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Urlaubslandsleute...jede Menge Vorurteile für die Reise

. jede Menge Vorurteile für die Reise. 'Humoris Causa'.
Buch (kartoniert)
Es geht nichts über gepflegte Vorurteile, besonders im Urlaub, erleichtern sie das Leben doch ungemein. Also, schämen Sie sich nicht Ihrer gesunden Voreingenommenheit - Helge Sobik tut es auch nicht -, sondern erfreuen Sie sich an seinen gnadenlos tr … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Urlaubslandsleute...jede Menge Vorurteile für die Reise
Autor/en: Helge Sobik

ISBN: 3932927303
EAN: 9783932927300
. jede Menge Vorurteile für die Reise.
'Humoris Causa'.
Solibro Verlag

27. Oktober 2010 - kartoniert - 128 Seiten

Beschreibung

Es geht nichts über gepflegte Vorurteile, besonders im Urlaub, erleichtern sie das Leben doch ungemein. Also, schämen Sie sich nicht Ihrer gesunden Voreingenommenheit - Helge Sobik tut es auch nicht -, sondern erfreuen Sie sich an seinen gnadenlos treffenden Satiren über Ihre "Urlaubslandsleute" in aller Welt.

Der weitgereiste Journalist und Reiseschriftsteller Helge Sobik zeichnet mit prägnantem "Strich" die nationalen Eigenheiten der bekanntesten "Urlaubslandsleute". Sei es des knoblauchumwehten Griechen, des Blechkugeln schleudernden Franzosen oder des nomadisierenden Holländers. Alle bekommen Ihr Fett weg - frech, aber mit viel Augenzwinkern.

"Zwei Dinge haben Helge Sobik schließlich vor Vergeltungsmaßnahmen aus dem Ausland bewahrt: Dass er zu guter Letzt auch den Deutschen durch den Wolf drehte und dass zwischen all den unfairen Unterstellungen stets ein liebevolles Lächeln und Augenzwinkern hervorblitzte. Das jetzt erschienene Buch (.) ist ein Lektüretipp für alle, die Sinn für schrägen Humor haben." (Sonntag aktuell)

". führt die gängigen Verallgemeinerungen ad absurdum. (.) Sobiks freche, kleine Impressionen aus aller Welt zeigen, daß viele Klischees zwar stimmen, aber man dennoch immer neugierig bleiben sollte um in jedem Land, und in jedem Volk das ganz Eigene und Originelle zu entdecken." (NDR 1, Bücherwelt)

Portrait

Helge Sobik, geboren 1967 in Lübeck, ist heilfroh, dass er nicht Jurist geworden, sondern durch eine Reihe von Zufällen in den Journalismus geraten ist. Seit mehr als fünfzehn Jahren schreibt er Auslandsreportagen. Seine Beiträge erscheinen u.a. in der Süddeutschen Zeitung, der Financial Times Deutschland, im Standard in Wien, der SonntagsZeitung in Zürich und Magazinen wie z.B. ADAC Reisemagazin, ADAC Traveller, Vogue und Park Avenue. Sein Arbeitsschwerpunkt: Kanada. Sein Lieblingsaufenthaltsort: ein Moosteppich im Nirgendwo Labradors. Bisher hat er dreizehn Bücher veröffentlicht, von denen eines ins Englische, ein anderes ins Holländische und ins Tschechische übersetzt wurde. Er verfasste z. B. MERIANlive!-Finnland und mehrere Titel in der Reihe Picus-Lesereisen. Auszeichnung: Jasmin d'Or du Tourisme Tunisien, Tunis, 1991 für die besten deutschsprachigen Reportagen über Tunesien

Leseprobe

Ein tolles Hupkonzert um Mitternacht
- der Spanier: Temperament fast rund um die Uhr -
Der Spanier liebt es, wenn sogar seine Mahlzeit farbenfroh gerät. Was immer er gerade greifen kann, schüttet er mit Begeisterung in eine große Pfanne und brät es so lange, bis es gelb wird. Dann ist es lecker, und der Spanier freut sich sehr - entweder, weil er neue Freunde zur Paella-Party in sein Haus eingeladen hat. Oder weil er Gastwirt ist und hinterher für die farbenfrohe Mahlzeit kräftig kassieren wird. Verdenken kann man es ihm nicht. Schließlich besucht der Tourist den Spanier ja, um Spezialitäten kennen zu lernen und Geld auszugeben. Und um in sein Mittelmeer zu steigen, das der Spanier gern heizen würde, um die Saison noch ein bisschen zu verlängern. Die ertragsstarke Paella-Nummer würde dann noch ein, zwei Wochen länger funktionieren.
Damit es entlang der Küste nett aussieht, Farbtupfer auch abseits der Pfannen das Bild beleben und es hübsch duftet, hat schon der Vorvater des Spaniers sehr viele Orangenbäumchen gepflanzt. Der Binnen-Landsmann beneidet ihn darum, denn im Hinterland ist es meist karger als an der Küste, und Paella-Imbisse aufzustellen lohnt sich dort auch nicht, weil der Urlauber immer nur den Küstenspanier besuchen will.
Der ist lauter und tut temperamentvoller als der Zugereiste: fährt im Auto sehr gerne ganz dicht auf, hupt, findet Blinken uncool, fährt waghalsige Überholmanöver und immer schneller als der Polizist erlaubt, um gleich danach sowieso rechts abzubiegen. Klar, dass er dabei wild gestikuliert und sich das halb offene Hemd rauft, weil ihm mal jemand erzählt hat, dass das toll südländisch sei und den Urlauber halb beeindruckt, halb einschüchtert.
Wenn es ums Langeaufbleiben geht, ist der Spanier übrigens auch temperamentvoll: Er isst abends erst gegen zehn, geht frühestens um Mitternacht tanzen, schwenkt dabei kraftvoll die Spanierin und guckt schmachtend. Klar, dass er - wo immer er kann und darf und nichts auf die Finge
r bekommt - besonders gerne auch die Urlauberin schwenkt, vorausgesetzt sie ist noch einigermaßen jung und einigermaßen knackig oder hat wenigstens andere Vorteile. Falls der Spanier ausnahmsweise nicht gerne tanzt, flaniert er spät nachts noch ein bisschen um die Platane seines Dorfes oder holt den zweitklapperigsten Holzstuhl heraus und hockt sich zu Opa an den Straßenrand. Der wird abends immer zu Beginn der Dämmerung herausgesetzt und brüllt dann dem anderen Opa von der gegenüberliegenden Straßenseite ein Gespräch zu. Manchmal wird die Unterhaltung unterbrochen, wenn vorbeirasende Autos die Worte mitnehmen. Dann genießt Opa einfach nur die gesellige Stimmung im Freien und den Familienanschluss.
Der Fremde versinkt allzu schnell in Ehrfurcht vor der rein aufbleibzeitlichen Kondition des Spaniers und missversteht sie als Ausdruck von Draufgängertum und Temperament. Dabei bekommt der Spanier das Langeaufbleiben nur hin, weil er mittags heimlich schläft und auch sonst gern Päuschen macht. Zwei, drei Stunden Auszeit gönnt er sich irgendwann zwischen Mittag und Nachmittag und nennt das ganze Siesta, was fast so hüsch klingt wie Fiesta, aber das Gegenteil meint. Böse Zungen behaupten übrigens, der Spanier mache diese ausgiebige Sofapause nur deshalb, um zweimal am Tag den kompletten Berufsverkehr mit An- und Abreise, mit selbstgebasteltem Stau und toll lautem Hupkonzert inszenieren zu können, was ja wiederum temperamentvoll südländisch ist. Falls er nicht nach hause fährt oder außerhalb der Mittagszeit noch eine Siesta braucht, lässt sich das meistens flexibel einrichten oder schon bei der Berufsauswahl berücksichtigen. Als Kellner beispielsweise gibt es nur im Sommer und da vor allem abends richtig Stress. Mittags kann man toll zwischen leeren Tischen herumgammeln. Oder als Bankangestellter. Da ist der Stress so groß, dass man im Sommer nach der Siesta gar nicht erst zum Schalter zurückkehren muss. Mittags ist Feierabend. Oder als Klempner, Pizzalieferant oder Lei
hwagen-direkt-ins-Hotel-bring-Fahrer. Ein, zwei Tage Verspätung sind da ganz normal. So viel Zeit muss sein. Ist doch alles angenehm relaxt und wäre doch bestimmt auch bei uns mal ulkig und toll südländisch, wenn Ostern der Weihnachtsmann erscheint, weil er den Termin verdreht hat oder kurzfristig noch ein Hupkonzert einbauen, zwei, drei ausgesprochen wilde Gesten in der halboffenen roten Kutte einstudieren oder Schläfchen halten musste. Am Ende ist das alles nicht schlimm: Der Ausländer mag den Spanier wegen der vielen Strände, die dem gehören. Wegen des Meeres und der vielen Sonne, die der hat. Und natürlich auch wegen des locker-leichten Lebens so ganz ohne Verpflichtungen. Er bewundert ihn für sein Temperament und heimlich auch für die Hupkonzerte, die er sich zuhause nur traut, wenn eine ihm irgendwie sympathische Fussballmannschaft gerade ein mindestens mäßig bedeutendes Spiel gewonnen hat. Und außerdem ist der Urlauber die eigene ewige Pflichterfüllung sowieso leid. Da lobt er sich den Spanier. Und falls der Klempner, der Hotelboy mit den Koffern oder wer auch immer zwei Tage später doch noch aufkreuzt, dann ist man eben kurz temperamentvoll zu einander, versöhnt sich gleich danach gestenreich und verabredet sich für irgendeinen unbestimmten Abend im Haus des Spaniers. Warum? Um gemeinsam irgendetwas toll Landestypisches so lange zu braten, bis es richtig schön gelb ist."

aus: Urlaubslandsleute ... jede Menge Vorurteile für die Reise von Helge Sobik

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