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Von Nasen Faxen und Ariadnefäden als Buch
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Von Nasen Faxen und Ariadnefäden

Zeichnungen und Fax-Briefe. 'Ein Winterbuch'. 1. Auflage. Mit Illustriert.
Buch (kartoniert)
Helmar Penndorf, geboren am 10.6.1945 in Altenburg, studierte in Leipzig Kunsterziehung und Kunstgeschichte, arbeitete seit 1971 am Lindenau-Museum in Altenburg, wo er die Graphische Sammlung betreute und zahlreiche Ausstellungen gestaltete. Seine k&... weiterlesen
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Von Nasen Faxen und Ariadnefäden als Buch

Produktdetails

Titel: Von Nasen Faxen und Ariadnefäden
Autor/en: Helmar Penndorf, Ingo Schulze

ISBN: 3932109163
EAN: 9783932109164
Zeichnungen und Fax-Briefe.
'Ein Winterbuch'.
1. Auflage.
Mit Illustriert.
Illustriert von Helmar Penndorf
Friedenauer Presse

Januar 2000 - kartoniert - 125 Seiten

Beschreibung

Helmar Penndorf, geboren am 10.6.1945 in Altenburg, studierte in Leipzig Kunsterziehung und Kunstgeschichte, arbeitete seit 1971 am Lindenau-Museum in Altenburg, wo er die Graphische Sammlung betreute und zahlreiche Ausstellungen gestaltete. Seine künstlerisch inspirierte Arbeitsweise und seine sensiblen Texte zur Gegenwartskunst trugen wesentlich zum Ruf des Lindenau-Museums bei. In den letzten Lebensmonaten wurde ihm seine eigene Zeichenkunst wieder wichtig; er starb am 7.2.1993. Ingo Schulze, geboren am 15.12.1962 in Dresden, studierte in Jena Klassische Philologie, arbeitete von 1988-90 als Schauspieldramaturg am Landestheater Altenburg, 1990-92 am Altenburger Wochenblatt. 1993 halbjähriger Aufenthalt in St. Petersburg. Lebt mit Frau und zwei Töchtern in Berlin. 1995 erschienen im Berlin-Verlag 33 Augenblicke des Glücks, 1998 Simple Storys, 2005 Neue Leben, 2007 Handy - Dreizehn Geschichten in alter Manier. Helmar Penndorf und Ingo Schulze führten 1993 einen ungewöhnlichen Dialog zwischen Altenburg in Thüringen und St. Petersburg: Die Freunde tauschten Fax-Briefe aus - Ingo Schulze schickt Berichte vom Petersburger Alltag, Helmar Penndorf antwortet mit Zeichnungen, in denen er Nos, die Nase, auftreten ließ. Als Ingo Schulze sich am 2. Januar 1993 in Altenburg von seinem Freund verabschiedete, um für ein halbes Jahr nach St. Petersburg zu gehen, war ungewiß, wann und ob sie sich wiedersehen würden. Der schwerkranke Helmar Penndorf war schon sehr geschwächt; Ingo Schulze sollte im Auftrag eines Privatmannes in Petersburg ein Anzeigenblatt herausgeben. Mit den Briefen, die sie einander mangels besserer Möglichkeiten per Fax übermittelten, setzten die Freunde ein Gespräch fort, das 1989 bei den Aktionen des Neuen Forums begonnen hatte: Er habe Penndorfs Anwesenheit dort als "erlösend" empfunden, schreibt Ingo Schulze. "Wir gehörten zur selben Sprachfamilie." Die so entstandenen Briefe, erzählte Skizzen aus dem Petersburger Alltag der 90er Jahre und die gezeichneten Antworten, denen man die Anstrengungen, unter denen sie geboren wurden, nicht ansieht, zeugen von einer zärtlichen und warmherzigen Freundschaft - und von einem ganz ungewöhnlichen zeichneri­schen Talent. "Obwohl ich Helmar als einen ständig Zeichnenden kannte ..., begriff ich erst in den letzten Monaten, wie lebensbestimmend diese >Kritzeleien< für ihn waren. Er wiederum, der mich als Zeitungsmacher kannte, war eher überrascht gewesen, als ich sagte, daß ich gern schreiben würde, Prosa, Erzählungen eben. Auch deshalb erbat er sich Berichte aus Petersburg. Die wollte er sich genauer ansehen. Oft sagte er am Telefon: >Erzähl das nicht, schreib es auf...< Helmars Erwartung zwang mich, genauer hinzusehen und das Erlebte zu artikulieren. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, abends zu Hause erwartet zu werden", bemerkt Ingo Schulze in seinem kurzen Vorwort. Drei Tage, nachdem er die letzte Zeichnung nach St. Petersburg gefaxt hatte, starb Helmar Penndorf. 1994 stellte Olaf Wegewitz eine Auswahl seiner Arbeiten im Kunstverein Rödersdorf aus. Die Korrespondenz, die fast auf den Tag genau den letzten Lebensmonat von Helmar Penndorf umfaßt, erschien zunächst - mit einfachsten Mitteln, ohne Verlag, ohne Vertrieb - als Begleitbuch. "Daß die Nase, sprich Nos, nun auch zwischen den Seiten der Friedenauer Presse spazieren gehen darf, hätte wohl ihr zeichnungsberechtigter Schöpfer - unbenommen einiger Ermahnungen, sich nicht zu keck aufzuführen - letztlich befürwortet. Gemeinsam hoffen wir, daß auch Nikolaj Gogol dem Büchlein (aus dem nun ein richtiges Buch geworden ist) seine Zustimmung nicht versagen wird."

Portrait

Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren, studierte klassische Philologie in Jena und arbeitete in Altenburg als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Seit 1993 lebt er in Berlin. Bereits sein erstes Buch "33 Augenblicke des Glücks" (1995) wurde vielfach ausgezeichnet. Ingo Schulze ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Seine Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt. 2013 erhielt Ingo Schulze für sein literarisches Schaffen den Manhae-Preis.

Pressestimmen

Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2001

Briefe stellen eine alte literarische Kunstform dar. Dem, der es vergessen haben sollte, kommt dies bei der Lektüre des Buches "Von Nasen, Faxen und Ariadnefäden" unverzüglich ins Gedächtnis, schreibt Beatrix Langner. Was sich hinter dem seltsamen Buchtitel verbirgt, erklärt die Rezensentin mit unverhohlener Begeisterung für das Buch: Es handelt sich, weiß sie, um Briefe, in denen Ingo Schulze, der Autor des 1998 erschienenen Buchs "Simple Storys", 1993 via Fax seinem Freund Helmar Penndorf seine Eindrücke aus dem postkommunistischen Petersburg schilderte, die dieser mit 35 Zeichnungen beantwortete und auf diese Weise strukturierte.
Man wird dadurch an den Ariadnefaden aus der griechischen Mythologie erinnert, erläutert die Rezensentin. Auch was es mit der Nase im Titel auf sich hat, erklärt sie. Von Penndorf gezeichnet und dem Freund in verschiedensten Variationen zugeschickt, ist sie das zusätzliche Sinnesorgan, um die veränderte Lebensumwelt erfahrbar zu machen, erklärt Langner. Darüber hinaus sei die Korrespondenz der letzte Austausch zwischen Schulze und seinem kurz darauf verstorbenen Freund. Ein ergreifendes Dokument einer Freundschaft, so Langner.
© Perlentaucher Medien GmbH

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