen.
Schwedische Millieustudie mit Krimianteilen
von sommerlese - 19.12.2017
In einer schwedischen Kleinstadt: Eugen Kallmann war ein beliebter Lehrer, als er stirbt, wirft sein Tod einige Fragen auf. Die Polizei macht es als Unfall fest. Als Leon Berger Kallmanns Nachfolge im Schwedischunterricht antritt, findet er dessen Tagebücher. Er liest sie und kann sich daraus keinen Reim machen, denn Kallmann spricht in Rätseln. Er behauptet sogar, einem ungesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. War das eventuell ein Motiv für seinen eigenen Todesfall? Leon Bergers Interesse ist geweckt und mit zwei Kollegen versucht er das Rätsel zu lösen. Der Aufhänger dieses Romans ist die Person Eugen Kallmann, einem eigenbrötlerischen Lehrer, der sich für Kriminalfälle interessiert und behauptet, er könne es einem Menschen ansehen, ob er einen Mord begangen hat. Sein Nachfolger Leon Berger versucht, sich aus Kallmanns Tagebüchern und Befragungen ein genaues Bild von Tod seines Vorgängers zu machen. In diesem Roman erfährt der Leser aus unterschiedlichen Ich-Perspektiven die gesamte Geschichte, es sind der Lehrer Leon, Ludmilla, Igor und Schülerin Andrea. Die Kapitel erscheinen wie Tagebuchseiten der Personen, sie sind zeitlich strukturiert und daher kann man sie auch gut zuordnen. Man bekommt einen tiefen Einblick in die Figuren und erfährt von ihren inneren Konflikten und kann dadurch die verschieden angelegten Charaktere gut einschätzen. Wie allerdings der Fall Kallmann mit den Personen zusammenhängt, kristallisiert sich erst allmählich wie bei einem Puzzle heraus. Håkan Nessers Schreibstil ist flüssig zu lesen, erscheint in einem ruhigen Tonfall und leicht melancholisch. Dabei gelingt es ihm, die Charaktere lebendig und unverwechselbar mit verschiedenen Stimmen reden zu lassen und das macht den eigentlichen Reiz des Romans aus. Der Krimifall tritt nicht in den Vordergrund, es geht mehr um die Figuren, ihnen wird viel Raum gegeben und dadurch bleibt die Ermittlungsarbeit und Spannung mehr oder weniger auf der Strecke. Es ist dennoch interessant, wie sich die Fäden bis zum Ende zusammenfügen und eine schlüssige Lösung präsentiert wird. Man benötigt dafür allerdings einen langen Leseatem. Wie es bei skandinavischen Autoren häufig der Fall ist, hat auch Nesser als Grundlage seines Romans den Blick auf die gesellschaftspolitische Ebene gelenkt. Damit ergibt sich auch die Erklärung, warum wir hier von einem Roman ausgehen müssen, auch wenn ein Mordfall zur Aufklärung kommen soll. Diesen Roman empfehle ich den Fans des Autors, aber auch literarisch interessierten Lesern, die einen zwar ruhig, aber brillant erzählten Roman zu schätzen wissen.
schwedische Sozialstudie
von Ecinev - 15.12.2017
Wer einen skandinavischen Krimi erwartet, sucht den hier vergebens. Auch ich hatte etwas anderes erwartet. In einzelnen Tagebuch-artigen Erzählsträngen von einzelnen Personen wird der Tod des Lehrers Kallmann erzählt. Leon Berger tritt nach dem tragischen Unfall seiner Frau und seiner Tochter die Stelle als Nachfolgers des verstorbenen Eugen Kallmann, Englischlehrer in K. an. Selbst noch in tiefer Trauer muss er doch wieder nach vorne schauen, während an der Schule noch immer Rätselraten um den Tod von Eugen Kallmann herrscht. Durch die einzelnen Abschnitte, jemals aus Sicht eines anderen geschrieben ist es mir sehr schwer gefallen einen durchgehenden roten Faden zu finden und vieles erschien mir zu langatmig. Es ist eher eine Sozialstudie zum Leben in einer schwedischen Kleinstadt als ein Krimi. Die gut 500 Seiten dieses Buches waren mir schlichtweg zu viel.
Rätselhafte Todesfälle
von trucks - 04.12.2017
Rätselhafte Todesfälle Von Hakan Nesser habe ich bislang zwar nicht alle Bücher gelesen, doch die die ich gelesen habe, gefielen mir immer sehr gut; von daher war ich sehr gespannt auf dieses hier... Klappentext Wer war Eugen Kallmann? Warum musste der beliebte Gesamtschullehrer in der beschaulichen schwedischen Kleinstadt sterben? Wirklich nur ein Unglücksfall, wie die Polizei behauptet? Als sein Nachfolger im Schwedischunterricht, Leon Berger, nach der langen Sommerpause seinen Dienst antritt, findet er im Pult unter Kallmanns Sachen eine Reihe von Tagebüchern, die sich als eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit entpuppen und ihn schon bald daran zweifeln lassen, dass sein Vorgänger tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben ist. Denn in seinen Einträgen behauptet Kallmann unter anderem, er würde die Gabe besitzen, in den Augen anderer Menschen erkennen zu können, ob sie gemordet haben. Und er scheint in den letzten Monaten seines Lebens einem nie entdeckten und nie gesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. Leon Berger will den Fall Kallmann lösen - seine privaten Ermittlungen setzen etwas in Gang, das schließlich die ganze Kleinstadt erschüttert. Der Autor erzählt atmosphärisch dicht und sehr eindringlich - man kann sich seinen Worten kaum entziehen und wähnt sich immer mitten im Geschehen. Sowas ist selten und gefiel mir besonders hier sehr gut, weil man sich die Landschaft und die Gegebenheiten so sehr gut vorstellen konnte, wie bei einem Film. Die Spannung ist zwar nicht durchgehend gleich hoch, aber das machte mir absolut nichts aus, weil es auch zur Geschichte passt, dass es mal "ruhiger" wird.
Spannender Krimi
von Alexandra Baunach - 03.12.2017
Der Lehrer, Eugen Kallmann, ist angeblich eines natürlichen Todes gestorben. Aber seinem Nachfolger, Leon Berger, kommen Zweifel daran, nachdem er die Tagebücher von Eugen gefunden hat, die sich als Mischung aus Dichtung und Wahrheit entpuppen. Die Einträge in den Tagebüchern lassen Leon zweifeln, denn Eugen behauptet darin unter anderem, dass er die Gabe besitzt, in den Augen anderer Menschen zu erkennen, ob sie gemordet haben. Leons Ermittlungen erschüttern am Ende eine ganze Kleinstadt. Der Schreibstil, ist wie von Håkan Nesser gewohnt, flüssig, locker und spannend von Beginn an. Dieser Spannungsbogen hält sich auch bis zum Schluss, so dass es beim Lesen nicht langweilig wird. Die handelnden Personen und die Handlungsorte konnte ich mir, dank der detaillierten Beschreibung, sehr gut vorstellen und hatte beim Lesen ein klares Bild vor Augen. Für mich ein gelungener Krimi, der mich gut unterhalten hat.
Roman, kein Krimi
von melange - 02.12.2017
Zum Inhalt: Kallmann ist tot - der Lehrer einer schwedischen Kleinstadt starb bei einem Sturz in einem unbewohnten Haus. Sein Nachfolger findet die Tagebücher Kallmanns, arbeitet sich mit zwei weiteren Kollegen an den verschwurbelten Texten ab und versucht, das Rätsel um die Umstände dieses Todes zu lösen. Mein Eindruck: Ja, es steht Roman auf dem Titel und ja, warum sollte ein Schriftsteller, der sich normalerweise mit Krimis befasst, nicht einfach einmal in einem anderen Revier wildern? Trotzdem ergeben Autor und Klappentext eine gewisse Erwartungshaltung, die die Geschichte nicht erfüllt. Im Original heißt das Buch "Kallmanns Augen" und - dazu passend - aus der Sicht einiger Personen (immer gut in der Kapitelüberschrift zu lesen) schildert Nesser Begebenheiten, die mehr oder weniger mit Kallmanns Tod zu tun haben; zusätzlich gibt es Zeitsprünge und Einschübe durch Texte des Tagebuchs. Ein Aufbau, der für Dramatik und Unruhe sorgen und zum Weiterlesen verlocken könnte, wenn die Charaktere zu fesseln vermögen. Leider sind es zu viele Personen, um sich wirklich verbunden zu fühlen und dieses Personal ist zusätzlich mit so vielen anderen Problemen belastet, dass Kallmanns geschlossene Augen zur Nebensache werden. Ausschließlich kaputte Ehen und Familienprobleme, Krankheit, Tod und last but not least rechtsradikale Vollidioten, die anscheinend momentan in einem Buch dringend Erwähnung finden müssen, da es sonst kein gutes ist. Dieser Nebenstrang war nicht nur völlig unerheblich für die Story, sondern zeigte auch noch ein sprachliches Problem auf: Niemand sagte in den 80er Jahren politisch korrekt Migrationshintergrund , das ist eine Vokabel heutiger Zeit. Und so quält man sich durch endlose Seiten mit Kleinstadtmief und traurigen Gestalten, um endlich Gewissheit über ein paar Tote zu erhalten (der Mord, das Opfer und der Täter, den Kallmann an seinen Augen erkannte, waren sehr einfach zu erraten) und dann wird relativ lapidar ein Tod nach dem anderen der verantwortlichen Person zugeschrieben. Die zwei Sterne vergebe ich für den Stil Nessers, welcher der Geschichte letztendlich eine gewisse Güte abringt. Mein Fazit: Langeweile pur
Die langen Schatten der Vergangenheit
von cosmea - 26.11.2017
Hakan Nessers neuer Roman "Der Fall Kallmann" spielt in der schwedischen Kleinstadt K. Der beliebte, aber ausgesprochen exzentrische Schwedischlehrer Eugen Kallmann starb unter nie ganz geklärten Umständen in einem leer stehenden Haus, wo er sich nachts mit jemand treffen wollte und von dem Schüler Charlie gefunden wurde. Sein Nachfolger an der Bergtunaschule wird Leon Berger, der nach einem schweren Schicksalsschlag hier einen neuen Anfang machen will. In seinem Pult findet er unter zahlreichen Papieren auch vier Tagebücher seines Vorgängers mit erstaunlichem Inhalt, eine Mischung aus Wahrheit und Fiktion. Kallmann behauptet, einen Mörder an seinen Augen erkennen zu können, bezichtigt sich selbst des Mordes an seiner Mutter im Alter von 11 Jahren und war offensichtlich einem nie entdeckten Verbrechen auf der Spur. Da die Polizei die Akte geschlossen hat, beginnt Berger mit privaten Ermittlungen, zunächst allein, später im Team mit der Beratungslehrerin Ludmilla und dem älteren Kollegen Igor. In ihren Gesprächen stellen die Kollegen fest, dass niemand Eugen Kallmann wirklich gekannt hat und niemand etwas Genaues über ihn weiß. Er ist erst spät nach K. zurückgekommen, hatte keine Freunde und hat sich niemandem geöffnet. Auch unter den Schülern gibt es eine Dreiergruppe bestehend aus der 15jährigen Andrea Wester, ihrer Freundin Emma und dem hochbegabten Sonderling Charlie, die sich wie so viele an der Schule immer wieder die Frage stellt, wer Kallmann wirklich war und welche Umstände zu seinem Tod geführt haben. Erzählt wird in der ich-Form aus ständig wechselnder Perspektive. Die Beteiligten tragen Mosaiksteinchen zusammen, die allmählich ein Bild ergeben. Jedoch kennt nur der Leser am Ende die ganze Wahrheit, nicht aber alle Beteiligten. Sie können die Zusammenhänge teilweise nur ahnen. Nessers Buch ist kein Krimi, sondern ein Roman mit Krimielementen. Er hat eine epische Breite, die dem Aufbau von Spannung zumindest in den ersten beiden Dritteln nicht förderlich ist. Die Auflösung eines unbekannten Mordfalls ist keineswegs das einzige Thema. Genauso wichtig ist die Beschreibung des sich ständig verschlechternden Klimas an der Schule, denn Neonazis treiben ihr Unwesen, und es kommt zu rassistischen und antisemitischen Übergriffen, sogar zu einem Mord an einem jungen Neonazi. Der Leser braucht Geduld und Durchhaltevermögen, wird aber durch sorgfältige Charakterisierung der Hauptfiguren und ein genaues Porträt des schwedischen Schulsystems und des Kleinstadtmilieus entschädigt. Ein atmosphärisch dichter Roman, der sich nicht einfach konsumieren lässt.
Rätselhaft
von blaues-herzblatt - 25.11.2017
Ein Buch wie ein Gedächtnisprotokoll, scharfsinnig und spannend persönlich. Kallmann hat keine Freunde. Kallmann ist für die anderen schwer zu erfassen. Sie wollen eine Statue für Kallmann erbauen. Kallmann war etwas auf der Spur. Ich bin ein großer Fan von Håkan Nesser und seiner Art zu schreiben und wurde hier nicht enttäuscht. Es geht im gesamten Buch um den Mythos Kallmann, den es zu ergründen gilt - was ich als spannende Idee empfand. Ähnlich eines Puzzlebildes, das der Leser mit jedem Kapitel und Detail mehr zu vervollständigen sucht. Der Leser erlebt im Buch abwechselnde personale Perspektiven, die ich als gut ausgearbeitete eigenständige Persönlichkeiten erlebte. Jede einzelne mit verschiedenen Motiven und besonders interessanten Blickpunkten ausgestattet, sodass man auch von Schlüsselpersonen sprechen könnte. Der Schreibstil mutete wissenschaftlich, analytisch, ja nahezu in akribischen Schilderungen an, ganz Nessers Stil bisher kennengelernten Schriften entsprechend. Was den Spannungsbogen des Krimis angeht hat mir dessen Aufbau gefallen. Nur das Ende war mir an einigen Stellen zu langatmig, darauf folgte jedoch eine ausgesprochen unerwartete Wendung, die diese Langatmigkeit in meinen Augen wieder wettmachen konnte. Eines der zentralen Themen im Buch bildete, passend zur derzeitigen Problematik, der Umgang mit Nationalsozialistischem Gedankengut und damit aufkommende Konflikte. Eine gewisse Moralvorstellung war zwischen den Zeilen zu lesen, allerdings nichts weltbewegend Neues. Mein Highlight bilden die Tagebucheinträge Kallmanns und andere Rückblicke, die die Handlung unterbrechen und den Blickwinkel auf andere Puzzleteile lenken. Damit verbunden ist auch das Leser tief eintaucht in die verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungen der Geschichte. Ich mochte diese psychologisch angehauchte Betrachtungsweise sehr. Insgesamt ein gelungener Krimi, der auf vielen Seiten (fast 600) nicht nur ein Schicksal in seinen Einzelheiten beleuchtet, sondern einen ganzen Strudel von Ereignissen, neuen wie vergangen, mit sich ans Licht zieht. Ich könnte mir vorstellen das dem ein oder anderen das Theoretische der vielen verschiedenen Gedanken im Buch nicht gefällt, aber mir hat diese Analytik zugesagt.
Ein spannender und ruhiger, literarischer Krimi
von dieschmitt - 22.11.2017
Zum Inhalt: Der Gesamtschullehr Eugen Kallmann stirbt. Die Polizei stuft den Tod als Unfall ein. Sein Nachfolger in der Schule. Leon Berger, findet Kallmanns Tagebücher, anhand derer vermutet er, dass der Tod kein Unfall war und beginnt zu ermitteln... Meine Meinung: Ich kenne viele Bücher von Hakan Nesser und ich mag sie eigentlich alle sehr gerne. Er schreibt meiner Meinung nach sehr unterschiedliche Bücher, und dieses hier gehört für mich zu den ruhigeren. Es geht nicht um einen hektischen, blutrünstigen Thriller, sondern eher um eine Ermittlung, die eher ruhig verläuft und viel Einblick ins Innenleben der Akteure bietet. Dies passiert in diesem Buch sehr geschickt und mich hatte die Geschichte sehr schnell gefangen. Das Buch berichtet im Stil unterschiedlicher Erlebnisse, der relevanten Charaktere der Geschichte. Die Kapitel sind mit den Namen versehen. So hat man ein wenig das Gefühl in unterschiedlichen Tagebüchern zu lesen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er ist blumig und detailliert, aber nicht zu verspielt. Die Figuren des Buches sind sehr unterschiedlich, alle sehr gut dargestellt und durchaus eigenwillig. Ich mochte alle Figuren sehr gerne. Die Geschichte selbst fand ich trotzdem sehr spannend und nicht vorhersehbar. Die Auflösung erfolgt erst ganz am Schluss. Wer es gerne hektisch mag und kaum greifbare Spannung liebt, ist mit diesem Buch nicht gut bedient. Wer gerne auch etwas ruhigere Literatur mag und leise aber stetige Auflösung von Fällen verfolgt, die sehr spannend und fast schon tiefgründig sind, wird hier viel Lesespaß finden. Ein Buch für Liebhaber der ruhigeren, fast schon literarischen Töne, ich habe es sehr genossen zu lesen. Fazit: Ein spannender und ruhiger, literarischer Krimi, der mir sehr gut gefallen hat.
Der Tod wirft sehr lange Schatten...
von cabotcove - 14.11.2017
Und denen zu entkommen ist schlichtweg unmöglich... Hakan Nesser ist nicht umsonst einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Ich persönlich finde Jo Nesbo noch einen Zacken besser (gerade "Durst" gelesen und das war wirklich grandios), aber hier fand ich Hakan Nesser auch durchaus sehr gut (das hatte ich bei Büchern von ihm auch schon anders...). Eugen Kallmann war ein durchaus beliebter und geschätzter Gesamtschullehrer in einer kleinen Stadt in Schweden. Warum sollte ausgerechnet ihn jemand ermorden ? Oder war es doch ein Unglücksfall, wie die Polizei vermutet ? Als sein Nachfolger im Schwedischunterricht, Leon Berger, nach der langen Sommerpause seinen Dienst antritt, findet er im Pult unter Kallmanns Sachen eine Reihe von Tagebüchern, die sich als eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit entpuppen und ihn schon bald daran zweifeln lassen, dass sein Vorgänger tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben ist... Denn in seinen Einträgen behauptet Kallmann unter anderem, er würde die Gabe besitzen, in den Augen anderer Menschen erkennen zu können, ob sie gemordet haben. Und er scheint in den letzten Monaten seines Lebens einem nie entdeckten und nie gesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. Leon Berger will den Fall Kallmann lösen - seine privaten Ermittlungen setzen etwas in Gang, das schließlich die ganze Kleinstadt erschüttert. Leon Berger ist kein typischer Ermittler, rutscht ja auch eher so in den Fall hinein und Hakan Nesser erzählt seinen Krimi auch eher in "leiseren Tönen", die hier aber auch hervorragend zur Geschichte passen und absolut nicht langatmig sind (das habe ich auch schon anders gelesen und da riss einen diese Langatmigkeit dann immer wieder aus dem Geschehen, was hier erfreulicherweise nicht der Fall war). Es ist also eine andere Art der Spannung - nicht nervenaufreibend wie bei einem Thriller, aber doch so fesselnd, dass man immer weiterlesen muss, bis der Plot dann endlich auflöst und die losen Fäden zusammenführt - und diese hat mir wirklich gut gefallen. Vier Sterne für "Der Fall Kallmann".
Anders als vielleicht erwartet¿
von Justyna Mysiak - 13.11.2017
Ich bin sehr großer Fan von H: Nesser deshalb mit großer Erwartung habe mich auf das Buch gestürzt. Was kam war alles anderes als sonst wenn man Nesser ließ. Nicht negativ gemeint- halt was anderes. Was ich jetzt auch dazu sagen kann, es ist kein Krimi -ja wirklich keine Polizei keine Ermittlung. Es ist ein Roman. Was ich nicht schlecht finde. Was ich zu dem Cover sagen wollte es wiedergibt die ganze Szenerie wie in dem kleinem Ort K. wenn man schon das Cover anschaut, dass als ob man in dem Ort wäre- sehr gut gelungen. Was ich in dem Buch sehr interessant fand- das der Autor uns die Geschichte aus Sicht von verschiedenen Personen erzählt. Somit wird man die Geschichte genau kennenlernen und aus unterschiedlichen Perspektiven. Leon den Nachfolgerlehrer von Kallmann , der mit seinem eigenem Schicksal kämpft stürzt sich um die dem Fall Kallmann zu lösen. Dadurch dass ich andere Bucher von Nesser kenne- fehlte mir in dem Buch bisschen die ständige Spannung die man in seinen anderen Werken hat. Nichts desto trotz finde ich das Buch sehr gut, interessant- es lohnt sich auf jeden Fall bis Ende zu lesen, trotz der Länge des Buches.
Anders als gewohnt...
von FreizeitLeser - 13.11.2017
Ein neuer Nesser? Ein Fall...? Polizei? Alte ungelöste Kriminalfälle? Das verheißt normalerweise Spannung pur; doch dem war leider nicht so. Als absoluter Nesser-Fan fällt es mir schwer zu sagen, dass ich mich mit diesem Werk nicht so recht anfreunden konnte. Während ich die anderen Werke des Autors förmlich verschlungen habe, habe ich hier zeitweise überlegt, ob ich das Buch zu Ende lesen soll. Was war so schwierig? Die Geschichte um den Tod des Lehrers Kallmann wird abwechselnd aus der Sicht von verschiedenen Personen geschildert. Durch den stetigen Wechsel und die Unpersönlichkeit der Charaktere konnte ich jedoch den roten Faden und die Konzentration nicht so recht aufrecht erhalten. Zudem waren mir auch die Einblicke in den Mikrokosmos Schule etwas zu tiefgehend. Nichtsdestotrotz spielt Nesser auch in diesem Werk mit Worten, passenden Weisheiten und Gedichten. Er hat einen wunderbaren Sprach- und Schreibstil! Das Problem war einfach, dass ich mir - auch auf Grund seiner vorangegangenen Werke - mehr Spannung und Kurzatmigkeit gewünscht hätte. An manchen Stellen habe ich mich gefragt, ob ein kürzeres Werk dem nicht entgegengekommen wäre. Fazit: Kein superspannender Kriminalroman, aber ein gutes literarisches Werk für lange Winterabende.
Der Mensch hinter dem Mythos
von jenvo82 - 10.11.2017
"Ich denke, so und nicht anders sieht das Leben aus: Wir befolgen die dunklen Anweisungen, wir wissen nicht, was sie bedeuten, aber sie sind alles, was wir haben." Inhalt An der Bergtunaschule in einer kleinen Ortschaft in Schweden, herrscht der Ausnahmezustand. Nicht nur das der geachtete Schwedischlehrer Eugen Kallman wahrscheinlich das Opfer einer Straftat wurde, sondern auch die schlampigen Ermittlungen in diesem Fall und ein weiteres Verbrechen, diesmal an einem rassistischen Schüler verübt, sorgen für dauerhaften Gesprächsstoff. Es sind dunkle Zeiten für das Lehrerkollegium aber auch für die Schüler untereinander. Misstrauen, offene Fragen, üble Verdächtigungen und private Schnüffelaktionen sind die Folge. Ein Lehrerteam aus drei Kollegen versucht etwas Licht in die Sache zu bringen, indem sie sich den Tagebüchern Kallmanns annehmen und versuchen, zu recherchieren, warum er ums Leben kam und wer als potentieller Täter in Frage käme. Doch der Eigenbrötler Kallmann, der schon zu Lebzeiten keine intensiven Kontakte pflegte, bleibt ein Mysterium. Zwar entdecken die selbsternannten Privatdetektive mögliche Zusammenhänge, doch stoßen sie immer wieder auf eine Wand des Schweigens. Als ihnen klar wird, dass mindestens zwei ihrer Schüler auf unerklärliche Art und Weise in den Fall Kallmann verwickelt sind, übergeben sie ihre Arbeit einer motivierten jungen Polizistin. Und diesmal wird sich zeigen, ob der Mord aufzuklären ist und welcher Hintergrund sich tatsächlich verbirgt ¿ Meinung Dieser Roman, der für mich kein klassischer Krimi ist, konnte mich dennoch voll und ganz überzeugen. Hakan Nesser entwirft eine groß angelegte Menschenstudie, die er vielschichtig und perspektivenreich präsentiert und in deren Zentrum ein verstorbener Lehrer steht, dessen Handlungen selbst zu Lebzeiten nicht wirklich verständlich waren. Er widmet sich mit Ausdauer und großem Erzähltalent einem Eigenbrötler, der nur wenige Freunde und keine näheren Angehörigen hatte und in seiner Freizeit alten, ungelösten Kriminalfällen auf die Schliche kommen wollte. Rückblickend bekommt der Leser eine Menge Material geboten, sei es durch Tagebuchaufzeichnungen oder aus kleineren Gesprächsepisoden, aus der Erinnerung von Kollegen oder durch rätselhafte Fotos - bald stellt man sich ebenso die Frage, wie die handelnden Personen: "Wer war Kallmann wirklich?". Interessant ist auch der Aspekt des Mythos, der hier ganz nah greifbar erscheint. Während Eugen Kallmann früher ein geachteter Lehrer war, für den sich kaum einer interessierte, tritt sein unerklärlicher Tod eine ganze Lawine an Ereignissen los. Sehr schnell wird Kallmann zum Mythos, dem die Hinterbliebenen auf die Spur kommen möchten ¿ Der Großteil des Buches basiert auf der Suche nach den Hintergründen, offenbart aber auch grandiose Einblicke in den Schulalltag. Alle Erzähler gemeinsam schildern ihre persönlichen Eindrücke und bekommen dennoch ein Gesicht, einen eigenen Background und eine ausgearbeitete Geschichte. Dadurch entsteht ein sehr intensiver, stiller Roman, der viel Realitätsbezug hat und manches Ereignis einfach nur abbildet, ohne zu bewerten. Die Verbrechen, die Vergangenheit, die Rätsel sind stets greifbar, dominieren aber nie die Geschichte. Vielmehr macht sich der Leser gemeinsam mit den Erzählern auf die Suche und stochert ebenso ratlos wie diese in winzigen Bruchstücken eines fragwürdigen Lebens. Fazit Ich vergebe 5 Lesesterne für diesen komplexen Roman, der sich hinter einer vordergründigen Kriminalgeschichte nicht verstecken sollte. Die Spannungskurve liegt nicht sonderlich hoch, der Erlebnisfaktor ebenso wenig und trotzdem konnte mich diese Geschichte nicht nur fesseln, sondern auch bestens unterhalten. Ich empfehle dieses Buch vor allem Lesern, denen es mehr um die Menschen hinter der Geschichte geht, die bereits sind sich auf Abschweifungen einzulassen und gerne aus zweiter Reihe Beobachtungen anstellen. In gewisse Weise betreibt Nesser hier psychologische Studien, involviert Menschenkenntnis und persönliche Kontakte, beschreibt, erzählt und bringt nur hin und wieder neue Impulse in diese Geschichte hinein. Doch gerade dieser dunkle, unaufgeregte Erzählton, der viele Facetten aufwirft, konnte mich begeistern. Ein Roman, der bestens unterhält, wenn man Inhalte erwartet und weniger Nervenkitzel sucht.
Mehr als ein Krimi
von Buecherdanny - 07.11.2017
Leon Berger übernimmt in der beschaulichen Kleinstadt K. die Stelle des verstorbenen Gesamtschullehrers Kallmann. Die Polizei geht davon aus, dass Kallman durch einen Unglücksfall ums Leben kam, doch war sein Tod und auch sein Leben ein wenig mysteriös. Als Leon Berger Kallmanns Schreibtisch übernimmt, findet er in einer Schublade Tagebücher und fängt an, in ihnen zu lesen. Er ist sich nicht sicher, ob alle Einträge der Wahrheit entsprechen, aber er bekommt Zweifel daran, dass Kallmann eines natürlichen Todes gestorben ist. Kallmann interessierte sich für Kriminologie und war scheinbar einem nie entdeckten Verbrechen auf der Spur. Musste er deswegen sterben? Leon Berger möchte wissen, wie es wirklich war und beginnt mit privaten Ermittlungen... Ich habe schon einige Krimis von Hakan Nesser gelesen und auch der Fall Kallmann hat mir gefallen! Der Schreibstil ist ruhig, teilweise etwas langatmig und passt gut zum beschaulichen Leben in der Kleinstadt K. Die Charaktere waren sehr ausführlich und vielschichtig dargestellt, alle haben ihre Ecken, Kanten und Probleme. Sie waren glaubwürdig und ihre Handlungen im Laufe des Romans waren stimmig. Durch die verschiedenen Erzählperspektiven der einzelnen Protagonisten konnte der Leser die ganze Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, was mir sehr gut gefallen hat. Der Fall war eher dramatisch als spannend zu lesen, da Nesser es verstanden hat, ihn langsam aufzulösen und auf überzogene Szenen verzichtet hat. Trotzdem fehlte es dem Krimi nicht an Spannung, da es immer wieder unvorhergesehene Entwicklungen und falsche Fährten gab. Das Buch war für mich mehr als ein einfacher Krimi, da es das ganze Leben in der Kleinstadt K. geschildert hat und nicht einfach nur ein Fall gelöst wurde. Es war auch politisch sehr aktuell! Der Fall Kallmann bleibt bis zum Schluss mysteriös und das Ende war überraschend!
Der Fall Kallmann
von manu63 - 07.11.2017
Der Fall Kallmann ist der neuste Roman aus der Feder des Autors Hakan Nesser. Ich schreibe bewusst Roman, weil ich das Buch eher als Roman statt als Kriminalgeschichte empfinde. Es geht in diesem Buch viel um Eugen Kallmann, einem Eigenbrötler der sich für Kriminologie interessiert und der von sich behauptete er könne es einem Menschen ansehen ob er gemordet hat. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und die Protagonisten kommen in Ich-Form zu Wort. Nachfolger von Kallmann an der Schule der Stadt ist Leon Berger der vor einigen Monaten seine Frau bei einem Schiffsunglück verloren hat und seine Tochter, die dabei war, ist verschollen. Er will an der neuen Schule einen neuen Lebensabschnitt beginnen, als er jedoch Aufzeichnungen von Kallmann in dessen alten Schreibtisch findet fängt Berger an sich für Kallmanns Leben zu interessieren. Im Laufe der Geschichte tauchen immer neue Fragen auf die letztendlich zum Schluss des Buches auch beantwortet werden. Nur der Weg dahin ist in Teilen recht langatmig und ich hätte mir mehr Dynamik gewünscht. So fließt die Erzählweise eher wie ein langer langsamer Strom dahin, der zum Schluss in einem Meer der Antworten mündet. Atemlose Spannung kam bei mir an keiner Stelle auf, wobei ich gleichzeitig neugierig auf die Antworten war.
Leider kein typischer Nesser
von dartmaus - 07.11.2017
Das Cover des Buches ist wie bei allen anderen Nesser Büchern sehr ansprechend gestaltet und deutet eigentlich auf einen Krimi hin. Inhalt: Leon Berger kämpft noch immer mit dem Verlust seiner Frau und seiner Tochter. In einer schwedischen Kleinstadt kann er als Lehrer einen Neubeginn starten. Doch es geschehen mysteriöse Dinge an der Schule. Als Leon dann auch noch Tagebücher findet, in denen sein Vorgänger Kallmann einen Mord gesteht, nimmt das ganze Drama seinen Lauf. Ein weiterer Schüler wird ermordet. Meine Meinung: Der Schreibstil ist typisch Nesser, flüssig, interessant und anfangs spannend. Doch ansonsten hat das Buch nicht viel mit anderen Nesser Büchern gemeinsam. Im Gegensatz zu anderen Büchern des Autors kommt in diesem Fall die Spannung leider zu kurz. Mit einem der üblichen Krimis hat es nichts zu tun. Vielmehr geht es um das Leben des etwas geheimnisvollen Lehrers kallmann. Die Geschichte dieses Menschen spielt in diesem Buch die Haupptrolle. Alles baut sich darauf auf. Der Mord an dem Schüler und alles weitere sind irgendwie nur Nebenschauplätze und treten in den Hintergrund. Gefallen haben mir allerdings die ständigen Perspektivwechsel, so hatte man immer einen gewissen Einblick in die Gedanken der einzelnen Personen und deren handlungen. Allerdings hat sich das trotz allem Interesse doch sehr in die Länge gezogen. Das zog sich leider fast durch das ganze Buch und erst am Ende des Buches kam nochmal etwas Spannung auf. Die Aufklärung des Falls ging mir dann aber doch zu schnell. Da hätte man vorher mehr einbauen können. Was anfangs zu langatmig und flach war, ging am Ende einfach zu schnell. Mein Fazit: Leider kein typischer Nesser.
MYSTERIÖS!
von Anonym - 04.11.2017
Ein düsteres Cover - und doch dringt etwas Sonne durch die Wolken - genau so verhält es sich meiner Meinung nach mit dieser Geschichte! Leon, von Beruf Lehrer, erleidet den Verlust seines Lebens und sucht nach einem Neuanfang. Auf anraten einer alten Freundin übersiedelt er in eine schwedische Kleinstadt und übernimmt einen Posten an der Bergtuna-Schule. Zunächst völlig traurig und allein, findet er jedoch schnell Kontakt und wird von den Schülern anerkannt. Im Laufe seines ersten Jahres an der Schule passieren Dinge, von denen keiner ahnen konnte - ausgelöst durch den Fund einiger Jahrbücher seines Vorgängers, der auf mysteriöse Weise ums Leben kam. Hakan Nessers Stil fesselt. Hier kommen gleich mehrere Protagonisten zu Wort, mit unterschiedlichsten Hintergründen, aber einem gemeinsamen Ziel. Die Erzählstränge laufen langsam aufeinander zu, verknüpfen sich teilweise, neue Personen klinken sich ein, und trotz einiger Fortschritte und Erkenntnisse hatte ich stets das Gefühl, im Ungewissen zu bleiben. Die Geschichte ist tiefgründig, stark psycho-lastig, undurchschaubar und düster. Sie nimmt gefangen und bleibt lange im Gedächtnis. Die halbherzige Auflösung stellt mich nicht ganz zufrieden, ich hätte mir eine Aufklärung mit Pauken und Trompeten gewünscht. Aber so ist Hakan Nesser: unergründlich, düster, ein bisschen schaurig und manchmal winkt ein Lichtblick! Sehr empfehlenswert!
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